Nr. 106 ««glich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vessische» Landwirt die -iehener Kamilien- Wättcr viermal in der Woche beigeltgt -iotaNonSdruck u. Verlag der Vrüh l'sch« U^»ive^.-B»ich-»u Stell»- druckerei (Pietsch drbeeO lUboflum, Orpebition imb Druckerei: Vchnlßraße 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Vietze». KernsprkchanschlutzNr.dl. Zwettes Blatt. 15Ä. Jahrgang Mittwoch 7. Mai LS«S Vezng»»eets» WgT* © moruHh*75'Vi.,ütertd» GietzenerAnzeigers W General-Anzeiger " w «Efiu Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen «Mß ÖK meist Holländer sind. Beide Anträge wurden an Die Handelskammer beschloß die Unterstützung der Metzgereingabe gegen den Schlachtviehhandel nach Lebendgewicht. Widerspruch zu erheben, genommen. München, 6. Mai. ‘ einigen. Das betreffende Gebiet umfaßt 7000 Quadrat-- meilen und hat eine Bevölkerung von 8000 Seelen, welche Deutsches Deich. Berlin, 6. Mai. Der Kaiser hörte gestern Nach- nnttag im königlichen Schlosse die Vorträge des LhefS des Zivilkabinetts v. LucanuS und deS Chefs des Marinekabinetts v. Senden-Bibrau. — Die Kaiserin, welche der Kaiser zum Bahnhof begleitete, ist abends 8 Uhr nach Badenweiler abgereist. Der Kaiser begab sich alsdann zum Reichskanzler und reiste mit Sonderzug um U3/4 Uhr mit Gefolge nach Straß- bürg, von wo er sich nach Hohkönigsburg und später nach Wiesbaden begiebt. — Zu dem absonderlichen Vorschläge, in Lübeck bei den nächsten Reichstagswahlen den Prinzen Heinrich auf- zustellen, erfährt die „Freis. 3tg.", daß der Journalist, der diesen Einfall hatte, gar nicht Mitglied des dortigen Frei- sinnigen Vereins ist, sondern nur als Gast in der Ver- sammlung anwesend war. Er ist Chef-Redakteur der „Lübecker Rachr." — Die sozialdemokratischen Abgg. Auer und Blos begingen heute den Tag, an dem sie vor 25 Jahren Mitglieder des Reichstags geworden sind; sie wurden vielfach beglückwünscht. — Eine im Calbesaale abgehaltene Versammlung deS Zentraloereins deutscher Wollenwarenfabrikanten beschloß, den Antrag auf Herabsetzung der Kammgarnzölle für die Handelsverträge zu vertagen, die Geschäftsbedingungen des Verbands deutscher Herren- und Knabenkonfektion abzulehnen und die Organisation der gesamten Woll-Industrie anzubahnen. Die nächste Versammlung ist 1903 in Görlitz. Hamburg, 5. Mai. Der Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz nahm einen Antrag an, welcher die Angabe des Erteilungsdatums auf der Patentschrift empsiehlt, desgleichen einen Antrag, in dem cme Abänderung des § 13 des WarenzeichengesetzeL für den Augenblick nicht als wünschenswert erklärt wird. — In der Nachmittagssitzung wurde ferner beschlossen, die Einführung eines Firmenzeichens zu befürworten, das dem Geschäftsmann für seinen ganzen Geschäftsbetrieb verliehen werden soll. Der Anttag, die Prüfung der Beschreibung zu Warenzeichen für daS Patentamt obligatorisch zu machen, wurde auf den nächsten Kongreß vertagt. In Bezug auf das WiderspruchSoerfahren ist ein Anttag eingebracht auf gleichmäßige Entscheidungen der Abteilung für Warenzeichen, ferner ein Anttag zu 8 5 des Warenzeichengesetzes, dahingehend, daß dem Inhaber von älteren Zeichen auch ohne Mitteilung von der Anmeldung desselben Zeichens im Patentamt das Recht gegeben werde, „Praxis" dürfte doch eine recht weitgehende sein. Dabei berührt die Zuckersteuernovelle nicht entfernt so zahlreiche und wichtige Interessen wie der Zolltarifentwurf. stehenden Polizeitruppen die dort befindlichen Buren- kommandoS. Die Buren batten eine feste Stellung inne, welche sie hartträckig verteidigten, bis sie von den Engländern genommen wurde. Auf feiten der Engländer fielen sechs Mann, acht wurden verwundet. Der Verlust der Buren soll bedeutend sein . Sie sandten zu den Linien der Engländer unb erbaten ärztliche Hilfe. Davon aber, daß Oikiep Politische Tagesschau. Obstruktion von recht« im Reichstage.' Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 8. Mai: Der von der agrarischen „Deutschen Tagesztg." anae- kündigte Versuch, mit Hilfe der Geschäftsordnung des Reichstages eine Verzögerung der Beratung der Zuckerst eu e r n o v e l l e herbeizuführen, ist in der heutigen Reichs- tagssitzung vom Abg. Lucke (B. d. L.) mit dem Erfolg unternommen worden, daß die Beschlußunfähigkett des Hauses zur Feststellung gelangte, was die 2ttlberaumuna einer neuen Sitzung erforderlich machte. Korrekterweise gab Abg v Levetzow namens der Konservativen die Errlär- una ab, seine Fremide hielten sich an den Beschluß des Seniorenkonvents, daß die Zuckervorlage vor der Dertaguno erledigt werden soll. Abg- v. La-dorff (Rp^) zetwch stellte sich auf den Standpunkt des Herrn Lucke. Abg. 2>r. Bach e m (Ztr.) warf mit Recht die Frage auf, wohin es führen solle, wenn von beiden Seiten mit dem Gedatiken der „Obstruktion" gespielt wird? Es ift m der That em merkwürdiges Schauspiel, daß just von denjenigen, die noch bei der ersten Lesung deS Zolltarifentwurss zur kräftigsten Abwehr sozialdemokratischer Obstruktwnsbestrebungen ausforderten, dasselbe, mit herben Worten verurteilte Mitte angewendet wird. Abg. v. Levetzow meinte, die Herren au der Linken könnten sich darüber nicht wundern. Aber die Verwunderung über diese Unterscheidung von „Theorie und Ausland. B u d a p e st, 6. Mai. Das den Delegattonen voraelegte gemeinsame Budget weist ein Geiamtbruttoersorder- nis von 372 437 836 Kr. auf, also 8 431 193 mehr alS im Vorjahre. Die Deckungssumme beträgt 6 385 464 Kr. und somit das Nettoerfordernis 366 052373, ist also gegenüber dem Vorjahre tum 8 237 406 Kr. größer. In einer besonderen Vorlage sucht das Kriegsministerium um Bewilligung von 38 Millionen pro 1902 nach für Beschaffung von Feldhaubitzen und neuem Gebirgsaeschütz-Material. Paris, 6. Mai. Ministerpräsident Waldeck-Rous- seau erließ an die Präfekten ein Rundschreiben, in dem er darauf hinweist, daß beim ersten Wahlgange in gewissen Wahlbezirken die Wähler gruppenweise rur Stimmabgabe unter Leitung von Personen geführt worden sind, zu denen sie in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Es sei dies mit der freien Ausübung des Stimmrechtes unvereinbar. Falls solche Fälle bei der Stichwahl sich wiederholen sollten, möchten sie sofort zur Kenntnis der Gerichte gebracht werden. Lissabon, 6. Mai. Viele Offiziere der Armee und Marine haben sich dem Proteste gegen die Konvention mit den ausländischen Bondholders ange- schlossen Ein von 200 Offizieren unterschriebener Protest wurde dem Könige zugeschickt. Die indirekten Bemühungen deS Königs dagegen und die Drohung mit Gefängnis blieben wirkungslos. Ein Offizier zog feine Unterschrift zurück, worauf ihn seine Kameraden aus dem Marine-Klub ausschlossen. — Trotz der Bemühung der Regieruna, die Nachrichten über die Zustände in Oporto zu unterbrüden, ist Zn der Kommission angenommen. Wie wir in unserer heutigen Parlamentsausgabe bereits mitteilten, ist der Gesetzentwurf über die ost afrikanische E i s en b ah n in der Budgetkornmission bereits erledigt worden. Ueber sein Schicksal im Plenum läßt sich freilich nichts Sicheres sagen, und zwar besonders deswegen nicht, weil das Zentrum einstweilen geteilter Meinung ist. Abg. Müller-Fulda, der früher der Vorlage kritisch gegen- überstand, urteilt jetzt zustimmend; sein Frakttonsgenösse Dr. Langer hingegen hat sich, mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage, runbroeg gegen das Projekt erklärt, und zwar soll er den größten Teil des Zentrums auf feiner Sette haben. In der Kommission ist der Entwurf denn auch mit nur vier Stimmen Mehrheit angenommen worden. Aller Voraussicht nach werden sich im Plenum wegen der Höhe des Rückzahlungskurses der Anteilscheine (120%) lebhafte Debatten entspinnen. Abg. Richter (fr). Vp.) ührte in der Kommission nicht unzutreffend aus, daß die Reichsbank ober die Seehandlung das Geld billiger würde beschaffen können, als das private Bankkansvrtium. Der Antrag auf Herabsetzung des Rückzahlungskurses wird im Plenum ohne Zweifel wiederhergestellt werden, und es ist möglich, daß auf dem Standpunkt des Abg. Dr. Langer lebende Zentrumsmänner bei derartiger Einschränkung oes Reichsrisikos der Vorlage im ganzen zustimmen. entsetzt ist, steht nichts in der Meldung. Im englischen Unterhaus teilte Chamberlain mit, es seien Vorschläge gemacht worden, welche die Billigung der Regierung gefuiiden haben und dahin gehen, einen Teil des Gebietes von Transvaal mit Natal zu »er- 7000 Quadrat- IUe Heutige Kummer umfaßt 16 Seiten. Angriffe auf das Aeichswaylrecht. Im preußischen Herrenhaus hat der bekannte Svnfei> dattde Graf M i r b a ch -Sorquitten einen energischen Vorstoß gegen das Wahlrecht unternommen. DiesrnÄ sprcuh sich Gras Mirbach nur für die Beseitigung des geheimen Wahlrechts aus. DaS „Goldene Buch des deutschen Volkes cm der Jahrhundertwende enthält von ihm folgende, präzisere Eintragung: „Das allgemeine, geheime und gleiche Wahlrecht ist der Nährboden der Sozialdemokratie. Fast alle Erscheinungen in unserem politischen Leben, die wir heute beklagen, lassen sich auf das Reichstagswahlrecht zu- rückführen." Graf Limburg-Styrum schreibt: „Trotz deS Parlamentarismus glaube ick) an eine großartige Entwickelung des Deutschen Reiches" . . . Der verstorbene Abg. Graf Llinaowström stellt als leitende Grundsätze auf: „Aeußere Politik — nur deutsch! Wirtschaftspolitik — gesunder Egoismus! Sozialpolitik — christliche Liebe! Gegen sozialdeniotratische Führer und Verführer r- Gewalt!" . . . Der antisemitische Reichstagsabgeordnete Dr. Böctel fordert von der Regierung die Abschaffung des Jaulen, veralteten Wahlrechts"« Aus diesen Proben läßt sich ersehen, daß auf Seiten der Rechten bie durch bas Wahlrecht geschaffenen Zustände mißliebig empfunden werden. Auch der wildkonservative Abgeordnete Stöcker verlangte einst in einer Berliner Volksversammlung eine gr kindliche Korrektur des Reichstagswahlrechts. Er behauptete, daß wichtige Erwerbsgruppen, nrie z. B die EchiffS-Rheder, parlamentarisch nicht vertreten seien; deshalb sei es erforderlich, daß nach Gewerben gewählt würde. Auch der Stand der Fabrikarbeiter sollte durch eine bestimmte Zahl von Abgeordneten vertreten sein. Heber den Mahlmodus und über die Zahl der Vertreter der einzelnen Gewerbe gab der Abg. Stöcker auf mehrere Anftagen keine Antwort. Die Zahl ist Macht! Nach diesem Prinzip ist der deutsche Reichstag zusammengesetzt. Schon das Frankfurter Parlament hat in der Mitte des vorigen Jahrhunderts über den Mahlrechtseniwurf beraten, den Bismarck später verwendete. Es ist nicht uninteressant, sich die Verhandlungen des Frankfurter Parlaments über das Wahlrecht zu vergegenwärtigen. Im ersten Kommissionsentwurf war das allgemeine Wahlrecht durch folgende Einschränkungen begrenzt: Wähler ist jeder selbständige, unbescholtene Deutsche, welcher das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat- Als nicht selbständig, also von der Berechtigung zunc Wählen ausgeschlossen, sollen angesehen werden: 1) Personen, welche unter Vormundschaft oder Kuratel stehen, oder über deren Vermögen Konkurs- ober Fallitzustand gerichtlich eröffnet worden ist, 2) Personen, welche eine rLmenunterstützung aus öffentlichen Mitteln beziehen, 3) D i e n st b o te n, 4) H an d- werksge Hilfen oder Fabrikarbeiter, 5) Taoe- l ö h n e r. Also die Lohnarbeiter im ganzen Umfange sollten ausgeschlossen fein. Für ihre Zulassung kämpfte die Linke mit Erfolg. In zweiter Lesung entschied man sich für das Wahlrecht der Lohnarbeitenden. Der Erfolg wurde für Deutschlands Geschichte von weittragender Bedeutung; die zuletzt angegebene Form wurde maßgebend, als nach König- grätz ein neues deutsches Wahlrecht geschaffen wurde. Der Hauptgrund seiner Annahme war wohl der, daß die Regierung und insbesondere Bismarck sich auf den Geist der Masse stützen mußten, wenn sie nationale Fortschritte machen wollten. Bismarck selbst ist in späteren Jahren, wie feine „Gedanken und Erinnerungen" beweisen, dem allgemeinen Wahlrecht gram geworden. Die höchste Reichstagswahlbeteiligung zeigte die „Sep- tenatSwahl" im Jahre 1887 und die ebenfalls mit einer Militärvorlage verbundene Wahl von 1893. Nationale Fragen waren es, welche die Wähler zur Wahlurne trieben. Lin Beweis dafür, daß die Massen durchaus nicht so ent- nationaliiiert sind, wie manche Leute glauben machen toüU®in Kampf um das allgemeine Wahlrecht wird noch kommen. Aber er wird mit der Niederlage der Wahlrechts- aeaner enden. Dies erste polttisck)e Recht ruht in zu starken fcänben als daß es ihnen entrungen werden könnte. Die Lage in Südafrika. Was von den sogenannten Friedensnachrichten der Londoner Blätter, von benen wir im Depeschenteil unserer heutigen Parlamentsansgabe wiederum zwei Wiedergaben, zu halten ist, darüber haben wir uns kürzlich bereits geäußert. Einen weiteren Kommentar dazu giebt ein aus Südafrika nach Amsterdam zurückgekehrter FreiindLouis Bothas, der erklärte: Ich kann mich von dem Erstaunen über die widersprechenden lügenhaften Berichte englischer Zeitungen kaum erholen. Fast alle Berichte über den Stand des Krieges und die Haltung der Bnrenführer in der Friedeiisfrage sind unwahr. Bei der Beurteilung des Verhaltens der Buren dürfte nicht übersehen werden, daß letztere heute sich ni ch t als Befiegte fühlen. Sie halten unter allen Umstäiiden an den Forderungen der Amnestie und der Unabhängigkeit fest. Der Ausgang der meisten für die Buren siegreichen Treffen lvährend der letzten fünf Monate wurde englisckerseitsunter- drückt. Die Burenführer sind mit dem gegenwärtigen Stande der Operationen sehr zufrieden und nur zu einem Friedensabschlusse geneigt, wenn in den beiden Hauptfragen Konzessionen erfolgen. Aehnlich hat sich Lord Wolseley, der, vorn Kap kommend, dieser Tage in Southampton gelandet ist, einem Vertreter der Presse gegenüber ausgesprochen. „Die Buren cheinen entschlossen, bis zum äußersten zu fechten", oll der alte General erklärt haben. Er glaubt ferner nicht, >aß sie sich zum Frieden bereit erklären werden, wenn ihnen nicht gewisse Forderungen bewilligt werdcyi, und hiermit meint der General jedenfalls die Am ne st ie- f ra ge, die dazu angethan scheint, die Verhandlungen abermals zum Schettern zu bringen. Einer Brüsseler Meldung des „Daily Expreß" zufolge soll Kit ch euer in den letzten Friede n so Lding- ungen, die er den Burenführern angeboten hat, folgende Zugeständnisse gemacht haben: 1. Eine Art von Selbstregierung ober Homerule. 2. Königlicher Pardon für die Rebellen bei Gelegenheit der Krönung. 3. Ernennung von drei Buren zu Mitgliedern des neuen südafrikanischen Kolonialrates. 4. Vorschuß von 10000 000 Psd. Sterl. (200 Mill. Mark) zum Wiederaufbau der zerstörten Farmen. 5. Widen ruf der Verfügung über die Konfiskation von Sureneigen* tum. 6. Rückkehr der Kriegsgefangenen. Die Buren chrerseits sollen nach einer Meldung des „Daily Telegraph" geneigt sein, unter gewissen Bedingungen die Waffen niederzulegen und Englands Oberherrschaft über Südafrika, einschließlich von Transvaal und des Oranje-Freistaates anzunehmen; diese beiden Staaten sollen binnen einem Jahre als sich selbst regierende Staaten unter der britischen Flagge rekonstruiert werden, und diejenigen, welche die Waffen ergriffen haben, sollen ihr Wahttecht nicht verlieren; eine bestimmte Summe — dieselbe wurde verschieden, von 1 bis 3 Mill. Lst. angegeben — wird für den Wiederaufbau der Farmen ausgesetzt; Amnestte für alle Rebellen aus der Kaprolonie, Natal usw. unter Belassung aller bürgerlichen Rechte. Die Lage der Engländer im Nordw esten der Kap- kolonie scheint nichts weniger als angenehm zu sein S m u t s hat anscheinend hier geschaltet und gewaltet, wie es ihm beliebte. Vor der kleinen Minenstadt O o k i e p und in deren Umgebung haben sich Dinge ereignet, die zeigen, daß es in der Kapkolonie für England schlimmer aussieht, denn je zuvor. Die kleine britische Garnison von Springbok hat sich den Buren, die mit Dynamit an- gnffen, ergeben müssen, und Ookiep scheint regelrecht belagert zu werden, nachdem der Kommandant Oberst Shelton sich geweigert hat, die Stadt zu übergeben . Auch die letzten Telegramme Mcheners lauten recht unklar. Darnach sind in der letzten Woche 10 Buren gefallen und 122 gefangen genommen, während sich 14 ergaben. Oberst Cooper, der Führer der nach Port Nol lo t h entsandten Verstärkungen, vertrieb die Buren aus Stenkop, der einzigen festen Stellung auf der Straße nach Oakieproeh- fort im Oranjefreistaat und zerstreute in gemeinsamen Operationen mit den im Hoopstad- und Bloenchos-Distrikt bekannt, daß der Aufstttndi daselbst arrdanert. Das &. Infanterieregiment in Ovorto mußte entwaffnet und aufgelöst werden, weil man befürchtet, daß es zu den Auf- stündischen übergehen könnte. Die Universität Coimbra wurde geschlossen. Berehaven, 6. Mai. Prinz Heinrich von Preußen ist mit dem Geschwader heute nachmittaa hier eingetroffen. Beim Einlaufen in den Hafen wurden Salutschüsse mit dem Kanalgeschwader ausgetauscht. Newyork, 6. Man Admiral Sampson ist heute gestorben. pte Hntgleisung des Wäncheu-Nerlloer A-Z«ges fiel Zschortau. LRr haben bereits gestern von der eigenartigen Fügung des Schicksals gesprochen, daß nach fast 31 Jahren an ungefähr derselben Stelle sich ein zweites schweres Eisenbahnunglück ereignete. Ueber den ersten Eisenbahnunfall schreiben die,^eipz. 92- 92/': In der Nähe der Bahngleise von Zschortau befindet sich auf einer Miese ein schlichtes Denkmal, und hier war es, wo am 23. Juni 1871 eine Kompagnie Soldaten ein Massengrab grub, um 18 Kameraden eine Grabstätte zu schaffen Es hatte sich in der Nacht vorher in der Nähe von Zschortau ein Eisenbahnunglück ereignet, welches eine .Abteilung der am 22. Juni 1871 aus Frankreich heimkehrenden Truppen betraf. Das Füsilier-Bataillon des 2. Hommerschen Grenadier-Regiments „König Friedrich Wilhelm" war nach einstündiger Verpflegung auf hiesigem Berliner Bahnhof um ein Uijr per ^trazug werterbcsordert worden. Unmittelbar vor Zschortau hatte sich die Lokomotive auf unerklärliche Weise vom Zuge losgelöst. Sie fuhr, ohne daß es der Führer bemerkte, dem Zug weit voraus und dieser fuhr auf abschüssigem Terrain in stockfinsterer Nacht hinter ihr her.' Nachdem der Führer endlich aufmerksam geworden war und seine Lokomotive zum Stillstand gebracht hatte, fuhr der heranrollende Zug auf dieselbe auf und schob die ersten sechs Wagen derart ineinander, daß sie einen einzigen Trümmerhaufen bildeten, aus dem die eingequetschten Soldaten, soweit sie nicht im Augenblick getötet worden waren, um Hilfe riefen. Die in den nachfolgenden Wagen befindlichen Krieger waren gar nicht oder nur leicht verletzt und gingen unter Führung der Offiziere ans Rettungswerk. Aus den Holztrümmern wurde ern Bivuakseuer geschaffen, und nun übersah man erst ganz die gräßliche Zerstörung. 18 Füsiliere (darunter drei mit dem eisernen Kreuz geschmückt) wurden tot, 44 meist schwer verwundet, aus den Trümmern gezogen. Aerzt- liche Hilfe aus Bitterfeld und Leipzig war bald zur Stelle, es starben aber von den nach de mLeipziger Krankenhaus gebrachten Schwerverletzten noch drei Mann. Ueber die Augenblicke unmittelbar nachdem das Unglück geschehen war, fügen wir unserem gestrigen Bericht noch folgendes an. Seltsam berührte es, daß unmittelbar nach dem Unglück keinSchmerzenslautundkeineHilfe- rufe aus den Wagen drangen. Die Reisenden scheinen in den ersten Augenblicken vorn Schreck wie gelähmt gewesen zu sein. Als ein großes Glück ist es zu bezeichnen, daß es trotz des ausströmenden Gases im Innern der zerstörten und beschädigten Wagen nicht zu einer Explosion gekommen ist, der Menschenverlust wäre bei weitem größer gewesen. Die Passagiere, die sich im Schlafwagen befanden, sind so gut wie mit heiler Haut davongekommen^ benso das Dienstpersonal des Zuges. Die erste Hilfe konnte den in den Wagen befindlichen Personen dadurch gebracht werden, daß man vom Dache der Wagen aus in deren Inneres eindrang und so viele Passagiere aus ihrer Lage befreite. Fast unbegreiflich mutz es erscheinen, daß die im Durchschnitte mehrere Centimeter messende Tenderachse zerstört werden konnte. Selbstverständlich ist eine strenge Untersuchung, ob jemandem ein Verschulden beigemessen werden kann, eingeleitet worden. Das Bahnpersonal stand hils- und ratlos da, nicht einmal das notwendigste Verbandmaterial war zur Stelle. Die Postbeamten, die den Zug begleiteten, sprangen den Jammernden und Hilferufenden zur Seite und drückten in den umgestürzten Waggons die Fenster ein, aus denen sich die Reisenden retten konnten. Der kleine Verbandskasten, der für die Postbeamten im Postwagen mitgeführt wurde, thatz wenn auch unzureichend, so doch gute Hilfe. Im preußischen Herrenhaus machte gestern Minister b. Thielen aus eine Anfrage des Prinzen zu Schönaich- Karolath Mitteilungen über die Ursache des Eisenbahnunglücks. Die zerbrochene Hinterachse des Denders sei erst im Jahre 1898 von der Firma Krupp geliefert worden. Die Achse sei in der Nähe der Räder gebrochen. Diese seien dann auf fast unerklärliche Weise noch eine Strecke weit gelaufen und erst beim Passieren der Weiche zur Seite gefallen und zusammengebrochen. Durch einen Ruck wäre dann der nächstfolgende ttalienische dreiachsige Wagen umgekippt, ebenso der zweite bayerische dreiachsige Wagen, während der dritte, ein preußischer vierachfiger Wagen, nur mit einer Vorderachse entgleiste, sonst aber aus den Schienen blieb. Der Reichstagsabgeordnete Friedel habe vermutlich am Fenster gestanden, sei beim Umstürzen des Wagens herausgeschleudert und von diesem erdrückt worden. In gleicher Weise sei die Frau Hirsch ums Leben gekommen. Außerdem seien sechs Personen verletzt, davon zwei schwer. Irgend ein Verschulden liege nicht vor. Die Bruchstelle sei während der Fahrt nicht zu kontrollieren gewesen. Ein bestimmter Vorwurf könne niemandem gemacht werden. Die Auswahl der Betriebs- mtttel sei mit aller Vorsicht erfolgt. Die getötete Dame ist die 52 Jahre alt-e Frau Rentnerin Robert Hirsch aus Berlin. Frau Hirsch hatte sich von St. Wolfgang, wo sie zur Kur weilte, nack München begeben- Von dort wollte sie vorgestern früh nach dreiwöchentlichem Aufenthalt zurückkehren. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt, wie jetzt seftsteht, drei. Es sind: 1. Karl Wandelt, Rittergutsbesitzer aus Pofen, 47 Jahre alt, schwerverletzt am ganzen Körper, 2. Lilly Mannes, Musiklehrerin aus Freilassing, nach arideren Meldungen aus Freising, 1874 geboren, Bruch des linken Unterschenkels, 3. Charlotte Döring aus Bitterfeld, Bauunternehmerstochter, 1885 geboren, schwere Verwundungen am ganzen Rücken. Aus Stadl und Sand. Gießen, den 7. Mai 1902. — Verzeichnis der für das 2. Quartal 1902 des Grotzh. Schwurgerichts der Provinz Oberhesfen ausgelostea Geschworenen. 1. Kempf, Karl Dr., Gutsbesitzer in Gießen. 2. Friedrich, Konrad, Landwirt in Nieder-Gemünden. 3. Römer, Heinrich II., Landwirt in Wicseck. 4. Schmidt, Heinrich Konrad, Rechner in Londorf. 5. Töpelmann, Alfred, Buchhändler in Gießen. 6. Buff, Otto, Landwirt in Stockheim. 7. Herget, Johann, Beigeordneter in Kaulstos. 8. Jochim, Ludwig, Geometer in Schotten. 9. Geiß, Johannes III., in Windhausen. 10. Weisel, Wilhelm IV., Rechner in Muschenheim. 11. Keil, Wilhelm II., Landwitt in Melbach. 12. Schuchard, Wilhelm, Kaufmann in Gießen. 13. v. Jungenfeld, Arnold, Bankvorstand in Gießen. 14. Eckstein, Konrad, Landwirt in Schellnhausen. 15. Obenhack, Valentin II., Landwitt in HatterShausen. 16. Müller, Friedrich, Landwitt in Gedern. 17. Faust, Christian, Bürgermeister in Sandlofs. 18. Stein, Jakob, Architekt in Gießen. 19. Kreiling, Jakob, Bürgermeister in Heuchelheim. 20. Junghardt, Heinrich E., Kaufmann in Gießen. 21. Throm, Georg, Fabttkant in Gießen. 22. Moscherosch, Johann Wilhelm, Beigeordneter in Burg- Gräfenrode. 23. Fatum, Peter, Bürgermeister in Wohnbach. 24. Bork, Johannes II., Rentner in Schotten. 25. Fischer, Heinrich, Molkereibesitzer in Selters. 26. Kalb- ;enn, Johann Georg, Beigeordneter in Vilbel. 27. Knöß, Uri sen., Landwirt in Lardenbach. 28. Bartolomae, Wilhelm, Hüttenbeamter in Lollar. 29. Wendeberg, Heinrich, Kaufmann in Schotten. 30. Rohnthaler, Otto I., Landwitt in Langd. • * Lotterie. Bei der heuttgen Ziehung der 2. Klaffe der Hessischen Landeslotterie fiel die Prämie von 40 000 Mk. auf Nr. 24498, das mit einem Gewinn von 300 Mk. heraus- äm (nach Offenbach), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 22442, ein Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 23483 (nach Offenbach), drei Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 13727 (nach Worms), 36969 (nach Mainz), 49283 (nach Gonsenheim), zwei Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 9324 19558, sechs Gewinne von je 300 Mk. auf Nr. 2328 7053 22472 32652 33226 53018, sechs Gewinne von je 200 Mk. auf Nr. 3000 4485 6437 38346 48245 49598, 35 Gewinne von je 150 Mk. auf Nr. 911 1741 3302 4052 5328 6168 7483 7835 8398 11046 11087 12571 14040 14946 15671 16707 19657 21732 21919 22141 25109 26079 29299 30427 39809 42682 46281 46438 48485 49143 50906 51593 52636 53688 54326. Auch Nr. 1 kam mit dem Einsatz (100 Mk.) heraüs. (Ohne Gewähr.) * * Lahnthal Sängerbund. Die Gesangvereine des Lahn- halsängerbundes, dessen diesjähriges Sängerfest am 20. und 21. Juli in Wetzlar gefeiert wird, sind, wie wir erfahren, eifrig mit dem Einüben der dott vorzutragenden Chöre be- chäftigt. In Gießen haben sich die vier Bundesoereine „Bauerscher Gesangverein", „Gemächlichkeit", „Harmonie" und „Heiterkeit" zu öfteren gemeinsamen Uebungsabenden unter der Leitung des Herrn Kapellmeisters Polster vereinigt und wir berichten gern, daß diese Proben allgemeinen Anklang gefunden haben. Daß auf diese Weise die Gießener Sängerschaar eine starke Stütze des Bundes werden wird, wird jeder Freund des Männergesanges freudig begrüßen. • * Männerturnverein. Diejenigen Mitglieder, welche morgen direkt nach Braunfels fahren wollen, können außer den in der geftrigen Annonce angegebenen Zügen noch den Zug 258 (ab Gießen) benutzen. * * Ueberbrettt-Abend. Wie aus dem Inseratenteil unserer )eutigen Nummer ersichtlich ist, findet der angeregte Ueber» brettl-Abend, der, wie wir kürzlich bereits mitteilten, von hiesigen jungen Leuten am Frettag Abend 9 Uhr im großen Saale von Stein's Saalbau veranstaltet wird, statt. Wir können nach Einsicht in das Programm einen Besuch dieses humoristischen Abends angelegentlich empfehlen, umsomehr als der gewonnene Reinettrag der hiesigen Bürgermeisterei für einen wohlthätigen Zweck überwiesen werden soll. Die hier ansässige Schauspielettn Fräulein Bärin hat in anerkennens- roerter Weise ihre Kräfte dem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Auch die auf der Durchreise hier weilende beliebte Schauspielettn Fräulein Helene Hohenfels hat ihre Mtt- wittung zugesagt. Wir wünschen den Veranstaltern ein recht gut besetztes Haus und eine günstige Aufnahme bei unserem Publikum. t. Burkhardsfelden, 6. Mai. Am Samstag den 10. Mai eiert die hiesige Gemeindekinderschwester ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Bereits 21 Jahre steht sie der hiesigen Kinderschule vor. Die Schwester besitzt nicht allein die Liebe der Kinder, sondern auch bei allen Ottseinwohnern erfreut sie sich großer Beliebtheit. — Gleichzeittg findet am Samstag eine Schwesternkonferenz hier statt. § Butzbach, 7. Mai. Der hiesige Leinweber Heinttch Braun, gebürtig aus Renzendorf bei Alsfeld, und seine Ehe- rau Gretha, geb. Fenchel, aus Griedel, begehen am Frettag das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ersterer ist 83 Jahre und letztere 76 Jahre alt; beide erfreuen sich noch körperlichen und geiftigen Wohlbefindens. — Wie verlautet, besteht die Absicht, die hiesige „Gambrinusbrauerei" in eine Aktienbrauerei umzuwandeln. Butzbach, 6. Mai. Dem wegen Beleidigung zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis verutteilten Melchior Thomas aus dem Rheinhessischen, der nach seiner Beobachtung in der Klinik zu Gießen wieder in die hiesige Zellenstrafanstalt über» fuhrt wurde, ist der Rest der Strafe, von welcher Thomas 18 Monate verbüßt, erlassen worden. Bad Nauheim, 6. Mai. Nachdem die Jnstallattonsar- betten an den Sprudeln und den Thermalsprudel-Reservoirs u. s. w. beendet, werden feit Montag folgende Bäderatten gefertigt : Badehaus 1 Sprudelbäder von Quelle 7, Badehaus 2 Thermalbäder von Quelle 7, Badehaus 2 Thermalbäder von Quelle 12, Badehaus 3 (Südflügel) Thermalsprudelbäder von Quelle 7, Badehaus 3 (Südflügel) Thermalsprudelbäder von Quelle 12, Badehaus 3 (Nordflügel) Thermalsprudelbäder von Quelle 14, Badehaus 3 (Nordflügel) Thermalbäder von Quelle 12, Badehaus 4 Soolbäder von Quelle 7, Badehaus 4 Douchen, Süßwafferbäder, Sitzbäder, Badehaus 5 Sprudelbäder von Quelle 12, Badehaus 6 (Südflügel) Thermalbäder von Quelle 7, Badehaus 6 (Südflügel) Termalbäder von Quelle 12, Badehaus 6 (Südflügel) Süßwafferbäder, Badehaus 6 (Nordflügel) Thermalbäder aus Quelle 7, Badehaus 6 (Nordflügel) Thermalsprudelbäder aus Quelle 12, Badehaus 6 (Nordflügel) Süßwafferbäder, Badehaus 7 Sprudelbäder von Quelle 14, Konitzkystist Thermalbäder von Quelle 12, Konitzkystift Süßwafferbäder. — Die Preise der Bäder sind aus der Badeordnung ersichtlich. — Die am 3. Mai stattgehabte Generalversammlung der Ortskrankenkasse beschloß die Erhöhung der Beiträge von 2 pCt. auf ca. 2,3 pCt. Diese Erhöhung tritt mit 1. Juni in Kraft. Die Kaffe hatte in 1901 eine Gesamtausgabe von 24681,54 Mk. Die Einnahme spez. aus Beiträgen betrug nur 22054,35 Mk., sodaß auch aus dem Reservefonds zugeschoffen werden mußte, letzterer beträgt jetzt nur noch 4161,05 Mk., während derselbe 13 577,20 Mk. betragen müßte. w. Reichelsheim i. d. W., 6. Mai. Gestern wurde im „Gasthaus zur Post" die ordentliche Generalverfamm^ l u n g der hiesigen Molkereigenossenschaft, e. G. rnu.H., abgehalten. Die vorgelegte Rechnung von 1901 weist einen Reingewinn von 16 355.92 Mk. nach. Hiervon werden nach dem heutigen Beschluß für jedes Liter gelieferte Milch 0,7 Pfg. nachbezahlt. Die Aktiva belaufen sich auf 103 667.34 Mk. Der Reservefonds erreichte die Höhe von 15795.03 Mk., die Bettiebsrücklage eine solche von 8310.96 Mk. Das Geschäftsguthaben der Genossen beträgt 18 500 Mk., die Sicherungs- einlage derselben 34 943.64 Mk. Darmstadt, 6. Mai. Der Großherzog gedenkt Ende dieser Woche auf Jagdschloß Wolfsgatten einzutreffen. Mainz, 6. Mai. Der Landwirtschaft!. Provinzial-^ verein für die Provinz Rheinhessen hat in feiner heute vormittag abgehaltenen Versammlung den Antrag des Abg. Haas und Genossen auf Errichtung einer Landwirts chafts- fammer für das Großherzogtum Hessen mit großer Mehr- hett angenommen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Durch einen schweren Unglücksfall wurde die Familie Rendant August Wolf in Wetzlar in tiefste Trauer versetzt. Sie erhielt die Mitteilung aus Gelsenkirchen, daß ihr Sohn Karl, der auf dem dortigen Eisenwerk des Schalter Gruben- unb Hüttenvereins als Obermaterialien-Verwalter eine Vertrauensstelle einnahm, beim Uebcrschretten der Staatsbahn von einem Zuge erfaßt und überfahren worden sei, so daß der Tod des unglücklichen jungen Mann sofort eintrat. — Bei Ausschreibung der Blad'schen Stiftung in Mainz meldeten sich für den Teil, der für Handwerker bestimmt ist, nur 5 Leute. Der Stifter hat aber ganz genaue Vorschriften hinterlassen. So sieht er in dem vorliegenden Falle vor, daß als Mindestbetrag 150 Mark, als Höchstbettag 250 Mk. an die einzelnen Handwerker vergeben werden sollen. Zur Verteilung steht aber die Summe von 2065.69 Mark, sodaß man mindestens 9 Bewerber hätte berücksichtigen müssen. — In der Franks. „Kl. Pr." lesen wir: Aus den 70er Jahren erzählt ein ehemaliger Schüler der Mannheimer Lateinschule folgende amüsante Reminiscenz aus seiner aktiven Schulzeit: Eines Tages übt die Unterprima Latein. Der eine der Schüler kann gar nichts. Der Lehrer ist erbost und hebt folgende Philippika an: „Ich will Dir 'mal was sage (sprich „sake"): Vor zwanzig Jahre hab' ich auch so et' Nixthuer in der Klass' g'habt, nie hat er sein Latein g'lernt und vom Griechisch hat er gar nix wisse wolle. Unn weischt, was em passiert ist? Im Hessische ist er g’ftorbe". — In Mainz ist gegen den Inhaber eines Hotels Untersuchung wegen Kuppelei eingelettet worden. Vermischtes. * London, 6. Mai. Eine furchtbare Feuersbrunst zerstörte heute ftüh einen großen Teil der Docks auf der östlichen Seite. Zahlreiche Dampfsptttzen befanden sich an der Arbeit. Nach äußerst ansttengender Arbett gelang es der Feuerwehr gegen Mittag, des Feuers Herr zu werden. Der Materialschaden soll sich auf mehrere Millionen belaufen. • Bukarest, 6. Mai. In der Stadt Verlad wütet ein großer Brand, der einen Schaden von über eine Million verursacht hat. Während des Brandes wurden ein Raub- mord und mehrere Einbrüche verübt. UnioerslMs-Nachrichteu. Die D e u t s ch e Orient-Gesellschaft in Berlin, die soeben ihren Rechenschaftsbettcht veröffentlicht, umfaßte im Jahre 1901 622 Mitglieder mit jährlichen Beiträgen und 34 immerwahrende Mitglieder (gegen 561 Mitglieder im Vorjahre). Die Einnahmen betrugen 167847, die Ausgaben 132 917 All. Die Expedition Kol- beroen nahm 60277 Alk. in Anspruch. — Dr. Bast ier aus Paris, Leltor der französischen Sprache an der Universität Jena ist an Stelle Prof. Dr. Scharff's an die Universität Königsberg berufen worden. — Die Privatdozenten in der theologischen Fakul- tät Greifswald, Sic. theol. und Dr. phil. F. Kropatscheck und Sie theol. W. Riedel wurden zu a. o. Professoren ernannt. Kunst und Wissenschaft. London, 6. Mai Br et Harte ist gestern Abend im Red House zu Camberley, Grafschaft Surrey, plötzlich geftorben und zwar an innerer Verblutung infolge eines Halsübels. Des amerikanischen Dichters und Novellisten Francis Bret Hatte zahlreiche Novellen, Skizzen, Romane und Kindergeschichten, die ihm zu großer Populatttät verholfen haben, sind meist auch in deutschen Uebersetzungen bekannt geworden. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Börsenresorm. Dii Arbetten des Reichstages gehen ihrem Ende entgegen und daher ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß die Börsenreform vertagt wird. Von manchen Seiten wird sogar geltend gemacht, daß eine Vertagung der Frage vielleicht noch nicht einmal so unerwünscht sei, da die Einbringung der Vorlage bin ben jetzigen zerfahrenen parlamentarischen Zuständen vielleicht nicht zu dem gewünschten Erfolg führen könnte Luxemburgische Prince Heuri Eisenbahn. Aus dem Rechenschaftsbericht für 2901, der der am 10. ds. stattfindenden Generalversammlung vorgelegt wird, wird einiges bekannt. Der Bericht weist daraus hin, daß die Krisis in der Eisenindustrie die Betriebs- ergebniffe ungünstig beeinflußt hat, da der Verkehr in allererster Linie eben auf diese Industrie angewiesen ist. Die Betriebsausgaben finb infolge der hohen Kohlenpreise wetter gestiegen. Zu den benachbarten Eisenbahngesellschaften haben sich die Beziehungen ge= bessert. Der Betriebsuberschuß stellt sich auf 1447 501 ftreä. gegen 2 224 934 im Vorjahr. Aus dem mit 1318834 g-rc§. (unJBor]at)rc 2 246 319 Frcs.) ausgewiefenen Reingewinn roirb bie -bertetluna einer Dividende von 17 Frcs. (i. V. 28 Fres.) beantragt, wobei sich der Gewinnvortrag von 106319 Frcs. auf 4667 Frcs. verringert. Bou der Newyorker Börse wird gemeldet, bau der Geldmarkt sich in einem Zustand starker Erregung befinbet. Mehrere -ooqen- makler und einige kleinere Banken haben ihre Zahlungen eingestellt. Man sieht die gegenwärtige Sage zwar nicht als gefahrvoll an, aber das unberechenbare und wir möchten Hinzufugen unsolide Gebühren der Newyotter Spekulation tritt wieder einmal grell zu ^Heddernheimer Kupferwerk. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß für 1901 und setzte bie Dividende der Mk. 1 Million Vorzugsaktien auf 6 pCt. p. r. t. gleich 3 pCt. p. a. fest, während die 4 Millionen Mk. Stammaktien leer ausgehen. Ueber die Aussichten im neuen Jahr wurden nur sehr wenig zuversichtliche Mitteilungen gemacht. Es seiletzt möglich in Heddernheim uud Gustavsburg mit einem, wemi'auch nur bescheidenen Nutzep Electric, bei ackert Tendenz daß mau Schuhwaren • am billigsten bei 217 1 & 3570 CD O Z ä ä Großer, neuer Tanzboden. Konrad Meipp III. OV" Freitag, 9. Hai. Freitag, 9. Mai. *Wt Ijogmjani 112.60 44.00 CO -1 CD ä ä A ä ä 3) CD 101.80 44.60 28.80 ä H 92 10 99.90 7.35 6.50 0.90 ä 0.80 ä 3.50 ä 4.00 L 2.35 ä 2.40 ®. 5’ X vr Lanz und Mustt frei. ar Krisch geschlachtet. Es lobet ergebens! ein (Amtlicher Kraukheitöbericht) abend nur wenig gestiegen war, ruhige Nacht und erwachte Das Abgemeiubcstuden ist be ä 3.90 ä. 4.25 ä 5.00 Nahrungsaufnahme sehr gering. Schloß Loo, 7. Mai. Nachdem die Temperatur gestern verbrachte die Königin eine heute früh ganz fieberfrei. 7.00 8.50 3.25 2.50 3.25 3.00 3.50 ® cz> ® auf seinen Namen beantragt. Alle Diejenigen, welche Ansprüche an diese Grundstücke erheben zu können glauben, werden aufgefordert, dieselben binnen 6 Wochen vom Tage der Einrückung an bei unterzeichnetem Gericht geltend zu machen, widrigenfalls die Einschreibung der genannten Parzellen im Grundbuch nach Antrag mit dem Erwerbtitel »Ersitzung- erfolgt. 4»/ Italien Rente . . . 4'/, % Portugiesen . . . 0/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose ..... 4°/0 uriech. Monopol -AnL 4*/,% äussere Argentiner Musikalisch-humoristische Soiree (TTeberbrettel-Abend) Gießen, am 26. April 1902. Großherzogliches Amtsgericht. Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatobahn . Lombarden . . « Gotthar-ibahn . . , Laurahütte . . . Bochum . . , . llarpener ... : fest . 26.70 . 89.50 . 104.75 ' 210.90 . 186.30 . 135.70 . 188.90 . 152.25 . 142.60 . 15.90 . 167.60 . 201.25 . 195.70 . 171.25 Geffenlliche Bekanntmachung. Georg Dichter zu Gießen hat die Einschreibung der in der Gemarkung Gießen gelegenen, bis jetzt noch nicht katastrierten Grundstücke Flur VI Nr. 275 Anna Springmann Partiegeschäft, Bahnhofstraße 58 8'/,0/0 Reichsanleihe 3/o do. 3*/,% Konsols . 3°/o do . . 3*/j®/q Hessen Laßt sie alle reden und schreiben Die lkhle Meldung vom Knesssihaup!ilh ist und bleibt doch kein Lieder u. Dichtungen von Osc. Strauss, Liliencron, Wolzogen usw. Unter gütiger Mitwirkung der beiden Schauspielerinnen Frl. Barny und Hohenfels. Parodie« Anfang 87, Uhr. Ende circa 11 Uhr. Karten sind im Vorverkauf bei Herrn E. Challier (Rudolphs Nacht. , hier, Neuenweg, zu haben: I. Platz 80 Pfg., II. Platz 40 Pfg. An der Abendkasse: L Platz 1 Mk., II. Platz 50 Pfg. Der Reinertrag wird Grossh. Bürgermeisterei hier zu einem wohlthätigen Zweck überwiesen. 3220 Bekanntmachung. Der Kreditverein Heuchclhcinl, E. G. m. u. H. hält Samstag den 10. d. Mts., abends 9 Uhr bei Wirt Georg Volkmann dahier, eine Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Rechnungsablage. 2. Beschlußfassung über Verwendung des UeberschusseL. Heuchelheim, den 7. Mai 1902 . 3584 Für den Aufsichtsrat: Heinrich Volkmann II. 9c1üq 7. Mai. Nach Dlättermeldungcm auS Warschau sanden dort am 3. Mai, dem Gedenktage der Verfassung von 1791, -arge Demonstrationen futtr. Etwa taujeiid Studenten bombardierten die sie augretfen- den Kosaken mit Steinen. Biele Berhastungen wurden vorgenommen. . Ragufa, 7. Mai. Der hiesige Dr. Reodow will em aeueö Heilverfahren gegen die Krebokrankheit entdeckt und bereits günstige Heilersolge ohne jeden operativen 6m- grisf erzielt haben. Washington. 7. Mai. Alle Bemühungen des Senators Hanna, den drohenden Streik der Kohlenarbeiter in Pennfyloanien abzulenken, sind gescheitert. Falls der heute stattfindende Kongreß der Arbeiter-Delegierten den Streik pro- klanrieren sollte, wird eine halbe SDhUion Arbeiter in den Ausstand treten. Die Situation wird als sehr kritisch be* zeichnet. _ Das Geheimnis, eine schöne, zarte unb frische Haut zu erhalten und diese ftd) onge »u bewahren, dürile mit den wenigen Worten zusaminenzusa sen lein' Gebrauchen Sie Dr. Graf's Byrolin, ein Kosmetikum allerersten "Ranges, verlangen Sie ausdrücklich in Apotheken und Tro- genhandlw^on Dr. Gras's Byrolin und Byrotin-^eise.__________ Für die Redaktion verantwortlich t B.: R. Dittmann. Bürger-Geskttschaft. Donnerstag, 8. Mai (Himmelfahrttag): 8588 Jamilim-Ausflugn-chAraunsels Abfahrt 12.10 Uhr nachmittags. Der Vorstand. Sine Partie gebrauchte Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Mittwoch ben 7. Diai. Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hciL Beicht. Donnerstag den 8. Mai Christi Himmelfahrt. Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heiL Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , , 8 Uhr: Die zweite HeiL Messe. Mllttärgottesdienst mit Predigt. , , 9*/i Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2*/, Uhr: Fest-Andacht. Freitag abend um 67, Uhr ist das mttgebrachte Dervanvszcua intDrmiaytxrr. tct - Spanten Erderschütterungen wahrgenommen Bon den Felsen von Montjuich stnrzten Ecdmanen ab In Santander, Saragossa, San Sabahian und anderen Orten wurden die Gebäude rissrg. Menschen [mb nicht um- Ferner empfehle mehre «eparaturwerkstätte für Fahrräder, Nähmaschiueu usw., für oute Arbeit wird garantiert Ersatz, und Zubehörteile zu ben billigsten Preisen. 0212' H. Fitzier, Neuenweg 2. Vom Guten das Beste! In sämtlichen feineren, sowie geringeren 3587 öttM- huB lüimen-sGör-, LWsllcii- nno MMieseln, farbigen Lchuhwareu zu billigsten Preisen empsichtt llch Friedrich Magnus, 10. Gerichtssaal. Celle, 6. Mai. Tas Cberlanbesgeridjt Celle erkannte in bem Bele idungsprozesse beS Sanitätsrats Dr. Blasius gegen Proseffor Sprengel auf Zurückweisung der vom Kläger eingelegten R evis l o n. Sprengel hatte in 2 Briefen Blasius vor- geworfen, daburch Unfa ll r en t n c c um einen Teil der Rente gebracht zu haben, daß er ein Attest ausstellte, ohne die Rentenempfänger untersucht zu haben. Blasius habe auf diese Weise seine »als Arzt verletzt. Das Schöffengericht Braunschweig hatte ngeklagten Sprengel zu 150 Mk Geldstrafe verurteilt. Tas Landgericht verwarf die Berufungen beider Prozeßbeteiligtcn und das Oberlandesgericht entschied bezüglich der von Blasius eingelegten Revision zu Gunsten Sprengeis. Uouelte WcwmuM. vriginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 7. Mai. Einer mit dem Prinzgemahl der Niederlande in enger Beziehung stehenden hiesigen Pcrsöu- lichkeit ist auf Erkundigung vom Prinzgemahl nachstehende aus Schloß Loo am Spätnachmittage abgesaridte telegraphische Antwort zugegangen: Herzlichen Tank für Zhre Teilnahme. Befinden durchaus befriedigend. — Die Großherzogin- Witwe von Mecklenburg-Schwerin, die Mutter des Prinzgemahls, hatte die Absicht, sich an das Krankenbett der Königin zu begebem Sie hat indeffcn infolge der andauernden günstigen Telegramme ausSchloß Loo diesen B e su ch definitiv ausgegeben. — Der Privatsekretär der Königin teilte mit, daß Professor Kouwer bei der Königin keinerlei Operation vornahm, sondern nur einfache Geburtshilfe leistete. Frankfurt a. M., 7. Mai. (Amtlich.) Heute Vormittag gegen 8'/, Uhr ist ca. 6,3 Kilometer zwischen Frankfurt und Höchst die 2. Lokomotive des Schnellzuges 187a mit der vorderen Achse auf bisher unaufgeklärte Weise entgleist. Verletzungen find nicht vorgekommcu. Auch Materialschaden ist nicht entstanden. Die AuSgleisung war Va11 Uhr beendet. DaS Geleis ist wieder frei. London, 7. Mai. Aus Pretoria wird telegraphiert: Tie von verschiedenen Seiten eingelausenen Meldungen lassen erkennen, daß die Buren-Delegierten mit den verschiedenen Kommandanten, zu denen sie sich in Angelegen- Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstraste 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Fuhrknecht, 1 Hausbursche, 2 Taglöhner, 1 Schlosserlehrling, 1 Dienstmädchen, 1 Lausmädchen, 1 Flickerin, 1 Knecht. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Schuhmacher, 4 Schreiner, 1 Schlofferlehrling, 4 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen. beiten der Friedensverhandlungen begaben, groye Trsorge aufweisen können. Die größten Schwierigkeiten bestehen in den Unterredungen mit den Mitkämpfern De- lareys Die Truppen Bothas sind soweit enilernt, Da» man mit ihnen nicht in Verbindung treten kann. Man gloudl jedoch, daß sie sich dem Mehrheits-Beschlüsse cmschließen werden. Inzwischen werden die notwendigiten Vorbereitungen zu der großen Versammlung in Vereenigtng zum 15. Mai qetroffen. Das Gerücht, wonach diese Versammlung schon am 9. Mai statt finden werde, ist unbegründet. Die Lage in Südafrika ist einem Waffenstillstände ähnlich. Nur aus dem Südwesten kommen Meldungen über Gefechte. Schloß Loo, 7. Mai. Gestern Abend 11 Uhr fand eine neue Beratung der Aerzte der Königin statt. Jedoch wird über das Resultat der Konferenz völlig Stillschweigen beobachtet. Ta zahlreiche Telegramme nach der Besprechung aus dem Schlöffe abgcsandt wurden, schließt man, daß die Lage noch immer ernst und wahrscheinlich ernster ist, als du amllichen Bulletins zugeben. Tie Königin ist sehr schwach, die Zahnärztliche ünterrichtsknrse speziell Zahnextraktionskurse halte im Sommersemester ab für Kandidaten der $1 ediv.in welche sich der Land- und Kassenpraxis widmen wollen. - In ollen Disziplinen unserer bpezial- wissenschaft unterrichte Stadler ende der Zahnheilkunde nach den an der Univers tät zu Berlin gelehrten Methoden auf Grund 12 jähriger Erfahrung. 85*5 Schwalm, Zahnarzt Bahnhofstrasse 63. Glessen Bahnhofstrasse 63. tu arbeiten. Wenn die jetzige Geschäftslage anhält, glaube die Verwaltung, für 1902 auch Den Stammaktien eine bescheidene Ti- pibenbe in Aussicht stellen zu können. friedigend. r Brüssel, 7. Mai Der Londoner »Daily Telegraph wollte aus Brüssel erfahren haben, daß auf der Brüsseler holländischen Gesandtschaft erklätt worden sei, die Königin Wilhelmine leide an einer Bauchfell-Entzündung. Auf eingezogene Erkundigungen wird uns mitgeteilt, daß diese Nachricht jeder Begründung entbehtt. Paris, 7. Mai. Ter bekannte Gynäkologe Pinard erklärte einem Vertreter des „Echo de Paris", der Zustaud der Königin Wilhelmina sei nach den bisher eingegaugenen Telegrammen in ein gefährliches Stadium getreten. Falls aber in zwei 6.8 drei Tagen keine Verschlimmerung mehr ein- tritt, könne die Königin als gerettet betrachtet werden. Marseille, 7. Mai. Die Ankunft Brissons gab trotz der polizeilichen Maßnahmen Anlaß zu lärmenden Kundgebungen und Zusammenstößen -wischen Nationalisten und Radikalen. Än Anhänger Brissons, May- sonnare, wurde durch einen Stockhieb über den Kopf schwer verletzt. Als Brisson auf dem Balkon erschien, um an seine Älnhänger eine Ansprache zu halten, wurde er von den Radikalen und Sozialisten mit stürmischen äurufen begrüßt, während die Nationalisten pfiffen und ztschten. Es heißt, der Nationalist Vaulberd wolle seine Kandidatur aufrecht erhalten. , , . w Compiegne, 7. Mai. In dem bei M o y ennev rlle verunglückten Pilgerzuge (bergt die Parlaments- ausgabe) befanden sich 350 Personen, darunter ungefähr 30 Männer. Die Zahl der Opfer beträgt neun Tote 16 Schwer- und etwa 40 Leichtverletzte, lllle sind Pilger. Der Unfall wird darauf zurückgcführt, daß der Bahndamm durch ben Regen ausgeweicht war, wodurch die Entgleisung herbeigeführt wurde. Die aus Compiegne her- beigeeilten Aerzte waren außer stände, allen Verwundete auch nur die allerdringendfte Hrlse zu leisten. Die Bewohner von Moyenneville zeigten großen Erfer, doch war 3% Hessen.....—•— 4% Oesterr. Goldretne . . 102.70 4*/ % Oesterr. Biiberrento 101.80 4% Ungar. Goldrento . . 101.60 Kammermusik-Abende in der grossen Aula der Universität. Extra-Abend Mittwoch den 7. Mai 1902, abends 8 Uhr. Werken Johannes Brahms geb. 7. Mai 1833. Mitwirkende: Herren August Lelmer (Gesang und Viola) Ludwig Mohler (KlarinetM, Adolf Rebner (Violine), Johannes Hegar (CeUoj ans Frankfurt a. M., Uroseh. Univ.-Musikdirektor G. Trautmann (Klavier) aus Giessen. Telephonischer Kursberichte Frankiert, ». 7. Mai 19U2. ‘Z kaust. f Lescn null iibcrzciW Sie sich m dieser Werte: 3* Damen-Knopfstiesel ..........ä 4.00 Mk. — Wichsleber-Damen-Knopfstiefel...... S5 Wichsleber-Damen-Sck)nürstiefel .... . Darnen-Chevreaur-Knopf-- u. -Schnürstteiel . Die besten Kalbleber- unb Chevreaux-Tamen- » Knops- unb Schnürstiesel . . . . . . . S Die besten roten unb gelben Tamen-Knops- w unb -Schnürstiesel, la. Ziegenleber, . . . ■z Darnen-Lastingmoraenschuhe . .... . . . « Damen-Corbpantofseln, Hübsche Muster, . . ö Herren-Schnürstiesel, holzgenaaell, . .... R Her-ren-Schnürftiesel, leichter Sonntagsstresel, . w Herren-Segeltuchschuhe ........ L Herren-PlüschpantoNeln . . . . . . . . . b Kalbleber-Herren-Schnurstiesel, sehr eleg. Form, Tie seinsten Boxcalf-Herren-Schnurstiesel . . o Tamen-Halbschuhe, mit Leber ausgefuttert. . -* Tamen-Lpangenschuhe, Nr. 36—42, .... Ä gute Qualität, . . . Z. 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Abendkasse: Sperrsitz Mk. 2.50, unnumerierter Platz Mk. 1.75. 2428 101.60 I 8u/0 Mexikaner 92.30 4>/, /u Chinesen 101.70 Electric. Sol ucl Damen-Unterröckei T"’ Moire-Röcke za Mk. 3 50 5.40, Giessen, Seltersweg- LO A. Holterhoff Söhne VT, 3 Seltersweg 1211. 02046 per sofort gesucht. 02061 >rstrL4 Frau Otto Kemp ff, Billigste Preise, Enorme Auswahl Anfertigung nach Mass. 8677 Eafö Ebel. 8189 Einige gebrauchte 02124 Kauzleiberg 0 8579 -« vermieten. 02121 Der Kahrwart. 8582 3683 Mäu»v«rg 4. 3589 ltlictaiiinl)v WWNWWß (Offene Strllrn WWWU a.: ev. 4 85, 12 50 2.00. 4.50, 3558 zu Mk. 2 55, 2.85, 3.50 5.—. 6 50, 8.—. reizende Neuheiten Fritz Nowack Durch Mitgliedschaft des Verbandes Weimar mit seinen Milionen*Umsätzen sind wir in der Lage, für ausgezeichnete Qualitäten die billigsten Preise zu bieten. 8518) Hinterhaus zum Allein- bewohnen, 4 Zimmer, Küche und Zubehör, jtim 1. August zu ver- mieten. Wallthorstratze 71. 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