Nr. 32 Erscheint tSgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Siebener Kamiliea- biätter viermal in der Woche beigelegt. -iotationsdruck u. 93ei lag der Brüh l'sch». Unioers.-Buch- u.Stein^ druckerei (Pietsch Erben Redaktion, Expeditü.c und Druckerei: Schul st ratze 7 Adresse für Depeschen. Anzeiger Gießen. AernsprechanschlußNr.Sl. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Freitag 7. Februar LSOS Jg-.W Q VezugSpretSr ▼ CNr AV'iA M O mc>nnilich7bPs..viertel* GletzenerAnzmerW W General-Anzeiger ” ** 3ST Amst-und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen W8 .■ .»■ »jraw—mg-mur—i ,, ______________________ zeigentkil: §>anS Beck. Nie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. Wie der Käse laust 66 6. strebten, da> Kreisen ist er 3um erstenmal im Jahre 1848 Was damal ' i Politische Tagesschau. Geduldprobe im Reichstag. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm Februar: Zu dem Festessen, das mittags 2 Uhr im „Darmstädter Hof" stattfand, hatten sich 80 Teilnehmer eingefunden. Unter den Anwesenden befanden sich allster den Mitgliedern und Freunden der Familie Habicht Ministerialrat Dr. Breidert als Vertreter der Großh. Regierung, der Präsident und die Mitglieder des Oberkonsistoriums, der Dekan der theologischen Fakultät der Landesuniversität, Professor D. Krüger von Gießen, der Direktor und die Professoren des Friedberger Prediger eminars, Geheimrat Dr. mittler, viele hessische Dekane und Geistliche, sowie zahlreiche Beamte und Bürger unserer Stadt. Die Reihe der Toaste eröffnete Ober- konjistorialprasident D. Buchner, der auf das warme und tiefe Interesse hinwies, das der Grohherzog für die evangelische Kirche stets bezeugt und das er auch heute wreder dadurch bewiesen, daß er den verehrten Jubilar m einem allerhöchsten Glückwunschschreiben zu seinem 80. Geburtstag begrüßt habe. Tas auf Seine K. H. ausgebrachte dreifache Hoch fand bei der Festversammlung, die sich von chren Sitzen erhoben hatte, begeisterten Widerhall. “ b en ersten Trinkspruch auf den Jubilar brachte der Vorsitzende des Festkomitees, Kirchenrat M e y e r von Fried- bera, mit etwa folgenden Worten aus: Gestatten Sie, daß ich den hochwürdigen Herrn Prälaten bei unserem gemeinschaftlichen Elsen heute noch einmal begrüße. Es kann nicht meine Ausgabe sein, daß ich alles hervvrhebe, was wir dem verdienten Herrn Jubilar zu verdanken haben. Ich hoffe, daß andere, mehr dazu berufene Herren alles nachholen, was hervorzuheben ist. Ich will nur an eins erinnern was uns alle au dem Herrn Prälaten erfreut hat. Er stammt aus einer anderen Zeit als die meisten unserer Amtsbrüder Seine Wirksamkeit in der Landeskirche hat mit dem Jahre 1845 ihren Anfang genommen. Oeffentlich in weiteren Ausland. Haag, 6. Febr. In Utrecht fand heute mittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Krüger eine Beratung über den holländisch-englischen Notenwechsel statt. Man glaubt jedoch nicht, daß eine Antwort auf die englische Note redigiert werden wird. Es sollen vielmehr nur Mittel und Wege beraten werden, um auf irgend eine Weise eine Verständigung mit den Burensührern in Südafrika schleunigst herbeizuführen. — Deputiertenkammer. Bei der Beratung des Budgets der Kolonien unterzieht Admiral Rieunier die koloniale Verwaltung einer absprechenden Kritik. Während einer Rede wirft eine Frau unter dem wiederholten Ruf: „I ch bin betrogen worden" von der Tribüne einPaketmitEicrnindenSaal, ohne jedoch jemand Hoffnung festgehalten hat. Es war an einem schönen Herbstabend im Pfarrhause zu Grünberg, als er in Gegenwart des verstorbenen Geh. Kirchenrats D. Schwabe mit einer Zuversicht, welche mir unvergeßlich ist, mit jugendlicher Be» geisterung die Hoffnung ausgesprochen hat, daß wir dieses Ziel erreichen werden. Eifrig hat er als Mitglied der Eisenacher Konferenz, die in diesem Jahre ihr böjähriges Jubiläum feiern wird, an der Verwirklichung dieser Hoffnung mitgearbeitet. Und gewiß, er war besonders hoch erfreut, als vor ein paar Wochen Seine Majestät der Kaiser die engere Verbindung der evangelisch-deutschen Landeskirche als ein Ziel seines Wirkens bezeichnet hat . Hoffen wir, daß der Herr Prälat, welcher in ganz besonderer Rüstigkeit in unserer Mitte ist, auch den Tag noch erleben wird, an welchem alle evangelischen deutschen Männer sich in dem Bewußtsein die Mnde reichen, daß der lebendige Gott gerade ihnen vor allen Völkern Europas den Sinn für seine wunderbarste Gabe, welche wir in dem Evangelium besitzen, aufgeschlossen und geschärft hat. In dem Sinne dieser freudigen Hoffnung bitte ich Sie, sich von Ihren Sitzen zu erheben, die Gläser zu ergreifen und mit mir zu rufen: Der deutsche Prälat in der hessischen Landeskirche D. Habicht lebe hoch! Jubelnd stimmten die Anwesenden in den Hochruf ein. Weitere Toaste auf den Jubilar brachten aus: Direktor D. Weiffenbach von Friedberg, der den schönen familiären Charakter des ganzen Festes betonte und „den gemeinsamen lieben Freund" hochleben ließ, Dekan D. N e u r o t h von Griesheim, der Herrn D. Habicht als das älteste Mitglied des Kirchenregiments, dem er nun über 27 Jahre angchöre feierte, und auf das Großherzogliche Oberkonsistorium ein Hoch ausbrachte, sowie Professor D. Krüger von Gießen, der daran erinnerte, daß es am 1. April nächsten Jahres 60 Jahre würden, daß der Jubilar auf der Landesuniversität, die ihm vor mehreren Jahren den Titel eines Ehrendoktors der Theologie verliehen, sein erstes theologisches Examen bestanden habe. Nachdem noch Professor Trumpert au den Prälaten als Präsidenten des hessischen Verwaltungsrates der Gustav Adolf-Stiftung toastet halte, sprach der Gefeierte in tiefempfundenen, humorgewürzten Worten allen Festgenossen seinen wärmsten, aus innerstem Herzen kommenden Dank für alle die großen Ehrungen aus. Kirchenrat Kalb Henn gedachte noch in launiger Rede der vier anwesenden Söhne des Prälaten, wofür Dr. med. Habicht herzlichst dankte. Der letzte Redner ioar Dekan Ellenberg e r von Ortenberg, der dem langjährigen, treubewährten Superintendenten von Oberhesfen ein Hoch widmete. Unter der langen Reihe von telegraphischen und brieflichen Beglückwünschungen, die im Laufe des Nachmittags eintrasen, befand sich auch ein Glückwunschtelegramm der Großherzogin Viktoria Melita aus Nizza, das in warmen Worten der langjährigen treuen Wirksamkeit des Jubilars an der Spitze der hessischen Landeskirche gedachte. Es sandten ferner Glückwünsche die zu einer Tagung in Frankfurt versammelte „Frankfurter Konferenz" der hessischen Geistlichen, Oberhofmarschall General von Westerweller Exz., Senatspräsident Schäfer, Geheimerat Dr. Schäffer, Geh. Kirchenrat D. Köstlin, Geh. Justizrat Dr. Osann L, Geistlicher Rat Dr. Elz hier, Geh. Regierunasrat Haas, erster Präsident der Zweiten Kammer, der Zentralvorstand der Gustav Adolf-Stiftung in Leipzig. (Darmst. Zta.) Auch mir wünschen, daß es dem Gefeierten vergönnt sein möge, noch lange Jahre sich der Liebe und Verehrung zu erfreuen, die ihm stanz Hessen, insbesondere aber unsere Provinz Oberhessen in so hohem Maße entgegenbringt, und daß er noch lange in dem Segen wie bisher unter uns wirken möge. Deutsches Reich. Berlin, 6. Febr. Der Kaiser ließ der Gemahlin des Reichskanzlers zu ihrem heutigen Geburtstage durch den Generaladsutanten v. Scholl ein großes Arrangement der kostbarsten Nelken und weißem Flieder überreichen. Der Kaiser sprach heute Vormittag beim Reichskanzler vor und hörte später im königlichen Schlosse die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes der Armee und des Cyefs des Militarkabinetts. — Nach Mitteilung des Vorsitzenden der Budget- Kommission Grafen Stolberg belaufen sich die bisherigen Abstriche auf 5y2 Million en Mark. Morgen wird die Weiterberatung fortgesetzt. — Dem preußischen Landtage ging heute der Gesetzentwurf zur Abänderung der Gesetze betr. die Landesbank in Wiesb aden, ferner der Gesetzentwurf betreff, die Landeskreditkasse in Kassel zu. — Die jüngst erfolgte Verschärfung der Zoll- beftimmungen an der russisch-preußische n Grenze auf russischer Seite ist nicht handelspolitischer Natur, sondern richtet sich gegen die groß-polnische Gefahr, die von der russischen Regierung in vollem Maße berücksichtigt wurde und durch die nach Art der Wreschener Vorfälle in den letzten Tagen vorgekommenen Ausschreitungen bestätigt worben ist. Tie gründliche Zoll-Revision, die sowohl an der preußischen wie an der galizischen Grenze angeordnet worden ist, soll die Einfuhr lolitischerDrucksachenu.nbTruckschriftenver- hindern. Teshalb ist auch eine Verstärkung der politischen Grenzpolizei in den russischen Grenzbezirlen erfolgt. — Tie in Chemnitz tagende Konferenz der sächsi- chen Geistlichkeit beschloß,dasLandestonsiftorium zu ersuchen, einen lutherischen KirchenbundDeutsch- lande herbeizufuhren. Ter Reichstag verurteilt die Vertreter des Reichs- marineamts zu einer Geduldsprobe. Seit zwei Tagen chon warten Staatssekretär von Tirpitz und seine Abteilungsvorstände während der Dauer der Plenarsitzungen darauf, daß die Beratung über den Etat des Reichsamts )es.Inneren zu Ende kommt. Doch die Volksvertreter „verbeißen fief)" diesmal förmlich in die Einzelheiten des vielgestaltigen Etats. So oft auch ein Marineoffizier im Saal erschien, um nach dem Stand der Dinge zu sehen, mmer wieder mußte er dem Staatssekretär melden, daß die Herren nach wie vor am Debattieren seien. Uebrigens ergriff in der heutigen Erörterung der Positionen des Reichsamts des Innern auch Graf Ballestrem, der Prä- ident, das Wort, und zwar zum ersten Mal in seiner Eigenschaft als Abgeordneter. Er sprach zum Titel „Aus- chmückungskvmmission des Reichstags", in Erwiderung auf eine humoristische Rede des Abg. Teinhardt (nl). Das Parguett lauschte dem Vortrage des Präsidenten mit voller Aufmerksamkeit und spendete einhellig Beifall. Im weiteren Verlauf der Distussion nahm dann die Volksvertretung das Interesse chres Präsidenten insofern wahr, als ie energisch die endliche Fertigstellung des bereits feit sechs Jab reu im Bau begriffenen Reichstags-Präsidialgebäudes orderte. Das langsame Fortschreiten dieses Baues muß n der That Erstaunen erregen. Weniger erstaunlich dürfte ein, daß auch heute wieder die Schatten des Zolltarifentwurfs in die Diskussion hineinfielen. Abg. v. Kar- dorft (Rp.) hielt der Linken vor, daß sie den Kampf gegen den Zolltarif brutaler führe, als die Engländer den gegen die Buren, was mit großem Halloh aufgenommen wurde. — So war schließlich die Stunde heran gekommen, da die Versammlung sich zu vertagen pflegt Man sah den Adlatus des Marinestaatssekretärs, den Kapitän zur See Capelle, sich zum Vizepräsidenten Graf Ballestrem begeben. W herrscht in der inneren Politik die gedrückte Stimmung vor dem Sturme. Ueberall hat man in parlamentarischen Kreisen die Empfindung, daß bald „etwas geschehen" werde. Von mehreren Fraktionen sollen bereits vertrauliche Weisungen ergangen fein, mit den Vorbereitungen für Neuwahlen nicht zu zögern. Auch heute wieder hatte der Kaiser mit dem Grafen Bülow eine Besprechung. Tie „Kreuzztg." wiederholt zwar heute abend, sie halte den Zeitpunkt für enbgiltige Erklärungen der Ver- bün beten Regierungen noch nicht für gekommen, da Beschlüsse des Reichstages wegen Erhöhung der Getreide- Mindestsätze nicht vorliegen — aber, wenn es richtig ist, daß die Regierung Überhaupt in keine Erhöhung, auch nickt in die von der „Kreuzztg." befürwortete „mäßige" Erhöhung der Getreidezölle einwilligen will, dann braucht eine Verständigung der Mehrheitsparteien, etwa auf der Grundlage des 6 Mark-Zolles, von der Regierung nicht erst abgewartet zu werden. Tie Regierung begeht, wenn sie der Mehrheit Zell läßt, zu einer solchen Vereinbarung, insofern einen taktischen Fehler, als bei einer Reichstagsauflösung von vornherein die Befürworter weiterer Zollerhöhungen in einem Buudesverhältnis sich befinden würden, sodaß schon dadurch mit der Wiederkehr eines ganz ähnlich zusammengesetzten Reichstages zu rechnen wäre. Tas aber ist nicht die Absicht der Regierung. Darüber ist keine Täuschung möglich: Alle Konservativen, ohne jede Ausnahme, lehnen die weitere Mitwirkung am Zolltarifentwurf ab, sobald die Regierung sagt: Unter keinen Umständen höhere Getreidezölle. Tann ist die schutzzöllner- ische Mehrheit völlig aufgelöst; das Zentrum, die Nationalliberalen können geteilter Meinung über die landwirtschaftlichen Zölle, die Vorlage nicht halten. Die Freisinnigen und Sozialdemokraten geben ihr den Rest. Graf Bülow sieht nunmehr klar genug, „wie der Hase läuft." Ter Hase ist schon gar nicht mehr zu erblicken. Kein Jäger lauft dem Hasen nach. Daß die preußische Re- S’erung die Kanal-Niederlage nicht mit der Auflösung des igeordnetenhauses beantwortete, das ist ihr oft genug verdacht worden. Bliebe alles im Geleise auch beim Scheitern des Zolltarif-Entwurfs, so würde die Autorität der Regierung zweifellos darunter leiden. Cs bleibt in diesem neuen Falle kein anderer Weg als der Appell an die Wähler. Die Stimmung an den maßgebenden Stellen soll auch durchaus darnach aussehen. Vermutlich wird noch eine letzte Warnung erfolgen, und, wenn auch diese ohne Eindruck bleibt, oder mit einer Gegenerklärung beantwortet wird, nach Fertigstellung des ReichshauShalts- etats der Existenz des gegenwärtigen Reichstags ein Ziel gesetzt werden. Die „Nordd. Allg. Zta." erwähnt die von uns gestern wiedergegebene Meldung der „Nationall. Korr." nicht, daß „eine bündige Erklärung her Verbündeten Regierungen be- vorstehe^, aber das offiziöse Organ giebt die Auslassungen der „Südd. Reichskorresp." wieder, die wir gestern schon unseren Lesern unterbreiteten. Zur Ieier des 80. Keöurtstages des Frälateu D. Kaöicht. Darm städt, 5. Februar. ’im erstenmal im Jahre 1848 hervorgetreten ie edelsten Männer unseres Vaterlandes er- hnet er heute noch zu seinen höchsten irdischen ‘ Idealen. Eim große Hoffnung jener Tage, die Errich - einigen Deutschen Reiches mit einem thatkraftigen Kaiser an der Spttze, i|t in Erfüllung gegangen. Eine andere, daß wir es auch zu einerdeutschenevangelisch en Kirche bringen möchten, harrt noch auf ihre Verwirklichung. Wir müssen dem Herrn Prälaten das Zeugnis geben, daß er. mit dem edelsten Optimismus au dieser Eine kurze Zwiekprach' — dann packte alles, was Marine- uniform trug, Akten und Notizen zusanunen. Herr von Tirpitz selbst hatte den Sitzungssaal nicht betreten. Er hielt sich ständig im Ministerzimmer auf, wobl die „Rechtfertigungsrede" in Sachen bet „neuen" Marinevorlage vorbereitend. Zum „Ankläger" hat die sozialdemokratische Fraktion, wie verlautet, den Abg. Bebel bestimmt; es wird also zunächst morgen — Freitag — eine bewegte Sitzung werden. Der Marinestaatssekrctär begleitet bekanntlich am 15. d. M. den Prinzen Heinrich auf der Amerilasahrt, er wird somit frischweg vom parlamentarischen Lzean in den atlantischen Ozean steuern. Wer möchte bestreiten, daß er sich auf dem „großen SBaffer" Wohler fühlte? Preußisches Abgeordnetenhaus. Erste Beratung des Gesetzentwurfs über die juristischen Prüfungen und die Vorbereitung zum höheren Justizdienst. Justizminister Dr. Schönstedt führt aus, das Wachsen der Ausgaben der Rechtsprechung machten ein intensiveres Studium erforderlich; die Verwaltung wolle daher das Studium um ein Sern e st e r verlängern. Eine Vermehrung der P r ü f u n g e n halte er aber für ein Unglück. Er halte es für nützlich, wenn die Studierenden auf mehrere Universitäten gehen; das trage zur Ausaleick- ung der Gegensätze zwischen Nord-unoSüd- deutsch land bei. Durch ein Zwischenexamen würde diese Freizügigkeit beschränkt werden. Alltus-Minister Dr. Studt bemerkt, er gehe von dem Gedanken aus, bei denjenigen Abiturienten, denen lateinische Kenntnisse nicht genügen, eine Ergänzungsprüfung stattfinden zu lassen. Abg. Krause-Waldenburg erklärt sich im Namen der Freitonservativen mit der Tendenz des Entwurfs einverstanden und beantragt die Ueberweisung an eine 21 fiebrige Kommission. Abg. Porsch (Ztr.) bemängelt die Zulassung der Realabiturienten, ist im übrigen mit der Vorlage einverstanden, andererseits sei ein Teil seiner politischen Freunde gegen eine Aenderung des bestehenden Zl. ninbes. Abg. Jrmer (kons.) kann die Zustimmung leiner Partei zum Entwurf nicht in Aussicht stellen, es se> denn, daß sich wesentliche Bedenken in der Kommission beseitigen lassen- Abg. Friedberg (nl) glaubt, daß iwui verschiedene Fragen in der Kommission zu besprechen jnib. Minister des Innern Frhr. v. Hammer st ein eruärt, der Entwurf über die Reform des höheren Verwaltungsdienstes befinbe sich im Stadium lommissari- scher Verhandlungen, er werde so bald wie möglich vorgelegt werden. Abg. Träger (fretf. Vp.) spricht sich gegen eine Verlängerung des Studiums aus. Abg. Pcl- tasohn (frei). Vg.) schließt sich trotz verschiedener Bedeuten dem Wunsche auf Kommissionsberaiung an. Der Entwurf geht au eine 21 gliebrige Kommission. zu treffen. Sie wird alsbald von der Tribüne entfernt. Bei «wenn die begonnenen Streitigkeiten hier weiter fortgesponnen ner-Hanau. — Zum Ort der nächsten Generalversammlung dem Kapitel ,^olonialtruppeu" giebt Kolomalminister I würden. (Lebhafte allseitige Zustimmung.) Es würde nur wurde Hanau bestimmt. An die Verhandlungen schloß sich lasten zu vermindern. Versetzt sind: die Postassistenten D e r n von Butzbach nachBerlin, Frey von Darmstadt nach Büdingen, Maibach von Offenbach nach Bad-Nauheiin, Langsdorf von Darmstadt nach Mücke, Repp von Sprendlingen (Rheinhessen) nach Eberstadt, Höhn von Friedberg nach Monsheim, Göbel von Darmstadt nach Butzbach. Angenommen ist als Tele- auf sich beruhen zu lassen. (Laute Zustimmung.) Ohne Diskussion beschloß der Landwirtschaftsrat dem- geniäß. Dieser Verlauf der Angelegenheit wurde von dem Hause mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Wien, 6. Febr. In der heutigen Sitzung des volkswirtschaftlichen Ausschusses gab der Regierungsvertreter die Erklärung ab, daß die Regierung den Referen- ten-Entwurf, betreffend den Terminhandel an landwirtschaftlichen Börsen nicht accepiteren könne, da er, wenn auch nicht formell, so doch materiell die Aufhebung des Terminhande ls im Auge habe, der Zweck aber hinsichtlich der technischen Unzulänglichkeit des Referenten-Entwurfes nicht erreicht würde. Die Regierung könne daher trotz der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Dringlichkeit des Antrages, und gerade angesichts des vorliegenden Referenten-Entwurfes von ihrer Vorlage nicht ab- aehen. Der Deutsche Landwirtschaftsrat, die offizielle Vertretung der gesamten deutschen Landwirtschaft hat am Donnerstagmittag in Berlin seine allgemeine Tagung begonnen, deren Dauer auf drei Tage festgesetzt ist, die aber eine Reihe der wichtigsten landwirtschaftlichen Fragen zu behandeln hat. Die Vertreter der Reichs- und preußischen Staatsregierung waren zahlreich erschienen. Graf von Schwerin-1 Löwitz eröffnete die Verhandlungen mit einem Hoch auf den Kaiser, die Bundesfürsten und die freien Städte. Den drei verstorbenen Mitgliedern (darunter Professor Maercker aus! Halle) widmete er einen Nachruf, den 14 neueingetretenen eine Begrüßung. Generalsekretär Dr. Dade teilte mit, daß von Reichsbehörden, und den Bundesregierungen etwa 40 Minister bezw. Kommissare ihr Erscheinen zugesagt haben. Auf Antrag des Geh. Reg.-Rats Reich (Meyken) wählte der Landwirtschaftsrat seinen Vorstand (Graf Schwerin-Läwitz, I Reichsrat Frhr. v. Soden-Frauenhofen und Graf v. Känneritz-1 Loffa) wieder, ebenso den Ausschuß: v. Arnim-Güterberg (Brandenburg), Frhr. v. Cetto-Reichartshausen (Bayern), Frhr. I v. Eiffa-Wemburg (Prov. Sachsen), Klein-Wertheim (Baden), Reich-Meyken (Ostpreußen), Rettich-Rostock (Mecklenburg-1 Schwerin), Winkelmann - Köbbig (Westfalen), Kunh - Loy I I festgestellt hat, gestört würde und das Ansehen der Landwirtschaft nur geschwächt werden könnte. Daher möchte ich I ganz unmaßgeblicherweise vorschlagen: Den Bericht des Frhrn. v. Soden über die Thätigkeit des Ausschusses zur Kenntnis zu nehmen und im übrigen die Angelegenheit 1. Klaffe bei der Oberpostdirektion: dem Ober-Telegraphen- (Oldenburg), Meyer-Heilbronn (Württemberg). Zu außer-Isekretär Schneider in Darmstadt unter Ernennung zum ordentlichen Mitgliedern: Oberlandesgerichtsrat Schneider- Ober-Postdirekttonssekretär; eine Ober-Telegraphensekretärstelle Igraphengehilfin Marie Fischer in Gießen. Bestanden I hat die höhere Verwaltungsprüftmg für Post und Telegraphie !Postsekretär Quirin in Bad-Nauheim; die Postassistenten- lPrüfung der Postgehilfe Gringel in Hungen. ” Der Mitteldeutsche Arbeitgeber-Verband, dem 10 Unterverbände aus Frankfurt a.M., Mainz, Darmstadt, Gießen, I Offenbach, Hanau, Friedberg, Höchst a. M. angehören, hiel gestern im Kaisersaal in Darmstadt seine gut besuchte General-Versammlung unter dem Vorsitz des Stadtv. L u s ch e r - Frankfurt a. M. ab. Nach Feststellung der Prä- Isenzliste begrüßte I. Weber-Darmstadt im Namen des Ortsverbandes in herzlichen Worten die Versammlung, in I der Hoffnung, daß die Verhandlungen einen guten Erfolg erzielen. Der Vorsitzende erstattete hierauf den Geschäfts- !bericht, aus dem hervorgeht, daß das Bauhandwerk unter der zurzeit herrschenden Depression sehr zu leiden hat, und daß trotz aller Anstrengungen der Gemeinden und Behörden durch Errichtung von öffentlichen Gebäuden re. eine wirkliche Aussicht auf Besserung nicht vorhanden ist, solange nicht die Privatbauthätigkeit wieder in entsprechend lebhafter Weise in den Vordergrund tritt. Obwohl die sozialdemokratischen I Arbeitnehmeroerbände von dem Grundsatz ausgehen, daß die Leistungen als Ware zu betrachten seien, die man so teuer wie möglich verkaufen müsse, sei man innerhalb des Ver- I bandes dem eigentlich daraus folgenden wirtschaftlichen Brauch, I daß bei Ueberangebot von Arbeit oder Leistungen der Preis sinkt, bisher nicht gefolgt und eine Herabsetzung der Löhne sei nicht eingetteten. Dagegen sei es mit Freuden zu begrüßen, daß Ruhe im Verbände geherrscht habe, und nennenswerte Streiks nicht eingetreten seien, lieber die Rentabilität Ider von dem Verband gegründeten Fachzeitschrift lasse sich Bestimmtes noch nicht feststellen, da sie noch im Entwickelungsstadium begriffen sei, doch lasse sich schon jetzt annehmen, daß man mit einem kleinen Ueberschuß zu rechnen habe. An der sich anschließenden Debatte beteiligten sich die Herren Fischer, Weber und Repp. Stadtv. Heyter-Frankfurt a. M. giebt hierauf den Kassenbericht, der mit einem Saldo von 1383,59 Mk. abschließt. — Dem Kassierer wird [mit dem Ausdruck des Dankes Entlastung erteilt. Es folgt hierauf die Beratung der beantragten Statuten-Aender- ung, die hauptsächlich darin gipfelte, daß auch Einzeligtt- glieder mit einem Mindestbeiträge von 6 Mk. unter besonderen Bedingungen ausgenommen werden können. Bei der hierauf folgenden Ergänzungswahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder werden diese wiedergewählt und für Rumpf-Hanau wird Wörner- Hanau neugewählt. Eine lebhafte Aussprache entspann sich bei dem nächsten Punkte, bett, den Eintritt in den Deutschen Arbeitgeber- Bund mit dem Sitz in Berlin. Der Vorsitzende stellt fest, daß der Mitteldeutsche Verband bei einem Vertrag von 8 Pfg. pro 1000 Mk. Lohn bei einem Lohnansatz von 12 890 000 Mk. etwa 1031 Mk. Beitrag nach Berlin zu bezahlen habe, dafür aber für je 1000 Mk. Beittag drei Delegierte für die Generalversammlung zu wählen und Sitz und Stimme für ein Mitglied im Vorstand habe. Herr H a n s e r - Stuttgart, der als Vorstandsmitglied des deutschen Bundes der Versammlung als Gast beiwohnte, erläuterte die Vorteile dieses Anschlusses besonders mit Rücksicht auf den Umstand, daß mit der Größe des Bundes die Vorteile der einzelnen Verbände wachsen. Es wurde einstimmig der Beitritt beschlossen. Zum Vorstandsmitglied in den Bund wurde hierauf der Vorsitzende L ü s ch e n - Frankfurt, zu seinem Stellvertteter Heyter- Frankfurt gewählt. Als Delegierte wurden gewählt I. Weber- Darmstadt, G erst er -Mainz, Fischer-Wiesbaden, Hasenbach - Offenbach, als deren Stellvertreter Mörschel- Friedberg, Burckhard -Höchst a. Winn-Gießen, Wör- Rekruten nach absolvierter Dienstzett auf das Land war die erste Frage der Beratung. Hierzu nahmen zwei Referenten das Wort: Geh. Reg.-Rat Reich (Meyken) und Kammerherr Dr. Frhr. v. Schorlemer (Lieser, Mosel). Beide legten der Versammlung folgende Erklärung zur Annahme vor: „Der Deutsche Landwirtschaftsrat erklärt: 1. Die von landwirtschaftlichen Körperschaften angestellten Versuche, durch Einrichtung von Arbettsnachweisen die vom Lande stammenden Mannschaften nach ihrer Entlassung wieder dem Lande zuzuführen, haben bisher nur geringe Erfolge gehabt. — Gleichwohl empfiehlt es sich, diese Versuche fortzusetzen und, wo solche Arbeitsnachweise noch nicht bestehen, dieselben einzurichten und so zu organisieren, daß möglichst in jeder Garnison eine Arbettsnachweisstelle gebildet wird. — Um eine genauere Kenntnis über den thatsächttchen Wechsel des Wohnortes und Berufes bei den entlassenen Mannschaften zu gewinnen, beschließt der Deutsche Landwirtschaftsrat, bei dem Reichskanzler und Kriegsminister zu beantragen, daß bei der Entlassung der Mannschaften nicht nur, gemäß der Diensttorschrift über Marschgebührniffe, der Wechsel des Aufenthaltsortes, sondern auch der des Berufes und insbesondere der Uebergang vom landwirtschaftlichen Beruf zu einem anderen festgestellt und daß diese Verzeichnisse zu einer übersichtlichen Darstellung für das Reich, dre einzelnen Staaten und Landesteile verarbeitet und veröffentlicht werden. — 2. Des Wetteren wird beantragt,' die Bestimmungen im § 15, Nr. 2 der Dienstvorschrift übet\ Marschgebührnisse bei Einberufung zum Dienst, sowie bei Ent-, lassungen vom 13. September 1887 dahin abzuandern, daß bei der Entlassung Marschgebührnisse nach einem anderen Orte, wie der Heimat nur dann gewährt werden, wenn eine Bescheinigung der zuständigen Polizeibehörde darüber vorgelegt wird, daß die zu Enttassenden in dem angegebenen Orte ein für dauernden Aufenthalt bestimmtes Unterkommen gefunden haben. Soweit möglich, empfiehlt es sich, die Marschgebührnisse nicht in barem Gelde, sondern durch Freifahrtscheine, welche nur für die auf denselben angegebene Strecke Giltigkeit haben, zu gewähren. Der Landwirtschaftsrat glaubt auch bei diesem Anlaß wiederholt darauf Hinweisen zu müssen, daß die Beibehaltung und Vermehrung der kleineren Garnisonen auf dem Lande erheblich dazu beitragen wird, die vom Lande stammenden Rekruten nach der Entlassung der ländlichen Arbeit zu erhalten." Nach eingehender Debatte wurde die Resolution einstimmig angenommen. Dann verhandelte der Landwirtschaftsrat über den Zolltarif. Der ständige Ausschuß hatte dazu Abänderungsvorschläge aufgestellt, die sich mit den bekannten Forderungen des Bundes der Landwirte decken — darunter auch die Be- feitigung der Tran fit la ger, die heute in der Zolltarifkommission abgelehnt worden ist— für die vier Getreidearten den Zollsatz von 7.50 Mk. und den Minimalsatz von 6 Mk., und die bekannten Zollerhöhungen für Pferde, Vieh, für Eier u. a. 37.50 Mk. Der Referent, Frhr. v. Soden, verteidigte alle diese Anträge als wohlerwogene Beschlüsse und als bescheidene Mindestforderungen der notleidenden Landwirtschaft. Er bat, wenn auch die Lage des Zolltarifs zur Zeit sehr unsicher sei, daß das Plenum diesen Anträgen des Ausschusses beitreten möge. Frhr. v. Wangenhe im, der Führer des Bundes der Landwirte: Es liegt mir fern, auf Ihre Entschließungen hier einwirken zu wollen. Es ist bekannt, welche unerfreulichen Diskussionen und (Streitigkeiten sich an die Beschlüsse des Ausschusses geknüpft haben. Von manchen Seiten sind sehr schwere Bedenken gegen sie geäußert worden. Ich weiß und stelle ausdrücklich fest, daß diese Bedenken in vielen landwirtschaftlichen Körperschaften heute unvermindert fortbestehen. Inzwischen hat sich aber die Sachlage ganz verändert. Heute liegt der Entwurf beim Reichstag; von uns hier ist keine Einwirkung mehr auf ihn zu üben. Unter diesen Verhält- niffen würde es nicht nur zwecklos, sondern auch unerfreu-1 "ich und unvorteilhaft für die deutsche Landwirtschaft sein,. Stettin, Professor Dr. Sering-Berlin u. A. [in Darmstadt: dem Ober-Postdirektionssekretär Schüler in Rach einigen Berichten trat man in die Tagesordnung j Darmstadt unter Ernennung zum Ober-Telegraphensekretär. ein. Die Rückkehr der vom Lande stammenden " tung seines geistigen Zustandes überführt. Butzbach, 6. Febr. In der gestrigen Gemeinderats* s i tz u n g berichtete der Bürgermeister über die mit dem Kreisamt Friedberg gepflogenen Verhandlungen, bett. Errichtung einer Oberrealschule hier. Das Ministerium habe eine Berücksichtigung des von der Bürgermeisterei am 3. April 1900 emgereichten Gesuches nicht in Aussicht gestellt. Er beantrage deshalb, daß eine Deputation an das Ministerium behufs mündlicher Besprechung der Angelegenheit entsendet, eine Eingabe an die Landstände gerichtet und eine Abschrift dieser Eingabe dem Landtagsabg. Joutz mitgeteilt werde, mit der Bitte, die Angelegenheit nach Kräften im Landtag zu vertreten. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Bürgermeister Küchel, Medizinalrat Dr. Vogt und Direktor Jäger sollen als Auskunftspersonen nach Darmstadt an das Ministerium entsendet werden. W. Reichelsheim, 6. Febr. Die Einbrecher, die in voriger Woche im benachbarten Heuchelheim mehrere Diebstähle verübten, sitzen jetzt glücklicherweise hinter Schloß und Riegel. Es sind zwei in Friedberg wohnende Subjekte, die an dem Abend an dem die Einbrüche vorkamen, mit dem Zuge hier anlangten. Der eine von ihnen fragte auf dem hiesigen Bahnhof nach dem Wege nach Heuchelheim. Darum erinnerte man sich später und lenkte den Verdacht auf sie. Bei einer Hausdurchsuchung fand man die gestohlenen Gegenstände. Schotten, 6. Febr. Die Molkereigenossenschaft „Hoherodskopf" kaufte gestern als Bauplatz für das zu errichtende Molkereigebäude den der Schneidmühle gegenüberliegenden Garten des Bäckermeisters' Schiebet Huth für 2100 Mark- Der Bau soll so beschleunigt werden, daß schon anfangs September der Betrieb feinen Anfang nehmen kann. Die Genossenschaft zählt jetzt 93 Mitglieder. 4- Lauterbach, 5. Febr. Nächsten Samstag, 8. Februar findet hier eine Versammlung sämtlicher Bürgermeister des hiesigen Kreises statt. Die einzelnen Bürgermeister sind vom Kreisamt beauftragt worden zu berichten, welche Gegenstände von allgemeinem Interesse sie in dieser Versammlung erörtert wissen wollen. ko. Darmstadt, 6. Febr. Prinzessin Heinrich von Preußen wird während der Amerikafahrt ihres Gemahls mit ihren beiden jüngsten Söhnen am hiesigen Hofe weilen, während ihr ältester Sohn, Prinz Waldemar von Preußen auf 6 Wochen nach Leipzig geht, um sich dort einer Massagekur zu unterziehen. Mainz, 5. Febr. Lothar Lehr, der Bruder des bekannten Sportsmannes August Lehr, der bei den 88em hier als unsicherer Kantonist eingestellt wurde und wiederholt Freiheitsstrafen verbüßte, desertierte jetzt, kaum aus der Festung entlassen, aufs neue. In Wiesbad en wurde er ergriffen, wobei er dem Schutzmann den stärksten Widerstand entgegensetzte, sodaß Militär herbeigeholt werden mußte. — Das hiesige Bezirkskommando hat ein Ausschreiben erlassen zwecks Anwerbung einer größeren Anzahl tropendienstfähiger Dreijährig-Freiwilliger für die Besatzung von Kiautschou. Die Ausreise soll im Frühjahr 1903 und die Heimreise im Frühjahr 1905 stattfinden; bei der Einstellung werden sowohl Bauhandwerker, als auch Schuhmacher und Schneider bevorzugt. Außer der Löhnung erhalten die Mannschaften eine Teuerungszulage von 50 Pfg. täglich, die Kapitulanten eine Ortszulage von Mk. 1.50 täglich. — Wie die Untersuchung ergeben hat, haben die Nieder-Saulheimer Milchpantscher ihrer Milch nicht 60 Prozent sondern 80 Prozent Wasser zugesetzt. Frankfurt, 6. Febr. In der gestrigen Versammlung der deutsch-katholischen (freireligiösen) Gemeinde wurde als Nachfolger Karl Sanger's zum Prediger der Gemeinde Wilhelm Klanke, bisher Prediger der deutsch-katholischen Gemeinde zu Chemnitz gewählt. Der unter 17 Bewerbern Gewählte ist 1864 in Bremen als Sohn eines Kaufmanns geboren. Seine theo- togischen und philosophischen Studien machte er in Jena und Berlin. Acht Jahre war er evangelischer Pfarrer zu Altengönna bei Jena, fett 1897 war er freireligiöser Prediger in Chemnitz. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Jagd in Münster ging für den jährlichen Pachtpreis von 1205 Mk. wieder an den seitherigen Pächter Robert de Neufville in Frankfurt a. M. über. Der seitherige Pachtpreis betrug 985 Mk. Herr Robert de Neufville gab ferner noch ein Geschenk von 606 Mk. in die Gemeindekasse zur Anschaffung einer neuen Gemeindeuhr. — Die Handelskammer Friedberg richtete telegraphisch an die Zolltarifkommission in Berlin das dringende Ersuchen, von der Einführung von Ursprungszeugnissen und der Aufhebung der Zollkredite Ab- tand zu nehmen. — In Echzell hat sich der 76jährige Greis Heinrich Ostheim in seiner Scheuer erhängt. Lebensüberdruß soll die Ursache des Selbstmordes sein. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieserRubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet). Gießen, 6. Februar 1902. ** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Gestern hiett Hofrat Dr. B. Hagen m der großen Aula der Univ?rsttä einen Vortrag über „Die Eingeborenen des deutschen Schutzgebiets in Melanesien". Unterstützt durch zahlreiche güt gelungene Lichtbilder, sprach er zunächst über die Natur dieses nach jeder Hinsicht merkwürdigen Landes und ging dann zur Schilderung seiner Flora und Fauna über, um zuletzt in ausführlicher Weise die Eingeborenen, die Papuas, ihre Sitten und Lebensweise zu beschreiben. Der Vortrag wirkte um so lebendiger, da Hoftat Dr. Hagen lange Jahre unter diesen Eingeborenen, die er als ein von Natur gutmütiges Völkchen schilderte, geweilt hat. Nach dem Vortrage zeigte und erklärte er den zahlreichen Anwesenden die vielerlei Gegenstände, die er aus jenem Lande mitgebracht hat, und die mtt größtem Interesse besichttgt wurden. (Ausführlicher Bericht folgt.) **Postperfonal-Veräuderuugen. Angeste llt ist als Postsekretär: der Postpraktikant Marizy aus Mainz in Rheine (Wests.), liebertragen sind eine Bureaubeamtenstelle Decrais zu, daß es notwendig fei, die Heeres --1dazu führen, daß die Einigkeit, die Frhr. v. Soden soeben ein gemeinsames Mittagsmahl. ---- 1 -....... - ' ** Das Verordnungsblatt für die evang. Kirche des Großh. Hessen Nr. 1 enthält u. a. folgende Tienstnachrichten: Zur Wiederbesetzung werden ansge- schrieben: die zweite evang. Pfarrstelle zu N^dda, Dekanat Nidda; die evang. Pfarrstelle zu Hirzenhain, Dekanat Nidda; dem Fürsten zu Stolberg-Roßla steht das Präsentationsrecht zu; die zweite evang. Pfarrstelle zu Beerfelden, Dekanat Erbach; dem Grafen zu Erbach- Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die evang, Pfarrstelle zu Ermenrod, Dekanat Grünberg. ** In die phychiatrische Klinik wurde der bekannte Melchior Thomas aus der Zellensttafanstalt Butzbach zur Beobach- Gerichtssaal. Sch. Gießen, 5. Febr. (Schiedsgericht für Arbeiter- Versicherung.) Den Vorsitz führte Großh. Polizeiamtmann Hechler. Auf der Tagesordnung standen neun tandw. und forstwirtschaftliche Unfallversia)erungs,'achen. Tie der Marg. Mörschel zu Niedermörlen zugebilligte Rente von 30 Prozent hatte die Genossenschaft auf 20 Prozent herabgesetzt. Das Gericht mußte der dieserhalb eingelegten' Berufung nach Anhörung des Sachverständigen Privat- )ozenten Dr. Bötticher den Erfolg versagen. Tie Beschwerde wegen des von der Genossenschaft eingehaltenen Renten- betrags wurde außergerichtlich erledigt. — Auf Grund eines Gutachtens des. Großch. LreisLelundlieitsMits .Sch. chatte Vermischtes. ♦ Berlin, 6. Febr. Die von ihrem (hatten, einem Kaufmann, getrennt lebende Fran Anna Rahn versuchte sich und ihre beiden Kirider, ein ILjähriges Machen und einen dreijährigen Knaben durch Einatmung von Kohlen- g a s aus der Welt zu schassen. Es gelang, die beiden Kinder zu retten, während die Fran gestorben ist. Hagen,6. Febr. Im Gerich ts gebäude feuerte gestern vormittag ein Arbeiter Namens Haspe mehrere Revolverschüsse aus einen Gerich ts beam ten ab, der schwer verlebt wurde und ins Krankenhaus überführt werden mußte. Als Grund der That wird Eifersucht angenommen. Der Thäter entfloh nach dem Stadtpark und konnte bisher nicht sestgenommen werden. * Eine jähe Wandlung hat die „Potsdamer Ztg." durchgemacht, die noch vor kurzer Zeit in liberalem Sinne redigiert ivurde. Als gegen das Blatt wegen Veröffentlichung von Mitteilungen über die angebliche Duellrede des Kaisers ein gerichtliches Verfahren eingeleitet wurde, legte bekanntlich der Mitbesitzer Berger die redaktionelle Leitung der Zeitung nieder, well er befürchten mußte, aus der Liste der Reserveoffiziere gestricheri zu werden . Auch sonst wurden in der Redaktion verschiedene Veränderungen vorgenommen. Man schlug einen Kurs nach rechts ein, und heute ist aus der „Potsdanrer Ztg." ein Blatt des Bundes der Landwirte geworden. Ganz besonders legt sich das Blatt für die Milchzentrale ins Zeug, warnt die DLllchbauern davor, mit Berliner Milchpächtern und Agenten großer Molkereien Pachtverträge abzuschließen, in denen der Milchpreis, wie ihn die Zentrale festsetzt, unterboten werde, und empfiehlt den Landwirten, die keine Veranlassung hätten, etwas zu verschenken, dringend den Anschluß an das Milchkonsortium der Herren Ring und Genossen. ♦ Frauenmord. Aus Neustadt bei Pinne (Provinz Posen) wird gemeldet, daß die 70jährige Kausmanns- witwe Bormaß erschlagen aufgefunden worden ist. Des Raubmordes geständig ist der 20 jährige Arbeller Zby- towsky, der die Witwe Bormaß im Beisein von noch zwei anderen erschlagen haben wlll- Alle drei plünderten und raubten sodann, was vorhanden war. * Selbstmord eines Offiziers^ Der Leutnant von Roy vom 143. Infanterieregiment in Mutzlig wurde erschossen in seinem Bett aufgefunden, von Roy hat .Selbstmord verübt. * Zur dauernden Schande für die Vandalen des Wupperthaler Murkerthums beschloß in Elberfeld die Mehrhell der Stadtverordneten gegen 13 Stadtverordnete, welche Anbringung von Feigenblättern beantragten, den verstümmelten Brunnen, wie er ist, verstümmelt zu lassen. Für die Wiederherstellung waren 12, darunter auch der bie Genossenschaft die ReE des Johannes G o ß zu Freren- seen vom 1. August 1901 ab eingestellt. Das Gericht erachtete die Einstellung der Rente für gerechtfertigt, da nall dem objektivem Befunde eine wesentliche Besserung in dem Zustande des Goß eingetreten ist und eine im wirtschaft. Üchen Leben meßbarer Grad von Erwerbsbe schränkt hall nichl mehr vorliegt. Die erhobene Berufung wurde deshalb verworfen- — Landwirt Heinrich Vogt von Petterweil Wlll sich beim Heben einer 60—70 Pfund schweren Garbe einen rechtsseitigen Bruch zugezogen haben- Die Berufs- genossenschast lehnte den Entschädigungsanspruch ab, weil der Bruchschaden nicht unter Umständen erfolgt sei, unter denen nach der Rechtsprechung ein Bruchaustritt als ein Unfall anzuerkennen sei. Stach den thatsächlichen Verhältnissen und dem objektivem Befunde seitens des Arztes tam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß sich der Bruch, wie in den meisten Fällen, allmählich entwickelt hat, und daß die Arbell nur die Gelegenheit, nicht aber die Ursache des Bruchaustrlltes ist- Es wurde hervor gehoben, daß, falls der Bruch plötzlich entstanden wäre, die Eingeweide also mit Gewalt durch die Bruchpforte gepreßt worden wären, derartige kaum erträgliche Schmerzen aufgetreten sein würden, daß sofort ärzlliche Hllfe m Anspruch genommen und die Arbell hätte emgestellt werden müfsen- Dies treffe nicht zu, auch sei nach Ansicht des Gerichts das Garbenheben keine außergewöhnliche, über den Rahmen der regelmäßigen Betriebsthätigkell hin- ausgehende Anstrengung geivesen- Die Berufung mußte zurückaewiesen werden. — Die Marg. Hofmanu- Wwe. aus Treis a d. L. will am 1. Febr. 1901 auf dielinkeHand gefallen sein, wie sie am 6- Juni 1901 erstmals bem örati Arzte Dr. P., der sie sell 22. März 1901 in Behandlung hatte, angegeben hat- Sre führt dre frei rhr vorhandene Schwäche und Abmagerung der Muskulatur des Unten Armes auf den Unfall zurück- Aus Grund ernes Gutachtens Großh. Kreisgesundheitsamts G., wonach das Leiden nicht auf den angeblichen Unfall zuruckzufuhren ist, lehnte die Genossenschaft den Anspruch ab- Die hiergegen eingelegte Berufung mußte abgewiesen werden. - Dem Jobs- H o f zu Fauerbach wurde wegen einer Augen- verleßung eine Rente von 25 Prozent gewährt- Er verlangt eine solche von 30 bis 35 Prozent. Aus Qftnnh eines Gutachtens des Prof. Dr. Voßius wies das Gericht die Berufung zurück- — JohS. Groß M. zu Ilbenstadt gab sich mit der chm bewilligten Rente von 30 Prozent sur bie Tauer von zwei Monaten nicht zufrieden und verfolgte Berufung, die jedoch nach Anhörung des ärztlichen Sachverständigen Dr- Bötticher als unbegründet verworfen wurde — Die dem Heinrich Karl Mohr-Seibelsdorf gewährte Unfallrente Halle die Genossenschaft auf Grund eines gelegentlich einer Rentenrevision erstalleten Gutachtens der Kreisärzte Dr. W- und Dr. H. auf 15 Prozent herabgesetzt. Das Gericht erachtete die Herabsetzung nach eingehender Begutachtung durch einen der gerichtlichen Vertrauensärzte für ungerechtfertigt und verurteilte die Genosseirjchaft zur Zahlung einer 25 prozentigen Rente. — Ter Entschädigungsanspruch der Kath- Kraushaar zu Rödgen hatte die Genossenschaft abgelehnt, da das Leiden auf einen Unfall nicht zurückzuführen, vielmehr rheumallscher Natur sei. Wegen der in den ärztlichen Gutachten enthallenen Widersprüche setzte das Gericht die Entscheidung aus und beschloß ein Obergutachten durch Prof. Tr. Poppert einzuholen. — Balthasar Oechler IV. zu Sich eilt) au, en Halle gegen den eine 30 prozentige Rente bewilligenden Bescheid der Genossenschaft Berufung verfolgt, der jedoch nach Anhörung des Kreisass- Arztes Dr- L. und des Privatdozenten für Chirurgie Dr. Bötticher der Erfolg versagt werden mußte- * Holzminden, 6. Febr. Der Redatteur des ,Holz- mind. Kreisbl.", Schroff, wurde lln Zeugniszwangs- verfahren zu 60 Rlark Geldstrafe eventl. 20 Tagen Hast verurtellt- Zur Erzwingung des Zeugnisses wurde die sofortige Hast angeordnet- Es handell sich um einen im Kreisblatt veröffentlichten Fall der Verheimlichung einer ansteckenden Krankheit. Der Redakteur verweigerte die Nennung des Verfassers jener Mitteilung- Ob erbürgermeister. Der Heranwachsenden Generation wird der Brunnen so zur« Wahrzeichen dafür dienen, zu welchen Ausgeburten es der Kunstunverstand im Wupperthale gebracht hat- ♦ Amerikanischer Nervenkitzel. Einem Londoner Blatt wird aus Newyork gemeldet, daß die Leichen i>er Gebrüder Biddle, welche wegen Mordes zum Tode verurteilt, aber aus dem Gefängnisse in Pittsburg ent- lohen und auf der Flucht getötet worden waren, in Pills- burg im Laden eines Begrabnisunternehmers für Geld gezeigt, und von 20000 Personen, meist Frauen, be- sichttgt wurden- Viele Leute warteten Stunden lang, um in den Laden hinein zu Kommen- Die Leichen werden heute beerdigt- • „Ich grolle nicht . . / Am 1.Januar russischen Stils hat die deutsche „St. Petersb. Ztg." das Fest ihres 175jährigen Bestehens gefeiert. Unter vielen anderen Widmungen ist ihr von einem „ Papierkorbkunden * folgendes selbstlose Gedicht zugegangen: Nun hast Du unferm Pull gestanden An hundertfünfundsiebzia Jahr, Und was in Dir nicht kam abhanden, Tas grüßt Dich heut als Jubilar. Die Geister mancher tollen Feder, Sie spuken heul um Dich herum — Sich schwarz gedruckt sehn darf nicht jeder Im Petersburger Publikum. Die Herzen aller der Verkannten, Die wohl ein besser Los ersehnt, Tie vielen Ge- und UngenanMen Mit eignem Geiste und entlehnt. Poeten und prosäsche Leute, Die ,eingesandt" manch' Prachtgedicht, Versöhnlich nahen sie Dir heute Und flüstern stoh: „Wir grollen nicht!" Auch ich bin Einer von den Allen, Ich sag es sonder Spott und Hohn, Wie oft ich bei Dir reingesallen, Geheimnis ist's der Redaktion. -Glück auf zur Jubelseierstunüe^ Wir sehn uns---- ein Papierkorbkunde. In ver JoyarrneeNrche- Vormittag- 91/, Uhr: Piarrassislenl Vogt. Vormittags 11 Uhr: KmdcrgolleSdienst für die JohauneS- gemeinde. Pfarrer Dr. N a u m a n n. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. Montag, den 10. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaale der Johanneskirche. JohanneSevangelium Kap. 14, von Vers 23 an: Wort und Fried« Jesu, die rechte Liebe zu Jesus. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 12. Februar, abends 6 Uhr, erste Passiv rrS- andachl. Pfarrer Dr. Naumann. Tie für Dienstag den 11. Februar verabredete Zusammenkunft der neukonfirmierten Mädchen der Lukasgememde im Schwesternhaus findet erst Dienstag den 18. Februar statt. Katholische Gemeinde. Samstag den 8. Februar. Nachmittags um b Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 9. Februar. Quinquagesima. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , , 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. , , 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht. Nächsten Mittwoch — Aschermittwoch — wird nach der zweiten hl. Messe die geweihte Asche ausgeteill. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist wie an allen Mittwochen der Fastenzeit Fa st enan dacht. Schisssnachrichtrn. . „Red Star Linie" Antwerven. Der Postdampscr „Zeeland" der .Red Star ßinte* ht Antwerpen ist laut Telegramm am 4. Februar wohlbehalten in New-Pork angekommen.___________________________________ Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Ltttrratur, Wissenschaft und Kunst. — Wilhelm Jordan, der ,Nibelungen"-Fordan, der große deutsche Dichter, feiert morgen, am 8. Februar, seinen 83. Geburtstag. Er lebt b^anntlich seit dem Jahre 1848, in dem er in Freien- roalbe a. O. zum Mitglied der ersten deutschen Nationalversammlung gewählt wurde, in Frankfurt a. M. im eigenen Hause, Taunusplatz 20. — Der bekannte hochbegabte Schauspieler Emil Drach ist im Jrrerchcmse zu Jllenau (Baden) im Aller von 46 Jahren ge- storben. London, 7. Febr. Wie in hiesigen unterrichteten Kreisen verlautet, erhiell Lord Kitcheuer von der Regierung den Auftrag, die Bureuführer in Südafrika von der Bereitwilligkeit der englischen Regierung, eventuelle Friedens- Vorschläge entgegenzuuehmen, in Kenntnis zu setzen. Brüssel, 7.Febr. Die Aeuherung der Deputation der Buren-Republiken im Haag bezüglich der englischen Antwott macht in hiesigen diplomatischen Kreisen einen ungünstigen Eindruck. Namentlich die Fasiung des Schlußsatzes, der das Ersuchen um Geleitbriese sowie jede andere Annäherung Unioersitüts-Nachrichten. — Der bisherige ordentliche Professor an der Technischen Hochschule zu K a r l s r u h e Dr. Walter T r o e l f ch ist zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg ernannt worden. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt a. M., 6. Febr. Die hiesige Maschinenkabrst Busch u. Bi bus (G. m. b. H.) nut 240000 Mk. Grundkapital meldete Konkurs an. . Bonn, 5. Febr. Heute fand ein Gläubigertermru un Kon- k u r s Dr. P f a h l beim hiesigen Amtsgericht statt. Angemeldet waren 86 Gläubiger mit rund 51/« Mill. Mk. Forderungen. Der Aktivenstand ist noch unermittell. Sämttiche kleinere Forderungen und eine Anzahl größerer, wurden anerkannt, hiergegen wurden die Hauptforderungen bestritten, darunter ein Provistonsanspruch von 300 000 Mk. Der nächste Prüfungstermin ist auf den 2L März anberaumt worden. Dr. Pfahl beansprucht nicht das ihm angebotene Tagegeld von 20 Mk. — Ratioualbauk für Deutschland. Der ,F. Z." wird gemeldet, daß der Jahresabschluß jetzt serttggestellt ist. Er gestattet eine Dividende von 3 Prozent in Vorschlag zu bringen, wenn ein Test der Extrareserven mit berangezogen wird. Die Bank steht an sich gut und ihr Geschäft ist sicher. Das ungünstige Resultat ist ausschließlich auf außergewöhnliche Verluste bei der Kleinbahn- gesellschaft und der Leipziger Bank zurückzuführen. — Die Zwirnerei und RähfadeufabrU Göppingen verteilt 15 Prozent (Vorjahr 2b Prozent.) Tabak. Hamburg, 6. Febr. Der Markt bleibt andauernd sehr ruhig und geschäftslos. Für Brasil-Tabake zeigt sich immer noch recht geringes Interesse, indem bisher nur 3000 Packen leichteres Gewicht, welches für das Inland geeignet erscheint, zum Abschluß gelangte. Weitere Unterhandlungen wegen größerer Partien scheinen bisher, wahrscheinlich wegen des unsicheren Aus'alles der Ware, noch nicht perfell geworden zu sein. Wettere Zufuhren auch von anderen Sorten sind nicht ringetroffen. Infolge der recht ungünstigen Berichte über den Ausfall der jüngsten Havana-Ernte herrschte recht rege Nachfrage für 1900er Ware, welche einige Abschlüsse zeitigte. In Türkischen Tabaken war das Geschäft mangels passender Ware sehr gering. Eine Partte feiner Sorten, welche beschädigt waren, wurde zu hohen Preisen aus dem Markt genommen, ferner gelangte ein Abschluß von ca. 600 Ballen Griechen, schwimmende Ware, zu sehr gutem Preise zur Kenntnis des Marktes. Alles per 7, Kg. Havanna: Deckblatt gut und fein braun 6 bis 18 Mk., Einlage 0,85—3 Mk^ Durchschnittspattien 1,50—4,50 Mk. Cuba: Jiquani re. B 1,50—2, do. D 1,10—1,60, Gibara und Ensenada B 0,90—1,10, do^ do. D 0,60—1, Yara 0 1,70—2,10, do. T 1 30—1,60 Mk. Domingo: S. 88, 888 0,50—0.65, FF 0,40—0,60, F 0 30—0.70, A 0,20—0,40 Mk. Columbia: Carmen prima 0/40 bis 0,55, do. sekunda und tertia 0,30—0,40, Mexiko 0,35—3,00 Mk. Brasil: Patent und Patent ftno 0,75—1,20, prima 0,60—0,70, sekunda 0,55—0,65, tertia 0,45—0,55, St. Felix Patent und Patent ftno 1,00—1,80, prima 0,75—0,95, sekunda 0,65—0,85, tertia 0J55 bis 0,75 SDIL Vortorico: Durchschnittspartien 0,35—0,45 Mk. Türkischer und griechischer 0,20—4,00. Slordamerika: Seadleas- Umblatt 1,00—1,50, Filler 0,32—0,45, Sumatra und Java 0,20 bis 5,00. Borneo 0,40—5,00 All. Butzbach, 6. Febr. In diesem Jahre finden hier folgende Märtte statt: Am 20. Februar, 13. Mcllz (Fasel), 10. und 24. April (Vieh), 15. Mai, 5. Juni, 10. Juli, 7. und 21. August, 25. September (Vieh), 9. Oktober, 30. Oktober (Vieh), 24. November (K.), 25. November, 15. Dezember. Sofern nichts anderes beigesetzt, ist Vieh-- und Krämermarkt vorgesehen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag Eslomihi, den 9. Februar. Gottesdienst. In der Ltadtkirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Matthäusgememde. Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Siehe Joharmeskirche. Am nächsttünftigen Sonntag, den 16. Februar, ftndet im Abendgottesdienst eine Abendmahlsfeier für die Matthäus- gememde statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. von hiesiger Burenseite schroff abweift, nachdem der englische Wortlant in dieser Hinsicht saft als Einladung anfznfaffm war, erregt Unwillen, weil die Halsstarrigkeit der Utrechter Kreise mehr dnrch persönliche Jntereffcn als dnrch das Bestreben, die allgemeine Burensache zu förderu, diktiett erscheim. — Gestern Vormittag wurde bei Bois de la Chambre ein mit fünf Personen besetztes Automobil mit aller Gewalt gegen einen Baum geschleudett. Sämttiche Jnsaffen erlttten Verletzungen, einige derart schwer, daß sie längere Zeit bewntztlos waren und in hoffnungslosem Zustande ius Spital gebracht wurden. Das Unglück wnrde durch die Schuld des Wageullnkers herbeigeführt. Middelburg, 7. Febr. Eine Abtettung Nationalschützm uud Kundschafter nahmen 32 Buren gefangen. Zwei Bnren wurden gelödtet, drei verwundet. Pretoria, 7. Febr. Oberst Remington nahm am 30. Jan. 20 Meilen östlich von Reitz einen dem Bnrenkommandanten Albert gehörigen Convoi fort. 22 Buren wurden gefangen ge- uommen. Berlin, 7. Febr. Nach Abschluß der Disziplinär- Untersuchung, welche gegen eine Anzahl p olnischer Studenten der Berliner Universität wegen der deutschfeindlichen Demonstration gegen den Prof. Schiemann eingeleitet war, hat der akademische Senat gegen zwei weitere. Studierende polnischer Zunge wegen Beteiligung an jener Demonstration bezw. wegen Begünstigung polnisch sozialistischer Bestrebungen auf Entfernung von der Berliner Universität erkannt. Außerdem sind noch drei ausländische Studierende polnischer Nattonalttät, die ebenfalls an der Demonstration teilgenommen hatten, von der Landes-Polizeibehörde als lästige Ausländer ausgewiesen. Es sind im Ganzen 10 Studierende wegen der Demonstratton bestraft worden. Loudou, 7. Febr. Aus Peking wird gemeldet: Die Verhandlungen, welche angeknüpft find, um Deutschlands Erwerbungen von Minenrechten über einen bedeutenden Teil von Sh antun g zu bestätigen, sind ihrem M- schlufie nahe. Das Berliner Syndikat ist bereits in den Besitz eines bedeutenden Gebietes gelangt und die jetzigen Verhandlungen betreffen nur noch die zu tragenden Abgaben und die Dauer der Konzessionen. — Zwei amerikanische Missionare haben bei der Direktion der Eisenbahnen eine Konzession zum Bau einer Bahn zwischen Peking und Kalgan nachgesucht. Die Missionare haben 150,000 TaelS angeboten. — Die Kaiserin-Mutter hat das Datum des zweiten Empfanges der Damen der fremden Gesandten auf den 27. d. M. festgesetzt. — Der englische und der japanische Vertreter begeben sich zum Prinzen Tsching, um bei chm gegen den Mandschurei-Vertrag zu protestieren und sich über den Stand der Angelegenheit zu informieren. Telephonischer Kursbericht- Frankfurt a. 11«, 7. Februar. 37»%- Reicheanleihe . . 102.10 3 o/o do. ... 91.95 3V.0/o Konsole .... 101.80 8% do.....91.90 87Hessen .... 100.15 3% Hessen ..... —.— 4% Oesterr. Goldrente . 103.40 47i% Oesterr. Biiberrente 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 101.50 4°/j Italien. Rente . . . 101.00 4' ,% Portugiesen . . . 42.30 3°/ Portugiesen .... 27.70 1% C. Türken .... 27.95 Türkenlose......113.40 4% Griech. Monopo 1-Anl 45.60 471% äussere Argentiner —.— Tendenz: S'Vo Mexikaner .... 26.80 47g /ü Chinesen .... 89.50 Electric. BcLuckert . . . 120.00 Nordd. Lloyd.....—.— Kreditaktien.....217.80 Diskonto-Kommandit . . 192.20 Darmstädter Bank . . . 135.40 Dresdener Bank .... 137.60 Beniner Handelsges. . . 152.50 Oesterr. Staats bahn . . . 147.70 Lombarden . • ♦ . . 20.30 üotthardbahn.....169.00 Laurahütte......201.50 Bochum ....... 188.60 Harpener ...... 164.90 schwächer. Seidenstoffe von Elten & Kenesen, Krefeld. Danksagung Meßen, Remscheid, den 7. Februar 1902. 1149 7^ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Ver Kiste sagen innigen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Wegerdt, Witwe Bender, । Gesohü'Jts-^eHegung । ® Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend, sowie meiner werten ® (Kundschaft zur Nachricht, daß sich mein Geschäft wegen Umbau meines Hauses H gegenüber bei Herrn W. Kohlermann I es* 12 Neustadt 12 j | befindet. Hochachtungsvoll 1161 j l Gustav Mchgemeister. | liebe Be- 1902. 1168 Wieseck Wies eck, de Die Beerbt, dXbt anzeigen. ie trauernden Hinterbliebenen. ied nach langem, schwerem Schwiegermutter und Groß- Vergebung m StrojjcnfimrfieiteiL Die für den Neubau der Kreisstraße v. Daubringeu nach Staufenberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, bestehend aus: veranschlagt zu Erdarbeiten 2855,75 M. Liefern u. Verlegen der Eementrohre 174,25 „ Pflasterarbeitev 80,— „ ChaussierungS- arbeiten 5097,60 „ sollen auf dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. 1152 Angebote sind bis Dienstag de» 18. Februar L Fs., vormittags 10 Nhr auf dem Bureau des Unterzeichneten abzugebeu, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, am 6. Februar 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor: _________Stahl.________ Vergebung m ArchÄmrdeitell. Die zum Umbau derZiegel- steige bei Griiuberg erforderlich werdenden Arbeiten Echte Frankfurter ♦ Würstchen empfiehlt 1153 Georg Adami 0. Frautfurterstratze 9. Prim Lchweineschmch per Pfund 64 Pfg. empfiehlt 0530 W. Ullrich, Schloßgafse 7, 5 Eiserne cUUsrrr» von 75 bis 100 Liter Inhalt, werden angefertigt bei Karl Germer in Heuchelheim bei Gießen. 50 Karren stets auf Lager. Stahlpanzer- Geldschränke feuer- und sturzsicher, chermit- und diebessicher. J. C. Petxoid, Geldschranksabrik, Magdeburg. 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Ludwigstraße 38, pari. und Lieferungen und zwar: veranschlagt zu Erdarbeiten 13 500 M. Cementro hrlieferung u. Kanalarbeiten 500 „ Pflasterungen 150 „ Chaussierung 10 500 „ Maurerarbeiten 400 6 sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebote sind im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Voranschlag, Pläne und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, bis Dienstag den 18. Februar L Fs., vormittags S Uhr abzugeben. Gießen, am 6. Februar 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor: ________Stahl. 1151 Versteigerung Bei der am Morrtag, 10. b. Mts., nachmittags 2 Uhr in meinem Hause stattfindenden Versteigerung kommen noch: Werkholz für Schreiner und Wagner, eineHeblade, Schablonen für Deckenmalerei (vollständige Muster), Paus- und Schablonenpapier, ein vollständiges, fast neues Metzgerhandwerkszeug und noch vieles andere zum Verkauf. Klein-Linden, 7. Febr. 1902. tiwl Frau Joh. Häuser XUL Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute uns »sorge« r SWMch 56 pfg. 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