Nr. 80 Erscheint tSgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesstsche» Landwirt die Siebener Zamilien- blütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Unwers.-Buch- u.Stein- druckerer (Pietsch Srben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprrchanschlußNr.51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Montag 7. April 1903 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatltd)75 Pf., viertel^ jährlich Aik. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertelt jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zellenpreis: lokal 12 Ps, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polil. iu allgem. xeil: P. Wtttko; für ,Stadt und Vanb' und ,Genchtssaal':R.Dttt» mann; sür den Anzeigenteil: Hans Beck. Gießen, den 4. April 1902. Bett.: Statistische Nachweisungen über da§ Volksschulwesen. Die Grosfh. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises und die Borsteher von Privatschuleu. Wir sehen Ihren Berichten in rubr. Betreff bis spätestens 20. April d. I. entgegen und zwar über L Stand der einfachen Volksschulen nach Beginn des Schuljahres 1902/03 a. ohne Schulgeld, b. mit Schulgeld. Zahl der Schulkinder L nach Klaffen (nicht Abteilungen) getrennt a. im Ganzen, b. Knaben, c. Mädchen. 2. nach dem Beknntnis a. evang., b. röm.-kath., c. isr., d. andere Konfessionen. II. Stand der Fortbildungsschulen nach Beginn der Schulperiode 1901/2. Zahl der Fortbildungsschulen a. einklassig, b. zweiklassig, c. dreiklasstg usw. Zahl der Schüler nach dem Bekenntnis a. evang., b. röm.-kath., c. isr., d. andere Konfessionen, e. im Ganzen. III. Stand der Privatschulen nach Beginn des Schuljahres 1902/3 (wie eub L). Die Berichte sind genau nach vorstehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzufaffen. v. Bechtold. Politische Wochenschau. Die verflossene Woche stand in erster Linie noch unter dem Eindrücke der Zu sa m men kun f t der die Auslandspolitik leitenden StaatsmännerDeutschlands und Italiens. Es ist viel dummes Zeug darüber geredet worden, namentlich im Auslande und zumal bei unseren lieben Nachbarn im Westen, und noch am letzten Samstag sah sich ein reichsoffiziöses Blatt, „Die Post", veranlaßt, gegenüber einer Meldung des Pariser „Temps" nochmals festzustellen, daß die Begegnung in Venedig von italienischer Seite ausgegangen, von deutscher Seite aber mit der Herzlichkeit ausgenommen worden ist, die der Zusammenkunft der beiden Staatsmänner ihren Charaller gegeben hat. lieber die Bedeutung der Zusammenkunft in Bezug auf die Weltpolitik gehen die Meinungen auseinander. Der König von Italien beglückwünschte zwar seinen Minister des Auswärtigen bei dessen Rückkehr nach Rom über das Ergebnis der Zusammenkunft. Es ist demnach vielleicht noch mehr zwischen den beiden Ministern durchberaten worden, als man durch die Presse und selbst durch das „Giornale d Jlalia" erfahren hat, dessentwegen sich Bülow manch bitteres Wort sagen lassen mußte. Es klang so etwas wie „Indiskretion" aus den tadelnden Stimmen. Dennoch waren die Mitteilungen, die Bülow „glücklichen" italienischen Interviewer gab, nicht ohne Interesse, schon weil sie einiges über die Erneuerung des deutsch-italienischen Handelsvertrages verrieten. Dagegen sind die Bemerkungen über die äußere Politik mehr oder weniger als „olle Kamellen" aufzusassen: Integrität auf dem Balkan, status guo im Mittelmeer, die tripolitanische Frage und die nichtssagenden Bemerkungen über die geharnischten neuen Bündnisse für Ostasien. Aber Graf Bülow beeilte sich auch in Betredig, in nicht mißzuverstehender Weise wou „maßlosen Angriffen der Agrarier und des Zentrums gegen Italiens Bodenfrüchte" zu sprechen und zur Beruhigung seines Kollegen Prinetti die Zusage zu geben, daß die deutschen Regierungen solchem Treiben ein energisches Halt! zurufen würden. Natürlich mußten diese unzweideutigen Aeußerungen in den Reihen der Agrarier arg verschnupfen, und flugs tauchte in einem Berliner Blatte die Nachricht aus München auf, daß Graf Posadowsky, der sich zur Zeit in Karlsruhe befindet, von den Regierungen Bayerns urrd Sachsens eine Absage erfahren haoe auf seinen angeblichen Versuch, die Zustimmung dieser Regierungen zu einem weiteren Nach geben in der Zolltarifvorlage einzuholen. Diese Nachricht, von der wir keine Notiz nahmen, weil wir an einen Umfall der preußischen Regierung in dieser Sache nach allen den zahlreichen gegenteiligen, außerordentlich entschiedenen Ertlärungen nicht glauben konnten, erwies sich selbstverständlich als falsch. Tie offiziöse Münchner „Allg. Ztg." gab bekannt, daß die Regierungen entschlossen seien, jede Erhöhung der Getreide- mindestzölle unbedingt und für immer zurückzuweisen, ferner unter keinen Umständen weitere Minimalzölle in den Tarif einfügen zu lassen, insbesondere Mindestzölle für Vieh rundweg abzulehnen, und endlich auch der Verzollung des Viehes nach Gewicht entschieden zu widerstreben. Tie „D. Tagesztg." und die „Köln. Volksztg." nebst ihrer gesamten Gefolgschaft sind über diesen bayrisch-offiziösen Artikel empört und sprechen von einer ganz unwürdigen Zumutung der Regierungen gegenüber dem Reichstage; da „schließe man doch lieber gleich die Bude", ist der ständige Rundreim ihres Klageliedes,, obwohl sie sich von diesem Zuruf auch kaum noch einen Eindruck versswechen. Inzwischen ist die vom Bureau des Reichstages vorbereitete Zusammenstellung der bisherigen Beschlüsse der Zolltariskommission fertig gestellt und wird der Kommission demnächst zugehen. In der Parteipresse ist die Ansicht geäußert worden, daß an die erste Lesung der landwirtschaftlichen Zölle sich d.e zweite Lesung unmittelbar anschließen könnte, sodaß eine Unterbrechung der ersten Lesung nicht eintreten könnte. Wie jedoch in Reichstagskreisen verlautet, dürfte diese Idee keinen Anklang in der Kommission finden, vielmehr werde von der Kompromiß-Mehrheit darauf bestanden werden, daß die erste Lesung ganz au Ende gesührt wird, schon deshalb, damit die Höhe der Jndustrrezölle gegenüber den landwirtschaftlichen Zöllen, bei denen die Ansichten der verbündeten Regierungen und der Kompromiß-Mehrheit auseinandergehen, festgestellt werde. Reichskanzler Graf Bülow gedenkt anfangs dieser Woche nach Berlin zurückzukehren, und dann wird der Tanz von neuem beginnen. Tas Zentrum hat in der verflossenen Woche einen schweren Verlust erlitten, und mit ihm die Kompromißler überhaupt, die dem verstorbenen Zentrumsabg. Dr. Lieber ausfallende Lobpreisungen ztt teil werden ließen, was nicht ohne Kommentar in der Presse geblieben ist. Nun ist das Zentrum wieder führerlos, eine Thatsache, die auch die übrigen Parteien gerade zur gegenwärtigen Zeit stark interessieren muß. Wer wird der Nachfolger des Nachfolgers Windhorst's werden? Wird die absteigende Linie sich weiter fortsetzen? Es steht wohl ohne Zweifel fest, daß unter den jetzigen Zentrumsabgeordneten keiner die Eigenschaften Lieber's besitzt, geschweige denn die seines Vorgängers. Und doch wäre eine starke energische Hand gerade jetzt dem Zentrum dringend nötig. Wird diese geschmeidige, stets lavierende Partei in ihrer großen Gesamtheit zusammengesaßt bleiben? Werden die Kleinbauern und Arbeiter, die sie bisher mit bewundernswerter Intelligenz und Taktil mitzuführen vermochte, ihr auch weiterhin organisch sich angliedern lassen? Wir werden es abzuwarten haben. Sehr bemerkenswert ist eine Nachricht, die ein parlamentarischer Freund des Verstorbenen jetzt bestätigt. Ein Berliner Blatt hatte dieser Tage berichtet, daß nach Turchbringung der ersten Flottenvorlage von 1898 dem Abg. Lieber die Wahl gestellt worden sei zwischen einem Oberpräsidium, einem Staatssekretärposten und einem Ministerporteseuille, und daß ihm auch ein hoher Orden angeboten worden sei. Diese Nachricht ist richtig. Tr. Lieber hat jene Angebote ausgeschlagen und damals nur ganz wenigen vertrauten Freunden eine Mitteilung davon gemacht, und auch diesen nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Für Dr. Lieber kam vom Standpunkte seiner persönlichen Neigung in erster Linie das Angebot eines Oberpräsidiums in Betracht. Es handelte sich um das Oberpräsidium seiner Heimatprovinz Hessen-Nassau. Ter damalige Oberpräsident Brandenburg war in Aussicht genommen, als Präsident der Oberrechnungskammer. Tie so eröffnete Vakanz sollte benutzt werden, um das Oberpräsidium in Kassel für Dr. Lieber frei zu machen. Dr. Lieber blieb aber, was er war: ein einfacher Privatmann. Daß Tr. Lieber ein ungemein befähigter Mann war, der ein höheres Staats amt gewiß hätte ausfüllen können, ist zweifellos. Aus der starten Beteiligung deutschen Kapitals an der russischen Anleihe geht die erfreuliche Thatsache hervor, daß es mit den deutschen Finanzen nicht gar so schlecht steht, wie etwa im schönen Spanien, das dem Deutschen Reiche vor längerer Zeit schon das Vorkaufsrecht der Insel Fernando Po zugesichert hatte. Einer Zeitungsnachricht zufolge sollte jetzt dieser Vertrag von feiten Spaniens gebrochen werden. Das Dementi folgte auf dem Fuße, und so sind wir nach wie vor die Nächsten dazu, dieses Eiland, über dessen wirtschaftlichen Wert die Ansichten übrigens nicht ganz fest zu stehen scheinen, jeden Tag zu kaufen. Der Jnselverkauf ist gegenwärtig überhaupt in hoher Blüte, wobei es manchmal an unangenehmen Ueberraschungen nicht fehlt, wie sie z. B. Herr Christmas Dänemark und Amerika beim Verkauf der dänischen westindischen Insel bereitet hat. Nicht überraschend kamen Amerikas angedrohte Repressalien für Deutschlands Verbot der Einfuhr von Präservefleisch. Die Borsäure spielt so zur Zeit eine große Rolle in den Erörterungen der Presse. Für die Chemie scheint sich auch offenbar der holländische Ministerpräsident Dr. Kuyper zu interessieren, der bei seinem Besuche in Deutschland der Technischen Hochschule in Charlottenburg einen längeren Besuch abftattete und vom Geheimrat Slaby, dessen Streit mit Marconi die Frage der internationalen Regelung der F u nkentelegraphie in den Fluß gebracht hat, in die Einrichtungen der genannten Hochschule eingeweiht wurde. Ob Tr. Kuyper, der auch in Dresden war und in Chemnitz noch weitere Absichten bei seiner Reise nach Deutschland verfolgt, als das Studium verschiedener Schulen zu betreiben, steht nickst fest. In Berlin hat er zum Frhrn. v. Richthofen jedenfalls nicht vom Friedensbedürfnis der Engländer in Südafrika gesprochen. Ein dunller Schleier banger Ungewißheit liegt über der Tragödie in Südafrika. Wird endlich der Friede wieder über die Gefilde des verwüsteten Landes schreiten und die geschlagenen Wunden zu heilen beginnen, die Thränen und die Not der Frauen und Kinder lindern und bannen, menschliches Empfinden nach zweiundeinhalbjährigem Kriegswüten wieder in die Herzen von Freund und Feind pflanzen? Tie Hoffnungen, man kann es sich nicht verhehlen, sind gering. Das Prestige steht bei dem einen auf dem Spiel, beim andern der Besitz der Freiheit und des mühsam erworbenen Vaterlandes. Macht und Recht stehen in heißem Ringen gegenüber. Wird das 20. Jahrhundert die moralische Niederlage erleben, daß der an Kräften Geringere im Kampf um das heilige Recht schutzlos geopfert wird? England fordert Anerkennung seiner Oberhoheit und bedingungslose Unterwerfung aller im Felde stehenden Burenabteilungen. Mit anderen Instruktionen wird Lord Wolseley auch nicht ausgerüstet sein, wenn er überhaupt seine Reise nach Afrika als Friedensmissionar angetreten hat, was er unentwegt bestreitet, nach Tiplo- matenart, wie Herr Wessels meint, der auf das bestimmteste erklärt, daß die Buren und ihre Führer nicht darauf eingehen, schon angesichts des neuesten Delareyschen Erfolges bei D r i e ku i l, wo die En g lä n d e r 175 Mann verloren. Zur Amnestie scheint England bereit, zum Zugeständnisse der alten Unabhängigkeit der Republiken niemals. Wie also soll sich der Knoten lösen? Wie sehr die Buren an ihren Führern hängen, beweisen die von den Gegnern aufgefangenen Briefe mit Willkomm-Adressen von Steijn und Dewet anläßlich ihrer Ankunft in Westtransvaal. Es wird darin die Hoffnung ausgedrückt, der Führer und Ratgeber Steijn möge an die Spitze des bereinigten Südafrika treten. An eine baldige Beendigung des Krieges! glaubte auf seinem Totenbette auch nicht Cecil Rhodes. Ter Urheber des Krieges hatte einst vermeint, in wenigen Wochen die Buren niederzuwerfen. Kurz vor feinem Tode hat er sich einem englischen Journalisten gegenüber aus ganz anderer Tonart geäußert. Sein Testament bestimmt den größten Teil seines Vermögens zur Durchführung eines großen imperialistischen Erziehungsplanes, zur „intellektuellen Verbesserung der Rasse". Aber er hat in seinem Testament auch Deutschland bedacht. Man wußte, wie außerordentlich Rhodes den Kaiser Wilhelm verehrte. Er begründet seine Stiftung zu Gunsten deutscher Studenten in Oxford mit dem Hinweis darauf, daß der deutsche Kaiser den englischen Sprachunterricht in deutschen Schulen zum obligatorischen Unterrichtsgegenstand erhoben habe. Diese Stipendien, je fünf in den ersten drei Jahren nach seinem Tode, belaufen sich auch je 250 Pfund (5000 Mk.) und sollen an Studenten deutscher Geburt, die vom deutschen Kaiser erwählt werden, auf drei Jahre verlieben werden. Der Erblasser erklärt, ein gutes Einvei> nehmen zwischen England, Deutschland und Amerika werde den Weltfrieden sichern. Er fügt hinzu, daß die durch die Erziehung geschaffenen Beziehungen das festeste Band bilden. Welch einen Eindruck tragischer Größe hinterläßt doch im Kampfe um das Vaterland das einfache Burenvolk im Vergleich mit jener Gesellschaft in den Balkanländern, die alle Jahre mindestens einmal, meist im Frühjahr, auszuschlagen pflegt und ihre kleineren oder größeren Massakres veranstaltet, die einen Hohn auf Europas Kultur bedeuten. Viel haben diese sogenannten Unruhen trotz aller Drohungen für die Gesamtheit wohl kaum zu bedeuten; diese Staaten haben, wie Polen, die Berechtigung und Befähigung zur Selbstverwaltung längst verloren. Und man hätte ihnen auch langst den Garaus gemacht, wenn die Eifersucht auf den fettesten Bissen die Völker Europas nicht davon abhielte, die Balkanfrage energischer anzuschneiden. „Bewahrung der Integrität" und „Aufrechterhaltung des Status quo" nennt man in der euphemistischen Dialektik der höheren Diplo-i matie dies Lauern auf den günstigen Augenblick. Möge er noch lange auf sich warten lassen. Politische Tagesschau. Die „unpraktischen" Deutschen. Tie Amerikaner und Engländer genießen bei uns den Ruf, im Besitz einer besonders prattiscl)en Veranlagung zu sein. Wir reden von den gallischen" Amerikanern und „praktischen" Engländern und haben dabei die Empfindung von unpraktischem Deutschtum. Thatsache ist, daß wir uns unseren angelsächsischen Vettern gegenüber nicht genug obenauf fühlen. Das hat seinen geschichtlichen Untergrund. England ist das Geburtsland der Dampfmaschinen und Eisenbahnen, Amerika das der Dampfschiffahrt. Als Watt, Stefsenson und Fulton ihre wunderbaren Mechanismen schufen, gab es in Deutschland keine Männer von entsprechenden praktischen Verdiensten. Ein theoretisches Verdienst um das Verkehrswesen erwarb sich freilich damals Sömmering mit seiner Konstruktion eines Telegraphen. Aber er selbst überließ, ganz wie es später noch andere deutsche Gelehrte machten, die praktische Verwertung und Ausgestaltung des Telegraphen dem, der Lust dazu hatte. Dem deutschen Gelehrten kam es nicht in den Sinn, einen materiellen Vorteil aus seiner Empfindung zu ziehen. Und als später verbesserte Telegraphen auf deutschen Naturforscherversammlungen gezeigt wurden, hatten auch diese Gelehrten kaum eine Ahnung, welche volkswirtschaftliche und politische Macht in vem elektrischen Apparat liege. Deutschland war der Schauplatz d.w Erfindung und Ausgestaltung des Telegraphen, England und Amerika aber lehrten die praktische Verwertung. Und wie mit dem Telegraphen, ging es mit dem Telephon. Ein hessi- scherJnstitutslehrer erfand durch planmäßiges 9iach- denken und Probieren das Telephon. Er zeigte den Apparat auf der Naturforscher-Versammlung bei uns zuGießen, aber keiner erkannte dessen Bedeutung. Keiner gab sich Mühe, dem genialen Erfinder aus seinen kleinen Verhältnissen herauszuhelfen. So kam es, daß auch diese deutsche Erfindung erst von den angelsächsischen Vettern in Amerika für die praktische Verwertung gleichsam noch einmal entdeckt werden mußte. Gewiß, wenn man das so nebeneinanberj’tellt, daß weder Lokomotive noch Tamps- schiff in Deutschland erfunden wurden, und daß Telegraph und Telephon zwar bet uns erfunden, aber bei den Engländern und Amerikanern erst praktisch verwertbar gestaltet wurden, da gewinnt die Behauptung an Wahrscheinlichkeit, daß die Angelsachsen praktischer sind, als die Deutschen. Trotz alledem sollte das Gerede von den praktischen Amerrkanern und Engländern über die eigene praktische Begabung nicht täuschen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts klagte Friedrich List allerdings mit Recht über unsere einseitige Produktivst, dichtete Heine den berühmten Vers: „Franzosen beherrschen den Kontinent, das Meer gehört den Brüten. Wir aber besitzen im Lu streich des Traumes die Herrschaft unbestritten." Tas ist 'aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts merklich anders geworden. Im Jahre 1851 rückte Krupp mit seinen kolossalen Gußstahlblöcken die deutsche Eisenindustrie an die erste Stelle, und in den folgenden Jahrzehnten finden wir unter den führenden Männern der englischen Eisenindustrie das Genie eines Deutschen, Wilhelm Siemens. Und dessen älterer Bruder Werner Siemens brachte im Telegraphenbauwesen sowie in der Kabellegung die praktische Veranlagung auch der Deutschen im In- und Ausland zur Geltung. Erinnern wir uns ferner noch, welch' ein praktisches Genie der erste deutsche Reichspostmeister Stephan im Postwesen bethätigte, und wie er als Gründer des Weltpostvereins die erste dtutoritat aus dem postalischen Gebiete rings auf dem Erdenrund war, erinnern wir uns des Aufschwungs so vieler Jndustrieen, besonders der chemischen, dann haben wir allen Grund zur Annahme, daß wir Deutschen an praktischem Geschick den Angelsachsen nicht nachstehen. Biel kann aber und muß noch geschehen, unpraktische Umständlichkeit aus den Gebieten des öffentlichen Lebens auszumerzen. Das Zeug dazu haben die Deutschen, Praktiker zu sein; nur an dem Willen fehlt es noch an mancher entscheidenden Stelle. Die Zulassung zum Rechtsstudium in Preußen. Im Verfolg der Bekanntmachung vom 1. Februar betr. die Zulassung zum Rechtsstudium hat der preuß. Kultusminister im Einverständnis mit dem Justizminister unter dem heutigen Tage an die Kuratoren der Universitäten bezw. an Rektor und Senat der Berliner Friedrich Wil- heUns-Universität folgende Verfügung erlassen: 1. Bei denjenigen Preußen, welche sich der Rechtswissenschaft an einer preußischen Universität widmen wollen, genügt als Nachweis der wissenschaftlichen Vorbildung für das akademische Studium außer dem Zeugnis der Reife eines deutschen humanistischen Gymnasiums auch das Reifezeugnis eines deutschen Realgymnasiums oder einer preußischen Ober-Realschule; 2. Studierende, welche demgemäß auf Grund des Zeugnisses der Reife einer realistischen Lehranstalt ausgenommen werden, sind bei der Einschreibung in der juristischen Fakultät im Hinblick auf die Bestimmungen zu 3 und 4 der Eingangs erwähnten Bekanntmachung ausdrücklich darauf hinzuweisen: a) daß es chnen bei eigener Verantwortung überlassen bleibe, sich die für ein gründliches Verständnis der Quellen des römischen Rechts erforderlichen s p r a ch- lichen und sachlichen Vorkenntnisse ander- weit anzueignen, b) daß in Aussicht genommen ist, bei der Einrichtung des juristischen Studiums Vorkehrungen zu treffen, wonach sie sich über die zu a gedachten Vorkenntnifse auszuweisen haben; 3. Die gleiche Eröffnung ist auch denjenigen Studierenden der Rechte zu machen, welche zwar das Zeugnis der Reife eines Gymnasiums besitzen, in demselben aber für das Lateinische nicht wenigstens das Prädikat „genügend" aufzuweisen haben. Die „Nat.-Ztg." schreibt dazu: Ergänzungskurse für Realabiturienten im Lateinischen und Griechischen wenden an der Berliner Universität und vermutlich auch an anderen Universitäten im bevorstehenden Sommersemester eingerichtet werden. Diese Kurse sind in der Weise geplant, daß zur sprachlichen Einführung in das Verständnis der römischen Rechtsquellen ein Kursus stattfinden wird, der sich über zwei Semester erstreckt, während der Anfangskursus im Griechischen sich auf ein Semester beschränken wird. Beide Kurse sollen dreistündig sein, und nicht mehr als 25 Zuhörer sollen zu ihnen zugelassen werden, damit der Unterricht immer individuell gestaltet werden kann. Ter Ergänzungskursus im Griechischen ist aber nicht nur für die Realabiturienten bestimmt, die Jura studieren, sondern er soll auch zugleich denjenigen auf Oberrealschulen und Realgymnasien vorgebildeten Studierenden, welche sich der Medizin oder dem Lehramt widmen wollen, zur Ergänzung ihres Missens dienen. In dieser Weise den sestgestellten Verpflichtungen über ihre wissenschaftlichen Vorkenntnifse nachzukommen, wird den Realabiturienten bei einigem Fleiß leicht werden. Es ist mit Genugthuung aufzn- nehmen, daß von jeder Ergänzungsprüfung dabei Ab- stand genommen wurde. Heer rrud Flotte. Der älteste Divisionskommandeur der preuß. Armee ist zur Zeit der Gen.-Lt. v. Deines, Komm, der 21. Division in Frankfurt a. M.; nach ihm folgen Gen.- Leutnant Wallmüller, Gen.-Lt. v. Kuhlmay von der 18. Division in Flensburg, der ebenfalls seine Verabschiedung nachgesucht hat und Gen.-Lt. v. Hugo, der bereits mit der Führung des XUL Korps beauftragt ist. Zum Kommandeur der 27. Division (Ulm) wurde der bisherige Kommandeur der 52. Infanterie-Brigade, Geüeral- major v. Freudenberg ernannt und der seitherige Kommandeur dieser Division, Gem-Lt. v. Stohrer, in den Ruhestand verseht. Die Herausgabe der militärisch en Werke Moltkes wird der Große Generalstab demnächst mit der militärischen Korrespondenz des Jahres 1859 fortsetzen. Der Band wird die Operationsentwürfe, sowie die Mobilmachungsarbeiten vom Februar 1859 enthalten und hierdurch ein Bild der umfassenden Thätigkeit Moltkes bis Juli 1859 geben, wo der Präliminarfrieden von Villafranca das Eingreifen Preußens in den italienischen Feldzug verhinderte. Das Pariser Blatt „Rappel" berichtet aus London: Ein schottischer Mechaniker habe dem Kriegsamt das Modell eines von ihm erfundenen neuen Magazingewehres unterbreitet. Die Patronen werden automatisch in den Lauf gebracht und ebenso automatisch aus demselben entfernt. Mit dem neuen Gewehr sollen 20 Schuß in der Minute abgegeben werden können. Die Entladung erfolgt mittelst Elektrizität und die Tragweite soll 3500 englische Pard betragen. Kolonialpost. Aus dem Hinterlande von Kamerun. Aus dem soeben amtlich veröffentlichten Berichte des Oberstleutnants Pavel ergibt sich ein klarer Ueberblick über die Vorgänge und Maßnahmen im Lande der Bafut und Bandeng. Die neue Station zur Beherrschung der Bafut zu Banumda (Bammda) angelegt worden. Außerdem hat der Kommandeur noch den Sitz des unterworfenen Häuptlings Fontem einstweilig besetzen lassen. Die südlich gelegene Station Tinto, wo der Oberstleutnant sich vorläufig festgesetzt hat, gilt als Stützpunkt. Nach Banyo ist Anfang Januar die Expeditions-Kompagnie unter Oberleutnant Sticler abgerückt. Darnach befinden sich dort jetzt zwei Abteilungen der Schutztruppc, da schon eine früher von Tibati her dort eingerückt ist, bei der sich der inzwischen ermordete Oberleutnant Nolte befand. Ueber die Vorgänge dabei weiß man noch nichts Näheres und Wochen kann es noch bauern, ehe weitere Berichte einlaufen. Hierin liegt ein wunder Punkt unserer Verwaltung der Schutzgebiete, und Landeskundige schlagen vor, alle unsere Stationen unter sich und mit dem Gouvernement durch Telegraphen zu verbinden. Der Telegraph würde auf die Europäer und die Besatzungen einen großen moralischen Einfluß ausüben. Nicht weniger Eindruck im umgekehrten Sinne würde er auf die Eingeborenen weithin machen. Die ganz isolierten Stationen würden von den Vorgängen innerhalb ihres Bannkreises stets rasch unterrichtet sein, dann könnten sie im Falle der Bedrängnis schon in derselben Zeit Hilfe erwarten, in welcher sonst erst ihre Meldungen nach den nächsten Stationen gelangen. Das Gouvernement ist auch nur mittelst des Telegraphen im Stande, die Verwaltung des Schutzgebietes richtig zu handhaben. Der Telegraph würde auch die Möglichkeit darbieten, einer stetigen Verinehrung der Schutztruppc vorzubeugen. Durch die schnelle Verbindung können die Truppen viel mehr leisten als jetzt. 2(uf diese Weise würden sich die nicht allzu großen Kosten für die Herstellung des Telegraphen reichlich bezahlt machen. Der 31. Kongreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie. IV. Ter 31. Kongreß deutscher Chirurgen beschäftigte sich in seiner Freitag-Nachmittagssitzung mit der Frage der Ni er e n o p e r a t i o n en. Kümmelt (Hambergs, Strauß (Frankfurt), Hildebrand (Basel), PclS-Leusden (Berlin), Casper (Berlin), Langemak (Rostock) u. a. nahmen das Wort hierzu. Eine Debatte entspann sich über die Bedeutung der modernen diagnostischen Methoden, soweit sie für die Bestimmung operativer Eingriffe in Betracht kommen. Zum Vorsitzenden für das kommende Geschäftsjahr wurde mit 254 von 382 Stimmen der Marburger Chirurg Geh. Medizinalrat Professor Küster gewählt. Zu Ehrenmitgliedern wählte der Kongreß die Berliner Chirurgen Geh. Medizinalräte v. Bergmann und König. In der Vormittagssitzung des Samstag brachte die Tagesordnung ein buntes Programm, darunter auch die üblichen „interessanten" Fälle. Gleich der erste Patient, den Prof. Rehn (Frankfurt a. M.) vorstellte, zeichnete sich durch die Besonderheit seines Leidens und der an ihm ausgeführten Operation aus. Es handelte sich um einen 29jährigen Schlosser, der sich einen Revolver schuß in die rechte Schläfen g egend beigebracht hatte. Der Sitz der Kugel wurde lyittels Röntgenstrahlen nachgewiesen. Zunächst befand sich der Verletzte leidlich wohl; am siebenten Tage aber stellten sich Krämpfe ein, die immer heftiger wurden und das Leben des Kranken bedrohten. Man entschloß sich zu einer Aufmeißelung des Schädels, spaltete die Hirnhaut und zog die Kugel mit einer Kornzange heraus, wobei es zu einer starken Blutung kam. Der Patient überstand, obschon ec dem Tode nahe schien, den schweren Eingriff, die Krämpfe schwanden bald und der Kranke erfreut sich jetzt, von einigen Störungen int Bereiche des Auges abgesehen, völligen Wohlbefindens. — Auch der nächste Patient, den Professor Th i e m (Cottbus) zeigte, ein 38jähriger Mann, stellte eine „Seltenheit" in medizinischem Sinne dar. Er erkrankte im Anschluß an eine Influenza an heftigen Kopfschmerzen und klagte über fortwährend auftretende Verdunkelungen seines Gesichtsfeldes, sodaß er schließlich, trotz sonst guten Sehvermögens, keinen Schritt mehr allein gehen konnte. Auch hier lag eine Erkrankung des Gehirns vor, und zwar wurde nach Aufmeißelung des Schädels eine hühnerei- große Blasengeschwulst aus dem linken Hinterhauptlappen des Gehirns entfernt In diesem Falle hat die Operation dem im besten Mannesalter stehenden Patienten nicht nur das Augenlicht, sottdern geradezu das Leben gerettet In zahlreichen anderen Fällen ist die Art der Hirnerkrankung allerdings eine derartige, daß auf eine wirkliche Heilung nicht zu rechnen ist. Trotzdem kann man, wie Dr. Sänger (Hamburg) hervorhob, auch in solchen nicht operierbaren Fällen von Gehirngeschwülsten die schweren Leiden der Patienten dadurch erheblich mildem, daß man den Schädel trepaniert (anbohrt) und die Hirnhaut spaltet. Dr. Sänger verfügt über elf solcher Fälle, von denen zehn durch diese Methode eine wesentliche Besserung ihres Befindens erfuhren. Einer dieser Patienten, ein 21jähriger junger Mann, litt an heftigen Kopfschmerzen, Erbrechen und taumelte wie ein Trunkener hin und her. Er war bereits fast wie erblindet, als er vor jetzt zweiundeinhalb Jahren operiert wurde; sein Befinden ist gegenwärtig, wie seine Vorstellung vor dem Kongreß bewies, vorzüglich, und er kann sich vollkommen frei bewegen. Welche glänzenden Erfolge die moderne Operationstechnik zu erzielen weiß, zeigte eine Reihe jugendlicher und erwachsener. Patienten, an denen Professor Gluck (Berlin) wegen krebsiger, diphtherischer und anderer Erkrankungen außerordentlich schwere Eingriffe im Bereiche des Kehlkopfes ausgeführt hat. Einigen ist der halbe oder ganze Kehlkopf herausgeschnitten worden; trotzdem befinden sie sich durchaus wohl uni) wissen sich, zum Teil mit Hilfe eines künstlichen Kehlkopfes, mehr oder weniger gut verständlich zu machen. Gluck hat eine Art Sprechapparat konstruiert, welcher es dem Operierten gestattet — selbst nach völliger Ausschaltung des erkrankten Kehlkopfes — durch Anblasen von oben oder unten im Rachen eine vernehmliche Stimme zu erzeugen. Das Resultat ist in Anbetracht der gefährlichen Erkrankung und der Schwere des Eingriffes als ein außerordentlich günstiges zu bezeichnen. Von den bisher durch Gluck operierten Patienten sind noch dreißig am Leben und bisher ohne Rückfall geblieben, davon zwölf, denen der halbe, und zwölf, denen sogar der ganze Kehlkopf herausgenommen worden war. Ein Kranker, der an Kehlkopfkrebs litt, überstand trotz seines hohen Alters — er war bereits 74 Jahre alt — den ungewöhnlich schweren Eingriff und lebte noch anderthalb Jahre im besten Wohlsein. Dr. Holländer beschrieb eine Methode von plastischer Operation bei Nasenlupus, durch welche eine künstliche Nase geschaffen wird. Dieselbe erhält nicht die üblichen zwei Atmungslöcher und eine Nasenscheedwand in dec Mitte, sondern eine gemeinsame Oeffnung, weil so am besten das Eintreten eine» Rückfalls verhütet wird. Ein Schweizer Arzt, Dr. Tadel (Lausanne), berichtet über die günstige Wirkung eines vor einiger Zeit von Dr. Marmoreck in Paris hergestellten Serums, das aus gewissen eiterbildenden Bakterien, den Streptokokken, gewonnen und Antistreptotokkenserum genannt worden ist. Dieses Serum ist von verschiedenen Seiten zur Behandlung aller der Krankheitsprozesse empfohlen worden, bei bereit Entstehung Streptokokken eine Rolle spielen, und Dr. Tave' will bann auch bei verschiedenen Afsektionen (Rose, Kind bettfieber, Gehirnhautentzündung, Lungenentzündung 2C; einen günstigen Einfluß des Antistreptokokkenserums beobachtet haben. Vielfach erfolgt die Heilung überraschend! schnell, mitunter langsam; in manchen Fällen bleibt sie allerdings ganz aus. Unangenehme Nebenwirkungen hat Tr. Tavel bei dieser Behandlungsmethode nicht be< obachtet. Tie Schlußsitzung wurde mit einer Reihe von Vorträgen aus dem Gebiete der orthopädischen Chirurgie eingeleitet. So berichtet Küster-Marburg über die Beseitigung von Schultersteifigkeiten nach Verletzungen, die eine Entzündung des Schleimbeutels über dem Schulter- gelenk hervorgerufen haben. —Heusner -Barchen demonstrierte die Tauerfolge nach Streckung von Kniegelenkvev- krümmungen; die Streckung wurde dadurch herbeigeführt, daß die verkürzten Beugesehnen an der Hinterseite des! Oberschenkels durchschnitten und vorn an der Streckseite des Kniegelenks eingepslanzt wurden. — Engels-Hamburg zeigte ein nach seinen Angaben verbessertes künstliches! Bein, welches das fehlende Kniegelenk durch einen kunstvollen beweglichen Mechanismus ersetzt. Eckstein-Berlin zeigte mehrere Kranke, bei welchen er Defekte verschiedenster Art (Sattelnasen, Gaumenspalten) durch Einspritzung von Hartparassin unter die Haut gut ausgeglichen hat. — Rein fachwissenschaftliches Interesse boten die Vorträge bezw. Temonftrationen von Hon s e 1 l-Tübingen über aseptischen uni) antiseptischen Salben- und Pflasterverband, von Braatz-Königsoerg über einige neue Apparate und Instrumente, von Sam t er-Königsberg über den Zirkel- schnitt bei Fußamputationen, von Ledderhose- Straß- bürg über die Zerreißungen der Harnblase und von Woeri°> n e r - Gmünd über den Beginn des Gallenblaseukrebses. Ein von Lenzmann-Duisburg besprochener Fall von Brand des Blinddarmes infolge von Umschlingung des Wurm-, fortsatzes um den Blinddarm beweist wiederum die unendliche Menge von Komplikationen, welche durch die Beweglichkeit und variable Lage des zur Entzündung so leicht neigenden Wurmfortsatzes entstehen können. Nach einem kurzen Geschäftsbericht und einem von Küster-Marburg auf den Vorsitzenden Ko cher ausgebrachten Hoch wurde der Kongreß geschlossen. Aus Stadt und Sand. Gießen, den 7. Aprll 1902. ** Bienenzucht. Jetzt ist es noch Zeit, schwache Völler mit starken oder zwei oder mehrere schwache miteinander zu vereinigen. Hat man ein weiselloses Volk, so hängt man das weiselrichtige Voll zu dem weisellosen, am besten getrennt durch eine Zucker- oder Honigwabe, ober auch, indem man beide Völler durcheinander hängt. Schwache Völler haben für den Binenzüchtec keinen Wert, da nur starke im Stande sind, zur Zeit der Tracht Vorräte an Hopig einzusammeln. Als besonders geeignet, starke Völler und demgemäß große Honigmengen zu erzielen, können die in den letzten Jahren eingeführten Vieretagern ohne Schindbrett und mit 2 Fluglöchern bestens empfohlen werden. Außerdem gilt es jetzig zwecks Erzielnng von reichlichem Brutansatz, mit Honig zu füttern. Das ist im Frühjahr der Fütterung mit Zucker vorzuziehen. ** Sind Eltern für den durch ihre spielenden Kinder an» gerichteten Schaden verantwortlich? Eine alte Dame war von einem etwa zwölfjährigen spielenden Knaben auf der Straße umgerannt worden und hatte sich einen Schenkelbruch zugezogen. Sie verlangte 300 Mk. Schadenersatz für Kurkosten u. s. w. Ihr Rechtsanwalt verwies auf den § 823 des Str.--G.--B., wonach Derjenige, der zur Beaufsichtigung Minderjähriger verpflichtet ist, für etwaige durch diese angerichtete Schäden zu hasten hat. In erster Instanz gewann die Klägerin ihren Prozeß; in der Berufungsinstanz wurde sie glatt abgewiesen. Das Urteil wurde folgendermaßen begründet : Es mag wohl bei Kindern jugendlichen Alters, die noch nicht völlig Herr ihres Körpers und ihrer Bewegungen sind, eine Aufsicht in der Art geboten und durchführbar sein, daß der Auffichtspflichtige chre Bewegungen überwacht und nötigenfalls eingreift. Anders aber liegt die Sache bei einem zwölfjährigen Knaben, der gewohnt ist, sich auf der Straße zu bewegen. Bei ihm würde eine solche Aufsicht das vernünftige Maß überschreiten und praktisch undurchführbar sein. Die Aufsicht kann sich hier im wesentlichen nur auf Ermahnungen und Strafen beschränken, und es ist unerfindlich,, wie auch durch die strengste Aufsicht das unvorsichtige Rückwärtslaufen eines solchen Knaben, dem das Spielen mit seinen Altersgenossen nicht zu verargen und zu verbieten ist, im Augenblick verhindert werden kann. m Saasen, 3. April. Ein sonderbarer Handel wurde heute hier abgeschlossen. Ein Schweinehändler von hier bot einem Federviehhändler von Beuern ein Huhn zum Verkauf an unter der Garantie, daß es gesund sei und auch laufen könne. Er solle nur ein Gebot machen. Nach einigem Hin- und Herreden bot der Händler 20 Pfg. Er erhielt sofort den Zuschlag. Der Verkäufer entfernte sich sofort und brachte ein Küchlein, das vielleicht einen Tag alt war. Der Federviehhändler wollte natürlich den Handel rückgängig machen. Der Schweinehändler drohte jedoch mit einer Klage, wenn der Käufer es nicht bei dem Verkauf bewenden ließe. Dieser machte deshalb gute Miene zum bösen Spiel, verschenkte aber das Küchlein in Reiskirchen. Vermischtes. * Berlin, 6. April. Ter bekannte WeinhändleL Oswa 1 d Nier hat sich in der Nacht vom Freitag zum Samstag durch Gift getötet Der Grund zu dieser That wird teilweise in zerrütteten finanziellen Verhältnissen gesucht, zum andern Teile soll sich Nier die Einsetzung eines neuen Tirektors so zu Herzen genommen haben, daß er seinem Leben freiwillig ein Ziel fetzte. Das Nierfche Geschäft, von dem sich Filialen in zahlreichen deutschen Städten befinden, wurde am 1. Dezember v. I. in eine Gesellschaft m. b. H. umgewandelt, deren Direktor bisher Nier war. Am Freitag fand die Uebergabe des Geschäfts an den neuen Direktor statt. Nier, der rot Volksunrnde der „llngegypste" genannt wurde, bat ein Mer von 60 Jahren erreicht. * Berlin, 6. April. Wie der ,Zokalmtz." berichtet, wurde der Apotheker St. dieser Tage am Schlesischen Bahnhof fälschlich unter dem Verdachte des Betruges fest genommen, un „Grünen Wagen" zum Polizeiprüsi- oium transportiert und dort 30 Stunden in Hast behalten, bis sich herausstellte, daß er mit ekirrem gesuchten Betrüger nicht identisch sei. Seinem sofortigen Verlangen, seinen bisherigen Prinzipal herbeizuholen, um seine Unschuld aufzuklären, wurde anfangs nicht entsprochen, bis dies schließlich nach 24 Stunden geschah, worauf die Freilassung erfolgte. * Berlin, 5. April. Tas Projekt der Ue b e r füh r- Lng der Linden durch eine Straßenbahn-Linie ist von der Verkehrs-Deputation vorläufig auf gegeben worden. _ „ _, * Stendal, 6. April. In der vergangenen Nacht wurde die 70 jährige Witwe Dorothea Schutz von dem 18 jährigen (Sdjneü) er gefeiten Karl Llsert ermordet. Ter Mörder ist verhaftet. ♦ Straßburg i E., 5. April. Ein S e r g ea n t des 2. bayrischen Fußartillerie-Regiments wurde in Metz verhaftet. Ter Verhaftete soll sich des Verratsmilitärischer Geheimnisse schuldig gemacht haben. ♦ Diedenhofen, 5. April. Leutnant Weber vom 135 Infanterieregiment erschoß in seiner Wohnung eine junge Dame und dann sich s e l b st. * Glasgow, 5. April. Bei einem heute statt gehabten Fußballwettspiel zwischen Engländern und Schotten durchbrachen dieZuschauer die Barriere. Hierbei wurden dreiPersonen getötet und Hunderte verletzt. 177 Personen wurden in Krankenhäuser aufgenommen. Außer den drei sofort Getöteten sind noch 17 den Verletzungen erlegen. ♦ Brüssel, 6. April. Auf den Paris-Brüsseler Schnellzug wurde in der letzten Nacht in der Mhe von Mons ein Attentat verübt. Zwei Telegraphenstangen waren durchgesägt und quer über das Geleise gelegt worden. Ein Streckenwärter entdeckte jedoch rechtzeitig die Frevelthat. Eine gerichtliche Untersuchung ist sofort eingeleitet worden. * Paris, 5. April. Ter holländische Maler Kämmerer hat sich in seiner Wohnung erhängt. Das Motiv der That ist eine unheilbare Krankheit. — In Ploezal stürzte eineKirche ein. Glücklicherweise war während des Einsturzes niemand in derselben anwesend. * Paris, 5. April. Gestern abend wurde General Deloye, General-Inspekteur der Artillerie, bei einer Radtour unter einen Wagen geschleudert und schwer verletzt. * P a r i s, 6. April. Aus Aix les Bains wird gemeldet, daß ein dortiges Feuerwerks - Laboratorium gestern infolge Explosion vollständig zerstört worden ist. Ter Direktor der Anstalt tarn daber um, ferner wurden mehrere Arbeiter verletzt. * Petersburg, 5. April. In Ufa wurden in der letzten Nacht bei der Explosion eines Pulver-Ma- g a z i n s ein Soldat getötet, vier verwundet. Tie Explosion war dadurch verursacht, daß das über dem Pulver- leUer gelegene Wachthaus in Brand geriet. * Ein Brief des Königsberger Gattenmörders Beck, der sich, wie gemeldet, durch Selbstmord in der Nähe von Frankfurt a. M. der irdischen Gerechtigkeit entzogen hatte, ist jetzt an die Redaktion der „Königsb. Har- tung'schen Ztg." gelangt. Beck hat den Bries kurze Zeit vor feinem Tode verfasst. Das merkwürdige Schreiben ist datiert vom 2. April abends 10 Ahr, und bereits in der Nachtstunde von 10 bis 11 Uhr auf dem Frankfurter Postamt 1 ab gestempelt. Der Bries ist mit etwas flüchtiger, ater sicherer Hand mit Bleistift geschrieben. Auf der Rückseite des Couverts steht der Name und augenblickliche Aufenthaltsort des Absenders, dahinter deutlich erkennbar drei Kreuze. Beck teilt in dem Schreiben mit, er habe einen genaueren Bericht über die Veranlassung zu seiner That und über deren Einzelheiten an die Königsberger Staatsanwaltschaft abgehen lassen. Vollständig unerfindlich sei es ihm, weshalb Frau Meerbach inhaftiert worden sei. Alle Schuld an dem Unglück trage allein seine Frau; er empfinde im etzten Augenblick keinerlei Gewissensbisse darüber, daß er ie getötet habe. „In einer Stunde", so Ijeifjt es am Ende )es Briefes, „werde ich mich erschießen; beim Erhalten dieser Zeilen dürste es Ihnen schon bekannt sein." * Kaiser und Dienstmädchen. Eine interessante Episode spielte sich am Dienstag in Berlin ab. Der Kaiser hatte in Begleitung seiner Gemahlin seinen alltäglichen Spaziergang unternommen und war in die Corneliusstraße eingebogen. Dem Kaiserpaar entgegenkommend, wandelte dort auch ein Liebespärchen; „er": König!. preußischer Linien- Jnfanterist, zur Zett auf Osterurlaub in Berlin; „sie": Geheimrats Dienstmädchen. Die beiden waren so tief im Gespräch versunken, daß sie die Welt um sich vergaßen und auch das Kaiserpaar nicht bemerkten. Erst im letzten Akoment, kaum zwei Schritt von den Majestäten entfernt, erkennt das Mädchen die einsamen „Spaziergänger" und bricht in den Ruf aus: „Du, Willem, da sind Kaisers!" Seinen Schatz loslasien, auf den Straßendamm springen und „Front" machen, war für den Soldaten natürlich das Werk eines Augenblicks, selbst ein geölter Blitz konnte nicht schneller sein. Das Mädchen blieb indessen verdutzt auf dem Bürgersteig stehen, sodaß die Kaiserin den Arm chres Gemahls loslassen mußte, um weitergehen zu können. Nichtsdestoweniger gewannen die hohen Herrschaften der Situation die heitere Seite ab, und der Kaiser drehte sich sogar um und sagte zu dem Mädchen: „Nun holen Sie sich man Ihren „Willem" wieder". Gerichtssaal. M. Gießen, b.April. Strafkammer. Ten Vorsitz führte Landaerichtsdirektor Tr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Gerichtsasiessor Dr. Hetzel. — Gegen den Landwirt Johannes Reitz von Burggemünden hmte das Amtsgericht Homberg einen Strafbefehl erlassen unter der Beschuldigung, daß er von einer seinem Grundstück benachbarten Wiese ca. 4 Last Heugras widerrechtlich abgemäht habe. Tas Schöffengericht Homberg verwarf den von dem Angeklagten eingelegten Einspruch. In der heutigen Verhandlung vor dem Berufungsgericht wurde zwar festgestellt, daß R. von dem benachbarten Wiesenstück einen nicht unerheblichen Teil des Grases abgemäht und sich angeeignet hat; es konnte jedoch nicht erwiesen werden, daß er gewußt hat, er mähe auf einem fremden Grundstück. Unbestrittenermaßen waren nämlich die Reiser, die den beiden Grundstücken als Grenzzeichen dienten, versteck/, jedenfalls nicht mehr sichtbar. Cb die Grenze nicht trotzdem bei' gehöriger Aufmerksamkeit des Angeklagten erkennbar geroqen wäre oder durch Eckundigung bei dem Nachbar hätte festgestellt werden müssen, konnte nach Ansicht des Gerichts dahingestellt bleiben, da der Thatbeftand der Entwendung den Nachweis des Vorsatzes und nicht mir den eventuellen Nachweis einer Fahrlässigkeit erfordere. Ein vorfätzliches Handeln war jedoch nicht nachzuweisen, der Angeklagte daher von Strafe und Kosten freizusprechen. — In der Privatklagesache Ludwig Frey gegen Heinrich Jäger, beide von Londorf, wegen Beleidigung war der Angeklagte von dem Lchöffeu- gencht Grünberg zu einer Geldstrafe von 40 Ml. verurteilt worden. Äu' seine Berufung hin wird er von der Strafkammer frei- gesprochen. I. hat im Herbst v. Js. einem anderen gegenüber geäußert, er habe einen beim Aepselwegnehmen erwischt, und ans die Frage nach der Person geanttvortet, es sei der Frey gewesen. In der heutigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß der Privatkläger in der That durch rechtskräftigen Strafbefehl wegen Aepfelentwendung mit einer Geldstrafe belegt worden war. Tas Gericht war daher der Ansicht, daß in der uifriminicrten Aeußerung lediglich eine Warnung gelegen habe und daß I. auf Grund der Bestrafung des Frey zu dieser Warnung berechtigt gewesen fei. — Ter Rendant Berthold Gutfleisch von Homberg war wegen Ruhestörung von dem Schöffengericht Homberg — unter teilweiser Aufrechterhaltung eines Strafbefehls — zu einer Geldstrafe von 5 Mk. verurteilt worden. Er soll in der Nacht vom 7. auf den 8. September v. Js. in einer Wirtschaft zu Homberg im Verlaufe eines Disputs mit dem Vertreter eines dortigen Arztes derart gelärmt haben, daß die allgemeine Ruhe gestört worden fei. In der heutigen Verhandlung ergab sich, daß der thatsächlich in der Wirtschaft stattgehabte Lärm nicht von G., sondern von anderen Personen verursacht worden mar, weshalb Freisprechung erfolgte. — Der Student Hermann Schudt aus Gießen ist des Jagens auf fremdem Jagdgebiet beschuldigt und von dem Schöffengericht Laubach zu einer Geldstrafe von 15 Mk. verurteilt worden. Ta in der heutigen Verhandlung vor der Berufungsinstanz der Jagdkamerad des Sch. sich selbst des Betretens des fremden Jagdgebiets bezichtigt, den Sch. aber völlig entlastet, und da der Forstwart, der die Anzeige erstattet hatte, eine Verwechslung nicht für ausgeschlossen hält, ersolgte Freisprechung. — Die von der Ehefrau Heinrich Köhler aus Homberg gegen das sie zu einer einwöchigen Haftstrafe wegen Ruhestörung verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts zu Homberg eingelegte Berufung wird bei Ausbleiben der Angeklagten kostenfällig verworfen. — Der Landwirt Ludwig Wagner von Nidda war wegen Uebertretung des Art. 279 des Polizeiftrafgesetz- buchs — Nichtbeleuchtung seines Fuhrwerks bei einer Fahrt auf der Staatsstraße Rainrod—Eichelsdorf — durch Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 4 Mk. — ausrechterhalten durch schöffengerichtliches Erkenntnis — verurteilt worden. Er versucht in der heutigen Verhandlung, den Beweis seines Alibi zu führen, der jedoch mißglückte. Das Schöffengerichtsurteil wird bestätigt. — Gegen die Bauunternehmer August Bieker aus Kirchhain und Johannes Bieker aus Cölbe wurde von dem Schöffengericht Gießen wegen Zuwiderhandlung gegen das Gewerbesleuergefetz auf eine Geldstrafe von 147 Alk. erkannt. Gegen das Urteil verfolgten die Angeklagten Berufung an die Strafkammer, deren Urteil am 11. ds. Mts. verkündet werden wird. — Die Bauunternehmer Gebr. Zutt in Gießen hatten vom Amtsgericht Gießen einen Strafbefehl von 4 Mk. erhalten, weil sie den freien Verkehr dadurch gestört haben sollten, daß sie unter das Gerüst eines von ihnen in Gießen aufgeführten Baues Baumaterialien lagern ließen. Das den Strafbefehl ausrechterhaltende schöffengerichtliche Urteil wurde von der Strafkammer aufgehoben, da nach Ansicht des Gerichts der freie Verkehr bereits durch Errichtung des Baugerüstes behüiderk worden war, derselbe mitten nicht nochmals durch die Lagerung von Baumaterialien gestört werden konnte. ZweiNachspielezurKonitzerMordaffaire. Im dem ersteren Falle handelt es sich um eine Privatklage, die Tr. Hirsch Hildesheimer gegen den Verleger der „Staatsb. Ztg.", Wilh. Bruhn, angestrengt hatte. (££ handelt sich um einen Artikel, der in der „Staatsb. Ztg." erschienen war, nachdem der bekannte Rechercheur Schiller in Könitz wegen Verleitung zum Meineide verurteilt worden war. In dem Artikel wurde der Privatkläger beschuldigt, daß er gewissermaßen die Zentralstelle für alle in Könitz in die Erscheinung tretenden Machenschaften zur Irreführung der Justiz sei. Der Angeklagte bestritt, irgendwie für die Veröffentlichung des Artikels verantwortlich zu sein, wogegen der Privatkläger behauptete, daß der Artikel unter ausdrücklicher Billigung seitens des Angeklagten erschienen sei. Er berief sich in dieser Beziehung auf das Zeugnis des jetzt in Wien wettenden Redakteurs Böckler. Das Berliner Schöffengericht beschloß, Böckler kommissarisch in Wien vernehmen zu lassen. — Die zweite Privatttage, die von dem Lehrer W e i ch e l in Kvnitz und dessen Ehefrau ausging und sich gegen den Privatdetektiv Gustav George und den früheren Chefredakteur der „Berliner Morgenpost", Gvttl. Meyer, richtete, dürfte noch manchen Staub aufwirbeln. George hat die thntsächlichen Unterlagen zu einem Artikel gegeben, den die „Berl. Morgenpost" veröffentlicht hat. Darin wird gegen den Lehrer Weichsel der Verdacht ausgesprochen, daß er der Mordthat in Könitz nicht fernstehe, und in längeren Ausführungen wurde die Begründetheit des Verdachts zu erweisen gesucht, der schließlich dahin geführt habe, daß sich Weichel einer polizeilichen Haussuchung habe unterwerfen müssen Der Artikel schilderte den Privatkläger als in schlechtem Rufe stehend und jähzornig, behauptete, daß er seine Frau so schlecht behandelt habe, daß sie von ihm getrennt lebe und die Scheidungsklage eingeleitet habe, daß er als Lazarettgehilfe während seiner Militär-Dienstzeit bei Secierungen immer ein auffallendes Interesse an den kunstgerechten Schnitten bekundet habe und auch im Besitz von chirurgischen Instrumenten gewesen sei, daß er auf dem Wege zur Schule die Stelle zu passieren habe, wo eines Tages plötzlich die Kleidungsstücke des ermordeten Winter gefunden wurden u. s. w. Schließlich wurde die Vermutung ausgesprochen, daß W. wahrscheinlich eines Tages den Gymnasiasten Winter im Zimmer seiner Frau überrascht, ihn gewürgt und die Leiche dann zerstückelt habe. Rechtsanwalt Bobrecker bot für alle in dem Artikel enthaltenen Behauptungen den Wahrheitsbeweis an, besonders auch dafür, daß der Privatkläger thatsächlich der Thäterschaft verdächtig gewesen und deshalb Haussuchung bei ihm abgehalten worden sei. Der Gerichtshof beschloß, sämtliche angebotenen Beweise zu erheben, die Ermtttelnngsakten einzufordern und die außerhalb wohnenden Zeugen kommissarisch zu vernehmen. — Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts erkannte in der Revisionsverhandlung des Berliner Rechtsanwalts Sonnefnfeld wegen Beleidigung des Ersten Staatsanwalts in Kvnitz auf Verwerfung der Revision und Bestätigung des Urteils des Berliner Landgerichts vom 9. Dezember v. I. Landwirtschaft. — Tierzuchtbestrcbuugen in der Provinz Oberheffen. Sett 1897 hat der Landw. Verein für die Provinz Lberheyen die Zuchtbestrebungen in die Hand genommen und verfolgt in konsequenter Weife das Ziel, leistungsfähigere Tiere von guter Gesundheit und sicherer Vererbungsfähigkeit gu züchten. Zu diesem Zweck sind Herdbücher eingerichtet worden, in welche die Tiere, die dem Zuchtziel entsprechen, eingetragen werden. Es wurden Z u ch t h Ö f e und B u 11 e n ft a t i o n e n errichtet, es wurden bessere Zuchttiere beschafft, die auf den Tierschauen prämiierten Tiere wurden auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft re. re. Um aber gesunde Tiere zu züchten, ist vor allem eine gesund e, naturgemäpe Haltungsweife der Tiere notwendig. Für junge Tiere ist eine solche nur durch einen rationell betriebenen Werdegang möglich. Ter Landw. Provinzialverem hat zu diesem Zweck 4 Jung- Viehweide n und 1 Fohlenw eide eingerichtet, auf denen in diesem Jahre ca. 220 Rinder und 55—60 Fohlen aufgetrieben werden können. In erster Linie sollen auf diese Weiden junge Tiere ausgenommen werden, die später zur Zucht dienen sollen. Die Vorteile, die hierdurch für die jungen Tiere zunächst unmittelbar erreicht werden, sind: eine bessere Gesundheit und kräftigere, gegen Krankheiten wider-standsfähigere Körperverfassung, eine breitere unb- tiefere Brust, weil Her, und Lunge mehr angestrengt werden, ein breiteres Becken, gerader Rücken, kräftiger entwickelte TluSteln, bessere Stellung der Gliedmaßen und besserer Gana. Da durch den Weidegaug der Fettansatz bei jungen Tieren zum Verschwinden gebracht wird, so sehen diese beim 9lbtrieb zwar gewöhnlich nicht so rund aus wie beim Auftrieb, ihr Zuchtwert hat aber sehr wesentlich zugenommen. Weibliche Tiere nehmen leichter auf, männliche sind länger zum Zuchtdienst zu verwenden. Tiere von guter Abstammung werden erst durch ben Weidegang zu wertvollen Zucht- ticren. Wird der Weidebetrieb allgemeiner, so wird schließlich der Zuchterfolg in der ganzen Provinz beschleunigt, weil jedes auf der Weide gewesene Tier seine hier gesteigerten guten Eigenschaften auf die Nachzucht überträgt Wir können daher nur wünschen, daß bie Bestrebungen des ProvinzialvereinS durch die 2)litroirfung der Zuchtvereine und Private in erwünschter Weise unterstützt werden^ und daß recht viele Landwirte Gebrauch von den Weiden machen. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 8. April, abends 7 Uhr: „Figaros Hochzeit.* Schauspielhaus. Dienstag den 8. April, abends 7 Uhr: „Uriel Acosta." Auszug uus de» iürdjrnbüdjtru btt Stabt Gieße». Evangelische Gemeinde. Getaufte. Markusgemeinde. Den 23.März. Dem Kaufmann Heinrich Heyne ein'Sohn, Heinrich, geb. den 23. Februar. Den 25. Dem Bauunter-nchrner Albert Rübsamen eine Tochter, Emilie, geb. den 5. Februar. Den 30. Dem Schuhmacher Wil- helm Schmidt eine Tochter, Anna Elisabethe, geb. den 21. Januar. Dem Dreher Wilhelm Müller eine Tochter, Katharine Margarethe Elisabethe, geb. den 18. Februar. Dem Schreiner Karl Andreas Schreier ein Sohn, Rudolf Arnold Andreas, geb. den 24. Februar, Dem Müller Adam Reich ein Sohn, Ernst, geb. den 5. Februar. Dem Fuhrmann Georg Bachmann eine Tochter, Anna Auguste Marie, geb. den 4. März. Dem Restaurateur Maximilian Otto Lebrecht Jaskowsky eine Tochter, Martha Margarethe Luise Phitippine, geb. den 19. Februar. Dem Unwersitäts-Garteninspek- tor Friedrich Rehn eit eine Tochter, Johanna Margareche Karoline Bertha, geb. den 30. Januar. Den 3L März. Dem Schlossen Heinrich Dörr eine Tochter, Elisabeth, geb. den 28. Februar. Dem Bäcker Ludwig Arnold ein Sohn, Ludwig Jakob Johannes Karl, geb. den 18. Februar. Dem Schuhmacher Johann Jost Stauß ein eoijn, Otto Heinrich, geb. den 7. Februar. Dem Schneider! Christian Petersen eine Tochter, Elisabethe, geb. den 12. Februar. Dem Arbeiter Karl Becker ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 4. Februar. Dem Taglöhner Johann Friedrich Menzel ein Sohn,^ Johann Volbrecht, geb. den 28. Dezember. Dem Taglöhner Justus Schäfer eine Tochter, Marie Elisabethe, geboren den 22. Februar. Dem Fuhrmann Ludwig Becker eine Tochter, Luise Karoline, geb. den 29. Dezember» Dem Schneider Ludwig Herrmann eine Tochter, Elisabeth Luise, geb. den 5. Februar. Lukasg emeinbe. Den 30. März. Dem Schuhmacher Heinrich Friedrich Linn eine Tochter, Elisabeth Katharine Marie, geb. den 15. März. Dem Schreiner. Wilhelm Becker eine Tochter, Katharina, geb. den 29. Januar. Dem Eisenhobler Heinrich Herzberger eine Tochter, Mathilde Margarethe, geb. den 18. März. Dem Fuhrmann Heinrich Abel ein, Sohn, Wilhelm Heinrich, geb. den 23. Februar. Dem Kaufmann Georg Emil Seng ein Sohn, Franz, geb. den 5. Januar. Den 31. März. Dein Hilfswärter Heinrich Albach eine Tochter, Marie, geb. den 9. März. Den 1. April. Dem Werkmeister Karl Anton Schmidt ein Sohn, William Otto Theodor, geb. den 3L Januar. Johannesgemeinde. Den 30. März. Dem Taglöhner Wll- Helm Schneller ein Sohn, Johann Hermann geb. den 15. Januar. Dem Spenglermeister Georg Tahmer ein Sohn, Karl, geb. den 6. Januar. Dem Großh. Landgerichts-Registrator Ludwig Jagev eine Tochter, Auguste Wilhelmine Meta Charlotte, geboren den 10. Februar. Dem Schneider Wilhelm Hoffmann ein Sohn, Wilhelm Christian Emst, geb. den 18. Januar. Den L April. Dem, Kaufmann Johann Seibel eine Tochter, Elisabeth, geboren den 27. Februar. Getraute. Markusgemeinde. Ten 22. März. Otto- Rausch, Arbeiter zu Gießen und AnnaMargareche Sauer, Tochter des Schäfers Philipp Sauer zu Roch bei Marburg. Den 30. März. Johann Georg Reitz, Lackierer zu Gießen und Emilie Schmids Tochter des verstorbenen Horiidrehers Jakob Schmidt zu Alsfeld» Heinrich Repp, Taglöhner zu Gießen und Kacharme Ruyl, Tochter des Ofenputzers Jakob Ruhl zu Gießen. Karl Wagner, Fabrikarbeiter zu Gießen und Elisabethe Zimmer, Tochter des Taglohners Konrad popp zu Seibertsdorf. Albrecht Buch, Bäcker zu Gießen und Henriette Bertha Marie Helene Schwan, Tochter des Oeko- nomen Philipp Schwan zu Gießen. Georg Martin, Bauaspirant zu Gießen und Elifabethe Margarethe Kacharine Henriette Schwan, Tochter des Messerschmieds Georg Schwan zu Gießen. Johannesgemeinde. Ten 30. März. Johannes Wilhelm Otto, Schlosser zu Gießen und Margarethe Belloff, Tochter des verstorbenen Küfermeisters Heinrich Belloff zu Gießern Den 31. März. Georg Heinrich Merz. Flascheiibierhändler zu Gießen, em Witwer, und Sophie Kraft, Tochter des Steinl)auer§ Georg Heinrich Straft zu Bleichenbach. Beerdigte. Markusgemeinde. Den 25.Mär^. Johann Jost Henkel, Schneider, verheiratet, 53 Jahre alt, starb den 23. Marz. Heinrich Grün, Gastwirt, ein Witwer, 55 Jahre alt, starb den 23. März. Den 29. März. Anna Drescher, Tochter des Arbeiters Karl Drescher, 20 Jahre alt, starb den 27. März. Den 2. April. August Noll I, Rentner, verheiratet, 76 Jahre alt, starb den 30. März. Bernhard Heinrich Johann Pitzer, Sohn des verstorbenen Kiitschers .Christian Pitzer, 9 Jahre alt, starb den 31. März. Lukasgemei nde. Den 4. April. Ehristtne Ott, geb, Zinßer, Ehefrau des Barbiers Karl Ott, 46 Jahre alt, starb den 1. April. Den 3. April. Margarethe Baumann, geb. Fenster, Witwe des Taglöhners Konrad Baumann, 66 Jahre alt, starb den 1. April. WchentW Zlebrrßcht -er Todesfälle in der Stadt Gieße«. 11. Woche. Vom 9. bis 15. März 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infl. 1600 Mann Militär), Sterblichkeitsziffer: 22,08, nach Abzug von 6 Ortsfremden 10,40 %o. Kinder Sinin.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke fommeiu Es starben an: Zusammen: 1 Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2,-15. Jahr Lungenschwindsucht 2 (1) 2 (1) — — Lungenentzündung 3 (1) 3 (1) — — Bronchitis 1 — —*• 1 Tiphtheritis 1 (1) — — 1 (1) Ileus 1 (1) 1 (1) — — Tarmkatarrh 3 3 —1 — Lebensschwäche 1 (1) — 1 (1) — Bösckrtiger Blut- annut 1 (1) 1 (1) — — Selbstmord 1 1 — — Summa: 11 (6) 8 (4) 1 (1) 2 (1) Kchisssnachrichleli. „R e d Star £ i n i e" Antwerpen. Der Postdampfer „Southwark" der „Red Star Linie" in Älntwerpeir ist laut Telegramm am 1. April wohlbehalten in New-Pork angekommen. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. A, wurde heute unter Nr. 141 die Firma .Selzer & Co.* zu Gießen; Inhaber: Matthäus Setzer, Agent, und Hugo Strohdach, Hülfsführer i. P. zu Gießen; offene Handelsgesellschaft vom ÖL April 1902 ab; eingetragen. Gießen, am 2. April 1902. 2792 Großherzogliches Amtsgericht. Verdingung von Pftasterarbeiten. Die Anlieferung von 444 cbin Pflastersteinen in Basalt, Grauwacke oder Quarzit, sowie die Herstellung von 2064 qm Pflaster sollen im Submissionswege vergeben werden. — Die Bedingungen liegen auf hiesigem Bürger- meisterarnte zur Einsicht offen; auch können dieselben gegen 60 Pfg. Schreibgebühr durch die Post bezogen werden. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 21. April l. I., mittags 1 Uhr, an das Bürger- meisteramt dahier cinzureichcn, zu welcher Zelt die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber statt - sindet. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Weilmünster (Nassau), den 5. April 1902. Der Bürgermeister. 2798 Klein. Jubiläums-Stipendien-Stiftung L« Ehre« der 25jährigen Regierung des hvchstfeligen GroßyerzogS Ludwig 111. Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kapital- ginfen drei junge Leute, und zwar and jeder oer drei Provuizen Einer, eine gleichmäßige Subvention zu den Kosten ihrer Ausbildung -auf einer höheren Bttüungöanstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1903 Drei Stipendien zu vergeben. Da- Stipendimn kann auf drei Jahre ausgedehnt werden; eß können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt 1üerben, welche Beiträge zu dieser Stiftung geleistet haben. Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere BiloungSanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um bav Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche, mit den nötigen Zeugnissen belegt, durch ihre betreffende Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aud den Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterel Darmstadt, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen unt> auS Aheinhessen an die Bürgermeisterei Atainz längstens biß Dtenötag den 15. April d. IS. «gelangen zu lassen. 2807 Darmstadt, Gießen und Mainz, den 1. April 1902. Aas Kuratorium: MLornewejr, Mecum, Dr. Gaxsuer, Oberbürgenneiiler Bürgernleister Dberbüraermcifter I von Darmstadt.von Gießen.von Mainz. KmfnimW f«d|fdiulr, Cjirfitn. (Staatlich anerkannte Unterrichts-Anstalt.) Wir bringen hiermit zur öffcnllichen Kenntnis, daß der Unterricht an unserer Anstalt nicht mehr wie seith. in Sommer- und Winter-Semester mit Abendstunden, sondern daS ganze Jahr in 3 Klaffen stattfindet; im obligatorischen Unterrichte werden bei einer Jahresschuldauer von 40 Wochen mindestens 6 Stunden TagcSttttterricht pro Woche in jeder Klaffe erteilt. Das uene Schuljahr beginnt Donnerstag, den 10. April nachmittags l1/, Uhr. Die ErdffnnngSfeier, wobei Lehr- und Stundenplan, Haus- und Schulordnung, sowie andere Mitteilungen bekannt gegeben werden, soll Mittwoch, den 9. April abends präcis 9 Uhr stattfinden. Anmeldungen, wobei das letzte Schulzeugnis vorzu- tegen ist, können vom 1. April ab täglich mittags von 12 bis 1 Uhr bei unserer Schulleitung, Schillerstr. 5/11. erfolgen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß nach Beginn des Schuljahres teilte Schuler mehr aufgeuommeu werden, außer denjenigen, welche erst nach dem 10. Slpril, sei es von auswärts oder aus Gießen selbst, in kaufmännische Geschäfte eintreten. DaS Schulgeld beträgt: I. Für die obligatorischen Lehrfächer: einfache und doppelte Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Schönschreiben, Grammatik, Orthographie, Wechsellehre und Handelsgeographie mit Warenkunde zus. 25 All. II. Für die fakultativen Untcrrichtsgegenständc, in welchen die Stunden abeudS stattfinden: 1. Für Französisch...........20 Mk. 2. , Englisch ........... 20 , S. , Stenographie-Anfänger ...... 6 „ 4. , „ -Vorgeschrittene ..... 6 „ 5. u Doppelte und amerikanische Buchführung . 10 „ 6. u Maschinenschreiben ........ 10 „ Schüler, deren Prinzipäle oder Väter nicht Mitglieder de8 kaufm. Vereins sind, zahlen das doppelte Schulgeld. Auf Nachsuchen können durch die Schulkommission ganze oder halbe Freistellen bewilligt werden. Der Besuch der Anstall befreit vom Besuche der obligatorischen Fortbildungsschule, die alle aus der Volksschule entlassenen Schüler, sowie diejenigen höherer Lehranstalten, welche nicht ein Jahr der Obertertia angehört haben, besuchen müssen. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß während de8 Sommer-Semesters auch wieder ein DameukursuS in Vereinigung mit der Alice Schule, woselbst auch die Unterrichtsstunden stattfinden, abgehalten wird. 2562 Das Schulgeld beträgt für alle Lehrfächer, einfache Buchführung, Korrespondenz, Wechsellehrc, Rechnen, Schönschreiben, zusammen .......... 20 Mk. Außerdem ist auch Gelegenheit geboten, Maschinenschreiben zu erlernen, wofür pro Kursus 10 Mk. erhoben werden. Die Schulkommission der kaufm. Fachschule. lU0^at$dUerfmnmlung Mittwoch, 9. April, abends ‘/a9 im BereiuSlokal (Feidel). TageS-Ordnung: Delegiertentag in Grünberg. — Vortrag des Herrn Ehrenvorsitzenden Mayer. — Verschiedenes. Zahlreiche Beteiligung ist sehr erwünscht. 2794 Nhr Versteigerung. Dienstag den 8. April d.J., uachm. 2 Nhr, versteigere ich gegen Baarzahlung: 2 Pferde, mehrere Noll- unb andere Wagen, bTransportnachen, 250 Nieter Schienengeleise, 11 Kippwagen, Vorräte an Zement, Asphalt, EpurS, Zementplatten, Ton-Röhren re., Gold-undSilber- achen, 1 Nähmaschine und Nlöbel aller Art, sowie 1 Fahrrad. 2760s Born, Gerichtsvollzieher. Prima neue Malta-Kartoffeln 2629 ss. Mjeö-SmM empfehlen 2650 A. L G. WaUenfels Markt 21. Telephon 46. Kochseine NKiiagn Siiljltaiigrn vorzüglich schmeckend zum Bier) frisch eiugetroffen bei IhristianWallenfels Marktplatzl7, am Kriegerdenkmal. Telephon 2C2. Gegr. 1826. W Zu enorm billigenPreison offerioron wir Gardinen abgepasst und am Stück, weiss und cröme. Rouleauxköper in allen Breiten. Ang.MoiitannsNtlil. Inh.: Gebr. Imheuser. 2165 Abt. Woisswaron Warktplntz 9-10. Tinoxa ist daS beste, sicherste Mittel gegen Motten. Pack 20 Pfg. Adler-Drogerie SelterSweg 39 Otto Schaaf. 2143 Punlop. 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