Nr. 5 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gieyeuer Familien blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen, ssernsprechanschluß Nr.51. 152. Jahrgang Zweites Blatt Dienstag 7. Januar 1902 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger 67 "** Amts- und Anzeigeblatt für den Mess Gießen Bezugspreis: monatlich 75Pf.,viertel- jäbrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land" und „ Gerichtssaal" :R. Di tt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die heutige Kummer umfaßt 8 Seite«. Kekanntmachung. Betreffend Notlauf der Schweine. Unter dem Schweinebestand des Heinrich Elges dahier ist die Rotlauffeuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 7. Januar 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Fartaments-Huverture. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 6. Januar: Nur einen bescheidenen Reiz würden diesmal die Beratungen des preußischen Abgeordnetenhauses in der neuen Tagung ausüben, wenn nicht ein paar Interpellationen — über die polnischen Krawalle, die große Eisenbahn-Katastrophe im Dezember und die Nichtbestätigung des zum Bürgermeister Berlins gewühlten Herrn Kauf fmann — mehrere bewegte Sitzungstage in Aussicht stellten. Die Etatsdebatten können mit denen im Reichstag allenfalls in Bezug auf Ausdehnung, nicht hinsichtlich des Interesses, konkumüeren. Der Kreis der Fragen, die im preußischen Parlament zu erörtern sind, ist eben viel enger, und die Inhaber von Doppelmandaten ziehen auch vor, das Beste, was sie wissen, im Reichstag zu sagen, von wo aus das Wort weiter ins Land hinein dringt. Endlich der Kampf mit der immer noch mangelhaften Akustik in dem sonst so schönen Palast der Landboten hemmt die volle Entfaltung der rhetorischen Gaben. Die Geistesblitze, die nicht in die Presse kommen und nur von den amtlichen Stenographen registriert werden, haben „ihren Beruf verfehlt." Wer ist da geneigt, sich besonders hervorzuthun? Einzig die Vorlage über die Kanäle — „Gebaut werden sie doch!" — hätte dem preußischen Landtag die Aufmerksamkeit der ganzen Oeffenllichkeit zuzuwenden, vermocht. Aber Graf Bülow sorgt gemäß seinem Grundsatz „Nur keine Krisen!" dafiir, daß dieser mit soviel Erregung verbundene Gegenstand vorläufig von der Tagesordnung abgesetzt ist. Beim Zolltarifentwurf steht zuviel auf dem Spiel. Man muß vermeiden, die Konservativen in schlechte Laune zu bringen, sonst stimmt die Mehrheitsberechnung nicht. Im Reichstag nimmt gleich am ersten Tage nach den Ferien, am Mittwoch, die Etatsdebatte ihren Anfang; erst am 13. Januar folgt das Abgeordnetenhaus mit der ersten Etatslesung. Auch dieser Zeitvorsprung läßt den Reichstag „die Sohne abschöpfen". Mit ganz besonderer Spannung sieht man atlenthalten der Reichstags-Diskussionen entgegen. Nicht nur die innere Politik brachte so manches, das die Volksvertreter zur Glossierung notiert haben, die auswärtige Politik wird vielleicht noch mehr im Vordergründe stehen. Ueber die gegenwärtigen, nicht durchaus klaren Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn, über den deutsch-venezolanischen Streitfall und selbstverständlich über Chamberlain die Auffassung des Reichskanzlers zu hören,- an „Anregungen" dazu dürfte es nicht fehlen. Solche „Stichworte" sind dem Grafen Bülow vermutlich auch nicht unerwünscht. Er wird einiges auf. dem Herzen haben, das er mit doppelter Freimütigkeit äußern kann, provoziert und unterstützt durch vorausgegangene Bemerkungen eines Führers der „Ordnungsparteien". Einem Oppositionsmann gelingt es minder leicht, die Regierung zur Stellungnahme gegenüber auswärtigen Fragen im Parlament zu veranlassen, oder doch meist nur in der Form der „Richtigstellung", die dann aber auch enthalten kann, was man an eine andere Adresse, über die Reichsgrenzen hinaus, zu richten wünscht. China ist einstweilen nicht mehr der Gegenstand parlamentarischer Besorgnisse. Die Kaiserin-Witwe scheint von Liebenswürdigkeiten für die Fremden einen, hoffentlich auf Dauer berechneten, verschwenderischen Gebrauch machen zu wollen. Veranstaltung eines Empfangs der Damen der Gesandtschaft — „wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein", kann Graf Bülow sagen. Wenn nur die Zwischenzeit zwischen der Verweisung des Zolltarifs in die Kommission und dem Beginn der Kom- missionsberakungen etwas mehr Klarheit über die Haltung der Parteien gebracht hätte, die im großen und ganzen auf dem Boden des Entwurfes stehen! Selbst heute, Montag, sind Anträge zum Zolltarif offiziell noch nicht eingebracht, sogar der Antrag G^rmp (Reichsp.) wegen Ein- führung von Getreide-Wertzöllen steht aus — ein charakteristisches Airzeichen, daß innerhalb der Fraktionen in Bezug auf die .Behandlung des' Zolltarifs noch alles im Unge- wliftn ist. Feststehend ist nur die Entschließung derjenigen, also der äußersten Linken und der beiden Volks- parteien, die den Tarif überhaupt nicht für verbesserungsfähig halten. Ob nun in der Kommission nochmals eine Generaldebatte über den Zolltarif beliebt wird, oder nicht: in kurzer Frist muß es zur ersten und wichtigsten Entscheidung kommen, über die landwirtschaftlichen Zölle. Alles spitzt sich darauf zu, wieviel das Zentrum an Getreidezöllen bewilligen will, und ob die konservativen Parteien in ihrer Mehrheit damit zufrieden sind. Andernfalls geht die Verständigung alsbald nt dm Brüche. Der Vorschlag des Abg. Gamp wird heute abend in der konservativen „Kreuzztg." ziemlich kühl behandelt. Die „Bepackung der sicherlich recht ümfangreichen Verhandlungen über den Zolltarif mit einer höchst schwierigen Frage von grundsätzlicher Bedeutung wird gerade unter den obwaltenden Umständen vermieden werben müssen." Herrn Gamp kann mau schon „abwinken". Aber die Führer des „Bundes der Landwirte" werden sich schwerlich bewegen lassen, ihre energischen Förderungen den milderen der Konservativen unterzuordnen, um die Schwierigkeiten der Einigung nicht zu vermehren. Agnaten bestimmt wird. W Begründung zish die Regelung der Regentschaftsfraae in allen übrigen deutschen Staaten, in denen eine solche im Laufe des vorigen Jahrhunderts stattgefunden hat, der von der Großherzoglichen Regierung vertretenen Auffassung entsprechend auf dem Wege der staatlichen Gesetzgebung erfolgt- In Artikel 1 des Entwurfs werden in Uebereinstimmung mit allen anderen deutschen Verfassungen und im Anschluß an die ausdrückliche Bestimmung des Artikel 5 Absatz 4 der hessischen Verfassungsurkunde als Gründe, welche den Eintritt einer Regentschaft erforderlich machen, angeführt zunächst: a. die Minderjährigkeit des Großherzogs, welche nach dem feststehenden Hausrecht (auf Grund des Testaments Ludwigs V. von 1625) bis zum vollendeten 18. Lebensjahr dauert, und b. sonstige dauernde Verhinderung, wobei insbesondere an das Vorhandensein schwerer geistiger oder körperlicher Gebrechen zu denken ist, welche dem Groß- Herzog die freie, eigene, von fremder Unterstützung unabhängige Besorgung der Regierungsgeschäfte unmöglich machen- Sodann wird der Vollständigkeit halber c. noch der Fälle gedacht, in denen bei Erledigung des Thrones die Person des Thronfolgers noch ungewiß ist, jilnbem dieselbe z. B. erst durch die erwartete Niederkunft der Witwe des Großherzogs ober eines Da in den unter b und c erwähnten, in Artikel 1 Absatz 2 des Entwurfs zusammengefaßten Fällen das Vorhandensein der Voraussetzungen einer Regentschaft nicht immer außer allem Zweifel steht, so muß dasselbe durch einen besonderen Beschluß ausdrücklich festgestellt werden- Das Recht zu dieser Beschlußfassung weist Absatz 3 in Uebereinstimmung mit der preußischen und verschiedenen anderen Verfassungen den Landständen zu, die nach altem deutschen Herkommen wie nach beit Grunbsützen der konstitutionellen Staatsorbnnng bei einer für bas Wohl unb Wehe bes Laubes so außerordentlich wichtigen Angelegenheit zu einer entscheibenben Mitwirkung berufen erscheinen- Daß in einem solchen Falle bie beiben Kammern entsprech enb ber in Preußen geltenden Bestimmung, in vereinigter Sitzung beraten und beschließen sollen, rechtfertigt sich bnrch bie Erwägung, daß der von den Ständen zu fassende Beschluß sich materiell nicht als ein Akt ber Gesetzgebung, sondern als eine Art richterlichen Urteils barstellt, welches notwendig ein einheitliches sein muß- Auch muß aus schwerwiegenden politischen Rücksichten die Möglichkeit des Zustandekommens entgegengesetzter Beschlüsse der beiden Kammern ausgeschlossen werden- Das Recht zur Einberufung der Stände, die im vorliegenden Falle der Natur ber Sache nach nicht vom Großherzog ausgehen unb nicht von seiner Zustimmnng abhängig gemacht werden kann, überträgt bet Entwurf beut Staatsministerium. In Artikel 2 wirb, entsprechend bem auch von ber preußischen, sächsischen unb württembergischen Verfassung festgähaltenen Grundsatz des älteren deutschen Rechts, zur Führung ber Regentschaft berjenige regierungsfähige Agnat berufen, welcher dem verhinderten Großherzog nach der ver° faffuugSmäßig festgesetzten Throufolgeorbunug am nächsten steht. Diese Regelung entspricht nicht nur am meisten bem Deutsches Keich. Berlin, 6. Jan. Ter Kaiser hörte heute bie Vorträge bes Chefs bes Zivilkabinetts v- Lueauus und bes Kultusministers Dr- Stubt unb empfing u. a. ben Unterstaatssekretär int Finanzministerium Schumann- — Die beut Kaiser geschenkte Villa in Arco (Sübtirol), eine Spenbe bes Rentiers Hildebraubt aus Dresbeu, wirb, wie int Anschluß au unsere mehrfachen Berichte mitgeteilt sei, jetzt ihrer Bestimmung entgegen» geführt werben. Die Villa, bnrch Lage unb Einrichtung gleichbegünstigt, wirb als Sanatorium für kranke Offiziere eingerichtet werden, denen ein Aufenthalt im Süden ärztlicherseits empfohlen wird- Professor B. Fraenkel, ber Förberer beutscher Lungenheilstätten, der Generalstabsarzt Dr- von Leuthold und Oberstabsarzt Dr. Schnitzen sind heute in dieser Angelegenheit vom Kaiser empfangen wordeu- — Der Kaiser sandte an ben Präsidenten der Academia di Sau Luca in Rom auf bereu Huldigungstelegramm anläßlich ber Rede des Kaisers vor den Schöpfern ber Siegesallee-Denkmäler eine brahtliche Antwort, in ber er seine Freube barüber ausbrückt, mit ber Akademie ber ehr- würbigen, Jahrhunderte alten, aber immer jungen Pflegstätte ber Kunst, bieselbeu Kunstibeale zu haben- — Im Reichsamt bes Innern finben Erwägungen statt, bie österreichische Grenze für bie Einfuhr lebenber Sch weine zu öffnen- — Reichskanzler Graf v. Bülow empfing heute mittag den neu ernannten chinesischen Gesaubteu Hiutschaug- — Die „Norbb- Allg. Ztg." nimmt auf einen von ber „Deutschen Wochenschrift in beit Niederlanden" veröffentlichten Brief Bezug, in bem der Schreiber behauptet, daß alle von ihm in ben Nieberlandeu aufgegebenen Briefe an einen Freund inDeutsch-Sübwestafrika bei ber direkten Leitung über Hamburg nicht an* tarnen, bei ber Leitung über Loudou-Kapstabt bie Zen - für in Kapstabt passieren mußten- Es sei bringend notwendig, bem schwarzen Kabinett in Hamburg das Hand- werk zu legen- Hierzu bemerkt bie „Nordd. Allg. Ztg.": Der Reichspostverwaltung gingen bisher webet vom Publikum, noch von ber niebetländischeu Postvetwaltuug Klagen über betartige Briefverluste zu- Es bebarf keiner Erwähnung, baß bas schwatze Kabinett in Hamburg nur in bet Phantasie bes Briesschteibers besteht- Die Korrespondenz zwischen Deutschland und Deutsch-Südwestafrika wird bereits seit bem 1- Oktober 1901 zwischen ben beiderseitigen Postanstalten in geschlossenen Säcken ausgeranscht- Daß vor dieser Zeit vereinzelte Briefe aus Deutschland nach Teutsch-Südwestafrika bei ber Leitung über Kapstadt geöffnet würben, würbe erst vor kurzem in zwei Fällen bekannt- Aus welchen Gtüudeu biefe Eröffnung stattge- funbeu, wirb deutscherseits weiter verfolgt- — Im L an d w i r t s ch a f t s m i n i st e r iu m trat heute unter bem Vorsitze bes Unterstaatssektetäts Sternberg eine Konferenz von Vertretern ber Behörden, ferner ber Landwirtschaft unb bes Milchhanbels zusammen, um verschiebene Fragen bes Verkehrs mit Milch in Berlin zu beraten. — Me die „Nationalztg." hört, wirb ber preußische Staatshaushaltsetat nicht unerhebliche Summen für Zwecke ber Ansiebetungskom m ission einstellen- — Eftl R e t ch s a m t für das Bilbungsweseu befürwortet der deutsche Verein für das .Fortbildunas- Wesen ber Erbmonarchie und dem Interesse des Staates, sie entspricht auch allein dem streng agnaitischen Grunbsatz oes hessischen Thronfolgerechts, von bem die Verfassung nur für ben äußersten, äraktisch kaum in Betracht kommenben Fall eines völligen Erlöschens bes.gesamten Mannesstammes eine Ausnahme zuläßt. Der Absatz 2 überträgt für ben Fall, baß kein durch Gesetz berufener Regent vorhanden ober zur Uebernahme ber Regentschaft bereit ist, ben Stäuben bas Recht, den Reßeuteu zu wählen- Diese auch in ber preußischen Verfassung enthaltene Bestimmung entspricht eben so seht bem geschichtlich begrün beten Rechte bet deutschen Laudesvertretung en wie bem Geiste bes konstitutionellen Staatsrechts. Jnbem bas Wahlrecht auf den Kreis ber Mitglieder landesherrlicher ober vormals teichsständischer, staudesherrlicher Familien (im Sinne der Artikel 57 und 58 Absatz 1 des Eiufi'lhruugsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuck) beschränkt wird, bleibt dem freien Ermessen der Stände ein genügender Spielraum gewahrt- Die Bestimmung in Absatz 3, durch welche eine vielerörterte Streitfrage entschieden wird, ist von der Erwägung ein gegeben, daß ein öfterer Wechsel der Regentschaft nicht im Interesse des Staates liegt- Nur zu Gunsten des Thronfolgers, welchem gegenüber die folgerichtige Festhaltung dieses Grundsatzes zu unbilliger Härte führen könnte, ist eine Ausnahme gemacht- Die Bestimmungen des Artikel 3, welche dem Staats- ministetium die gesicherte Durchführung der ihm vom Gesetz zugewiesenen Aufgabe ermöglichen und die ungestörte Fortführung der Landesregierung während des Uebergangs- zustandes sicher stellen sollen, dürften eine nähere Begründung nicht erfordern- Das Glejche gilt von der durch Artikel 4 getroffenen Anordnung. Auch bie Zweckmäßigkeit ber durch Artikel 5 nach bem Vorbilbe ber Verfassungen von Württemberg, Sachsen, Kur- Hessen,- Koburg-Gotha unb Reuß ä. L. getroffenen Bestimmung, wonach im Hinblick auf einen vorauszusehenden künftigen Fall der Notwendigkeit einer Regentschaft durch Staatsgesetz im voraus geeignete Fürsorge getroffen werden kann, scheint einer näheren Darlegung nicht zu bedürfen. Schluß folgt. sthnlwescn in einer Eingabe an den Reichskanzler. Die Gründe, welche von dem gencnrnten Verein im Interesse einer einheitlichen Ordnung des Fortbildungsschulwesens geltend gemacht werden, sind folgende: Daß das amerikanische Unterrichtswesen, mit neuen Gedanken befruchtet, allen Fort- Dritten zugänglich ist, verdankt es im wesentlichen dem Bureau of Education in Washington und seinem ausgezeichneten Leiter, dem Commissioner of Edueation Dr. W. Harris- Deutschland entbehre einer solchen pädagogischen Beobachtungsstation; selbst die Unterrichtsstatistik der einzelnen Buirdesstaaten sei so ungleichmäßig, daß sichere ^statistische Angaben für das gesamte Bundesgebiet sehr erschwert sind- Seit dem Jahre 1893 ist die Frage bei uns um derentwillen eine noch brennendere geworden, weil man in Frankreich, England und besonders Amerikck auf dem Gebiete des Volks- und gewerblichen Schulwesens mit Riesenschritten Reformen zustrebt, welche bei uns nicht die verdiente Beachtung finden- Eine unbeeinflußte Reichsbehörde, ein Reichsamt für das gesamte Bildungswesen würde als Sammelstelle von Unterrichtsmitteln auch eine unvergleichliche Bildungsstätte für päda- Fvgische Studien abgeben- Gelsenkirchen, 6- Jan. Eine auf heute nachmittag angejetzte Polenversammlung verfiel gleich nach der Eröffnung der polizeilichen Auflösung, weil sich der Leiter der polnischen Sprache bediente. Ausland. Brüssels 6. Jan. Wie hiesige Blätter berichten, steht ein Miuisterwechsel bevor. Der König hat beschlossen, den Kabinettschef Luel de Nayor und den Minister des Innern Trouz zu ersetzen. Ersterer soll Verwalter der Haukiew-Peking-Eisenbahn werden. Lüttich, 6. Jan. Heute fand die Weihe und Einführung des neuen Bischofs Rutten statt; zehn Bischöfe wohnten dem Me bei. Eine Gruppe liberaler Studenten veranstaltete während der Zeremonie eine Kundgebung und durchzog die Straßen unter Rufen gegen die Klerikalen. Paris, 6. Jan. Der Kriegsminister Andre hielt gestern bei dem Bankett zur Gedächtnisfeier für Gambetta eine Ansprache, in der er u. a. aussührte: Die Regierung hat nicht den Weg der Kompromisse mit der reaktionären Partei einschlagen wollen, welche Gambetta stets bekämpft jot. Sie hat ihre Politik nach der linken Seite hin gerichtet, wohl wissend, daß es auf dieser Seite vielleicht Ungeduldige, ja sogar Unvernünftige giebt, aber daß auch hier Klagen von denen laut werden, welche schwer arbeiten und leiden. Anstatt diese Leute abzuweisen, hat die Regierung vielmehr geglaubt, diese Klagen, welche sich aus die Leiden und dre wirklichen Schmerzen beziehen, anhören zu müssen. Sie hat eingesehen, daß zu den Worten „Freiheit", „Gleichheit" und „Brüderlichkeit" zeitgemäß noch das der Gerechtigkeit hinzugesetzt werden müsse. Und wenn ich auf ein Wort Dantons zurückkommen wollte, würde ich sagen, daß die Demokratie, deren Diener wir sind, die Gerechtigkeit, des weiteren Gerechtigkeit und noch einmal Gerechtigkeit will." Cherbourg, 6. Jan. Hier haben neuerdings Versuche mit Unterseebooten stattgefunden. Ein Panzerkreuzer wurde von drei Unterseebooten mit Torpillen angelaufen, und die Behörden stellten fest, daß das Schiff im Ernstfall kampfunfähig gemacht worden wäre. Die Versuche waren von dem größten Erfolge begleitet., Die Boote manövrierten mit großer Gewandtheit und Prä- cision. Nizza, 6. Jan. Die Familie Gambettas hat nun endlich ihre Einwilligung dazu gegeben, daß die sterblichen Ueberreste Gambettas nach Paris überführt werden. Dieselben werden dort im kommenden Frühjahr im Pantheon beigesetzt werden. Wien, 6. Jan. Auf dem zahlreich besuchten ch ri stlichk- sozialen Parteitage sagte Lueger: Mit dem Deutsch en Reiche wollen wir entschieden zu sammen- gehen, es ist jedoch ein internationaler Skandal, wie die Los von Rom-Bewegung von dem Deutschen Reiche unterstützt wird; dem könne man nicht ruhig zusehen. Peking, 6. Jan. Für die bevorstehende Ankunft des kaiserlichen Hofes werden die Paläste und Pagoden wieder in stand gesetzt und mit neuen Malereien versehen, deren prächtige Farben einen glänzenden Eindruck machen. Tausend Soldaten aus Schantung sind in Galauniformen mit modernen Waffen heute früh in Peking eingerückt. Alle Straßen, durch welche der Hof bei seinem Einzug hindurchzieht, werden am Montag und Dienstag gesperrt sein. Es sollen an der Hauptstraße aber zwei Häuser reserviert werden, in denen die Mitglieder der Gesandtschaften Zeugen des Einzuges sein können. Es ist das ein u n e r h ö r t e s Z u g e st ä n d n i s. Gleichwohl haben sich die Gesandten entschlossen, mit Rücksicht auf die Vergangenheit und die Thatsache, daß die meisten von ihnen noch ihre Beglaubigungsschreiben nicht überreicht haben, dem Einzuge nicht beizuwohnen. — Die chinesischen Behörden haben energisch dagegen protestiert, daß britische Offiziere die Aufsicht über die Eisenbahnzüge übernehmen, welche den Hof von Paotingfu nach Peking bringen. Demgegenüber hat der britische Gesandte Satow geltend gemacht, daß diese Offiziere nicht in ihrer Eigenschaft als Militärs den Zug begleiten würden. — Es ist klar, daß die Lösung der Mandschurei-Frage erst nach der Ankunft des Hofes in Peking erfolgen kann. Der russische Gesandte Lessar hielt in einer Unterredung mit den chinesischen Bevollmächtigten über die Eisenbahnfrage daran fest, daß Rußland unter keinen Umständen seine Zustimmung dazu geben werde, daß andere Mächte bei dem Bau oder dem Betriebe von Eisenbahnen in der Mandschurei ohne Rußlands Einwilligung beteiligt würden. Newyork, 6. Jan. Das Kriegsdepartement erhielt Manila Exemplare einer von neun amerikanischen Soldaten unterzeichneten Proklamation, in der dieselben ihre Kameraden auffordern, zu desertieren und sich dem Heere der Filippinos anzuschließen. In der Proklamation heißt es, die Filippinos kämvften für eine gerechte Sache, wie die Armee George Washingtons gethan habe. Die Invasion der Philippinen seitens der Amerikaner verstoße gegen die Monroedoktrin. Der blutige Krieg fülle nur die Taschen einiger anderer Kapitalisten, und müsse für die Amerikaner ebenso verhängnisvoll werden, wie für die Spanier, troßdem letztere die Filippinos besser gekannt hatten, als die Amerikaner. Einer der Unterzeichner der Proklamation, ein Korporal, wurde von einer militärischen Kommission wegen Verrats zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. General Chaffee stieß jedoch das Urteil um und sprach den Korporal frei, da es sich herausstellte, daß derselbe als Gefangener von den Filippinos zur Unterzeichnung der Proklamation gezwungen wurde. Santiago, 5. Han. Trotz gegenteiliger Versicherungen hat die argentimsche Regierung bis jetzt das von dem chilenischen Minister des Auswärtigen Panez und dem argentinischen Gesandten Portela äufgesetzte Protokoll nicht ratifiziert. Argentinien verlangte von Chili Aufklärungen bezüglich des Protokolls. Bom Bnrenkriege liegt heute nur folgende thatsächliche Meldung aus Bloemfontein vor: Eine Konstabler-Abteilung unter Major Beresford nahm am 4- d. M. mitten im Oranjestaat den Feld- kornet Leroux, den Korporal Erasmus und 33 Buren gefangen- 30 Gewehre wurden erbeutet. Der Feldkornet Pretorius und 10 Buren fielen- Lord Kitchener telegraphiert, die Meldung, daß zwei Nachrichtendienst-Offiziere hinterlistig von Buren in der Nähe von Warmbad erschossen worden! seien, ist unbegründet. Es wird dem Herrn Oberkommandierenden nicht leicht geworden sein, jene häßliche Beschuldigung zurückzunehmen. In Cleveland (Ohio), hielt der frühere Präsidentschaftskandidat Bryan in einer Versammlung von Burenfreunden eine Rede, worin er sagte, die hohen Kosten des Krieges erteilten England eine Lehre, welche sobald nicht werde vergessen werden. Bryan feierte die tüchtigen Eigenschaften der Buren, denen er den dringenden Rat erteilte, den Kampf fortzusetzen. Es sei eine Schande, daß seitens der Regierung der Unionsstaaten keine Sympathiekundgebung für die Buren erfolgte. Der Burenkommandant Tadema, der am 5. d. M. in Lüttich einen Vortrag über den Krieg hielt, sank plötzlich, als er das letzte Wort gesprochen, zusammen und wurde als Leiche aufgehoben- Man nimmt an, daß er infolge einer Krankheit, die er sich durch eine Verwundung im Kriege zugezogen, gestorben ist. Wie man aus Genua berichtet, wurde dort ein angeblicher Burengeneral, der mit mehreren Hundert italienischen Freiwilligen nach Transvaal abgehen sollte, als Schwindler entlarvt- Seine durch einen Verband verdeckten „Wunden" existieren gar nicht- Dabei hatten die italienischen Blätter spaltenlange blutrünstige Interviews mit dem Burenhelden abgedruckt. Der Schwindler ist ein Franzose, und wird den französischen Behörden ausgeliefert. Aus Stadt und Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rrrbrik befiirdlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 7. Januar 1902. ** Der Gießener Anzeiger trägt, was einige seiner Freunde übersehen zu haben scheinen, seit dem Beginn des neuen Jahres stets das Datum seines Erscheinens. Es giebt also fortan keine Sonntagsnummer mehr, dafür aber eine Montagsnummer. Die ftühere Sonntagsnummer ist jetzt.zur Samstagsnummer geworden, die Samstagsnummer zur Freitagsnummer re. Um weiteren Reklamationen zu begegnen, sehen wir uns zu diesen langatmigen Auseinandersetzungen veranlaßt. ** Vortragskurs für praktische Landwirte. Der Vortrags- kurs wurde heute vormittag IO1/* Uhr vom Vizepräsidenten des Landwirschaftsrats Oekonomierat Schiente eröffnet. Von Seiten des Großh. Ministeriums war Ministerialrat Braun- Darmstadt erschienen; ferner wohnten die Herren Geheimrat v. Bechtold, Se. Magnifizenz der Rektor der Universität und Bürgermeister Dr. Mecum der Eröffnung und den Vorträgen bei. Der Besuch an Kursteilnehmern war so stark, daß die Turnhalle fast ganz besetzt war. Als Vortragender sprach zunächst Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Paasche- Charlottenburg, über „Die Bedeutung und Zukunft der ausländischen Getreidekonkurrenz". Er gab zunächst einen geschichtlichen Rückblick, indem er die frühere Lage der deutschen Landwirtschaft und die Entstehung der ausländischen Konkurrenz, insbesondere der amerikanischen, schilderte. Er sprach zum Schluß die Ansicht aus, daß diese Konkurrenz nur eine vorübergehende Erscheinung sei, daß es aber gerade deshalb die Sache einer richtigen Agrarpolitik sein müsse, die deutsche Landwirtschaft zu schützen. — Prof. Dr. Albert-Gießen sprach über „Reue Forschungen auf dem Gebiete des Molkereiwesens". Er legte den Stand der einzelnen Zweige des Molkereiwesens in klarer und allgemein verständlicher Weise dar, überall praktische Winke gebend. Der 3. Redner, Oberlehrer Dr. Freybe-Weilburg, sprach über die Frage „Wie kann die neuzeitliche wissenschaftliche Wettervorhersagung für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden." Seine Erörterungen gipfelten in der Beantwortung der beiden Fragen: 1. Wie schaffen wir sichere Nachrichten? 2. Wie schaffen wir sie zeitig hinaus? Dem Wetterdienst der Landw.-Schule in Weilburg ist es gelungen, 91 Prozent Treffer bei der Vorhersage zu erzielen und durch das Entgegen- konunen der Postbehörde dürste auch die zweite Frage zufrieden stellend gelöst werden. — Sämtliche drei Vorträge wurden mit großem Beifall ausgenommen. Morgen (Mittwoch) spricht Professor Dr. Hansen-Bonn über „Maßregeln zur Steigerung des Reinertrages in der Wirtschaft" und Geh.- Rat Prof. Dr. Paasche-Charlottenburg über: „Die Reform der Spiritussteuer und ihre Bedeutung für die deutsche Landwirtschaft." Prof. Dr. Alb ert-Gießen über „Futterbau und Fütterung nach dem heutigen Stande der Landwirtschaft", Reg.-Baumeister Schiller-Berlin über: „Welche landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte haben sich nach den Ergebnissen der Prüfungen der deutschen Landwirtschaftgesellschaften als die empfehlenswertesten erwiesen"? ferner Herr Kreisveterinärarzt Dr. Schmidt-Gießen über: „Neue Er; gebnisse in der Bekämpfimg der Maul- und Klauenseuche." • * Versetzung. Das Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., Regierungsrat Dr. Weber ist, wie wir vernehmen, zum 1. April in gleicher Eigenschaft an die königl. Eisenbahndirektion Hannover versetzt worden. * * Zum Amtsnachfolger des als Direktionsmitglied nach Mainz versetzten Eisenbahndirektors Schoberth ist Eisenbahnbauinspektor Zimmermann, bisher in Mainz, ernannt worden, der am 1. Januar bereits hier eingetroffen ist. * * Der deutsche Kronprinz sollte, wie wir hören, gestern nachmittags 5 Uhr auf der Rückreise von Berlin nach Bonn unseren Bahnhof passieren. Doch ist die Reise im letzten Augenblick verschoben worden. **^Die Einrichtung des neuen Tunnels auf der Frankfurter Seite unseres Bahnhofs bewährt sich, wie wir hören, sehr gut. Das Publikum hat sich überraschend schnell an die neue Einrichtung gewöhnt; man hört darüber nur des Lobes, und in der That bildet der Dsnnel mit seiner geschmackvollen Ausstattung eine Zierde unseres Bahnhofs. — Die Arbeiten an der Tunnelanlage auf der oberhessische» Seite schreiten rüstig vorwärts. Dem Publikum sind sie kaum bemerkbar, da die Baustätte mit Bohlen überdeckt ist. Man bat bereits nut dem Ausmauern der Seitenwände begonnen. * * Ernennung. Der Vorarbeiter bei der Main-Neckar- Eisenbahn Karl Roth aus Darmstadt wurde zum Monteur bei dieser Bahn ernanut. ** Todesfall. Der Großh. Hess. Oberstabsarzt und Regt- mentSarzt im Jnfant.-Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116 Dr. Spieker ist in Wiesbaden, wo er auf Urlaub weilte, nach kurzem Krankenlager am Sonntag gestorben. ** Sozialpolitisches. Der ursprünglich nur für daZ Ministerium der Finanzen errichteten staatlichenBetriebs- krankenkasse für das Großherzogtum in Darmstadt haben sich nunmehr das Staatsministerium sowie die Ministerien des Innern und der Justiz angeschlossen, sodaß diese Betriebskrankenkasse sich jetzt auf sämtliche staatliche Geschäftszweige des Großherzogtums erstreckt. Mit der Verwaltung der Betriebskrankenkasse ist eine Medizinalkasse für staatliche Unterbeamte verbunden, die unter finanzieller Beihilfe des Staats den kleineren Beamten — bis zu 2000 Mark Gehalt — freie ärztliche Behandlung, sowie Heilmittel für sich und ihre Familie verschafft. Auch die Versorgungsanstalt für staatliche Arbeiter, die ebenfalls der Verwaltung der Betriebskrankenkasse unterstellt ist, umfaßt nunmehr alle Ressorts der hessischen Staatsverwaltung. Allgemein ist für die staatlichen Arbeiter und Gehllfen die Krankeu- vcrs ich erungspf li cht auf statutarischem Wege soweit erstreckt, als sie der I nvalide nversicherungspflicht unterliegen. Nicht einbegriffen sind die Bediensteten der Eisenbahnverwaltung, für die besondere Einrichtungen bestehen. Die Verwaltungsstelle ist nämlich verbunden mit der Jn- validenversicherungsanstalt des Großh. Hessen. ** Jubiläum. Heute begeht der Amtsgerichtsdiener Friedrich Nicolai das 25jährige Jubiläum seiner Thätigkeit im Dienste der Justiz. Zuerst war er beschäftigt beim ehemaligen Bezirksstrafgericht, von dort kam er zur Staatsanwaltschaft und im Jahre 1891 wurde ihm definitiv die Stelle als Amtsgerichtsdiener übertragen. Der Jubilar, der im Ganzen 32 Jahre dem Staate diente, erfreut sich bei seinen Kollegen sowohl wie auch bei seinen Vorgesetzten allgemeiner Beliebtheit. ** Aus dem Theaterbureau. Die nächste Vorstellung findet -am Freitag, dem 10. ds. Mts., statt, und zwar zum Benefiz für Herrn Regisseur Hans Ramfeyer. Herr Ramseyer hat das beliebte Anzengruber'sche Volksstück „Der Pfarrer von Kirchfeld" für seinen Ehrenabend ausgewählt. Zu Benefiz-Vorstellungen haben Abonncments- Billets keine Giltigkeit. — Am kommenden Sonntag, nachmittags 4 Uhr, soll als Kindervorstellung das Märchen „Rotkäppchen" zur Aufführung gelangen. ** In den Vier Jahreszeiten findet allabendlich 8 Uhr an fang end Konzert des Damen-Orchesters „Hammonia" (Dir- W. Mackens), statt. Die Gesellschaft verfügt über gute Kräfte- Besonders hervorzuheben sind die Leistungen des Geigenkünstlers M- Protze, der stets reichen Beifall erntet, und der Dirigentin Fräulein Lisa Müller- (Vgl- Inserat.) *• Zu der Nachricht von der Verlegung der Präparanden- anstalt in Lich. Von bestunterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die Nachricht von einer bevorstehenden Verlegung der Präparandenanstalt von Lich nach Friedberg durchaus unbegründet ist. -i- Wieseck, 7. Jan. Vom Turnverein wurde am Sylvesterabend eine Geldsammlung zur Linderung der Burennot veranstaltet, welche den Betrag von 16.50 Mark ergab- Derselbe wurde dieser Tage dem hiesigen Unterkomitee des Burenhilfsbundes übergeben, das ihn als zweite Sendung aus unserer Gemeinde an die Geschäftsstelle in Berlin schickte- ? Lang Göns, 6. Jan. Der Weichensteller Henkel tritt demnächst in den verdienten Ruhestand. Henkel ist seit 35 Jahren im Dienst, seit 24 Jahren auf der hiesigen Station. Er hat sich im Laufe der Jahre die volle Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erworben. k. Launsbach, 6. Jan. Die hiesige zweite Schulstelle ist seit Neujahr verwaist. Der bisherige Lehrer Brömb er hat, obgleich schon sechs Jahre im Schuldienst, trotz wiederholter Aufforderung seiner Behörde, es unterlassen, seine zweite Prüfung abzulegen, die innerhalb der ersten fünf Dienstjahre abgelegt werden muß. Die vakante Lehrerstelle ist mit 1200 Mk. Grundgehalt und Alterszulagen von je 140 Mk. nebst freier Wohnung ausgeschrieben. -i- Sichenhausen, 5. Jan. Heute feierten unser allver- ehrter Bürgermeister Appel und seine Ehefrau in völliger Frische und Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Appel, der nunmehr schon zum dritten Male zum Bürgermeister unseres Dorfes gewählt worden ist — ein Beweis des Ansehens und Zutrauens, das er in unserer Gemeinde genießt — steht im 76. und seine Ehefrau im 75. Lebensjahr. Das Jubelpaar empfing in der Kirche zu Herchenhain von Pfarrer Koller den kirchlichen Segen. Verschönt wurde die Feier durch einen zweistimmigen Gesang der Schüler. Das Kirchspiel Herchenhain, zu dem Sichenhausen gehört, schenkte dem Jubelpaar eine schön ausgestattete Bibel. t- Altenstadt, 6. Jan. Die Nidder, die infolge der anhaltenden Regengüsse der letzten Zeit manche Gebiete stundenweit in förmliche Seen verwandelt hat, forderte wieder einmal ein blühendes junges Menschenleben zum Opfer. Der 21jährige Verwalter der hiesigen dritten Lehrerstelle Weckerling von Friedberg geriet gestern mittag auf seinem gewohnten Spaziergang nach dem zwischen Altenstadt und Rommelhausen gelegenen Wald unweit der sogenannten großen Brücke vermutlich bei dem Versuch, mit dem Spazierstock seinen Hut zu holen, der ihm beim Ablesen des Wasserstandes am Pegel in den Fluß gefallen war, durch Abgleiten in bie hochgehenden Fluten- Als flotter Schwimmer vermochte er sich trotz, des schweren Mantels, den er trug, eine größere Strecke über Wässer zu halten, die inzwischen herbeigelaufenen' Buben um Stangen anrüfend, bis er bei der nächsten Krümmung von dem an dieser sehr tiefen Stelle herrschenden Strudels erfaßt wurde und Untersaat- Erft heute Stimmen- vormittag ^11 Uhr gelang es) die Leiche in geriugerl Entfernung von dem Platze, wo der Verunglückte von den Wellen verschlungen wurde, zu landen- Die bemitleidenswerten Angehörigen, von denen der Vater und .eine Schwester bereits gestern nachmittag herbeigeeilt waren, wurden sofort davon in Kenntnis gesetzt. § Bellersheim, 6. Jan. Hier erhängte sich gestern -er Landwirt Wilh. Vogel in seiner Behausung. Da er ein nüchterner und fleißiger Mann war, erregt die unselige That hier wie in der Umgegend allgemeines Aufsehen. X Herchenhain, 6. Januar. In diesem Jahre . wird auch nach unserem hoch gelegenen Gebirgsdorfe ein Telephon- «nsthluß hergestellt. le. Vaitshain, 4. Jan. Bei der heutigen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Müller ein- ^Mmmig wiedergewählt. Müller der sich stets als tüchtiger und treuer Vertreter unserer Gemeinde erwiesen hat, wurde noch nachts ein „Maien" geholt und vor seine Hofraithe gesetzt. le. Weid-Moos (Kr. Lauterbach), 5. Jan. Hier fand gestern die Wahl eines Beigeordneten statt. Der seitherige Beigeordnete Karl Fölsing wurde einstimmig wieder- gewählt. Nach der Wahl versammelten sich die Wähler zu einem gemütlichen Beisammensein. el. Aus dem Vogelsberge, 5. Jan. Vor einiger Zeit brachten wir eine Notiz über die Gründung einer Molkereigenossenschaft für die Orte Rudingshain, Götzen und Michelbach. In dieser Angelegenheit wurden in letzter Zeit einige Versammlungen abgehalten. Die Genossenschaft ist nunmehr zusammengetreten, aber nun fragt es sich, wo die Anker ausgeworfen werden sollen. Ein großer Prozentsatz der ^Beteiligten bringt eine Kommanditgesellschaft in Vorschlag nnd will sich mit bestimmten Vermögenseinlagen an der oberhalb Schottens im Niddathal gelegenen Kromm'schen Molkerei beteiligen. Rudingshain hält die Merz-Mühle dort zur Einrichtung einer Mollerei für geeignet, was wohl nicht angenommen werden kann, da einmal die Triebkraft der Nidda m ihrem Ursprung den Forderungen nicht genügen Ian» und dann der Ort unpraktisch liegt für die übrigen Gemeinden. Endlich geht man mit dem Gedanken um, die modern eingerichtete Kromm'sche Molkerei käuflich zu erwerben. 8. Darmstadt, 6. Jan. Im alten Palais findet heute Abend aus Anlaß der russischen Weihnachten, die bekanntlich 13 Tage nach unserem Weihnachtsfeste gefeiert werden, große Weihnachtsfeier mit Bescherung 2c. statt. — Morgen, Dienstag, werden die russischen Herrschaften den Gottesdienst in der russischen Kapelle in Wiesbaden besuchen. Am Mittwoch Abend halb 8 Uhr findet im allen Palais großes Hoflonzett mit Souper re. statt, zu dem zahlreiche Einladungen ergangen find. Die Abreise der russischen Gäste ist für den L0. oder 21. d. M. vorgesehen. — Prinzessin Elisabeth hat allen hessischen Hofbeamten bis zum Diener herab eine Freude «bereitet, indem sie von Schloß Fabron aus an jeden eine Ansichtspostkarte mit Neujahrsglückwunsch und ihrer eigenen Unterschrift sandte. — Der in der Aktien-Zuckerfabrik Groß- Gerau angestellte Buchhalter Oskar Lehmann ist wegen Zuwiderhandlung gegen das Zuckersteuergesetz vom 27. Mai 1890 durch Strafbescheid des Hauptsteueramts Offenbach a. M. vom 9. September 1901 in eine Geldstrafe von 4x2500 Mk. = 10 000 Mk. genommen worden, weil er im Juli 1901 tue Ausfuhr von 100 000 Kilo Rohzucker mit einem Zuckergehalt von 90,5 Prozent bei Großh. Steueramt Groß-Gerau angemeldet und gleichzeitig Anttag auf Gewährung des Ausfuhrzolles gestellt hatte, während nach der amtlichen Unter» fuchnng der Zucker nur einen Zuckergehalt von 88,8 Prozent besaß, mithin nicht verglllungsberechtigt war. Da L. gegen diese Strafe Berufung eingelegt, wird sich demnächst das Landgericht mit der Frage beschäftigen. — Ein 25—30 Jahre alter, 1,65 Meter großer schlanker Mensch mit vollem, rundem, aber bleichem und bartlosem Gesicht, bekleidet mit einem guten dunklen, bläulich-grauen Anzuge, grauen weichen Hut und großer roter Kravatte, hat dieser Tage im Eberstadter Walde eine 69 Jahre alte Frau überfallen, offenbar in unsittlicher Absicht, ging aber, da sie sich heftig wehrte, durch. Er wird polizeilich verfolgt. Mainz, 6. Jan. Um das Elektrizitätswerk mehr auszubeuten und der Bevölkerung den Bezug von elettrischer Energie zu erleichtern, besonders bei der Verwendung von Elektrizttät zu Kraftzwecken, beabsichtigt die Stadt, ähnlich wie dies bereits in anderen Städten der Fall ist, eine Preisherabsetzung insofern einzuführen, als je nach der Höhe der zu bezahlenden Summe für elektrische Energie eine prozentuale Ermäßigung eintritt. Worms, 6. Jan. Die „Wormser Zig." meldet: Der Zentralkirchenvorstand von Worms hat an den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet, das den Dank für die Anregung zur Einigung in der protestantischen Kirche gelegentlich der Gothaer Denkmalseinweihung ausspricht: Sr. Majestät dem deutschen Kaiser Berlin. Eurer Ttajeftät naht sich der unterthänigst unterzeichnete Zentral-Kirchenvorstand der Lutherstadt Worms mit dem Ausdrucke ehrerbietiger und begeisterter Dankbarkeit für die erhebenden Worte, wttche Eurer Majestät an die protestantischen Kirchen Deutschlands gerichtet baden. In den Reihen der rheinischen Protestanten hat das Wort, den engeren Anschluß der deutschen protestantischen Landes-Kirchen anzustreben, einen begeisterten Widerhall gefunden, indem wir in der Aufrichtung der deutschen Nationalkirche die Vollendung des in Deutschlano geborenen Reformationswerkes für die Deutschen erkennen. In tiefster Ehrfurcht Euer Majestät unterchänigster Zentral- Kirchenvorstand der Stadt Worms. i. Wetzlar, 6. Jan. Der, Lehrerverein des Kreises erwähnt in fernem Jahresbericht, daß an dem Fortbildungskursus für Lehrer, der im Vorjahre an der Universität Gießen stattfand, von den insgesamt 235 Teilnehmern 43 dem hiesigen Kreise angehötten. (:) Waldgirmes, 6. Jan. Unsere Gemeinde hat ein stattliches neues Schulgebäude erhallen. Bisher waren unsere 3 Schulklassen mit 3 Lehrern auf 2 Schulsäle angewiesen. Das neue Gebäude enthält 2 Lehrsäle mit Lehrerwohnungen. Es wird Anfang April seiner Bestimmung übergeben werden. ** Kassel, 6. Jan. In der Thongrube der Schmelztigelfabrik C. W. Göbel u. Söhne in Groß-Alme- rode ereignete sich heute vormittag ein schreckliches Unglück. Zwei Inhaber der Firma und ein Maschinist, die sich in der durch hereinbrechende Wassermassen gefährdeten Grube befanden, wurden durch ausströmende giftige Gase getötet. Die Leichen konnten, da die Wassermassen das Betreten des Schachtes sehr gefährlich machen, bisher nicht geborgen werden. " Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Offenbach a. M. besteht feit einiger Zeit unentgeltliche Geburtshilfe, für deren Kosten die Gemeinde auf» kommt. Im vergangenen Jahr wurde diese Hilfe bei nahezu zwei Dritteln der Geburten in Anspruch genommen. — Ein 29 Jahre alter Weißbindergeselle mit Namen Jung aus Bingen nahm am Samstag ein gerade aus der Schule kommendes kleines Mädchen mit in die katholische Pfarrkirche, wofür er ihm 5 Pfg. versprach; der Unhold vergewaltigte sodann in der Kirche das Kind. Er wurde verhaftet. — In Bremen wurde der von den Staatsanwaltschaften Frankfurt a. M. und Mainz im August v. I. steckbrieflich verfolgte Schreiner Karl Horn aus Mainz verhaftet. Horn hat im vorigen Jahre große Betrügereien und Unterschlagungen zum Nachteile von Angestellten der Süddeutschen Waggonfabrik in Kelsterbach verübt. Vermischtes. * Mannheim, 6. Jan. Wegen Unterschlagung wurde der hiesige Rechtsanwalt Wilhelm Engler verhaftet- * Brüssel, 6. Jan. Wie die Blätter melden, warf sich der zur Zeit hier weilende belgische Generalkonsul in Kolumbien, Patin, heute .vormittag in der Nähe des Nordbahnhofes in dem Augenblicke auf die Schienen, als ein Zug aus Namur ankam. Der Leichnam wurde von der Familie rekognosziert. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt- * Madrid, 6- Jun. Ein schweres Unglück ereignete sich auf dem Flusse Lezaro bei Corunna, wo eine Fähre umkippte und 23 Menschen, größtenteils Frauen, ertranken- Bislang sind 17 Leichen aufgefunden worden. * Eine geisteskranke Prinzessin. Prinzessin Luise von Koburg, die seinerzeit in die Skandalaffaire mit einem ungarischen Offizier verwickelt war und später zur Beobachtung ihres Geisteszustandes in eine Heilanstalt nach Coeswig bei Dresden gebracht wurde, soll, wie jetzt Wiener Blätter melden, hoffnungslos geisteskrank sein. Das Leiden der Prinzessin ist, der Aussage der Psychiater gemäß, eine partielle Gehirnparalyse und das Befinden ein ganz hoffnungsloses. Gegenwärtig hat ftch ihr Drang von einer nie zu befriedigenden Sehnsucht nach prachtvollen Toiletten und sonstigem Prunk in eine Leidenschaft für Blumen umge- waudell. Mau darf ohne Uebertreibnng sagen, daß die Wohnräume der Prinzessin in Conswig einem herrlichen Blumengarten gleichen, in welchem die Kinder Floras in vollster Blüte stehen. Und mitten unter ihnen wandell die unglückliche Prinzessin, häufig auch läßt sie sich aus den Fußboden mitten unter ihren Lieblingen nieder, fuhrt mit ihnen ganze Gespräche, als ob es Lebewesen wären, und hat für jede Blume einen eigenen Namen. Diese Form der Geisteskrankheit erinnert lebhaft an das traurige Geschick der Kaiserin Charlotte von Mexiko, die nach der Katastrophe 1867 in geistige Umnachtung verfiel und kurz nachher gleichfalls ausschließlich an Kleidern und an Blumen Freude fand. * Von der Lausitzer „Neber-Lokomotive" (vgl- unsere gestrigen vermischten Meldungen) liegt heute folgende amtliche Meldung aus Dresden vor: Der am 5. Januar vormittags um 9 Uhr 45 Min. von Görlitz kommende Personenzug Nr- 603 ist in Zittau infolge glitschriger Schienen nicht rechtzeitig zum Anhalten zu bringen gewesen, vielmehr über die an der Ostseite des Stationsgebäudes gelegene Drehscheibe hinausgefahren, und durchbrach dieses Gebäude in einer Brerte von drei» Metern, wodurch ein Teil der Telegraphenexpedition zerstört wurde- Die Maschine des Zuges ist einen Meter weit in diesen Raum eingedrungen. Der Zug bestand aus 10 Wagen, welche sämtlich im Geleise blieben- Eine Axe eines in der Mitte befindlichen Wagens wurde in die Höhe gehoben, wodurch die Stirnseite dieses und des benachbarten Wagens zerstört wurde- Verletzt wurden Reisender Seibt-Eibau und Grundbesitzer Hartmann-Großschwei- nitz, Arbeiter Mendel-Tauchritz, ersterer durch Quetschungen bedenklich- Die Verletzungen der beiden anderen sind leichter. Alle drei konnten sich allein nach Hause begeben. Der Materialschaden ist unerheblich. Eine Betriebsstörung hat nicht stattgefunden. * Schiff sun fälle. Nach einem Telegramm aus Hamburg fenterte infolge des Sturmes im Hafen ein Ruderboot- Arbeiter Benerki ward halb erstarrt gerettet Sein Bruder und dessen Freund ertranken- — Wie aus Kiel depeschiert wird, kollidierte vor der Mündung des Nordostseekanals der Hamburger Dampfer „Sundsvall" mit dem schwedischen Dampfer „Goeteborg". Beide Schiffe wurden erheblich beschädigt und wurden leck Der „Sundsvall" hat Holtenau als Nothafen angelausen. — Spanische Blätter veröffentlichen eine Depesche aus Oporto, wonach der spanische Dampfer „Vinalda" und der von Cardiff kommende englische Dampfer „Alphonso" nach einem Zusammenstoß gesunken sind- Die Besatzung des „Alphonso" ist außer dem Kapitän umgekommen. Die Besatzung des „Vinalda" wurde durch einen portugiesischen Dampfer gerettet- Umversttäts Nachrichten. Berlin, 6. Jan. Auf dem (bereits gestern in unseren „letzten Meldungen" kurz erwähnten) F e st e s s e n, das zu Ehren des Mnisterial-Direktors im Kultusministerium, Dr. Althoff stattfand und an dem etwa 20 Gelehrte teilnahmen, hielt Professor S ch m o l l e r eine Rede, in der er zunächst auf die Angriffe des Seniors der philosophischen Fakultät in Straßburg Professor Michaelis gegen Dr. Alchoff zu sprechen kam. Jene unerhörten Angriffe hätten den Anlaß zu diesem Feste gegeben, das gehässige Entstellung als eine Gegen-Demonsttation gegen Mommsen auszufassen versucht habe. Nichts aber habe een Fest-Veranstaltern ferner gelegen, Dr. Althoff habe sich zwar jede Lobpreisung verbeten, jedoch könne er, Redner, nicht umhin, dem verehrten Festgaste die Wahrheit zu sagen. Daß Althofs in weitenUniversi- tätskreisen unbeliebt sei, sei unzweifelhaft R aissonnieren über Vorgesetzte sei ein psychologisches Bedürfnis in den meisten Ständen. Der Beamte, der Offizier, der Professor müffen sich so Luft machen. Auch Alchoff sei nicht unsehlbar. Er habe große seltene Eigenschaften aber auch die komplementären Fehler seiner Tugenden. Mit Menschenkenntnis habe er die rechten Leute an die rechte Stelle gesetzt, dabei aber auch mal fehl gegriffen, wie es ja nur natürlich sei. Althoff verbinde mü einem weichen, empfänglichen, stimmungsvollen Gemüt ein sehr st arkes Temperament Er sei, mit einem Wort gesagt, em Virtuose her Opportunität, ein solcher sei aber auch Bismarck, ebenso Miquel gewesen. Der Redner gab am Schluß der Hoffnung Ausdruck, im Sinn aller Anwesenden gesprochen zu haben und auch im Sinn der Herren, die wegen Krankheit, Todesfall in der Familie, Rücksicht auf Partei- und andere Freunde die Einladung zu dem Fest abgelehnt haben. Im Namen Vieler könne er versichern, daß der Abgang des Ministerialdirektors Althoff für die preußischen Universitäten em großes Unglück sein würde. Dr.Alt- hoff dankte in warmen Worten für die ihm zu Teil gewordene l.Ehrung. Alsdann feierten noch die Professoren Bezold rmd Diels den Festgast Unter den Anwesenden befanden sich die Profefforen Hav. nach Delbrück u. a. — Zwei weitere polnische Studenten der hiff. Universität, deren Teilnahme an den gegen Prof. Schiemann gerichteten Demonstrationen sestgestellt ist, haben Ausweisungsordre erhallen, Sie hatten das Kolleg nicht belegt, sondern waren anscheinend rnm in der Vorlesung erschienen, um Lärm zu machen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 9. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstnnl>e im Konfirmandenhause (Krrchstraße 9). Jac. 4,7 ff. Pfarrer Dr. Grein. Neueste Melsungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 7.Jan. Einer der bekanntesten Rechtsanwalt« Berlins, der Justizrat Kall manu, hat sich gestern in einer Droschke erschossen, wie man aunimmt, infolge eines unheilbaren Nervenleidens. Hannover, 7. Jan. Es verlautet daß der deutsche Kronprinz vom 1. Oktober ab hier im Refideozschloffe Wohnung und an einem Kursus der Militärreitschule teil- nehmen wird. Brüssel, 7. Jan. Aus Antwerpen wird gemeldet, daß der englische Dampfer „Basutos", der mit voller Ladung von dort nach Manchester unterwegs war, im Aermelkaval mit seiner gesamten Besatzung, 27 Mann, untergegangeu ist. Birmingham, 7. Jan. Der Minister Chamberlain hielt hier eine Rede über den Imperialismus. England sei das liberalste aller Länder und werde darum vou allen Rationen b* neidet. Es muffe stolz sein auf seine glänzende Vereinsamung und dürfte sich allein an die Frenudschast seiner überseeischen Blutsverwandten, Australien, Kanada ic, hatten. Es sei zum Kriege gezwungen gewesen und habe gern und fteudig seim Opfer dafür dargebracht in dem Bewußtsein, für eine gerechte Sache zu streiten. Es sei in der letzten Zeit viel die Rede ge> wesen von einer englischen Handelskrise. Er sehe nichts davon und eine unmittelbare Gefahr liege entschieden nicht vor. Dir Aussichten aus die Handelseutwickeluug seien ausgezeichnet Der südafrikanische Krieg sei eine Notwendigkeit gewesen, und daS Urteil der Geschichte werde ihm Recht geben, daß England keine anderen Wege als die vou ihm eiugeschlageneu wandeln konnte Daß schmutzige Interessen dabei in Frage kämen, sei eine Vev lenmdnng. Wie«, 7. Jan. Während der letzten Anwesevhett des russischen Großfürsten Michael in Budapest soll zwischen ihm und dem Kaiser Franz Joseph über politische Veränderungen auf dem Ballau verhandelt worden sein ohne definitive Entschließungen« In erster Linie soll es sich um die Erlangung der österreichischen Suzeränität über Bosnien und die Herzogewina gehaudett haben und die Annahme eines Titels Königs vou Bosnien durch Kaiser Franz Joseph. (???) Marburg, 7. Jau. Professor v. Behring beabsichtigt den ganzen Betrag des ihm zugefallenen Nobelpreises von 168000 Mk. dem preußischen Staate zu stiften zur Errichtung eines besonderen Instituts für experimentelle Therapie an der" Uni* Djcrfität Mar bürg. Berlin, 7. Jan. Wie eine Korrespondenz mitteilt, hat der Kaiser den Wunsch, seine in diord-Amerika gee baute neue Hacht von Miß Alice-Roosevelt getauft zu sehen, bei dem Neujahrs-Empfang des diplomatischen Korps gegenüber dem Botschafter der Vereinigen Staaten von Nord-Amerika, Mr- Andrew Whtte geäußert. Kaiser Wilhelm bemerkte zu den: Botschafter, es werde chm Ven» gnügen machen, wenn Miß Roosevelt die LiebenswurdigIeik haben wollle, seine neue Yacht zu taufen- Kiel, 7. Jan. Das Marine-Kriegsgericht verurteilte den Ober-Bouteillier Habicht vom Kreuzer Gazelle wegen wissentlich falscher Meldung, Ungehorsams int Dienst und Betruges, zu 3 Monaten 8 Tagen Gefängnis- Beantragt waren 8 Monate- Chester, 7. Jan. Lord Londonderrh sprach gestern in einer Versammlung von Unionisten. Er erklärte, es könne gar keine Rede davon fein, den Buren irgend welche Autonomie zuzugestehen. Die letzten Unfälle der Engländer in Südaftika seien auch die letzten Anstrengungen der Gegner. Redner beschuldigte Roseberry der Inkonsequenz. Wien, 7. Jan. Von unterrichteter Seite verlautet, daß während der letzten Anwesenhett des Großfürsten Michael von Rußland beim Kaiser Franz Josef in Budapest noch folgende Aenderungen auf dem Balkan zur Verhandlung gestanden hätten, über die bis jetzt jedoch eine definitive Vereinbarung nicht zu stände gekommen wäre- Der Fürst von Bulgarien wird unabhängiger König des ganzen Landes, räumt aber die Befestigung von Burgas Rußland ein- Creta wird Griechenland einverleibt, das jedoch vorläufig die Autonomie der Insel respektieren soll. England erhält das Recht, Cypern zu annektieren und das Kontrollrecht über das armenische Cilicien- Frankreich. wird das Kontrollrecht über Rhodes ein geräumt, Italien kann nach Gutdünken über Tripolis verfügen, Deutschland kann als Endpunkt der mesopota- tamischen Bahn einen Hafen am persischen Golf wählen- Das Kontrollrecht über die türkischen Häfen an diesem Golfe wird es jedoch im Einvernehmen mit England ausüben. Die Verhandlungen dauern noch fort Budapest, 7. Jan. In der Wohnung des Ohrenn arztes Tomka wurde während seiner vierzehntägigen Abwesenheit ein Einbruch verübt- Die Einbrecher stahlen 160 000 Kronen in Wertpapieren und 20 000 Kronen in Werteffetten und vernichteten wertvolle Gemälde und Prä- parate. Die Thäter sind unbekannt. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. JH., 7. Januar. SVgO/o Reicheanleihe . . 101.35 3% do. ... 90.40 31/1% Konsole .... 101.40 3°/0 do......90.45 31/ao/o Hessen .... 99.60 3% Hessen ..... —.— 4% Oesterr. Goldrente . 102.30 4*/6% Oesterr. Silberrente 99.80 4% Ungar. Goldrente . . 100.70 40/0 Italien. Rente , . . 100.85 4‘/2% Portugiesen , . . 39.50 8<>/v Portugiesen .... 26.70 1% C. Türken .... 27.90 Türkenlose ...... 107.00 8u/o Mexikaner , . 41/2 /o Chinesen . , Electric. BoLuckert . Nordd. Lloyd, . . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdtner Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . ♦ Gotthardbahn . . . Laurahütto .... Bochum . . . . . 4% Grieoh. Monopo.l-Anl. 47a % äussere Argentiner 42.50 Harpener . Tendenz: fest . 26.65 . 88.00 . 109.80 . 108.00 . 203.00 . 184.40 . 128.90 . 131.60 . 148.10 . 141.30 . 21.10 . 165.00 . 190.80 180.50 . 162.90 Kosbäcker GUTE SUPPEN Mac:Kt ■ mit- PgBdl d-SG-s-tzk! Der ei soal meiste. Ach, der ^rpslanzte beul Mm de v^entme ««IM, Mm® «nb bie ,i . • r'ucn £ tob e: Men d 6eg hauen! i versetzt, J Jjt das $ getauft K •««erlinn ,4*AÖ I-S “'S LchUlstk Adreße für ^#2 nahnie w Lr Äsenden Artikel Verfassung oohmslos SÄ; Wesen der Me in en rchrankung' die Sorna richtung n besondere wendige sti tztaatswoh Da de scheu M Großherzo! Wesen der verantwort wie dem wenigstens Betracht k bestritten dem Vorbi estzustelle, Mir Met K Mpsiehtt der Preus Dies der Hofhl Zivilliste Ansprilche Landes en welche die Baden ges Da Fl Bediirfnissi stimmt ist, daß sic da uud Reprü 've Art ein g Heute entschlief sanft nach kurzem Krankenlager zu Wiesbaden, woselbst er auf Urlaub weilte, unser teurer Bruder, Schwager und Onkel der Grossherzoglich Hessische Oberstabs- und Regimentsarzt vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Grossherzogi. Hess.) Nr. 116 in Giessen, Ritter pp. Dr. Hans Hugo Gustav Spieker. Giessen, Hadersleben, Hannover, Kiel, Wiesbaden, den 5. Januar 1902. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Spieker. Die Beerdigung findet statt: Mittwoch den 8. Januar; nachmittags 3«/2 Uhr, vom Sterbehause, Mainzerstrasse 14, zu Wiesbaden. 05146] Mehr, schon möbl. Zimm, of. zu verm. Wallthorstr. 6, III. OaeiSesaggamg der Neuzeit ent» und Danksagung 291 098 Gießen, den 9. Januar 1902. Lehrling 228 tägüch frisch bei 242 Friedrich Mi, hunger Mann kann Kost u. Logis y erhalten. Eichweg 15. 0102 empfiehlt 301 Auguft^roll, Bahrrhofstr. 51. « n Eichen-Scheitholz. Nadel-Scheitholz. Aspen-Scheitholz. Birken-Knüppelholz. Eichen-Knüppelholz. Nadel-Knüppelholz. Aspen-Knüppelholz. Eichen-Stockholz. Nadel-Stockholz. ff II II H II 210 18 19 7 143 8 7 94 22 3610 710 Für dre vielen Beweise von Teilnahme bei unserm schweren Verbiete sprechen wir nnsem herzlichsten Dank ans. Im Gartenhaus Moltkestr. 2a ist eine schön gelegLüohnung,hoch- part, von 4 bis 5 Zimmern mit Ballon per L April zu vermieten. Nah. Mottkeftraße 2, I. 85 fLin Zimmer mit Bett zu verm. 'S/ 038 Bruchstraße 6, III. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei unserem schweren Verlust, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schlosse-r, für die liebevolle Pflege der Schwestern und für die zahlreichen 091] Ein gebr. Kinderliegwagen, fast neu, sehr preiswert zu ver- kcnrfen. Stephanstr. 12, II. 226] Junger Hausbursche ge- sucht. Gg. Keil, Neustadt 6. Die Zusammenkunft ist beim Manzgarten an der Strangswiese. Gießen, 6. Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Weoum. 297 Die Beerdigung von W FtlUlKchMeBeckerA geb. Stoll 30?H findet Mittwoch, 8. Jan., ■■ nachmittags Ä Uhr, statt. M Blumenspenden sagen herzkchsten Dank EhrijtM Ark üüd Wer Mittwoch, 303 Donnerstag, Freitag: lebendfrisch eintreffend Schellfisch, Cabliau, Zander, Schollen, Seehecht anerkanM billigste Bezugsquelle. Gebr. Berdux, ' Familie Medizinalrat Dr. Mayer. Giessen und Gaualgesheim, den *L Januar 1902. 295 Garantiert reinen Milchzucker Archon möbl. Zinnner mit oder w ohne Pension sof. zu verm. L4äh. Schloßgatze V 048, Danksagung. Für die vielen Beweise herzllcher Teilnahme-bei dem .Hinscheiden unserer lieben grau Elisabeths Schlicht sagen innigen Dank Hohverfteigemng im Gießener Ztadtwald. Montag, 13. Januar 1902, vorwitt. 9 Vz Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in deni Distrikt Fernewald, Abteil. Steinerts- wald und Kohlschlag versteigert werden: 13 rm Birken-Scheith olz. tlLine 6-Zimmerwohnung mit 15/ allem Zubehör sofort zu vev- mieten. Settersweg 62. s285 /Q esucht auf sofort 2 unmöblierte 'S, Zimmer cd ent. mit Küche. Offerten mit Preisangabe unter Nr. 096 an die Exped. d. Bl. Liebigstrasse 37, in schöner Lage Gießens, sind 3 Siebenzimmer-Wohnungen mit Bad, Ballon und allen Bequemlichkeiten der Neuzeit ausgestattet, nebst großem Garten per 1. April 1902 oder früher zu vermieten. Näh. Bleichstraße 11, p. 103 /Besucht gut möbliertes Wohn- '5/ zimmer nebst Kabinett in reier, schöner Lage, nicht Parterre. Offerten unter M. H. 0104 an die Expedition d. Bl.________ 31] Frankfurterstr. 1 Wohnung, 4 Zimmer und Zubehör, an ruh. Leute per 1. April zu vermieten. Näheres in der Konditorei. 35] Nordanlage 3, 2. Etage, komfortabel eingericht. Wohnung von 5 Zimmern mit allem Zubehör, per 1. April zu vermieten. Liebmann Bär, Nordanlage 1. Mer Stelle sucht verlange d.Aüg. Bakanzenliste, Mannheim. ,79 glicht. Droschkenkutscher gesucht A# 0103 Tiefenweg 3. 145) Friseur - Laden, mit oder ohne Wohnung, zu vermieten. ________Bahnhofstraße 58. 18] Ein kleiner Laden mit Wohnung von 2 bis 3 Zimmern nebst Zubehör am Brandplatz per Aprll zu vermieten. Birkenstock & Schneider, Frankfurterstraße 29. Geräumige 3-Zimmerwohnung m. all. Zubeh. im 1. St. p. 1. April zu vermieten. Dammstr. 48. (01 200] Ostanlage 20 Mansardenwohnung von 4 Zimmern, Kammer und Zubehör per 1. Aprll ^u verm. I. Stein, Architekt ... gebt euren Kindern ^llillTTrr bei Husten, Katarrh i-wW,vWv Ackermanns Fenchel- Honig. Fl. 60 u. 100 Psg. Philipp Schwager Wwe^ Drog, Markt8, ©esucht zum 1. April für zwei Damen möbliertes Zimmer mit Kabinett (2 Betten) mit oder ohne Pension auf etwa 8 Wochen. Anerbietungen unter P 8 231 an die Expedition d. Bl. zu richten. 101) Die fest Jahren von Herrn Direktor Hinz bewohnte Wohnung, Garteustraße 9ir. 30, 9 Zimmer, Veranda und sonst. Zubehör, per 1. April 1902 zu vermieten. Näheres auch bei Herrn Klees, Südanlage.______ 127] ö- Zimmerwohnung im mittleren Stock per L April oder früher zu verm. Kirchstraße 13. 122] Schöne Manfardenwohn- zu ^vwnieten.^ LsiMlage!L prechenden Einrichtungen ist per 1. April anderweitig zu vermieten. Näheres Frankfurterstraße 29. 14] Eine Vier- und eine Fünf- iinöbL Zimmer mit oder ohne mtges, kräftiges Mädchen ge- sucht. Frau 2ldolf Nörig, Krofdorferstraße 5a. Wellen Eichen-Neisig, „ Nadel-Reisig. FLin einfach möbliertes Zimmer 'S/ zu vermieten. 290 Bahnhofstraße 33, Laden links. /Lchön. Zimmer, mnnöbl., z.vrnt. >V088 Ferd.Bau«:,Wetzsteinstr.43 fßut möbl. Zimmer zu verm. 086 Franksiirterstr. 24, III. fLmfach möbl. Zimmer zu vernu 12/ 097 Asterweg 9, rechts. 082] Eine 4-Znnmerwohn. an kinderl. Leute z. v. Westanlage 9. 068] 3-Zimmerwohn. (Neubau sofort zu verm. Schützenstr. 1. 017] Der 2. Stock in meinem neuen Hause Löwengasse 20, best. aus 4 Zimuu, Küche rc., ist brs zum 1. April bezw. 1. Juli zu vermieten. Georg Appel. 131] Eine 3-Zimmerwohnung und eine Stube mit Küche sofort zu vermieten. Ltcherstraße 13. onftrgem Zuvehor am Branopray per Aprll zu vermieten. Birkenstock & Schneider, ________Frankfurterstraße 29. 17] Eine Mansarde mit zwei großen Zimmern und eine solche mit drei oder vier großen Zimmern nebst Zubehör am BrandplatzperAprllzu vermieten. Birkenstock & Schneider, kWMNsM sucht ein ordentliches Mädchen, das sortieren lernen will. 229 Näh, in der Exped. d. Bl. Gesucht auf 1. Februar ein zuverlässiges, gut empfohlenes Hausmädchen, welches nähen und bügeln kann. Frau Antonie Throm, Hofmannstraße 1. 65 äum sofort. Ein- tritt ein braves, ordentliches Mädchen, das kochen kann und Hausarbell übernimmt. Zu «fragen in be^Csy^eb 212 mit guter Schulbildung zu Ostern in eme hiesige Cigarrenfabrik ge- fucht. 9täh. in der Exped. d. Bl. Lehrling mit guter Schulbildung zu Ostern gesucht. 274 Joseph Herz, Bankgeschäft. Araves Mädchen, welches schon gedient hat, wird auf Peterstag (22. Februar) gesucht von Frau E. Leuchtweis, Hungen (Oberhessen).302 Stöbt. Schlachthaus Freibank. Morgen: SchsemMlch 56 M Kreppet 221] 2 Zimmer und Küche an kinderlose Familie oder einzelne Leute per 1. Februar oder früher zu verm. NÄ). Sellersweg 85,1. 232] Eine Wohnung mit einem Zimmer und Küche, eine Wohnung mit zwei Zimmern, Küche uno Vorplatz zu verm. Wall- thorstr.67. ZuerfrHVahnhofstr.57 239] Kleines Logis zu vermieten. Wallthorstraße 13. 19] 6-Zimmerwohnung mit Bad, Ballon und Logien und all. onstigen der Neuzeit entsprechenden Einrichtungen in rmserem ^mnfe, Güthestraße 23 im 2. Obergeschoß ist per 1. Aprll zu verm. Birkeustock & Schneider, ________Frankfurterstraße 29. 20) Laudgrasenstratze 3 Parterre und 2. Stock, je fünf Zimmer, per 1. April zu verrru H. W. Riuu, Heuchelheim. 26] Der mittlere Stock meines Hauses ist per L Aprll zu vermieten. H. Schmidt, «ahnhofstr. 37. 28] Im Hause Wallthor- straße 44 ist die 2. Etage, 7 bis 8 Zimmer mit allen Bequemlichkeiten, großem Gartenanteil usw. per sofort, eventl. später, preiswert zu vermieten. Näheres daselbst im 1. Stock. 29] Bismarckstraße 22 ist die L Etage, 5 Zimmer mit allem Zubehör, Gartenanteil, perZofort anderweit zu vennieten. Näheres in der Wohnung selbst. 22] Möbliertes Zimmer mit Kabinett zu verm. Löberstr. 3, II 33] Freundl. möbl. Zimmer zu verm. Bahnhofsttaße 27, II. Ludwigstraße 36, Mansarde, zwei Zimmer und Brüche» zu vermieten._____________306 (Familien-Logis zu vermieten. ty 304 Mäusburg 12. @m Haus z. Alleiubewohneu, auch getellt, mit Stallung und großem Garten xu vermieten per 1. März od. früher. Zu erfahren 300 Frauksurterstratze 49. schöne 8-Zim.°Wohuuug mit ö allen Bequemlichkeiten zu verm. Südaulage 7. 095 Wchmng Zubehrn zu vermiet. Asterweg 40, Ecke 9tordanlage. 060] Eirre kleine Wohnung zu verm. Teufelslustgärtchen 26. 128] Schöne 2-Zimmerwohnung mit Zubehör an ruhige Leute zu vernneten. Grünbergerstraße 32. 3] Westaulage 36, Atan- sarde, 4 Z., 1 Kab.^ Küche und Speisekainmer für 1. 4. 02 z. vermieten. Amusehen bis 2 Utp: nachmittags. Näheres parterre. Grabenstraße 9, II. an. Kaufmann (kapitalkräftig) sucht nachweisbar rentables Geschäft zu taufen od. sich an einem solchen thätig zu beteiligen. Ausführliche Angebote, denen auf Wunsch strengste Verschwiegenheit zugesichert wird, unter Nr. 197 an d. Exped. erb. 5000 kg. Mer s gute Qualität, werden Anfang Januar 1902 zu kaufen gesucht. Bemusterte schriftliche Angebote franko Ober-Schmitten erbittet Louis Staffel,Papierfabrik,Ober- Schmitten bei Nidda (Oberhessen). 094] Büglerin empf. sich in u. außer dem Hause. Brandpl. 12. Auch werd, das. Kleider gereinigt. Frl., im Weißzeugnäh. u. Flicken bewandert, nimmt noch Kunden Landwirt sucht <20. kleines mit ben nöttgen Gebäuden in Gießen zu pachten. Offerten unt. Nr. 214 an die Expedition d. Bl. 089] Arn 3. Jan. im Bahnhof Gießen e. schwarz-grauerPinscher- hund ohne Halsband entlaufen. Der Finder w. geb., ihn bei Gastw. Stork, Rodheim a. Bieber, abzug. 0100] Verlorert wurde am Soim- tagabend um 8 Ubr a. d. We^e Schottstraße zum Cafö Leib em Pelz-Boa. Gegen Belohnung abzugeben. Schottstr. 10, I V. Ein Stfitf weiße Spitze in der Nähe des Marktplatzes verloren worden. Wiederbringer gute Bel. [296] Moltkestr. 2,1. Lier Jahreszeiten. 47 Grünbergerstraße 47. Tägl. groß. Konzert Orchesters ' „HliMünin". (Dir. W. Mack en s.) 0101 7 Damenl 3 Herren! Anfang Wochentags abds. 8 Uhr. Sonntags 4 und 8 Uhr. xy Gieszener ^taöttheatrr. Nächste Vorstellung: Freitag den 10. Januar 1902. Zirm Benefiz für Hans Ramseyer: Der Pfarrer von Kirchfeld. Vollsstück in 4 Akten von L. Anzengruber. Abonnementsbillets ungiltig. Anfang 8 Uhr. Ende löst, Uhtt W WW. Ein besseres StubenNiibchen gesetzten Atters au sofort gesucht. Zu erfragm in der Exped. 213 Haushälterin, 28J.,rvünschtStelle •y zu eim. Herrrr od. kl. Familie, ttichtiges Mädchen, welches kochen kann, wünscht Stelle durch Frau Schmidt, Hammsttaße 12. 099 saubere Frau sucht Arbeit, Waschen, Putzen u.s.w. 090 Marburgerstr. 29, Nebenhaus. c^üchttge Verkäufertn sucht Stell- ung, gleichviel welch. Branche, per sofort oder später. Offerten unter Nr. 036 an die Expedition dieses Blattes erbeten. /Ü ebild. Frcüllein v. ausw., das V/ im Kochen und ollen Hausarbeiten erfahren ist, auch etwas nähen k., sucht bessere Stelle per 1. Allirz evtl, auch früher. Offert, mit Gehaltsangabe unt Nr. 078 an die Expedition d. Bl. Nlietneittche .l er miet nn gen (Offene Stellen