Nr. 26S Ursche»«» »«glich äuget bonnlagS, Dem (ßiegenex Anzeiger werden Im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Familien« Hättet viermal in der Woche beigelegL ßiolallonSdruck u. Verlag der Brüh l'schen Ünivers.-Buch- u.6tetn* druckerei (Pietsch Erdens ItedakNon, Expedition und Druckerei: Schutstrahe 7. ttbiefle tür Depeschenl Anzeiger »letze«. FernsprrchanichtiißAr 5L Zweites Blatt. 152. Jahrgang jährlich Abhole- monathd) Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen Freitag 7. November 19012 veyngSpreiSr & monatlich vbPs^ oierteh die Post Alk. 2.— viertel* sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen füx die lageflnuininex diS oormUtag- 10 Uhr. ßetlenprel»; lokal 12Ps^ auSiväNS 20 Psg, verant worilich, füx den poltt. u. öligem, keil P Witiko: füx „Sladl und L'anb* und ®end)t6|aal* Lari Plato, füx den Am zeigenteil: Han» Beck. ' ) Wit. 2.20, durch bhole- u. Hiveigsiellen loimtlid) 66 Ps., durch Politische Tagesschau. Kaiser WUHclm auf der Reise nach England. Ter Kaiser traf am Donnerstagvormittag in Kiek ein. Zur Begrüßung hatten sich dort auf dem Bahnhöfe u. a. eingefunden: die Prinzen Heinrich und Albert von Preußen und Staatssekretär v. Tirpitz. Bald darauf begab er sich nach dem Exerzierplätze vor der Matrv-senkaserne. Im Exerzierschuppen begrüßte der Kaiser die Rekruten und begab sich nach der geschmückten Tribüne. Es erfolgte sodann die Vereidigung. Ter Kaiser hielt eine kurze Ansprache. Ter Monarch wies auf die Bedeutung des Mdes hin, ermahnte zur Treue gegen Kaiser und Reich, wie sie stets seine Marine bewiesen habe. Rühmend betonte er namentlich das mannhafte, entschlossene Verhalten des Kommandanten und der Besatzung des Kanonenbootes „Panther vor Haiti gegen das Rebellensckiff „Crete-ä-Pierrot". Ter Kaiser forderte die Rekruten auf, oern Beispiel dieser Kameraden nachzueifern. Sodann begab sich der Kaiser zur Frühstückstcuel in die Ossizier-Specseanstalt und nach dem Essen zur Barbarossa-Brücke. Don dort fuhren der Kaiser und Prinz Heinrich sowie der Staatssekretär des Reichs- marineamts v. Tirpitz, zur Germaniawerft. Auf der Unter» hofewerft wurde der Kaiser von dem Tirektor der Werft, Kontreadmiral Darandon, begrüßt und aus die Werft geleitet. Ter Aufenthalt Kaiser Wilhelms in Sandringbam wird voraussichtlich bis zum 15. Nov. dauern. Alsdann begiebt sich der Kaiser zur Jagd nach Lowther Cartle zum Earl os Lonsdale. Heber den Zeitpunkt der Rückreise ist bisher noch keine Bestimmung getroffen. Zu den Landlagswahlen. Im Landkreise Tarmstadt hat Bürgermeister Senßfelder seine Kandidatur zurückgezogen. Zuchtinspektor D e t t w e i l e r wird jetzt noch als Kandidat genannt neben Dr. Lahr. Mer auch den seitherigen Mg. Backes wollen viele nicht fallen lassen, obwohl einige behaupten, „ein Lehrer gehöre nicht als Vertreter eines Landwirtschaft treibenden Bezirkes in die Ständekammer." Doch warum soll ein Stand, der 3000 Glieder zählt, und seine ganze Kraft für das Wohl des Vaterlandes einsetzt, so gut tote jeder andere, im Landtag nicht vertreten sein? Tie Sozialdemokraten behaupten, daß sie dort nur eine Stimme weniger haben, als die anderen Kandidaten. Ta die Sozialdemokraten bei der Wahl bis zum letzten Mann anwesend sein werden, liegt es nahe, daß, wenn die Wahlmänner der bürgerlichen Parteien sich bei der Stichwahl nicht aus einen Kandidaten einigen, der Kandidat der Sozialdemokraten, der Einlassierer der Darmstädter Ortskrankenkasse, Otto Friedrich, zum Mgeordneten gewählt werden wird. In M i ch e l st a d t ist, da der bisherige Abgeordnete jenes Wahlkreises dem Vernehmen nach eine Wiederwahl abgelehnt hat, der Beigeordnete W. Kredel als Landtags- Kandidat aufgestellt worden, und nach den „N. Hess. Volksblättern" dürste dessen Wahl auch gesichert sein. Mechanische Abstimmung. Man schreibt uns ferner aus Berlin, 6. November: Tie elektrische Abstimmungsmaschine, von 6er in einigen Zeitungen die Rede war, .scheint as der r e u z z t g." angethan zu haben. Tas konservative Organ erklärt heute abend u. a: „Wir würden nicht dagegen sein, wenn jetzt durch einen Zusatz zur Geschäftsordnung dem Präsidenten gestattet würde, in gewissen Fällen namentliche Abstimmungen durch die Maschine vorzuneh- m e n." Eine Zustimmung von konservativer Seite zu dieser Umwälzung im Parlament war gewiß am wenigsten zu erwarten! Statt ungefähr in dreißig Minuten eine Entscheidung im Zeitraum von nur dreißig Sekunden, das hat in der That viel für sich. Mer es muß bei alledem doch die zur Mehrheit ausreichende Zahl von Mgeordneten zur Stelle sein, um die Abstimmungs-Knöpfe zu bedienen. Tas ist der Haken, den die sonst nützliche und wohl erwägens- werte alte Neuerung hat. Und bJ der Zerstreutheit, an der mancher Reichsbote leidet — öfters ertönt bei namentlichen Abstimmungen zu grenzenloser Heiterkeit ein „Ja", wenn „Nein" gemeint ist, und umgekehrt — kann ein Truck des falschen Knopfs nicht ausbleiben, was bei diesem System rasch wie der Blitz, schwer zu korrigieren ist und unter Umständen zum Verhängnis für eine Vorlage wird. Ein voreiliger Boykott. Voreilige Boykotts tragen sich allenthalben aus den verschiedensten Anlässen tagtäglich zu, deren Tragweite im kritischen Augenblicke von den ,Veranlassern nicht immer genügend erwogen wird. Es sind jetzt mehrere Monate ins Land gegangen, seitdem die jenseits der russischen Grenze wohnenden Polen den Entschluß faßten, die deutschen Fabrikate zu verdrängen zu • Gunsten solcher aus Oesterreich, Frankreich, selbst aus Holland und England., Tas Wettrennen dieser Konkurrenten um die Gunst der russisch-polnischen Kundschaft hat nicht lange gedauert. Einer nach dem Andern verlor sen Geschmack an dem Verkehr mit den slavischen Geschäftsleuten und zog sich zurück. Nur Oesterreich ist noch auf dem Platze, weil dessen Handelsagenten und Fabrikreisende yum Teil selbst Slaven sind oder doch die Art, mit solchen amzugehen, kennen. Tie im Westen erworbene geschäftliche Routine verfängt bei den Slaven nicht, ihnen kann man nur durch eine besondere Behandlung beikommen, und 5>ie heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. diese ist nicht anders als durch häufige Reisen nach. Russisch-Polen, die nicht eben zu den Annehmlichkeiten zählen, in Erfahrung zu bringen. Noch eins kommt hinzu. Tie deutschen Geschäftsleute sind infolge jahrelanger Beziehungen über den Geschmack der Polen hinsichtlich, dieser und jener Warengattung, beispielsweise in oer Damenkonfektion, vollkommen orientiert Was die nichtdeutschen Firmen liefern, entspricht oft nicht dem Geschmack des polnischen Publikums, sodaß die Lagerbestände 6es Geschäftsmannes sich in unerwünschtem Maße häufen. AN das hat zu Un- zuträglichkeiten geführt und läßt das Verlangen nach deutschen Fabrikaten und Waren wieder rege werden. Es ist eben in vielen Fallen ein Unding, anderen eine Zwangsjacke anlegen zu wollen. Von einer Wiederholung dieses Experiments «dürften sich die Polen im eigenen Interesse hüten. Minister Budde auf Reifen. Tie „Münch. Attg. Ztg." meldet al» Ergebnis der Besprechungen des preuß. Ministers Budde mit dem bayr. Ministerpräsidenten Grafen v. Crailsheim die erneute Bestätigung der Thatsache, daß die p r euß is ch-h e s sisch e Bahngemein schäft gewillt ist, mit den süddeutschen Bahnverwaltungen gleich gute Beziehungen zu pflegen, wie seinerzeit Minister v. Thielen, und daß vollstes Vertrauen zu den Intentionen der Amtsführung Buddes gehegt werden darf. Ter Umstand, daß Minister Budde von München nach Stuttgart ging, könne ein beweiskräftiges Argument dafür sein, wie überhaupt der Eindruck des preußischen Besuches der sei, daß die Grundlagen des vorbehaltlosen Einvernehmens mit den süddeutschen Verwaltungen in natürlichem Wachstum seien, das in der föderativen Grundlage des Neick)es feste Wurzeln habe und in der nüchternen Erkenntnis, daß ein freundnachbar- l ich es Zusammenarbeiten aller Beteiligten unmittelbar für die respektiven Finanzen und bann auch dem Reiche von Vorteil sein werde, und daß in dem großen Konkurrenzkämpfe, der dem deutschen Gewerbesleiße international im nächsten Jahrzehnt bevorstehe, durch die energische Zu- sammenwirkuiig aller Verkehrsmittel abgetoiefen werde. Tie Pfälzischen Bahnen seien nur nebenbei erwähnt worden. Für sie gebe es nur zwei Möglichkeiten, daß sie entweder Privatunternehmen bleiben, oder vom bayrischen Staate übernommen werden. Bezüglich der Main- Kanalisation von Offenbach nach Aschaffenburg bestätigt sich erfreulicherweise die Hoffnung, daß die Verhandlungen, welche nie geruht haben, sondern nur durch die Amtsniederlegung Thielens unterbrochen sind, bald wieder ausgenommen und hoffentlich bald erfolgreich beendet werden. Tie „M. N. Nachr." Horen, daß es bezüglich der Main- Kanalisation nicht zu bestimmten Mmachungen gekommen fei. Gras Crailsheim habe aber aus der Unterredung die Ueberzengung gewonnen, daß die beiden Regierungen sich schließlich auf einer annehmbaren Mittellinie zujam- mensinden werden. Die Verhandlungen, die nur der Rücktritt Thielens unterbrochen habe, würden bald wieder aufgenommen werden. Tie Redensarten, daß die bayrische Regierung unterlegen sei, seien haltlos. In der Konferenz zu Anfang dieses Jahres seien von den Eisenbahndiret- tionen Mainz und Frankfurt a. M. Berechnungen aufgestellt worden, gegen die als zu hoch die bayrische Verkehrsbehörde Einspruch erhob. Tie bayrischen Aufstellungen seien dann preußischerseits nachgerechnet worden, und in diesem Stadium sei durch Thielens Rücktritt dann ein Stillstand in den Verhandlungen eingetreten. Minister Budde hatte am 5. d- M. gleich nach seiner Ankunft in Stuttgart eine Besprechung mit dem Präsidenten der toürttemb. Staatseisenbahnen Staatsrat v. Balz. Daß der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten auch den süddeutschen Hosen seine Aufwartung macht, und bei dieser Gelegenheit zugleich als Ches der größten deutschen Eisen- bahnverwaltung Fühlung mit den süddeutschen Verwaltungen nimmt, ist, so schreibt anscheinen6 offiziös der Stuttgarter „Schwab. Merkur", ein ersrenliches Zeichen der* gegenseitigen bundessreundlichen Beziehungen. Gestern sand in Stuttgart beim Staatsminister der auswärtigen Angelegenheiten ein Frühstück statt, an welchem die Staatsminister, die Gesandten Preußens und Bayerns, sowie höhere Beamte 6er Verkehrsanstaltenvertoaltung teilnahmen. Heute, Freitag, wird der Minister nach Karlsr uh e weiter reisen. Aus dem österreichischen Abgeordneteuhause. Landesverteidigungsminister Graf v. Welfersheimb brachte am 6. d. M. eine Regierungsvorlage ein, mit der die Bewilligung der Rekruten kontingente pro 1903 für das Heer und die Kriegsmarine von 125 000 Mann, von denen 71 562 Mann auf die diesseitige Reichshälfte entfallen, und ferner des Rekrutenkontingents für die Landwehr von 14 500 Mann verlangt wird. In der fortgesetzten Beratung der Dringlichkeitsanträge wird der Antrag Klvsac betr. gewissenlose Behandlung der Soldaten durch Militärärzte verhandell. Durch Klofaes Begründung wies der Landesverteidigungsminister Graf Wel- sersheimb Angriffe auf die Armee, welche unter dem Schutze der Immunität oorgebracht würden, zurück; unter den obwaltenden Umständen fönnte die Armee und die Angehörigen derselben durch nichts in diesem Hause verletzt werden, und fallen Beleidigungen auf die Betreffenden zurück, welche sie vorgebracht haben. Diese Worte entfesselten bei den Czechen, den Alldeutschen un6 den Sozialdemokraten einen großen Sturm gegen den Minilter, auf welchen von allen Seiten eiugeschrieen wird: Wir lassen uns das nicht gesallen! Tas ist eine Provokation! Wir werden wie Rekruten behandelt! Nur langsam legte sich der Lärm. Später erfiärte Gras Welfersheimb, daß er für das, was er gesagt habe, Wort für Wort einstehe und dabei bleibe. Darauf erneuerter großer Lärm; Tazyinsky ruft: Wir werden uns bei der Rekrutenvorlage Wiedersehen! Als der Vicepräsident Zaczek den Schluß der Debatte als angenommen bezeichnet, entsteht ein furchtbarer Lärm seitens aller Radikalen, welche gegen die Präsidententribüne stürmen und mit den Fäusten auf 6 e n Präsidententisch schlagen mit dem Rufe: Es giebt keine Verhandlung! Endlich giebt Zaczek nad)„ nimmt nochmals die Abstimmung vor und erklärt, der Schluß der Debatte sei abgelehnt. Jro ruft: Die Ersatzreservisten werden ebenso abgelehnt werden, und wenn fie mit dem § 14 kommen, werden wir ein kleines Revo - lutiönchen machen! Nach Ablehnung des Tringlichkeits- antrags Klofac wird die politische Debatte über die Erklärung des Ministerpräsidenten begonnen, die in Ruhe vor sich ging. _______ Zur Duellfrage. Die deutsche Burschenschaft hat bekanntlich im letzten Semester für ihre Angehörigen sestgestellt, daß die verschärfte Säbelmensur auch bei den schwersten Beleidigungen im stände sei, 6ie Pistolenmensur zu ersetzen. Sie hat weiter beschlossen, im Einvernehmen mit der übrigen schlagenden Studentenschaft analoge auf die Beseitigung des Pistolenunsugs abzielende Vereinbarungen mit dem deutschen O f f i z i e r k o r p s anzubahnen. Das- wurde vielfach begrüßt, ist aber einstweilen kaum ausführbar, wenn nicht Korps und Burschenschaften einig vorangehen. Neun weist der Herausgeber der „Hochschul- Nachrichten", Dr. von Salvisberg, in einem Artikel „Zur Tuellfrage" im Oktoberheft gen. Zeitschrift darauf hin, „daß zwischen Korps und Burschenschaften feit 1817' immer noch ein schweres V e r r u f s v e r h ä l t n i s besteht" und daß „dank einem eingebildeten Traditionenkultus recte traditionellem Einbildungskultus" daran trotz mehrfacher Anregungen seitens Alter Herren aus beiden Lagern noch nichts geändert wurde. Mau darf sich somit von dem in Frage stehenden Tuellantrag nicht viel versprechen, es sei beim, daß, wie Dr. v. S. sagt, beide Parteien sich daraus besinnen, daß hoffnungsvolle junge Menschenleben mehr bedeuten als „olle Kamellen". Auch das jüngste traurige Studentenduell in Ka rlsruhe kommt auf dieses Konto, indem der Kösener, bezw. Hniversitäts-SC.-Verband den Weinheimer, bezw. Polytechniker SE.-Verband nicht anerkannt und zudem der Karlsruher SC. im schweren Waffenverruf des Kösener SC. stecken soll. Daher die Erbitterung un6 die traurige Thatsache, daß es zwischen den beiden Karlsruher Duellanten zu jenen häßlichen, studentenunwürdigen Thätlichkeiten kam, die die folgende schwere Pistolenforderung angeblich! motivierten. Dem tödlichen Austrag derselben stellt borgen. Aussatz in einem Zusatz den neuesten Fall aus der Skanda'lchronik Münchens gegenüber, in dem zwei Herren, von denen der eine, ein hoher Ju ftiz- beamter, (also Staatsanwalt!) die Frau des andern verführt und entehrt hat, sich, um nicht gegen den „guten Ton" und Ehrenkomment zu verstoßen, ebenfalls auf Pistolen gefordert, aber, wie berichtet wird, absichtlich'in die Luft geknallt haben. Tie Ohrfeige eines Studenten, eines noch unfertigen Menschen, kostet somit, so sagt Dr. v. S. wörtlich, ein Menschenleben, der hinterlistige Faustschlag dagegen eines lüsternen Buhlen in die Familienehre des Nebenmenschen wird durch zwei Löcher in der Natur ausgewogen und der Schuldige funktioniert wo möglich nach wie vor als Vertreter von Recht und Gesetz, als Hüter von öffentlicher Ordnung und Moral. Solch unhaltbaren Zuständen gegenüber wäre es als eine sittliche That zu begrüßen, wenn die deutsche Studentenschaft sich unter Hinlvegsetzung über kleinliche, mitunter sogar gegenstandslose Händel im Sinne des burschen- schastlichen Antrags auf dem Wege einer Revision 6es Pauk- und Ehrenkomments zunächst in eigenen Kreisen dem Pistolenunfug ein Ende machen wollte. Mit dem Offizierskorps dürfte eine Einigung alsdann nicht schwer zu erzielen sein. Deshalb, so schreibt der Artikel der „H.-N.", fort mit Verruf und ungehörigem Dünkel! Sozialistenduell. Unter dieser Aufschrift schreibt Alfred Kerr im „Tag": Wie die Leser wissen, hat sich (in Paris) Geranlt-Richard, Sozialistenführer, mit einem „Aristo" geschlagen. Derselbe Gerault-Richard schlug sich im vorigen Frühling mit dem Bürgermeister von Algier. Ich hatte damals mit Jaurös ein grundsätzliches Gespräch über diesen merfroürbigen Punkt. Ich ber'chte nach meinen Tagebüchern. Jaurös: Ich bin nicht ganz unparteiisch; ich selber habe mich vor wenigen Jahren duelliert. Ich: Schön; würden Sie heut annehmen ober ab» lehnen? Jaurö s (zögernb): Das kommt braus an. Ich: Es kommt draus an? Jaure s: Das Duell, müssen Sie wissen, hat in Frank» reich eine revolutionäre Vergangenheit .... Ich: Was würde denn sein, wenn einer ablehnt? Jaurös: Er würde dermaßen mit Verachtung über» schüttet in der Kammer, daß er nicht gern länger . . . Ich:--? Ja urös: Wenn ich eS psychologisch erklären soll: die Forderungen bei uns werden angenommen, well das An- nehmen bequemer ist . . . kürzer. Zu viel Umstände . . . Beschimpfungen . . . und so weiter. Ich: Was sagen denn die Arbeiter dazu? Jaurös: Das ist merkwürdig. Wer ablehnt, würde sich auch bei unseren Arbeitern schaden. Die Arbeiter sind noch mit dem Gedanken vertraut, daß ihr Manu als Champion mit den Konservativen kämpst. Ich: Also billigen Sie das Duell? Jaurös: Durchaus nicht! Ich mißbillige es. Ich hoffe, es wird schwinden. Ich: Thut Ihre Partei systematisch etwas dagegen? Jauräs: Das nicht .... Systematisch etwas dagegen . . . Nein! So das Parteihaupt in Frankreich. Die französischen Sozialisten behandeln den Zweikampf wie die deutschen Sozialisten den Alkohol. Sie empsinden ihn als Uebel, doch sie greifen nicht fest zu. In Frankreich ist Ablehnung fast unmöglich. In England bekanntlich die Annahme. Jedenfalls herrscht in beiden Ländern Klarheit. Deutschland . . . steht in der Mitte. Ale „Kandelei^. Unser Berliner parlamentarischer Miterbeiter schreibt: „Gott sei Tank, daß die Handelet ein Ende hat!" Mit diesem ingrimmigen, noch durch ein Kraftwort verstärkten Ausruf verließ einst Caprivi das alte Reichstagsgebäude in der Leipzigerstraße. Damals wogte der Kampf um die Militärvörlage, und Frhr. v. Huene vom Zentrum hatte es übernommen, einen Ausgleich aus „mittlere Linie" herbeizuführen, für den freilich die große Mehrheit seiner politischen Freunde unter Leitung des Dr. Lieber nicht zu haben war. Es wiederholt sich alles — in der Politik mag sich bie „Handelei" seitdem recht oft wiederholt haben, denn das Reden allein thut's nicht, und die Parlamentarier wollen nicht nur überzeugt, sondern „genommen" sein. Das heißt: Die Regierung muß zeigen, welch' unermeßlichen Wert sie legt auf die wohlwollende Unterstützung des patriotischem" Herrn L., des „einsichtigen" Herrn Y., des „so eminent sackvcrständigen" Herrn Z. Früher war es Gewohnheit, nach der Gegenleistung zu fragen, die etwa das Zentrum erhielt, wenn es der Regierung in schwerer Stunde seinen mächtigen Beistand lieh. Die Frage ist abgenutzt. Man merkte nichts von Gegenleistungen, wenigstens keiner solchen, die der Größe des geleisteten Dienstes entspräche. Selbst Dr. Liebers Annahme, daß er in ein hohes Reichsamt hätte gelangen können, ist nur eine Selbsttäuschung gewesen. Niemals ist daran gedacht worden, ihm ein derartiges Amt anzubieten. Die Gegenleistung existiert nicht, sie ist eine ins alte Eisen geworfene Fabel. Wie kommt es denn aber, daß Männer, die zuerst mit räuber Bestimmtheit erklären: „Wir thun dies auf keinen Fall", mit ebensoviel Bestimmtheit schließlich doch den von der Regierung gewünschten Weg einschlagen, nachdem allenfalls des besseren Scheines halber ein paar Kleinigkeiten am Entwurf geändert worden sind? Wirft die von dem einen und anderen Regierunasvertreter geübte Kunst, Vorschläge einleuchtend und annehmbar zu machen, soviel stärker, weil unmittelbarer, im kleinen Kreist als im Parlament, vor allem Volk? Etwas mag ja dies Gegenüberstehen Auge in Auge, die gleich die Hauptpunkte erfassende Rede und Gegenrede, die sofortige Widerlegung und Beschwichtigung jedes neu auftauchenden Bedenkens zum Erfolg beitragen. Aber der eigentliche Zauber liegt darin für den zum Vertrauensmann erkorenen Parlamentarier, daß leitende Staatsmänner mit ihm wie mit einem Gleichberechtigten, ja noch mehr, wie mit einem noch größere Macht Besitzenden unterhandeln. Das schmeichelt dem Selbstbewußtsein — und welcher Parlamentarier von Ruf und Einfluß wäre der Empfindung der Eitelkeit, dem stolzen Gefühl, daß ohne ihn die Maschine ins Stocken gerät, ganz unzugänglich? Tas ist die Stelle, wo sie sterblich sind. Tas ist die Gegenleistung, wenn man sie so nennen will, daß die Regierung Personen, bei denen sie eine maßgebende Stimme in der Fraktion voraussetzt, zu intimen Besprechungen entbietet, ihre Sorgen enthüllt und Aufschlüsse gewährt, wie sie sonst nur Mitglieder der Regierung unter sich besprechen. Und nun soll der ins Vertrauen Gezogene, zum Mitwisser ganz diskreter Mitteilungen Gemachte raten, helfen. Je komplizierter die Situation, ein um so ehrenvollerer Respekt vor dem Scharfsinn und dem Einflußvcrmögen des Beraters kommt in dem Umstande, daß man sich ihm nähert, eine Begegnung mit ihm herbeizuführen sucht, zum Ausdruck. Nichts wird im allgemeinen so gerne, so freigebig gewährt wie der „gute Rat". In anderen Lagen des Lebens verpflichtet solch ein Rat oft zu weiter nichts. Bei politischen Unterhandlungen aber der erwähnten Art ist mit dem Rat- schlag die thätige Mitwirkung an der Ausführung verknüpft. Zu den Zeiten, da die Regierung einen Menschenkenner par excellence wie Herrn v. Boetticher zur Ver- fügung hatte, vollzogen sich Verständigungen mit den parlamentarischen Führern um vieles glatter und rascher, als jetzt. Herr v. Boetticher besaß eine unwiderstehliche Liebenswürdigkeit; er kannte die meisten Abgeordneten persönlich und er wußte brillant Bescheid über ihre tleincn und mitunter auch großen Schwächen. „Boetticher wird das schon machen", sagte Fürst Bismarck, und zu manchem parlamentarischen Erfolg des Altreichskanzlers hat in der Thal sein Staatssekretär den Weg geebnet. Ter reservierte, ernste Graf Posadows kuMsl nicht der Mann für Unterhandlungen, Staats.sekrctöF^Z-rhr. v. T h i e l m a n n , obwohl durch die Schule des Diplomaten gegangen, ist es erst recht nicht, lund ob es Graf Bülow ist, das muß sich erst noch zeigen beim_ Zolltarifentwurf. Ohne „Handeln" geht es nun einmal nicht in der Politik. Wollte die Regierung nur auf die Kraft ihrer Gründe vertrauen und „in den Wolken des Olymps" bleiben für die Parlamentarier, gar manches würde gescheitert fein, 000 nach anfänglich unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten zur Ueberraschung des großen Publikums urplötzlich Line günilige Wendung erhielt mid friedlich in den Hafen gelenkt wurde. 1 Deutsches Keich. Berlin, 6. 9tov. Unter der Spchmarke „D e r K a i s e r und der Er b g r o ß h e r zo g von Baden" meldet der „Lönigsb. Allg. Ztg." ein Korrespondent: Zu den Gerüchten von Differenzen zwischen dem Kaiser und dem Erbgrogherzog von Laden, die das plötzliche Ausscheiden des letzteren aus dem Kommando des rikini- schen Armeekorps veranlaßten, erfahre ich eine Randb» merküng zu einem solche Behauptungen behandelnden Zeitungsausschnitt, die von einer sehr hoch stehenden Persönlichkeit herstammt. Tie hier geübte Kritik war ebenso kurz, wie energisch. Sie enthielt nämlich nur ein einziges Wort, und dieses lautete: Blech! — Ter preuß. Finanzminister und der Minister des Innern haben eine Verfügung erlassen, welche die Wiederaufnahme solcher deutscher Namen, die in einen polnischen umgewandelt worden sind, sehr erheblich erleichtern wird. — Ter „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Kronenordens erster Klasse an Professor Anton v. W e r n e r, des Sterns zum Kronenorden zweiter Klasse an Professor Joseph Joachim. — Tie Kinderarbeitskommission des Reichstags setzte im § 8 für die Verwendung der Kinder beim Austragen von Waren und sonsttgen Botengängen das Schutzaller auf zwölf Jahre statt zehn und die Uebergangs- zeit auf zwei Jahre statt fünf fest. Tie Kommission änderte den § 9, Sonntagsruhe betreffend, dahin ab, daß Abs. 1 lautet: „An Sonntagen und Festtagen dürfen Kinder vorbehaltlich der Bestimmungen im Absatz 2 nicht beschäftigt werden." Abs. 2 lautet ncrch dem Kommissionsbeschlusse: „Für die öffentlichen theatralischen Vorstellungen und sonstigen öffentlichen Schaustellungen bewendet es auch an Sonntagen und Festtagen bei den Bestimmungen des § 6." — Ter Bundesrat hat in der heutigen Sitzung u. a. einer Reihe von Ausschußanträgen zugestimmt, so dem Anträge betr. Gewährung von Zoll frei h eit an die bei dem Teutschen Reiche beglaubigten Botschafter, Gesandten u sw., dem Anträge betr. Ergänzung der Vorschriften über Rückvergütung der B r a u st e u e r bei der Ausfuhr von Bier, ferner dem Ausschußantrage betr. Zoll und Salz- ste uer, sowie hiem Ausschußantrage betr. Abkommen mit Frankreich über die gegenseitige Behandlung der Handlungsreifenden vom 2. Juli 1902. Auch dem Ausfchußantrage über den Entwurf der Bekanntmachung bett. Bestimmungen für den Kleinhandel mit Garn wurde vom Bundesrat die Zustimmung erteilt. ■— Tie Wiener ,Leit" meldet: Anläßlich des Reich s- de fizits taucht in Deutschland der schon vor Jahren ventilierte und seinerzeit vom Reichstag gegen die eine Stimme des Grafen Moltke abgclehnte Vorschlag auf, die „Staatskrüppel" zu besteuern, Ivie es in Oesterreich, Frankreich und der Schweiz geschieht. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Angehörigen der „Gemeinen" in ganz Teutschland eine monatliche Zulage an den aktiven Soldaten zahlen, deren untere Grenze 3 bis 5 Mk. beträgt, in wohlhabenden Gegenden aber, bei der Garde, der Kavallerie und Artillerie bedeutend höher steigt; das Ein- jährigenjahr kostet bei der Linieninfanterie 4000 Mk. Minimum. Es ergiebt sich daraus, daß der vom Dienst Bereite, bezw. seine Angehörigen eine sehr bedeutende Ersparnis machen und auf dieser Basis taucht der Vorschlag einer progressiven Krüppelsteuer mit dem Maximalsatz von 3 Proz. aus. Selbstverständlich würden diejenigen Wehr- iflichtigen, welche erwerbsunfähig sind, oder der Unterstützung bedürfen, von der Wehrsteuer zu befreien sein. Tie Oeffentlichkeit steht jedoch auf dem Standpunkte, es sei eine Ehre zu dienen, die man — auch nur formell — nicht mit Geld abkaufen könne, und so wird der Reichstag, falls ein diesbezüglicher Antrag erfolgt, keinesfalls für das Projekt zu haben sein. — Ter antisemitische Volksbund (Böckel, Förster und v. Mosch) hat nach der „Staatsbürgerztg." im vergangenen Jahre 361 Versammlungen in Teutschland abgehalten. Dieser Deutsche Volksbund hat am Sonntag auf feinem 4. Bundestag in Berlin beschlossen, Reichstags- kandidaturen auszustellen in Pyritz, Sternberg, Marburg, „sowie in einigen anderen Kreisen". Tie „erforderlichen" Geldmittel, so berichtet die „Staatsbürger^.", murren bewilligt. Zugleich erklärte der Bundestag den Deutschen Volksbund dauernd als Burenhilfsbund. München, 6. Nov. Nach soeben aus Berlin hierher gelangten Meldungen werden die bayerischen Zentrumsabgeordneten ohne Rücksicht auf den Bauernbund sürdieVerständigungüberdenZolltarif timmen. — Ta auch in diesem Winter die Verdien st Verhältnisse der Arbeiter namentlich in größeren Städten teilweise schwieriger zu werden drohen, traf das Ministerium des Innern Anordnungen, daß die im letzten Budget genehmigten, aber noch nicht zur Ausführung gelangten Staatsbauten thunlichst rasch in Angriff genommen werden und auch bei Bauten aus Kreisdisttikts- und Kom- munalsonvs aus ein gleiches Verfahren hingewirkt werde. Auch soll darauf Bedacht genommen werden, daß die Arbeiter bei Vollendung der betreffenden Bauten nicht plötzlich entlassen, sondern bei an bereit Bauten thunlichst weiter beschäftigt und in erster Linie inländische Arbeiter berücksichtigt werden. Ausland. Lyndon, 6. Nov. Der König begab sich heute nachmittags nach Sand ring Ham. Paris, 6. Nov. Präsident Loubet verlieh dem bäurischen Geschäftsträger v. d- Thann, der dem Vernehmen nach für den Gesandtschaftsposten in Rom in Aussicht genommen ist, das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion. — Ter radikale Deputierte Gebet wirb im Kongrega- tionsausschuß ben Antrag stellen, baß jebe Kong re- gation als aufgelöst zu betrachten fei, wenn ihr von ber Kammer ober vom Senat bie Bewilligung verweigert wirb. — Abg. Stein wird namens ber Allbeutschen morgen bie angekündigte Interpellation wegen der vom Botschafter Rumbold behaupteten Aeußerung des öst erreicht- chen Kaisers, im Burenkriege stehe er mit feinen Sympathieen ganz aus der Seite Englands, einbringen. Diese zweifellos fälschlich dem Kaiser unterschobenen Worte, die dem Kaiser eine Gesinnung zumuten, die in Oesterreich nur in den Kreisen der Spekulation und der Börse geteilt werde, seien geeignet, die größte Beunruhigung in der Bevölkerung hervorzurufen. Tie Anfrage geht dahin, ob der Ministerpräsident geneigt sei, gegen diesen offenkundigen Mißbrauch mit Worten des Kaisers Stellung zu nehmen, oder den Kaiser über diese Angelegenheit auf- zuklären, und ein sofortiges Dementi zu veranlassen. Budapest, 6. Nov- Dem „Pester Lloyd" zufolge haben die maßgebenden Kreise über die militärischen Forderun gen sich dahin geeinigt, daß für dieses Jahr nur die Ermächtigung zur Einberufung von 6000 Mann Ersatzreservisten zur aktiven Dienstleistung erteilt wird. Ein Dritteil soll nach einem Jahr, ein zweites Drittel nach zwei, das letzte Drittel nach dreftahriger Tienstzeit entlassen werden. Das das nächste Jahr betrifft. werde die Heeresverwaltung verlangen, baß das Retrutenkontingent bes Heeres für bas nächste Jahr um 21 900 Mann erhöht werde. Konstantinopel, 6. Nov. Tas Schatzamt gab bie Anweisung, alle Rückstände ber in Deutschland lebenden Witwen und Waisen der früher in türkischen Tiensten stehenden Deutschen auszuzahlen. Seit zwei Jahren waren die Pensionen nicht mehr gezahlt worben. — Tie Meldung aus fernen, daß der italienische Geschwaderkommandant auf der Auslieferung sämtlicher Piraten bestehe und drohe, weitere Ortschaften zu bombardieren und daß ferner m e h r e r e e n g l i f ch e Kriegsschiffe in Hodeida eintrafen, ruft auf der Pforte große Erregung hervor. Tas Gerücht, daß England ein drohendes Ultimatum wegen der noch nicht erledigten Forderungen der englischen Untertanen in Hodeida gestellt habe, bestätigt sich nicht. — Ter neuerlichen Beschießung des türkischen Hafens Midi durch die Italiener liegt nach amtlichen türkischen Depeschen folgender Thatbestand zu Grunde: Ter Kommandmit des italienischen Kreuzers „Piemonte" veranlaßte den mit ber Verfolgung ber Piratenschiffe betrauten türkischen Fregattenkapitän Riza-Bey, zum Zwecke einer Aussprache an Bord der „Piemonte" zu kommen. Riza entsprach dieser Aufforderung und der ztommandant der „Piemonte" legte ihm ein Protokoll vor, worin festgelegt wurde, daß die Türkei innerhalb drei Tagen die italienischen Forderungen zu erfüllen hätte, widrigenfalls bie Italiener zu einer Beschießung schreiten konnten. Riza sollte das Protokoll mit seiner Unterschrift beglaubigen, was er jedoch ah- lehnte. Der italienische Kommandant hiell Riza infolge dieser Weigerung 26 Stunden gefangen, woraus Riza unterzeichnete. Tie Türken haben durch ihre Säumigkeit am meisten Schuld an der Haltung Italiens. In Midi selbst ist kaum noch viel zu bombardieren, die Bevölkerung hat den Hafenort längst geräumt. In Bezug auf die elenden, übrig gebliebenen Hütten der Seeräuber, welche bie Italiener beschießen, meinte ein Staatsmann makftiös: „LeS Italiens cherchent Midi ä quatorze heures." Johannesburg, 6. Nov. Mtlner erhielt ein Kabeltelegramm des Auswärtigen Amts, in bem daS Bedauern ausgesprochen wird, daß es nicht in der Lage sei, daS Anerbieten, ein B u r e n k o n t i n g e n t für den Dienst im Somalilande zu bilden, anzunehmen. New York, 6. Nov. Die Siegesnachrichten Castros sind anscheinend unbegründet. Drei Brücken der deutschen Eisenbahn in Venezuela wurden in bie Luft gesprengt. Aus Hluöt uni) Kan-. Gießen, den 7. November 1902. - Das Fest der goldenen Hochzeit feied unfer Mitbürger ber Rentner Karl Sarnes mit seiner (Baltin Frau Elis e Sarnes, geb. Kastner. - Verschwunden und wiedergefunden. Der atud. phiL Th. H., dessen Verschwinden wir kürzlich meldeten, ist in Schlesien wieder aufgetaucht. Er schrieb von dort aus an seine Eltern und bat um Reisegeld für die Rückreise. Wie uns mitgeteilt wird, ist er einiger unbedachtsamer Hand- lungen wegen angeklagt worden, durch fein Verschwinden wollte er sich den Folgen derselben entziehen. (:) Friedberg, 6. Nov. Am 3. d. MtS. wurde der Winterkursus der Großh. landw. Schule in Friedberg mit 60 Schülern, der höchsten Frequenzzahl feit Bestehen der Anstalt, durch den Direktor Dr. o. Peter eröffnet. ftreiSrat Fey, Bürgermeister Sandmann und Eltern der Schüler hatten sich zu dieser Feier eingefnnben, welche erkennen ließ, daß die Landwirte hiesiger Gegend immer mehr die Bedeutung einer landwirtschaftlichen Schulung erkennen und daß die Erfolge der Schule von den Landwirten gewürdigt werden. 8t. Darmstadt, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Der Großherzog wird sich, einer Einladung des Frhr. v. Heyl folgend, heute abend 8 Uhr mittelst Sonderzug nach Worms zur Jagd begeben. Großfürst SergiuS kehrt heute nachmittag, Prinz Heinrich heute abend hierher zurück. Bensheim, 5. Nov. In der gestrigen Stadtoerordneten- Sitziing setzte die Versammlung den Ansangögehall deS neuen Bürgermeisters auf 6000 Mark (4500 Mk. pensionsfähig, 500 Mk. RepräsentationSgehalt und 1000 Mk. Wohnungsvergütung) fest, mit der Maßgabe, daß daS Gehatt von drei zu drei Jahren um 300 Mk. steigt, sodaß dasselbe nach Zurücklegung von 12 Dienstjahren 7200 Mk. (wovon 5700 Mk. pensionsfähig) beträgt. Betreffs der Wahl deS Bürgermeisters wurde ll. ,St. fi.* beschlossen, daß demnächst ein Könkurrenzausschreiben erlassen werden soll. d. Marburg, 6. Noobr. Aus dem gestern hier abgehaltenen Unterverbandstag der Raiffeisen- Genossenschaften des Kreises Marburg teilte auf eine Anfrage hch der Untcroerbandsdircktor für den Kreis Kirch- Hain, Landgerichtsrat Klingenbiel von hier, mit, daß man davon abgesehen habe, ein Kornhaus für die beiden Kreise Marburg und Kirchhain zu bauen, daß aber mit dem Ban eines kleineren Kornhauses für den KreiS Kirchham in Kirchhain im Frühjahre begonnen werden würde. Frankfurt a. M., 6. Nov. Hier vereinigen sich in den nächsten Tagen die Vettreter der amtlichen Statistik des Reiches und der deutschen Bundes st aaten, um btt bei den großen Zählwerken der letzten Jahre (Berufs-, Gewerbe-, Volkszählung rc.) gewonnenen Erfahrungen behufS Verwertung bei künftigen Aufnahmen sestzulegen und für eine Reihe fortlaufender, bezw. periodisch wiederkehrender Arbeiten gemeinsame Grundsätze auszustellen. Außerdem sollen bie vorbereitenden Maßnahmen für den im Jahre 1903 in Berlin stattfindenden Kongreß des internationalen Statistischen Instituts, das zum ersten Male seit feinem Bestehen auf deutschem Boden tagt, besprochen werden. Vermischtes. • Der Selb st mord des Hauptmanns MatteS erregt in dem Berliner Vorort Groß-Lichterfelde Aufsehen. MattheS war seit April d. I. an der Kadettenanstall als Lehrer thäkiq und stand im 38. Lebensjahre. Vorher war er Hauptmann im Füsilier-Regt. Nr. 39 in Düsseldorf. Seine Frau mnd ihn im Schlafzimmer tot auf dem Teppich liegend vo.. MatlhcS hatte sich durch einen Revolverschuß getötet. lieber die Grunde der traurigen Thal ist noch nichts --L>- UniverMs-Uaüjriaiten. Telephonischer Kursbericht» . 25.60 3% Mexikaner festes gegen den Schachtmeister Leo Bai, dessen Ehefrau Maria Für billigsten Preisen. 05010 7803 Bock. Realschüler jette Pitz-Extract Küchengeräte. 7809 I. A.: Schneider. 7776 6512 empfiehlt zur Macht nur aus der Woäke CO M. LOA . 102.10 . 91.95 . 101.90 91.95 100.30 99.80 103.00 101.50 101.85 103.25 50.40 81.70 28 22 123.40 44.60 Gymnasiasten Studenten 37e% 37° 3'/,°/° 3% 872% November 190t ochzeit {tiaunfa s mit swSattm Herbst- und Winter-Saison alle erdenklichen Sorten Schuhe und Stiefel zu äußerst bill. Preisen. Reparaturen werden in eigener Werkstätte prompt ausgeführt. Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Marburg, 6. Nov. Die Zahl der Studierenden betrug gestern 1085, also mehr wie im vorigen Wintersemester. Da noch fort- w ährend Nachlmmatrikulationen statlsinden, so dürfte die Zahl 1 100 bestimmt erreicht werden. . An der neuen Universität m Munster ist dieser Tage der l«u send sie Student immatrikuliert worden. Achtung! Tie letzten Zwetschen. Komme Samstag auf den Brand mit einem Waggon Zwetscheu, Birnen und hochfeinen Tafel- äpfelu unb verkaufe zu den Mobiliar- Versteigerung. Montag, den 10. November, nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause Steinstraße 54, 111, nachverzeichnete Mobiliargegenstände gegen Barzahlung versteigert: 2 vollst. Betten, 1 Sopha, 2 Kommoden, 1 Kleiderschrank, Tische und Stühle, Bilder und Spiegel, ein Küchenschrank mit Glasaufsatz, Weißzeug und Frauenkleider sowie Haus- und 4% /o Chinesen . . . Electric, bohuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Beniner Handelsges. . Oesterr. Staatabahn , . Lombarden . . . . (Jotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: still. Gottesdienst. Ju der Stadtkirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Festgottesdiensl zur Feier des Stlftungs- des eoangel. Arbeitervereins. Pfarrer Küster aus Höchst a. M. das bewährteste Mittel, um der Blutarmut, Bleichsucht oder sch echtem Aussehen entgegen zu wiiken. Kaffee und Thee sind fast wertlose Getränke, während Hausens Kasseler Hater- Kakao noch nach Stunden im Magen anhält u. kein nervöses Hungergefühl auf kommen lässt. Nur echt in blauen Gartons ä 1 Mk., niemals lose. 7490 Sonntag, den 9. November: 25. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der Herl. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ „ 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Christenlehre, darauf Andacht. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 8. November 190 2. Freitagabend 4.30 Uhr. Samstag Vormittag 8L0 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Feslesausgang 5.40 Uhr. Wochengollesdienst: Mo rg e us frisch emgetrofieu bei L. Steinhäuser, 3% Oberhessen . . . 456 Oesterr. Goldrente . . 4*/256 Oesterr. bilberrente 456 Ungar. Goldrente, . . 4U/ Italien. Rente . . . 47,56 Portugiesen . . . d°/ Portugiesen..... 156 C. Türken . . . Türkenlose...... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 41 /, 56 äuwRere Aru'entiner Franz Heumeier Sonneustr. 22 großes Schutjwareulager Sounenstr. 22 Kropp's Zahnwatte hilft sicher! Kirchliche Kachrichten. Evangelische Gemeinde. 24. Sonntag nach Trinitatis, den 9. November. Beide ertranken. • Metz, 6. Nov. Heute Nacht wurde in das Proviantamt bei der Veste Steinmetz eingebrochen nnd tftth Geldschrank mit einem Inhalt von mehr als 8000 Mk. grstohlen. Der Gcldschrank wurde heute Morgen auf dem AlaciS gefunden. Das Geld ist verschwunden. • London, 6. Nov. Das gestern Nachmittag in der Baumwollspinnerei Stockport ausgebrochene Feuer wurde ' hüute früh gelöscht. Der Schaden beträgt 200 000 Pfd. Sterl. Ain Ganzen haben vier Personen bei dem Brande ihr Lebe n einge büßt. • Paris, 6. Nov. Der Führer der nach Martinique g.ffandten wissenschaftlichen Mission, Lacroix, berichtet dem Kiolonialminister, daß der Montpelee gegenwärtig ruhig je°i und nunmehr keinerlei Menschenleben mehr gefährdet erscheinen, da das auf Anordnung des Gouverneurs geräumte Gebiet hinreichend groß sei. Die vom Gouverner neu gegründeten Dörfer befinden sich ebenso wie alle anderen Punkte ■ dtr Insel in vollster Sicherheit. • Paris, 6. Nov. Wie aus Rouen gemeldet wird, ist seit mehreren Tagen vor der Wohnung des früheren Porters der Familie Humbert ein Polizeiposten aufgestellt, d r man annimmt, daß die Humberts sich dort verborgen h-llten. * Messina, 6. Nov. Der deutsche Dampfer Aergedorf mußte infolge einer im Laderaum ausgebrochenen Feuersbrunst die hiesige Rhede anlaufen. • Wien, 6. Nov. Der seit Längerem wegen Wechsel- F-älschungen steckbrieflich verfolgte Buchdruckerei-Be- s ätz er Schrader aus Meerane in Sachsen wurde hier verhaftet. Schülerinnen aller Lehranstalten ist Hausens Kasseler Hafer-Kakao . 92.80 . 77.50 . 101.40 . 211.80 . 187.50 . 198.10 . 143.00 . 155.90 . 151.00 . 19.20 . 180.00 . 198.70 . 165.60 . 160.00 nutzt besser als jedes andere Pntzinittel. “ 1894 Spart. Kassel, 5. November. 20 000 Mark Einnahmen, 35 000 Mk. Ausgaben, mithm ein Defizit von 1 5 0 0 0 Ai a r k. — Tas ist das finanzielle Ergebnis des im Sommer dahier abgehaltenen 19 B u n d e s t a g e s des Deutschen Radfahrerbundes. Da der Garantteionds 28 000 Mk. beträgt, so ist derselbe mit über 50 Proz. heranzuziehen. MhereS bekannt. Man ist der Ansicht, daß eS sich um- einen Fall plötzlicher geistiger Umnachtung handelt. Schon in den letzten Tagen gab Matthes vielfach Zeichen von Zerstreutheit mit) Nervosität. • Hamburg, 6. Nov. Ein englischer Dampfer st verrannte auf der Elbe ein Boot mit zwei Jnsasien. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Stangenrod für 1903/04 liegt vom 10. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesigem Bürgermeistereibüreau offen. Stangenrod, den 6. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Stangenrod. in. 50 \ Pf. Kunst nnd xui|!i'u|cl)uft. Berlin, u. Nov. Die „Staalsb. Ztg." veröffentlicht ein Tele- gram von Sarah Bernhard an eine Berliner Dame, m welchem Sarah Bernhard mit Bezug aus die befmmte Mitteilung der /Staalsb. Ztg." erklärt, daß ihre Mutter eine Holländerin und ihr Laler Franzose sei. I Jgonnefeldtslhee aromatisch und ausgiebig, billig Im Verbrauch. i| Niederlage bei: Adolf Bieler. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 »ergeben. Drt wir küqlich meisten, schrieb von dort üuS 1b für dir Rückreist. mbeöachtsamerHand« I fein Äerschwuiden hen. d. Mtz. wurde de le in Friedberg r gl seit Bestehen! ir eröffnet. KreL m der Schüler ta erkennen ließ, bi; m r die Bedeutung M und daß die M >igt werden. g. DrahtbeK) Einladung fielst Sontowna°) ick Sergis kehrt heute N genSW®*1'": n (4o00 W- L 1000 M L't btii* ,7200 SW. (*” «ffi bet »n, b«j »*■ * w» ■M * Ä Lr den i bap hier, mit, o . aus stir i, daß ojFjn jn streis W en würde-, $ eSstaate"- e,ne ijulege» btt 8luB<,ln»lb" ölen {deutsche»' Neuenbäue 17. Telephon 346. Versende garantiert unver- > fäl/chtru, sehr wohtörkömm- 1tcheau.angenehmfchmeckenden 19110er Rotwein per Ltter zu 58 Pfg. und per Flasche eialchtlehkich Glas zu 60 Pfg. Fässer leihweise. 779S Gebinde u. Kisten jeder Fröße. Preisliste und Probe frei. Carl Th. Oehmen, Hovlevz a. Zlfieia 652 & Weiiibergsbesitz u. Weinhandlg.i Montag den 10. November: Nachmittags 67« Uhr: Festgottesdienst zur Feier des Jahres- festes des Oberhessischen Vereins für innere Mission. Afilitär-Oberpfarrer Zechlin aus Frankfurt a. M. Donnerstag, den 13. November, abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandensaal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Psarrer Scheune mann. Ju der Johauuestirche. Vormittags 97r Uhr: Pfarrer Guter. Vormittags 11 Uhr: Küldergotlesdienst für die Lukasgemeinde. Psarrer Guter. Abends 5 Uhr: Siebe Stadtkirche. Sonntag, abends 8 Uhr: Vereinigung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Thess. 5, 14—24. Montag den 10. November fällt wegen des um 67« Uhr stattfindenden Festgottesdienstes, sowie der um 8 Uhr stattfindenden Versammlung in Steins Garten die Bibelslunde aus. Katholische Gemeinde. Samstag, den 8. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. 06006 Das Lahulied. Geschichte des Wettbewerbs v. Jahre 1899 nebst einem Anhänge, enthalt. 100Lieder z.Preise d.Lahn. 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Der Arlllagebeschluß legt ben Angeklagten Verrat und versuchten Verrat militärischer Geheimnisse bezügl. der Festung Metz sowie Beihilfe dazu zur Last. 18 Zeugen sind erschienen. — Verletzung des Briefgeheimnisses durch die Ehegattin. Wiener Blätter berichten: Beim Bezirksgericht Josefstadt tcat der höchst seltene Fall ein, daß eine Frau wegen Verletzung des Briefgeheimnisses verurteilt wurde, weil sie einen an ihren Mann adressierten Brief eigenmächtig eröffnet und dem Manne d o r e n t b a 11 e n hatte. Tie im Scheidungsprozesse mit ihrem fcbegalten stehende Geschäftsfrau Rosa M. war von chrem Manu ogen Verletzung des Briefgeheimnisses angezeigt worden. Die Gerichtssaal. Berlin, 6. Nov. Der Hotelbesitzer Stefan Storm der von b« Landbank in Berlin das Rittergut Groß-Jauth in Westpreußen käuflich erstanden und eine halbe Stunde später an Herrn Dx)n Slaski weiter verkauft hatte, ist vom Berliner Gericht ver-- uxteilt worden, an die Landbank 10000 Mk. Konventional- Nutzer;n SM« Bef W Midi bu Jleh?‘ W kKch , 14iemonte" ie!,e wurde, ba6 E ^"Ulgieit am vsti iihi selbst bte Bevölkerung hat iu9 aus die elenden 3er' welche djx V™ maliüös: „Les heures." er erhielt ein Kabel« t dem das Bedauern 1 der Lage sch 1 sür den Dienst iri imen. snachrichten Castros rücken beibeut- la wurden in bi> Dr.W.Knech Vs Magenbitter „SÄNTIS" ist*bei Magen-u.Darmbeschwerden das vönüglichsieu.unen^ehrlichste Hausmittel. Probeflaschel^^1*.,^ zitter f([bt 2lu - • ® "* o ® ü Ö <75 8 O O JQ 3* e ee 2. r » | - o ZI Neueste Atewuiigen. Originaldraytmcldungcn des Gießener Anzeiger. London, 6. 3kov. Wie gestern verlautete, wird m. Birmingham der Plan erwogen, die Kohlengruben Großbritanniens zu einem Syndikat zu vereinigen, ähnlich den großen deutschen Ringen, und zwar zu dem Zwecke, die Preise der Löhne zu regulieren und den Eingriffen der amerikanischen Trusts Widerstand zu leisten. Man erwartet hierbei die Mitwirkung der Bergleute. London, 7. Nov. Die heutigen Morgenblätter beschäftigen sich in längeren Artikeln nut dem bevorstehenden Besuch Kaiser Wilhelms und mit der praktischen Trag, weite desselben. Die meisten konservativen und liberalen Blätter messen der öffiziösen Mitteilung keinen Glauben bei, wonach die Reise des deutschen Kaisers ausschließlich einem Besuch König Eduards gewidmet sei. In ihren Kommentaren schlagen die Blätter einen sehr höflichen Ton gegenüber dem Kaiser an, legen jedoch eine ähnliche Gesinnung für die deutsche Regierung nicht an den Tag. Kingston, 7. Nov. Der Soufriöre zeigt feit dem 23. Oktober neue vulkanische Ausbrüche. Der Krater ist in voller Thätigkeit. Lissabon, 7. Nov. Ein heftiges Erdbeben suchte die kleine Stadt Amoreisa heim. Biele Häuser stürzten ein und begruben die Menschen unter ihren Trümmern. Es herrscht eine förmliche Panik unter der Bevölkerung. New-Port, 6. Nov. Nach einem Telegramm aus Orange (Texas) sind dort bei einem infolge der Wahl ent» ftanbenen Streit drei Personen durch Reoolverschüsse getötet worden. quillt der Segen, auch die Erde spendet ihn! Beweis: Jay’s ächt« Sodener Mineral-pastillen, in denen sich die wirksamen Bestandteile der Sodener Heilquellen vereinigt finden. Und dass diese Bestandteile wirksam gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Bronchialkatarrh etc. sind, das weiss jedes Kind. Also: Gebrauchen Sie Fay's „ächte Sodener“ wenn Sie husten oder verschleimt, wenn Sie heiser oder erkältet sind; sie helfen Ihnen sicher! Wohlthuende Einwirkung auf den Magen! Erhält!. In allen Apotheken, Drogerien u. Mineralwasserhandlungen zum Preise von 85 Pfg. per Schachtel. Jakob Kliugelhöfer, Wetterg. 5. Telegramm! 8 Treffe Samstag morgen zum letzten Riale mit Rheinischen Weintrauben auf dem Brand- platze ein. Anton Schneider. Einen Posten Kartoffeln prima maguiiin bonnm (Wetterauer Ware) hat preiswert abzugeben • 7806 J. Weiwei, Sonuenstraße. Prima gelbe Mänscheu-Salatkartoffeln. Gänsebrust Gänseleberwurst Gänseschmalz AngeNagte gab an, daß sie bei ihrer Rückkehr vom Landaufenthalt in ihrer Wohnung mehrere Briefe vorfand, darunter auch einen an ihren Diann adressierten Brief, den sie aus Versehen geöffnet und dann gelesen habe. Als sie sah, daß in dem Briese ehrenrührige Aeußerungen über ihre Person enihallen waren, habe ie von dem Briefe eine Abschrift gen,acht und diese dem Manne eingeschickt. Ter Richter verurtellte die Angeklagte zu emer Geld- l r a s e von zwanzig Kronen.__ Zandel und^Uerlielsr. KoUisumlschast. — Darmstädter Baut. Tas Garantie-Syndikat für die aus Anlaß der Fusion des Instituts mit der Bank für Süddeutschland und der Transaktton mit der Breslauer Tiskonto-Bank ausgegebenen neuen Aktien hat seine Operationen beendet und sich ausgelöst. — Schuckert. Nach einer Meldung Warschauer Blätter verlautet dort, daß die Schuckert-Gejellschaft die ihr erteilte Konzession zur Anlage der elektrischen Beleuchlung Warschaus nicht ausüben werde, wodurch eine Konven- tionalstrafe von 2 0U 000 Rubel verwirkt werden würde. Halberstadt, 6. Roo. Auf eine Vorstellung der hiesigen Handelskammer über das Verhalten der königl. Eisenbahnverwal- lung gegenüber den Bestrebungen der Standard Oil Gom» p a n y, den Petroleumhandel in Deuischland zu monopolisieren, hat der E i s e ii b a h n - AI i n i st e r erklärt, er werde „dieser wich- tigen Angelegenheit seine b e s o n d e r e A u f m e r k f a m k e i t zu- Paris, 6. Nov. Blättermeldungen zufolge bestätigt es sich, daß Rothschild an der Börse emgelrelen ist, um eine neue Baisse der französischen Rente zu verhindern. Es ist jedoch nicht richtig, daß Rotjchild hierbei im Auftrage des Finanz- Ministers gehandelt hat. LriHraJli Iw acht Btt Firma iJitota! mH GLOBUS; PUTZ- indMg Frau nach längerem Leiden heute sanft entschlafen ist. Giessen, Ortenberg, Beerfelden, den 6. November 1902. 7807 Die Beerdigung findet Sonntag den 9. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Westanlage 46, aus statt — - »• Schmerzerfüllt machen wir Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Samuel Rosenbaum Adelheid Rosenbaum geb. Oppenheimer M'"'A<■'- v ..ftftftft' >>/ * Lollar, den 6. November 1902. 7799 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verlust sagen wir innigen Dank. S. bhM IV. nni) Fmilie. Telegramm! Bin SamStag auf dein hiesigen Wochenmartt am Brand mit 2 Waggon Gemüse Weisskraut kein Stück unter io Pfd^ Rotkraut Wirsing. Blumenkohl™ _ Kolossal schwere Ware. 05019 BV* Besonders günstiger Gelegenhcitskanf für den Winter. 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TL Abends 8', Uhr m Steins Garten Aamilieuabend. 7bO8 Eingefuhrie Nlchnnitgliederjsb- len 20 Psg. pro Person für die Sterbekaffe. Der Vorstand. Gictzener ^Ptabttbcatcr. Sonntag» den 9. Novvr. 1902t 'Jleu cmfrubievtl 3in Abonnement! Unsere Marine Große GesangSposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Musik von Gustav eteffcnl. (Tie Tekoratwn des 11 . AkteS, Kaiseryacht „Hoheozollcrn", tft neu angeieriigL) Anfang 8 Uhr. Ende nach lO' .Ubr. rtenStag, d. 11. Noovr. 1902: 1. Dolksvorstclluttg. Kabale und Liebe. Eintrittspreise: ^oge Mk. 1,—, Saal 40 Pf., «allene 20 Pf. Jqö5oc5ö5ö5555555öc3 i fc st br |ÖI V .1 sw \ b l I 1 l i ! I I I ! i Ä ti e b i 1 r l I s t it tq Im 1! tu ¥ fr A fc S he r etr ma ve Mi Bri Wfi Lei «eni lväh t>Bb Set bin »s lick