Nr. 131 Krsch-tvt tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische« Landwirt die Siegener Kamlliem blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ich« Unrverf.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze I. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Samstag 7. Juni 1008 Drittes Matt. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v vezngspretlt monatlich 7b Pf., viertel» jährlich Mk. L20; durch, Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch! die Post Mk. 2.—viertel jährl. ausschl. Beftellg. Annahme von Anzeige» für die Tag esnummer bis vormittags 10 Uhr»j Zeilenpreis: lokal 12 Pl^ auswärts 20 Pfg. verantwortlich: trollt, u. allgem. Amlr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW per springende MnKt. Bon geschätzter Seite wird uns geschrieben: Der Reigen der Kommentare, mit denen dir nicht- englische Presse die Wendung der Dinge in Südafrika begleitete, ist unvollständig. Es fehlt ine Meinungsäußerung des am unmrtteldarsden Beteiligten: Portu gals. Der dunlle Erdteil von Sambesi bis zum Tafelberg ist jetzt englisch, die Unterdrückung der staatlichen Selbständig- Mt Transvaals hat Englands Machtsphäre bis an die Grenze Portugiesisch-Ostafrikas ausgedehnt — die Frage, wann die Flagge Portugals dort vor dem Union Jack in den Staub sinken wird, ist also aktuell geworden. Es läßt sich verstehen, daß die Aussicht aus das baldige Ende der kolonialer: Herrlichkeit in Ostafrika den Portugiesen Mißbehagen verursacht. Besiegelt war ja ihr Schicksal von dem Augenblick an, wo sie das Vorkaufsrecht auf die Delagoabai den Briten einräumten. Wenn auch nicht formell Besitzer dieser Bai, spiellen sich die Briten doch seitdem dort als Hausherren aus, und die portugiesische Regierung wagte nicht, dem stärkeren „Freunde" Einhalt zu gebieten. So erfolgte denn auch jener Neutralitätsbruch, der für alle Zellen auf dem dunkelsten Blatt der portugiefischen Geschichte seinen Platz hat: die Gestattung des Durchzugs engllscher Truppen durch Lourenzo Marquez nach Transvaal. Wer sich seiner nationalen Würde entäußert, hat keinen Anspruch auf achtungsvolle Behandlung- Portugal geschieht deshalb recht, daß es von England „über die Schulter" angesehen wird. Der Pyre- näeuftaat dürfte auch, nirgend auf Mllleid stoßen, wenn der englische Freund an ihn mit dem förmlichen Ersuchen her an tritt, zu seinen Gunsten von dem Besitzstand in Ostafrika zurückzutreten. Das wird voraus sich tluh bald der Fall fein, denn zum wirtschaftlichen Wiederaufbau des früheren Transvaal bedarf England des uneingeschränkten, absoluten Verfügungsrechts über die Delagoabai und die Mr Westgrenze führenden Verkehrsstraßen. Doch nicht nur Portugals, auch Dentschläitos vitale Interessen werden durch den staatlichen Untergang Transvaals berührt. Ein sehr beträchtlicher Tell des deutschen Handels mit Südafrika hat sein Eingangsthor in der Delagoabai, viele MMionen deutschen Kapitals sind in der von der Bai nach Pretoria führenden Bahn angelegt. — .Der polllische status quo ist jetzt hinfällig geworden, und dcunll der Standpunkt Deutschlarrds zur Transvaal- und Delagoabaifrage, wie chn der Staatssekretär Frhr. von Marschall in dem Erlaß an den deutschen Botschafter in London vom L Februar 1895 darlvgte. „Deutschlands Interessen", so hieß es darin, „gebieten die Auftechterhalt- ung Transvaals clls selbständigen Staat und die Sicherung des status quo b^üglich der Bahnen und des Hafens in der Delagoabai. Diese materiellen Interessen zu schützen, gegen jeden Eingriff, ist Ausgangs- und Endpunkt der deutschen Politik in jenen Gegenden." In die Zell nach 1895 siel freilich der Abschluß des englisch-deutschen Südostafrika-Vertrages, über dessen Inhalt noch heute Ungewißheit herrscht. Die Eingabe der deutschen Kolonial- gefellschast an den Reichskanzler vom 3. Oktober 1898 um Veröffentlichung des Vertrages hatte keinen Erfolg. Ob die in dieser Eingabe ausgesprochene Vermutung, Deutschland habe den früher fest gehaltenen Standpunkt der Anf- rechterhallung des status quo in Südostafrika verlassen, und möglicherweift unter Bedingungen verlassen, durch welche die deutschen Interessen nicht in dem früheren Maße geschützt erscheinen —, ob diese Vermutung zutrifft, ist beute noch ungewiß. Der staatliche Untergang Transvaal aber — darüber kann kern Zweifel besteh«: — ist für Deutschland ein Ereignis, von so außerordentlicher wirtschaftspolitischer Tragweite, daß mit der Bekanntgabe der Bestimmungen des deutsch-englischen Afrika-Vertrages nicht länger gezögert werden sollte. Der .Handel Deutschlands mll dem ehemaligen Transvaal ist ständig gewachsen und bedeutender geworden, als der mit anderen südafrikanischen Gebietsteilen; in Berücksichtigung dieses Umstandes hat die Ostaftika-Liuie in Hamburg — unter Erhöhung der Subvention seitens des Reichs — ihre Fahrten vermehrt; die Delagoabai ist das Interessengebiet zahlreicher deutscher Handelshäuser. Angesichts dieser Thatsachen mü> der von Grund aus veränderten politischen Lage in Südafrika erscheint die amlliche Beantwortung mindestens folgender Fragen wünschenswert: Ist die Reichsregierung mit der eventuellen förmlichen Abtretung der Delagoabai an England einverstanden? Ist Vorsorge getroffen, daß im Falle eines derartigen Besitzwechsels und sonstigen auf Transvaal und Portugiesisch-Ostafrika bezüglicher Suzeränitätsänder- ungen Deutschlands wirtschaftliche Interessen keine Beeinträchtigung erfahren? Die Bedeutung dieser Fragen ist in den Erörterungen der Presse über die Wirkungen des Friedensschlusses und die Zukunft Südafrikas für Deutschland nach irgend einer Richtung hin größere Wichtigkeit, als nach derjenigen der zukünftigen Gestaltung seiner eigenen materiellen Interessen im Südosten des dunklen Erdteils. Das ist vom deutschen Standpunkte aus der springende Punkt bei der Angelegenheit. Aus Stadt und Aand. Gießen, den 7. Juni 1902. ** Deutscher Handlungsgehilfenverband. Der Kreisverein Gießen im Verbände Deutschier Handlungsgehilfen (Sitz Leipzig) hielt am 4. Juni im Hotel Schütz eine leider nur mäßig besuchte Versammlung ab, deren Verlauf für die weiteste:: Kreise Interesse bieten dürfte. Es galt für die Mitglieder, Stellung zu dem sozialpolitischen Programm zu nehmen, das die Ver- bandsleituM den Kreisvereinen zur Beschlußfassung vorgelegt hat. Der Vertrauensmann des Kreisvereins, Emmerich, erläuterte in einer Ansprache die Berbandssorderungen. Die Versammlung trat dem Programm bei. Folgende Resolution, die dem Reichsamt des Inner::, dem Reichstag und den obersten Landes- und Ortsbehörden zugesandt werden soll, fand einstimmige Annahme: „Die auf wirtschaftliche und soziale Förderung der Handelsangestellten gerichteten Maßnahmen dienen nicht nur den berechtigten Ansprüchen der Einzelnen, sondern tragen zugleich mit zur gedeihlichen Entwickelung des deutschen Handels und der wirtschaftlichen Aiachtstellung des deutschen Volkes bei. Vor zehn Jahren trat das Gesetz über die Sonntagsruhe in Kraft. So viele Mängel es auch aufweist, hat es doch manche Verbesserungen gebracht, die freilich sehr oft durch ungenügende Ausführung fraglich, geworden sind. Diesem sozialpolitischen Gesetze sind andere gefolgt, doch ist mancher berechtigte Wunsch der Handlungsgehilfen bisher unerfüllt geblieben. Deshalb erklären die versammelten Handlungsgehilfen, alle ihre Kräfte der Mitarbeit an dem ferneren Ausbau der kaufmännischen Sozialresorm widmen zu wollen und vertrauen aus die Unterstützung der Staatsregierungen, gesetzgebenden Körperschaften, Behörden, sowie der kaufmännischen Prinzipalllät, die an einem wirtschaftlich gesicherten, geistig und moralisch hochstehenden, standes- bewußten, pflichtgetreuen Handlungsgehilfenstcmd einen erfolgreichen Mitarbeiter hat." Die Forderungen betreffen im einzelnen: Die Sonn- und Feiertags-, die Werktagsruhe, die Einführung eines Sommerurlaubs, die Kündigungsfrist, Geschäftsräume und Geschäftsordnungen, das Lehrlingswesen, das kaufmännische Fortbildungsschülwefen, die Frauenarbeit, die Errichtung kaufmännischer Schiedsgerichte, das Verbot der Konkurrenz klaufel, die Einführung von Handelsinspektoren und b:e Errichtung von Hcmdlungsgehilsenkammern, Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung, die sechswöchige Fort- gewährung von Gehalt und Unterhalt bei Krankhell, staat-, liche Alters- und Jnvaliditätsversicherung, staatliche Wll-i wen- und Waisenversicherung entsprechend den .Verhältnissen der Handlungsgehilfen. n. Gedern, 4. Juni. Am 19. Juni feiert der Lehrer Roth, der schon eine lange Reihe^ von Jahren an der hiesigen Schule wirkt, sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Der Bezirkslehrerverein Gedern gedenkt diesen Tag festlich zu begehen, und zwar findet die offizielle Feier cm dem Tage um 11 Uhr statt, während das Festessen um 1 Uhr seinen Anfang nimmt. Voraussichtlich wird die Beteiligung von Seiten der Lehrerschaft sowohl als auch aus anderen Kreisen sehr rege sein. () Frankfurt a. M., 6. Juni. Der Zoologische Garten hat in den letzten drei Tagen reiche Erwerbungen gemacht. Neben einer Anzahl Tiere, deren Art bereits vertreten war, wie Flamingos, Geiern, Geier Perlhühnern^ einem prächtigen Glanzfasan (einen der schönsten bis jetzt bekannten Tierarten), einem Ozelot, Tüpfelkatzen usw. sind auch wieder Tiere eingetroffen, die noch nie in Frankfurt gezeigt worden find. Aus Mexiko kam eine Tierart, die bei den Azteken als ein Lieblingstier des Wizlibuzli gelt, das Kakamizli, ein Tier, das man als halb Marder, halb! Katze bezeichnen kann. Aus Brasilien langten zwei Zahn- hühner an, die an unsere Feldhühner erinnern, sich aber mehr auf Bäume:: aufhalten. Im Aquarium traf eine Sendung Quallen ein, im Reptilienhause Schlangen, eine große Deju-Eidechse und Schildkröten. Verlobte "WD verlangen von der Darmstädter Möbel-Fabrik, Darmstadt, Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedeuteiwstes und größtes Einrichtungshaus Mittel- und Suddeutschlands für alle Stände. 160 Zimmer-Einricktimgen wohnungsfertig, einschließlich Küche. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Spezialität: Brautausstattungen in iet)ent Genre und Preis. Konkurrenzlos in Auswahl, Form, Gediegenheit und Preis. 3789 Mk. Seidenstoffe hsä von Elten & Keussen, Bä Krefeld. Plaudereien aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Der Fliederranfth. — Berliner Baumwolle. — Leere Theater. — Faustgefprache uud anderes. — Russisches aus Berlin. Wochenlang hingen die Fliedertrauben in braunen, unansehnlichen Knospen an den zahlreichen Sträuchern aus unseren Parkplätzen, und die Goldregen-Rispen präsen- tierten sich als komisch anzuschauende Herinasgerippe. Die Ungunst des Mai ließ beide nicht zur Entfaltung kommen. Und nun ist die ganze duftende Blütenpracht wie ein hastiger Rausch an uns vorübergegangen: ,Mum gegrüßt — gemieden!" Drei Tage hat die ganze Fliederherrlichkeit gedauert; so grausam hat uns die plötzlich hereingebrochene Hitze um das bischen Früblingsdust uud Glanz betrogen! Aber diese drei Tage bedeuteten einen richtigen Ueberfüll, den die köstlichen Frühlingskinder auf Berlin ausübten. Jeder Ausflügler kehrte mll einem Fliederstrauß heim. Die Blumenhändlerinnen auf den Straßen hatten einen halben Garten bei sich und große Wagen, über und über mll den duftenden lila Blüten bepackt, fuhren durch die Straßen und boten chre Last feil. Das war ein ander Bild, wie am Tage vor Pfingsten, wo die Landleute im trostlosen Regen mit ihren Psingstbirken durch die Stadt fuhren und froh waren, wenn sie ihre Zweige für den geringsten Entgelt an den Mann bringen konnten. ö Eine kleine Entschädigung erfahren nun auch die Garten- mirte die während der rauhen Maitage böse Verluste gehabt haben . Das ist das Wetter, bei dem der Berliner mit Eifer in die „Baumwolle" steigt. Die ,pboomwvlle", wie es richtiger heißt, ist nämlich der Schaum, den das gute Weißbier beim Einschänken in die mächtigen Kelche entwickelt. Es ist unglaublich, welche Mengen dieses angenehm säuerlichen Produktes in diesen Tagen vertilgt werden, und mit welcher Wichtigkeit die waschechten We:ßb:erph:l:ster die Qualitäten der verschiedenen Gebräue gegen einander abwiegen. Der Münchener kann seinen „Bock" nicht gewissen- haKr prüfen! Da sich Ehegatten und andere Pärchen gewöhnlich eine ,/Äroße Weiße" zusammen kommen lassen, so ist es mitunter amüsant zu scheu, wie einer den andern mit heimlichem Entsetzen beobachtet, wenn er sich gar nicht wieder aus der „Boomwolle" herausfinden kann. „Vielleicht kommste hell noch retour!" mahnt der Gatte, der da sieht, wie seine bessere Hälfte sich in die gefährlich flacher werdende, nüchtern gelbe Flüssigkeit vertieft, oder er murmelt geängstigt: ^Verschluck bloß dat Glas nich mit; det kost't nämlich extra!" Für die Theater hat jene unheimliche Zeit begonnen, in der man selbst mit Freibillets kein halbbesetztes Haus mehr zusammenbekommt. Uni) doch wird der Fremden wegen, die um diese Zeit sehr zahlreich find, in den meisten Musentempeln noch tapfer gemimt. Ich wappnete mich mit einem halben Dutzend Taschentüchern und stieg in die Glut des „Deutschen Theaters", um Sommerstorsf, ehe er in die grüne Steiermark auf sein Landgut geht, noch als Faust zu sehen. Es war des Schweißes wert. Hinter mir, in der nächsten Parquettreihe, hatte ich einen jener angenehmen Mitmenschen sitzen, die ihren Nachbarn vor jeder Szene einen Ueberblick über die jetzt erfolgende Wellerentwickelung der Handlung geben, jedenfalls, um damit zu dokumentieren, wie furchtbar gescheit sie sind. Im vierten Akt passierte dem Wackeren, der seiner Kleidung und auch Sprache nach nicht etwa zu de:: unteren Hunderttausend gehörte, ein kleines Malheur. Der Vorhang ging hoch. Die Szene zeigt den Dom und stimmungsvolle Har- moniumllänge leiten den Auftritt zwischen Gretchen und dem Geist ein. „Wie anders, Gretchen, war dies, als du noch voll Unschuld hier zum Altar tratst rc." Mein Faust- kenner aber flüsterte in jenem Tone, der über fünf Par- quettreihen r eichte, die klassischen Worte: „Nun paß auf, jetzt werden sie getraut!" Es geht eben nichts über eine gediegene Bildung. An derselben Stelle hatte ich bei einer Aufführung einmal das Vergnügen, eine Berlinerin — vielleicht eine biedere Schlächtersfrau —, die in Seide und Brillanten prunkte, sagen zu höre::: „Det soll'n Stück sin? Immer dieselben ollen Lumpen? In Irenen Akt ’n anständiges Kostüm? Nee, da dank ick ergebenst. Det is nischt für mir!" Eine Schwester im Geist von ihr war es, die bei einer Tartüffe - Aufführung in der Uebersetzung von Ludwig Fulda ihrer Freundin, als am Schlüsse Fulda mit dem Theaterdirektor — ich glaube, es war noch Blumenthal — auf der Bühne erschien, erfiärte: „Der eene is Fulda un der andere is Moljehr, von dem det Stück eiegntlich is! Der is extra aus Paris dazu rübergekommen. Det machen se jetzt alle so!" Besser wie die Theater waren die Trupp e::-Schau- ste llungen besucht, die auf dem Tempelhoser Felde und in Potsdam dem Schah zu Ehren stattfanden. Der Schah traf diesmal die Berliner nicht gerade hurralusttg; doch erzählte mir ein Deutschrusse, der juft noch die Laut' et-Parade in Petersburg miterlebt hatte, daß der fr an» zösische Präsident dort nicht etwa enthusiastischer aufgenommen sei. Das Publikum sei durchweg kühl geblieben, während es Felix Faure mit stürmischer Freude begrüßt habe. Liegt das an der Zell oder an dem schlichten, wenig repräsentierenden Nachfolger des Großseigneurs von Rouen? Tribünenplätze, die mit zehn Rubel angesetzt waren, wurden schließlich für i>en vierten Teil verkauft. Nur die militärische Begleitung Loubets kann sich rühmen, Sym- pothiebezeigungen erfahren zu habe::, Allerdings etwas jMf-nner Art. Die lieben Russen haben ihnen nämlich vielfach die Seitengewehre aus der Scheide gezogen und zum Andenken au das schöne Verbrüdecungsfeft behalten. Unter Brüdern kommt's nicht so drauf an. Etwas ungemütlicher behandeln die russische:: Roten ihre Minister^ Nach den letzten Attentaten kann man es ihnen nicht verdenken, wenn sie bei Ausfahrten alle möglichen Vorsichtsmaßregeln treffen. Da hat das ausführende Komitee jüngst an den Finauzminister Witte geschrieben, es sei unnötig, daß er sich in der Oessenllichkell derartig schützen lasse. Es werde ihm auf der Straße nichts geschehen, sondern man habe beschlossen, ihn in seinem Kabinett an Gift sterben zu lassen. Es scheint mir nicht gerade verlocke:^ in Rußland Minister zu sein! A. R. Lieferungs-Verdingung. Die Lieferung von ca. 1775 (Zentnern Anthracit- tohleu II, 1470 Centncrn I und 350 Gentnern II gew. Nußkohlen, 600 Gentnern melierte Kohlen, 150 Gentnern Anthracit-Eierformbriketts, 2250 Gentnern II Hüttenkoks und 800 Gentnern Hüttengroßcots, 100 Gentnern Braunkohlenbriketts aus der Grube Wölfersheim, 13 Raummetern Buchen-Lcheitholz und 72 Raummetern Tannen-Scheitholz soll auf dem 2Hege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind bis zum 23. lfd. Mks., vormittags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung derselben auf unserer Amtsstube stattfindet, verschlossen unter der Aufschrift „Angebote für Brennmaterialien" bei der unterzeichneten Behörde eingureichen. Die Lieferimgsbedingungen, sowie das Verzeichnis der beziehenden Institute 2c. können auf unserer Schreibstube (Bismarckstraße 16) eingesehen und gegen Erstattung der Abschreibgebühren bezogen werden. Gieß-en, den 2. Juni 1902. Großherzogliche akademische Administrations-Kommission. In Vertretung des Kanzlers: Hansen. 4100 Betr.: Feldbereinigung Reichelsheim. Arbeitsvergebung. Mittwoch den 11. Juni l. I., vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathause zu Reichelsheim die nachverzeichneten Arbeiten und Lieferungen im Submissionswege vergeben werden. 1. Bau eines Steges über die Horloff: veranschlagt zu Los ». Maurerarbeiten 251 JL „ b. Eisenarbeiten einschl. Lieferung 570 „ „ c. Zimmerarbeiten einschl. Lieferung 105 „ 2. Bau einer Brücke über die Horloff: Los a. Erd-, Maurer- und Ghaussierung^- arbeiten 1766 „ „ b. Eisenarbeiten einschl. Lieferung 2276 „ 3. Herstellung des Nnterwiefenweges mit Grabenanlage 258 „ Pläne, Kostenanschläge und Bedingungen liegen auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Angebote, auf aktengroßem Papier mit entsprechender Aufschrift, sind bis zum obigen Termin verschlossen der Großh. Bürgermeisterei Reichelsheim einzureichen und haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen. Friedberg, den 2. Juni 1902. Großherzogliche Kultur-Inspektion Friedberg. Dr. F ra issin et.__________________4179 Spar- und Nihkasse Meßen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß unsere Kasse vom 1. bis 15. Juni l. I. wegen des in dieser Zeit vorzunehmenden Umzuges in das neue Gebäude — Johannesstraße 5 — geschlossen ist. Gießen, den 10. Mai 1902. Der Direktor der Spar- und Lechkasse Gießen. Wiener. 3697 Panzerkassen. Aktenschränke 3493 für Gemeinden und Behörden, Kassetten und Kopierpressen preiewürdig. JPt. lürogmann, Kassenschrankfab: ik. 450 Jl. 7 BekzäCö U II ❖ «9> 3927 u. a. in. Ferd. ftieewstiel ❖ 4021 8 empfiehlt 4020 Heinrich hochstäüeri Schloßgasse 19. Telephon 305. PlanierungSarbeiten Geftückarbeiten Grabenaushub Steinfuhrlohn Steinsetzerlohn Steinschlagerlohn Sandlieferung Eindeckungsarbeiten 600 200 858 132 560 90 36 Gießen, 27. Mai 1902. Mulch, Psandmeister. Usuleaux T-G aus hohdrahi Neuer Kraft-Gasmotor „BENZ“ sein Gas selbst erzeugend. Betriebskosten 1-3 Pf|f. pro Pferdekraft und Stunde, je nach Grösse des Motors. 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Bürgermeisterei Treis an der Lumda. _________Benn er. 4177 Montag den 9. d.W., nachmittags von 3 Uhr an, versteigere ich dahier Großer Stcrnweg 18, 1: 1. freiwillig;: 1 Klavier, 1 Schrank (antik), 1 Rokokospiegel, 1 Schreibtisch mit Erker, eine Polstergarnitur, 1 Tisch, 1 Licht- krone, eine Dekoration für 2 Fenster, 1 antike Bilder- mappc, 1 Smyruateppich, 1 Kupferstich mit Rahmen, eine Garnitur kupferne Gefäße u. v. a. Z. zwangsweise: 1 Sofa, 1 Wasch- und einen Nachttisch mit Marmorplatte, 1 Schreibpult, IKleiderschrauk, 1 Wanduhr, mehrere Tische, Stühle, Bilder, Panelbretter, IGasherd, Borhänge,Lampen, silberne und kupferne Gefäße Nippsachen n. v. a. gegen Barzahlung. Versteigerung bestimmt. Die Sachen tönen eine Stunde vor der Versteigerung besichtigt werden. Gießen, 6. Juni 1902. 4212 Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag den 10. Juni lfd. Js., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: 1 Landauer, 3 Schweine, einen Kassaschrank, IPianino, 1 Schreib- sekretär, 5 Stämme Eichenholz (geschnitten), Sofas, Kommode, ztleiderschränke, 1 Nähmaschine 'T Conrsbericht Don €onra2 4 3 y. 4 4 3/H 3]^ 3XA 4 4 4 4 do. Silber . . Ztädte-Oblig. Gießener (alte) . do. v. 96 . . Mainzer. . . do..... Offenbacher. . Wormser . . do..... Frankfurt a. M. Darmstadt . . Mannheimer . Münchener . . Nürnberger. . Pforzheim . . 26.- ____,____ 104*20 98.— 103.15 98*90 10355 104.20 103.80 102.50 25.95 104*- —.- 103.20 98.10 103*60 ! 102.31 3 4 3 3 3 3 3 3 4 D 3 4 5 4 4 1 do..... Oest. Staatsb.. do. I—VIII . do. v. 85 . . do. Erg.-Ney . Prag-Dux 96 . Raab-Oedcnbg. (alte) . . . do. v. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar. E. B. Mvorncser . . Sizil. v. 91 . Toscauicr . . Ruff. Südost . do. Südwesl stitäsau-Uralsk . 63.30 102.— . 93.50 91*60 83.80 77.70 72 90 101.80 68- 68.60 102.- 106.30 99.15 99.05 62.10 101.80 92.80 89.90 91.60 78.- 73.— 100.— 67.50 68.10 102.- 106.10 99.— 99*10 4 4 4% Diverse. BuderuS . . Eiscnb. Rtbk. . Hirzh. u. Lollar Bank-Aktien. Ttsch. Rcichsbk. Berliner Hand. Darmstadt. Bk. Deutsche Bk. . Dtsch. Gcnoffbk. Disct.-Comm. . Dresdner . . Franks. Bank . D.Eff.u.Wcchs.- Bank . . . Pfälzische Bank । Schaffysr. „ Bank für Süd- ! deutschland . i Mmeldtsch. stiationalbk. Oest. Crcd.-Akt. Wien. Bankver. 99*— 99.10 155.70 158.40 141.— 210.50 103.— 187.- 147.20 190.- 98.— 98.90 99.10 155.10 155.50 138- 210.80 102.- 188.50 146.— 189.70 „ Schuckert „ Siemens u. Hals'e Filzsabr. Fulda Löhnberg.Mühle Faber n. Schleicher .... Maschf. Gritzncr Schnellpressen Frankenthal . Schuhfabrik Otto Herz u. Co. . Siemens GlaS 9iordd. Lloyd . Concordia Bergwerk . . . Dortmund.Union 109.50 140.50 102.— 75.- 133.- 164.50 159.- 125.— 248.50 111.60 283.- 44 — 110.— 136.- 102.— 75.30 131.— 164.50 162.— 125.- 248.50 113.- 279.— 44.50 4 4 5 3i 2 3 4 5 3 272 3 Bad. Thlr. 100 Bayer. Thlr. 100 Donau-Regul. . Cöln-Mindener Madrider . . Mein. Thlr. 100 Oesterr v. 1860 Oldenb. Thlr.100 Raab-Grazcr . Türk. Frs. 400 pr. Stück i. Mk. Ansbacher st. 7 Augsburg, fl. 7. Brfchw.Thlr.20 Freiburg. FrS. 10 Mailand. Frs. 10 Meininger fl. 7 Pappcnh. fl. 7 Venediger L. 30 146.30 163.60 144.10 137.60 44.- 134.40 154.— 108*— 113.80 63.25 30.50 130.70 145,30 139L0 134*25 153.80 127.80 112*— 63.— 30.— 130.40 4 315 4 3M 3/2 Russen v. 80 . Russen Gold- Anl. . . . Nuss. Staats- Rte., Rubel . Schweden v. 80 Schweiz . . . Serben v. 95 Svauier. . 100.50 93.90 96.50 104*- 101.- 69.4c 100.50 96.50 101.80 104.- 101.- 68.— 4 1 4 4 47 4 37 Wiesbaden . . Babenhausen . Lissaboner . . Nom 1L-VIII . Buenos-Aires . Ztanderhrl. 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Kauitz, Berlin W. 62, Kleiststraße 83, oder an den Quästor der Universität Gießen, Herrn Orvig, einsenden zu wollen. (ä#6_ Med.-Rat Prof. Dr. E. Bostroem. Geh. Med.-Rat Prof. DrTG. Gaffky. Geh. Med.-Rat PAf. Dr. A. Gufferow. Prof. Dr. M. Hosmeier. Geh. Sanitätsrak Dr. M. Jaquet. Sanitäts- rot* Dr. F. Kauitz. Pros. Dr. A. Martin. Geh. Dted.-Rat Prof. Dr. ». Olshausen. Prof. Dr. I. PfauuenstieL Prof. Dr. P. »ovvert. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. F. RiegeL Sanitätsrat Pros. Dr. L. Rüge. Med.-Rat Dr. P. Rüge. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. M. Runge. Prof. Dr. H. Strahl. Prof. Dr. I. Beit. Prof. Dr. A. Bassins. 4101 Münchener Bürgerbräu - Münchener Löwenbräu Produktion: 1880: 30,000 Hektoliter; 1901: 55o,000 Hektoliter Produktion 1901: 642,000 Hektoliter in den bekannten feineren Cafes und Restaurants in Giessen und Umgebung im Ausschank. Beide hochfeinen Biere sind vielfach mit den höchsten Auszeichnungen prämiiert. 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