Nr. 5« »rschetut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Umvers.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktton. Expedition und Druckerei: Schulstraße 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag 7. März 1003 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 7b Ps., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen! monatlich 65 Pf.; durch die Post 9)lf. 2.—Vierteljahr!. auoschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilen preis: lokal 12Pf* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wtttko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Auflage 7900. be- Hessischer Landtag. Zweite hessische Ständekammer. müsse jetzt nachgeholt werden, ein Scheitern an der Finanz- kalamität wäre in der Dhat beschäinend. In Zentrumskreisen herrsche ein gewisser Widerstand gegen das Seminar; diese Herren wünschten überhaupt nicht Simultananstalten, unter der Aegide des Staates, sondern nur konfessionelle Anstalten. Mainz, das stiefmütterlich mit Bildungsanstalten bedroht sei, sei geeigneter als Darmstadt, und er habe auch beabsichtigt,einen entsprechenden Antrag einzubringen. Er stehe aber aus finanziellen Gründen und um die Vorlage nicht zu Fall zu bringen, davon ab un-d bitte dringend, diese Lücke des hessischen Volksschulwesens auszufüllen. Wg. Schlenger (Zentr.): Daß ein Bedürfnis für das Institut vorhanden sei, sei allen klar; eine andere Frage seh wo es zu errichten sei. Mainz habe Hoffnung, daß die Anstall dorthin gelegt werde, nicht aus konfessionellen Rücksichten, sondern weil eine große Anzahl Lehrerinnen aus Mainz und Umgebung stamme. Ellr fünfjähriger Kursus gebe im Hinblick auf die nicht günstige finanzielle Lage der meisten Aspirantinnen zu Bedenken Anlaß. Man solle es hier machen wie seinerzell bei den Lehrern und es einmal mit einem dreijährigen Kursus von 16—19 Jahren probieren. Er sei dafür, die Sache vorderhand auf 2—3 Jahre aufzuschieben. Sei die Sache nun einmal 28 Jahre alt geworden, so könne sie auch 30 Jahre alt werden. Ministerialrat E i s e n h u t h: Wenn mit der Errichtung des Instituts gewartet werde, wofür er keinen Grund erkennen könne, so werde man mindestens vier Jahre warten müssen, und die Sache werde dann viel mehr Geld kosten et Erkenne bie Vorzüge von Mainz an, aber Daqnrstadt ser ui dieser Beziehung doch viel geeigneter. Schlenger habe sich im wesentlichen nur gegen die. Errichtung des Seminars gewandt. Wer die Mädchen müßten doch dieselbe Bor- blldung haben, wie die Lehrer; unter fünf Jahre herunterzugehen, halte er nicht für möglich, schon imxHinblick darauf, daß «die Ausbildungszeit der Lehrer wahrscheinliche erhöht werde. Die Lehrerinnen stammten zum großen Teil aus denselben Kreisen, wie die Lehrer, und würden die Kosten für ihre Ausbildung aufbringen können. Abg. Weidner (fr. w. V.): Der Ausschuß sei überzeugt gewesen, die Vorlage aus Sparsamkeitsrücksichten ab- lehnen zu müssen. Ministerialrat Eisenhuth habe die Logik des Berichtes bemängelt; die Logik sei aber eine solche, daß sie nicht verkannt worden sei. Der Bericht sei zwau kurz und bündig, aber man könne zwischen den Zeilen lesen. Der Ausschuß sei von der Erwägung ausgegangen, daß, wenn es einigermaßen möglich sei, die Anstalt in em Landständchen verlegt werden müsse. Andernfalls sei es nur den Beamtentöchtern ermöglicht, das Institut zu besuchen, und man müsse auf dem Lande seine Töchter in die Hände solcher Lehrerinnen zu geben, die sich für den Lehrerinnenberus aus dem Lande nicht eigneten. Abgeord- neter Backes wolle alle Seminare in die Großstadt verlegt haben; das sei wohl für ihn angenehm, begünstige jedoch die wertere Entvölkerung des Landes. Besser hätte man sich bm Landstädtchen entschieden. Dem Ausschuß habe dre Schulbehörde ferner in Aussicht gestelll, daß infolge des Lehrermangels die Errichtung eines Weiteren Lehrerseminars ins Auge gefaßt werden müsse. Deshalb sei der gefaßte Entschluß dem Ausschuß nicht zu verdenken, und das Haus habe allen Grund, diese Frage für ein Jahr (Fortsetzung aus dem Parlamentsblatt.) Wg. David (Soz.): Aba. Jöckel habe mit Recht tont, daß es sich um eine proouktive Ausgabe handle; hier drehe es sich um eine Frage der Volksbildung. An höheren Schulen gebe es bereits Lehrerinnenseminare; aber es fehle auch an einem Institut für die ärmeren Klassen. In dieser Beziehung seien uns andere Staaten weit voraus. Das unentschieden zu lassen. Es gebe Kleinstädtchen im Lande, wo Pensionsverhältnisse leicht beschafft werden könnten und der katholische Religionsunterricht gepflegt werde; Uebungs- unterricht sei auch an einklassigen Schulen möglich Alle diese vorgevrachten Gründe könne er nicht anerkennen. Diese Zentralisation in den Städten trage zur Entvölkerung des Landes bei. Er werde für den Antrag der Majorität des Ausschusses stimmen. Hierauf wird ab gestimmt. Der Ausschu ßantrag, der Errichtung des Lehrerinnenseminars nicht zuzustimmen, wird abgelehnt und die Regierungsvorlage gegen die Stimmen des Zentrums und der freien wirtschaftlichen Vereinigung angenommen. Es folgt Kapitel 41: Volksschulen. Der Ausschuß beantragt, 1973 600 Mk. zu bewilligen. Hierbei wird gleichzeitig mitberaten der Antrag Weidner: Die Remunerierung der Volksschullehrer, -Verwalter und Aspiranten an besonders ungünstig gelegenen Orten betreffend, sowie der Antrag Häusel: Die Unterstützung armer Gemeinden aus Staatsmitteln zu Schulhnusbauten betreffend. Der Ausschuß beantragt, den Antrag Weidner vorerst für erledigt zu erklären, und ferner, den Antrag der Wgg. Häusel und Genossen zurzell für erledigt zu erklären. Abg. Ulrich (Soz.): Bei dieser Gelegenheit wolle er eine brennende Frage anschneiden, die Frage der Zusammensetzung der Schulvorstande. Nach den Bestimmungen des Schulgesetzes von 1874 seien die Geistlichen ohne weiteres Mitglieder. Auch die Geistlichen der freireligiösen Gemeinden in Offenbach und Mainz gehörten dem Vorsrand an. Nun fei plötzlich in Mainz eine Aenderung dieser Praxis seitens der Regierung beliebt worden unter Hinweis auf eine Verordnung aus dem Iahte 1850. Diese Auffassung der Regierung sei falsch und lasse sich nicht hallen. Auf die erfolgte Beschwerde habe die Regierung geantwortet, daß sie in dieser Beziehung eine Gesetzesvorlage einb rin gen iverde. Das sei auch geschehen, aber sie liege schon seit einem Jahre bei dem zweiten Ausschuß begraben. Staatsminister Rothe: Die Regierung habe die Gesetzgebung für lückenhaft gehalten und es für zweckmäßig gefunden, eine besondere Vorlage zu machen. Es sei nicht Schuld der Regierung, wenn diese noch nicht zur Beratung gekommen fei. Abg. Backes (nl.) wlll die Visitationen der Kreisschulkommissionen eingeschränkt wissen. Die Anträge Weidner und Häusel seien ihm sympathisch. Wg. Wolf (fr. w. V.): Dem Antrag Weidner könne er nicht zustimmen. Die Lehrer aus dem Vogelsberg solllen doch mehr Heimatsliebe besitzen. Die Gemeinden sollten keine Luxusbauten hinstellen. Wg. Schönberger (nl.) wünscht eine Verstaatlichung der Volksschulen zur Herbeiführung einer gleichmäßigen Verteilung der Lasten, die nicht auf die Kommunalsteuem, sondern auf die Staatssteuern zu basieren sei. Die Gemeinden empfänden dies als Unricht gegenüber der Tregung der Hochschullasten durch, das Land. Staatsminister Rothe erklärt, daß man mit Erhebungen über die Verteilung der Lasten begonnen habe. Abg. David (Soz.) hält die Zusammensetzung des Schulvorstandes durch die Bestimmungen des Schulgesetzes von 1874 für klipp und klar, damit fei die Vorlage eines neuen Gesetzes seitens der Regierung unnötig. Ihr prinzipieller Standpunkt sei, daß die Geistlichen überhaupt nicht in den Schulvorstand gehören. Für die Hebung des Lehrerstandes sei es sehr förderlich, wenn ihnen, wie in Sachsen, Gelegenheit geboten werde zum Studium auf der Universität und zur Ablegung von Examina. In Sachsen gingen hieraus Lehrkräfte für Seminarien und Mittelschulen hervor; diese Einrichsiung müsse auch in Hessen getroffen werden. Hinsichtlich der Frage der Verstaatlichung der Volksschulen warte man nur noch auf die versprochenen Zahlen der Regierung. Die Verstaatlichung beruhe auf dem Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit. Damit werde auch die Zwitterstellung der Lehrer beseitigt, die weder Staats- noch Gemeindebeamten; seien; wenigstens müsse dies in Bezug auf die finanziellen Verhältnisse erfolgen. Wg. Schlenger (Zentr.) wünscht eine Pensionsberechtigung der Volksschullehrer nach fünfjähriger Thätigkeit. Ministerialrat Eisen Huth: Bezüglich des Antrags Weidner stimme er mit den Ansichten des Abg. Wolf überein; er erwarte von den Lehrern eine größere Anhänglichkeit an die Heimat. Die Schulbehörde habe mit dem Wandertrieb der Lehrer viel zu kämpfen, und sie habe jungen Leuten oft sagen müssen, daß die Stelle nicht für fte da fei, sondern sie für die Stelle. Wünsche ein älterer Lehrer eine Ver-- setzung nach einer Stelle, wo die Kinder bessere Schulen besuchen könnten, so werde dies von der Regierung bereitwilligst gewährt. Die Regierung werde in dieser Beziehung eine abwartende Haltung einnehmen. Bezüglich des Antrags Häusel erftäre er, daß bie Regierung zwar geräumige und hygienische Schulhausbauten, aber keine Luxusbauten wünsche. Demnächst werde eine Veröffentlichung von Muster- p tönen und Kosten Voranschlägen, wobei man auch den Verhältnissen der Gegenden in Bezug aus das Material Rechnung tragen werde, seitens der Bauabteilung erfolgen. Dem von dem Abg. David angeregten Univerfitätsstudium der Lehrer stehe er sympathisch gegenüber. Die Anregung Schlengers, den Lehrern nach fünfjähriger Thätigkeit Pen- sionsberchtigung zuzugestehen, fet nicht angängig im Hinblick auf die anderen Beamten. Abg. Weidner (fr. w. V.): Die Ausführungen des Vorredners seien für ihn nicht sehr ermutigend gewesen, er hoffe aber doch, daß die Regierung der Sache näher treten werde. Mit seinem Antrag wolle er die sog. Striafftellen, die nicht von Vorteil für bie Gemeinden feien, aus der Welt zu schaffen. Bezüglich der Schulhausbauten wünsche er keine Verschwendung. Abg. Häusel (nl.): Mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage habe der Ausschuß beantragt, seinen Antrag für erledigt zu erklären. Er werde aber den Antrag nächstes Jahr wiederholen. Wg. Heidenreich (nl.): Er habe den Antrag Weidner freudig begrüßt und werde ihn warm unterstützen. Auch mit der Tendenz des Antrags Häusel fei er einverstanden. Was bie Verstaatlichung der Volksschulen anlange, so wünsche er auch seinerseits, daß die angekündigten Erhebungen der Regierung gefördert werden. Hier habe ec nur die persönlichen Kosten im Auge, nicht aber die von den Sozialdemokraten gewünschten sachlichen Kosten. Wg. Weidner (fr. w. V.) befürwortet die Aufhebung der dreijährig wiederkehrenden Schulprüfungen, sonst werde nur baä Resultat des Drills vorgefülM. Sodann wird zur Abstimmung geschritten. Der, Ausschußantrag zu Kapitel 41 (s. o.) wird angenommen, die Anträge Weidner und Häusel werden gemäß den Ausschußanträgen für erledigt erklärt. Schluß 1 Uhr. Mchste Sitzung Freitag 10 Uhr. Sitzung -er Htadiverorünelen. Gießen, 6. März 1902. Anwefend: Bürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, die Stadtverordneten Brück, Emmelius, Euler, Faber, Flett, Dr. Gaffky, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, ßöber, Loos, Orbig, Petri, Pirr, Dr. Schäfer, Schiele, Schmal! und W allenfels. Entschuldigt: Die Stadtverordneten Dr. Fuhr, Dr. Gutfleisch und Schaffstaedt. Beigeordneter Wolff teilt mit, daß die Gr. Handelskammer gegen den Beschluß der Stadtverordneten-Versamm- lnng, wonach die Krautenversicherungspflicht auf Handlungsgehilfen ausgedehnt werden soll, bei Gr. Kreisamt Beschwerde erhoben; in der Beschwerde wird u. a. geltend gemacht, daß Gastspiel Jürgensen. p. W. Gießen, 7. März 1902. Wir gehen dem Frühling entgegen, und es fällt selbst für unseren Theaterverein nicht mehr ganz leicht, das Interesse wie in der guten, der winterlichen Theaterzeit auf sich zu lenken. Nur noch ein gewähltes klassisches Repertoire vermag zu ziehen. Es ist nicht jedermanns Sache, an dem Abend eines so herrlichen Tages, wie es der gestrige war, der wett hinauslockt ins Freie, von erquickender Wanderung abgespannt noch nach der Wallthorstraße zu wallen, um seiner Theaterfreundespflicht zu genügen. Die Theaterfreudigkeit ift vorbei, aber für die Stücke, die gestern neu einstudiert waren, ist die Zeit noch immer nicht ganz vorüber. Wenn die Jungen abgewirtschaftet haben, müssen die Alten heran. So ist es im Leben, so ist's in der Kunst. Unser Theater muß, angesichts der fortwährenden halben oder Miß-Erfolge der Leute von heute, immer wieder im Buche der Vergangenheit blättern, will es uns echte künstlerische Genüsse bereiten. „Hier ist nun die Komödie, die so viel Lärm verursacht hat imb so lange verfolgt worden ist. Die Leute, die sie verspottet haben deulllch gezeigt, daß sie mächtiger in Frankreich sind als alle andere, die ich bisher verspottete. Die Marquis, die Prezieusen die betrogenen Ehemänner und die Aerzte haben schweigend erduldet, daß man sie auf die Bretter brachte . . . aber die Nlucker haben keinen Spaß verstanden; sie sind wütend geworden und haben es nicht begreifen wollen, daß ich die Kühnhett besaß, ihre Gnmassen zu verspotten und eine Klasse ins Lächerliche zu ziehen der auch so mancher Ehrenmann angehört. Dieses Verbrechen können sie mir nicht verzechen und mit schrecklicher Wut haben sie gegen meine Komödie den Schild erhoben .... Wenn es die Aufgabe der Bühne ist, die Laster der Menschen zu züchtigen, so sehe ich nicht ein, weshalb es privilegierte Ausnahmen davon geben soll. Ein solches Privilegium hat im Staat gefährlichere Konse- auemen, als jedes andere, und doch chat die Bühne einen großen Einfluß auf die Verbesserung der Sttten. Die schönsten Darstellungen einer ernsten Moral sind oft nicht so wirksam, als die Geißelhiebe der Satire, und nichts korrigiert die Menschen besser, als das Gemälde ihrer Fehler. Die Laster dem Gelächter der Menschen bloßstellen, heißt sie am Wirksamsten angreifen. Man nimmt einen Tadel ruhig bin, aber den Spott verträgt man nicht. Man läßt es sich gefallen, für boshaft zu passieren, aber man will nicht lächerlich fein." So schreibt Mokiere in der Vorrede zu der Buchausgabe seines „Tartüff", die erst 1669, zwei Jahre nach der ersten Aufführung seiner klassischen Komödie, erscheinen konnte. Die „Stillen" im Lande hatten alles aufgeboten, um dieses Werk, das sie ins innerste Mark traf, tot zu machen. Ein Stück wie „Scaramouche als Eremit" konnte ungehindert spielen, aber den „Tartüff" und seinen Autor verfolgten sie mit unauslöschlichem Haß, denn, so sagte der große Conde zu Ludwig XIV, „Scaramouche verspottet den Himmel und die Religion, und das läßt die Herren falt, aber das Stück Moliöre's verspottet sie in höchst eigener Person und das können sie nicht verzeihen". Sie hatten von ihrem Standpunkt aus alle Ursache bagu; denn niemals zuvor hatte jemand gewagt, ihr ganzes Gebahren so unverblümt zu schttdern und zu geißeln wie der im Banne der Kirche stehende Komödiant, der in jenem „verlogensten aller Jahrhunderte französischer Litteratur" der Mann der Wahrheit, der einzige Dichter der Wahrhafttgkeit war. Er ist, wie Dr. Ernst Dannheisser in seiner sehr hübschen kleinen „Entwicklungsgeschichte der französischen Litteratur" (Zweibrücken 1901, Verlag von Fritz Lehmann, Preis 80 Pfg.) treffend ausführt, „der Feind jeder Unnatur, Unwahrheit, Unehrlichkeit, der Spottvogel einer Zett, der die Perrücken feinet vorkamen als das Kopfhaar, der die Wahrheit zu hösischer Schmeichelei wurde, die Ehrlichkeit zur Stteberei." Aus diesem Geiste heraus schrieb Moliöre seine Charakterkomödien. Es war aber auch, wie die letzten oben zitierten Sätze beweisen, derselbe Geist, der ein Jahrhundert später einen Schiller das Wort von der „Schaubühne als moralische Anstalt" finken läßt und den die heutige Aesthetik mit Recht verwirft; denn die Kunst an sich leidet unter jeder Tendenz, die unwillkürlich zu geschmacklosen Ueberireibungen führen muß. Und vollständig konnte Molierc auch nicht bei der Wahrheit bleiben; auf der Bühne leiden und sterben durften in seiner Zeit nur die Könige, er aber wollte das Leben des Bürgertums behandeln unb mußte, in Wahrheit ein grübelnder, durch Schicksalsschläge niedergedrückter Mann, Komödien schreiben, ob es ihn gleich zur Tragödie trieb; das ist das Tragische in seiner Thätigkeit. „So konnte es nicht ausbleiben", sagt E. Engel sehr richtig, daß Moliüres beste Stücke etwas Unabgeschlossenes haben. Er sagt sein letztes Wort nicht, denn wollte er es jagen, so wäre es mtt der eine Frist zur Erhebung von Widerspruch gegen die Zuführung von Handelsgehilfen zur Ortskrankenkasse nicht gegeben wurde. Die Kammer stellt schließlich den Antrag, Gr. Kreisamt wolle die Errichtung einer besondern Kasse in die Wege leiten. — Hierauf hat das Kreisamt der Handelskamnier mitgeteilt, daß es in nicht der Lage sei, das Verfahren der Bürgermeisterei Gießen als zu Unrecht bestehend zu erachten. Betreffs der Errichtung einer besonderen Kasse ist das Kreisamt in Verhandlungen mit der Bürgermeisterei getreten, als deren Ergebnis zu bezeichnen ist, daß auch dies Gesuch abgelehnt wurde. Beigeordneter Wolff bemerkt dazu, daß nach diesem Bescheid das Vorgehen der Bürgermeisterei formell wie materiell gerechtfertigt sei. Bürgermeister M e c u m teilt weiter mit, daß die Zweite Ständekammer gestern den Gesetzentwurf, betreffend die Kreisgeometer, angenommen habe (der Bericht darüber befindet sich in der Parlamentsbeilage der vor. Nr.), ferner, daß der Antrag der Stadt auf Ausbau der Realschule zu einer Oberrealschule genehmigt worden sei. Zu der in voriger Sitzung behandelten Angelegenheit betreffs der angeblich von dem Stadtverordneten Huh n für das ehemals Größer'sche Gelände zwischen der Frankfurterstraße und den Bahnhöfen gefertigten Bebaimngspläne teilt Bürgermeister Mecum mit, daß Stadtv. Huhn solche Pläne nicht gefertigt, dagegen den Entwurf zu einem Wohnhause nebst Kostenanschlag 'zur Zeit, als er bereits Stadtverordneter war. Es sei anzunehmen, daß Herr Huhn weder die Absicht gehabt, etwas Unrechtes zil thun, noch gewußt habe, daß die Stadt bei Verkauf des Geländes in Betracht kommen könne. — Stadtv. Huhn gibt sich mit der ihm gewordenen Rechtfertigung dankend zufrieden; es habe ihn in Erregung gesetzt der Vorwurf, Unterlagen für die Bebauung gefertigt zu haben; es s ei ihm das Größer'sche Gelände angeboten worden, er habe nicht gewußt, ob die Stadt darauf reflektiere. Nach weiterer Darlegung des Sachverhalts erklärt Stadtv. Huhn, daß es ihm angenehm sei, der Baudeputation nicht anzugehören, er könne sich unbehindert der Entfaltung seines Geschäfts widmen. Bürgermeister Mecum teilte ein Schreiben des Stadtv. Löb er mit. Dasselbe besagt: „Löbcr habe bei der Versteigerung einer Müller'schen Wiese am Wallborn dieselbe erworben. Nach Verlauf einer Woche sollte Kaufnotul ausgefertigt werden. Die Herren Müller und Junghard erklärten ihm, er solle doch die Gänsackerwiese nehmen, da er Anlieger und Herr Euler, der dieselbe gekauft, zurückgetreten sei; daraufhin habe er (Löber) die beiden Wiesen erworben. Beim Weggänge habe er erklärt, daß er am folgenden Tage die Wiesen der Stadt anbieten wolle; Müller und Jughard hätten ihn dann gebeten, auch noch zwei weitere Wiesen dem Bürgermeister anzubieten, da sie an städtisches Gelände grenzten. Jughardt und Müller und Löber sollten andern Tags zum Bürgermeister gehen. Müller blieb infolge eines Gerichtstermins aus. Er (Löber) habe dem Bürgermeister die von von ihm gekauften, ebenfalls an städtisches Gelände grenzenden Wiesen zum Selbstkostenpreis angeboten und dabei auch von den andern Wiesen gesprochen. Da der Bürgermeister nicht hinreichend über die Lage der Wiesen orientiert war, bestimmte er unter Ausdruck des Dankes für das Entgegenkommen Löbers, daß er erst mit dem Wiesenwärter Belloff Rücksprache nehmen wolle und dann die Herren Müller und Jughardt kommen lassen wolle. .Erst nach einigen Wochen habe er auf Anftage bei dem Bürgermeister erfahren, daß die Stadt die Wiesen nicht erwerben wolle. Er (Löber) habe per Karte den Herren Jughardt und Müller den Sachverhalt mitgeteilt. Der Inhalt der an Müller gerichteten Karte, die sich in den Händen des Bürgermeisters befindet und in der letzten Sitzung vorgelesen wurde, sei sonach völlig aufgeklärt; die den Sachverhalt klarstellenden Dokumente liegen auf der Bürgermeisterei zu Jedermanns Einsicht offen. Es sei nicht verständlich, wie man aus diesen Vorgängen einen Vorwurf gegen ihn begründen könne; es könne weder von einem Mißbrauch feines Stadtverordnetcn-Mandats, noch von Suchen nach eigenem Vorteil die Rede sein. — Betr. des Heß'schen Ackers babe Bürgermeister Mecum erklärt, er (Löber) habe gesagt, keine Ahnung von der Verkäuflichkeit des Ackers gebabt zu haben. Jedem, der es hören wolle, habe er erzählt, daß er einen dummen Streich gemacht habe, daß er den Heß'schen Acker nicht gekauft; er habe aber später erst erfahren, daß der Acker noch im Besitz des Herrn Heß sei. Er habe sich im Interesse der Haltestelle am Nordende, die einer Mitteilung des Bürgermeisters zufolge eine Woche nach Verkauf des Ackers genehmigt wurde, erboten, Sq§ Grundstück für die Stadt zu erwerben. Dem Gebot des Bürgermeisters auf 50 Pfg. für den Quadratmeter gegenüber habe er erklärt, daß für diesen Preis der Acker nicht zu haben sei, man solle 60—70 Pfennig sagen. Dies könne man umsomehr thun, als er (Löber), vor etwa 5 Jahren den ausgegrabenen Backsteinacker von Katzenstein u. Eichenberg für Mk. 1,80 für die Stadt erworben habe. Bürgermeister Mecum habe ihm erwidert, er solle sein bestes versuchen. Löber habe darauf den Agent Simon zu Herrn Cost geschickt, um 3—400 Mk. mehr bieten zu lassen, ohne einen' (Löbers) Namen zn nennen. (Soft habe Simon gegenüber erklärt, den Acker, der 15—20 000 Mk. wert sei, nicht verkaufen zu wollen. Damit sei für Löber die Sache erledigt gewesen. Eines Tages habe er von einem Gerücht gehört, demzufolge er an der Sache beteiligt sei; auch Stadtv. Helfrich habe ihm davon Mitteilung gemacht; auch Bürgermeister Mecum erklärte, von der Sache gehört zu haben, als sich Löber bei ihm von diesem Verdacht reinigen wollte; er habe ihm auf Ehrenwort erklärt, daß er, wenn er den Acker kaufen wolle, er ihn der Stadt zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stelle nnd ferner sich ehrenwörtlich verpflichtet, 10 000 Mk., ja sein ganzes Vermögen den Armen zu geben, wenn er wortbrüchig werde; er habe ferner die Absicht geäußert, die Sache in der Stadtverordneten-Versammlung zur Sprache zu bringen, worauf Bürgermeister Mecum sagte, er solle die Sache nicht zur Staatsaktion aufbauschen. Stadtv. Löber bemerkt weiter, daß ihm am 17. Februar nochmals gesagt worden sei, ob er den Cost'schen Acker kaufen wolle, es könne indcß nur der 4. Teil verkauft werden, da Cost die Hälfte ür sich, das verbleibende Viertel der Agent Schaumberger haben wolle. Die Sache sei ihm lächerlich vorgekommen, er habe gesagt: „Nun bieten Sie 1 Mk., sagen Sie aber Herrn Cost, daß nicht ich, sondern Herr Möser den Acker wolle, damit bei Cost nicht der Gedanke aufkommen sollte, ich sei von der Stadt beauftragt, sonst würde er noch mehr fordern." Eine Antwort drauf sei ihm uicht geworden; wäre ihm ein Zuschlag erteilt worden, so hätte er laut seiner Abmachung den Acker ohne jeden Nutzen der Stadt überlassen müssen; so erkläre es sich, daß der Name Möser genannt wurde. Sein Schwiegersohn Möser habe von der Angelegenheit nichts gewußt, auch kein Gebot eingelegt oder einlegen lassen. Es könne sonach auch in dieser Angelegenheit von maßloser Spekulation, Bodenwucher nnd davon, daß er etwas mit dem Amt eines Stadtverordneten nicht verträgliches gethan habe, keine Rede sein. — Bürgermeister Mecum erklärt hierauf: In Sachen Jughardt gegen Löber sei durch die durch Müller in Pfungstadt und Müller Wittwe in Gießen abgegebenen Erklärungen nicht erwiesen, daß Herr Löber durch Herrn Jughardt vor Abschluß der Kaufnotul nicht gesagt hat, er kaufe für die Stadt. Herr Löber werde , wohl wegen der in der Verhandlung enthaltenen Beleidigung bereits Klage angestrengt haben und werde sich dann Herausstellen, ob die Behauptung Jug- hardts richtig sei. Sollte Herr Löber eine solche Privatklage noch nicht erhoben haben, so möchte er (der Bürgermeister) ihm dringend raten, dieselbe alsbald anzustrengen, denn nur so könne in dieser, Herrn Löber kompromittierenden Sache Klarheit geschaffen werden. — Bürgermeister Mecum erklärt weiter, daß er in Betreff des Heß'schen Ackers bei seiner Behauptung bleibe, daß Löber ihm bei der ersten Mitteilung über den Verkauf dieses Ackers an Cost ausdrücklich erklärt hat, er habe keine Ahnung davon gehabt, daß der Acker verkäuflich sei. Er würde ihn sonst darauf aufmerksam gemacht haben, damit er den^ Acker für die Stadt kaufen könne., Herr Löber gebe nunmehr die von ihm (dem Bürgermstr.) in der vorigen Stadtverordneten-Versammlung ausgestellte Behauptung zu, daß Heß ihn wegen des Ackers aufgesucht habe, während er ihm davon nichts gesagt, vielmehr behauptete, er habe von der Verkäuflichkeit keine Ahnung gehabt. Er wiffe nicht, wie man diese Behauptung Löbers mit der später von ihm zugegebenen Thatsache, daß er mit Heß verhandelt habe, vereinbaren könne. Die weitere Angabe Löbers, er (der Brgmstr.) habe ihm mitgeteilt, daß eine Woche nach Verkauf des Ackers die Haltestelle Gießen-Nord genehmigt worden sei, sei ebenfalls unzutreffend. Er habe nur gesagt, die Eisenbahndirektion habe ihren früheren ablehnenden Standpunkt auf- gegeben, es sei aber seitens der Eiscnbahnverwaltung zur Anlage dieser Haltestelle die Genehmigung des preußischen Ministeriums erforderlich. Außerdem verlange die Eisenbahn von der Stadt, abgesehen von der Herstellung der Straßen, die Erstattung der gesamten Anlagekosten, die auf 52 500 Mark veranschlagt seien, und einen dauernden Zuschuß zu den Betriebskosten. Er könne der Stadt ein solches Opfer aus öffentlichen Mitteln zu Nutzen des nördlichen Stadtteils nur dann zumuten, wenn die Interessenten vorher mindestens die Hälfte der aufzubringenden Kosten der Stadt zur Verfügung stellen. Ferner habe er Herrn Löber nicht beauftragt, 50 Pfg. für den Quadratmeter Acker zu bieten, sondern habe ihn gefragt, ob er nicht glaube, daß Cost den Acker mit einem Nutzen von 100—200 Mark wieder abgeben würde, worauf Löber erwiderte: Das werde Herr Cos nicht thun, denn er wisse, daß an dem Acker noch viel Geld zu verdienen pfei. Herr Löber meinte ferner, man könne wohl den Versuch machen, worauf er (der Bürgermeister) ihn sagte, es einmal zu versuchen. Er bemerke ausdrücklich, daß er nur von einem Mehrgebot von 100—200 Mark gesprochen' habe, was einem Preise von nicht ganz 34 Pfg. per Quadratmeter, also etwa 3 Pfg. mehr, als Cost bezahlt habe, entspreche. Ein Gebot von 50 Pfg. konnte er schon deswegen nicht machen, weil bei einer etwaigen Enteignung nur der landwirtschaftliche Wert des Ackers bezahlt werden könne und die Stadt für das Gelände am Friedhof am Rodberg nur 25—30 Pfg. bezahlt habe; und ein Vergleich mit dem Backsteinacker von Katzenstein! und Eichenberg mit Rücksicht auf die Lage des letzteren zn der bebauten Stadt ausgeschlossen ,ei. — Die von Herrn Löber angegebene Unterredung, worin er sich verpflichtet haben will, wenn er einen Acker kaufe, ihn der Stadt zum Selbstkostenpreise abzugeben, habe stattgefunden, als er der Stadt die Wiese am Gänsacker zu den Selbstkosten anbot; diese Erklärung erfolgte jedoch ganz neben;ächlick) und jedenfalls ohne Berufung auf Ehrenwort und nrcht im Hinblick auf den Cost'schen Acker. Davon, daß Löber beabsichtigte, die Sache selbst in der Stadtverordneten- Versammtung zur Sprache zu bringen und ihm erklärt worden sei, davon Abstand zu nehmen, sei ihm nichts erinnerlich. — Als er in der vorigen Sitzung sagte, Herrn Löber scheine an dem Besitz des Ackers viel gelegen zu ein, denn sein Schwiegersohn Möser habe für den Quadratmeter 1 Mark geboten, während Cost zwei Monate vorher nur 31 Pf. bezahlt hatte, erklärte Löber, das sei gelogen, und als ec (der Bürgermeister) ihm sagte, er wisse es von zwei einwandfreien Zeugen, darunter Cost selbst, erklärte er, es sei möglich, daß sein Schwiegersohn ein derartiges Gebot gemacht habe, er wisse aber nichts davon. Das stehe in krassem Widerspruch mit der von Löber in seiner sog. Nechtfertigungsschrift zugegebenen Thatsache, daß nicht Möser, sondern Löber selbst unter dem von ihm zugegebenen Mißbrauch des Namens seines Schwiegersohns das Gebot von 1 Mk. habe machen lassen. Herr Möser möge sich also bei seinem Schwiegervater dafür bedanken, daß er in diese unerquickliche Angelegenheit verwickelt wurde. Auch die von Löber gegebene Darstellung über dieses Angebot decke sich nicht mit den Angaben der Herren Cost und Schaumberiger. Hiernach habe vielmehr Löber, als seine Bemühungen um den Erwerlb des Ackers vergeblich blieben, den Agenten Schaumberger beauftragt, 1 Mk. zu bieten. Cost wollte überhaupt nrchI verkaufen, und erst nach längerem Dpängen durch Schaumberger habe er sich erboten, die Hälfte des Ackers abzugeben, und Schaumberger, der sich sagte, wenn Löber ein so außerordentliches Gebot anlege, müsse wohl eine gute Spekulation in Aussicht stehen, und er wollte dann auch fernen Vorteil davon haben, und habe von Löber verlangt, daß er (Schaumberger) an der von Cost zu kaufenden Hälfte des Ackers wiederum zur Hälfte beteiligt bleibe. Hieraus erkläre sich der von Löber angegebene vierte Teil des Ackers. — Bürgermeister Mecum erklärt schließlich, er sei auch nicht der Meinung, daß Herr Löber das Angebot gemacht habe, um den Acker an die Stadt abzugeben, denn er müßte aus seinen früheren Mitteilungen wissen, daß er den Acker höchstens für 35 oder rund 35 Pfg. bewerte. Die von Herrn Löber beantragte Untersuchung, insbesondere auch durch Vernehmung der von ihm genannten Personen als Zeugen, erachte er nach dem Borge tragen en für überflüssig; außerdem würde ihm jegliches Recht dazu fehlen, diese Personen zeugenschaftlich zu vernehmen, sondern dies würde nur durch das Gericht möglich sein. Im eigensten Interesse des Herrn Löber möchte es wohl geboten sein, daß er zur Abwehr der gegen: chn erhobenen Vorwürfe Hilfe des Gerichts in Anspruch nimmt . Stadtv. Löber weiß nicht, was ihn hätte veranlassen können, sich als Vertreter der Stadt zu gerieren; jedermann wisse, daß wenn die Stadt öffentlich als Käuferin auftrete, das Gelände theurer bezahlt werden müsse. Die Müller'schen Erben gaben ihm gern die Erklärung, daß ihnen von der Jughardt'schen Behauptung nichts bekannt sei. Betreffs des Heß'schen Ackers habe er gesagt, er hätte nicht gedacht, daß Heß noch einen Acker habe, da er sein Gut an Selzer verkauft habe; er habe es erst erfahren, als Heß ihm den Acker angeboten. Nach 8 Tagen habe ihm Cost gesagt, daß er und Stadtv. Keller gewußt hätten, daß Heß den Acker zurückbehalten. Er habe auch erfahren, daß Stadtv. Keller den Acker für 2700 Mk. an der Hand hatte; warum habe er ihn nicht der Stadt angeboten? Stadtv. Löber verbreitete sich des weiteren über von ihm im Interesse der Stadt gemachte oder eingeleitete Geländekäufe (Seuling'sches Gelände am Rodberg, Müller'scher Garten am Nahrungsberg usw.), bei denen die Stadt erheblich gewonnen und wobei er obendrein noch die Maklergebühr bezahlt habe, da er sich geniert, dieselbe später zu fordern. Der Geogorius'sche Acker an den Bahnhöfen habe ihm zu 3 Mk. per Klafter zur Verfügung gestanden, heute betrage der Preis 60 Mk.; er habe von dem Erwerb Abstand genommen, da er erfahren, daß die Stadt auf das Grundstück reflektiere. So sähen die Spekulationen und der Bodenwucher, den er getrieben, aus. Bürgermeister Mecum erklärt: Jughardt habe bezeugt, Komödie vorbei.... So endigen denn Moliöre's Stücke mit jener unmotivierten Freude und entlassen uns unter dem Eindruck: in Moliöre's Seele lebte ein ganz anderer letzter Akt." Das gilt auch vom „Tartüff", der den gestrigen Theaterabend einleitete. Die Bestrafung Tartüffs ist der ganzen Entwicklung des Stückes unorganisch aufgepfropft und die Verherrlichung des Königs durch den Polizeibeamten klingt so erzwungen, so absichtlich, daß von Ueberzeugung ganz und gar keine Rede sein kann. Nein, „Tartüff" ist kein Lustspiel gewöhnlichen Schlages, es ist eine ernste, tiefgründige Charakterkomödie. Der Zettel nannte leider gestern nicht den Uebersetzer des Moliöre'schen Meisterwerkes. Cs war, Gott sei Dank, nicht die alte spottschlechte Hans Balhorn- Bearbeitung der Reclam'schen Ausgabe, sondern eine ganz geschickte neuere, wahrscheinlich nicht die von Fulda, vielleicht aber die vom Grafen Wolf Baudissin, jedenfalls eine heute recht gut verdauliche, ganz geschickt gereimte, die alle heute unverständlichen Zusätze ausgemerzt hat. Die weitaus beste Leistung war, wie man es erwarten durste, die des Gastes, Herrn Jürgensen aus Kassel, der den Tartüff mit eindringlichem Verständnis, mit sicherem Takt und einem außerordentlichen Charakterisirungsvermögen darstellte. Wer Augen und Ohren gebraucht, wird bemerkt haben, daß Herr I. viel ruhiger sich auf der Bühne gebärdet und viel deutlicher spricht, lrotz keineswegs besonders aus- glebiqem Organ, als die Unsrigen. Herr I. spielt den Tartliff ganz einfach, nur die beredte Mimik spiegelt heuchlerisches Wesen ab, aber immer mit Takt. Den Alerandriner behandelt er mit Virtuosität. Wenn dieses Metrum die französische Tragödie auch versteinert hat, so hat es andererseits der französischen Komödie den richtigen Ton gegeben; der Alexandriner ist der richtige Rhythmus für die witzigen Reden und schlagfertigen Gegenreden. Von Coquelin, dem großen französffchen Mimen, der unlängst wieder einmal die großen deutschen Theaterstädte besuchte, sagt man, daß er einen Tartüffe bietet, der einem Bilde des großen englischen Satirikers Hogarth entnommen scheint. Herr I. zeigt keinen besonders grellen Gegensatz von pastoraler Salbung und dem niedersten Cynismus eines tierisch sinnlichen Wüstlings, sondern mehr eine gewisse Vermittelung hinterlistiger Sophistik. Am Schlüsse, wo Tartüffe sich ganz als Schurke offenbart, zeigte Herr I. viel Kraft. Es war im ganzen eine Figur- großen Stils und machte als solche bedeutenden Eindruck; sie ließ über eine nur komische Lustspielfigur weit hinausgehende Beziehungen nachempfinden. Jedenfalls war alle Ueber- treibung vermieden und unzweifelhaft erkennbar, daß der Darsteller zielbewußt darauf ausging, einen wirklichen Menschen und keine Karrikatur daczustellen und sich nicht durch billige Kulissenreißerei, sondern durch gediegene, planvolle Charakteristik seinen Erfolg zu sichern. Auch daß die Maske nicht abschreckend gewählt war, verdient hervorgehoben zu werden. Die übrigen Mitwirkenden machten sich nicht besonders bedeutsam geltend. Die von Frl. Brandau niedlich dargestellte Dienerin Dorine gab das typische kurzröckige, schnippische junge Kammerkätzchen, nicht die sehr energische derbe und vierschrötige Magd, die als altes Hausmöbel infolge langjähriger Dienste sich dreist und zungenfertig Einmischungen in die Familienangelegenheit ihrer Herrschaft gestattet, was mir wahrscheinlicher dünkt. Ich bin der Ansicht, die Dorine ist eine Figur für eine komische Alte. Herr Ramscher gab den Orgon ziemlich grob und possenhaft, nicht mit der gefälligen Grazie Moliöre'scher Poesie, und war zudem von geradezu peinlicher Unsicherheit. Frl. Hohenfels stilisirte die jugendliche Liebhaberin durch unangebrachte kerzengrade Steifheit, während doch die Anmut der Moliere- schen Verse ein liebliches Getändel verlangt. Sie beteiligte sich aber wenigstens durch angemessenes stummes Spiel an der Handlung. Frl. Feige spielte die Elmire als eine liebenswürdige Dame, gab aber von dem schelmischen Humor dieser Figur nur ein gar winziges Körnlein. Einen originellen Loyal gab Herr Woisch. Angemessenes leisteten die Herren Gerl ach und Zoder. Das Tempo der Reden war nicht durchweg lebhaft genug, und zudem ließen einzelne den Reim absichtsvoll klingen. An einigermaßen geschickte Gruppirung hatte man gar nicht gedacht. (Schluß folgt.) bafi er neben Löber gesessen und gehört, was dieser gesagt; auch behaupte er, daß Heß über den Acker mit Löber verbandelt, bevor die Bürgermeisterei etwas davon erfahren, er müsse Löber der Unwahrheit zeihen. Wenn Löber ich sur die Stadt interessiere, warum habe er nicht die Ruckftuhl Iche Besitzung der Stadt angeboten, von der er für 26 000 JM. Bauplätze verkauft. Stadtv. Schmall: Es sei ihm vorgeworfen worden, die schmutzige Wäsche Huhns gewaschen zu haben. Nach der beutiaen Erklärung des Bürgermeisters sei die Wasche nicht rD schmutzig; ebenso sei es mit der Löber'schen Angelegenheit aeroefen. So schwere Anschuldigungen seien noch nicht gegen Stadtverordnete geworfen worden; er wünsche, daß man m Iukunft sich vorher über den Sachverhalt genauer informiere und auch nicht in Abwesenheit der Betreffenden verhandle, sondern dem Grundsatz huldigen solle, alle beide zu hören, ctuabardt's Karte sei für Löber nicht belastend; letzterem sei nicht ein Pfennig in die Tasche geflossen, er habe im Interesse der Stadt handeln wollen. Betreffs der angeblichen Unterredung Möser's mit Schaumberger warne er, auf Ge- schästskniffe Wert zu legen. Auch in der Auswahl der Vertrauensleute solle die Stadt vorsichtig sein. Wenn Löber auch noch den Rest der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu entkräften vermag, dann habe der kreisende Berg ein Mauslem geboren. Es sei unerquicklich, so schwerwiegende Vorwurfe in einer öffentlichen Versammluug zu erheben. Bürgermeister Mecum erklärt, er habe gegen Herrn Huhn Vorwürfe nicht erhoben, sondern nur Bedenken über dessen Eintritt in die Baudeputatton gehabt; aus eiaener Initiative habe er gegen den Bodenwucher ge- Än; »enn ». Schmall sage, solche Vorwurft eien früher nicht erhoben worden, so erwidere er, daß auch solche Spekulationen und solches Anlugen des Bürgermeisters nicht vorgekommen. . 9 Stadtv. Löber: Jetzt sehe er, welchen kleinlichen und infamen Beeinflussungen der Bürgermeister Gehör schenke. Wenn er für das Ruckstuhlsche Haus 23 000 Ma^ rechne, dann koste ihm der Quadratmeter Gelände noch 5 Mark, und für 6 Mark habe er ihn verkauft. Das Geschäft, das er dabei gemacht, bestehe darin,, daß er noch ein Baukapital vorschieße, das so rasch Zm,en nicht trage. Ter Bürgermeister möge nur zugveifen, wenn er das Gelände haben wolle. Auf eine Zwischenbemerkung des Bürgermeisters bedient sich Stadtv. Löber des Wortes „Gemeinheit" und erklärte weiter: Nachdem chm Genug- thuung nicht gewährt und eine Untersuchung abgelehnt worden sei, werde er eine gerichtliche Aufklärung Hervey führen, indem er hiermit dem Bürgermeister sage, daß er pflichtwidrig und verleumderisch gegen ihn gehandelt habe. Stadtv. Löber verließ hierauf den Sitzungssaal. Stadtv. Krumm: Als Stadtv. Hanau s. Z. in aller Ruhe über den Sachverhalt sich erkundigt, habe Löber alles als erlogen bezeichnet, auch betr. des Heßschen Geländes Hätte man von einem anderen Stadtverordneten gesagt, er habe Gelände gekauft, so seien jedenfalls Zweifel geäußert worden; Herr Löber aber sei auf dem Gebrete der Geländeerwerbung „Hans Dampf in allen Gassen . Er hätte sich nicht an der Debatte beteiligt, wenn Stadtv. Schmall ihn nicht als Schutzpatron einiger Bauspeku.anten bezeichnet hätte. Schmalls Anklage sei ohne Unterlage. Schon der Verdacht, daß ein Stadtverordneter Einsicht in Pläne erhält, sollte ihn veranlassen, ,ich nicht in Sachen zu verwickeln, die Mißtrauen erregen. In der Stesansmark habe ein Privatmann Gelände im großen gekauft und kaufe noch mehr, und zwar durch Vermittelung eines Stadtverordneten. Er frage, ob dies der Stadt bekannt sei und ob sie sich nicht auch dort Gelände sichern wolle. Bürgermeister Mecum erklärt, daß ihm diese Ankäufe bekannt seien; der Versuch, ebenfalls Gelände zu erhalten, sei an den hohen Forderungen der Eigentümer 8^ ^Stadtv. Petri glaubt nicht, daß Stadtv. Löber bei dem Anlauf der Müllerschen Wiese einen Vorteil für sich geschaffen hat; etwas unklar erscheine allerdings die Sache betr des Heß'schen Ackers. Doch könne man nicht soweit gehen, einem Stadtverordneten die Berechtigung abm- sprechen, Gelände zu erwerben; er bedauert, daß bie Angelegenheit nicht eingehender geprüft wurde, ehe sie in die Oeffentlichkeit kam. _£ . Bürgermeister Mecum erklärt, daß er dem Stadtv. Löber den Grundstücksanlauf nicht zum Vorwurf gemacht, sondern nur deshalb, weil er die Preise so hoch getrieben; auch aus dem Ankäufe des Ruckstuhl'schen Hauses habe er ihm keinen Vorwurf gemacht. Stadtv. Schmall wendet sich gegen Stadtv. Krumm bezüglich des Vorwurfs, er wolle Zensur üben und empfiehlt Krumm, solche der „Mitteld. Sonntagsztg.", deren Inhalt besonders in Wahlzeiten der Wahrheit ins Gesicht schlage, angedeihen zu lassen. — Stadtv. Krumm erklärt, daß er und seine Freunde sich nur gegen Leute wendeten, die Grundstücksspekulationen im großen übten, gegen Leute, die ein Stück ®e* lande kaufen, um ihren Besitz zu arrondieren, lasse ,ich sagen. Wenn Lern Stadt ). Huhn Vorwürle gemacht wurden, so hätten alle Interesse daran, daß Aufklärung erfolgt, und nicht der Mantel der christlichen Stächsten- liebe darüber gehängt wird. Den Stadtv. Schmall entgegne er, daß er nur für das in der „Mitteld. Sonntags- zeitung" Stehende einstehe, das seine Unterschrift trage; es werde Schmall nicht gelingen, nachzuweifen, daß er die Unwahrheit gesagt, im übrigen hege ihm an dem Urteil Schmalls, einerlei ob dasselbe günstig oder ungünstig laute, nichts. — , . . Stadtv. Dr. Schäfer: Stadtv. Lvber habe dem Bürgermeister zugerufen, er habe pflichtwidrig gehandelt, ihm auch das Wort „Gemeinheit" zugerufen. Was der Bürgermeister hiergegen thue, sei seine Sache, daß aber der erste Beamte der Stadt der Pflichtwidrig keil geziehen werde, müsse die Versammlung zurückweisen; er bitte deshalb, dem Bürgermeister durch Erheben von den Sitzen em Vertrauensvotum zu geben. Für die einstimmig erfolgte Kundgebung des Vertrauens spricht hieraus Bürgermeister Mecum seinen Dank aus. Schluß folgt. Aus Stadt und Sand. Gießen, 6. März 1902. ** Erlaubniserteilung. Ter Großher^og M >em Regierungs- und Baurat Stahl, Mitglied der Kgl. Eisenbahndirektion in Halle a. d. S., die Erlaubnis fcur Annahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser verliehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse erteilt. ** Versendung von Paketen wahrend der Ost er zeit. Tie Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Paketadresse ist, wie uns von feiten des Staatssekretärs des Reichs-Postamts mitgeteilt wird, für die Zeit vorn 23. bis einschließlich 30. Mrz im inneren deutschen Verkehre nicht gestattet. , , , Vilbel, 5. März. Veranlaßt durch die Heilerfolg«, welche die vorn hiesigen Sprudel abgegebenen Bäder erzielten, ist man soeben mit der Er weite r un g der Badeanstalt beschäftigt. Es stehen in der kommenden Saison nunmehr 7 Badewannen zur Verfügung der Patienten. Die Zahl der in der letzten Saison abgegebenen . Bäder beläuft sich auf über 1500. Landwirtschaft. Butzbach, 5. März. Die gestern hier abgehalten« Stutenkörung war außerordentlich zahlreich und von einem ausgezeichneten, selten schönen Pferdematerial beschickt. Im ganzen wurden 18 Stuten gekört. Vorgesehen zur Prämiierung waren nur 14, bei den vielen vorzüglichen Pferden aber nahm man noch 4 weitere PrL- miierungen außer der festgesetzten Zahl vor. Einige prä- miierungssähige Tiere mußten zurückgestellt werden, und sollen bei der nächstjährigen Prämiierung wieder vor- geführt werden. Für nächstes Jahr soll die Zahl der Prämien für den hiesigen Körbezirk erhöht werden. Beerfelden, 5. Wlärz. In den letzten Tagen ist hier die Maul- und Klauenseuche im Stall eines hiesigen Handelsmannes wieder aufgetreten. Wieder sind die Viehmärkte geschloffen, die erst vor kurzem eröffnet wurden. Ties bedeutet für die meisten hiesigen Geschäftsleute einen ganz empfindlichen Schaden. Auch die Molkerei dürste in Mitleidenschaft gezogen werden. van Houten! Cacao Versuchen Sie einmal während W 8 Tagen eine Büchse van Houten’s M W1 Cacao als erstes Frühstück. Aul O O ♦ro u § £ K jO o Oft p 5 s <5 C UD «a 'o c 05 g K o p ET p N- «ft B g »s> C7 ’S K vP o_ s 0 N „ jQ »O «ft C S v . .<5 0^2- O ^3 t «ft K d * re> .ü E cn^QD an » « o X W Q - o o 's" • P cU - H <3 C -O o 'c7 05 2 3 UD 'S § 05 p s 05's *2- «'S 5 o g 5, 05'S 8? c o § LZ« c.ee s Z £ o eu JP' ° u C K-oMS c o £ e 2 05 c s p r-v c c V Id eu 's 05 c Z 5U - B p X5 cu Q ru P ® ® P 8. 1 ÖS E = ■ -= _ E ^Z 2 'p UD o§ a.2i >22 e o o ö|"o* « .g5-© I-ZK« Tg 5 £- >U S » O _S 05 _ 2 § g «ß-ffS 05^^ 05'S' Spezialität in grauen und weißen Haaren. H. Tichy, Seltersweg 43. dem amerikanischen Fleisch- ist Kl. die Hälfte. 1913 St. 2 St. II. Kl. = 2,72 Fm. und 2 rm II. 16 St. III. Kl. = 11,70 Fm. und 8,5 12 St. II. Kl. = 20,53 Fm., St. 44 Fm., 2. f Portionen«’ 3. 4. 6. 7. 1845 Dampf-Sägewerk, Lollar. erbeten. 1785 wird bergerthal. 1881 Schichtholz 3. Kl. 8850 55 5 /Trilby 471 fm. 126 1902 320 mit 205 mit Mann & Stampe, Barmen. 75 13 186 11 Stück III. Kl. = 8,44 Fm., Fm., 1 Stange III. Kl. u. 1 rm 50 14 7 Gemeindewald Wißmar. Distrikt: Affelbach 16 und 17. Nadelholz: 1063 Fichtenstämme 3. und 4. Klasse mll (Grubenholz) 2,5 m lang. Nadelholz: 230 Fichtenstämme 3. und 4. Klasse, 894 Kl. rm 11. März l. I., vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle versteigert. — Zusammenkunft am Gasthaus zum Schiffen- 1,81 fm. Nadelstämme mll 35,41 fm. Nadel-Derbstangen 20,53 fm. Nadel-Reisstangen 0,61 fm. HL Kl. ---- 29,46 Fm., 5 St. IV. Kl. ----- 1,36 Fm. und 20 rm Nutzholz; Weidenhausen: 1 St. II. Kl. = 2,04 Fm., 5 Stück III. Kl. exttakt in jeder Beziehung durchaus ebenbürtig, kostet jedoch nur liefert frei ins Haus B- Eöuhn Zu haben bei August Noll. Hohversteigerung im Nuttersyausener Kemeindtwald. Montag den 10. und Dienstag den LL März d. Js. kommen in den Distr. Mausberg und Wehrholz zur Versteigerung: von F. Mendelssohn-Bartholdy. „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ Motette f. Tenorsolo, Chor und Orgel von F. Mendolssohn- Bartholdy, „Erbarme dich“ Arie für Alt und obl. Violine a. d. Matthäus- passion von J. 8. Bach. Chöre a capella: a) ..Herr, der du als ein stilles Lamm“, Berth. Gesius. b) „Ehre sei dir, o Christe*. G. A. Perti. — 5,36 Fm. und 1,5 rm Nutzholz; b. nachmittags 3 Uhr, Nadelholz: Münchholzhausen: 79 St. III. u. IV. Kl. — 16,86 576 Stangen I. u. IV. Kl. und 52 rm Nutzholz. II. Freitag den 21. März d. Js. St. I. Kl. = 2,60 Fm., 2 St. I. Kl. = 2,75 Fm., 13 Gießen, den 5. März 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor. Stahl. // Cäcao id C m.’l’ Festen Bartholdy. „Es ist vollbracht“, Arie für Alt a. d. Johannespassion von J. S. Bach. Chöre a capella f. Knabenchorv &) „0 du Liebe meiner Liebe“, Mel. i. Darm st. Gesangb. 1699. b) „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, Mel. v. Vulpius. Am ersten Tage kommt amtliches Stamm- u. Stangenholz, sowie das Brennholz in dem Distrikt Mausberg zur Versteigerung. Der jedes-1 Kl. St. 5. Sonate in F-moll für Orgel. II. Adagio von F. Mendelssohn- Gemeindewald Salzböden. Distrikt: Faberstück 13 a. Nadelholz: 1 Fichtenstamm 2. Klasse mit 1,82 fm, 77 Fichtenstämme 3. und 4. Kl. mit 23,05 fm, 84 Fichten - stangen 1. Kl. mit 7,56 im. Krofdorf, 4. März 1902. Der Bürgermeister. Lichtenthaeler. fm, 161 rm Beginn vormittags 10 Uhr. Nadelholz: Groß-Rechtenbach: 41 St. III. u. IV. Kl. ----- 13,87 Fm., 468 Stangen I.—III. Kl. und 10 rm Nutzholz; Hörnsheim: 2 St. III. u. IV. Kl. — 0,46 Fm.; Lützellinden: 2 St. II. Kl. ----- 3,25 Fm., 43 St. III. Kl. = 30,58 Fm., 10 St. IV. Kl. --- 2,99 Fm. und 33 rm Nutzholz; Dornholzhausen: 36 St. III. u. IV. Kl. ------ 13,42 Fm., 95 Stangen I.—III. Kl. und 24 rm Nutzholz; Hochelheim: 32 St. III. u. IV. Kl. — 14,67 Fm.; Klem-Rechtenbach: 2 St. III. Kl. ---- 0,66 Fm., 383 Stangen I.—IV. Kl. und 32 rm Nutzholz; Vollnkirchen: 23 St. III. und IV. Kl. — 4,32 Fm., 55 Stangen I.—III. Kl. und 11 rm Nutzholz; Volpertshausen: 112 St. III. und IV. Kl. — 31,88 Fm., 201 Stangen I.—IV. Kl. und 31 rm Nutzholz; Weidenhausen: 15 St. III. und IV. Kl. — 4,86 Fm., 20 Stangen IV. Kl. und 12 rm Nutzholz. Die Waldungen Groß-Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden und Münchholzhausen hängen unmittelbar zusammen, desgleichen die Waldungen der anderen Gemeinden und liegen an guten Wegen. — Die nächsten Eisenbahnstattonen sind Wetzlar, Gießen, Langgöns. Die Förster Roth, hier, Hoffmann, Wetzlar, Müller, Niederkleen, und Roth, Vollnkirchen, sind bereit, die Hölzer zu zeigen und wie der Unterzeichnete Auskunft zu geben. Groß-Rechtenbach (Kr. Wetzlar), den 27. Februar 1902. NHch - Stttaf zu Krofdorf am Montag dem 17. März d. I., vormittags 10 Uhr, im Saale des Gastwirts Eduard Moos zu Krofdorf. Gemeindewald Krofdorf. Distrikt: Seiles 7, Eichwald 9, 10, 12, Selleserstücke 7, Steinbusch-Leschenwald, Alte- hau, Schinuhecken, Bruchwiese und Kopf. Eichen: 276 Stämme 2., 3. und 4. Klasse mit 139,04 Münchholzhausen: 1 St. II. Kl. ----- 23,19 Fm., 2 St. IV. Kl. = 0,56 Nutzholz; Dornholzhausen: 16 St. Kl. St. 8. Konzert in A-molI für Violine mit Orgelbegleitung, IL An- danke. J. S. Bach. 9. „Das Leiden des Herrn“ (nach einem altdeutschen Volkslied) f. Chor, Soli, Orgel u. Orchester von Arnold Mendelssohn. ■aa JEiatritt frei. » Für die inaktiven Mitglieder werden Plätze anf den Emporbühnen und im vorderen Teil des Schiffes reserviert. Der Haupteingang am Kirchenplatz, sowie der Eingang am Turm sind nur für mit Karten versehene Mitglieder und für Mitwirkende geöffnet. Kindern kann der Zutritt nur in Begleitung von Angehörigen verstärket werden. Texte zu 20 Pfg. an den Kiroh- thüren zu haben. Zur Deckung der Kosten werden freiwillige Gaben in die Büchsen Große NGch-Nkchigemg bei Wirt Wilhelm Amend („Grüner Baum" Hierselbst) Gkistmyk MnsikirnMrllrrg des Evang. Kirclieugesangvereias unter gütiger Mitwirkung der Konzertsängerin Frl. Marth» Stapelfeld* (Alt) aus Frankfurt a M., sowie geschätzter hiesiger Kräfte unter Leitung des Herrn Universitäts-Musikdirektors 6. Trautmann Sonntag den 9. März, abends 6 Uhr, in der Stadtkirche zu Giessen. Programm: 1. Sonate in F-moll für Orgel. L Allegro moderato e serioso Haufen Ausputzreiser, rm Pappelholz, und Pappel-Stämme, je 2,5 Meter lang, am Dienstag, dem Mann & Stumpe’5 „Trilby“ 31/?, 4, 5 und 7 cm breite Verlängerungsborden zumAusbessem der Kleider Jede Farbe lieferbar. Mann & Stumpe’s Mohair-Schutzborden: „Königin“ mit breiter eohtfarb. Mohairtresse 14 Pfg. und „Original“ 10 Pfg. per Meter sind im Gebrauch die besten, mithin die billigsten! „Porös“ Kragen-Einlage 4—7 cm ist nur Echt mit Firma „Mann & Stumpe“ auf den Kartons (Neu!) „HELGA“ (Praktisch) rundgewebter Kleiderstoss mit Mohair- Besen, gleich fertig zum Gebrauch; Rückseite unbedingt mit Stempel „Mann & Stumpe“. Die Hch-LcHchemg in der Oberförsterei Schiffcn- berg vom 4. d. Mts. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 15. März an bei den zuständigen Hebestellen bezogen werden. Die Ueber- weisung des Holzes erfolgt Montag den 17. März, morgens 8 Uhr. Gießen, den 6. März 1902. Gr. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 1900 = 0,27 Fm.; Klein-Rechtenbach Nutzholz; Vollnkirchen: 1 ---- 3,05 Fm., Nutzholz; Volpertshausen: Unter obigen Namen fordern bei: Robert Haas Hachf., Seltersweg 18. Zd? £ in jedem Geschäft darauf achten, dass nur obige echte ■ Kl I Vrt Fabrikate der Erfinder mit Stempel „Mann & Stumpe“ 11 auf jeder Borde ausgehändigt werden, dann ist brauch unserer Namen und Schaden ausgeschlossen. rm Buchen-Scheit. » Eichen-Scheill * Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppell Wellen Buchen-, Eichen- u. Radel-Reiser, rm Buchen-, Eichen- u. Nadel-Stockholz. Eichenstämme mit THEE-MESSMEH Das Frühstuck fernster Kreise. Probept.kete 60 bis 125 Niederlagen durch Plakate kenntlich. 47 III. Kl. = 10,11 Fm., 2 St. Fichtenstangen 1., 2 mit 107,62 im. I. Donnerstag den 20. Mär; ds. Js. a. Beginn vormittags 10 Uhr. Eichen: Groß-Rechtenbach: 1 St. I Kl. — 2,54 Fm., 8 St. 2 = 12,48 Fm., 56 St. III. Kl. = 38,69 Fm., 2. IV. Kl. — 0,54 Fm. und 6 rm Nutzholz; Hörnsheim: 3 St. 1. Kl. — 8,11 Fm., 3 Stück II. = 5,79 Fm., 4 St. III. Kl. ----- 2,91 Fm. und 4 IV. Kl. = 0,86 Fm.; Lützellinden: 2 Sll I. Kl. ---- 12,30 Fm., 2 St. II. — 4,41 Fm. und 4 rm Nutzholz; Der Bürgermeister. malige Anfang der Versteigerung ist in dem Disttikt Wehrholz, Beginn am ersten Tage um 10 Uhr vormittags und am zweiten Tage um 1 Uhr nachmittags. Ruttershausen, den 5. März 1902. GroßherzoglicheBürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. 1895 Vere'ni9teChoColadefal,riksn' WfoserRoHi /Kgl.HoElieferanlen Stuttgart IV. Kl. — 0,54 Fm. und 15 rm Nutzholz; Hochelheim: 4 St. 111. U. = 1,79 Fm., 1 St. IV. Kl. Trockenes Aremchokz (Abfallholz) 1140 1729_____________________ Hohversieigerung Das an der Kreissttaße Gießen-Haufen angefallene Holz und zwar: Bessere Schlafzimmer-Möbel in echt Nussbaum: 1309 von Fritz iowack. Betten-Geschäft. Muschel-Bettstellen Kleiderschränke, zweithürig Waschtische mit Marmorplatte Nachtschränke „ Mk. 42— an. „ 70— , , 50— „ » *8— „ Putze nur mit Globus Putz Extract