Mittwoch 8. Januar 1902 152 Jahrgang Zweites Blatt ES Mr-. K Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dern^Sesfischen Landwirt die Giehener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erbech Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 75Ps.,vierteljährlich Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen inonatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die ynttige Yummer umfaßt 10 Sette». tznglauds „Revanche". Chamberlain hielt, wie uns bereits gestern aus Birmingham depeschiert wird, in dieser seiner Vaterstadt eine Rede, in der er für den Imperialismus eintrat und erklärte, England sei die liberalste Nation, welche die Welt jemals gesehen habe (!), ebenso aber auch die am meisten gehaßte. Die anderen Volker beneideten England, verleumdeten es in der häßlichsten, verdammenswertesten. und schändlichsten Weise und lauerten mit Freude auf seinen ^>lurz, den sie nahe wähnten. Es sei durchaus falsch, daß diese Gesinnung chren Grund habe, daß die gegenwärtige Regierung, und besonders der Kolonialsekretär, nichts tauge; vielmehr sei es gerade ko gewesen zur Zeit von Pitt, Vöel- Lourne, Wellington und Palmerston. Das englische Volk müsse sich auf sich allein verlassen, umgeben und unterstützt in seiner glänzenden Vereinsamung von seinen Blutsverwandten in Australien, Kanada und den anderen Kolonien. Chamberlain fuhr dann fort, er beklage zwar den Krieg, würde aber doch einen Krieg mit allen seinen Schrecken einem unwürdigen Preisgeben der ererbten Stellung Englands vorziehen. Lieber müsse jedes Opfer gebracht werden, als daß England auf die Stellung eines gesunkenen Staates herabgedrückt werde und des Vertrauens der blutsverwandten Völker verlustig gehe, welche dann in Zukunft an Macht und Wohlstand mit ihm erfolgreich wetteifern würden. Chamberlain fuhr fort, es sei von höchster Wichtigkeit, daß England sich seine Märkte erhalte; es müsse sich darauf vorbereiten, berechtigten Wettbewerb zu bekämpfen Man habe in letzter Zeit viel von einer Krisis der britischen Industrie gesprochen, indessen habe er kein Zeichen einer unmittelbaren, die Wohlfahrt des Landes bedrohenden Gefahr beobachtet. Die Aussicht für die Handelsentwickelung sei ausgezeichnet, doch sei es angesichts der Entwickelung der Wissenschaft im Auslande gewiß, daß England ernsthaft leiden würde, wenn sich die englischen Fabrikanten nicht die sich bietenden Gelegenheiten zu nutze machten, um die höchste theoretische Kenntnis im Verein mit praktischer Erfahrung zu erwerben. Redner stellte in Abrede, daß der Beweggrund zu dem Kriege in schmutzigen Interessen gelegen habe, und erklärte, das Urteil der Geschichte werde das sein, daß England keine andere Wahl hatte, daßj es, wenn es den Buren alles Verlangte zugestanden hätte, Südafrika und das Vertrauen der Kolonien würde verloren haben. Das englische Volk habe sich seiner Ueberlieferungen in der bemerkenswertesten Weise würdig gezeigt, da es sich auf die Höhe seiner Verpflichtungen erhoben und alle Opfer gebracht habe, um den Krieg W einem befriedigenden Ende zu führen. Der englische Kolonialminister Chamberlain spielt das Prävenire. Bevor man sich mit ihm im deutschen Reichstag etwas näher beschäftigt, verteidigt er sich mit großem Eifer. Seine Rede enthält alle die bekannten Phrasen von der Notwendigkeit und Gerechtigkeit des siidaftikanischen Krieges; ebenso fehlt der Appell an das „Urteil der Geschichte" nicht, das natürlich nicht anders aus fallt, als Herr Chamberlain es gern hätte. In welcher Weise der Kampf gegen die ausländische Konkurrenz gedacht ist, davon giebt eine Probe der Bescheid d^ Ministers für Indien Lord Hamilton an zwei deutsche Firmen, die sich um Lieferungen von Eisenbahn-Material nach Indien beworben hatten. Lord Hamilton verweist auf dre anti-englische öffentliche Meinung in Deutschland; die Folge fei eine der Ausdehnung des deutschen Handels sehr ungünstige Stimmung „im ganzen Reiche Sr. Majestät". Deutlicher als durch diese Begründung der Ablehnung, die in ein Londoner Blatt, „Daily Expreß", vermutlich von einer Herrn Chamberlain und Genossen nicht ganz fernstehenden Seite, lanciert wird, konnte kaum die Ermunterung an Englands Patrioten ergehen, die deutsche Industrie und den deutschen Handel zu boykottieren! „Daily Expreß" ist denn auch hoch entzückt darüber, daß die Ent- nrstung über Chamberlains Schmähreden gegen die deutsche Kriegsführung „bittere Früchte" trage. Die Ablehnung wird verschärft durch die ausdrückliche Erwähnung in dem Antwortschreiben Lord Hamiltons, alle britischen Kolonien brauchten unverzügliche Lieferung von Maschinen- und Eisen- material, wozu die heimische Industrie gegenwärtig außer stände sei. Also: „Lieber Mangel leiden, als nach Deutschland Aufträge geben", das ist der Rat, den Lord Hamilton fernen Landsleuten ans Herz legt. Man wird ja bald aus den Reichstags-Debatten erfahren, was unsere Regierung M der Boykottierungs-Parole des Staatssekretärs für Indien zu , agen hat. Es ist freilich kaum zu besorgen, daß die Aufforderung eine starke werbende Kraft übt. Die Engländer find nüchterne Kaufleute, die nicht viel nach Sym- pathre und Antipathie fragen, sondern mit demjenigen ab- schlreßen, der die günstigsten Bedingungen stellt. Die deutsche Ausfuhr nach England ist bisher von den Differenzen der öffentlichen Meinung hüben und drüben kaum beeinflußt worden. Um so aufsehenerregender erscheint das Vorgehen eines Mitgliedes der englischen Regierung. Mit Recht bezeichnet die „Voss. Ztg." es als „ein sehr plumpes und unge.chicktes Mittel, durch wirtschaftliche Nachteile auf die öffentliche Meinung zu wirken". Diese Selbstschädig- ung Englands, um einen Anderen zu schädigen, beweist, wie sehr den britischen Staatsmännern das Verständnis für die Sentenz verloren gegangen ist, daß der Zorn ein Gericht ist,chas kalt genossen werden muß. * Soeben kommt aus London folgende Meldung: Den „Evening News" zufolge ist der vom „Daily Expreß" mitgeteilte Brief Lord George Hamiltons an zwei deutsche Fabrikanten gefälscht. Ein Beamter des indischen Amtes sagte, die beiden Fabrikanten hätten allerdings Angebote gemacht; diese seien aber ohne Angabe eines Grundes abgelehnt worden, wie das in solchen Fällen üblich sei. Der Wortlaut des Briefes sei der beste Beweis dafift, daß er von keiner Regierungsabteilung ausgegangen sei. Politische Tagesschau. Die Stimmungsbesserung an der Börse. Man schreibt uns aus Berlin, 7. Januar: Es fehlt zwar auch heute noch an der hinreichenden Bestätigung dafür, daß eine Renten-Emissionsära im Anzuge ist; andererseits läßt sich aber nicht bestreiten, daß die glatte Unterbringung der gegen Schluß des Vorjahres zur Subskription gelangten Rentenwerte in Kapitalistenkreisen zuversichtliche Stimmung erweckt hat. , Sie sand ihren Ausdruck zunächst in der verstärkten Steigung dieser Kreise, höher verzinsliche Fonds, also ausländische, zu erroerben. Solche Transaktionen pflegen aber gar bald zum Ankauf noch höher verzinslicher Werte, industrieller Anteilscheine, überzuleiten. Das Eingreifen der „privaten" Hände macht sich in der That schon jetzt auf dem Jndustriemarkt bemerkbar. Freckich sind die Beträge, die direkt eingelegt werden, verhältnismäßig bescheiden, und es ist auch nicht anzunehmen, daß eine förmliche Hausse in absehbarer Zeit auf dem Markt der Jndustriepapiere platzgreifen wird. Die „Nackenschläge" des letzten Jahres sind doch zu empfindlich gewesen. Aber die Mutlosigkeit ist im Schwinden begriffen, man beginnt an einen neuen Aufschwung der deutschen Industrie zu glauben und gründet diese Auffassung wohl wesentlich auf das Urteil hervorragender Finanzmänner, wie des Reichsbankpräsidenten Dr. Koch, demzufolge weitere Erschütterungen des deutschen Wirtschaftslebens ausgeschlossen sein dürften. Neber die Entwickelung des Kiautschou-Gebietes wird, wie die „Nationalztg." hört, zur Zett im Reichs- Marine-Antt eine eingehende Denkschrift ausgearbeitet, die voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Monats dem Reichstag vorgelegt werden wird. Also noch rechtzeiitg genug, um bei der Beratung des Etats für Kiautschou in der Budgetkommission herangezogen werden zu können. Die Prüfung der Ausgabe-Positionen dürste diesmal besonders eingehend sein, da der verhältnismäßig größte Teil des Reichszuschusses für sämtliche Kolonien — 12 Millionen von 36 Millionen Mark — auf Kiautschou entfällt. Gegen das Vorjahr erfordert diese Kolonie an Zuschuß Itt/r Millionen Mark mehr. Die einmaligen Ausgaben sind vorwiegend zu Bauzwecken bestimmt, während die fortlaufenden fast durchweg milttärischen Interessen dienen sollen. Es liegt u. a. in der Absicht, eine Marine-Reite rtruppe in Stärke von 120 Mann zu bilden, das Matrosenartillerie- Detachement zu einer vollen Abteilung auszugestalten, Tsingtaus Befestigungs-Anlagrn zu armieren usw. Mit Interesse ist namenttich auch den die Entwicklung des Eisenbahnbaues betreffenden Ausführungen der Denkschrift entgegenzusehen — die ersten Strecken sind im Vorjahr dem Betrieb übergeben worden —, und den Bemerkungen über das bisherige Verhalten des neuen Gouverneurs von Schantung. Im „Ostasiat. Lloyd" wird der neue Mann als ein arger Reaktionär gekennzeichnet, unter dessen Verwaltung sich allenthalben Rückschritte bemerkbar machen würden! Deutsches Keich. Berlin, 7. Jan. Das Kaiserpaar besuchte heute mittag das Mausoleum im Schloßpark zu Charlottenburg und legte anläßlich des Todestages der Kaiserin Augusta an bereit Sarge einen kostbaren Kranz nieder. Die Großherzogin von Baden hatte ebenfalls einen Kranz gesandt. Auch das Offizierskorps des Königin Augusta-Regiments war durch eine Abordnung vertreten. — Der Kaiser hörte heute den Vortrag des Generals v- Einem vom Kriegsministerium und später die Vorträge des Chefs des Admiralftabes der Marine und des Chefs des Marinekabinetts. Um 1 Uhr empfing der Kaiser den Kommandeur der 14. Infanterie-Brigade, General Frhr. v. Gayl. Am Abend fuhr der Kaiser beim Reichskanzler vor, und verweilte längere Zeit bei demselben- — — An den Amtsrat v- Dietze-Bardy hat der Kaiser aus Anlaß des Todes der Frau von Dietze ein Beileids- Telegramm gesandt- — Wie die „Tagt- Rundsch." von angeblich bestunterrichteter Seite erfährt, halten die Verbündeten Regierungen an ihrer in der ersten Lesung des Zolltarif- Gesetzes präzisierten Stellungnahme unverbrüchlich fest und sind entschlossen, ihren ganzen Einfluß für den Entwurf einzufetzen. — Bei einem Frühstück, das der Hamburger Senat dem Botschafter Grafen Wolff-Metternich nach Ueber- reichung seines Abberufungsschreibens gestern gab, sprach sich derselbe in einer längeren Rede für sorgfältige Pflege der deutsch-englischen Beziehungen aus- — — Das preußische Staatsministerium hat sich für die Zulassung v vn Abiturienten be-r Real- gymnasien und Oberrealschulen zumjuristi - fch.em Stu-dium entfststedeA, Wiesbaden, 7. Jan. Großfürst Sergius von Rußland traf heute mittag mit Gemahlin von Darmstadt kommend zum Besuche der Großfürstin Konstantin hiev ein. Nach dem Besuche des Weihnachtsgottesdienstes in der hiesigen russischen Kapelle fuhren die Herrschaften nach einem Frühstück bei der Großfürstin Konstantin wieder nach Darmstadt zurück. Ausland. Peking, 7. Jan. Der Einzug des Hofes in die Verbotene Stadt erfolgte am Nachmittag IV2 Uhr. Der Kaiser, die Kaiserin-Witwe, Prinz Tschun und die junge Kaiserin wurden in gelben Sänften getragen, eskortiert von einer glänzenden Kavalkade und einer großen Truppenmasse. Die Geleitmannschaften trugen bunte Fahnen und seidene Schirme. Vor der Sänfte des Kaisers marschierten Juanschikais Truppen- Die Ausländer hatten sich oben auf dem Chienmen-Thor versammelt- Der Kaiser und die Kaiserin-Witwe traten in den gleich hinter dem Thor gelegenen Tempel und verbrannten Weihrauch. Beim Verlassen des Tempels verneigte sich dieKaiserin- Witwe vor den Ausländern- Dann setzte der Zug seinen Weg zum Paläste fort Zu beiden Seiten der vier Meilen langen Einzugsstraße knieten chinesische Soldaten- Der Einzug im Palast erfolgte um! 2 Uhr. Washington, 7. Jan. Es ist in Niutschwang dreimal zu Schlägereien zwis ch en Matrosen des amerikanischen Kriegsschiffes „Vicksvurg" und russischen Soldaten gekommen. Vom Burenkriege Ein neuer verblümter Burenerfolg! Lord Kit ch euer meldet aus Johannesburg vom 6. d. M.: General Plumer beschäftigte am 3. und 4. Januar feindliche Trupps unter Christian Botha und Oppermann und trieb sie aus einer Reihe von Stellungen. Ein Teil seiner Truppen unter Major Vallentin, bestehend aus leichter Somerset- Infanterie, erlitt hierbei aber am 4. f ch were Verluste, 18 Engländer fielen, 5 Ofsiziere und 28 Mann wurden verwundet Die Buren hatten neun Zotei. — Natürlich weiß Kitchener wieder diese Schlappe zu bemänteln. Nach einem weiteren Telegramm Lord Kitcheners aus Johannesburg sind in der vergangenen Woche 36 Buren getötet, 9 verwundet und 261 gefangen genommen worden; 72 hoben sich ergeben- General Elliots Truppen sind ständig mit Dewets Vorposten in Fühlung gewesen, haben aber, obwohl sie große Entfernungen zurücklegten und Menschen und Tiere sich keine Schonung auferlegten, den Feind nicht zu einem allgemeinen Kampfe stellen können- Neue Truppenteile werden jetzt schleunigst nach dieser Gegend beordert Korlragskurs für praktische Landwirte. (Fortsetzung aus dem 1. Blatt.) Den zweiten Vortrag hielt Prof. Dr. Albert- Gießen über „Neue Forschungen auf dem Gebiet des Molkereiwesens". Wir geben auch diesen Vortrag, der für jeden Landwirt von dem größten Interesse ist, in ausführlicher Meise wieder- — In der Milchwirtschaft, so führte der Redner aus, haben wir einen Zweig des landwirtschaftlichen Betriebes von außerordentlich st er Bedeutung- Sagen uns doch die statistischen Erhebungen, daß in Deutschland über 19 Millionen Stuck Rindvieh gehalten werden, und daß diese Zahl von Jahr zu Jahr in fortdauerndem Wachstum begriffen ist. Nehmen wir an, daß hierunter über die Hälfte Milchkühe sind, so hätten wir mit Werten zu thun, die IV2—3 Milliarden Mark allein an Milch wert darstellen- Leider müssen wir dabei fest- stetten, daß ein großer Teil der in Deutschland erzeugten Milch unter den Produktionskosten verwertet wird, und es ist das Streben voll berechtigt, ja geradezu Pflicht der Selbsterhaltung, hier Wandel zu schaffen. Vom landwirtschaftlichen wie vom wirtschaftlichen Standpunkt aus müßte es als ein Unglück bezeichnet werden, wenn die fortdauernde Vermehrung unserer Viehbestände beschränkt würde und nicht gleichen Schritt mit der Bevölkerungszunahme hielte. Als Mittel, die Milchwirtschaft rentabler zu machen, kommt einmal die Preissteigerung in Betracht, d- h. daß die Landwirte sich klar über die Er- zeugunßskosten der Milch werden und keinesfalls zu niedrigeren Preisen verkaufen- Dieses Ziel streben genossenschaftliche Vereinigungen und Verbände an, und es ist zu hoffen, daß hierdurch in späterer Zeit Erfolge erzielt werden- An zweiter Stelle kann die Steigerung des Reinertrages durch Erhöhung des Rohertrages der Milchviehbeftände erreicht werden- Und hierzu muß eine genaue Kontrolle unserer Viehbestände nach ihrer Leistung führen- Drittens haben wir die Steigerung des Reinertrages durch Verwendung aller technischen Hilfsmittel anzustreben, die uns gerade in letzter Zeit in reichem Maße zur Verfügung flehen- Was zuerst die Milcyviehhaltung betrifft, so wird bei einer Revision der Kuhställe fast immer das Bild ekscheinen, daß ein Drittel der Viehbestände hohe Erträge abwirft, ein Drittel gerade die Haltnugs- und Fütterungskosten deckt und ein letztes Drittel wenig ertragreicher Kühe nur mit Sckaden gehalten wird und damtt zu einem ungünstigen Abschluß der gesamten Kuhhaltung führt- Eine genaue Beachtung der Milchzeichen bet Auswahl der Kühe kann uns im voraus mit annähernder Sicherheit über die Leistungsfähigkeit einer Kuh unterrichten- Die erste Bedingung ist Gesundheit und kräftige Konstitution, Euterbildung, Gestaltung von Haut und Haar, Kopfittldung mit seinen Hörnern und Ohren, und Aus- bilbung der Adern, geräumige Brustentwickelung und feine trockene Glieder- Die Milchkuh muß weiter reichlich und zweckentsprechend ernährt werden- Die.Hoffnungen, welche man auf die Einführung der Melkmaschinen setzte, haben [M leider nicht erfüllt, und so müssen wir nach wie vor »nt den teuren und unbequemen menschlichen Hilfskräften Rechnen- Ein sehr wichter Punkt ist demnächst die Kontrolle der L e istun g en, die durch regelmäßige Probemelkungen und Untersuchungen der Milch auf ihren Gehalt KU erfolgen hat- Daß durch züchterische Maßnahmen noch Pcrriz andere Leistungen erzielt werden können, wie sie heute geliefert werden, beweisen z- B. -Jersey-Kühe. Ist doch eine Angabe beglaubrgt, nach der solche Kühe Wochen lang täglich bis 2,86 Kilogramm Butter geliefert haben, und ^3 ist zu berechnen, daß hierzu 20—25 Kilogramm Milch [mit 71/9—6 Prozent Fett erforderlich sind- Nachdem wir [wissen, daß diese Fähigkeit der erb bar ist, muß die Technik der Züchter diese Gesichtspunkte verfolgen und durch Untersuchung der Milch der einzelnen Kühe derartiges .wertvolles Zuchtmaterial herausfinden und weiter zur [Zucht benutzen. Die Gewinnung von Butter erfolgt auch in -kleinen und kleinsten Betrieben durch Anwendung der Zentrifugen, sei es durch Anschluß an eine Genossenschaftsmolkerei, sei es durch Gebrauch von Handzentrifugen im Kleinbetriebe- Die heutige Technik erlaubt es, den Fett- ,gehalt der Magermilch bis auf 0,15 Prozent herabzudrücken. Aus solcher Milch läßt sich natürlich kein schmackhafter Käse mehr gewinnen, da größere Fettmengen .hierzu erforderlich sind- Wo also neben dem Butter- Verkauf ein gut bezahlender Markt für Magermilchkäse vorhanden ist, haben auch ältere Ausrahmverfahren, namentlich solche mit Wasserkühlung, ihre Berechtigung- Doch bürste das nur in wenigen Fällen rechnerisch gerechtfertigt sein. Liegen für die Kraftzentrifugen verhältnis- mäßig wenig Neuerungen vor, so hat die Konstruktion von Handzentrifugen demgegenüber gerade in letzter Zeit eine gewaltige Ausdehnung erfahren- Nicht weniger als 63 Firmen vertreiben Zentrifugen in Deutschland, und es nehmen hieran nicht nur große, sondern kleine und kleinste Firmen teil- Leider ist dabei festzustellen, daß bas Angebot von Handzentrifugen für den Kleinbetrieb oft in überaus zudringlicher Weise erfolgt, und die Güte der Maschinen häufig in umgekehrtem Verhältnis mit dem Eifer ber Reklame steht- Unter keinen Umständen sollte ein Landwirt eine Handzentrifuge ohne fachmännischen Rat kaufen, und selbst die beste Konstruktion durch Probearbeiten auf die Leistungsfähigkeit prüfen- Milchanalysen sind dank der Fürsorge uird Unterstützung von Staat und Genossenschaften so billig (15 Pf- pro Analyse) zu haben^ daß auch der kleinste Wirt hic Kosten hierfür nicht zu scheuen braucht- Hohe Beachtung verdient der Zentrifugenschlag, her sich bei dem Zentrifugieren der Milch abscheidet. Er ist Träger einer großen Zahl pathogener Bakterien, namentlich der Tuberkelbazillen, und sollte sorgfältig aus den Zentrifugen entfernt und verbrannt werden. Verordnungen hierüber sind teilweise schon erlassen. Die Magermilchverwertung bietet aus den Eingangs angeführten Gründen in der Milchwirtschaft Schwierigkeiten. Als Futtermittel fehlt ihr das Fett, das ihr durch das 2i/2fache an Stärke oder Zucker, namentlich bei der Mlberernähmng ersetzt werden könnte (Versuche hierüber sind erwünscht). Neuerdings stellt man Kun st - rahm her, indem Rübenöl mit kleinen Mengen Leimwasser versetzt wird. Mit 3,3 Pfg. Unkosten soll man Magermilch auf 3 Proz. festbringen können. Wie der Nährwert dieser Mischung ist, muß aber auch erst erwiesen werden. Bei der Buttergewinnung aus Rahm ist die Kontrolle des Fettgehalts von großer Wichtigkeit. Denn es konnte festgestellt roeti>en, daß auf der einen Seite Buttermilch mit nur 0,35 Prozent Fett, auf der anderen Seite mit 1 Proz. und darüber gewonnen wurde. Das bedeutet ganz erhebliche Einbußen an Butter, die sich bei mittleren Molkereien auf viele Hunderte von Mark im Jahre belaufen können. Es ist daher dringend notwendig, den Ausfall der Butterung durch Kontrolle des Fettgehalts in der Magermilch regelmäßig zu kontrollieren. . Der Käsereibetrieb hat sich in Deutschland niclft in der erwünschten Weise entwickeln können. Versuche mit her Herstellung der wertvollen Hartkäse, namentlich mit Schweizerkäse, sind s. Z. gescheitert, zweifellos deshalb, weil die richtigen Gährungserreger nicht in der Milch vorhanden waren. Hier kann nur die Bakteriologie und die ziel- bewußte Herstellung von Reinkulturen und deren Anwend- ung Abhilfe bringen. Die daraus bezüglichen Arbeiten sind in sachkundigen Händen und werden mit Eifer gepflegt. Sichtbarer Erfolg ist schon bei dem Edamer käse, erzielt, und es ist zu hoffen, ja bestimmt zu erwarten, daß es der Technik gelingen wird, Lab käse aus pasteurisierter oder sterilisierter Milch herzustellen. Daß bisher bei der Behandlung der erhitzten Milch und deren Verarbeitung zu Hartkäse keine Erfolge erzielt werden konnten, liegt in der Schwierigkeit der Aufgabe. Die Schwierigkeiten sind aber nicht unüberwindlich. Sie werden überwunden werden, und damit wird der deutschen Milchwirtschaft ein neues erfolgreiches Arbeitsgebiet erschlossen werden. So sehen wir die deutsche Milchwirtschaft in rührigem Fortschritt, landwirtschaftlich gefördert durch die Fortschritte in der Viehzucht, technisch unterstützt durch die Wissenschaft der Bakteriologie und Maschinentechnik, genossenschaftlich endlich durch die gemeinsame Verarbeitung der Milch und immer engeren Zusammenschluß der Landwirte und Molkereien, ein blühendes Glied unserer deutschen Landwirtschaft. Als letzter Redner sprach Oberlehrer Dr. Fr e y b e - Weilburg über die Frage „Wie kann die neuzeitliche wissenschaftliche Wettervorhersagung für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden?" Der Landwirt sei am meisten abhängig vom Wetter. In der Landwirtschaft hätten sich eine große Menge von Wetterregeln ausgebildet, die einen großen Schatz von Erfahrungen enthielten, die aber den Mangel hätten, daß man sie auf ihr Eintreffen resp. Nichteintreffen iricht geprüft habe. Praktischen Nutzen könne die Wettervoraussage für den Landwirt nur haben, wenn er schon am Mittag wisse, was am nächsten Tage für Wetter fein werde, um seine Bestimmungen treffen zu können. Gerade hier aber reiche die Erfahrung des einzelnen nicht aus. Denn er übersehe nur das Wetter in seinem Wohnort. Der Vortragende ging nun auf die Ergebnisse der Hamburger und dann der Weilburger Beobachtungen über, erörterte die Entstehungsart der Weilburger Nachrichten und stellte fest, daß die Weilburger Voraussagungen im vorigen Sommer mit 91 Proz. zugetroffen seien. Die wissenschaftliche Wettervoraussage habe also mit neun Zehntel Wahrscheinlichkeit für den nächsten Tag, aber nicht weiter. Es sei nun eine Umfrage bei den Landwirten nach dem tzrfoLge DeraujUnUet^ worden. Es habe sich ergeben, daß das Interesse gewachsen sei. Gleichzeitig habe man den Wunsch ausgesprochen, daß die Einrichtung eine dauernde werde. Nachdem zuletzt 366 Ortschaften mit Berichten versorgt worden seien, sei jetzt die dauernde Einrichtung vom Januar ab sicher gestellt. Auch die Schwierigkeit, die von den Vertrauensmännern am meisten betont worden sei, daß die Nachrichten zu spät auf die Dörfer kämen, würde gehoben dur chdas Entgegenkommen der Postbehörde, die die Versendung auf telegraphischem Wege zu bedeutend ermäßigtem Preise übernehmen wolle. Natürlich könne nur durch die Erfolge gezeigt werden, welchen Nutzen der Wetterdienst habe. Am Nachmittag fand eine lebhafte Diskussion statt. Aus der Versammlung war u. a. die Frage aufgeworfen, wie hoch der Schutzzoll auf Getreide zu bemessen sei. Geh. Reg.-Rat Paasche lehnte es ab, sich auf einen bestimmten Zoll fest- sulcgen. Zu der Frage ergriff auch Recchstagsabg. Lucke das'Wort. Paasche streifte in feiner Antwort kurz die Ruhlandsche Theorie und kam auf das Depositenbankwesen zu sprechen, worauf Oekonomierat Schlenke die Diskussion hierüber schloß, da sie den Rahmen des Themas überschreite. Von anderer Seite wurde die durch die sibirische Bahn dem deutschen Getreidebau drohende Konkurrenz erwähnt. Paasche erwiderte darauf, daß, wenn auch Sibirien streckenweise sehr fruchtbaren Boden habe, doch von dort vorläufig keine Gefahr zu befürchten sei, da die Bahn lediglich zu militärischen Zwecken gebaut und für den Getreidetransport so gut wie unbrauchbar sei, und da es ferner an Bebauern des Landes fehle, Auswanderungslustige aber kaum sich unter dem strengen russischen Regiment würden niederlassen wollen. Ans Stadt und Kand. (Der Abdruckderunter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 8. Januar 1902. * * Auszeichnungen. Der Groß Herzog hat dem Dr. Betz aus Mainz, Dolmetscher bei der Kaiserl. deutschen Gesandtschaft in Peking, das Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern des Verdienstordens Philipps des Großm. verliehen. Der Großherzog hat ferner, nachdem das Ostasiatische Expeditionskorps aufgelöst ist, u. a. folgende Auszeichnungen verliehen : das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großm. dem Obersten Petzel, aggregiert dem Niederrheinischen Füsilier-Regiment Nr. 39; das Ritterkreuz 1. Kl. mit Schwertern dess. Ordens dem Major v. Hofmann im Generalstabe der 33. Division, das Ritterkreuz 1. Klasse dess. Ordens dem Stabsarzt Plagge; die Schwerter zum Ritterkreuz 1. Klasse dess. Ordens demHaupttnann v. Plön nies, Batteriechef in der Feldartillerie-Abteilung der Ostasiattschen Besatzungsbrigade; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Tapferkeit" den Musketieren Hamburger und Zirkel, ehedem im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116; das Allgemeine Ehrenzeichen dem Sanitäts-Sergeanten Scharmann, ehedem im 5. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 168. * * Pensionierung. Der Großh erzog hat den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Dr. Möbius auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Bestätigung. Der Großherzog hat der am 6. Dezember 1901 durch die Stadtoerordneten-Versammlung zu Friedberg erfolgten Wahl des Hofzimmermalers Hieronimns und des Buchdruckereibesitzers Damm zu Friedberg zu Bürgermeisterei-Beigeordneten der Kreisstadt Friedberg die Bestätigung erteilt. * * Ernennung. Der Kaiser hat den Oberlandesgerichtsrat Seriba in Darmstadt zum Mitglied der Kaiserl. Dis- ziplinarkammer daselbst ernannt. * * Ernennung. Der Gerichtsassessor Jöckel hier wurde zum Vertreter des z. Zt. erkrankten Staatsanwalts Z i m m e r- mann ernannt. * * Vortragskurs für praktische Landwirte in Gießen. Am heutigen zweiten Vortragskurstage war der Besuch wiederum ein sehr guter. Es sind nunmehr bereits 220 Teilnehmerkarten ausgegeben. Die Herren Vortragenden, Professor Dr. Hansen-Bonn und Geheimrat Prof. Dr. Paasche- Charlottenburg, erzielten reichen Beifall mit ihren Vorträgen. Ein Haupttag wird noch der Freitag werden, an welchem Herr Geh. Hofrat Professor Dr. Wagner-Darmstadt über „Einige Zeit- und Streitfragen aus dem Gebiete der Dung- lehre" sprechen und Reg.-Baumeister Schiller-Berlin seinen Vortrag über die landwirtschaftliche Maschinenfrage fortsetzen wird. * * Zugverspütung. Der V-Zug nach Frankfurt a. M., der um 8.02 Uhr von Gießen abgeht mußte am Montag, nachdem er die hiesige Station bereits eine viertel Stunde verlassen hatte, wieder zurückkehren. Die Ursache war der Bruch einer Schreberschubstange an der Maschine. Nachdem eine andere Maschine vorgespannt war, konnte der Zug mit einhalbstündiger Verspätung Gießen wieder verlassen. * * Schon wieder ein Eisenbahnunfall auf der Strecke Friedberg—Homburg. Wie der „Taunusbote" meldet, entgleiste ein heute früh 6 Uhr von hier nach Koeppern abgegangener leerer Zug auf dem Bahnhofe Friedrichsdorf infolge falscher Weichenstellung. Der Hintere Teil des Zuges riß ab und stürzte um. Personen wurden nicht verletzt. Der Verkehr nach Usingen ist gesperrt, nach Friedberg muß umgestiegen werden. * * Der Verein zur Züchtung reiner Hunderasieu beabsichtigt, sich in einen Jagdhund-Klub umzuwandeln. Maßgebend für diesen vom Vereinsvorstand vorgeschlagenen Schritt ist die Thatsache, daß die Hauptthätigkeit des Vereins bisher schon darauf gerichtet war, die Zucht von Jagd- und Erdhunden zu fördern und auszubreiten, wozu die Veranstaltungen von Schliefen, Preissuchen 2c. dienten. Auch bei den vom Verein veranstalteten Ausstellungen kamen in erster Linie Jagdhunde in Bettacht und nur nebenbei wurden auch Luxushunde vorgeführt. * ' Schnelle Aburteilung. Auf dem gestrigen Viehmarkt tarn es zwischen einem Händler aus Nauborn und dessen Kollegen aus Siegburg zu einem Streit, bei dem der Stock eine große Nolle spielte. Nach Erledigung der Angelegenheit suchten beide Parteien nach Augenzeugen, um ihren Streit gerichtlich auszutragen. Aus den Zeugen aber konstituierte sich schnell ein Gerichtshof, der entschied, daß der Marm au£. Nauborn mit den Tätlichkeiten begonnen habe, obwohl er hierzu keine Veranlassung gehabt hätte und daß er daher sofort an Ort und Stelle dem blutenden Kollegen 50 Mk. zur Verwendung für wohlthätige Zwecke auszuhändigen habe, wogegen.beide Parteien sich verpflichten mußten, die alte Handelsfreundschaft unter einander weiter bestehen zu lassem Der Vorschlag wurde angenommen und damit der Justiz eine Arbeit erspart. n . Mendorf a. d. Lahn, 7. Jan. Am Montag feierte Kaspar Heep mit seiner Ehefrau das Fest der Silbernen Hochzeit. Die Mitarbeiter des Jubilars in der Betriebswerkstätte der Main-Weserbahn schenkten dem Jubelpaar zwei Tassen mit der Widmung: „Dem silbernen Bräutigam" „der silbernen Braut". § Ruppertenrod, 7. Jan. Wie wir in unserer Nr. 4 mitteilten, wurde hier durch Lehrer Strack eine Sammlung für die Buren veranstaltet. Es kamen 32.85 Mk. (nicht 22,85 Mk., wie es in Nr. 4 u. Bl. heißt) zusammen. R, Ni cd er-Ofleiden, 6. Jan. Am Freitag Abend wurde hier durch Vertreter des Amtsgerichts Homberg die Verhaftung eines hiesigen Einwohners vorgenommen. Es mag dies für ihn um so schmerzlicher gewesen sein, da seine Mutter gerade auf dem Totenbette lag. Man vermutet, daß die Verhaftung mit dem plötzlichen Ende der hochbetagten Frau im Zusammenhang steht. ob. Nieder-Ofleiden, 6. Jan. Heute war die Staatsanwaltschaft hieranwesend, umwegen eines Sittlichkeitsvergehens Untersuchungen anzustellen. — Darauf erfolgte die Sezierung einer Leiche, lieber das Ergebnis ist bis jetzt nichts Bestimmtes bekannt geworden. Hungcn, 7. Jan. Gestern wurden die neugewählten Gemeinderatsmitglieder verpflichtet. Bürgermeister Buttron wies in einer Rede darauf hin, daß die Pflichten eines Gemeinderats gar vielfältig seien; er hoffe, daß der Gemeinderat auch in seiner neuen Zusammensetzung stets zum Wohle der Gemeinde seine Kräfte einsetzen werde. p. Bad Nauheim, 7. Jan. Hier wurde ein Kupplernest ausgehoben, das sich in einer Wirtschaft befand. Der schon in vorgerückten Jahren stehende Wirt sowie seine Frau wurden verhaftet. Bingen, 7. Jan. Der D-Zug 164 Köln -Basel, in Bingerbrück fällig um 2 Uhr 50 Min., ist auf der Fahrt von Trechtlingshausen nach Bingerbrück (linksrheinische Strecke) nicht weniger als dreimal entgleist Der erste Unfall fand bei Trechtlingshausen, der zweite an der Klemenskirche und der dritte am Schlößchen Rheinstein statt, und zwar entgleiste jedesmal die letzte Tenderachse, die, nachdem sie auf die Schienen gehoben war, immer wieder vom Geleise absprang. Erst um 7 Uhr 10 Min. abends setzte der Zug seine Reise über Mainz fort, während nachmittags bereits em Sonderzug ab Bingerbrück über Münster a. St. nach Basel abgelassen worden war. Schaden oder Verletzungen von Personen hatten die Entgleisungen nicht zur Folge. ** Kleine Mitteilungen aus Hesien und den Nachbarstaaten Ein 16 jähriger Bursche aus Hungen verunglückte im Walde bei den Holzhauern schwer, indem ihm ein etwa 3—4 Kilo schwerer Seilhaken auf den Kopf fiel. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus verbracht, wo eine Verletzung der Hirnschale festgestellt wurde. Vermischtes. * Kattowitz, 6. Jan. Zwei Schmuggler, die bei der Grenze Spiritus nach Rußland schmuggeln wollten, wurden von der russischen Grenzwache erschossen. * Triest, 7. Jan. Der Anarchist Nigris hat sich in seiner Gefängniszelle erhängt. * Olmutz, 7. Jan. Großes Aufsehen erregt die Verhaftung des Paters Rimls in Rudelzau, die man mit dem am Sonnabend erfolgten Tode seiner früheren Wirtschafterin in Verbindung bringt. * Budapest, 7. Jan. Josef Deutsch, Chef eines Großhandlungshauses hat sich auf feiner Besitzung Vamo im Colnauer Comitat erschossen. Deutsch, der u. a. Eigentümer des Jodbades Lipik war, galt noch vor wenigen Jahren als Millionär. Der Zusammenbruch einer Firma, mit deren Inhaber Deutsch in verwandtschaftlichen Beziehungen stand, verursachte seinen finanziellen Ruin. — Heute Nacht ist hier eine internationale Diebesbande verhaftet worden. Die Diebe hatten gerade versucht, die Kaffe der Detinfciuftrie« gesellschaft anzubohren. Ihnen fällt wahrscheinlich auch ein bei dem Ohrenarzt Tomka während dessen Abwesenheit verübter Einbruch zur Last, wobei 16O OOO Kr. Kronenrente und 20000 Kr. in Effekten gestohlen und wertvolle Gemälde und Präparate vernichtet wurden. * Ein Vokksschullehrer Reserveleutnant. Der erste Reserveleutnant aus der Berliner Lehrerschaft ist Herr Fritz Unnasch an der 35. Gemeindeschule. Derselbe war Abtturient eines Realgymnasiums und ist jetzt definitiv als Gemeindeschullehrer angestellt. Er diente als Einjährig- Freiwilliger im Infanterie-Regiment v. Grolman (1. Pos.) Nr. 18 zu Osterode in Ostpreußen und machte dort die vorschriftsmäßigen Hebungen. Das Offizierkorps des Landwehrbezirks Berlin wählte chn zum Reserveoffizier. Jetzt veröffentlicht das „Militär-Wochenblatt" amtlich seine Ernennung.^ * Ein Ehedrama- In Conigliano bei Genua hat sich ein schreckliches Ehedrama zugetragen. Ein reicher Wagen-Fabrikant, Namens Galliano, überraschte seine Gattin beim Ehebruch mit dem Bruder des Bürgermeisters. Er stach den Verführer nieder- Die Frau flüchtete und warf sich unter eine Lokomotive-__________ Universitäts-Nachrichten. — In ber „Augsb. Postztg." erzählte jüngst ein Gewährs» mann allerlei Protektionsgeschichtchen aus deutschen Universitäten. U. a. schreibt er: Viel besser traf es ein Mann der reinen Chemie an einer anderen Universität. Der war dereinst bei seinem heutigen Schwiegervater im Doktorexamen durchgesallen. Mtt vieler Mühe seiner selbst und anderer erlangte er endlich an einer preußischen Universität den Doktortitel. Dann verlobte er sich mit der Tochter seines ehemaligen Examinators. Und siehe da, dieser Mann (hier folgen abfällige Aeußerungen über ungenügende Lehrthätigkett) wurde furxe Zett daraus durch bte Hufe seines Schwiegervaters Universitätsvrofesfor. Wien, 7. Jan. Zu Beginn der Vorlesungen de? Hofrats Exner fanden wegen der neuen Rigorosen-Ordnung lärmende Stubenrenszeneu statt, sodaß Professor Exner die Vorlesung sisttqxen mußte. den Millet enthalten, einen Wert von über 10 Millionen Francs. c E Wetter Januar Z GO W Höchste Temperatur Niedrigste „ Telephonischer Kursbericht 8. Januar. Tendenz: fest. WasserdichterÄbschius^s. Luftund fester haltbarer aaÄ Verputz durch Bekleidunjmib.sja,! Sitz Alleinverkauf der berühmten Herzfabrikate. PjtentJj/ztafe/n Kosmos 7. 7. 8. 760,8 762,0; 762,2 90 82 82 90.10 101.60 90.30 99.60 4- 6,2 + 6,0 + 4,9 6,4 5,7 5,4 W. W. SW. 4 2 2 ■e 5 87a% S0/0 3V,% 3% 372% 226 g25 25 die ver- und Frankfurt a. 31, . 101LO | 8% Mexikaner 102.60 99.80 100.80 101.00 39.50 26.60 27.75 107.20 42.30 e -Z s % Gegen feuchte Wände -mit dessen Spazierstock zur Kirchweih gegangen und nicht mehr zurückgekehrt. Da er behauptet, die Meistersfrau habe Ihm den Stock zu dem Ausfluge überlassen, und da die ^Sachlage auch in sonstiger Beziehung in der heutigen Sitzung nicht hinreichend aufgeklärt werden konnte, wurde die Ver- >handlung vorläufig vertagt. — Ein ländliches Idyll ent- lrollt die Verhandlung gegen die jugendlichen Landwirte Airbreas Rasch und Kaspar Hofmann aus Freiensteinau. ^Einigen Mädchen, die nachts um 2 Uhr von der Tanzmusik heirnkehrten, wurden ohne jeden ersichtlichen Grund, lediglich aus der lustigen Kirchweihstimmung heraus, allerlei .Gegenstände nachgeworfen, z .B. eine mit rostigen Nägeln versehene Latte und ein 3i/2 Pfund schwerer Stein. Eins- ider zur Zielscheibe gewählten Mädchen erhielt eine schwere 'L^rletzung am Kopf. Bei der Dunkelheit waren die Thäter nicht zu erkennens es konnten jedoch nur die hinter den sMädchen hergehenden beiden Angeklagten als solche in Be- -tracht kommen. Das .Schöffengericht Herbstein hatte den Ersten zu 2, den letzten zu 3 Monaten Gefängnis, den Rasch außerdem zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 100 M5 jverurteilt. Der Angellagte Hofmann nimmt die eingelegte Berufung vor der heutigen Verhandlung zurück und behält seine zweimonatliche Gefängnisstrafe. Rasch bezeichnet sich selbst als „unschuldig", findet aber weder die Unterstützung -der Zeugen noch den Glauben des Gerichts und wird zu der erhöhten Gefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt. Tas Schmerzensgeld von 100 Mk. erhöht sich um die ihm aufgelegten Kosten der Berufungsinstanz. Wien, 7. Jan. Heute begann die geheime Verhandlung gegen den ehemaligen österreich-ungarischen Kavallerie-Offizier E a r i n a, der beschuldigt wird, zwischen 1896 und 1899 in Wien und anderen Orten für fremde Staaten Mitteilungen, welche sich auf die militärische Verteidigung und Kriegsmacht Oesterreich-Ungarns beziehen, ausgekundschaftet zu haben. Der Angeklagte erklärte, nicht schuldig zu sein. Er habe seit 1895 das Kriegsministerium nicht betreten, und niemals mit militärischen Fachleuten verkehrt. Er könne mithin das ihm zur Last gelegte Verbrechen nicht begangen haben. Bew. Himmel Bed. Himmel Bed. „ Reichsanleihe do. Konsole do. . . Hessen 4727o Chinesen . , Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresd< ner Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . , . , * Harpener . . . . 3% Hessen . . . . . 4% Oesterr. Goldrente 47Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 40/d Italien. Rente . . . 4%% Portugiesen . . . 3°/ Portugiesen . . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose ...... 4% Griech. Monopo 1-Anl 47i% äussere Argentiner Stadt. Schlachthaus Freibank. Heute unv morgen: * Stiklsleisch 54 M Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. . 26.60 . 88.25 . 110.75 ’ 202*80 . 184.50 . 129.10 . 132.00 . 143.50 . 141.25 . 20.80 . 165.50 . 192.00 . 180.00 . 164.25 3 Personen werden vermißt. Man vermutet, daß sie in Flammen umgekommen find. Paris, 8. Jan. Mehreren Blättern zufolge haben von dem verstorbenen Privatier Thonny Thiery dem Louvre machten Gemälde, die u. a. zahlreiche Werke von Corot Kekanntmachung. Donnerstag den 9. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen dahier im Otto Luft'fchen Saale, Neuenweg 28, 1 Spiegelschrauk, IBertikow, 1 Spiegel, 1 Sekretär, mehrere Sophas unv Kommoden, 1 Musikautomat u. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert werden. Gießen, den 7. Januar 1902. 332 Seipel, Gerichtsvollzieher. Zu haben in Gießen auf dem ^aornlager bei Herrn Emil Horst, Riegelpfad. 170 von den einfachsten bis zu den feinsten Sorten empfiehlt Marktstr. 9. Ii. Süss Wettergasse. [froTpeete,Muster,Beweise überBe^ährung' V sendet portofrei der fabrikent \ A Andernach y/'/> BeuaJdtm Rhein . zu erh alten, worauf sie durch die lange unter be$ Meisen Fürsorge der Hohenzollernfürsten geleitete Kultur* arbeit einen gerechten Anspruch erworben haben. Die Regierung wird ihre Pflichten, die ihr durch die Pfleax des Deutschtums im Osten und die Abwehr der staatsseinb- liehen Bestrebungen auserlegten, mit Festigkeit und Stetigkeit erfüllen und zählt hierbei auf die Unterstützung be£ gesamten Volkes- Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Preuß. Holland, 8. Jan. In dem Wohnhaus des Rentiers Goerke brach Feuer aus, das das Gebäude eiuäscherte. Litterarische Neuerscheinungen. (Besprechung Vorbehalten). Goethes ausgewählte Gedichte. In chronolog. Folge mit Anmerkungen versehen von O t t 0 H a r n a cf. (XIu, 38816.) Braunschweig, Friedr. Vieweg u. Lohn. Eleg. geb. mit Goldschn. 0 t h, Elise, Die Tochter in Haus und Welt. Wegweiser zur Weiterbildung nach dem Austritt aus der Schule. (380 S.) Stuttgart, Schwabacher'sche Verlagsbuchhandlung. 4jUlf. Grab ein, Paul, C alte Burschenherrlicykett. Bilder aus bem deutschen Studentenlcben. (338 S. mit zahlreichen Textilluftr.) ^Stuttgart, Union. Eleg. geb. 8 Mk. Bezüglich der Versteigerung der Friedrich Müller'schen Grundstücke, welche Samstag den 11. Januar 1902, nachm. 2l/a Uhr, auf hiesigem Ortsgericht statt- > findet, werd besonders bemerkt, daß nur diese einmalige Versteigerung stattsindet, und bei annehmbarem Gebot derZuschlag erteilt werden wird. Gießen, den 8. Januar 1902. Großh. Ortsgerüht Gießen. Gros. 6. Jan. bis 7. Jan. + 7,7° C. 6. „ „ 7. , + 5,8° C. Berlin, 8. Jan. Das Befinden der Kaiserin das gegen Ende des verflossenen Jahres zu wünschen übrig; ließ, hat sich so gebessert, daß die hohe Frau gegenwärtig die frühere Frische wiedererlangt hat- Von einer Kur im südlichen Klima konnte daher endgiltig Abstands genommen werden. Dagegen wird die Kaiserin mit den beiden jüngsten Kindern das Frühjahr in Homburg v. b. jahr wurde i Wstanzösisch W gegen i ij übertragen W mir bf Ä zu urt '"isjcnichi h9enNa Li Mt unbedinc ^nige tzätzx' deutsche» £ fern, de, teue des ? ?°"en. t ^'enmg 7An. 2 ^'Ni 2eN me edjfgö’i* 1 (H15? , D C#“! >*e( sLr dv>ckere>^ eiii»’* •Ä* derÄDig' Hose Herrn V herzlich Lase überinli Amtes, Frhr dieses allech gewesen nno des Auswart 6dit‘!l£«¥ ständig rn w der Senior, bevollmächtig v. Riedel, M hören dürfte öeinber vorig md seit den Borbereitung lichen Hansel wurde im L ernannt, tue! gehabt hat- er auch 'M tigten Ml Äjähriges , benutzt, um Wohlwollen- Meisterwerk Sie weist a Bild des L des königlich Dem Herrn hat es gefallen, heute abend 6% Uhr unseren lieben Gatten, Vater, Schwiegervater und Grossvater Todes-Anzeige. 317] Ebelstr. 16, II, 6 Zimmer mit Zubehör, sowie eine geräumige Mansardemvohnung (4 Zimmer) per L April 1902, eventuell später N» verm. Näheres Ebelstr. 14, L 216] Wohnung, 6 bis 7 Zimm., 2. Stock. Balkon, Gas, Bleiche rc., per L April zu vermieten. Näheres Blerchstr. 18, part. 2 große ö-Z!U.-Wohnuugen in meinem Neubau, sowie ver- kleinere Logis in meinem Hinterhaus zu Derrn- 308 M. Levi, Seltersweg. schöne 4—5-Zimmerwohnung im 2. Stock per L Aprll zu vermieten. Näh. Asterweg 43 im Laben._________________[15 Wohnung. Neustadt 1 ist im 3. Stock eine 4-Zimmerwohmmg nebst Küche und Zubehör alsbald zu verm. 136 Curl Frensdorf. 152] 4-Zimmerwohn., Bodenst., Bleichpl., sowie Mansardenwohn. mit 5 Räumen per 1. Aprll z^v. Näheres Steinstraße 35, bl, Schöne geräumige 6-Zmuner- wohnung mit Zubehör, der Neuzeit entspr.eillgericht., sof. ob. spät, zu vermieten. 154 ________Stephanstraße 15. 234] Eine schöne Wohnung, 6 Zimmer, Badez., Veranda, ist per L 2lvrll an ruhige Farn, zu verm. Näheres Bahnhofstr. 71. 042] Schöne neu berg er. Fünf- Zimmerwohn. mll allem Zubehör zu verm. Bahnhofstraße 64. 045] Eine schöne 5-Zimmerw. mll Bleichpl., Gartenant., Trockenb. u. reichl. Zubeb. per L Aprll zu ver- mieten. Näh. Ebelstr. 23, pari. /Line 6-ZimmerwohMlNg^ll allem Zubehör sofort zu vermieten. Seltersweg 62. [285 j&in Haus z. Alleinbewohneu, auch geteilt, mll.Stallung und großem Garten zu vermieten per 1. März ob. früher. Zu erfahren 300 Frautfurterstratze 46. 127] 5 - Zimmerwohnung im mittleren Stock per L Aprll oder früher zu verm. Kirch straße 13. 082] Eure 4-Zrmmerwohn. an kinderl. Leute z. v. Westanlage 9. 068] 3-Zimmerwohn. (Neubau) sofort zu verm. Schützenstt. 1. @ut möbl. Zimmer zu verm. 086 Frankfurterstt. 27, III. 'Vlöbl. Zimmer zu verm. 82 Ecke Marktstr, u. Neustadt 1, 2. St. 016] Möbl. Zimmer per sof. ob. später zu verm. Ntarttplatz 18,111 1401 Schön möbliertes Zimmer zu vermieten. AMiMg (10. 09] Möbliertes Zimmer zu vertu. Hinter ber Westanl. 9, Hl. (2lchön möbl. Zimmer zu verm. 029 Neustadt 14. 013] Schön möbl. Zimmer mit Kabinett an einen soliden Herrn zu verm. Bleichstraße 28, prt. 080] Einfach möbl. Zimmer zu verm. Bahnhofftraße 87, II. 069] Möbl. Zimmer zu ver- mieten. Westanlage 64, I. (Möbliertes Zimmer zu verm. 037 Bruch straße 7, III. Trockener Lagerraum zu vernr. 0112]Souueustrage 11. 5-Zimmerwohnung mit Zubehör zum 1. April gesucht. In der Nähe der Lehranstalten bevorzugt. Offerten mit.Preisangabe unter Nr. 071 an dre Exp. d. Bl. erb. Kleine Beamtenfamilie sucht z. v*’ 1. März ob. später eine 3= bis 4-Zunmerwohnung. Offerten unt Nr. 058 an bie Expeb. d. Bl. gesucht gut möbliertes Wohn- zimmer nebst Kabinett in freier, schöner Lage, nicht Parterre. Offerten unter M. H. 0104 an bie Expedition b. Bl.________ auf sofort 2 unmöblierte ™ Zinrmer event. mit Küche. Offerten mit Preisangabe unter Nr. 096 an bie Exped. d. Bl. Cigarren- Keimender. Von einer hiesigen, älteren Cigarren-- Fabrik wird für einge- fuhrte Touren ein tüchtiger, solider Reisender gesucht. Bei entsprechenden Leistungen wird angenehme, dauernde Stellung zugesrchert. Offerten mllAngabe des seitherigen Lebenslaufes bittet man in der Exped. d. Bl. niederzulegen. 233 Zum Beitragen von Büchern geeignete Persönlichkeit gesucht. Offerten unter Nr. 0113 au bie Exped. b. Bl. Schäfergesuch! Die Oberschäferei Steinbach b. Gießen sucht sofort ober bis 1. Februar einen tüchtigen Schäfer. Nähere Auskunft erteilt Heinrich Haas XIII., Steinbach. [0109 Ein 2. SMurschc gesucht. 0116 Hotel -um Rappen. c^ücht.Droschkenkutscher gesucht 0103* Tiefenweg 3. Tüchtiger Lugerarbeiter gesucht. Gebr. Rosenbaum, 126 Westanlage. HMiirschcheil gesucht. 336 I. M. Schulhof. Lehrling-Gesuch. Ein junger Mann mit ber Berechtigung zum einjähr.-freiwill. Dienst zum Eintritt per 1. Aprll von einer hiesigen Kolonialwaren- Großhandlung ges. Schrifll. Off. u. Nr. 327 an die Exped. d. Bl. Lehrling mtt guter Schulbildung zu Ostern gesucht. 274 Joseph Herz, Bankgeschäft. 338] Ein tüchtiges, braves Dienstmädchen für Hausarbeit gegen hohen Lohn für bald ge- sucht. Näheres in der Exped. 0118] Zuverl. Laufmädchen so- fort gesucht. Bleichstr. 13, part. Jüngere WeißzeugnHerin oder Lehrmädchen per sof-. gesucht. Frau Langer, Sonnenstr. 6. Saubere Sauffrau gesucht Zu erfragen in der Exped. 333 Gesucht tücht. Iienstüiüüchen für Haus- und Küchenarbeit. — Eintritt am 1. März. 326 ________Westanlage 35, III. ttaufmädcheu gesucht. 0108 c* Löberstratzc 8, 2 Tr. hoch. ZLraves Mädchen, welches schon gedient hat, wird auf Peterstag (22. Februar) gesucht von Frau E. Leuchtwels, Hungen (Oberheffen).302 glicht. Lauffrau ob. Mädchen bei ^gutem Lohn auf sofort gesucht. 299 Löberstraße 11, part. sLin ordentliches und sauberes Dienstmädchen, welches auch etwas kochen k., pr. l.Febr. gesucht. 254 Neuenweg 39, part. Ordentliches Mädchen per sc>- fort ob. L Februar gesucht. 250 Wilhelmsttaße 9. /Luche für meine Schwester (gepr. Kindergärtnerin) z. 1. April Stellmrg in seinem Hause. 0111 Hlhe Sch arge, Grünbergerstr. 8. Anfang 8 Uhr. Kein Bieraufschlag. Zum Ausschank gelangt das anerkannt vorzügliche Bier ber Orauien-Brauerei Dillenburg. 331 Es ladet hierzu ergebenst ein Arthur Stegmnniio Kaiserhof- Heute/ Nttttwochabeud: ^unge tücht. Verkäuferin, die -V 3 Jahre in d. Ku^-, Woll- u. Weißwarenbranche thät. w., sucht gestützt auf sehr gute Zeugnisse per 1. Febr. ob. später anderw. Stelle. Gest. Offert, unt. 0107 an b. Exp. /Bebild. Fräulein v. cutsw., das im Kochen und aller: Hausarbeiten erfahren ist, auch etwas nähen k., sucht bessere Stelle per 1. März evtl, auch früher. Offert, mit Gehaltsangabe unt. Nr. 078 an die Expedition d. Bl. 0106] - Bor dem Bahnhof wurde ein schwarzer Muff gefunden. _______Beckner, Tiefenweg 3. schwarzer Wolfshund eut- laufen. Gegen Belohnung abzugeben. [0121] Neustadt 8. /Lutlauseu hellgelber Pinscher, '2' ungefähr 40 cm hoch, ohne Halsband, sehr kräftig, auf den Namen Putz hörend. Abzugeben gegen Belohnung Noltüestratzc28. 0120 von Haustein. Französischer Unterricht wird von einem jungen gebildeten Pariser erteilt. Gefl. Offerten unter Nr. 0110 an die Expedition dieses Blattes. Heirat vermittelt ÄlvlvUv Frau Krämer, Leipzig, Bruderstr. 6. Auskunft gegen 3<> Pf. ÜUinUrM! Im Stricken u. Anstricken von Strümpfe« empfehle ich mich angelegentlichst. StrickgarucstksteBiialiiätmI habe ich stets vorrätig. BST Preise billigst. -W« Ernestine Hopfner Grünbcrgerstraße 17. @e®ee®ee®a J ohannes Bernhardt c durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. 55] Neuenweg 39, gegen- ^über von Schülers Garten, ift der 3. Stock, 7 Zimmer mit allem Zubehör per sofort zu vermieten. 334] Meine Wohnung, zwei ^Zimmer, Küche, Kammern, aoge-- schloffener Vorplatz, zu vermieten. Bahnhofstraße 63. 0117] Der mitllere Stock, vier Zimmer mit all. Zub. zum 1. April 'M vermieten. Tammsttaße 24. 0119] Ecke Alice- und Lud- tvigstratze L Stock, 6 Zimmer Mit Zub., Garteuantell, zu verm. 0115] Schöne Mans.-Wohnung jwt 8. St., 5 Räume nebst Zub., Bleichpl. u. Gartenant., p.l. Aprll sa^Lz.v. Ederstt.2, EckeNordanl. 330[ Neustadt 77 die mittlere Wohnung per 7. Februar anderweitig zu vermieten. Näheres Seltersweg 24. Fruuksurtttskaße 33 | stnweit d. Bahnhofs u»b. Kliniken, ,schone 6-Zrmmerwohnung im ttod. 2. Stock nebst 2 Bodenkammern u. Zubehör perlLlprll zu vermieten. Näheres im L Stock. 093] 5 Zinnner mit Zubehör zu verm. Bleichstraste 13, III. Ostanlage 30 ist auf L April die Parterre- Wohnung, bestehend aus 6 Zimmern, Veranda, zwei Mansardenzimmern und allem Zubeh. mit Gartenanteil zu vermieten. Näheres daselbst 1. Stock. 318 36] Löberstraste 19 Wohnung, 1. Stock, per 1. April zu vermieten. H. Hansel. 138] Der mittlere Stock meines Hauses Südanlage 15 ist zu vermieten und am L Aprll 1902 zu beziehen. A. Katz. 271] (Sieg. 5-Zimmerwohnung in ber Schottstraße per 1. April zu vermieten. Gebr. Zutt. 083] Bismarckstraße 30 (Ecke Stephcmstr.) ist ber 1. Stock, best. aus 5 Zimmern u. 2 Mans.-Z., 2 Kellern, Balkon, Gas- mWaffer- leitung, per L April zu verm. Ludwigstraße 10 § eine schöne, geräumige 6-Zimmer- Wohnung mll allem Zubehör zu vermieten. Näh. Ludwigstt. 8, I. Marterrc-Wohnurrg,5Zimmer, 'V rnll Gas- u. Badeeinrllhtung per 1. Aprst 1902 zu vermreten. Weserstratze 4, nächst ber Norb- anlage. Näh, im 3. Stock. 146 Giessener Konzert-Verein Eintrittskarten Mk. 1.— . C. Goldmark. . C. Saint-SaSns, . R. Schumann. . D. van Goeus. . Fr. Smetana. Programm: 1. Ländliche Hochzeit, Symphonie..... 2. Konzert für Cello, A-moll....... 3. Einleitung zu Manfred..... . . 4. Solostücke für Cello mit Pianoforte . . , 5. Ouvertüre zur Oper: Die verkaufte Braut . Viertes den 13. Januar 1902, abend 6 Uhr, in der Turnhalle. Direktion: Grossh. Univ.-Musikdirektor 6. Trautmann. Solist: Hugo Oushoorn (Cello), Orchester: Verstärkte Homburger städtische Kurkapelle. Eintrittskarten Züm Konzert für Nichtmitglieder zu Mk 2.50 --------------------—- (Sperrsitz Mk. 3.50), sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier (Rudolphs Nohfl.), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Hauptprobe: Vormittags 11 Uhr. Schülerkarten 50 Pfg 816 Die trauernd Hinterbliebenen. Giessen, Gross-Bieberau, Rodenbach, Frankfurt a. M., den 7. Januar 1902. 337 HWMKiW niictiulndjc