Nr. 235 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 7. Oktober LVVS »rfchetut tägliq außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siehener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen tlnwers^Buch- u. Stein- drucke re t (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. tibrefie für Depeschenr Anzeiger Gießen, tzernsprechanschluß Nr. 5L GichenerAnzeiger w General-Anzeiger v ■** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen «e»«g»prer», monatlich 7b Ps^ viertel« iLürlich M. 8.20; durch Abhole- u. Hweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk.2.— oieriel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeige« für bi« TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZellenpreiS: lokal ISPs, auswärts 80 Pfg. Verantwortlich: Mr den volit. n. allgem. teil: P. Wittko: sü, ,Stadt und fianb* unb .Gerichtösaaf: Curl Plato: für den Anzeigenteil: HanS Beck. Die heutige Dummer umfaßt 8 Seite«. Bekanntmachung. Die Rotlaufseuche unter den Schweinen in Caldern ist erloschen. Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Marburg, den 6. Oktober 1902. Der Königl. Landrat des Kreises Marburg. v. Negelein. Politische Äagesschau. Die Buren-Generale werden, wie ein Berichterstatter als feststehend mitteilt, vom Kaiser empfangen werden, wahrscheinlich bereits am Tage ihrer Ankunft in Berlin. Diese erfolgt Freitag früh auf dem Bahnhofe Zoologischer Garten. Die Generale nehmen im Hotel Prinz Albrecht Wohnung, wo auch das Fest des Burenhilfsbundes zu Ehren der Generale am Abend des 18. stattfindet und bei welcher Gelegenheit die Spende überreicht werden wird. Ain Sonntag darauf dürften die Generale an dem Gottesdienst in der Kaiser Wilhelm- Gedächtnislirche teilnehmen. Was die ihnen zu gewährende Audienz beim Kaiser anbetrifft, so hat sich der Monarch gleich von vornherein bereit erklärt, die drei Vertreter des Burenvolkes unter gewissen Bedingungen zu empfangen. Zunächst wird gefordert, daß oiesewen sich in Deutschland jeder antienglischen Agitation enthalten, und außerdem muß die englische Vermittelung beim Gesuch einer Audienz nachgesucht werden. Tie Bedingungen sind auf die Bitte der Generale um eine Audienzgewährnng ihnen gleich bekannt gegeben worden. Hierdurch ist der Weg zum Empfange beim Kaiser schon vorher nach Möglichkeit geebnet worden, was im Falle der Nachsuchung einer Audienz seitens der Buren erst nach ihrem Eintreffen in Berlin bei der Kürze chres voraussichtlichen Aufenthaltes kaum möglich gewesen wäre. Zunächst haben also die Generale die englische Vermittelung für den Empfang und danach hat die englische Botschaft um Audienzgewährung beim deutschen Kaiser nachzusuchen. Nach den „Berl. N. Nachr." sind die nötigen formellen Schritte und Abmachungen noch nicht erledigt. Am Montag trafen die Generale in Brüssel ein. Sie wollen dort, sowie in Frankreich und Deutschland eine große Anzahl Banknoten und Briefmarken der früheren Buren- reaierungen Liebhabern zum Kaufe anbieten. Auf den Noten befinden sich die Unterschriften der Burengenerale. Ter Ertrag soll der Burenhilfskasse zugute kommen. Tie Generale begeben sich am 14. Oktober nach Paris und dann über Berlin Anfang November nach Italien, wo sie Padua und Mailand besuchen werden. Zunächst aber begeben sie sich am Mittwoch .nach Gent und am Donnerstag nach Utrecht, wo der Geburtstag Krügers gefeiert werden soll. In Brüssel wußten sich bei ihrem Eintreffen. Hunderte von Menschen sich dadurch Zugang zu dem Bahnsteig zu verschaffen, daß sie Billets nach den umliegenden Stationen lösten. Auf dem Bahnhofe wurden die Generale von den Mitgliedern des Burentomitees empfangen. Als sie fror dem Bahnhof den Wagen bestiegen, erschollen anhaltende Hochrufe auf die Buren und die Generale. 9hir mit größter Mühe gelang es dem Wagen, durch die Menschenmenge durchzukommen. Die Generale begaben sich zum Hotel du Monarque, wo sie Wohnung nahmen. Tewet hielt front Balkon des Hotels eine Ansprache, in der er erklärte, die Generale seien nicht nach Europa gekommen, um um Unterstützung behufs Wiedererlangung der Unabhängigkeit zu bitten, sondern um Hilfe zu suchen zur Heilung der Kriegsschäden. Zur Ehrung der Buren generale wurde alsdann eine große Versammlung nach der „Grande Harmonik cinberufen. Dewet erklärte: Angesichts der ge- walttgen Begeisterung, die wir hier sehen, fragen wir uns: Warum hat keine Intervention stattgefunden? Gott hat gewollt, daß wir die Unabhängigkett verlieren sollten. Wir werden dem neuen Vaterlande treu bleiben, wenn die Fricdensbedingen loyal ausgeführt werden. Tie Engländer sind unsere Feinde nicht mehr. Ich habe den Friedensvertrag mitunterzeichnet und werde mein Wort halten. Die Zolltarifkommisfion trat am Montag zur Feststellung des Berichtes zusammen. Verschiedentlich lvurde erwartet, daß die Kommission auch Vorschläge für die Reihenfolge machen werde, nt der das Plenum über die einzelnen Teile der Vorlage beraten soll. Hiervon wurde aber Abstand genommen und die Angelegenheit dem Senioren-Kvnvent überlassen. Es ist wahrscheinlich, daß der Sentoren-Konvent es „kurz macht", d. h. sich dafür aussprtcht, gleich das Hauptstück des Tarifentwurfs, die Getreide-, Vieh- und Fl eisch Kölle, in Angriff zu nehmen. Von der (Snt^ scheidung über die Agrarzölle hängt nun einmal das Sein oder Nichtsein der Vorlage ab. Tie Konferenz der verbündeten Regierungen wird Gewißheit schaffen, daß die Bundesstaaten den Getreidezöllen nichts zulegen wollen. Dann kann ebensowohl der Reichstag , ein Urteil fällen. Zeit zur „Verständigung" war genug vorhanden. Man nimmt an, daß Graf Bülow vor Beginn der Debatten eine erfreuliche Aussprache mit den parlamentarischen Führern veranlassen wird. Die konservative „Kreuzztg." will sich „abwartend verhalten"- bis die, verbündeten Regierungen zu den Kommissionsbe,chlusien Stellung ge- nommen haben. Die „K'reuzztg." hak immer die Fahne der Hoffnung hochaehatten, daß die Negierungen doch noch zu anoerer Ueberzeugung kämen. In der Polittk ist man sonst nicht so hoffnungsvoll. <83 ist auch wohl nicht im Sinne des Vertrauens gemeint, sondern der „starken Erwartung" der Umkehr der Regierung. Der Bericht schließt mit folgenden Anträgen der Kommission: Der Reichstag wolle beschließen, erstens, dem Gesetzentwurf betreffend den Zolltarif in der vorgeschlagenen Fassung die Zustimmung zu erteilen, zweitens, die zu dem Gesetzentwurf eingelaufenen Petttionen durch Beschlußfassung über denselben für erledigt zu erklären und drittens folgende Resolutionen anzunehmen: Erstens, den Bundesrat zu ersuchen, mit möglichster Beschleunigung unter Hinzuziehung von Verttetern des inländischen Tabakbaues zu prüfen, in welchen Beziehungen die Ausführungsvorschriften zum Gesetz front 16. Juli 1879 betreffend die Tabakb esteuerung im Interesse der kleineren Tabakbauern verein facht werden können und dem Reichstage die Ergebnisse mitzuteilen, zweitens, mit Rücksicht auf oie Erklärung der Vertreter der verbündeten Regierungen bänglich der Zollsätze in Pos. 237, Petroleum, keinerlei vertragsmäßige Verbindlichkeiten anderen Staaten gegenüber eingehen zu wollen, sowie die Regierungen zu ersuchen, mtt möglichster Beschleunigung zu erwägen, ob nicht durch Einführung verschiedener Zollsätze für Rvhpetroleum und gereinigtes Petroleum die Schaffung einer inländischen Raffinerie-Industrie möglich und wirtschaftlich geboten erscheine und, bejahenden Falles, einen diesbezüglichen Gesetzentwurf dem Reichstage vorzulegen. Der nationalsoziale Parteitag ist am Sonntag in Hannover geschlossen worden. Aus dem politischen Jahresbericht Naumanns erwähnen wir, daß dieser die Erwartung aussprach, daß, nachdem in der Sozialdemokratie der Diarxismus vollständig abgethan sei, ohne daß eine neue politisch-wirtschaftliche Anschauung ein- aetreten sei, sich hier eine industrielle Volkspartei durchsetzen werde. Tr. Alfred Weber-Berlin hielt einen Vortrag über KartelleundSyndikate. Er bezeichnete in seinen Leitsätzen die Kartelle als entwickelungsgeschichtlich notwendige Bildungen, die aus den Konzentrationstendenzen des Kapttals sich ergeben und gegen die eine Reprefiivpolitik unmöglich sei. Zur Verhütung einer Ausbeutung des Jnlandmarktes forderte er die Einführung einer möglichst weitgehenden Publizität der Kartellgebahrung durch Kartellregister, Veröffentlichung der Kartellbeschlüsse und der Kartellpreise. Der Staat müsse sowohl als Produzent int Bergbau wie als größter Abnehmer für Schienen, Kohlen 2C. eine ungesunde Kartellzinspolitik durchbrechen- Erwünscht sei die Einfügung einer Klausel in die Handelsverträge, die die Erhebung eines Zollzuschlages auf Artikel ermöglicht, welche fremde Kartelle mit Hilfe der Exportprämien ausführen. Der Parteitag stimmte diesen Leitsätzen zu unter Einfügung der Forderung nach Veranstaltung einer Enquete, wie weit die Kartelle zu gesetzlichem Eingreifen Veranlassung geben. Hierauf befürwortete Tischendörfer- Berlin eine Arbeitslosenversicherung. In der Diskussion kamen die Schwierigkeiten zum Ausdruck, welchen die Durchführung der Arbeitslosenversicherung begegnet. Es wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Lettfätze des Referenten als Grundlage für die Aufstellung eines Programms für die Arbeitslosenversicherung einer Kommission von sieben Mitgliedern überwiesen wurde. Auf Antrag des Pfarrers Gros-Esch nahm der Parteitag einen Protest gegen den Ausschluß der sozia l- demokratischen Konsumvereine aus dem allge- mein en Verband der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften an. Tie vom Parteitag angenommene Resolution drückt das Vertrauen zu der „Einsicht und Gerechttgkett" der Regierung aus, ,chaß sie der Genossenschaftsbewegung des Arbeiterstandes dasselbe Wohlwollen und mindestens dieselbe Freiheit gewähren werde, wie dem ländlichen Genossenschaftswesen". Ueber das Aktionsprogramm des Sozialismus sprach Tr. Maurenbrecher. Er meinte, eine Partei, welche wie die Sozialdemokratte aus der Philosophie stammt, höre auf zu existieren oder müsse fortwursteln, veröden, versanden, wenn sie die Theorie aufgebe. Heute seien bei der Sozialdemokratie keine instruktiven Ideen mehr vorhanden, alte Gedanken seien auf allen Seiten innerhalb der Sozialdemokratie zusammengebrochen, neue seien nicht möglich. Der Gedanke, daß der Sozialismus Vergesellschaftung der Produktionsmittel und der Staat das einzige Produktionssubjekt sei, der eine Freiheit gewährleiste, sei sowohl bei Bernstein wie bei Kautsky aufgegeben. Die Sozialdemokratie schweige sich aus über die Frage, wie sie an der Regierungsgewalt Anteil gewinnen könne, um Aende- ntngen zu schaffen. Ties sei nur möglich durch ein Kompromiß zwischen dem Nattonalen und dem Sozialen. Wenn der Gedanke sich verbreite, daß die Frage, ob Monarchie oder Republik, leine Prinzipienfrage ist, sondern die Beurteilung der Frage der Staatsform nach Gründen der Macht und der Zweckmäßigkeit sich richte, so würden die Arbeiter einem Kompromiß mit dem nationalen Gedanken geneigter werden. Bei der Vorstandswahl wurde Naumann zum Vereinsvorsitzeitdeu wiedergewählt. Ter engere Vorstand besteht aus idem Regierungsbaumeister Frauendienst, dem Bodenreformer Tamaschke, Regierungsbaumeister Souchon, Lithograph Tischendörser, Lehrer Schöning und fr. Gerlach, alle in Berlin. Tie Nationalsozialen haben am Sonntag abend in einer geschlossenen Sitzung verhandelt über die bevorstehenden Reichstag sw ah len und über die allgemeine Lage des Vereins, und der Presse zu diesen Verhandlungen keinen Zutritt gewährt. Umstrittene Gesetzentwürfe. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 6. Oktober: Unmittelbar nach Wiederbeginn der Reichstagsverhand- lungen wird als erste Kommission diejenige zusammen- treten, der der Gesetzentwurf über die gewerbliche Beschäftigung fron Kindern zugewiesen ist. Tie Beratungen dieser Kommission dürften sich geraume Zett hinziehen, da, wie bereits die Generaldebatte im Plenum erkennen ließ, Berständigungsschwierigkeiten zu überwinden sind. Auf leben Fall wird der Entwurf in erheblich veränderter Gestalt ins Plenum zurückgelangen, seine Verabschiedung ist im günstigsten Falle bis zum Beginn der parlamentarischen' Osterferien möglich. Tie Linke will alles versuchen, die landwirtschaftliche Kinderarbeit in das Gesetz einzubeziehen, was die Regierung dem Vernehmen nach ab lehnt. Ob die Vorlage über die kaufmännischen Schiedsgerichte das Parlament noch vor Neujahr beschäftigen wird, ist sehr zweifelhaft. Die Meldung, int Reichsjustizamt sei wenig Stimmung für ein solches vorhanden, trifft zwar nicht zu, der Entwurf ist int Gegenteil nahezu fertiggestellt. Tvch der Umstand, daß er den Anschluß dieser Schiedsgerichte an die Amtsgerichte vorsieht, dürfte ihn dem Reichstag weniger sympathisch machen. Tie Volksvertretung ist in ihrer großen Mehrheit für die Angliederung an die Gewerbegerichte, wogegen wiederum die Regierung Bedenken hat. Tie Möglichkeit erscheint sonach nicht ausgeschlossen, daß der Gesetzentwurf scheitert, zumal auch die kaufmännischen Kreise einer Angliederung der Schiedsgerichte an die Amtsgerichte roiberftreben. Tie Novelle zum Krankenversicherungsgesetz dürfte dem Reichstag erst im letzten Tagungsabschnttt zugehen. König Leopold als Geschäftsmann. Aus London wird berichtet: In der Presse macht augenblicklich eine Geschichte die Runde, die den so stark ausgeprägten Geschäftssinn des Königs der Belgier charakteristisch beleuchtet. Als Leopold nach dem Tode seiner Gemahlin nach. Brüssel kam und dort die Beerdigung der Königin mit der beinahe unanständigen Eile vollziehen ließ, während er gleich« zeitig Veranlassung nahm, den sattsam besprochenen Skandal mit seiner Tochter Stephanie zu provozieren, mußte er bekanntlich den Aufenthalt in seiner Hauptstadt und in seinem Lande angeblich auf dringendes Anraten seiner Leibärzte auf die allerkürzeste Fri st beschränken und schleunigst wieder nach dem schönen Süden eilen. Trotzdem aber fand der König unter all diesen betrüblichen und peinlichen Umständen doch die Zeit, ein gutes Geschäft zum Abschluß zu bringen, indem er den Kontrakt für den Ankauf des Hotels „Seite- frue" iin BrÜssel mtterzeichsnete und dadurch rechtS- kräfttg machte. Das Hotel ist ein sehr lukratives Unternehmen und liegt in der Nahe des königlichen Palastes^ uno nun bemüht man sich in Hofkreisen, die Sache so par- zulegen, als ob König Leopold den Ankauf nur vollzogen! habe, um seinen eigenen Palast ausbauen zu können. Hierzu soll aber speziell jetzt, nach, dem Tode der Königin, nicht die geringste Veranlassung vorliegen, und es ist viel wahrscheinlicher, daß der König wenigstens vorläufig Hotelbesitzer bleibt und den schönen Profit, den das Unternehmen ab- wirft, in die Dusche steckt. Deutsches Keich. Berlin, 6. Okt. Der Kaiser wird morgen von Königsberg nach seinem Gute (Sabinen fahren. Am Mittwoch beabsichtigt der Monarch der Einweihung der neuen Schule in Sabinen beizuwohnen. Donnerstag Mittag erfolgt bie Weiterreise nach Marienburg. — Ueber die Reise bes Kaisers nach England wirb aus Kiel berichtet, baß die Uederfahtt von Vlissingen angetreten werden soll. Die Yacht „Hohenzollern" und das Begleitschiff, Kreuzer.Nymphe", erhielten Befehl, Kiel am 6. November zu verlaßen und sich nach Vlissingen zu begeben. Soweit heute bekannt ist, wird sich der Kaiser am 9. November dort auf die „Hohenzollern" begeben und nach England abfahren. — Die »Berl. N. Nachr." stellen fest, daß e§ sich bei der Nachricht von einer bevorstehenden Konferenz der Ministerpräsidenten der größeren Bundesstaaten um eine durchaus unbeglaubigte Reporternotiz handelt. Dem Blatte wird bestimmt versichett, daß der Reichskanzler Einladungen zu einer solchen Konferenz nicht ergehen ließ. — Im Namen von 70 000 Gastwitten hat der Vorstand des deutschen Gastwirte-VerbandeS eine Eingabe an den Bundesrat und Reichstag in Sachen der Flei sch not abgesandt. Neben diesem Verbände, der zurzeit 470 Vereine mit 33 000 Mitgliedern umfaßt, sind daran beteiligt der Bund deutscher Gastwitte, der in 400 Vereinen 30 000 Mitglieder zählt, ferner der Verband der Gast- und Schankwitte Berlins und Umgegend, die Berliner Gastwitte- Jnnung und der Verein der Berliner Hotelbesitzer. Hamburg, 6. Okt. Heute wurde hier die 9. Jahres- Versammlung des Zentralverbandes der Ortskrankenkassen im deutschen Reiche unter dem Vorsitz von Hermann Steinmetz-Leipzig eröffnet. Vertreten sind 111 Kaffen mit 188 Delegierten und mehr als einer Million Mitgliedern. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden hielt Senator Dr. Lappcnberg eine längere Ansprache, in der er die Teilnehmer an der Versammlung im Namen de§ Senats und der hamburgisch«, Behörde für Krankenversicherung bewiLommnele, auf die Bedeutung gegenseitiger Aussprache in den Verhandlungen hinnneS und den Beratungen guten Erfolg wünschte. Hagen, 5. Oft Die 16. Generalversammlung deS evangelischen Bundes wurde heute abend eröffnet an der 2000 Personen teilnahmen. Pfarrer Vournier-PariS berichtete über feinen Uebertritt und seine Arbeit Greiz, 6. Oktbr. Prinzessin Emma, die älteste ToLter deS verstorbenen Fürsten Reuß ä. 5t, hat sich in Ida Waldhaus mit dem Grafen Künigl, einem Neffen des Forstmeisters Grafen Künigl, verlobt Der Bräutigam ist österreichischer Offizier. Heidelberg, 6. Oft Heute wurde hier die 14. allgemeine Sittlichkeitskonferenz unter Vorsitz von Lic. Weber mit einem Gottesdienst eröffnet In der darauf folgenden Versammlung sprachen die ReichStagsabgg. Henning und Hoeffel. Die Konferenz ist auS allen Teilen Deutschlands beschickt. Verhandelt wird über verschiedene, die Bekämpfung der Unsittlichkeit betreffende Tagesfragen. Kolouialpost. Oberleutnant Pavel, Kommandeur der Kameruner Schutztruppe, ist in Berlin eingetroffen und hat dem Direktor der Kolonial-Wterlung Bericht erstattet Im Juni 1901 ist er dem Schutzgebiet Kamerun zugeteilt worden und hat dasselbe im Juli erreicht Sein Aufenthalt daselbst hat nicht viel über ein Jahr gedauert, doch hat er einen der interessantesten Züge gemacht, die überhaupt in unserer Kolonialgeschichte vorgekommen sind. In der Sitzung des Kolonialrates Ende Juni 1902 wurde noch mitgeteilt, daß nur in Banyo und Garua feste Stationen errichtet und mit ständigen (Barnifonen belegt werden sollten. Als diese Er- llärung erging, war die Schutz truppe schon in dem Tsckad- feegebiete angelangt, das uns durcy Verträge mit England und Franlreuh 1893 und 1894 zugesprochen war. Ende 1901 wurde Oberleutnant Dominik mit einer Expedition ab gesandt, um eine Station in Garua herzustellen. Oberstleutnant Pavel rückte mit der verfügbaren Schutztruppe nach, um in Banyo eine Station zu bauen, die als Stütze für Garua dienen sollte. Tie verschiedenartigen Ereignisse im Norden nötigten ihn aber, immer weiter vvrzurücken, bis er schließlich in Dikva anlangte. Wir sind dadurch in bie Mitte des Sudan gekommen und stehen in unmittelbarer Berührung mit den Völkerschaften der nordafrikanischen Küste. Nach, den Erfahrungen, die wir schon häufig in den afrikanischen Schutzgebieten gemacht haben, ist man hier an maßgebender Stelle zu dem Entschlüsse gekommen, die Garnison in Dikoa zu belassen nnb unser Tschad fee gebiet dauernd besetzt zu halten. Unsere Festsetzung baselbst ist zieny* lich rasch und leicbt von statten gegangen; wollten wir uns von dort zurückztehen, so würden wir nicht nur diesen Vorteil aufgeben, sondern auch später dasselbe nur unter großen Kraf tau sw endun gen und mit vielfach höheren Kosten wieder erreichen können. Oberstleutnant Pavel hat damit, daß er aus eigenem Antriebe die Grenze der ihm von hier aus gesteckten Aktionslinie überschritten hat, einen glücklichen Zug gemacht. Die neueren Ereignisse haben auf das klarste dargethan, daß eS bie höchste Zeit war für die Besetzung unseres Tschadseegebietes; von Osten und von Westen sind die Franzosen und Engländer in unsere Sphäre eingedrungen mit dem Hinweise, daß .dort keine Besatzung vorhanden war. Das Ansehen Deutschlands litt durch diese Zurückhaltung. Ausland. Paris, 6. Oktober. „Figaro" versichert, der deutsche Kaiser lasse gegenwärtig in Frankreich alle sich auf bie Familie de Coligny beziehenden Dokumente sammeln, mit welcher Familie die Hohenzollern verwandschastlich liiert gewesen seien. Die Tochter beS berühmten Admirals de Coligny hatte Wilhelm TacituS, einen Prinzen des Hauses Oranien, geheiratet. Coligny war einer der Ersten, die in der Bartholomäusnacht vom 24. August 1572 ermordet vurden. Wien, 6. Oft Der „Neuen Freien Presse" zufolge führten die in Budapest stattgehabten Ausgleichsverhandlungen zu einer Einigung über den Zolltarif. Bezüglich der wichtigen staatsrechtlichen Fragen dagegen bestehen noch bie Differenzen in ihrer vo llen Schärfe. Ministerpräsident o. Korber hielt heute dem Kaiser Vortrag über die gestrigen Konferenzen. N e w - P o r k, 6. Oft. Große Erregung brachte die Ankündigung, daß der Oeltrust die Preise für Brennöl erhöhte. Die Gasgesellschasten können nicht genügend Gas mehr produzieren. Da heute die Temperatur fiel, ist der Verbrauch stark gesteigert. An unsere Leser! Bei dem steigenden Jntereffe des Zeitungslesers für die allgemeinen politischen Tagesfragen und das öffentliche Leben unfereß Großherzogtums im besonderen haben wir unß entschlossen, ein eigenes Uedaktimisburcau in Darmstadt zu errichten. Es befindet sich m Darmstadt Mathilvcn- platz 3, Telcphounummcr 863. Infolge dieser Neueinrichtung, die sich für die stetige Ausdehnung unseres Blattes als notwendig und zweckdienlich enveist, werben wir in der Lage sein, unsere Leser bester und ausführlicher als bisher über alle bemerkenswerte Vorgänge in der Landeshauptstadt zu unterrichten. Wir werben sowohl in regelmäßigen Darmstadter Briefen ben allgemeinen Vorgängen, als auch ben bevorstehenden 'nichtigen Verhandlungen der hessischen Laodstäude unter de- fonberer Berücksichtigung unserer oberhessischen Verhältniste eine erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden. Wir sind überzeugt, baß diese Neueinrichtung unseren Lesern willkommen sein und unserem Blatte zahlreiche neue Freunde zufuhren wird. Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. Schwurgericht P. Gießen, 6. 0kt Verhandelt wurde heute gegen ben Großh. Bürgermeister Johannes Wilhelm Möser von Bo den- hau senil wegen Verbrechens im Amt Tie Anklage oertritt Gerichrsassessor Dr. Hetzel, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Klarenaar. Ter Angeklagte wirb beschuldigt 1. daß er zu Bobenhausen 1900 als Beamter zur Aufnahme öffentlicher Urkunden vorsätzlich eine rechtlich erhebliche Tyatsache — verschiedene bei einer Holzversteigerung erhielte Erlöse — falsch beurkundet oder in das BersteigerungsprotvLoll falsch eingetragen hat, und daß er diese Handlung beging in der Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen; 2. zu Bobenhausen ll im Jahre 1900 in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögens- vortell zu verschaffen, das Vermögen des Schneidemullers Heinrich Zöckler dadurch um den Betrag von einer Mark geschädigt hat, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Unterdrückung ober Entstellung wahrer Thatsachen einen Irrtum erregte oder unterhielt Aw 29. März 1900 fand in den Waldungen der Gemeinde Bobenhausen II eine Holzversteigerung statt durch den angeklagten Bürgermeister unter Zuziehung des kontrollierenden Gemeinderatsmitgliedes Hofmann IV. Die einzelnen Posten des zu versteigernden Holzes wurden aufgerufen und dem Meistbietenden zugeschlagen. Möser sowohl als Hofmann notierten das Ergebnis der Versteigerung jedes einzelnen Postens jeder für sich und zwar der Letztere in ein sogenanntes Diarium, während der Bürgermeister ein Notizbuch benutzte, das er nicht mehr besitzen will und angeblich inzwischen verloren hat Nach den Eintragungen des Kontrolleurs hatte u. a. der Bürgermeister zwei Posten Holz gesteigert zu den Preisen von 4 Mk. und 5 Mk., Zöcller Holz zum Preise von 7 Mk., 5,20 Mk. und 3 Mk., welch letzterer Posten sich aus den Kaufpreisen für zwei Steigpreise von 1 Mk. und 2 Mk. zusammensetzt Einige Tage nach der Holzversteigerung kamen der Angeklagte und Hofmann zusammen, verglichen ihre iliotizen miteinander und stellten deren Heb er em ft immun g fest. Auf Grund der Eintragungen in sein Notizbuch errichtete Bürgermeister Möser nun ein förmliches Protokoll über bie Versteigerung. Dieses Protokoll dient zugleich als Einnahmebelag und wurde demnächst dem Gemeiriderechner übergeben, damit dieser die Beträge für das Holz einziehen konnte. Der Angeklagte soll nun das Heberegister für den Rechner zunächst in Uebereinstimmung mit den Eintragungen seines VLotizbuches aufgestellt haben, später aber soll er die von ihm zu zahlenden Steigbeträge von 4 auf 2 und von 5 auf 3 verändert haben. Dementsprechend soll er dann bie Addition der Seite in der Art geändert haben, daß er aus 232,90 Mk. 228,90 Mk. machte und das gleiche Verfahren auch betreffend des lieber traget auf der nächsten Seite anwendete. Die Anklage nimmt an, daß der Angeklagte, um bie Gesamtsumme bes SteigerlöseS, wie diesen das Protokoll nun einmal aufwies, nicht ändern zu müssen, auf mehrere Posten deS für Heinrich Zöckler gebuchten Holzes die sich gekürzten Beträge diesem zugeschrieben habe, also eine weitere Fälschung des Protokolls vorgenommen habe. Zöckler, der ein umfangreiches Holzschneidewerk betreibt, hat, wie M. voraussehen konnte, die Manipulation nicht gemerkt und den Mehrbetrag ruhig bezahlt. Der Angeklagte hat dem Untersuchungsrichter gegenüber die That zugestanden. Ter Angeklagte ist ein Mann von 52 Jahren; seit 1884 hat er das Amt des Bürgermeisters, des Stcmdes- beamten und des Ortsgerichtsvorstehers inne. Möser soll sich bei Führung dieser Aemter durch Intelligenz und Wissen ebenso wie durch Gewandtheit ausgezeichnet haben, wenn er auch in letzter Zeit einige Geschäfte mit einer gewissen Nachlässigkeit erledigt hat. Schon 1893/94 schwebte gegen ihn ein Verfahren wegen Fälschung, doch wurde er dieserhalb von der Strafkammer Gießen freigesprochen. Ter Angellagte gesteht zu, die in Frage kommenden Zahlen geändert zu haben, weshalb und aus welchem Grunde er das Versteigerungsprotokoll geändert, wisse er nicht, er müsse aber entschieden bestreiten, daß er sich einen Vermögensvorteil haoe verschaffen wollend Er glaube, daß Zöckler einen Teil des von ihm, dem Bürgermeister, ge- teigerten Holzes übernommen habe, und daß darum jenem )er Betrag von vier Mark zugeschrieben worden sei. In )ie Beweisaufnahme ein tretend, wird zuerst Landgerichtsrat Wehner als Zeuge vernommen. Er erklärt, in der vorliegenden Sache als Untersuch ungsr ich ter thätig gewesen zu sein. Als er die verschiedenen Beweise der Schuld des Angellagten gejammeli hatte, sei Möser von ihm vernommen. Er habe sofort erklärt, er sei schuldig und wolle ein Geständnis ablegen. Er habe dem damals Beschuldigten Zeit gelassen, sich die Sache noch einmal ruhig zu überlegen, worauf dieser frei" und unumwunden zugestanden habe, die in Frage kommenden Zahlen im Versteigerungsprotololi vom März 1900 geändert zu haben. Landgerichtsrat Wehner kann sich nicht erinnern, daß Möser damals auch zugestanden habe, baß er durch diese Manipulation einen Vermögensvorteil erstrebt habe. Möglich könne auch fein, daß der Bürgermeister damals schon eine Andeutung gemacht habe, dahingehend, daß er dem Zöckler Holz überlassen habe. Der Gemeindeinnehmer Karl Hofmann von Bobenhausen erklärt: Ende des Jahres 1900 ober Anfang 1901 habe er zufällig in bem in Frage kommenden Versteigerungsprotokoll die Aenderungen der Poften auf des Bürgermeisters Namen entdeckt. Er sei zu seinem Bruder, bem Kontrolleur Hofmann, gegangen, unb habe mit biefem gemeinsam aus dessen Buch feftgestellt, baß die geänderten Zahlen nicht in Ordnung waren. Ter Kontrolleur war der Ansicht, der Bürgermeister müsse ben zu wenig gezahlten Betrag von vier Mark nachzahlen. Der Gemeinderechner hat bann die Angelegenheit in Gegenwart von Zöckler und eines gewissen Frank erzählt, aber nicht etwa gleich nach der Entdeckung, sondern beinahe ein Jayr später, und Frank hat dann von der Sache der Oberrechnungskammer Anzeige erstattet. Ter jRedjner Hofmann erklärt auf Befragen des Verteidigers, daß er den 'Jtngeflagten Möser weder für geizig noch für profitgierig halte, es sei richtig, daß er der Ansicht fei und dieser auch verschiedentlich Ausdruck gegeben hat, Möser habe bie Fälschungen nicht oorgenommen, um sich einen JBorteil zu verschaffen. Kreisamtsgehilfe Wingefeld-Schotten war ber erste Beamte, der auf Veranlassung der Oberrcchnungs- tammeL, welche dem Kreisamt Schotten von der Anzeige gegen Möser Kenntnis gab, diesen vernommen hat. Ter »ürgermeifter gab damals die Fälschung zu. Er war ganz unglücklich und sprach von Selbstmord. Der Zeuge will damals Mühe gehabt haben, ben Mann zu beruhigen. Kreis- amtmann Bohm- Schotten giebt dem Angeklagten wegen seiner sonstigen Tienftführung ein glanzendes Zeugnis. Ter nun vernommene Zeuge Wilh. Frank von Bobenhausen giebt unumwunden zu, oaß er der Todfeind des Anaeklagten sei unb diesen aus Rache angezeigt Rabe. Er habe früher schon den Bürgermeister beschuldigt und vergeblich angezeigt, dieser habe damals den Spieß herumgedreht, unb so fei er mit Gefängnis bestraft worben. Ter Schneidemüller Hrch. Zöckler von der Heutzmühle habe bei der in Frage kommenden Versteigerung seinen Sohn für sich handeln lassen, er will nicht mehr wissen, wie es damals zugegangen ist Dem Zeugen, der offenbar sehr vorsichtig unter seinem Eide aussagt, sei an dem Holzabsuhrschein, den er damals erhalten, nllhts ausgefallen, er habe auch nicht geprüft, ob die für die einzelnen Poften berechneten Preise stimmten s wohl hat Zöckler die Addition nachgerechnet und hierbet einen Fehler gefunden. Es fei dem Zeugen erinnerlich, daß der Bürgermeister Möser ihm einmal Holz überlassen habe, was dieser gesteigert hatte; wann dies gewesen und ob die- besonders um die fragliche Zeit gewesen sei, wisse der Zeuge nicht mehr. Ter Sohn des Vvrzeugen Karl Zöckler legt fein Buch vor, worin er die von ihm gesteigerten Posten Holz notiert hat, und es ergiebt sich, daß im Vergleich zu diesen Notizen im Versteigerungsprotokoll 4 Mk. zu viel angeschrieben sind. Ter Zeuge bestreitet, jemals von Möser Holz abgefahren zu haben. Ter als Zeuge vernommene Beigeordnete 'Pabst giebt dem Angeklagten, das Zeugnis eines tüchtigen Bürgermeisters, der auch pünktlich in jeder Weise feine Schuldigkeit güthan. Eine ganze Reche Zeugen äußern sich ebenfalls überaus günstig über den Angeklagten. Der Pfarrer, der Lehrer, der Arzt von Bobenhausen geben Möser geradezu ein glänzendes Zeugnis. Mehrere der Zeugen wissen sogar Tyatsachen anzugeben von der llneigennützig- keit des Bürgermeisters, so hat er in mehreren Fällen 'Nachbarn Fuhren nicht berechnet und erklärt, er wolle dafür nichts haben. D-en Geschworenen werden hierauf die verschiedenen Bücher der Gemeinde Bobenhausen II vorgelegt, in denen der falsche Eintrag aus dem Versteigerungsprotokoll übernommen ist. Den Geschworenen werden daraus $wei Fragen vorgelegt und zwar wegen Urkundenfälschung und ob hierdurch ein Vermögensoorteil vom Angeklagten erstrebt worden sei, weiter ob der Angeklagte sich des Betruges gegen Zöckler oder die Gerneinbe Bobenhausen schuldig gemacht hat. Ter Vertreter bei StaatA» behörde, Gerichtsassessor Tr. Hetzel nimmt abends um 7 Uhr das Wort zur Begründung der Anllage. In einstündiger Rede plädiert er für schuldig im vollen Sinne der Anllage. Rechtsanwalt Klarenaar tritt ganz entschieden dafür em, daß fein Klient freizusprechen sei, cs sei nicht erwiesen, baß dieser einen Vermögensvorteil erstrebt habe. Ter Verteidiger geht die Beweisaufnahme durch und hebt alle Momente hervor, welche für den Angeklagten günstig sind. Die Geschworenen bejahen nach langer Beratung bie Schuld frage wegen Urkundenfälschung verneinen aber gleichzeitig den Teil der Frage, welcher dem Angeklagten die Absicht zuspricht, mit der Fälschung einen Bermögelis- vortell erstrebt zu haben. Tie weitere Frage wegen Betrug zum Nachteil des Zöckler oder der Gemeinde Bobenhausen wird ebenfalls von der Jury verneint. Der Staats- antoalt beantragt, auf 9 Monate Gefängnis zu erkennen. Der Verteidiger plädiert um eine weit geringere Strafe, die er in das Ermessen des Gerichts stellt. Das Urteil lautet auf vier Monate Gefängnis. Der Äonitzer Mord vor Gericht. Berlin, ben S. Oktober 1902. Im Prozeß gegen bie ,6taateb. Ztg." würbe beute bie fom- rnissarische Vernehmung bet Dr. Müller jr. unb BleSke, welche seiner Zeit bei ber ersten Dbbuftion zugegen waren, verlesen. Hierauf gab Rechtsanwalt Dr. Hahn namens beSAnge- klagten Dr. Bötticher folgende Erklärung zu Prolokoll; ,Jn Dem Artikel in Nr. 289 ber »Staatsb. Zig." ist unter Anderem gesagt worden: Die in die Interna emgeweihten Personen behaupteten, daß trotz ber gegen Levy bestehenden belastenden Alomenie nichts gegen bie Juden unternommen worden sei, weil man eventuell einen Ausstand befürchtete/ Dem Verfasser des Artikels habe dabei der durch den Fürsten Liechtenstein bekannt gewordene Vorgang in Oesterreich-Ungarn vorgeschwebt, wo der Graf Andrassy bet dem Fall Tisza-Esftar die Befürchtung ausgesprochen haben soll, daß ein Vorgehen gegen die Juden einen Aufstand zur Folge haben würde. Der Artikel habe nur an die Möglichkeit gedacht, daß das Staatsministerium ein besonders vorsichtiges Vorgeben gegen die Juden aus staatlichen Rücksichten angeordnet haben könnte. Durch die Beweisaufnahme ist erwiesen, daß ber Juftiz- mmifter ben Ersten Staatsanwall ausdrücklich angewiesen hat, alle Spuren, insbesondere auch gegen bie Juden energisch und ohne Rücksicht, zu verfolgen und ihm anheimgestellt hat, ein förmliches Verfahren gegen Adolf Lewy einzuleiten. Di« in diesem Artikel ausgesprochene Vermutung, daß das Staatsministerium aus staatlichen Rücksichten ein besonders vorsichtiges Vorgehen gegen dieJuden angeorbnet hätte, ist somit schlechthin falsch unb eine Parallele zu ben Damaligen Verhältnissen in Ungarn absolut un* begrünoet. Der Angellagte Dr. Bötticher spricht baher sein Bebauern aus. biesen Artckel ausgenommen zu haben. Rechtsanwalt Dr. Hahn stellt im Anschluß hieran den An- trag: Die Berichte bes Ersten Staatsanwalls Settegast unb deS Oberstaatsanwalts Wulff an ben Justizminifter unb bie Bescheibe bes Justizministers aus der Zeit vom 13. März bis 23. Ium 1900 vom Justizminister etnAuforbern unb biefc Urkunden zur Verlesung zu bringen. Einer dieser Berichte ist bereits in der .StaatSb.Ztg? veröffentlicht worden. Der Gerichtshof beschließt bie Adle h n u n g des Antrags, der in feiner unbestimmten Fassung nut als ein Versuch zu betrachten sei, durch da - Gericht erst Beweismaterial herbeizuschasfen, um daraufhin erst Beweisanträge formulieren zn können. Es folgt die Vorlesung der Protokolle über die Vernehmung zahlreicher Zeugen, aus welche die Angeklagten zum Wahrheitsbeweise Bezug genommen haben unb welche bie Behauptung bestätigen sollen, baß bie gegen bie Behörben unb Beamten erhobenen Vorwürfe berechtigt gewesen seien. AuS ben Protokollen kommt mchtS wesentlich Neues zu Tage. Angekl. Bruhn hat eine Nummer feines Blattes herauSge» funben, in ber Näheres über einen Bericht beS Ersten Dtaarsan- walts Settegast wiebergegeben ist. Tann habe ber Erste Staatsanwalt bem Justizminifter gegenüber auf bie Möglichkeit bes Vorliegens eines Ritualmordes hmgewiesen. Erster StaatSanwall S e t t e g a st erklärt, ber Artikel ber „Staatsd.-Ztg." werfe ben Inhalt seines Berichts völlig burch- einanber. Hierauf giebt Rechtsanwalt Hahn namens bes Angeklagten Tr. Bötticher folgende Erklärung ab: In einem ber Artikel ist auch ein Angriff auf ben Bürgermelster Te- b i 11 n 5 erhoben worden und zwar auf Grund seiner früheren Aml< hrung »n Strehlen. Der Artikel stammte von einem akademisch gebildeten Manne her. Ter Angeklagte spreche sein Beda u e r n über bie Aufnahme des Artikels aus, denn er habe festgestellt, daß der Inhalt der Wahrheit nicht ent* spreche. Ter Vorsitzende bringt die kommissarischen Aussagen einet Anzahl von Zeugen zur Verlesung, die am Abend des 11. März einen verdächtigen Schrei gehört haben. Hieran reiben sich die Aussagen berjenigen kommyfarisch vernommenen Zeugen, welche behaupten, baß am 11. März ober kurz vorher eine große Zahl irember Juben sich in Honig aufgehalten habe. Es handelt sich hierbei um Vorkommnisse, die im Maßloff-Prozeß klar- gestellt worden sind. Auf Befragen erflärt Erster etaatsanroaU Lchw eigner, daß zu jener Zeit die Kantorstelle neu zu besetzen war und baß wohl aus biefem Grunbe verschiebene jübische Per- 'S,>ä LeMt, «b ?e stunden. fati 'M Ä ’W n,N °b2 ^derz^ t'ft h ’M !.fy>[i notiert ®b"«te Pad» liä„ tüdjtioi „m£ ;“ niBtrn Mten. $ "arten Sien dafür em, - erwiesen, daß be. Ter Aer- W alle Mo- günstig sind. Beraümg die «meinen aber m Angeklagten m Bermogcns' • wegen Bttrug e BobenhMsen Der LtaM- 3 zu erkennen, lere Strafe, die s Urteil lautet ht. loder 1902. beute bie fern* vltite, roddje men, verlesen. des j yx ^xotowl; Mn Mdurm ie^onen behauptenden Mmenli weil man wen- des Arükels habe ; gewordene vor- er Gras Andraßy gesprochen Haden ussland zur Folge öglichkeü gedacht, ichtigeL Lorgeden ngeordnel Haden , daß der M angewiev M m enennih mo llt hah tti M- Die a dlesein das Staat»' hlen tin be in dir Juden falsch und eme arnabMun' M daher sein z hieran den "" Sellegasl und de- und die BeschA bis 23.3uni M den-M eschließl die Ad & Gericht er Jnt daraushm erst . die LernehmE sZL ®*K* SrX so Angell<" s des ^öer Ar- 3«ster Te' erTe'rWrtil nd le'ne ^ak-. e von em u n As!-E M s«q LH 'iaM^lsanE SÄ» einiger Zett angeregt wurde die Oeffentlichkeü tritt, einen an um Vermischtes. Aus Stadt und Land. Telephonischer Kursbericht o . 101.90 . 92.— . 102.— . 92.06 . 100.— . 99.70 . 102.80 100.86 . 101.30 . 103.80 . 60.80 . 32.— . 28.60 . 121.00 . 48.96 ^^Hteraui wurde die Verhandlung aui Dienstag vertagt. Ehepaar Siebold erhängt, und zwar der Mann morgens tm Keller, die Frau abends auf dem Speicher. — In Kassel wurde wegen Unterschlagung von etwa 26 000 Mark der Buchhalter Stieglitz der Getreideftrma Buchenholz verhaftet. Roichsanleihe do. Konsole . do. . . 3*/a% 8% 3V,% 3% Hessen . . . 3% Oberhessen . . . 4% Oeeterr. Goldrente . , 4%% Oesterr. Silberrente 4-6 Ungar. Goldrente . . 4°/u Italien. Rente . . . 4% 56 Portugiesen . . , 3°/ Portugiesen, . . . 1% 3. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4'/,-6 äussere Argentiner 8% Mexikaner . . . 41/a"/o Chinesen . . . Electric, ßohuokert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien «... Dis konto-Komm andit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsgea. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Laura Hütte..... Bochum...... Harpener..... Tendenz: still. Meyer!" ruft der Chef . 26L6 . 91.9e . 82.76 . 106.80 . 216.1C . 186.0C . 135D0 . 142L0 . 156.50 . 152.46 . 20.40 . 178.50 . 200.50 . 178.80 . 168.70 Landwirtschaft. Gießen, 6. Okt. Auf der am 4. Oktober eröffneten deutschen Gersten- und Hopfenaussleliung zu Berlin fiel der erste Siegerpreis in ine vom Hessischen Landwirtschaftsrat veranstaltete Sammelausstellung und zwar aus eine von Gottjrred Bund- i-v-OÄ schuh aus Lengfeld L O. ausgestellte Gerste. ganz«, kamen auf die 28 Gersten der Hessischen SammelauSstellung 19 Auszeichnungen, darunter drei erste Preise außer dem ersten Gießen, 7. Oktober 1902. •* Gedenktage. Zu Florenz starb am 8. Oktober - 6808 der italienische Tragödiendichter Vittorio Alfieri. , Empörung gegen jede mißbrauchte Gewalt und Tyrannei, ein !»egeisterteS Gefühl für Freiheit, tiefer Groll gegen die Er- schlaffung seine« Volkes, daS sind die Hauptzüge, welche die 1 Seele seiner kraftvollen Tragödien auSmachen. Zu feinen besten Stücken zählen: „Saul* und .Philipp II.* Zu Asti (Piemont) ward der Dichter am 17. Februar 1749 geboren. - Personalien. Dem Oberförster der Oberförsterei Lampertheim, Gustav Dieffenbach wurde der Charakter «lS Forstmeister verliehen. Der evangelische Pfarrer Geh. 5lirchenrat D. Thomas Stock zu Stockhausen, Dekanat Lau- t crbach, ist auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienstführung in den Ruhestand versetzt worden. Der Oberkonsistorialasiessor Franz Merck zu Darmstadt, dem der Charakter als Oberkonsistorial» rot verliehen war, ist zum Oberkonsistorialrat ernannt worden. - Zu den Landtagswahlen. Der Vorstand des Nhein-Main-Gastwirteverbandes hat an seine Mitglieder einen Llufruf erlösten mit dem Ersuchen, angesichts der kommenden öandtagswahlen sich bei ihren Landtagskandidaten, ohne Diückstcht auf deren Parteistellung zu vergewistern, wie sich dieselben gegenüber den Forderungen der Gastwirte ®uf Aufhebung bezw. Ermäßigung der „ungerechten Stempel und Steuern" stellen, welche sich für bie Herbeiführung einer gerechten Besteuerung durch Aufhebung bezw. Herabsetzung der einseitigen, unter dem Namen stempel bestehenden Doppelsteuern aussprechen. Stadttheater. Als erste v olkstümliche Vorstellung geht am Mittwoch Hermann Sudermanns Schauspiel „Heimat" in Szene. Die Eintrittspreise betragen für Loge 1.20 Mk., Saalplatz 60 Pfg., Gallerie 30 Pfg. — Der große ZirkuSCharleS trifft am Mittwoch Nachmittag 6.50 Uhr hier ein und wird am Freitag seine Liorstellungen hier beginnen. R. Hattenrod, 5. Okt. Nachdem unsere Gemeinde, bie zu den wenigen glücklichen zählt, die keine Kommunalsteuer erfordern, erst im letztverfloffenen Frühjahr die hiesige Kirche mit einer prächtigen Orgel auSgestattet hat, konnte heute auch ein neuer luftiger Schulsaal seiner Bestimmung übergeben werden, während der seitherige, den Ansprüchen nicht mehr genügende Raum durch Umwandlung in zwei Zimmer eine zeitgemäße Erweiterung der Lehrerwohnung abgegeben hat. Die Einweihungsfeier, welcher seitens der Schul- und Baubehörde die Herren Provinzialdirektor Dr. Breidert, Kreisschulinspektor Prof. Dr. LuciuS und Bau- rct Stahl von Gießen beiwohnten, eröffnete die Musikkapelle mtt dem Liede „Ich bete an die Macht der Liebe", worauf Lehrer Römer die zahlreichen Festgäste im alten Schulsaale begrüßte. Dann bewegte sich der Zug der Festgäste nach bem unweit deS alten Schulhauses als besonderer Bau mit flachem Dach errichteten neuen Schulsaal. Hier hielt Pfarrer R ö m h e l d von Ettingshausen die Weiherede. Durch e ine Schülerin wurde dann der Schlüssel dem Baurat Stahl überreicht, welcher ihn mit Dank gegen den Bauleiter, Kreis- sßraßemneister M a r i n g e r von Grünberg, wie alle am Neubau beschäftigt gewesenen Handwerker und Arbeiter und mit bem Wunsche, daß der neue Saal allen Anforderungen entsprechen möge, weitergab an den Provinzialdirektor Dr.Brei- tert Dieser sprach seine besondere Anerkennung der Gemeinde Hattenrod für ihre Opferwilligkeit aus und überreichte boen Schlüssel dem Bürgermeister Rock. Bevor letzterer die Eingangspforte öffnete, dankte er den Festteilnehmern für ihr zahlreiches Erscheinen und empfahl das eine Zierde der mannen Gemeinde bildende neue Gebäude dem Schutz Gottes. Zum Schluß trug der hiesige Gesangverein unter der Leitung deS Lehrer Römer den vierstimmigen Chor „Laßt Jehovah doch erheben" vor, worauf die Besichtigung des neuenSchul- j-aaleS erfolgte. n. Echzell, 6. Okt. Baron v. Harnier hier hat sein n Ulfa bei Nidda liegendes Gut, das etwa 150 Morgen HUt, an den Händler Leopold Weinberg von Treysa bei Raffel verkauft. Letzterer hat es in der Absicht erworben, baS Gut zu parzellieren und in kleinen Abteilungen an die Anwohner Ulfas zu verkaufen. Darmstadt, 6. Okt. Gestern Vormittag fand in der hiesigen Stadtkirche die Amtseinführung des neu ernannten Stadtpfarrers unserer evcmg. Stadtgemeinde, Dr. Friedrich Grein, seither in Gießen, statt, dessen Berufung durch die Ernennung des Pfarres Petersen zum Oberkonsistorialrat notwendig geworden war. Die feierliche Handlung wurde durch Superintendent D. Flöring vorgenommen, der seiner J3 Herzen gehenden Ansprache den Text Psalm 27, 1 zu Grunde gelegt hatte. In seiner Antritts-Predigt bemerkt Pfarrer Grein einleitend, daß er zwar von seinersett- UnioerstMs-Nlichrichlra. — Der „Reichsanz." meldet, Prof. Orth in Göttingen ist in die medizinische Fakultät der Berliner Universität versetzt. (Orth ist bekannllich der Nachfolger Virchows. Die Red. des Gieß. Anz.) Gerichtssaai. München, 6. Okt. DaS Landgericht verurteilte den Schrift- steller Friedrich Benz zu 2 Monaten Festungshaft wegen Beleidigung des Deutschen Kaisers, die in einem Briefe an den Schriftsteller Karl Hermann in Braunschweig et> °lgt war. -------- . Daris 6. Oft. Der Gouverneur von Martinique telegraphiert: 4er Mont Pel6 stößt Asche und Rauch aus: man hört dumpfes Rollen, lln der Gegend von Basse-Pointe richteten Ströme heißen Wassers Schaden an * Paris 6. Oft. Zwischen dem KaLinettschef des Kriegsministers General Per ein und dem Redakteur des „Gaulois" Pollonais wurde heute nachmittag ein Zweikampf auf Säbel auögetragen, wobei ersterer eine leichte Verletzung an der Hand erhielt. (Die Veranlassung hierzu war die gestern von uns mitßeteiltc Preßäußerung über Dreyfus und Percin am Grabe Zolas. D. Red. d. Gieß. Anz.) ♦ Wien, 6. Oft. Die RcttsVammer des Landgerichts beschroß heute die Haftentlassung des in Zusammenhang mit der Angelegenheit Jellinek verhafteten Generaldirektors der Eltvomobilwerke Pollak, da weder Fluchtverdacht nodj Kollusionsgefahr vorliege. — Der Gasthofsbesitzer Foerschtgott tötete heute vormittag s e i n e F r a u, 'eine drei Kinder und sich selbst durch Revolver- chüsse. Tas Mottv sollen finanzielle Schwierigkeiten lein. *Generalmajor v. Mackensen, der Kommandeur der Leibhusaren-Brigade, hat, wie man aus Danzig berichtet, auf der Fuchs-Jagd des westpreußischen Reiter-Vereins durch Sturz vom Pferde einen sehr schweren Knüchelbruch erlitten. • Das Münchener Oktoberfest. Nach ememTelegramm aus München endete das sogen. Oktoberfest, ein bayerisches Volksfest, mit großen Exzessen. Schutzleute, welche bei einem Strecke intervenieren wollten, wurden von der Menge angegriffen und wurden gezwungen, blank zu ziehen. Bald hatte sich eine nach vielen Hunderten zählende Volksmenge angesammelt, welche gegen die Polizeiwache einen Hagel von Steinen schleuderte und auch mehrere scharfe Schüsse abgab. Mehrere Personen, darunter ein Schutzmann, wurden nicht unerheblich verletzt. Erst in später Nachtstunde konnten die Ausschreckenden beruhig dem Lehrling zu, „holen Sie mal sofort 12 Schachtel» Sodener Mineral-Pastillen aus der Apotheke, aber verlangen Sie „Fays achtel" Der Husten des Personals muß endlich einmal energisch bekämvst werden — bei vertreibt mir sonst die ganze Kundschaft." Tann wendete er sich an seine Angestellten: „Für die Folge abei sorgen Sie selbst dafür, daß Sie nicht wieder mit einem Husten und chronischer Heiserkeit ins Geschäft kommen, Eine Schachtel Pastillen kostet nur 85 Pfg. und damit beugen Sie jeder Erkältung vor. 6824 daß bezüglich der Behauptung — -v r. - . an Komtz bie umfassendsten Nachforschungen angestellt worden !Äen. ch;eitsfkicrs sagen dem Baucr'fchen f Gesangverein sowie allen X Freunden und Bekannten G beßen $onf. • G. Atzbach $ und Frau. ZntcUigcutrr Iun^e iuchr leichtere Beschäftigung, evtl. Lehrst. Rodheimerstr.38,111.04300 6951] Lehrerdtochter, 17Zadre alt, ^ucht sofort in besserem Hause als Slüye der Hausfrau Stellung. Tieselbe hat schon einen Bügel» kursus absolviert und war schon ea. 4 Monate in der Küche mit dem Kochen beschäftigt. Familien, anschl. Bedingung. Näh, u d. Exp. Aräuletu aus guter Familie sucht Stellung als Stütze der Hausfrau, am liebsten m Umgebung Gießens. 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