Nr. 183 erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Familienblätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver- lag der Brühl'schea Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch (Srben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 7. August LDOA Gietzeim Anzeiger ** General-Anzeiger ■** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezngSpretSr monatlich 7b Pf., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. ZweigsteNen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährt ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12Ps* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. aUgem* Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land* und .Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die heutige Ammner umfaßt 8 Seiten. nicht mahles W handeln. Ein audexeK GraüM wurde M anlagen zu besichtigen. München, 6. Ang. Die Kammer der Abgeordneten lehnte mit den Stimmen des Zentrums gegen die Stimmen der übrigen Abgeordneten die von der Kammer der Reichsrate wiederhergestellten Fi Kun st zwecke im Kultusetat heute nochmals Tie Forderungen sind hiermit endgiltig gestrichen. München, 6. Aug. Die Auflösung der Verlobung des bayrischen Herzogs Siegfried mit der Erzherzogin Maria Annunziata erregt einigess Aufsehen; der Herzog ist ein eleganter Reiter und liebenswürdiger Kavalier, soll aber nicht in glanzenden Verhältnissen leben. Die Nachricht ruft, nicht wegen irgend welcher Analogien, sondern lediglich aus geschichtlichen Gründen, die Erinnerung an die Auflösung der Verlobung wach^ die seiner Zeit König Ludwig II. mit der Tante des Herzogs! Siegfried, Herzogin Sophie in Bayern, eingegangen war. Ter junge König war nach seiner ganzen physischen Anlage ein Bräutigam von ganz besonderer Eigenart, und es ist unter solchen Umständen nicht zu verwundern, daß die Charaktere als so wenig zu einander passend befunden wurden, daß um dieses Grundes willen das Verlöbnis selbst in diesen Kreisen und zwar durch die Initiative des Königs! gelöst wurde, in denen sonst die sogenannte Kvnvenienz mehr als in der bürgerlichen Gesellschaft ein Wörtchen zu sagen hat. Die Herzogin verlobte sich bald nachher mit dem Herzog Ferdinand von Alenoon und Ludwig II. ließ sich nicht abhalten, selbst als Beglückwünschender in einer Gesellschaft zu erscheinen, in der das Brautpaar anwesend orderungen für ab. W e l s h e i m aufgedeckt. Hier stieß man auf liegende HocLr; in einem der Gräber tagen Reste eines glockenförmigen Bechers. Der Redner hofft noch auf reiche Ausbeute aus diesem Felde. Ein drittes Grabfeld ist bei Westhofest ausgcdeckt, hier mischen sich fchou Gegenstände auss Metall in die Funde, wenn auch nur in geringem Maßss. Ferner referierte Prof. v. Steinen au der Hand von Lichtbildern über Kunst-Tätowierungen der Marquesas-Jnsu- laner, Geheimrat Fritsche führte der Versammlung Volks- Darstellungen auf altegyptischen Deubnälern vor, Prof. Kohlmann schilderte Bilder der Insel Abydos und Prof. Waldeyer sprach, über Geschlechts-Unterschiede der Gehirnbildung. Nachmittags machten die Teilirehmer einen Ausflug nach, Heinrichenburg, um die dortigen Hebewerke zu besichtigen. „ , Tie Geheimnisse des Hirtenknaben. Den Hirtenknaben im „Tannhäuser" sollte kürzlich in Frankfurt a. M. die Soubrette Frl. Hohenleitner singen. Tiefe Dame hat, wie ein findiger Reporter heraus klaubte, ihre Ferien an den oberbayerischen Seen verbracht, sich dort erkältet, oder hatte unterwegs den Anschluß versäumt. Kur^ gesagt: sie war verhindert und konnte die ,^roße" Partie nicht singen. Nun war Holland in Not!" Ter andere „Hirtenknabe" war auch noch nicht zurück. Selbst die gewiegtesten Diplomaten, die in der Verwaltung der Frankfurter Oper sitzen, wußten keinen Rat. Um nun einer solchen „großen" Rolle wegen keine .Vorstellung absagcn zu müssen, verfiel man auf eine geradezu geniale Idee. Man stopfte einen Hirtenknaben in der Gestalt einer reizenden Statistin aus, stellte ihn, mit den nötigen Anweisungen versehen, an seinen traditionellen Platz rrnd ließ — Frl. Boss enber g^er hinter der Bühne die Partie singen. Das hat die gutmütige Künstlerin auch, gethan, aber da sie am gleichen Abend die Venus sang, verstellte sie ihre Stimme, was einen merkwürdigen Eindruck machte. Tas Ganze ifc keine erfundene Geschichte. Es ist alles, den „N. N." zu- folge, wortwörtlich wahr und geschehen im FrankfuM^ Qperntzau-s. Em deutsch-englischer Vertrag? Das Neueste, was man aus den gestrigen Verhand- kungen des englischen Unterhauses zu hören bekommt, ist die geheimnisvolle Antwort eines englischen Ministers auf die Frage eines Wgeordneten wegen eines geheimen VertrageszwischenEnglandundDeutjchland zur Aufteilung der portugiesischen Besitzungen in Afrika. Es wird gemeldet: Bei der zweiten Lesung des Etats kritisierte Gi b s o n - Bowles die Politik der Regierung und sagte, es sei wichtig, daß England eine starke Regierung habe, denn es gingen Bewegungen in Europa vor, die auf die Aufteilung der portugiesischen Besitzungen Europa hindeuteten, den England aber aufrecht zu erhalten Wünsche. Italien habe die Sache des Statusquo im Stiche gelassen und sei zur anderen Partei übergegangen. Er glaube, es werde nur kurze Zeit dauern, brs Italien Schritte zur Besitzergreifung von Tripolis thün werde. Obgleich Balfour erklärt habe, der Regierung sei von einer romanischen Liga nichts bekannt, so habe die Presse des Festlandes sich dahin geäußert, daß eine Feuilleton. Auf dem Anthropologenkongreß zu Dortmund sprach, wie wir bereits kurz erwähnten, in fesselnder Weise der Generalsekretär Geheimrat Prof .Dr. Ranke (München) über die wissenschaftlichen Leistungen auf athro- palogischem Gebinte innerhalb des letzten Jahres. Ganz besonders zu gedenken ist unter den neuesten Forschungen aus dem Gebiete der körperlichen Anthropologie einer hervorragend wichtigen Untersuchung von Marchand über das Hirngewicht desMenschen. Es wird hier über 1234 Gchirnwägungen (mit den weithin Hirnhäuten gewogen) berichtet, wobei ip erster Linie die Wachstumsverhältnisse des Gehirns nach Alter und Geschlecht ermittelt werden sollten. Indem Marchand seine Ermittelungen mit denen der älteren Autoren vergleichend betrachtet, erhalten wir eine Übersicht über alle bisher in der betreffenden Beziehung über Gehirngewichte des europäischen Menschen gewonnenen Resultate. Unter letzteren stehen Aenan die Ergebnisse über das mittlere H.rrngenncht (zunächst für dre hessische Bevölkerung, da die Wägungen in Mar- bur g angeführt sind) der Erwachserren im Lebensalter von 15 bis 50 Jahren (also vor der Altersvermrnderuug); dasselbe betrug: für erwachsene Männer 1405 Gramm, für erwachsene Frauen 1275 Gramm. Das anfängliche Hrrn- gewicht (der Neugeborenen) verdoppelt sich ungefähr im Laufe der ersten dreiviertel Jahre, es verdrerfacht srch noch vor Ablauf des dritten Lebensjahves'; von da ab erfolgt die Zunahme immer langsamer. Sie ist beim weiblichen Geschlecht geringer als beim männlichen. Serne destmtwe Größe erreicht das Gehirn beim männlichen Geschlecht zwischen dem 19. und 20. Jahre, beim weiblichen zwischen dem 16. und 18. Jahre. Eine Verkleinerung des mittleren Gehirngewichts infolge der senilen Atrophie (Altersschrumpfung» tritt beim Manne im 8., beim Weibe bereits im 7. ez enn ium ein, doch> finden in dieser Beziehung sehr große inbiüibuelle Verschiedenheiten statt- 2u der. Kindheit erfolgt dre Zu- Deutsches Reich. Berlin, 6. Aug. Zu dem Aufenthalt des Kaisers in Stettin am 12. August wird noch gemeldet, daß der Kaiser an diesem Tage mit dem Torpedoboot Sleipner von Swinemünde auf der Werft des Vulkan eintreffen wird. Nach Beendigung des Stapellaufs gedenkt der Kaiser die Maschinenbau-Anstalt auf dem Oberhof des Vulkans zu besichtigen und dann die Weiterreise nach Neugattersleben anzutreten. Am 25. August findet hier im Beisein des Kaisers die Enthüllung des Rolandsbrunnens in der Sieges- Allee statt. Das Kaiserpaar trifft am 15. August in Düsseldorf ein. Nach! einer Rundfahrt durch die Stadt besichtigt der Kaiser die Truppen der Garnison und begiebt sich, sodann mit der Kaiserin in die Ausstellung. Der Polizeipräsident v. Windheim hat den Magistrat dcwon in Kenntnis gesetzt, daß der König von Italien am 27. August in Potsdam eintriffl. Am 28. August begiebt sich der Kaiser mit seinem Gaste nach, Berlin, wo feierlicher Einzug stattsind en sott. — Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Ernennung des Geh. Oberfinanzrat Dambois in Berlin zum wirkl. Geh. Oberfinanzrat und Unterstaatssekretär im Finanzministerium. — Geheimrat Löhning sendet der ,Moss. Ztg." folgende Berichtigung: Richtig ist, daß ichn i cht zu den Ultramontanen gezählt werden kann, ich habe zu der Zen^ trumspartei keinerlei Beziehungen Aber zutreffend ist es, daß ich Nichtpraktikant sei. Ich bin >olik und erfülle meine kirchlichen Pflichten. Bremerhaven, 6. Aug. Mit dem Lloyddampfer „Oldenburg" trafen hier 55 aus der Insel Ceylon gefangen gehaltene deutsche Burenkrieger ein, und zwar 7 Offiziere und 48 Mann Der König von Belgien ist heute an Bord der Yacht „Albertas hier eingetroffen, uni unter Führung des Oberbaudirektors Franzius die Hafen- nahme des mittleren Hirngewichtes entsprechend dem Körperwachstum bis zu einer Körperlänge von ungefähr 70 Centi- meter, — von da an ist sie unregelmäßiger —, doch ist das mittlere Hirngewicht der Männer unter Mittelgröße (150 bis 160 Zentimeter) etwas niedriger als das der normal größten Individuen, ebenso das des Weibes unter 145 Centi- meter. Die geringere Größe des weiblichen Gehirns ist nicht abhängig von der geringeren Körperlänge, denn das mittlere Gehirngewicht des Weibes ist ohne Ausnahme geringer als das der Männer von gleicher Größe. Diese letzteren Sätze und vor allem der letzte bezüglich! des weiblichen Geschlechtes, widersprechen den bisherigen Ergebnissen der Frauenforschung. Man hat nach Bischoff u. a. Gehirnwägungen wie nach zahlreichen Bestimmungen des Gehirnraumes des Scbädels (Kapazität) den Frauen, bisher ein, in Beziehung aus die gesamte Körperentwickelung etwas schwereres Gehirn als den Mannern zugeschrieben, was für die Frauenfrage in manchen Richtungen Verwertung gefunden hat. Marchand fugt diesen Ergebnissen seiner Wägungen und Kalkulationen die Worte bei- Die geringere Größe des Gehirns beim weiblichen Geschlecht ist eben der Ausdruck einer a n d e r e n (z a r t e r e n) Organisativn des weiblichen Körpers an der sich das Gehirn ebenso wie andere Organe ^telligt. Sie ist vielleicht, bei sonst ganz gleichartiger Beschüssenh eit, nur durch! eine größere F einhe it der markhattigen teiEmraett riefen in der Versammlung, namentlich unter den anwesenden ^Damen, lelchnste Bewegmm bervor. - Dc. Köhl-Worms sprach über neu entdeckte sternzeitlrche Gräberfelder und W-Hnplätze in i>er Umgrtnmg bon 5&rm8". Im letzten J-chre ist wieder em »ä Gräberfeld bet Alzey aefunb,en worden; em Grab war ausgestaUÄ mit Resten ansgeslorbener Tiere. Der untere Tecl des Skeletts der dort bestatteten Lerche war bis zum Becken bedeckt mit Knochenrcsten eines jetzt nrcht mehr bekminten Wiederkäuers, es schiene sich um die Reste eines Toten- romanische Liga und Allianz zwischen Frankreich, Italien und Spanien mit Rußland im Hintergründe fei. England habe keine Allianz in Europa, und kaum eine Freundschaft. Lord Salisbury habe sich mit Frankreich und Spanien überwor- f e n, sich! der Türkeientfremdet und einerseits weder vermocht, Rußland Widerstand zu leisten, noch andererseits eine Verständigung mit ihm zu erreichen. Er habe Deutschland durch unterwürfige Nachgiebigkeit geschmeichelt. (Davon ist in Deutsch^- Üand nicht das Geringste bekannt. D. Red. d. „Gieß Anz.") Nachdem er Lord Salisbury wegen der Bewilligung der Entschädigung im Falle des Dampfers „Bundesrat" getadelt hatte, ersuchte Gibson Bowles um Aufklärung über einen geheimen Vertrag mit Deutschland und sagte, er habe Veranlassung, anzunehmen, daß der Vertrag auf Anstellung der portugiesischen Besitzungen i n A f r i k a zwischen England und Deutschland gehe. Ferner erbat Redner Auskunft über die Zusammensetzung des neuen Ministeriums. Im weiteren Verlaufe der Beratung bringt Joses Walten die chinesischen Angelegenheiten zur Sprache. Cranborne berührt in seiner Erwiderung die Entschädigungsfrage und sagt, er sei gegenwärtig nicht im stände, eine Erklärung darüber abzugeben, ob der Vorschlag der englischen Regierung, China die Zahlung zu erleichtern, Erfolg gehabt habe oder nicht. Bezüglich Der Besetzung Shanghais durch die fremden Truppen erklärt Cranborne, es fei kein Grund vorhanden, die Truppen länger in Shanhai zu belassen, für England sei es aber unmöglich, allein seine Truppen zurückzuziehen. Die Regierung habe gehofft, daß die Verhandlungen über den Abschluß eines Handelsvertrags mit China bereits früher zu einem erfolgreichen Ergebnis fuhren würden. Das wichtigste sei, die Abschaffung der Likinzölle zu sichern. Die Regierung hoffe, daß für alle Fragen, die jetzt noch beraten würden, oie' Lösung gefunden werden würde. Der Redner führt sodann ans, Äigländ habe seine Stellung in China keineswegs verloren. In Eisenbahnkonzessionen stehe England ebenso günstig da, wie irgend eine andere Macht. Auf die Rede Gibson Bowles übergehend, sagt Cranborne, er könne dem Hause versichern, daß fich oie Regierung mit Frankreich, Spanien oder oer Türkei keineswegs überworfen habe. Gibson Bowles habe gesagt, es gebe einen geheimen Vertrag mit Deutschland. Wenn ein solcher Vertrag bestehe, so sei er eben geheim, woraus folge, daß er dem Hause darüber keine Aufklärung geben könne. Das Haus brauche nicht zu glauben, daß die Stellung Englands in Europa irgendwie unsicher sei, im Gegenteil, England stehe hoch da, und stehe auf freundschaftlichem Fuße mit allen.Verbündeten in allen Teilen der Welt. Major Seeley giebt seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß England hinter anderen Mächten zurückstehe bezüglich der Einführung neuer Erfindungen für Zwecke des Heeres und der Flotte. Balfour erwidert, England könne größeren Fragen auf dem Gebiete des Heeres- und Flottenwesens nicht zu volle Aufmerksamkeit schenken. Die Regierung sei sich der Wichtigkeit der Frage voll bewußt. In Beantwortung einer bezüglichen Anfrage erklärt Cranborne, die deutsche, französische und japanische Regierung seien von der englischen Regierung benachrichtigt worden, daß England bereit sei, seine Truppen aus Shanghai zurückzuziehen, vorausgesetzt, daß die Mächte dasselbe thun würden. Politische Tagesschau. Die Vorbildung höherer Verwaltungsbeamten. Der Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten widmet Eugen Richter in seiner „Freis. Ztg." einen Leitartikel, der sich speziell mit der Vorbildung der höheren Kommunalbeamten befaßt. Er schreibt: „Es handelt sich bei der Vorbildung der höheren Verwaltungs- beanckan doch nichtblos um die Heranbildung von Re- gierungs afsesfo reu, Regierungsraten und allen- faW Landräten. Von noch weit größerer Bedeutung ist die Frage der Vorbildung der höberen Kornmunalbearn- ten". Richter erinnert an' die Wohnung s fragen, bie Fragen, welche sich auf den Arbeiterschutz beziehen, die der kommunalen Beschlußfassung vorbehaltene anderweitige Regelung der Grund- und Gebäudesteuer, der Gewerbesteuer, die Einführung von Umsatzsteuern, die zahlreichien Fragen, welche das Gewerbe betreffen, und fragt: „Wie viel oder wie wenig Verständnis für alle diese Dinge bringt nach! Maßgabe seiner Fachbildung der normale Gerichtsassessor mit, wenn er sich bald nach seinem Examen um eine Stelle in der höheren Verwaltung der Kommune bewirbt? Richter spricht sich dann für die Trennung des Verwallungs- und des Justihweseus aus: ^Nicht erst der Referendar (in Hessen Accessfft) oder gar der Assessor, sondern schon der junge Mann, der die Universität bezieht, muh sich entscheiden, ob er sich, mehr für die Verwaltung oder mehr für das Justizwesen eignet Danach muß auch schon das Universitätsitudium eingerichtetwerden". Zum Schluffe seines Artikels faßt Richter der bekannllich selbst einst Regierungsassessor aewesen ist, die gegenwärtigen Zustände dcchin zusammen, baß für die Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten in diesen Ressorts, soweit nicht Techniker oder Justitiarien in Frage kommen, überall nicht in genügender Weise gesorgt sei Auch für die Vorbildung zu den zahlreichen Synbikats- stellen, die gegenwärtig die Handelskammern, die Landwirtschaftskammern, die Berufsgenossenschaften erfordern, müsse in umfassenderer und besserer Weise als. bisher Sorge getragen werden. war. Berm des WähllhLllgLrVbcczarS in Paris Prater tief ausräumen. Dabei fand er unten einen schön gezimmerten (beschlagenen vierseitigen kantigen) Eichen stamm in einer Länge von 7 Meter, 46 Ctm. breit und 36 Ctm. hoch. Es wird angenommen, daß dieser Stamm schon etwa 300 Jahre hier gelegen hat, da daS Holz so fest wie Eisen ist. Ter Eichenf- stamm wurde auS der Tiefe heraus auf eine Wiese geschleift wo er die Bewunderung aller Fremden erregt Für Fachleute und Liebhaber soll dieses Stück Holz einen recht erheblichen Wert haben. Büdingen, 6. Aug. Die Fürstin-Mutter zu Stol-- berg-Roßla hat sich mit dem Grasen Kuno zu Stolberg-Roßla verlobt. Darmstadt, 8. Aug. Der Großherzog empfing am 6. August u .a. den Major z. D. Morneweg, Bezirks- ossizier beim Landwehrbezirk Gießen, den außerordentlichen Professor Tr. Horn von der Landes-Universität Greß en und den evangel. Pfarrer Gustav M en cke von Dortelwell. Darmstadt, 6. August. Eine Sektion des'christlichen Holzarbeiterverbandes Deutschlands ist kürzlich hier mit 20 Mitgliedern ins Leben getreten, damit haben die anderwärts so stark verbreiteten christlichen Gewerkschaften nunmehr auch in unserer Stadt Wurzel gefaßt. Mainz, 6. Aug. Wie dem „Mainz. Journ." aus Düsseldorf telegraphisch gemeldet wird, reift Kaiser Wilhelm am 15. August dort bereits so frühzeitig ab, daß der Monarch am nämlichen Tage noch in Mainz eintrifft und hier im Großherzoglichcn Palais übernachten wird. Am 16. August findet die Truppenschau statt. m. Worms, 5. Aug. 2 6. Mittelrheinisches Kreisturnfest. (5. Tag.) Der Höhepunkt des Festes ist nun überschritten. Heute war der Besuch trotz der interessanten Veranstaltungen (Fechten, Ringen, Wettspiele) nur mäßig und kann mit dem des vorgehenden Tages nicht verglichen werden. Sehr viele von den Turnern sind schon ab- gcreift — beim Abschiednehmen gestern Abend gings hier und da etwas laut zu — und die festlichen Tage haben auch bei den Wormsern einige Ermüdung hinterlaßen. Immerhin hat das prächtige Feuerwerk am Abend noch ungeheuer viel Leute (10—12 000) auf den Festplatz gelockt! Ani Sonntag (10. Aug.) schließt das Fest mit einer großen volkstümlichen Veranstaltung ab. Frankfurt a. M, 6. Aug. Ein schwerer Automobil-Unfall ereignete sich heute mittag kurz nach 2 Uhr an der Wilhelmsbrücke. Das Automobil geriet zwischen zwei elektrische Straßenbahnwagen und wurde vollständig zertrümmert. Von den Insassen, einem Herrn und einer Dame, blieb der Herr unverletzt, die Dame Namens Anna M a t h e i n, Breitegasse hier wohnend, erlitt eine Kopfwunde und wurde in bewußtlosem Zustande aufgehoben. Kleine Mitteilungen au's Hessen und den "Nachbarstaaten. Aus Hessisch-Oldend orf wird telegraphiert: Im Nueggeschen Gasthaus explodierte nachts ein Kessel der Acetilengas-Lichtanlage. Das Haus wurde völlig verwüstet, die Nachbarhäuser stark beschädigt. Drei Personen wurden verletzt, davon zwei tätlich. Vermischtes. * Ein Dummerjnngen st reich. Wir melheteit neulich nach den „M. N. N", daß der Münchener Schriftsteller Otto Müller, der eine Besteigung der Zugspitze beabsichtigt hatte, vermißt werde. Gestern erst veröffentlichte das genannte Blatt eine längere Notiz in dieser Angelegenheit, die die Unterschrift des „beklagenswerten Vaters" des Vermißten, eines Oberst Müller trug. Heute dagegen schreibt Herr Otto Müller in Oberammergau selber an die „M. N. N" fein Vater sei schon längst tot. Es wäre das Ganze wohl nur „ein ganz schlechter Witz eines seiner Freunde" gewesen! Die „M. N. N." fügen in geredeter Entrüstung dieser Erklärung folgende Worte hinzu: Angesichts solcher „Witze" bedauert man wirklich auf das Tiefste, daß die Prügelstrafe nicht mehr zu Recht besteht, denn dieser „Freund" verdiente wirklich ob seiner bodenlos niederträchtigen Handlungsweise eine tüchtige Portion ungebrannter Asche. Wir 6ef)alten uns in dieser Angelegenheit weitere Schritte vor" und wollen nur erwähnen, daß wir einen bestimmten Verdacht nach einer Richtung haben, so daß dem „Freunde" die Mystifikation nicht geschenkt bleiben dürfte. Universitäts-Nachrichten. Berlin, 6. Aug. Der „Vorwärts" erzählt, vor etwa erneut Jahre veröffentlichte ein Berliner Student in der „Berliner Hoch- schulztg." einen Artikel: „Wo bleibt die deutsche Studentenschaft?", indem die deutschen Studenten zu einer Sympathiekundgebung für die „getmiteten" russischen S t u d e n t e n aufgefordert wurden. (£r wurde vor den Universitätsrichter zitiert Als strafverschärfend bezeichnete es derselbe, daß sich der „Vorwärts" der Sache bemächtigt und „einen Speech daran geknüpft habe". Ter Student kam allem Weiteren zuvor und machte sich, wie das sozialdemokratische Blatt bemerkt, von der akademischen „Freiheit" schleunigst frei. Das ,,Einpauker»", d. h. die Vorbereitung auf die juristische Prüfung durch einen Repetitor, ohne die — wie die „Köln. Ztg." meint — der normale cand. jur. von heute kaum die Prüfung zum Referendar bestehen zu können glaubt, ist ein von den juristischen Fakultäten schon vielfach beklagter Mißstand. Die mit dem Wintersemester ins Leben tretende neue rechts- und staatswiffenscbaftliche Fakultät der Universität Münster scheint dem Unwesen der Repetitorien von vornherein die Spitze abbrechen zu wollen. Tie Fakultät richtet nämlich selbst ein Repetitorium ein, das in drei Semestern den gesamten rechts- und staatswissenschastlichen Unterrichtsstoff behanüeu, sodaß ein im vierten Semester beginnender Student mit Abschluß seines Sttwiums neben seinen sonstigen Vorlesungen ein vollständiges Repetitorium durcbgeführt haben kann, wobei in» deß regelmäßige Voraussetzung ist, oaß er die betreffende Vorlesung bereits gehört hat. Solche repetitorische Hebungen finden im nächsten Wintersemester statt über das System des römischen Privatrechts und römische Rechtsgeschichte, über deutsche Rechtsgeschichte und Deutsches Privatrecht, sowie über das Bürgerliche Gesetzbuch, letzteres in drei Teilen, non denen der erste den allgemeinen Teil und das Schuldrecht, der zweite das Sachenrecht, der dritte das Familien» und Erbrecht umfaßt. — Professor Dr. Fritz V o i t in München ist zum Vorstand der Münchener Medizmischen Poliklinik an der Sonnenstraße ab Herbst ausersehen. — Ter frühere Leiter des reichsländischen Unterrichtswesens Ministerialrat Dr. Baumeister in Rtünchen feierte dieser Tage sein 50jähriges Doktor-Jubiläum. Dem Jubilar wurden viele Ehrmrgen zu Teil. — Der Unterrichts-Dirigent der kgl. Turnlehrer-Bildungsanstatt, Prof. E ck l e r in B e r l i n begeht am 28. d. Mts. seinen 70. Geburtstag. — Bei der medizinischen Fakultät der Berliner Universität ist Dr. med. Gustav Brüht als Privatdozent der Ohrenheilkunde uni) Dr. med. et. rer. nat Franz Müller als Tozeltt für Arzneimittellehre zugelassen worden. — Die Zulaffung des Dr. O. Grosser als Dozent für Anatomie und des Dr. R. Graßberger als Dozent für Hygiene aa ixt. Telephonischer Kursbericht 4% Oesterr. Goldretne 4'/2% Oesterr. Silberrente 102.14 4% Ungar. Goldrente -Anl. 47a % äussere Argentiner Junker & Ruh, 75 Mark 85 Z WhrchllkartGeln mit- dem Camembert Frühstücks W ernpftehlt 5436 Emil Fischbach. MO Mähmaschinen 4°/j Italien. Rente 4V,% Portugiesen S°/v. Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% O riech. Monopo' V 5496 Emmenthaler Edamer Kaiser 102.80 93.00 102.90 95.85 100.65 99.50 103.80 S7»°/o 3% 3V,% 3°/o 372% 31/2% 102.30 103.00 47.25 29.35 28.45 114.00 43.20 10.— crm Wend spielte die Kapelle den holländischen Ehrermvarschk sowie die prenßische und russische Nationalhymne. Nach Beendigung des Mahles hielten beide Majestäten Cercle ab. Im späteren Verlaufe standen beide . L% Mexikaner , . . 4%% Chinesen . . . Electric. Schuckert . , Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diakonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . > Dresdener Bank . . . Berliner Han^elsges. . Oesterr. Staatebahn . . Lombarden . . , Gotthardbahn . . • . Laurahütte . . , . . Bochum Harpener..... Tendenz: ruhig. Derer Auto- dag kurz nach l geriet zwischen iröe vollständig enn und einer Namens Anna itt eine Kopf- Zustmde aussen und den )end orf wird tplodierte nachts as paus wurde beschädigt. Drei regem Gespräche aus dem Achterdeck. Ferner sah man den Großfürsten Alexis mit dem Prinzen Friedrich Heinrich den ReichMrnzter Grafen Bülow rmt dem Grafen Lambsdorff und dem Gesandten v. DschLrschky und Böggendorff in angeregter Unterhaltung. Gegen 10 Uhr erstrahlten wie auf.Kommando alle Schiffe beider Flotten in elektrischer Beleuchtung. Die Konturen der hell erleuchteten Schchfe hoben sich hier mit dem 4LamensAug beider Kaiser, dort mit Kronen, dort mit mächtigen Sternen geschminkt, rüder dunklen Nacht auf der weiten Meeresflache wirkungsvoll ab und boten ein in Reval noch nie gesehenes herrliches Bild. Bald nach 10 Uhr begaben sich die Majestäten an Bard des „Standard", von wo aus sie NachtschieWbnngen Lei-- wohnten. Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberheesen per 50 Kilo mit Sack 3.75 Mk. Schneeflocken 03377] Hierdurch bringe ich höfl. zur Kenntnis, daß ich das von meinem Manne seither betriebene Geschäft meMcrt weiter Mre. Wilhelw VM Wm. Große Miihtgaye 13. per 50 Kilo mit Sack 3.25 Mk. liefert per Nachnahme (5628 tfh Grünewald Okarben, Wetterau. Seidel & Naumann, Frisier & Rossmann, Mundlos & Co., Gritzner. Familien Nachrichten. Verlobte: Fräul. Frieda 0. Müuchow dahier mit Herrn Hugo Kaestner zu Hamburg. Wir mrlbeteil chwer AM- vä der Zug- ie. Gestern erst ingere Notiz in des „beklagens- wst Müller trug. 1 Lberammergau ei schon längst ^nz schlechter fen! Du _ >ieser Erklärung Kitze" bedauert rügelsttafe nicht verdiente wirk- Landllmgslveise ' Ur behalten ijritte »°r -md Lilwdk' die e. . 2635: . 90» . 90.00,' . 106,40 . 217J.O1 . 184.00- . 135.90: . 144JL0- . 144.80, . 143.00 . 18^0*1 . 170.20' . 193L5 . 181.60 . 162.00 Kirchliche Nachrichten. GoNeMenst der rsraelMschen KeligionÄgesellschafl^ Sabbathfeier am 9. 2lugust 1902. Freitag abend 730. Samstag vormittag M°. Nach- nüttag 4. Sabbathausgang 860. Dienstag den 12. August 1902: Fasten der Zerstörung Jerusalems. Wochengottesdienst: Vorabend 8*°, morgens 600 Uhr, ckbendS 700 Uhr. 8t. sifh- c» p i“ ®toU °tolbet9‘Mla KroäeL ^^ncke bOn !n des' chrik. Achlaudz ch Sollen, b4 christli^ ^tadtWmzel i- 3°urn.« Quä ?tailer $811= ■l9 ab, daß der 1?’ eintrifit hten wird. Aw ^rheinischez l be§ Festes ist twtz der in, Spiele) nut ages nicht vet- sutd schon ab= ib ginA hier n Tatze haben 'S hinterlassen. ^Ibenb noch un- iestplatz gelock! nit einer großen JKafcerFrieflri ehestes Nairon-Lithion-Qiielle. j A1 Bewährt gegen Gicht u. Rheumatismus^ S g kl H I feü* f=| Leicht verdaulich, daher \ eTj Ä B «^1 unentbehrlich für Magenleidende \____ d w Gijenvahn-Zeitung. 0 Butzbach, 6. Aug. Die Vorarbeiten für die Butz- bach-Licher-Bahn, welche von einer Mtiengesellschcckt, in das Handelsregister eingetragen, als: Butzbu.ch- Liche^r -Eisenbahn -Aktiengesellschaft, unter dem Direktorium des Landtagsabg. Joutz, zu Butzbach! stehend, gebaut wird, sind so weit beendet, daß der Bahn- bcru, ausgeführt von der Eisenbahnbaufirma Lenz u. Comp. in Berlin, im kommenden September voraussichtlich begonnen werden kann. Die Bahn durchschneidet eine, landwirtschaftlich der schönsten Gegenden Deutschlands, und bietet, mit seiner Burgruine Münzenberg und der Kirchen- ruine Arnsburg zwei Sehenswürdigkeiten, die schon jetzt von Tausenden von Touristen jährlich besucht, zukünftig nach Vollendung der Bahn ein Ausflugsort ersten Ranges für einen großen Teil Mitteldeutschlands werden dürfte. Die Aktien sind bei solch günstiger Sachlage, wie man hört, in festen Händen. 5 Eiserne 2532 dinHarm von 75 bis 100 Zttex Inhal' werden angefertigt bei Karl Germer in Heuchelheim bei Gießen. 50 Karren stets auf «Zuger. Neueste Weisungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. London, 7. August. König Edu ards Erscheinung machte einen überraschend günstigen Eindruck. Er geht ohne Benutzung eines Stockes und ist in heiterster Lanne. Er ist etwas magerer geworden, hat aber eine gesunde, bräunliche Gesichtsfarbe. Paris, 7. Aug. Wie der „.Petit Paristen" mitteilh hat die Gerichtsbehörde zuverlässige Na.chricht über den Aufenthalt Roman Dajurignacks erhalten, während die Spur der übrigen Mitglieder der Furnitre. Humbert-Daurignac verloren ist. — Einem Mftr- arbeiter des „Figaro" erklärte Professor Koch in Berlin, dw Experimente des Pariser Doktors G arnault seien ganz und gar unwissenschaftlich. Er habe Garnault geraten, ein Jahr lang Milch von tuberkulösen Kühen zu trinken, aber sich nicht die Tuberkulose von dem Ganglien einer tuberkulösen, Kuh einzuünpfen, wie Garnault es gethan habe. — Ncuh vorliegenden Privatmeldungen aus Venedig, ist der Einsturz des Glockenturmes d er St. Step Harro-Kirche von Stunde zu Stunde zu erwarten. Dreißig Familien aus der Umgebung sind ausquartiert worden. Die große Merestrri-. Glocke in dem Glockenturm konnte nicht gerettet werden. Paris, 7. Aug. Nach den neuesten Feststellungen ßnd die Dekrete betr. die Kongregationali stischen Schulen in ganz Frankreich mit Ausnahme von Cotes du nord mor- bihan und Finisterre durchgeführt worden. Reval, 7. Aug. Gestern abend fand an Bord de--y „Hohenzollern" ein Prun kmahl statt, an dem nutzer den beiden Monarchien Großfürst Alexis und Prinz FriÄ»- rich Heinrich mit dem beiderseitigen Gefolge teilnahmem Kaiser Wilhelm begrüßte Kaiser dükolaus in der Uniform des Narwa-Dragonerregiments am Fallreep. Kaiser NiL>- laus trug deutsche Marinenniform. Beim Mahle saß Kaiser Wilhelm links vom Kaiser Nikolaus, nach rechts folgten Reichskanzler v. Bulow, Marineminister o. Tyrtow rc. Nach links folgten Grotzfürst Alexis, Prinz Friedrich! Heinrich. An der Tafel nahmen ferner u. a, teil die Minister Graf LamÄK-. dorff und v. Tirpitz und der deutsche Konsul in Reval, Koch. Letzterer hatte vor dem Tiner such, beim deutschen Kaiseü gemeldet und ein von der deutschen Kolonie gewidmetes Album mit Ansichten von Reval überreicht. Der Einband! des Albums ist aus braunem Leder mit reich,en mattsilberner Verzierung und dem Monogramm des .Kaisers-. Begleitet war das Album von einer Adresse, welche vom; Präsidenten des Vereins, Balg, unterzeichnet war. Der Kaiser interessierte sich lebhaft für die einzelnen Album- blätter und bat den Konsul, der Kolonie feinst Dank ans- zusprechen Der Kaiser überreichte dem Konsul eigenhändig den Roten Adlervrden 4. Kl. Bei der Flaggentzarstde; I? Gießen, 7. Aug. Der dieswöchentliche V ie hmarkt hatte nur einen verhältnismäßig geringen Austrieb in Milchvieh. Infolge des Schotten er Montagsnmrktes, der sehr gut abgeschmtten hat, war der Austrieb von Oberhessen her zum Gießener Dienstags- markt gering gewesen. Für Milchvieh fehlte es für beste und gute Waare nicht an Reflektanten, besonders -aus den Gegenden von Franksurt Mainz, Darmstadt und dem Odenwald, die sich allerdings bis zur Mitte des Marktes abwartend verhielten und damit em Steigen der Preise für Milchkühe verhinderten, aber ein Heruntergehen der Preise gegen die der letzten Märkte nicht zu Stande brachten. Es war eben der Bedarf an guter Waare stärker als der aufgetriebene Vorrat. Auf dem Kälbermarkte fehlte es an der nötigen'Kauflust. Der Markt schien noch um 7,10 Uhr sehr schlecht zu werden. Die Forderungen der Derkäuser waren sehr bescheiden. Da griffen unsere Gießener Metzger ein und mit einem Male entwickelte sich der Handel und im Handumdrehen war der beträchtliche Rest des Kälberbestandes für Wiesbaden, Frankfurt und Mainz verkauft, allerdings zu recht mäßigen Preisen. Für den Handel in Ochsen fehlten die Käufer aus dem Siegerlande nud vom Rhem, die sonst in Gangvieh den Markt machen. Fahrochsen waren nämlich schon auf demTienstagsmarkt aufgetrieben, weil der Mittwochs- markt, der hierfür bestimmt ist, int Kalender nicht verzeichnet steht und die Folge war auch, daß die ständige Kundschaft unserem am Mittwoch stattsind end en Ochsen- und Fettviehmarkte, in der Annahme, diese Waare am Dienstag nicht anzMreffen, dem Markt ferngeblieben war. Das Geschäft in Ochsen war daher nur mit Käufern aus unserer Gegend zu machen und da diese allein das Heft in der Hand hatten, waren für die Verkäufer hohe Preise nicht zn erzielen. Am Mittwoch allerdings waren Reflektanten für Gangvieh auf den Markt gekommen, sanden aber nur 3 Tiere vor, die, da dies keine Auswahl war, nur ein mitleidiges Lächeln her- vorriesen. Ein Transport junger 17,jähriger Stiere und Ochsen für Mastzwecke fand dagegen schnell Nehmer bei auch annehmbaren Preisen. (Die Brauerei Bichler trat sogar für diese Waare als Käufer auf und erwarb eine größere Anzahl wundervoller Stücke.) Ebenso wurden junge Rinder für Zuchlzwecke gut verkauft. Der Schweinemarkt, der ebenfalls gestern stattfand, Itit auch, was den Auftrieb angeht, darunter, daß er nicht im Kalender angekündigt steht und daß es noch zu wenig bekannt ist, daß wir eintägige Märkte in Gießen nicht mehr halten. Die Tendenz desselben war die aller deutschen Schweinemärkte. Die Tiere waren sehr hoch im Preise. Der Austrieb in Milchvieh belief sich auf etwa 800 Stück Milchvieh und Rinder, 100 Stiere, zwei Ochsen, 200—300 Kälber und 600—700 Schweine. Gehandelt wurden pro Stück, Kühe frisch mellend und tragend: 1. Qual. 450—500 Mark, 2. Qual. 350—400 Mark, 3. Qual. 275—325 Mack (ältere unb Abmellkühe waren nennenswert nicht am Platz), Zuchtrinder wurden bezahlt mit 170—200 Mark, l'/rjährige Stiere und Ochsen, die nur in gutem Millelschlag ausgesahren waren, wurden mit 700 bis 800 Mack untergebracht. Kälber wurden verkauft der Zentner Schlachtgewicht: L Qual, (über 50 Pfund wiegend) 57—60 Mark, 2. Qual, (zwischen 40—50 Pfund schwer) 53—55 Mack, 3. Qual. Stere Ware) 49—51 Mark. Fettvieh war nicht am Markt. Der ermarkt wurde bis gegen 7-11 Uhr geräumt. Der Vorrat von Schweinen hatte einen Ueb erstand von 100—150 Stück. Nächster Markt 19. und 20. August d. I. Limburg a. d. L., 6. Aug. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 00.00 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., altes Korn 11.84 2JIL neues Korn 10.86 Mack, Gerste 0.00 Mft Haier 9.31 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. w. . _ [t oot etwa entert fiäSg KÄS aWÄ’j* 4 d-°°" "SW StidS iaa[5,vl|,; n e Re- iu wollen- aillichenU tni-tiobetOP den UeLorlesE bettel^ ^Qyl B rSonne^ra^, er ,n2ent^ läurn.JLcnt £ 2. r,r. : A"- ijcrii i LangschW-Whoiaschine . . . . 70 bis Schwingschiff-lSälimascMne . 75 „ empfehlen in grosser Auswahl und unter langjähriger Garantie empfiehlt die 5487 Mincralwaffcrhaiidlllllg Jean Weisel, S->«ne«straße 6. In allen besseren Restaurants und Hotels zu haben. der Universität Wien, des Magisters der Phcrrrmrcie Joseph Jppen als Privatdozent der Universität Graz, des Assistenten bet der Lehrkanzel für allgemeine und analytische Chemie Dr. W. Gintl als Privatdozent für analitijche Chemie und des Pro- seffors an der Handels-Akademie in P rüg, Dr. Hugo S chm erber als Privatdozeut für Kunstaeschichte an der deutschen Technischen Hochschule m Prag ist bestätiat worden. - In Breslau starb der Direktor der dortigen Kunst- und Gewerbeschule Pros. Hermann Kühn. — Der .Germ." wird aus Munster gemeldet: Wie verlautet, hat der Kaiser dem an ihn gerichteten Gesuche, der hiesigen Universität fernen Namen beizulegen, nicht entsprochen. Frankfurt, 6. August. Für die geplante Akademie für praktische Medizin stehen nahezu zwer Milllonen Mack zur Verfügung, die von verschiedenen Seiten herrühren. Ein wesentlicher Betrag aus der Stiftung eines jüngst verstorbenen bekannten rvohlthätigen Mannes soll für jenen Hweck beftumnt sein. Ferner soll einer unserer Mitbürger 300 000 Mack gesperchet haben. Endlich sollen, wie bestimmt verlautet, die 500 000 Mark der Stern- fchen Stiftung dem neuen Projekt zu Gute kommen. Die zu gckm- tzende Mademie soll keineswegs eine medlzmrsche Fakultät werden, sondern lediglich der Fortbildung von bereits appro- b letten praktischen Aerzten dienen, nach Ack der m den Vereinigten Staaten bestehenden Post-Graduate Medical Schools. gckegten Ziffermnaterial der Mlanz eingehend zrr beschäftigen uud> an chnen entsprechende Kritik zu üben. Was dabei herauskommt, bleibt der Zukunft vorbehalten. Bremen, 6. Aug. In der außerordentlichen General-Ver- sauunlung des Norddeutschen Lloyd, in der 24 Aktionäre mit 26 832 Stimmen vertreten waren, wurde die in der außerordentlichen Generalversammlung vom 23. Juni beschlossene Aenderung der Artikel 13, 26 und 31 des Statuts genehmigt. Die Generalversammlung genehmigte sodann die Aufnahme einer Anleihe von 10 Millionen Mark in Obligationen, deren Begebung dem Aussichtsrat zu gegebener Zeit überlassen bleiben sollen. An Stelle des durch Tod ausgeschiedenen Mitgliedes des Aufsichtsrats Georg Bleichrvder wurde Generalkonsul Paul Hermann Schwabach- Berlin einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt. New-York, 6. Aug. Für morgen ist eine halbe Million Dollars Gold zur Verschiffung nach Bremen bestellt. Es handelt sich trm eine besondere Transaktion. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Darmstädter Bank. Dem „B. T." zufolge soll demnächst die Zulassung der jungen Aktien, die im Zusammenhang mit der Uebernahrne der Bank für Süddeutschland und der Breslauer Dis- korrtobank ausgegeben worden sind, beantragt werden. — Die französische Mustersabrik der Kasseler Treber- trockUUUg, die Soci6t6 anonyme de Hndustrie chimique du Bois zu Nantes, gelangt am 26. d. M. zur öffentlichen Versteigerung. Die ganzen zum Verkauf gelangenden Aktien sind aus nur 500 000 Frs. veranschlagt. Die Gesellschaft wurde am 12. Juni 1897 mit einem Kapital von 2 600 000 Frs. begründet. Im direkten Gegensatz zu dem Bericht der Kasseler Kommission vom Oktober 1899, wonach der Betrieb sehr zufriedenstellend sei und pro Jahr 877 500 Frs. verdient werden, wurde am 20. Januar 1900 bereits von Direktor Schmidt der Vertrag unterzeichnet, wonach Kassel den Betrieb in Nantes übernahm. Am 1. Februar 1900, also kaum drei Monate «ach der berühmten Kasseler Generalversammlung, rnußten die Rechnungsrevisoren bereits einen Verlust von 1125 712 Frs. ohne Berechnung irgend welcher Abschreibung konstatieren. Trotzdem wurde bis zum unvermeidlichen Krach der Glaube cm diese Musterfabrik genährt. — Schuckertgesellschaft. Bezüglich der ausländischen Gesellschaften enthält der Geschäftsbericht einige Angaben, die wir hier auszugsweise folgen lassem Sehr dunkel drückt sich der Bericht über die ^Compagnie Generale d'Eleetricite de Ereil, Packs, und über die 'British Schuckert Eleetcke Co. Ltd., London, aus; beide scheinen nicht zum besten zu stehen, jedenfalls ist ihr Umsatz sehr zurückgegangen. Das nämliche gilt von der Ruff. Gesellschaft Petersburg, deren Gewinnsaldo pro 1900/01 im verflossenen Geschäftsjahr aufgebraucht wurde. Aus der im vorigen Geschäftsbericht oer Gesellschaft versprochenen Dividende von 5 Prozent wurde nichts. Ueber die Continentale Gesellschast für elektrische Unternehmungen besagt der Bericht wörtlich: .Die Unternehmungen, welche sich ganz oder teilweise im Besitz der kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen befinden, sind zum Teil in ihrer Entwickelung hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das Ergebnis der kontinentalen Gesellschaft ist ferner durch den Kursrückgang einer Reihe von Effekten erheblich beeinträchtigt worden, sodaß die Bilanz einen Verlust von rund 1200 000 Mark auswerü. Für den Kredit, den das Vanken-Kon- sortium ihr jeweils gewahrt, haben wir in Anbetracht der engen zwischen den beiden Gesellschaften bestehenden Beziehungen seinerzeit bis zur Höhe von 30 Mill. Garantie übernommen; derzeit beziffert sich der fragliche Kredit auf rund 207, Mill. Mk." Auch dieses traurige Ergebnis hätte den Aktionären längst zur Kenntms gebracht werden sollen. — Ueber die Thätigkeit aus dem Gebiete der Installation elektrischer Zentralen und Bahnen hn Berichtsjahre sagt der Bericht: Dem Betriebe übergeben wurden die Neu- bezw. Erweiterungsbauten für die Zentralen: Breslau, Drontheim, Düsseldorf. Erfurt, Gießen, Hamburg, Hannover, Harburg, Köln, Lößnitz-Hartenstein. Lausamholz-Hammer, Mainz, Nürnberg, Oberhausen, Pfungstadt, Pont St. Martin, Straubing, Türkheim, Vizzola, Worms und Zwickau. Endlich sagt der Bericht der Direktion wörtlich: Leider sind damit die Verluste unseres Unternehmens noch nicht erschöpft. Infolge der schweren Krisis ist eme ganze Rerhe von Anlagen und Unternehmungen, an denen wrr erheblich beteiligt sind, u. a. auch die kontinentale Gesellschaft, erträgnislas geblieben; namentlich aber haben die Anschauungen weiter Kreise der Börse und des Publikums über dm Wert und die Ertragsfähigkeit elektrischer Unternehmungen einen fo tiefgreifenden, ungünstig wirkenden Wandel erfahren, daß sich die Notwendigkeit ergab, auf unseren eigenen Besitz an solchen und den Besitz an Aktien, Obligationen und Beteiligungen an anderen Unternehmungen entsprechende Abschreibungen und Minderbewertungen vorzunehmen. Hierdurch hoffen wir,unser Unternehmen auf eine solche Grundlage gestellt zu haben, daß es von der Einwirkung dieser Anlagen auf sein eigentliches Geschästsgebiet voraussichtlich frei gemacht ist." Es ist eme höchst eigentümliche Ansicht, daß gerade die „Anschauungen weiter Kreise der Börse und des Publikums" die Ursache der eingetretenen Wertminderung sein sollen, während jedenfal^ gerade der umgekehrte Fall eingetreten ist. Dies ist eine tief bedauerliche Verkennung der Sachlage. Sehr kurz und nach keiner Richtung erschöpfend äußert sich der Bericht der Direktion auch über die Fusionsoerhandlungen mit der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft. Alles in allem genommen, hat sich die Befürchtung bestätigt, daß die Angaben des Jahresberichts keinen erschöpfenden Einblick in die Quellen des im ab- gelausenen Jahre erwachsenen Verlustes gestattet. Jedenfalls aber wäre es Pflicht der Gesellschaft gewesen, die chr schon längst bekannten Thatsachen über die ungünstige Lage der Gesellschaft mit unverhüllter Wahrheit der Oeffenttichkett bekannt zu geben, wodurch sehr viel Unhell von Haus aus verhütet hätte werden können. Es rotrb Pflicht der Generalversammlung sein, sich mit dem vor- Sport. Cowes, 6. August. Die Yacht Kaiser Wilh e l m s „Meteor" gewann den vom „Royal Yacht Sguadron" ausgesetzten Preis van 80 Pfd. mühelos gegen Dir. Kennedys Jolle „Sybackta". la. Wetterauer, gelbe, Perle von Erfurt, pro Centn er inkl. Sack Mk. 3.75, ebenso Früh rosen, ä 3.50 Mk., versendet gegen Nachn. ab Echzell ft, Simon II. in Echzell iu der Wetterau. MlmMnsichtmWell (46:65 cm), zum Preise von 5 Mk. ■ 5041] Kunstmaler £>. Fritz, .1 Goethestraße 46, Atetierhaus» Brüäer Schmidt, Seltersweg 83. Für jeden Käufer empfiehlt es sich, unser Lager anzusehen. JJe steife nah und fern.1 Herrenrad billig zu verkaufen, y Kttnckstraße 22. 03414 Rittergasse 23. Zur Stadt Marburg Sonntag den 10. August: )||/an$ax*>€nroo^uin9' $—4 Zim. **V per 1. S«)tenrber zu verm. 03406 Tanzmusik 03412 ethestraße 54. Fritz Kremer. e sagen wir unseren herzlichsten Dank. Familien Otto Schmidt und Fertsch Giessen, den 7. 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