152. Jahrgang Zweites Blatt. Aie hcuttge Yommer umfaßt 10 Seite«. IL die Kolonialverwaltung, wie es scheint, leider zurückge- kommen. Unser unterm 5. Heute Volitische Tagesschau. Alls dem Reichstage. Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt November: Nr. 261 Erscheint täglich aufeet Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Üesflschea Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. biolaNonsdruck u. Verlag b«i Brüh l'schen iintvers.-Buch- u.Slein- dructecei lPietsch Erben) lUöafhon, GxvedUtoa und Druckerei: Ochulstrahe 7. Adresse für Deveschent Anzeiger Gießen. Kernlprrchanichlußiltt 5L ’M) tiueu titqiijii pengierge* i A«g. LchutidnMm^ jiSjäiiJ. §79|cT—L^tanldge gn.. 2 S'“bE mM- I Änj°*ort Mit Dori.- 4) Wern Cigarrm . In belneben werden far„ gesuchl. ließen feit-., ilte Stahe bevorzugi. V. urn mit näheren Sins; : Mef Diielpreis tt ur 'ö an die erbet in hiesiger löeMgverem 40 2)lami, sucht ein passe ÄneiW. ü erber werden ersucht esse unter W998 in be - ti. mednzulegen. §r-S7. 2, WertefM nii-ch ehontiurterfir n~ Donnerstag 6. November 1002 ve-«g»pret»i monat l ich 76 Ps^ oierteU jährlich Mk. 2.20, durch Adhole- u. Zweigstellen nwnatlich 6o PI., durch diePost Alk. 2.— vieriel- jäbrL auslchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer viS vormittag- 10 Uhr, ßctlenprct»; lokal l»Ps^ auSivärtS 20 Psg. Verantwortlich, M SM SM Deutsches Reich. Bersin, 5. Nov. Ter Kaiser hörte heute vormittag die Vortrüge d»es Chefs des Generalstabs der Armee und des Cbefs des Militärkabinetts. Heute abend 11 Uhr betzab er sich nach Kiel, um von dort die Rerse nach England anzutreten. Im Gefolge befinden sich Oberhof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg, Kommandant des Hauptquartiers Gcneraladjutant General der Infanterie v. Plessen, Generaladjutant Generalleutnant von Scholl, Flügeladjutant Oberstleutnant v. Plüskow und Oberstabsarzt Tr. Jlberg. Ferner begleiten den Kaiser der Chef des Marinekabinetts Vizeadmiral Freiherr v. Senden- Bebran und Flügeladjutant Kapitän zur See v. Gramme. Zur Reise sind der Silberschatz und auch größere Ausrüstungen für die kaiserliche Messe von Berlin per Bahn nach Kiel abgcsandt worden. Tie kostbaren Gegenstände wurden sofort nach ihrer Ankunft in der Hafenstadt mittelst zweier Dampfer an Bord der Kaiseryacht „Hohenzollern" gebracht. Kaiser Wilhelm wird am Samstag früh in Port Viktoria laitben und sich von dort nach Sandringham begeben. Ter Kaiser wird in Saorudle eine Parade über das 1. Garde- Regiment, dessen Ches er ist, abhalten. Ter Aufenthalt Kaiser Wilhelms in England wird eine Woche dauern. Eine Zusammenkunft mit dem König von Portugal ist nicht beabsichtigt. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in Bestätigung anderweitiger Meldungen folgendes: Tem Vernehmen nach ist für den durch die Versetzung des Fürsten zu Eulenburg in den einstweiligen Ruhestand für den erledigten Posten des Botschafters in Wien der bisherige Botschafter in Rom, Graf Karl v. Wedel in Aussicht genommen, der durch den bisherigen Gesandten in München, Graf vonMvnts, ersetzt werden soll. — Ter „Neichsanz." meldet amtlich, daß dem Präsidenten des kaiserl. Patentamtes v. Huber aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Reichsdienst der Charakter als Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen und der Geh. Oberregicrungsrat int vortr. Rat des Reichsamts des Innern Hauß zum Präsidenten des Patentamtes unter Verleihung des Charakters als Wirkt. Geh. Oberregierungsrat ernannt worden ist. — Tie Kinderarbeitskommissivn des Reichstages nahm den Paragraph 5 mit Hinzufügung der Bestimmung an, daß zwischen dem Schul-Ünterrichtsschluß und dem Arbeitsbeginn mindestens eine einstündige Pause liegen und den arbeitenden Kindern mindestens eine zwei- stündige Mittagspause gewährt werden muß. Tie Kommission änderte sodann den Paragraph 6 dahin ab, dß die Beschäftigung der Kinder überhaupt (auch solcher über 12 Jahre) bei theatralischen Vorstellungen, sowie Schaustellungen verboten sein und bei den vorgesehenen Ausnahmen außer der Verwaltungsbehörde auch die Schulaufsichtsbehörde gehört werden soll. Tie Kommission nahm unverändert den Paragraph 7 betr. Gast- und Schankwirtschaften an. Leipzig, 5. Nov. Ter König besuchte heute nachmittag zum ersten Male als Rector magnificentissimus die hiesige Universität. Er hörte die Vorlesungen des Geh. Rats Professor Wach, des Geh. Rats Professor Wundt und des Professor Hauck. Stuttgart, 5. Nov. Tie Handelskammern des Landes traten heute hier zum 2. württembergischen Han- delskammertag zusammen. Neben Verhandlung über die Kartellbewegung und die staatliche Gebäudebrandver- ,icherung wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die gegen die von der Kammer der Abgeordneten bei der Steuerreform beabsichtigte hohe Belastung des Gewerbes Verwahrung einlegt. Für die kaufmännischen Fortbildungsschulen wurde die Empfehlung der Z w an g s ein fü h ru n g beschlossen. München, 5. Nov. Ter preußische Minister Budde, welcher heute vormittag nochmals mit dem Ministerpräsidenten Frhrn. v. Crailshein konferierte, folgte sodann einer Einladung o. Crailsheims zum Frühstück. Er reiste am Nachmittag nach Stuttgart. Ausland. L o n d o n, 5. Nov. In Glasgow verlor der bisherige Bürgermeister Chisholm seinen Sih und ein ganz junger sozialistischer Journalist Namens Scott Gebson gewann ihn. Chisholm erhielt 2981, Gibson 4093 Stimmen. Gibson hatte die städtische Verwaltung der Extravaganz in Ausgaben für öffentliche Arbeiten und auch der Verschwendung bei Festlichkeiten bezichtigt. Er warf z. B. den Stadtvätern vor, daß sie auf städtische Kosten Champagner zum Frühstück gaben, auf der Eisenbahn in der ersten Klasse fuhren, teuere Zigarren rauchten und dergl. Es wurden auch zwei Arbeiterkandidaten zu Gemeinderäten gewählt. — Tem Reuterschen Bureau wird aus Johannesburg gemeldet, die Entscheidung des obersten Gerichtshofes, die Krügers Proklamation betr. Einstellung der Zahlung von Pachtgeldern und Zinsen während der Feindseligkeiten für ungiltig erklärt, werde für viele den Ruin bedeuten und große Verkäufe von Grundeigentum nach sich ziehen. Tie Banken würden darum angegangen, den üblen Folgen der Entscheidung nach Möglichkeit entgegenzuwirken. — Schalk Burger war heute im U n t e r h a u s e ; er war durch Chamberlain eiugeführt, mit dem er eine lange Unterredung hatte. Ter Finanzsekretär des Schatzamtes erklärt aus eine Anfrage, vor einigen Jahren war der Reichstag glücklich beschlußfähig. Von vollbesetztem Haus nicht zu reden. Wer der Besuch reichte aus, durch das Hülfstorps der rasch herbeizitierten, noch in Berlin .gebliebenen, aber angenehmer beschäftigten „Stimm-Kollegen" die Kartell-Antrage zum Zolltarif- aesetz abzulehnen. Graf Kanitz, der kons. Führer, hat die industriellen Kartelle und Syndikate zum Gegenstand seines besonderen Studiums gemacht, und geriet sein heutiger Vortrag länger, als der Graf in Aussicht gestellt hatte, so war manches interessant und unterrichtend. Zutreffend machte Graf Kanitz darauf aufmerksam, daß gerade das wichtigste Syndikat, das Kohlensynditat, von dem gegen die Kartelle gerichteten sozialdemokratischen Antrag gar nicht getroffen werde, weil die Kohle zollfrei ist. Eine gewisse Einsa)ränkung des Syndikatswesens, durch ein besonderes Gesetz, sei notwendig. Aog. Gothein (fr. 23er.) erklärte, er verspreche sich von einem Kartellgesetz garnichts. Nach der namentlichen Wstimmung über die Kartell-Anträge, die in Verbindung mll dem neuen Zolltarif den Kartellen den Verkauf an das Ausland zu billigeren Preisen als im Inland erschweren sollten, ergriff Wg. Stadthagen (Soz.) das Wort zur Begründung eines wetteren Antrags zur Sicherung der Recytsprechung in Zolltarif streitig leiten, durch Entfcheidung der zuständigen Landgerichte. Einen radikaleren „hausleerer" als den Abg. Stadthagen giebt es kaum in einem deutschen Parlament. Schon der Aufruf dieses gefürchtetsten Tauerredners genügt, einen fluchtartigen Ausbruch zu veranlassen. Und auch manches Mitglied der äußersten Linken richtet sich in Voraussicht des Kommenden darauf ein, schon vorher aus dem Saale zu verschwinden, denn hält man selbst gerne und ohne Beschwerde lange Reden, so ist man umso weniger geeignet, und geneigt, andere mll dieser Eigenschaft begabte, anzuhören. Auf sozialdemokratischen Parteitagen wird stramme Disziplin geübt, mit der Begrenzung der Redezeit; es scheint säst, als wollten sich die unterdrückten Geister im Reichstag schadlos halten. Wir warteten ebenfalls das letzte Wort Stadthagens nicht ab und begaben uns in die Wandelhalle. Es wurde auch heute wieder unter den Parlamentariern erörtert, wieweit wohl die „Verständigung" über den Zolltarif gediehen sein möchte? Soviel ist augenscheinlich: nur einen kleinen Kreis von Wgeordneten yat die Regierung ins Vertrauen gezogen. An Versuchen fehlt es nicht, die Herren, von denen vermutet wird, sie gehören zu den „Eingeweihten", mit mehr oder minder gut gespielter Harmlosigtell zu sondieren. Wer die Interpellierten lassen nichts herausholen aus der verschwiegenen Brust. Fragen, wie „Wissen Sie etwas werden mit der Gegenfrage beantwortet: „Wissen Sie ettoaä?" Abgeordnete von reizbarem Temperament, unmutig darüber, daß sie nicht zu dem intimen Kreise gebeten worden sind, trösten sich und andere mit der kategorischen Meinung: „An der ganzen Sache ist überhaupt nichts!" 9tun, es wird sich bald zeigen, ob daran etwas ist. Bereits in den nächsten Tagen soll das Geheimnis vor den Fraktionen enthüllt werden, auf deren Unterstützung die Regierung rechnet zur Erreichung des Zieles. Schema F in den Kolonien. Aus Kolonialkreiscn wird uns geschrieben: Ueber das nunmehr der Verwirklichung entgegengehende Projekt der Schaffung eines eigenen deutschen Ko- lonialbeamtenstandes wird der Reichstag bei der Etatsberatung Gelegenheit haben, seine Ansicht zu äußern. Es ist in die Rcichsrechnung für 1903 die zur Ausbildung von zunächst zehn Beamten — für Ostafrika — erforderliche Summe eingestellt. In Betracht kommen, wie die „Nordd. Allg. Ztg." oereits im Spätsommer dieses Jahres andeutete, vorzugsweise Bewerber, die die vorgeschriebenen Prüfungen des mittleren Justiz-, Verwaltunas- und Zolldienstes bestanden, und einige Jahre im praktischen Dienst sich bewährt haben. Voraussetzung für die Annahme ist vollkommene Gesundheit und die Befähigung zur selbstständigen ^Bearbeitung von — Rechnungsfachen. Tas spezifisch preußische „Schema F." soll also nicht zu kurz kommen, und gerade dies ist der Punkt, an dem die parlamentarische Kritik voraussichtlich einsetzen wird. Besteht schon daheim das berechtigte Verlangen, daß der Beamte nicht alles vorwiegend unter dem Gesichtspunkt des „Reglements" betrachtet, so gilt dies in noch höherem Maße von den „draußen" thätigcn Verwaltungsorganen. Ein offener Blick für die Erfordernisse des praktischen, des kolonial- wirtschaftlichen Lebens, die Erkenntnis, daß in den Schutzgebieten das Heil am wenigsten vorn „grünen Tisch" kommen kann, das ist es, was von jungen Kolonialbeamten verlangt und wofür eine gewisse Garantie gegeben werden muß. Selbstverständlich darf der Dienst einer geordneten Struktur nicht entbehren, aber diese findet sich auch in den überseeischen Geschäftshäusern, in denen „Schema F." gleichwohl eine unbekannte Größe ist. Je kaufmännischer der Kolouialbcamte empfindet, und anordnet, desto gedech- licher für das Schutzgebiet wird sein Wirken sicb gestalten. Schematismus und Formalismus ist in der Verwaltung unserer Kolonien nachgerade genug vorhanden, als eine weitere „Auflage" erwünscht erscheinen könnte. Von der Absicht, den Bedarf an angehenden Kolonialbeamten znm Teil aus geeigneten jungen Kaufleuten zu decken, ut waren alle Bleistifte für den öffentlichen Dienst ausländischen Ursprungs, aber jetzt sei das Stcllionary Office in der Lage, englische Bleistifte au beziehen. Tie Tele- graphenbleistifte indessen, die in England hergestellt werden, seien entweder erheblich teurer oder weniger zu fried en- stellend als diejenigen, welche in Deutschland hergestellt werden. Sie werden noch von auswärts bezogem. — Chamberlain wohnte heute nachmittag in der University College School der Enthüllung eines Denkmals aus Anlaß der glücklichen Beendigung des» Krieges in Südafrika bei. Aus eine ihm überreichte Adresse führte er bezüglich Südafrikas ans: Wir wünschen die Vergangenheit zu vergessen und nur in die Zukunft zu schauen. Begegnet man uns in diesem Sinne, was, wie ich unzweifelhaft glaube, der Fall sein wird, so bin ich, überzeugt, daß den neuen Besitzungen des Königs in Südafrika eine Zukunft bevorsteht, wie sie zur Zeit selbst die sanguinischsten Propheten nicht vorhersehen. Rom, 5. Nov. Nach Blättermeldungen hatten die Piraten der Insel Midi zehn Schaluppen, die mit sehr! guten Waffen ausgerüstet waren. Lier Schaluppen der Italiener richteten unter den Piraten ein wahres Blut-^ bad an. Trei Schaluppen der Seeräuber wurden in dem Grund gebohrt. Die türkischen Behörden lieferten den Italienern drei Piraten aus. Wien, 5. Nov. (Land tag sw ah len.) Unter den in Wien gewählten Kandidaten befinden sich der Bürgermeister Lueger, die beiden Vizebürgermeister Strobach und Neumayer und Prinz Lichtenstein. In den übrigen Städtebezirken von Mederösterreich sind gewählt worden: 2 Christlich-Soziale, 1 Teutschfortschrittllchcr, 5 Deutsche Vol^- Partei, 1 Sozialdemokrat und 1 Parteiloser. Tie Christlich-Sozialen haben inWien sechs Mandatevon den Teutschfortschrittlichen gewonnen, in den übrigen Städtebezirken jedoch, ohne die Stichwahlen zu berücksichtigen, vier Mandate verloren. Ter Besitzstand der Teutschen Dolkspartei ist unverändert geblieben. Bei den Landtagswahlen in den Städtebezirken Oberösterreichs wurden 7 Teutschfortschrittliche, 6 Teutschvvlkliche, 2 Konservative und 1 Parteiloser gewählt. Ter Besitzstand bleibt unverändert, nur die Konservativen verlieren ein Mandat. — Tie Regierung hat heute im Abgeordnetenhause die neue Wehrvorlage eingebracht. Tie Bestimmuntzen der alten Vorlage wurden völlig fallen gelassen. — Tas Herrenhaus nahm die beiden letzten zur Beratung gestellten Paragraphen des Ter min Handelsgesetzes nach den Beschlüssen der Herrenbauskommission an und genehmigte das Gesetz auch in dritter Lesung. Kottelinsky sowie der Berichterstatter Fürst Lobkowitz; sprachen die Hoffnung aus, das an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisende Gesetz werde dort eine Fassung erhalten, welche den agrarischen Jnteresssen mehr entspreche, als das vom Herrenhause votierte Gesetz. — Morgen werden den Parlamenten die neuen Wehrvorlagen unterbreitet werden, welche eine Erschwerung der zurückgezogenen Vorlagen bedeuten. Anstatt der früher geplanten Einberufung der Evsatzreserven wird jetzt die Erhöhung des Rekrutenkontrngenteß- gefordert, und zwar um 20 000 Mann für die gemeinsame Armee, 3000 Mann für die Honveds und 4500 Mann für die österreichische Lairdwehr. Ueberdies sollen von der am 1. Oktober einberufenen Ersatzreserve 600 Mann zurückbehalten werden, solange bis dieselbe durch die aus dem neuen Rekrutenkontingent schon geschulten Leute ersetzt werden können, was etwa ein bis einundeinhalb Jahre dauern dürste, da die Erhöhung des Rekrutenkontingentes erst vom L März 1903 an gelten soll. Johannesburg, 5. Nov. Die Erwartungen einet großen Besserung des Arbeitererfatzes erfüllten sich nicht im Laufe des Sommers. Tie Anzahl Der im Oktober angekommenen Arbeiter ist geringer als im September. Einer Schätzung zufolge stehen noch 3500 Stampfwerke still. Nur in wenigen Bergwerken arbeiten die volle Anzahl Stampfen, aber auch diese sind selten während der ganzen Arbeitszeit in Betrieb. Tieser langsame Fortschritt beeinflußt im allgemeinen das Wfblühen der Minen- mdustrie in der Stadt sehr nachteilig. Petersburg, 4. Nov. Zum Vormund der beiden Kinder des Großfürsten Paul Alexandrowitsch, der zwölfjährigen Großfürstin Maria und des elfjährigen Großfürsten Temetrius, hat der Zar den Großfürsten Wladimir ernannt. Die Kinder des Großfürsten Paul werden von, ihrer Großmutter, der Königin der Hellenen, erzogen werden; sie reiften schon vor mehreren Wochen von hier nach der Krim und befinden sich jetzt vermutlich, schon längst in Athen. Tie Gemahlin des Großfürsten Paul, die geschiedene Frau v. Pistohllors, ist, keine Russin, und evangelischer Konfession. Ans Stadl und Land. Gießen, den 6. November 1902. •* Gedenktage. Zu Proßnitz in Mähren wurde am 7. November 1846 der Komponist Ignaz Brüll geboren. In Wien erhielt er den ersten Unterricht im Klaoierspiel und in Komposition. Nach mehreren Konzertreisen als Pianist widmete er sich seit 1878 in Wien ausschließlich der Opernkomposition. „Das steinerne Herz" und „das goldene Kreuz" sind die bekanntesten Werke und letzteres gilt^als eine der besten deutschen Spielopern. "Hofnachrichten. Aus Darmstadt, 5. Nov^ wivd uns geschrieben: An der heutigen Hoftafel nahm außer den hier anwesenden Herrschaften, wie schon gemeldet, die nachmittags von Frankfurt a. M. eingetroffene Prinzeß Friedrich Karl von Hessen teil. Sic besuchte auch mit tot den poltL u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MMZ “ geiqcnletl: Han« Beck. ' • L etuniw v-a. ipäler Pr' «4b. oi oö\'s p.dttr-': dauernd Mrbeii gt[ud)i ästersWe:. atktmbt WM- aiaUrotrl heibm-!- - z bei Lollar. _ von nur c 1 WlM l,chen ■; t [7763] MroifliiW» lHausöltrD den übrigen Herrschaften daS Hostheater, wo Sira d ell a" gegeben wurde. Prinz Friedrich Karl traf erst später zum Thee ein und folgte am Abend einer Einladung des Offizier-Korps des Gardedragoner-Regiments Nr. 23 in dessen Kasino. Nach dem Theater fand Souper im Schloß statt, dann reisten beide Herrschaften 10 Uhr 24 Minuten nach Frankfurt a. M. zurück. Prinz und Prinzessin AdolfoonSchaumburg-Lippe werden morgen Tonners- tag nachmittag U.5 Uhr voraussichtlich wieder von hier abreisen. • • Die Rekruten-Vereidigung fand heute vormittag in der alten Kaserne statt. Vorher war Gottesdienst in der Stadtkirche. • • Landeslotterie. Bei der heutigen Ziehung der 1. Klaffe fiel die Prämie von 40 000 Mk. auf Nr. 84245, die zuletzt mit 300 Mk. gezogen wurde; ferner fiel ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Nr. 45171, ein Gewinn von 1000 Mk. auf Nr. 45157, ein Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 9257, fünf Gewinne von 300 Mk. auf Nr. 2804 9468 54425 55030 73257. (Ohne Gewähr.) * * Omnibus-Verkehr. Wegen Kanalisationsarbeiten zwischen Alicestraße und Grabenstraße verkehren die Omni- dus der Grünbergerstraße über Westanlage-Frankfurterstraße. * * Versammlung von Geistlichen im Cafe Ebel. Gestern hatte sich auf Einladung des evang. Dekanates Gießen im großen Saal des Cafo Ebel eine größere Anzahl von Geistlichen, weltlichen Synodalabgeordneten und Kirchenoor- standSmitgliedern aus den drei evangelischen Dekanaten, Gießen, Grünberg und Hungen, versammelt, um sich über die durch daS Gesetz bezw. das Eigentum an Kirchen, Pfarrhäusern u. s. w., vom 6. August 1902 an die Kirchenvorstände herantretenden Aufgaben zu verständigen. Ein sehr lichtvolles Referat deS Herrn Landgerichtsrat Sandmann von hier und ein mehr die praktische Seite heroorhebendes Corrcferat des Herrn Pfarrers Dr. Naumann leitete die Besprechung ein, in die dann noch der gleichfalls anwesende Leiter der Grundbuchsanlegung in Oberhessen, Herr Landgerichtsrat Schmuckenbecher und Herr Landtagsabgeordncter, Bürgermeister Leun, eingriffen. Eine ganz besondere Freude wurde den Versammelten dadurch bereitet, daß Herr Vikar Göttert aus Judenburg in Stcyermark, der gerade aus Hessen besonders unterstützten Gemeinde, der eben auf Urlaub in seiner hessischen Heimat weilt, der Versammlung anwohnte, und sehr interessante Mitteilungen aus dem neu erwachenden evangelischen Gemeindeleben machen konnte. Daß er die Herzen mächtig erwärmt hatte, konnte er aus der rasch veranstalteten Sammlung spüren, die 100 Mk. ertrug. * * Eis der ein. In der gestern abend im „Großherzog von Hessen" abgehaltenen Hauptversammlung erstattete der Vorsitzende den Geschäfts- und Kassenbericht. Ter Mitglicderstand ist augenblicklich 584. Die Eisbahn konnte infolge des milden Winters 1901/02 nur an 14 Tagen benutzt werden, und zwar im Dezember an 4, im Januar an 3 uud im Februar an 7 Tagen. Die Einnahmen betrugen Mark 2770,94, denen als Ausgabe Mark 4084,99 geg^nüberstehen, so daß für das verflossene Geschäftsjahr ein Minus von Mark 1314,05 zu verzeichnen ist; der Grund hierfür ist in der Anlage und Installation der elektrischen Beleuchtung zu suchen. Ter Jahresbeitrag beträgt auch fernerhin Mark 2, Eintrittsgeld Mark 1. Neuaumeldungen sind vorläufig schriftlich an beit Vorsitzenden zu richten, können aber späterhin auch an der Kasse des Eisvereins an der Eisbahn erfolgen. — Der Vorstand hat beschlossen, die Eisbahn an Wochentagen von IO1/3 Uhr vormittags ununterbrochen bis 41/2 Uhr nachmittags und abends von 7—9 Uhr versuchsweise bei elektrischer Beleuchtung zu öffnen; für letztere wird ein Zuschlag von 10 Pfennig von jedermann erhoben. An Sonn- und Festtagen ist die Eisbahn von früh 10 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet, ein Zuschlag für die elettrische Beleuchtung wird nicht erhoben. Mit der Geschäftslettung wurden folgende Herren wieder resp. neu beauftragt: Jean Kirch Vorsitzender, Professor Dr. Netto Stellvertreter; Ernst Balser, Tr. Bernbcck Eiswarte; Amtsrichter Wiener, Bautechniker A l t v a t e r Gerätewarte; Dr. Spohr, Privatdozent Liefmann Laufwarte: Assessor Cursch- mann, Kuhr Kassenverwalter. In oen Vorstand wurden weiter gewählt die Herren Direktor Bergen, Provinzialdirektor Tr. B r e i d e r t, Landgerichtsdirettor Dr. G ü n g e- r i ch, Stadtverordneter H a u b a ch, Polizeiamtmann Hechler, Kommerzienrat Heichelheim, Prof. Dr. Lucius, Bürgermeister Mecum. * • Kaufmännischer Verein. Gestern abend ver- /mstaltete der Kaufmännische Verein seinen zweiten Vortrag dieser Saison im Cafö Leib. Als Vortragender war Herr C';to Ewald aus Kassel gewonnen worden. Eine Reise durch die heiligen Lande war das Thema, über das Herr Ewald in äußerst intereffanter und seffelnder Weise etwa zwei Stunden sprach. Wenngleich heute die Litteratur gerade über diese Teile des Orients so groß ist, daß die Kenntnis Syriens, Palästinas und Egyptens in alle Schichten der Bevölkerung eingedrungen ist, so war doch die Schilderung der Reiseemdrücke, die durch eine große Zahl von Lichtbildern unterstützt wurde, ebenso unterhaltend wie lehrreich. Es kam hinzu, daß Herr Ewald über eine brillante Vortragsweise verfügt, und daß der Humor, der qu8 vielen Schilderungen hcrvorklang, das Monotone, daL vielen Vorträgen eigen ist, in glücklichster Weise verdrängte. Die Reise, die über Beirut, Jaffa, Jerusalem nach Egypten ging, wird schon von so Vielen, wenn aiich in Gedanken, gemacht worden sein, daß sich eine Wiederholung hier erübrigt. Besonderes Interesse beanspruchte natürlich Jerusalem und deffcn Umgebung, vor allem die Wanderimg durch die GrabeSkicche und die anderen, der Erinnerllng an Christus geweihten Orte. Vorzüglich waren u. a. die Lichtbilder, die unS das Stephansthor, die Himmelfahrtskapelle und die Kapelle der Grabeskirche zeigten. Von Egypten gefiel wohl am meisten die Besteigung der Pyrainiden; und ehrfurchtsvoller Schauer durchlief die Anwesenden, als sie hörten, daß diese Steinkoloffe schon mehrere Jahrhunderte standen, bevor Abraham, der Stammvater der Juden, seine Wanderungen in jenen Ländern machte. Sehr intereffant war auch die Aufnahme der .Radel der Kleo- patta", die ja jetzt in Amerika sich befindet. Und außer der Besprechung dieser historischen Stätten fand auch baS Leben deS Orients in einigen beiläufigen Zügen eine treffliche Charakterisirung. Trotz allen Reizes, der das Morgenland auszeichnct, fanden drc vielen anwesenden Damen doch, daß sie hier bei uns ein schöneres Los haben. Tie heiligen Lande bereisen: ja, dort leben: neml Das war so ungefähr die daS Publikum aus dem Vorttag zog. Großer Beifall dankte dem Vortragenden für den in der That äußerst genußreichen Abend. — Der Jahresbericht für 1901 des Generalverbandes ländlicher Genoffenschaften Raiffeisenscher Organisation für Deutschland, der landwirtschaftlichen Zentral-Tarlehnskaffe und der Beamten-Pensionskasse .Raiffeisen* ist soeben erschienen. Beigelegt ist ein „ErgänzungS- blatt zur Festnummer*, erschienen zur Feier der Enthüllung des Raiffelsen-Tenkmals zu Heddesdorf-Neuwied. * * Der Verein der Ga st wirte von Gießen und Umgegend hält am 8. Januar k. I. im Cafs Leib sein diesjähriges Winterfest ab. Schon seit langen Jahren ist diese Veranstaltung unseres Wirte-Vereins für weitere Kreise unserer Bevölkerung ein Ereignis. Ist doch feiner unserer Gießener Säle groß genug, um die Vereinsmitglieder und deren Gäste zu fassen. Bei diesem Feste werden auch Tiplome an langjährig treu dienende Angestellte im Gastwirtsgewerbe verteilt, ebenso erhalten die Mitglieder des Vereins, welche im abgelaufenen Jahre auf eine 25 jährige Thätigkeit als Gastwirte zurückblicken, an dem Abend ein Tiplom ausgehändigt. * * Zimmer st utzen-Verein Gießen. Am Montag abend hat der Zimmerstutzen-Verein Gießen wieder seine allwinterlichen Schießübungen im Saale des Schützenhauses begonnen, das offizielle Anschießen wird demnächst folgen. Jeder Freund der edlen Schießkunst kann Mitglied des Vereins werden. Geschossen wird jeden Montag abend, Gäste sind stets willkommen. In der Saison finden zwei große Preisschießen statt. * * 5n der gestrigen Monatsversammlung des Kriegervereins waren außer dem Bezirks-Kommandeur Oberstleutnant von Moscht, anwesend die Ehrenmitglieder Zahnarzt Koch und Kommerzienrat E m - melius, ferner Hauptmann Kreuter und eine ganze Anzahl von Offizieren der Reserve. Zum geschäftlichen Teil erwähnte der Vorsitzende, Amtsrichter Wiener, daß die Bibliothek des Vereins recht gut benutzt würde. Dieselbe sei nach und nach so umfangreich geworden, daß ein neuer Schrank angeschasft werden müsse. In Rücksicht darauf würden wohl die Anschaffungen für das nächste Jahr etwas beschränkt werden. Ta fand sich denn sofort ein milder Spender — der aber nicht genannt sein will — welcher 100 Mark für Anschaffung des Schrankes stiftete. Dank dem Geber, welcher ja schon so manches Gute ge- tban hat, ohne daß seine linke Hand wußte, was die rechte tgat Die anwesenden.Präsidialmitglieder Landgerichtsrat Sandmann und Mayer konnten noch mitteilen, daß die amtliche Zeitung der Kriegerkameradschaft Hassia vom 1. Januar 1093 unter dem Titel: „Hessischer Kamerad" erscheinen würde; was dem Vorsitzenden Veranlassung gab, das Abonnement auf dieselbe den Mitgliedern recht warm ans Herz zu legen, und auch an Inserate für die Probenummern zu denken, welche im Dezember in einer Auflage von 10 000 Stück erscheinen würden. Ferner wurde noch mitgeteilt, daß die Emgabe, wegen Erlaß der Lustbarkeitssteuer an Kaisers- und Großherzogs-Geburtstag, vom Großh. Ministerium abschläglich beschieden worden sei. Nachdem der geschäftliche Teil erledigt war, hielt Leutnant der Reserve Kelle r einen sehr interessanten Vortrag über die nationale und soziale Bedeutung des Heeres. Mit großer Spannung folgte die Versammlung den Ausführungen des Vortragenden, welche vom frühen Altertum bis zur Neuzett das soviel benörgelte und bekrittelte Thema behandelten. Reicher Beifall lohnte dem Redner, als er seinen Vortrag schloß, auf welchen der Vorsitzende sofort ein begeistertes Hurrah auf den Kaiser uno den Großher^og folgen ließ. Nach dem Vortrag erschallten alte Soloatenlieder, unter welchen auch das bekannte Reservelied nicht fehlte, durch die Räume. Kamerad Wagner brachte ein Hoch aus auf die Offiziere, und von letzteren wurde ein Hoch auf den Verein ausgebracht. Alle aber gelobten, die Versammlungen des Vereins fleißig zu besuchen, und baxu beizutragen, daß der Verein auch ferner wachse und gedeihe. * * Stadtth eater. Bereits gestern wurde darauf hingewiesen, daß am Freitag Meyer-Försters erfolgreiches Schauspiel „Alt-Heidelberg" noch einmal und zwar zum letzten Male in dieser Spielzeit alsv 0 lkstü m- liche Vorstellung zu kleinen Preisen aufgeführt wird. —- Kommenden Sonntag geht die große Gesangsposse in vier Akten „Unsere Marine" von W. Mann- ftaebt erstmalig in Szene. Tie hierzu nötige Dekoration „Kaiseryacht Hohenzollern" wird von Herrn H. Jenny neu angefertigt • * Die Bedürfniöfrage bei Schankkonzessionen. AuS Fulda wird uns geschrieben: Die hiesigen Stadtverordneten haben mit 17 gegen 10 Stimmen den Erlaß eines OrtsstatuteS betreffend die Einführung der Prüfung der Bedürfnisfrage bei Errichtung von Wirtschaften abgelehnt. (Bekanntlich steht die Stadtverordneten-Versammlung in Gießen auf einem anderen Standpunkt, und hat diese Einrichtung zu einer dauernden gemacht. D. Red.) • * Hausbriefkasten. Bei dem außerordentlichen Umfange, den der Briefoerkehr seit Jahren angenommen hat, wird die Briefbestellung besonders in den Städten immer schwieriger. Die Briefträger sind häufig nicht im Stande, die Bestellung mit der wünschenswerten Schnelligkeit auSzu- führen, und die Postverwaltung ist meist nicht in der Lage, Abhülfe zu schaffen, weil eine Vermehrung der Zahl der Briefträger allein die Schwierigketten nicht beseitigt. Das wirksamste Mittel zur Beschleunigung der Briefbestellung hat daS Publikum selbst in der Hand: es besteht in der Anbringung von Hausbriefkästen an den Eingängen der Wohnungen. Denn nicht nur das Warten des Briefträgers auf das Oeffnen der Thür, das wiederholte Schellen re. fällt überall da weg, wo ein Hausbriefkasten angebracht ist, sondern es sind auch in den Fällen, wo Niemand zu Hause angetroffen wird, keine wiederholten Gänge zu machen. Also: für jede Wohn- ung einen Hausbriefkasten! • * P 0 stalische 8. Jeder Landbriesträger führt auf seinem Bestellgange ein Annahmebuch mit sich, in daS er die von ihm angenommenen Telegramme, Einschreibsendungen, Sendungen mit Wertangabe, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen, die zur Frankierung dieser Sendungen baar entrichteten Beträge sowie die angenommenen Bestellungen auf Zeitungen nebst den ihm hierfür übergebenen Geldbettägen einzutragen hat. Auch die Geldbeträge, die dem Landbriesträger zur Beschaffung von Wertzeichen übergeben werden, müssen in dem Buche vermerkt werden. Gleiche Annahmebücher führen die in Landorten bestehenden PoschülfSücllen. Der Eullieferer oder Auftraggeber ist he- Allessandro die Quintessenz, rechttgt, sich daS Annahmebuch vorzeigen zu kaffen, um sich von der Richtigkeit der Eintragungen zu überzeugen, auch kann er die Eintragung selbst bewirken. Dem Publikum wird empfohlen, von dieser Berechtigung in jedem Falle Gebrauch zu machen. § Butzbach, 5. Nov. Ter Großh. Gendarmerie» kommandeur Lberstlt Frhr. von Normann aus Gießen weilte heute zwecks einer Inspektion hier. — Ein vier Jahre altes Kind, das am Nachmittag vor einem Fuhrwerke weg über bie Straße lief, wurde von dem Gefährt erfaßt uiw am Bein verwundet. B. Lauterbach, 3. Nov. In dem benachbarten Dorfe Wernges verschwand vor einigen Tagen der AuSzüger Konrad Peter, bei dem seit einigen Monaten Zeichen von Geisteszerstörtheit bemerkbar waren. Da man vermutete, daß sich der Kranke ein Leid angethan habe, suchten die Angehörigen sofort den nahen Wald ab. Aber erst am Freitag morgen fand man ihn in einem anderen Distrikt -an einem Baume erhängt vor. ‘ Offenbach, 4. Nov. Mit den RestaurierungS- arbeiten an unserem altehrwürdigen Schloß geht eS nun rüstig vorwärts. Der ganze Schloßkomplex ist mit einem Bretterzaun umgeben worden; an den herrlichen Arkaden deS Schloßhofes erhebt sich ein hohes Gerüst, welches die zierlichen Sandsteinornamente zum größten Teil verdeckt. Tas unschöne, provisorische Dach des obersten Arkadengeschoffes, das diesem offenbar nach dem letzten Schloßbrande als Slot- behelf aufgesetzt worden war, ist bereits beseitigt. — In der Schloßstraße finden östlich vom Schloß Kanalarbeiten statt. Dabei ist auch die außerordentlich starke und tief- gehende Grundmauer jenes hohen Mauerwerkes wieder auf- gedeckt worden, durch welches das Schloß mit der östlich davon gelegenen Dependenz verbunden war; auf der bekannten Ansicht Merians ist diese Mauer sehr deutlich zu sehen. — Der „Naturmensch" Gustav Nagel, der in stüheren Jahren viel von sich reden machte, weilte dieser Tage in Offenbach. Der hochgewachsene, nur mit einem leichten, den Oberkörper freilassenden Gewände bekleidete junge Mann mit den lang über die Schultern fallenden blonden Haaren erregte auf der Straße allgemeines Aufsehen. Nagel ist Vegetarier und Abstinenzler. Ober-Abt st einach, 4. Nov. Ein bedauerlicher U n» glücksfall hat sich hier ereignet. Das einzige dreijährige Kind der Eheleute Leonhard Berber ich machte sich in der Küche zu schaffen, wo die Großmutter einen Topf kochenden Wassers auf den Boden gestellt hatte. Es siel dabei in baß heiße Wasser und starb alsbald an den erlittenen Brandwunden. Mainz, 5. Nov. In dem Bereich des biesiaen Eisen- bahnbeHirks sind, dem „Rh. C." zufolge, in der letzten Jett verschiedene Dynamit-Attentate auf Eisenbahnzüge versucht worden, wenigstens geht dies aus folgender Bekanntmachung her hiesigen Staatsanwaltschaft hervor: Am Bahnübergang der Straße Steinthor-Mombach über die Strecke Mai nz-Bingen wurde auf den Schienen liegend eine Rolle Gelatine-Dynamit aufgefunben. Später entdeckte man unweit derselben Stelle unter einer Stohwelle eine halbe Rolle des gleichen Tynamtts eingekeilt. In der Nähe lagen zwischen den Schienen zerstreut mehrere Sprengkapseln. Es ist festgestellt, daß die Rollen Gelatin- Tynamit aus der Rheinischen D y n a m i t f a b r 11 Köln stammen und aus zwei Sendungen herrühren, die an den Bauunternehmer Karl Müller in Unter-Maubcich, nach dessen Magazin Uerhingen bei Kreuzau abgeliefert wurden. Offenbar ist der Sprengstoff dort entwenoet und von Arbeitern, wohl Italienern, die am Bahn bau Arbeit suchten, nach Mainz gebracht worden. Die Staatsanwalt- schast ersucht alle Behörden, auf die Thäter zu fahnden. Alzey, 5. Nov. Der „Alz. 93eob.' will aus maßgebenden Kreisen erfahren haben, daß das Zentrum im Wahlkreis Alzey-Bingen bei der kommenden Reichstags- wahl einen eigenen Kandidaten aufftellen wird. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wie das ,Säck. 2gbL* berichtet, ging das seit 1856 im Besitze der Familie Th. Bally gewesene. Schloß Schönau, das .Trompeterschlößchen' Schcffel'schen Angedenkens, durch Kauf in das Eigentum der Prinzessin Gertrude Alexandra zu Psenburg und Büdingen über. Die Prinzessin wird demnächst in ihr neues Besitztum über- siedeln^ ====S==BÄ Vermischtes. ♦ (Senftenberg, 5. Nov. Ein Cigarrennracher her» feilte am Sonntag vor acht Tagen in Jütterdorf Flug- blätter. Er wurde vorn Gemeindediener angebalten und verhaftet. Ter Gemeindediener erklärte, er sei beauftragt, jeden zu verhaften, der ohne polizeiliche Erlaubuis Flugblätter verteile. ♦ Bremen, 5. Nov. Nach einem Telegramm au- Mazatlan ist die Draker Bark ^re^a", Kapitän Wen, auf der Reise von Manzanillo nach Punta Arenas, total verloren gegangen. Heber die Mannschaft Liegt keine Nachricht vor. _ ♦ Tas 350jährige Jubiläum der Stadt Tilsit wurde am Sonntag festlich begangen. Nach einem Fest- gottesdienst in der großen Stadtkirche fand mittags eine öffentliche feierliche Sitzung der städtischen Behörden im Ratbause statt, an der auch geladene Ehrengäste, so der Regierungspräsident aus Gumbinnen, die Vertreter her Civil- und Militärbehörden teilnahmen. Ter Oberbürgermeister Pohl verkündete, daß die städtischen Behörden zur bleibenden Erinnerung an diesen Jubeltag folgende Stiftungen beschlossen haben: die Erbauung eines neuen städtischen Armenhauses mit Einrichtung allgemein zugänglicher Arbeitsgelegenheit, die Errichtung eines öffentlichen Volks-Brause- und Warmbades, die Erbauung eines Waisenhauses und endlich eine Spende von 2000 Mk. als Grund- Ilock zur Errichtung einer öffentlichen Stadtbibliothek. Aus Mittag fand Speisung der Armen auf städtische Kosten statt, auf Nachmittag offizielles Festmahl der Behörden und Bürgerschaft. Am Abend beschloß die Jubelfeier eine Fest- vorstellung im Stadttheater. . ♦ London, 5. Nov. In einer Baumwollspinnerei m Stockpoft brach heute nachmittag Feuer au», durch das drei Personen getötet und viele verletzt wurden. Tas Feuer konnte bis jetzt nicht gelöscht werdem^^^ Kunst und Wiffenschust. Die Ratjer Wilhelm-Bibliothek in Posen wird am 14. November üi Gegenwart von Vertretern dcr SiaarLbehorü« leietUd) emacwcibt iana, Iowa, Minnesota, Nord- schieden. Sims dem Tendenz: stM. bestens empfehle, zeichne Hochachtend 7791 JL Jacob MT Strick-Wollen in nur gediegenen Qualitäten. haltbaren und 1 Pfund Mk. 1.70. Prima Phönix, 4 7790 Holterhoff Söhne, Seltersweg 20 ■Lü> ie Mer zu sahM Icob.' will aus mch ,B daß Zentrum ob wenden Reichstags« 1 °uM" «-d. z Seifen unb bet Ml- berietet, gi«i i k 9*;!* d-r w Budin,* neue» Besitzt» Den verehrten Einwohnern von Gleesen und Umgegend hierdurch die ergebene Mitteilung, dass ich seit heute meine Wohnung von Ludwigstrasse 37 nach Südanlage 23, I. Etage verlegt habe, woselbst sich mein Büreau Parterre befindet. Indem ich mich nun noch den verehrten Einwohnern von Giessen und Umgegend im An- und Verkauf, so™, Vermietungen von Häusern, Baugelände etc. Argentinien anszuw andern, weil die männliche Bevölkerung wegen der Streiks in Mailand und Genua keine Arbeit findet. Wien, 6. Nov. In einer Geldsendung, welche der hiesige Bankverein von einem Berliner Bankhause etx hielt, befanden sich zehn falsche 20 Kronennoten^ sie äußerst gut nachgemacht waren. Der Verein erstattete, ’ofort Anzeige bei der Polizei. Wien, 6. Nov. In Przemysl erschoß sich die 41) Jahre alte Gemahlin des Feldmarschall-Leutnant Mako- witsch. Tas Motiv der That ist unbekannt. Lemberg, 6. Nov. In Warschau wurde der PrS- sident des Wohlthätigkeits-Vereins, Fürst Matthias' Radziwill in der Nacht von einem jungen Manne um Reisegeld angesprochen und da er ihn abwies, von bemfr selben durch Knüttelhiebe schwer verletzt. Ter Thater 7>'k ist mit 2 1' welches die aiers J Teil verdeckt La ^ oßbrande als Rot. ? beseitigt - S I“* unb tie;. “wetfa mit der östlich 11 roQr; auf der be. ?uer sehr deutlich =u Gustav Nagel, dec ! ^^te, weilte dieser >ene, nut mit einem 1 Gewände bekleidete hultern fallenden blon- allgemeines Ausseh^ Ein bedauerlicher Un» ^as einzige dreijährig! ich machte sich in du : einen Topf kochender Es siel dabei in bei den erlittenen s. Kandwirtschast. Darmstadt, 4. Stoo. Die Rebenfläche im Großherzog- hnn, soweit sie im Ium 1902 im Ertrag stand, betrug nach der tmrch die deutsche Reichsstalislik veranstalteten Ausstellung 13 209 ödtat. Davon entsallen auf Rheinhessen allein 12 519 Hektar, ^achtend Starkenburg mit 679 und Oberhessen mit nur 11 Hektar heiligt ist. Im ganzen deutschen Reich beträgt im Jahre 1902 )iit Rebenfläche 119 922 Hektar gegen 119 560 Hektar im Vorjahre, ülidct) derselben Ausstellung ist der Rebenanbau seit dem Jahre 188)3, wo er 118 292 Hektar betrug, in stetem Fortschritt begriffen. Die Lehrer und die Landwirtschaft. In Nr. 259 dieser Zeitung ist unter obiger Ueberschrift ein kurzer Artikel ver- öffenlticht worden, worin mitgeteilt wird, daß der Bezrrkshaupt- mann in dem psälzischen Orte Bergzabern tue Lehrer für die Landwirtschaft zu interessieren sucht und sie angeregt hat, Mitglied des landw. Vereins zu werden. Der hier ausgesprochene Wunsch durfte auch für unsere Provinz eine gewisse Berechtlguilg haben, da nach genauer Information m der Provinz Oberhessen im Ganzen nur 19 Lehrer dem landw. Verein als Mitglied angehören. Es macht einen eigentümlichen Eindruck, daß gerade die Lehrer, die mit der Landwirtschaft in so naher Beziehung stehen, deren Interessen vielfach mit der Landwirtschaft zusammengehen, von denen in neuerer Zeit sogar verlangt wird, daß sie Unterricht über Landwirtschaft in in den ^rtbildunasschulen erteilen sollen, sich von den Bestrebungen entfloh. B a n j a l n k a, 6. Nov. Gestern abenb 6 Uhr 40 Min. wurde hier und in der Umgebung ein fünf Sekunden andauerndes heftiges Erdbeben verspürt. Dasselbe rief unter der Bevölkerung eine große Panik hervor und hatte zeitweilige Störungen in den TelegrapHen-Leitun^en zur Folge. Menschenverluste sind nicht zu beklagen- Newyork, 5. 9ioü. Die Demokraten behaupten, be-ij den Wahlen in Newyork seien Betrügereien voi> gekommen, und drohen, bei den Gerichten Anklage zu erheben. Unter den zehn Kongreßmitgliedern wurden sieben Republikaner gewählt, die damit die Majorität in der gesetzgebenden Körperschaft des Staates haben. Der Verlust der Republikaner im Anthrazitkohlengebiet von Penn- sylvanien ist nicht so groß, als angenommen wurde. Re* publikaner wurden in Indiana, Iowa, Minnesota, Nord* und Süd-Takota, Utah und Washington gewählt, Demokraten in Virginia, mit Ausnahme eines Kongreßmitglied des, Georgia, Louisiana, Missouri und Texas. Nach öern letzten Wahlbericht von heute nachmittag 7 Uhr setzt sictz der nächste Kongreß aus 197 Republikanern, 3 Republik faner nicht eingerechnet, welche ui Pennsylvanieu auf Grund von Fusionslisten gewählt wurden, und 177 Demokraten zusammen. 9 Wahlergebnisse sind noch unenti Neueste Meldungen. Originaldrahtmelduttgen des Gießener Anzeiger. Kiel, 6. Nov. Der Kaiser traf heute morgen 9 Uhr 30 Min. hier ein und begab sich jnach der „Hohenzollern". Als hier die Kaiserstandarte gehißt wurde, feuerten die anwesenden Kriegsschiffe den Kaisersalut. Berlin, 6. Nov. Gestern nachmittag brach in dem Kaufhause Bremen in der Rosenstraße Feuer au§, das zwei Etagen einäscherte. Beim Vorgehen der Feuerwehrleute erlitten zwei derselben infolge Zusammenbruches einer Holztreppe Verletzungen. Fr anfurt a. M., 6. Nov. Der Spediteur Minsinger aus Sachsenhausen hat sich im Stadtwalde erschossen. Das Motiv der That ist Krankheit und Lebensüberdruß. Köln, 6. Nov. Der Weihbischof Dr. Fischer ist zum Erzbischof von Köln gewählt worden. München, 6. Nov. Regierungsseitig wird erklärt, daß Bayern mit Rücksicht auf die von Deutschland für seine im Interesse der Landwirtschaft gemachten Aufwendungen trotzderFleischteuerunginden Städten eine Oeffnung der Grenze für die Vieh-Einfuhr namentlich aus Ungarn wegen der dortigen Seuchen nicht beim Bundesrat nicht befürworten könne. London, 6. Nov. Das Unterhaus bewilligte die geforderten 8 Millionen Pfund für Transvaal und den Oranje ft aat. London, 6. Nov. Das Unterhaus begann gestern abend 9 Uhr seine Sitzung mit der Beratung derKredite für Transvaal. Nach einer Rede Sir William Harcourts ergriff Kolonialminister Ch amb erlain unter großem Beifall das Wort. Ter Minister erklärte, es sei das letzte Mal, daß er vor feiner Abreise nach Südafrika vor dem Hause spreche. Er sei sich der Wichtigkeit seiner Mission voll bewußt. Ter Minister stelle fest, daß der Krieg England 258 Millionen Pfund Sterling gekostet hat. Er drückte sein Vertrauen in die Zukunft aus und versprach die Vereinigung der südafrikanischen Kolonien in eine einzige unter der Oberhoheit Englands. Um 121/2 Uhr nachts wurde der Kredit oyue Abstimmung angenommen. Lens, 6. Nov. Tie von den Schiedsspruchverhandlungen in Paris zurückgekehrten Vertreter der Grubenarbeiter von Pas de Calais wohnten abends einer Ar- beiterverasmmlung bei, in welcher einstimmig die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen wurde, bis zur Entscheidung des Syndikats, die Samstag erfolgen soll. Mailand, 6. Nov. Tie gesamte Bevölkerung von Bordo Maggiore in der Provinz Tenara beschloß, nach r,< Publik 1 fiter. _ »Nt vor ein»? bitt ""Stztz St"?«» Lll°naten in den Fortbildungsschulen erteilen sollen, sich von den Bestrebung, der landw. Vereine fernhalten. Die Landwirte in ihrer großen Zahl und die landw. Vereine würden es sicher mit großer Freude begrüßen, wenn sich die Lehrer mehr wie serther für die Bestrebungen der landw. Vereine mteressieren wollten und wenn sie durch Beitritt zum landw. Verein Gelegenheit nähmen, sich über die Bestrebungen desselben zu informieren und durch Lektüre der landw. Verems-Zeitschrist sich über den heutigen Stand der Landwirtschaft aus dem Lausenden zu halten. Frankfurt a. 3)1., 5. Nov. Bei dem Landgerichte schwebt ein d'wzeß von prinzipieller Bedeutung, der sämtliche Instanzen belästigen dürfte, da der Wert des Streitgegenstandes die Berufung an das Reichsgericht erlaubt Der Redakteur B. in Frankfurt a. Dl. üe.-b sich mit der Fernsprechstelle in Karlsruhe verbinden. Während öe-i geführten Gesprächs erhielt er einen starken elektrischen Schlag unb sank bewußtlos zu Boden, wobei ihm Blut aus Mund und Steife drang. Nach einiger Zeit erholte er sich wieder, leidete jedoch »so da ab au einer schweren Lähmung der rechten Körperhälfte. Prozeßwege verlangt er jetzt eine lebenslängliche Rente non 1800 Mk., da nach dem ärztlichen Gutachten eine Wiederher- Itellung ausgeschlossen ist. Die Reichspost lehnt die Haftpflicht für Zielen Unfall ab, indem sie ihn als eine unglückselige Folge höherer Aeivalt hinstellt und behauptet, daß sie alle Vorkehrungen getroffen otxbe, um Gefahren für die Menschen beim Gebrauche des Tele- ?I)ons nach 'Möglichkeit auszuschließen. Die Entscheidung in diesem, iii 1 alle mit dem Telephon umgehenden Personen interessanten Gijenkahn-Zeilung. München, 5. Novbr. lieber die ßraebnifie der Reise des vveußischen Eisenbahnministers erfahren wir: Von einer Heichseisenbahnidee will man in Berlin absolut 1 lchts wissen. Wie die bayerische Verwaltung, ist auch die pueußische Verwaltung der Ansicht, daß die gegenwärtige Zeit »-icht zu einer Herabsetzung der Eisenbabntarrfe, ncimentlid) der Personentarise, angethan sei. Aus den Aussprachen mit dem preußischen Eisenbahnminisier hat man hier die Hoffnung ic roonnen, daß die Verhandlungen wegen der Mainka nali- alion in Bälde wieder ausgenommen werden. Tie bayerische Negierung hat aus Grund von Erhebungen nnd Vorbesprechungen ütie Denkschrift bezüglich der Mainkanalisation schon tm Frühjahr be 1 preußischen Regierung vorgelegt. Hieraus ist eine Antwort bisher noch nicht erfolgt, da die preußische Regierung die Vorlage >t ji durchprüsen mußte. Gerichtssaal. lche Arveiterkewegung. Pariö, 5. N00. Tie von den Bergwerksgesellschaften 6rtt Pas de Calais gewählten Schiedsrichter aaben ihren Urteils- ipcrucf) ab, welcher dahin geht, daß eine Erhöhung des gegenwärtigen Lohnsatzes nicht angängig sei. Man versichert, daß Dii> Vertreter der Arbeiter hiermit nicht zufrieden fein werden. See erklärten, daß sie sobald als möglich eine Versammlung aller ■Biirgarbeiter des Kohlenbeckens von Pas be Calais einberufen werden. Nach Verlesung des Schiedsspruches erklärte Laoaur lacmend aller Bergwerksgesellschaften, daß die Gesellschaften auf ch,:e Kosten die Arbelterpensionen ausbessern werden gemäß den in ten Verhandlungen bei der Zusammenkunft in Arras am 3L Okt. 1602 festgesetzten Bedingungen. St. Etieuue, 5. Nov. In der Arbeiterbörse sand gestern allend eine stark besuchte Versammlung statt. Nach längeren Debatten wurde eine Tagesordnung angenommen, in welcher die ükbeiter aufgeforbert werben, den Ausstand mit Energie I a r t j u j c tj e n. — HosTheaier tu Posen ? In Posen wird offiziell das Ge- äLht verbreitet, der Kronprinz werde in Posen residieren. Jetzt teilen sogar die Posener ,9L N/ mit, daß der Ridjer bei seinem Tortsein geäußert habe, er wolle das neue Stadt- ch^ater, dessen Bau bevorsteht, zum Hosthealer ä la Wiesbaden a ad Hannover erheben. Ter große Generalstab veröffentlicht den Schlußband der militärischen Korrespondenz Atoltkes, die Dienstschriften Jahres 1859, die sich auf die Rüstungen Preußens gegen Frank- iLch während des italienischen Feldzuges beziehen. Eingesandt. lWr Form und Inhalt uull uiuec oiefer Rubrik stehender LÄllel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenübei keinerlei Verantwortung.) Billiges Brod! Wegen e i n e s A b s ch l a g e s a u f t,cs Brod waren unsere Bäcker jetzt zweimal versammelt. Eine Mnoritat derselben war der Ansicht, daß man den Preis für den diitrpfünbigen Laib Brod um vier Pfg. herabsetzen müsse, um den L lobpreis mit dem Getreide-, refp. dem jetzt billigeren Mehlpreis .n. Einklang zu bringen. Die Mehrheit der Bäcker sprach aber da- ^etjen, und da die Gewerbegenossen gleichsam einen Ring in mv wer Stadt bilden, so ist aus billigeres Brod vorerst lücht zu hoffen. Die Bevölkerung sollte nach Lage der Sache ich hiergegen wehren und einmal eine Zeitlang den Brodbedari DDli außerhalb decken; kommen doch täglich eine Anzahl h.onbbäder mit Brod in unsere Stadt, und roeiter sollte die städtische Verwaltung zur Brodfrage Stellung nehmen, indem sie Bnob als Wochenmarkts-Artikel zulassen sollte, wie dies •ji anderen Städten ebenfalls der Fall ist. Nur hierdurch ist es n-cglich, einen Druck auf die Bäcker auszuüben. ; 3*05611e, werden wir s. Zt. mitteilen. — Zur der angeblichen Soldateumißhandluug in Gum- Kllnen wird der ^Königsb. Hart. Ztg/ auf Grund von Jnfor- inotionen an zuständiger Stelle mitgeteilt, daß das Kriegs- sricht der zweiten Tioision die Vorgänge, mit welchen der Tod Kanoniers Baltrusch im Zusammenhänge steht, eingehend unterteilt hat, daß dieses Gericht in Gumbinnen getagt hat, und daß ie Beteiligten freige sprachen sind, weil sie sich in der 9lot= idehr befunden haben. Danksagung1. Bei dem Heimgange meines lieben Mannes, des evang. Pfarrers und Dekans a. D. 7792 Carl Wahl find unS so viele Beweise herzlicher Teilnahme entgegengebracht worden, daß eS mich drängt, hierdurch innigen Dunk zu sagen. Im Namen der Familie: Emilie Wahl, gcb. Klotz. Hausen b. (Dießen, 6. November 1902. .-*1- v Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Leihgestern für 1903/04 liegt vom 7. November l. I. acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. Leihgestern, den 5. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. _______________________Heß.___________________7781 Verein Giessener Zilherta Freitag, den 7. d. MtS., abends 8 Uhr Generalversammlung in der Restauration ,Zum Solmser Hof, Bahnhofstraße. Zahlreiches Erscheinen wird dringend erwünscht. 7785_______________ ______________Der Vorstand. GichmFMFiAMtzl. Die Feier deS 47. Stiftungsfestes findet am Samstag, dem 8. November, abends 8 Uhr, in der Turnhalle des Turnvereins statt und laden wir hierzu unsere Kameraden, Ehren- und passiven Mitglieder nebst Familien höflichst ein. Zutritt ist nur gegen Dorzeigen der Einlaßkarten gestattet. 782 Der Vorstand. Für diese Woche offeriere: Hochfeine holländ. Angel-Schellfische per Pfund 40, 30 unö 20 Psg. SaBm SaEm hochfein und rotfleischig, im Ausschnitt per Pfund 2 Mark. Feiienten Kabliau Feinnten Meehchs im Ausschnitt 40 Psg. im Ausschnitt 35 Psg. Seehecht, Lahnbecht, Rotzungen, Knurrhahn, Nord sce-LchcU fische re. re. Seemnechele von jetzt ab täglich eintreffend, 100 6t 50 Psg. Jeden Tag von 4 Uhr ab: Frisch gebackene Fische in fernster Zubereitung. 06000 L. Bühl, Gießener Fischbörse Marktplatz 5. Telephon 50. Strickwolle1 (Marke M & K.) in allen Farben und Qualitäten zu billigsten Preisen, IW Rockwolle vou 00 Psg. an per Pfund und höher. 7057 J. H. Fuhr, Loniienstrotze 25. NB. Stricke« von Strümpfe«, Flöcktu etc. wl.i» vlLigst besorgt. — »i leime giebt eeibetgecer reellen Leuten Kleuscb, Berlin, Wil- helmwharenerxtr 33 n hückprt. nw 04999] Portemonnaie m. Inhalt auf d. Wege v. Promenadenhnus bts z. neuen Rhnit v. einem Hausburschen verloren. Abzugeb. m der Apotheke der neuen Rlimt. ä Giehener ^tadttheater. Fre.iag, den 7. Novvr. 1902; 5. vollslimliltzc Lttjlklliüiz. Zum letzten Male in dieser Spielzeit. Alt-Keiöetlierg. Lustspiel in 5 Akten von Wilhelm Mehcr-FSrster. Eintrittspreise: i:oge Mk. 1,20, Saal 50 Pf., (Sallerie 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Ende 10'/, Uhr. -- ——---------- . f-- 1. Mitteldeutsche ■ftaai6.0n.u.) Eichung L Klasse b. JUormber 19.»2. Alle Nummern, neben weichen nihie bemerkt ist, find mit 67 Mark gezogen. (Ohne Bewähr.) 3 E ö L dl S ** a x I- 0) Z c. 0) ■Q £1 LU C © t fl H y r 0 w 3 ** -» «-* 0 s & 2 16 (1001 82 104 10 [150] 49 252 69 334 86 408 89 91 543 003 [300] 69 748 50 58 75 84 815 87 902 36 43 2001 1152 2u8 71 310 18 40 64 04 406 26 75 78 584 601 6 35 75 772 89 822 917 39 78 2(N1 I-jfi 86 238 76 328 38 75 458 [100] 512 98 625 740 52 801 87 10 0 81 ? 3026 [1501 114 18 271 805 30 401 4 26 89 558 80 619 46 741 861 9« 4072 -5 128 32 83 209 44 69 90 332 507 68 694 717 39 868 6003 45 189 200 373 438 594 645 89 716 812 958 6032 54 253 335 97 414 78 91 92 532 662 769 70 99 811 12 91 914 87 46 51 70 7011 Igfl 63 310 15 46 67 564 613 67 787 842 59 83 907 65 11501 77 91 96 8127 59 84 88 89 282 71 316 50 68 90 98 410 507 84 92 606 81 756 842 C4 80 920 43 58 78 9002 97 220 97 362 421 32 83 554 601 89 90 703 35 <1 55 867 69 937 86 91 10018 228 28 60 301 9 408 547 684 736 868 80 88 98 950 74 N 11028 89 97 98 124 45 83 227 47 78 817 21 68 82 86 601 83 63 614 23 ® 63 77 711 19 75 866 911 74 79 1 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