Nr. 5 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener ..amilien- blätte; viermal in der Woche bei legt. Rotationsdrut u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 7. Januar 1008 GietzenerAnzeiger General-Mzeiger "" Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertÄ- jährlich Mk. 2.20; durch ?lbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ' i§ vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: tokal!2Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. uJgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": R. Bitt» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Aas Ileöernachtungsgeöäude für Jahr- und LoKomotiv-Aeamte. (OriginalLericht des „Gieß. Anz.") <ß'9O 4V70Z 6 Jffei’&t F7cip yi-$c>c TfaflWCutÄe ’Yas&rtD'n Flitr PT* /Ja a esa t< z« ZZzzz- Im Vfettey iyxiistaasiabt >Pis. $ 'ejTsete In Gießen ist ein Ueber- nachtungsgebäude für Fahr- und Lokomotiv-Beamte errichtet worden, das am 1. Oktober in Betrieb genommen wurde. Es ivirb unsere Leser- gewiß interessieren, über die Einrichtung dieses Baues etwas Näheres zu erfahren. Mit Zuhilfenahme der drei nebenstehenden Skizzen wird es jedem leicht sein, sich ein Bild von dem Inneren des Gebäudes zu machen. Beginnen wir mit dem Kellergeschoß. Wir steigen die Treppe hinunter, die zu diesen unteren Räumen führt, und treten durch die uns gegenüber befindliche Thür. Wir sind in dem Raum,der die Dampfheizungsanlage enthält. Sämtliche Räume des Gebäudes werden nämlich dmch Eentralheizung erwärmt. Wir sehen den mächtigen Kessel, 2 Feuerherde, die eine fast unerträgliche Glut ausstrahlen, und betrachten den Apparat neuester Konstruktion, der das heiße und warme Wasser für Koch- und Badezwecke vorbereitet. Rechts von diesem Raume befindet sich ein anderer, der zur Auf- / nähme der Kohlen- und Holz- ^teurträt» Vorräte bestimmt ist. Wir verlassen diesen, gehen den Korridor entlang und besichtigen nun die am Ende desselben befindlichen Baderäume. Wie auf dem Flur, so herrscht auch hier und überhaupt in allen Räum en die peinlichste Sauberkeit. Man glaubt sich in ein modernes Volksbad versetzt, so bequem und auch geschmackvoll und doch gleichzeitig praktisch ist hier alles eingerichtet. Zellenweise abgetrennt befinden sich hier 7 Brause- und 4 Wannenbäder. Die Zellen sind, wie schon gesagt, ganz analog denen der neuen Volksbäder eingerichtet. Die Bäder werden den übernachtenden Beamten unentgeltlich verabreicht, und zwar steht es jedem frei, sie nach Belieben ost zu benutzen. Auch die übrigen Eisenbahn- —- AIS fg.«yv JtatTmef Wgtefä JVettergejcböiftf männischen Inhalts. Auf dieser Seite liegen sodann noch die Wohnräume sowie die Küche des Hausmeisters, zu denen ein besonderer Eingang von der Nordseite des Hauses führt. Gehen wir nun zu dem Waschraum zurück und wandern wir von dort weiter nach der entgegengesetzten Seite, so stoßen wir zunächst aus ein Zimmer, das zur Aufbewahrung der Wäsche dient. Und nun kommen wir zu einem Teil des eigentlichen Uebernachtungshauses. Wir besichtigen drei Stuben, in denen sechs, vezw. vier und zwer Betten aufgestellt sind. In Bezug auf die Größe der Zimmer ist den hygienischen Anforderungen sorgfältig Rechnung getragen. Für jeden Bewohner sind mindestens 16 Cbm. Lust bemessen. Die Betten sind in vorzüglicher Verfassung, sogar mit doppelten Matratzen versehen. Um eine gewisse Ordnung zu erzielen, sind an den Bettladen der größeren Zimmer Zettel befestigt, die darauf Hinweisen, daß die betr. Betten für Lokomotivführer, Heizer re. bestimmt sind. Dabei ist darauf geachtet, daß das Dienstpersonal eines Zuges auf einer Stube schläft. Um ferner die Beamten zur Schonung des Bettzeuges anzuhalten, ist die Bestimmung getroffen, daß dieses nach vierjährigem Gebrauch in den Besitz des Benutzenden übergeht. Nun sehen wir uns die Räume auf der anderen Seite des Korridors an. An das rechts von der Treppe liegende Kloset, das ebenfalls durchaus den hygienischen Anforderungen entspricht, schließt sich ein Trockenraum für nasse Kleider. Es war bisher ein großer Uebelstand, der häufig genug für die Beamten die schlimmsten Folgen gehabt hat, daß sie, nachdem sie den einen Tag Wind und Wetter ausgesetzt waren, am nächsten Tage wiederum in ihren durchnäßten Kleidern ihr schweres Tagewerk beginnen mußten. Dem wird durch die Einrichtung dieser Trockenkammer, die man als Schnelltrockenraum bezeichnen könnte, ab geholfen. Ein Heizschlangensystem sorgt nämlich ständig für heiße Luft, ein elektrisch betriebener Ventilator führt andererseits ständig kalte Luft ein; und so findet eine fortwährende Luftströmung statt, die bewirkt, daß nasse Kleidungsstücke in der denkbar kürzesten Zeit trocknen. — Hieran schließen sich drei Uebernachtungszimmer mit 6 hezw. 4 und 2 Betten. Links beamten haben das Recht, die Bäder zu benutzen, doch müssen diese ekn kleines Entgelt zahlen. Selbst eine Rollkammer fehlt nicht, die linker Hand von der Treppe liegt. Rechts von der letzteren befindet sich die Waschküche. An 'diese schließen sich eine Trockenkammer, sowie Holz- und Geräteräume. Schließlich sind im unteren Geschoß noch die Keller des Hausmeisters zu erwähnen, die links von der Rollkammer liegen. * Wir steigen nunmehr die Treppe wieder empor und sehen uns die Räume des Erdgeschosses an. Gegenüber der Treppe befindet sich der gemeinsame Waschraum. Auch hier bewundern wir die pra ktisch e Einrich tun g. Es sind 8 Waschständer vorgesehen, Sie für die Zuführung heißen und kalten Wassers eingerichtet sind. Nach Benutzung werden die Waschbecken, die an beiden Seiten mechanisch befestigt sind, einfach umgestülpt. Das Wasser fließt in eine darunter befindliche Rinne und aus dieser durch ein Entwässerungsrohr ab. An den Waschraum schließt sich auf der linken Seite die Kafieeküche. Ein Gasherd mit acht Kochern lädt den von der Arbeit Ermatteten ein, sich ein Schälchen stärkenden Kaffees zu bereiten. Das Wasser dazu liefert ihm ein an der Wand befindlicher Apparat, der aus verschiedenen Krähnen heißes, warmes und kaltes Wasser giebt Infolge dieser äußerst praktischen Einrichtung ist es den Beamten möglich, jederzeit die von Hause mitgebrachten kälten Speisen aufzuwärmen, sich schnell eine warme Suppe zu kochen usw. Am äußersten Ende des Korridors liegt auf der linken Seite der große Speisesaal. An sechs blank gescheuerten Tischen, die für je 6 Personen berechnet sind, tonnen die Beamten ihren selbst gekochten Kaffee oder ihr sonstiges selbst bereitetes Mahl einnehmen. Aber sie sind darauf nicht etwa angewiesen. Denn mit dem Speisesaal in Verbindung steht eine Speiseausgabe, die vom Hausmeister bedient wird. Hier kann der Hungernde und Dürstende alles haben, was sein Herz begehrt, warme und kalte Spci,en, Getränke, Tabak usw. Und Samit er, wenn er auch einmal Lust hat, etwas geistige Nahrung zu sich zu nehmen, auch dieses Bedürfnis befriedigen kann, hängen an den Wänden mehrere Zeitschriften allgemeinen und fach- ia B 3 #. VI > " «46ÄO IWM] | WtTjZcAS1 von der Treppe liegen auf dieser Seite wieder einige Räumlichkeiten des Pförtners. Wir begeben uns jetzt ins Obergeschoß. Es erübrigt sich hier, eine ins Einzelne gehende Beschreibung der Räumlichkeiten zu geben, da die Einrichtung des Obergeschosses der des Erdgeschosses entspricht. Nur sind an Stelle des Speisesaals, der Wäsche- und Kleidertrockenräume des Erdgeschosses hier weitere Zimmer zur Aufstellung von Betten vorgesehen. Auf der der Treppe gegenüber liegenden Seite befinden sich ein Zimmer für 4 und 2 für je 6 Betten. Die andere Seite enthält 2 Räume für 6, 4 und 2 und einen für 4 Betten. Auch im Dachgeschoß können, falls sich das Bedürfnis dafür Herausstellen, ollte, Iiäume zur Aufstellung von Betten geschaffen werden. Hier befindet sich übrigens auch das Wasserreservoir, dessen Wasserstand durch einen im Pförtnerzimmer oes Erdgeschosses angebrachten Meßapparat jederzeit sestgestellt werden kann. Im ganzen ist für die Ausstellung von ungefähr 100 Betten Vorsorge getroffen. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß auch für genügende Vorsichtsmaßregeln im Falle einer Feuersgefahr gesorgt ist. Sowohl im Erdgeschoß wie im oberen Geschoß ist ein leicht und jederzeit zu handhabender Löschapparat angebracht. Es ist schon früher gesagt worden, Sah in allen Räumen die peinlichste Sauberkeit herrscht. Um zu vermeiden, daß die Dielen im Laufe der Zeit Risse bekommen, sinS die Fußböden in den Zimmern aus besonders trockenen Bretterstücken in Asphalt hergestellt, während in den Korridoren Cementbeton verwendet ist. Selbst bei den Berührungsstellen der Fußböden und oer Seitenwände hat man darauf geachtet, daß kein Zwischenraum bleibt, in dem sich etwa Staub festsetzen oder der einer etwaigen Verbreitung von Ungeziefer förderlich sein könnte. — Der ganze Bau ist durch die Firma Schuckert in Nürnberg mit elektrischem Licht versehen, während die Heizungs-, Koch- und BaSeanlagen durch die aus diesem Gebiete in erster Linie stehende hiesige Firma Schassstaedt ausgeführt sind. Es ist überflüssig, dem Gesagten noch ein Wort über die Zweckmäßigkeit der ganzen Anlage hinzuzufugen. Jedenfalls Haven die Beamten selbst in einem guten und dann natürlich auch teuren Hotel nicht alle Bequemlichkeiten in solchem Maße, wie sie hier geboten sind. Sitzung des KeMchen Larrdnürtschastsrats. ch. Darmstadt, 6. Januar. Am 3. Januar fand hier eine Sitzung des Hessischen Landwirtschaftsrates im Landtagsgebäude statt- Die Sitzung dauerte mit kurzer Unterbrechung von morgens 10 Uhr bis nachmittags 4 Uhr- — Vom Provinzialverein Starkenburg war ein Antrag auf Abänderung des § 12 der Statuten des Hess. Landwirtschaftsrates gestellt, die ermöglichen soll, daß der Hess. Bauernbund und der Bauernverein Vertreter in den Hessischen Landwirtschaftsrat entsenden kann- Nach kurzer Debatte wurde die Abänderung des betreffenden Paragraphen in dem angegebenen Sinne beschlossen- Der § 12b bestimmt weiter, daß hervorragende S a ch v e r st än d i g e auf dem Gebiete der Landwirtschaft, Volkswirtschaft und der Wissenschaften zu außerordentlichen Mitgliedern mit beratender Stimme ernennt werden tonnen- Als solcher wurde auf.Vorschlag Professor Dr- Albert in Gießen erwählt- Von einem Mitgliede der Kommission für Volkswirtschaft wurde Bericht erstattet über die Pferde- und Wagen must er un gen für den Kriegsbedarf- Es war Beschwerde darüber geführt, daß diese Musterungen in der Regel in der dringendsten Arbeitszeit vorgenommen würden, und daß die Bezirke, in denen die Musterungen stattsänden, viel zu groß seien, so daß den Besitzern durch diese Musterungen die Leute, Pferde und Wagen in der Regel für einen halben oder ganzen Tag entzogen würden- Die bei der Armeeverwaltung gemachten Vorstellungen haben entsprechendes Entgegenkommen gefunden- In Rheinhessen sind die Einrichtungen in der Art getroffen, daß man kleine Bezirke gebildet hat, die Musterungen in den Monat Januar verlegte, so däß sich die Mitglieder aus jenen Landesteilen mit der heutigen Einrichtung der Musterungen für vollständig befriedigt erklärten- Für Oberhessen werden diese Erleichterungen erst durchweg int kommenden Jahre in Kraft treten können, da aus technischen Gründen die Durchführung all' der Aenderungen für dieses Jahr nicht überall erreicht werden konnte- — Einmal als unbrauchbar ausgemusterte Pferde brauchen nicht wieder vorgeführt zu werden- Im vergangenen Sommer hatte der Hessische Landwirtschaftsrat sogen- Studienreisen für Hessische Landwirte ins Leben gerufen- Eine größere Anzahl von kleineren Landwirten hatte sich daran beteiligt- Die Studienreise ging damals nach Oberbaden in die Bezirke, in denen die Zucht des Simmenthaler Viehes in Blüte steht- Dort geht ein großer Teil des Zuchtviehes, jedenfalls alles Jungvieh den ganzen Sommer auf gute Weiden- Die au der Reise Beteiligten haben so viel Mues und Anregendes gesehen und von den dortigen Bauern gehört, die Reise ging so gut, so billig Dank des Reiseplanes, den der Hess. Landwirtschaftsrat in umsichtigster Weise vorbereitet hatte, von statten, daß die Wiederholung einer Studienreise dringend gewünscht wird- Daher soll im kommenden Sommer Ende Juni bis anfangs Juli — dem Hess- Landwirtschaftsrat ist die Bestimmung hierüber überlassen — wieder eine Studienreise, diesmal in die Provinz Sachsen, stattfinden, um besonders Saatgutwirtschaften und andere zu besichtigen- Da gerade der Ackerbait in der Provinz Sachsen hoch entwickelt ist und in den 'Wirtschaften meist sehr erhebliches Betriebskapital steckt — Dank der goldenen Zeiten, die der Zuckerrübenbau vor 20 Jahren den dortigen Landwirten noch brachte — so werden unsere Stu dien reis enden dort ausge- .zeichnete Wirtschaften kennen lernen und dabei Anregungen echalten, die nur günstig zurückwirken können, wenn auch alles das dort Gesehene und Erfahrene kurzer Hand auf hiesige Verhältnisse nicht übertragen werden kann- Weiter beschäftigte den Hessischen Landwirtschaftsrat die Anfrage des Ministeriums des Innern, Abt- für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe betr- den Entwurf eilten Anweisung zur Ausführung des Kö r g e s e tzes- Es würde zn toeii führen, die ausführliche Verhandlung im einzelnen wiederzugeben. Die landwirtschaftlichen Bezirksoereine des Landes, die Kreisämter, die Provinzialausschüsse unserer Provinzialvereine waren bereits gehört- Besonders einschneidende Aenberungen wurden auf Grund des Berichtes beS Ausschusses für Viehzucht über den Entwurf einer Anweisung zur Ausführung des Gesetzes das Faselwesen betreffend nicht beantragt. Im allgeineinen war man in Bezug auf die Haltung der Bullen der Ansicht, daß die Gememdcfaselhaltung in Geineinbefaselställen für die Gemeinde die billigste sei und stützte sich dabei auch auf die Mitteilungen des Bürgermeisters Leun >n Großenlinden, die dieser gelegentlich des Vortragskursus in Gießen veröffentlichte- Daß eine Gemeinde, d>e nur einen Bullen diesen nicht in einen: besonderen Gebäude unterbringen kann, ist selbstverständlich. In Gemeinden, ,n denen zwei Zuchtrichtungen verfolgt werden, müssen die Bullen jeder Race in getrennten Ställen untergebracht werden, wenn nicht ein Gemeindefaselstall vorhanden ist. — Zur Zucht hälfen weibliche Tiere erst dann verwendet werden, wenn jte die Zangen gewechselt haben re- Auf Antrag des Vorsitzenden beschloß die Versammlung einige Gegenstände von der Tagesordnung abzusetzen und !zur Beratung des Entwurfes zum Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben pro 1902/03 überzugehen. Den drei landwirtschaftlichen Provmzialvereinen find nämlich — wohl mit Rücksicht aus die Staatsfinanzen — zusammen cü. 48000 Mk. an den Beträgen gestrichen, über die man glaubte, wie bisher verfügen zu können- Zur Hebung der Viehzucht sind in den letzten drei Jahren durch die Provinzialvereine, unterstützt durch Staatsmittel, die notwendigsten Einrichtungen getroffen, welche Erfolge auf diesem Gebiete gewährleisten. Alle biefe Einrichtungen beanspruchen alljährlich immerhin erhebliche Kosten, wenn das bisher Aufgebaute nicht wieder zerfallen soll- Die Provinzialvereine hatten erwartet, daß d.e ihnen seit drei Jahren gewährten Mittel in gleicher Höhe für absehbare Zeit immer wieder gewährt werden würden- Ersparungen wurden da, wo sie möglich waren, seit einem Jahre bereits im Prämiierungswesen vorgenommen; der landwirtschaftliche Provinzialverein für Oberhessen verzichtete schon längst, ehe der Entwurf ^um Hauptvoranschlag der Staats- Einnahmen und -Ausgaben pro 1902/03 bekannt wurde, auf die Provinzialtierschau, um die für diesen Zweck vorgesehene Summe von 8000 Mk. mit zuzuziehen zur Errichtung der Jungviehweiden in den Kreisen Lauterbach und Alsfeld. Als der Vertreter der Regierung, Ministerialrat Braun, erklärte, daß es nicht möglich sein würde, die für die Landwirtschaft ausgeworfenen Beträge zu erhöhen, wurde vom landw. Provmzialverein für Oberhessen der Vorschlag gemacht, dann lieber aus die Beschickung der Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Mannheim im Sommer 1902 zu verzichten und die von der Regierung für die Mannheimer Ausstellung bereit gestellten Mittel 'im Betrage von 30000 Mk- den Provinzialvereinen zu überweisen, damit das von diesen Geschaffene durch Mangel an Mitteln zur Unterhaltung nicht gefährdet werde. — Voraussichtlich wird die Regierung diesem Ersuchen stattgeben. So sehr auch die Beschickung der großen landwirtschaftlichen Ausstellung im benachbarten Mannheim erwünscht ist und so wenig man an eine Nichtbeschickung dieser Ausstellung bisher gedacht hat, so dürfen doch unsere zur Hebung der Viehzucht geschaffenen Einrichtungen im Lande nicht notleiden und die vorhandenen Mittel mußten in erster Linie zur Erhaltung dieser aufgewendet werden. — Nach diesen Auseinandersetzungen wurde die Sitzung des Hessischen Landwirtschaftsrates geschlossen- Politische Tagesschau. Der Entwarf des hessischen Finanzgesetzes für das Etatsjahr 1902/03 hat folgenden Wortlaut: An Einkommensteuer kommen die in den Artikeln 13 und 48 des Gesetzes vom 12. August 1899, die allgemeine Einkommensteuer bett., festgesetzten Beträge zur Erhebung. Dagegen werden an Vermögenssteuer die in Artikel 13 des Gesetzes vom 12. August 1899, die Vermögenssteuer betr., festgesetzten Beträge mit einer Erhöhung von 364/n Prozent erhoben, und somit der Steuersatz für je 1000 Mk. Vermögen von 55 auf 75 Pfg. erhöht. Die inneren indirekten Auflagen sollen, ebenso wie die sonstigen im Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen uud Ausgaben aufgeführten StaatsEinnahmen, nach den bestehenden oder ergehenden gesetzlichen oder verordnungsmäßigen Bestimmungen erhoben werden. Die Regierung wird ermächtigt, zur teilweisen Deckung der im zweiten Teil des Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben für das Etatsjahr 1902/03 ausgeführten Ausgaben den Betrag von 6035375 Mk. im Wege des L-taats- kredits flüssig zu machen und zu diesem Zweck eine Anleihe zu einem dem Stand des Geldmarktes bei Begebung derselben entsprechenden Zinsfuß in geeigneten Zeitabschnitten und in einem Nennbetrag aufzunehmen, der zur Beschaffung der vorbezeichneten Summe erforderlich sein wird. Die Tilgung dieser Anleihe soll in der Art erfolgen, daß die jeweilig durch den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben dazu bestimmt werdenden Mittel zum Ankauf einer entsprechenden Anzahl von Schuldverschreibungen verwendet werden. Dem Staat soll das Recht vorbehalten bleiben, die ausgegebenen Schuldverschreibungen, oder einen beliebigen Teil derselben, auch zur Einlösung mittelst Baarzahlung des Kapitalbetrags zu kündigen. Den Inhabern der Schuldverschreibungen soll ein Kündigungsrecht nicht zustehen. Die Regierung wird ermächtigt, zur vorübergehenden Verstärkung des Betriebskapitals der Hauptstaatskasse nach Bedarf, jedoch nicht über den Betrag von 10 Millionen Mark hinaus und nur innerhalb der bewilligten Anleihekredite, Schatzanweisungen, deren Umlaufszeit sich nicht über den 1. Oktober 1903 erstrecken darf, zu einem der Lage des Geldmarktes entsprechenden Zinssatz auszugeben. Sämtliche Staatsausgaben sollen auf die verschiedenen Verwaltungszweige so verwendet werden, wie die Bedürfnisse derselben von Unseren getreuen Ständen bewilligt worden und in der Beilage zu gegenwärtigem Gesetz aufgeführt sind. Kolonialpost. In einer Sitzung des Tschadstc-Komitees, die in der vergangenen Woche abgehalten wurde, hat man sich dem Vernehmen nach über die Person des Führers für die Expedition nach dem Venus geeinigt. Daburch kann nun erst an die thatsächliche Ausrüstung und die Ausführung der Expedition gegangen werden. Wenn diese erst im Gang ist, dann sind deutscherseits nicht weniger als drei Karawanen nach dem nördlichen Hinterland von Kamerun unterwegs, denn der Oberleutnant Dominik ist seit Anfang Oktober auf dem Weg nach dem Benutz und der Oberstleutnant Pavel ist mit einem großen Teil der Schutztruppe nach 9(bamana gezogen, um dort durch Errichtung einer Station in Banyo die Lücke auszufüllen, die zwischen der Station Joko und der neuen Station bei Garua entstanden sein würde. Der Ueberblick zeigt, welche großen Anforderungen hervortreten, nachdem sich die Kolonial- verivaltung entschlossen hat, unsere Herrschaft und unsere Verwaltung auch auf den nördlichen Teil der dortigen deutschen Interessensphäre auszudehnen. Genau so erging es den Franzosen; nachdem sie einmal über den Ubangi nördlich vorgedrungen waren, müßten sie alljährlich Expeditionen ab- senden, um ihre Vorteile der früheren nicht zu verlieren und um ihre Herrschaft dauernd zu befestigen._____________________ Kunst und Wissenschaft. — Der Kopf des Dichters Hamerling verschwunden! Gerade zur Zeit des Erscheinens der Gesamtausgabe der Wecke des Dichters Rod. Hamerling (Hambura, Verlagsanstalt und Druckerei) kommt eine Aussehen erregende Nachricht über den Toten aus Graz. Mitte Dezember, so wird berichtet, erfuhren Verwandte Robert Hamerlings, daß seit der im Oktober erfolgten Exhumirung der Leiche und deren Beisetzung in einem Ehrengrab der Kopf Hamerlings verschwunden und int Grabe nur die enthauptete Leiche ruhe. Es wurde ermittelt, daß damals mit Bewilligung des Obmannes des Grabdenkmal-Ausschusses, Goedel, der Anatomie-Professor Kratter den Kopf mitnahm, um am Schädel Messungen und Gypsabgüsse vorzunehmen. Bisher ist nicht bekannt geworden, wo sich der Schädel bestndet. Rosegger hat sich der Angelegenheit angenommen. Die Angehörigen verlangen die amtlich beglaubigte Rückgabe des Schädels. Gerichtssaal. e. Gießen, 3. Jan. (G e w e r b e g e r i ch t.) Unter dem Vorsitz des Beigeordneter Wolff kamen drei Klagen znr Verhandlung. Als Beisitzer fungieren Schneidermeister Heinrich Leib hier und Bierbrauer Gustav Holtbera hier. — Der Glaser Gottlob Eckhard klagt gegen den Glasermeister Philipp Jakobi hier auf Zahlung von 10 Mk. Lohn. Er stehe bei Jakobi gegen 20 Mk. Wochenlohn in Arbeit; dieser habe ihm aber für tue Weihnachtswoche, weil an 3 Tagen nicht gearbeitet worden sei, 10 Mk. abgezogen. Der Beklagte beantragt Klagabweisung, weil er sich zu dem Abzüge berechtigt halte. In den Bäubranchegeschäften würde, ivo Wochenlöhne verembart seien, diese entsprechend gekürzt, wenn in die betreffende Lohnzahlungswoche Feiertage fielen. Am 3. Feiertage habe es dem Kläger-freigestanden, zu arbeiten. Kläger bestreitet dies. Es wurde Beweisbeschluß erlaffen. — In der Sache des Nadlers Max Arnold hier gegen Drahtflechter Emil Weißbecker hier, Herausgabe von Papieren betreffend, kam ein Vergleich zu Stande. — Heinrich Müller, Heizer aus Beuern verlangt von dem Unternehmer Konrad Rübsamen 22 Mack 84 Pfg. Lohn. Im ersten Termin zur Verhandlung war der Beklagte nicht erschienen, weshalb er nach Klagantrag verurteilt worden war. Gegen dieses Urteil hat Beklagter fristgerecht Em- pruch eingelegt. Ter Einspruch wurde für zulässig erklärt — Der Beklagte beantragt Klageabweisung, weil der Kläger ihm einen Schaden von ca. 500 Mk. zugefügt habe. Der Kläger sei Heizer auf seinem Baggerschiff und habe die Verpflichtung, auf dem Schisse zu schlafen, damit nichts passieren könne. Gestattet sei dem Kläger nur, Samstagabends nach Hause zu gehen; Sonntagabends habe er aber wieder auf seinem Posten zu sein. In der Nacht von Sonntag aus Montag, 8./9. Dezember v. I., sei Kläger nicht auf dem Baggerfchiff gewesen und dieses sei, da schlechtes Wetter eingetreten, untergegangeii. Ter Untergang hätte f. E. vermieden werden können, wenn Kläger auf dem Schiffe geweseii wäre. Der Kläger bestreitet seine Verpflichtung, auf dem Baggerschiff anwesend ein zu müssen. Das Schiff sei aber auch so alt und morsch uitt lie Ankerketten so mangelhaft, daß er auch bei Anwesenheit infolge deS starken Sturmes unb Regens den Untergang desselben nicht hätte verhindern kölmen. Es sei ihm aber auch unmöglich gewesen am 8. v. M. abends vo»i Beuern nach Gießen $u gehen, weil das" Wetter zu schlecht geweseii sei. Das Gericht erläßt Beweisbeschluß in dessen Erledigung Zeugen und Sachverständige gehört werde» und an Ort und Stelle der Thatbestano in Augenschein genommen werden soll. Eingesandt. Gießen, den 5. Januar 1902. Geehrte Redaktion! Gestatten Sie mir 511 dem Artikel „Köhler-Langsdorf in Berlin" in Nr. 2 Ihres geschätzten Blattes einige Bemerkungen. Herr Köhler rühmte in der Berliner Versammlung die Stolberg, Solms, Erbach, Psenburg als kernige deutsche Gestalten. Demgegenüber ist es vielleicht nicht uninteressant darauf hinzuweisen, was Köhler vor etwa zwei oder drei Jahren im hessischen Landtage sagte. Dort hatte er nämlich gerade die Standesherren in Worten angegriffen, die für diese nichts weniger als schmeichelhaft waren. Ter Ländtagsabgeordnete Weidner, der ihm entgegenlrat, sagte wörtlich, daß Kohler die Verdienste der hessischen Standesherren mtt Koch beworfen habe. Woher kommt nun oiese Sinnesänderung? Vielleicht durch seinen Freundschastsbund mit dem „berühmten" Grasen Pücklcr, diesem Edelsten aller Edlen? Oder hat Herr Köhler schon nach wenigen Jahren vergessen, was er an öffentlicher Stelle ausspricht? Dann soll er doch lieber auf Reichstags- und Landtagsmandat verzichten. Der Abdruck gicbt ferner ganz unerhörte Beschimpfungen der National-Sozialen wieder. Da ist die Rede von „Lausbuben", „jugendliche Zipfel", „national-sozialer Pfaffe" unb „jugendliche National-Soziale". Ich ging anfangs über biefe Verunglimpfungen achtlos hinweg, bie ja, aus antisemitischer Feber ftammenb, keinen Menschen al teueren können. Da würbe ich aber roieber burd) Köhlers Erwiderung auf sie hingelenkt. Nach dieser stammt der Bericht aus der „Staatsbürger-Zeitung". Damit war vollends der Schlüssel zum Verständnis für die geradezu infame Behandlung politischer Gegner gefunden. Der Redakteur der „Staatsbürger- Zeitung" ist nämlich — Herr Werner, dem von national-sozialer Seite die gröbsten Verstöße gegen die Parteiehrc unb gegen die Wahrheit gerichtlich nachgemiesen worden sind. Darauf sei hier nochmals öffentlich hingewiesen. Und noch eines! Ich muß stets lächeln, wenn die Anttsemiten von „jugendlichen National-Sozialen" reden. Als vor etwa zehn Jahren hier in Hessen die antisemitische Bewegung chren Höheprmkt erreicht hatte, da standen an der Spitze zum Teil recht junge Leute. Oder waren vielleicht die Hirschel, Bindewald u. s. w. reife, gesetzte Männer? Noch vor drei Jahren war der Hauptwortführer der Marburger Antisemiten der jugendliche etud. iar. Harmony, der sogar bei der letzten Reichstagswahl in andere Wahlkreise kam und antisemitische Brandreden hielt. Wahrhaftig, die Antisemiten könnten sich freuen, wenn sie einen solchen prächtigen Nachwuchs jugendlicher Kräfte hätten, wie gerade die National-Sozialen. Bedenkt man noch, daß außer Köhler auch Graf Pückler und der oben gekennzeichnete Werner redeten, so kann man sich einen Begriff machen von der Berliner Versammlung der Antisemiten. , Vt FL Odol - ML Lso Yz, , - § Das Beste OJ für die Zähne! Unübertroffen zur Haut- und Schönheitspflege sowie als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. o co ><- U, „MeMdiulMil" uud „Meu-Schutz" iu ßeffeu. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") (Nachdruck verboten.) Schluß. Beim Ableben des Landgrafen Ernst Ludwig wurde unter dem neuen Landgrafen Ludwig VIII- die Angelegenheit des „Pferdestellens" gegen eine Abgabe von 2000 fl- neu geregelt- Eine Bestimmung von 1750 ordnete an, daß feder in der Obergrafschaft neu aufgenommene Jude einen neuen Feuereimer auf das Rathaus zu liefern habe- Wiederholt erstrebten die Juden die Erlaubnis zum Viehschlachten, die ihnen zunächst 1761 probeweise auf ein Jahr erteilt wurde, dann aber auf unbestimmte Zeit weiter guädigst verstattet wurde- Sie durften Vieh schlachten nicht nur an Orten, wo Metzger vorhanden waren, sondern auch an Orten, wo keine Metzger wohnhaft waren „zu ihrer häuslichen Nothdurft-" Außerdem wurde ihnen erlaubt, die nicht „cocheren" Stücke Vierteloder pfundweise zu verkaufen- Dabei war an Abgaben zu entrichten von einem Ochsen 22 alb-, von einer Kuh 1 fl., von einem Rind 15 alb., von einem Kalb oder Hammel 3 alb- Auch wurde den jüdischen Schlächtern die Verpflichtung auferlegt, - das Pfund Fleisch bei 10 fl- Strafe 2 Kreuzer billiger zu verkaufen, als es in der Residenz oder in Gießen ausgehauen wurde- Die pünktliche Zahlung des Schutzgeldes stieß oft auf Schwierigkeiten und lief eine landesherrliche Verordnung hervor, nach der dasselbe quartaliter unb praenumerando zu zahlen war. — Zur Erledigung der jüdischen Angelegenheiten wurden besondere „Juden-Landtage" eingerichtet, die von „bestän- biqen Kommissären" abgchqlten wurden. .Eine Ve^rPnung vom Ö Nutzer 1785 HSL den Gebrauch der AeAÄiWen und jüdischen Sprache auf bei Testamenten, Jnventarien/ liehen Volksschulen getroffen werden. Die anzustellenden Schuldscheinen, Quittungen, Ehepakten, Kontrakten mit Lehrer waren den Vorschriften und Prüfungen zur Er- Christen und Juden. Binnen Jahresfrist mußten die jüdi- langung der Befähigung für das öffentliche Lehramt unter-- scheu Handelsbücher abgeändert werden. Alle Juden sollten warfen. künftighin des deutschen Lesens und Schreibens sich be- Ein Publikandum von 1819, veranlaßt durch Exzesse fleißigen; davon sollte die Erteilung des Schutzes abhängig gegen die Juden unter den schimpflichen Hep, Hep-Rufen, gemacht werden. appelliert an den begönneren Teil der Unter tränen, wobei Das Heiraten der Juden wurde nicht eher gestattet, als die Gemeinden für die durch die tumnltuarischen Auftritte bis das schuldige Einzugsgeld vorher entrichtet worden. Die entstehenden Schäden verantwortlich ^0 regreßpflichtig fern Kopulation durfte nicht eher vorgenommen werden, als bis sollten. Die Familienväter werden verpflichtet, „ihre Haus-- von den zuständigen landgräflichen Beamten der Erlaubnis- angehörigen, Kinder, Untergebene und Dienstboten auf das schein erteilt wurde. Durch allerhöchste Verfügung von Unvernünftige und Verächtliche solcher Ausbruche des Hasses 1805 wurde in sämtlichen landgräflichen Landen der „Leib- ober eines gefährlichen Mutwillens aufmertjam zu zoll" aufgehoben. Von jetzt ab wurde den Juden auch der machen." Erwerb eigner Wohnhäuser gestattet, wobei der Käufer je Die Verfasfungsurkunbe vom 17 Dezember 1820 stellte nach bem Preise bes Objekts eine Abgabe von 7 fl. 30 Kr. alle Hessen vor bem Gesetze gleich unb bestimmte, „baß nicht für ein Haus von 500 fl. bis 60 fl., von einem solchen, bas! christliche Glaubensgenossen das Staatsburgerrecht alsdann über 4500 fl. erstanden würbe, zu entrichten hatte. Eine- hätten, wenn es ihnen bas Gesetz verliehen habe ober wenw Verfügung vom 15. Dezember 1808 bestimmte: „Jeder es einzelnen entweder ausdrücklich ober durch Uebertragung: jüdische Familienvater soll für sich und seine Nachkommen eines Staatsamtes stillschweigend verliehen werde." Weiter einen deutschen Familiennamen wählen." Bei Errichtung wurde bestimmt, daß auch die jüdischen Unterthanen zur Berber Lanbwehr im Jahre 1814 mußten auch bie jüdischen teibigung bes Vaterlanbes sowie zur Erfüllung aller staats-- Unterthanen in dieselbe eintreten. Von 1815 ab waren bürgerlichen Verbinblichkeiten verpflichtet seien. Eine Ver- auck bie Judenkinder verpflichtet, bie christlichen Schulen orbnung vom 2. November 1841 regelte bie Bilbuna der zu besuchen. Der Jugendunterricht der Israeliten wurde Vorstände der israelitischen Religionsgemeinben unb bie durch landesherrliches Edikt vom 17. Juli 1823 dahin ge- Verwaltung ihres Vermögens. regelt, daß „jeder Bekenner der mosaischen Religion ver- Gleichberechtigt im Staate wurden die Juden enbgütig, bunden fein soll, seine Kinder fernerhin zum Besuche der durch das Ländesgesetz vvm 2. August 1848, das bestimmtes öffentlich angeorbneten Schulen anrrchalten." Es sollte „Die Lerschieden^eit ber.Keligivnsbekenntnifse hat keine Ber« jeboch den mosaischen Religionsgemeinden frei stehen,- eigene ffchiedenheit in den politische« unv bürgerlichen Rechten zur, Schulen zu errichten. Die Einrichtung dieser Schulen mußte Folge." Die Zeit, in der das. Judentum eine Ausnahmen icdoch in Bezug auf bie Lehrzegenstänbc unb den Unter- stelllung in der bürgerlichen Gesellschaft einnahm, ist por> xichtZhetrieV, genau nach den BestrinnkrMge'n -für die pffkn^iMchamK wir woktewsie^mich NichMSieMeHuriwßimschdn. o r-» o ’S © © vH g o «xe. Z ÖJ $2- Cl> W O a E° ö' Svj y y BZ. 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(gez.) von Bechtold. 249 FRANCK Man Rühl. 294 30 Schwalheim in Hessen. m 129 | Kaufmännische Drucksachen. I ÜtxUfbHcktr 293 bei 104 288 n 52 MKaffee^ ßonn^t Bchutemarke, 7.n verkaufen SCHUTZMARKE. SS 244 445 D n u H n ii n ii 289 Selters' weg 6. tS A M .-r ArbertZvergebung Freitag den 10. d. M., nachmittags 2 Uhr, sollen auf unterzeichneter Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben 1 Mk. 35 60 60 Zur Pflege Mundes ..' ■Zähne Teppiche Vorhänge,Portieren, Nonleaur, Gobelins Tischdecken/ Läuferstoffe, Linoleum-Reste w**^*w* Ernst Balser 11 Mäusburg 11. a.** »n jeder beliebigen Zchriskart und Karton» innnoncn forte, sowie mit Sirfeln aller studentischen Vereinigungen, liefert zu mäßigen preisen vrühl'sche Univerfitäts-Vruckerei, Schulstraße 7 Allein-Verkauf und Niederlage von Edler & Krische Hannover Eich en--Stämme mit 58,96 fm, zu Werk- und Schwellenholz geeignet, Fichten-Stämme von 12 bis 40 cm Durchmesser und 11 bis 26 in Länge mit 146,51 fm, Kiefern-Stämme mit zusammen 20,75 fm, Fichten-Derbstangen mit 7,76 fm, Fichten-Reisftcmgen mit 4,86 fm. Villingen, den 8. Januar 1902. Großherzoyliche Bürgermeisterei Villingen. Rühl. Jagd-Verpachtung in der Gemarkung Villingen. Dienstag den 28. d. Mts., vormittags IO1/? Uhr, foH auf dem Rathause dahier die der Gemeinde Villingen gehörende Jfögd, co. 600 ha Feldjagd nebst 3 Teichen und ca. 300 ha Waldjagd, zusammen 900 ha, auf 6 Jahre meistbietend verpachtet werden. Bemerkt wird, daß die Bahnstation Villingen direkt im Jagdbezirk gelegen und von Frankfurt aus in 2 Stunden zu erreichen ist. Villingen, den 8. Januar 1902. Großherzoglrche Bürgermeisterei Villingen. Zusammenkunft an der Kreisstrcrße -Hungen—Villingen lMartstemrnühl). vielfach preisgekrönt in Paketen zu 60, 70, 75, 80, 85,90 und 95 Pfg. das V, Pfd. mit prachtvoller Porzellan- Kaffee- und Tafelservice- Zugabe in stets frischer Röstung. Alleinige Niederlage in Gießen bei 85ch. Wallach Bismartkstr. 14 (Ecke Ludwigstr.) Wiederbeginn dees Xtrsis im Maßnehme«, Zeichnen, Zuschneiden rc„ Anfertigen von Kostümen (Akademie Worrings); im Weistuäheu, Weiß- und Buntsticken u. f. w. Auch Damen, die schon anderweitig einen Kursus besucht haben, können monatweise teilnehmen. Bau des Provinzial-Siechenhauses zu Kießen. Die an den Gebäuden auszuführenden Schreiner- arveiten sollen im Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Die Arbeit ist in drei Lose geteilt, sodaß es den Anbietern freisteht, Angebote auf einzelne oder alle Lose einzulegen. Im Baubüreau, Licherstraße 59 (Gasthaus zur Stadt Lrch) sind die Zeichnungen einzusehen und die Bedingungen wie die Verdiugungsanschläge gegen Zahlung oder portofreie Einsendung der folgenden Beträge zu erhalten: 90 Pfg. für die Bedingungen, Garantiert rein natürliche Quellenfüllung ohne Zusätze und ohne Ausscheidungen. Hervorragendstes Gesnndheits- und Tafelwasser. Haupt-Niederlage in Giessen bei Jean WeisetL, Sonnenstrasse. Telephon Nr. 235. Louise Lemberger, M. Lehrerin, Goethestraße 54, 2. Stock. Anmeldungen von heute ab erbeten. Die Angebote sind bis Freitag den 24. Januar d. I., Vormittags 10V2 llhr, an das Baubüreau einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung derselben erfolgen wird. Zuschlagsfrist bis zum 8. Februar d. I. »2 •$* Unter* ist die Rotla Gieße, Bauholz-Versteigerung im Billiuger Geweindewald. Montag den 13. d. Mts., vormittags 10 Uhr «Hängend, werden im Distrikt Marktsteimnühl rc. versteigert: _____________________Der Vorstand. Am 10. Januar 1002 Schster’s Eafis beginnt ihren Subilöums-'w f Jahrgang 2. Steinfahren 120.— 3. Decksteinlieferung 175.— 4. Steineaufsetzen 28.75 5. Chaussierarbeiten 140.— 6. Nebergründung 17.50 7. 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Mecum. mit dem kettelnden Roman Seife Oldenrofhs hiebe* ~ von W. ßeimburg und der ergreifenden Novelle Sommerfeele*™ ßelene Böhlau Hbonnemenfspreis vierteljährlich (13 Hummern) 2 Hlark • • e Zu beziehen durch die Buchhandlungen und Polfämfer SektionGiessen D. L Oe. A.-V. ft7 Donnerstag den 9. Aanuar, abends 8^/, Uhr Monats- Bersammlung. 1. Voranschlag für 1902. 2. Vortrag des fern. Dr. Schroeder „Eine Psingstfahrt nach den nordfriesischen Inseln und den KüstenvonSchleswig-Holstein". 292 Iie SeKtionsleitnng. Daubringen, 4. Jan. 1902. GroßherzoglicheBürgermeisterei Daubringen. Walter. 264 Mittwoch den 8. Januar ds. Js., nachmittags 2 Nhr, werden im Bieker'schen Saale Möbel aller Arten, 1 gold. Damenuhr, 2 Hobelbänke, 2 Sohlhäute u. v. a. versteigert. 263 Geißler, Gerichtsvollzieher. 119 FEINE SORTEN PACKET 50 FF. % X? NI-Q’NE Biscuits X * : pr.Fl. . 60 Pfg. . 70 „ . 75 n . 90 „ - 90 » . 100 „ . 120 „ We’nhandlung. Kirchenplatz 10. Laubenheimer . Graacher . . Oppenheimer . Zeltinger . . 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