Zweites Blatt. Samstag 6. September 1902 s $>ie heutige Kummer umfaßt 16 Seiten ISS. Jahrgang Nr. 209 vrscheiut täglich cmßer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Selflschen Landwirt die Sietzener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckeret: Schulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.51. Temperenz-Verbandes schrieben nun dem Präsidenten, er möge den Großfürsten nicht empfangen. Roosevelt konnte «der einem Vetter des Zaren, der vom russischen Botschafter begleitet ankommt, den Empfang nickt verweigern. Frau Roosevelt begab sich zu einem Onkel Roosevelts, ehe der Großfürst Boris in der Wohnung des Präsidenten an der Oysterbai erschien, und kehrte zurück, nachdem der Großfürst Lb^ereist war. Ter Großfürst dejeunierte bei Roosevelt und kehrte nach zweistündigem Aufenthalte nach Newport zurück^ wo er sehr gefeiert wird. Newyork, 5. Sept. Newyork Herold fordert die republikanische Partei auf, anzuerkennen, daß das Volk die Trust-Politik des Präsidenten unterstützen und dieselbe nicht zu übernehmen gedenke. ihrer Rechte den Arbeitnehmern gegenüber gehindert worden sind, auf neutralem Boden einiat. Men Arbeitgebern, den größern wie den kleinern, oen Industriellen wie den Handwerkern und Kaufleuten, ist das Bestreben einer Abwehr der Gefahr gemeinsam, welche durch den sozialpolitischen Uebereifer wohlmeinender, aber einseitiger und kurzsichtiger Reformatoren im Vereine mit der unablässigen Wühlarbeit der sozialdemokratischen Agitation den Fortbestand der Industrie und des Gewerbes Äum unberechenbaren Schaden nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch der Arbeitnehmer selbst bedroht." Aus Stadt und Kaud. Gießen, den 6. Sept. 1902. *' Geschrvorenenliste für das 3. Quartal 1902. Bei der am 4. September stattgefundenen Auslosung der Geschworenen für das 3. Quartal 1902 wurden nachstehende Personen aus der Urne gezogen: 1. Karl Trapp, Fabrikant in Friedberg. 2. August Becker, Landwirt in Griedel. 3. Karl Schrimpf, Landwirt in Schlechtenwegen. 4. Karl Heinrich Schmidt, Landwirt in Romrod. 5. Jakob Diehm IL, Kaufmann in Lauterbach. 6. Heinrich Kratz II., Landwirt in Ober-Seibertenrod. 7. Georg Weitzel, Kaufmann in Lißberg. 8. Jakob Friedrich August Schaub, Landwirt in Büdesheim. 9. Ludwig Hofmann, Rentner in Münzenberg. 10. Johannes Weiß II., Landwirt in Altenburg. 11. Johannes Orth, Landwirt in Rieder-Breidenbach. 12. Wilhelm Schuchhard, Kaufmann in Gießen. 13. Jakob Dieffenbach IL, Bürgermeister in Ober-Roßbach. 14. Peter Wilhelm Bähr, Landwirt in Rohrbach. 15. Georg Flach, Gerber in Butzbach. 16. Karl Loth, Landwirt in Rieder-Ofleiden. 17. Bernhard Hoos, Kaufmann in Lauterbach. 18. Peter Frey mann IV., Bürgermeister in Eichelsdorf. 19. Heinrich Eduard Rühl, Landwirt in Freienseen. 20. Arnold Steinhäuser, Kaufmann in Butzbach. 21. Eugen Kaufmann, Fabrikant in Gießen. 22. August Schneider, Bürgermeister in Utphe. 23. Karl Möller II., Kaufmann in Lauterbach. 24. Louis Hartmann, Kaufmann in Gießen. 25. Heinrich Kaiser, Bürgermeister in Steinberg bei Ortenberg. 26. Julius Schilling, Kaufmann in Schlitz. 27. Friedrich Georg, Gärtner in Gießen. 28. Jakob Daniel Dietz, Landwirt in Büdesheim. 29. Jakob Schomber IL, Beigeordneter in Kesselbach. 30. Heinrich Bast III., Landwirt in Unter-Seibertenrod. ** Zur Landtagswahl. Wie wir vernehtsten, ist die Wahlmänner wähl auf Mittwoch den 28. Oktober und die Wahl der Abgeordneten auf Samstag den 8. November angesetzt. *• Die Feier der Silbernen Hochzeit begehen morgen der großh. Wagenmeister Otto Müller und dessen Ehegattin. **FünfMillionen 153 000 Mark sind mit Ablauf des morgenden Tages in der Schlußkasse der Hessischen Landeslotterie zur Auszahlung gelangt. Was ist das Schicksal dieser Menge von Geld? Wenn es in Hände gelangt, die mit Kapital umzugehen verstehen, wird es den Gewinnern am sichersten das Glück bringen, nach dem sie gestrebt haben. Soweit es Gewinnern zufällt, die sich zur Anlegung der Erfahrung zuverlässiger anberer bedienen, kann das gewonnene Kapital auch für sie zu einer dauernden Wohl- that werden. Von vielen Gewinnern wird man aber auch sagen müssen: „Wie gewonnen, so zerronnen". Das toirb bei zahlreichen leichtlebigen Menschen der Fall sein, die ihr Dasein immer nur nach der augenblicklichen günstigen oder ungünstigen Lage ihrer Verhältnisse einzurichten pflegen. Es zeigt sich eben auch in der Verwendung erzielter Glückerfolge die große Verschiedenheit der menschlichen Natur. — Was aber diejenigen Spieler anlangt, die von Glück nicht begünstigt worden sind, so werden diese vernünftigerweise das gehabte Pech nicht allzu tragisch nehmen und sich etwa für die Folge von der Spielbeteiligung abhalten lassen. Das Glück ist mit dem Willen nicht erzwingbar, aber eben deswegen immer auch ohne Behinderung durch irgend welche Einflüsse für jedermann erreichbar. Deshalb werden sicherlich auch zahlreiche Nichtgewinner bei der von nächsten Donnerstag, den 18.—22. September stattfindenden Ziehung der Darmstädter Schloßsreiheitslotterie sich wieder beteiligen. Die Gelegenheit, einen Gewinn von 25 000 Mark bei nur 25 000 ausgegebenen Losen zu machens ist zu verlockend, da man sich schon für 6 Mark ein Zehntel Los verschaffen kann. sd Darmstadt, 5. Sept. Vor einer mit außerordentlicher Frechheit und großem Raffinement zu Werke gehenden Scywindlerin, durch welche eine hiesige Firma empsinblich geschädigt wurde, sei hiermit ausdrücklich gewarnt. Dieselbe, em mit Sicherheit auftretendes sauber gekleidetes Frauenzimmer von ca. 20 Jahren mietete sich dieser Tage in einem Hause der Schuchardstraße ein, und bestellte alsbald bei einer benachbarten Firma ein hübsches Bouquet für ca. 3 Mark- Als nach kurzer Zeit ein Gartnermadchen das Bouquet an die bezeichnete Adresse gegen Bezahlung abliefern wollte, wurde demselben von der Betrügerin bedeutet, sie habe nur einen Hundertmarkschein, das Mädchen solle sich zunächst die 97 Mark Wechselgeld zu Hause holen; dem verrrauenswürdigen Mädchen wurde von der ahnungslosen Firma auch der Betrag em* gehändigt und übergab dasselbe nun Geld und Douquett der dreisten Person, welche vorgab, den Schein im Neben- Politische Tagesschau. Englische Generale bei dem Kaisermanöver. Man schreibt uns aus Berlin, 5. September: Lord Roberts, der englische Kriegsjmin,ister Brod- rick und andere höhere englische Offiziere sind in Berlin eingetroffen. Im Hotel de Rome roerben sie als Gäste deS Kaisers betrachtet. Ein^ größere Anzahl fremdländischer Militärs wohnt auf Einladung deS obersten Kriecherrn den Monövern bei, auS Italien, Rumänien, den Vereinigten Staaten usw. Daß die englischen Gäste in Berlin besondere Beachtung seitens deH Publikums finden, ist nicht anzunehmen. Jnslbesondere Lord Roberts erfreut sich aus dem Burenkriege keiner übergroßen Sympathie in der Oesfent- lichkett. Man wird die englischen Offiziere höflich aber kalt kommen und gehen sehen. Wie es militärisch und taktisch nicht gemacht werden soll, das haben ja die brittschen Heerführer in Südafrika des öfteren gezeigt. Wie es zu machen ist, bei entsprechend tüchtigem Mannschaftmaterial, das werden die deutschen Manöver den englischen Generälen demonstrieren. Das verlohnt schon eine Reise über den Kanal. Beschlagnahme der Ladung des deutschen Dampfers „Marco- mannia" vor Haiti. Der Hamburger Dampfer „Markomannia" ist vor Haiti durchsucht und die an Bord Vorgefundenen Waffen und Munition sind beschlagnahmt worden! Beides erfolgte durch das die Flagge des Haitischen Prätendenten Firmin führende Kanonenboot „Erste ä Pierrot", dessen Komman- bant später den Dampfer wieder freigab. Die ,Marko- mannia" setzte ihre Reise fort. Tas Kanonenboot „Erste ä Pierrot" kann nun, nach diplomatischer Auffassung, nicht als Schiff einer kriegführenden Macht angesehen werden, ^ödaß die Durchsuchung des deutschen Dampfers und die Wegnahme der Waffen und Munition sich als Seeraub darstellt. Inzwischen ist die Freigabe bereits erfolgt, aber damit selbstverständlich Dieter Zwischenfall für die Reichsregierung nicht erledigt. Es besteht vielmehr kein Zweifel, daß Deutschland den Kapitän des Kanonenbootes seines Piratenstücks wegen zur Rechenschaft ziehen wird. Dem Kommandanten des deutschen Kriegsschiffes „Panther" dürften bereits entsprechende Weisungen zugegangen sein. Die Keckhett dieser seefahrenden Mestizen übersteigt nachgerade das Maß; sie kann nur der Auffassung entspringen, daß die Vereinigten Staaten eine Einmischung europäischer Regierungen in amerikanische Angelegenheiten nicht zulassen werden. Vielleicht ist die letzte, vielerörterte, ziemlich robuste Monroe-Toktrin-Rede Roosevelts von den Haittanern nicht verstanden worden. Dann wäre zu wünschen, daß der President eine nicht mißzuverstehende „Erläuterung" zu dreser Rede gäbe. Es kann doch den Nordamerikanern nicht angenehm sein, demoralisiertem Mischvolk als Schutzpatron zu gelten. Deutsches Reich. Berlin, 5. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie der Kronprinz, sind mit Sonderzug um| 5 Uhr 30 Min. in Wildpark eingetroffen, und haben sich nach dem neuen Palais begeben. Morgen wohnt das Kaiserpaar der Kaiserparade in Machendorf (Bez. Frankfurt a, O.) bei. Die Rückkehr erfolgt noch am selben Tage abends 7 Uhr 20 Min. — Zu der Kölner Er zb ischossw ah l erfährt die „Frkf. Ztg.", der Kaiser habe bei seiner letzten Anwesenheit in Aachen einem Mitgliede des Kölner Domkapitels erklärt, er könne den Kölnern den Bischof von Metz nicht geben, weil er ihn in Lothringen dringend notwendig brauche. Der Kaiser verhandele auf diplomatischem Wege mit Dem Papste. Kandidat des Kaisers sei der jetzige Abt von Marialaach Frhr. von S t o tz i n g en- Gegenwärtig weile als Vertrauter des Kaisers der Bischof von Metz in Marialaach, wo zweifellos die Kölner Erzbischofsfrage erörtert werde. — Die „Germania" vermag an die Richtigkeit der vorstehenden Meldung nicht zu glauben. Wie aus Bochum berichtet wird, konstatiert die „Wests. Bolksztg" entgegen anders lautenden Meldungen, sie habe authentische Information, daß Bischof Schneider-Paderborn nicht für die Erzbischosswahl in Köln in Frage komme. — Wie von angeblich maßgebender Seite mitgeteilt wird, haben Besprechungen über den deutsch-italienischen Handelsvertrag während der An w e s en h ei t des italienischen Herrschers in Berlin nicht stattgefunden. Man betonte es an leitender Stelle und halte daran fest, daß derartige Verhandlungen, die gegenseitige Kompensationen bedingen, und worin etwaigen Wünschen Italiens entgegengekommen werden könnte, erst dann zu eröffnen feien, wenn der Zolltarif zur Annahme gelangt ist. Aus vorherige Abmachungen und bindende Versprechungen sich einzulassen, halte man für verfrüht und inopportun. Ebenso sei man aber überzeugt, daß eine neue Handelsvereinbarung, die beiden verbündeten Staaten zum Vorteil gereicht, abgeschlossen werden wird. Bei den oeiderseitigen Beziehungen erscheine es hierbei selbstverständlich, daß es an einem freundschaftlichen Entgegenkommen auch von Seiten Deutschlands nicht fehlen wird. — Eine „Deutsche Ar b ei t g eb er-Zt g," soll mit eginn des Oktobers als Wochenblatt erscheinen. In dem wgramm heißt es: „Unsere Zeitung soll das deutsche Arbeitgebertum > feiner Gesamtheit derart vertreten, daß sie die Arbeit- 95 er, die durch die parteipolitischen Gegensätze bisher jedem einheitlichen Vorgehen in der Wahrnehmung Ausland. London, 5. Sept. Tie Burengeneräle wurden von einer nach Hunderten zählenden Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Besondere Polizisten waren auf geboten. Die Generale trugen Cylinderhüte, schwarze Gehröcke uni> dunkle Kravatten und sahen ganz anders aus, als man sie sich vvrstellte. Mit den drei Generälen saß noch ihr Sekretär Brebner im zweispännigen Wagen. Dieser nahm auch an der Konferenz zwischen Both a, Dewet und De - larey mit Chamb er lain und Küchener teil. Fischer dagegen nahm nicht teil, da die englische Regierung die holländischen Burendelegierten nicht anerkennt. Fischer blieb im Hotel, als die Generäle abfuhren. Beim Verlassen des Hotels und beim Eintritt in das Kolvuialamt hatte Botha immer die Führung. Botha war auch der Wortführer auf der Konferenz. Chamberlain fuhr, mit prachtvoller Orchidee im Knopfloch, um 2.40 Uhr vor und wuroe bejubelt. Tie Burengenerale wurden in Chamberlains Zimmer geführt und erst kürz nach 5 Uhr verließen sie das Kolonialamt wieder. Tie Menge bejubelte die Generäle wiederum uni) diese dankten durch Lüsten der Hüte. Kitchener gelangte durch eine Seitenthür in das Kolonialamt, sodaß selbst die Polizei feine Ankunft nicht merkte, lieber das Re sul tat der Konferenz wird beiderseits Schweigen beobachtet. Auf Anfrage erklärte Chamberlain, daß ein vollständiger Bericht über die Vorgänge in der Zusammenkunft mit den Burenführern in einem Blaubuch veröf f en tlichjt werde. Wien, 5. Sept. Die Statuten der ö st er r eich isch en Antiduellliga,deren Zweck die Bekämpfung des Duells ist, sind nunmehr von der Regierung genehmigt. Die Liga strebt das Ziel durch Organisierung von Ehrenräten und Anbahnung legislativischer Reformen zum Schutz der persönlichen Ehre an. Die Liga hat ihren Sitz in Wien, ist aber berechtigt, Zweigvereine in ganz Oesterreich zu gründen. Jedes Ligamitglied ist verpflichtet, im Falle eines Ehrenhandels den Ehrenrat anzurufen, oder bei Hinemziehung in einen Ehrenhandel auf dessen friedliche Austragung durch den Ehrenrat yinzuwirken. Der Ehrenrat hat durch sein Urteil dem gekränkten Teil volle Genugthuung zu verschaffen. Zu den ersten Befürwortern und Gründern der österreichischen Antiduellliga gehört der Jnfant Don Alfonso, der Bruder des Jnfanten Ton Carlos, Herzogs von Madrid, der auf Schloß Ebenzweier bei Gmunden ansässig ist. Salzburg, 5. Sept. Tie vom Verein der hiesigen Schönerianer im Kurhaus .abgehaltene Sedan feier wurde infolge einer Rede des Lllrgeordneten Stein, in welcher dieser über das jüngst veröffentlichte General- stabSwerk von 18 70 sprach und dabei die Haltung Oesterreichs aufs schärfste kritisierte, von dem Regierungskommissar polizeilich aufgelöst. Agram, 5. Sept. Auf telegraphisches Ersuchen wurde ein Bataillon Infanterie per Bahn nach Brod a. Save abgesandt, wo ernste Unruhen ausgebrochen sein sollen. Nähere Nachrichten lassen die Behörden nicht durch. Nach Meldungen aus Sissek fanden dort in der letzten Nacht große Demonstrationen statt. Mehrere serbische Geschäfte wurden geplündert. Tie Gendarmerie, welche von den Temonstranten attackiert wurde, machte von der Feuerwaffe Gebrauch und verwundete mehrere Exeedenten. Petersburg, 5. Sept. Durch den traurigen .Vorfall bei Hofe wird die Möglichkeit erörtert, ob die Zarin je wieder guter Hoffnung werden kann, und ob nicht vielleicht jede Aussicht auf einen männlichen Erben dahin ist. Noch vor wenigen Tagen soll der Zar geäußert haben, er werde bei der Geburt eines Thronfolgers ganz Rußland durch seine Gnadenbeweise in Erstaunen fetzen. Selbstverständlich herrscht auch bei Hofe tiefe Verstimmung, da das Gerücht wissen will, daß das totgeborene Kiüd ein Knabe war. Konstantinopel, 5. Sept. Kontreadmiral Pa- lumbo überreichte heute in ein^r Audienz dem Sultan Geschenke des Königs von Italien, für die der Sultan feinen Dank aussprach. Am Nachmittag besuchte Palumbo die Vertreter Der Mächte. Ter Sultan übersendet dem König von Italien als Gegengeschenk ein Porzellan- Service aus der kaiserlichen Fabrik. Washington, 5. Sept. Boris wurde vom Präsidenten R o o s e v e l t in Oysterbai empfangen, indessen Frau Roosevelt kurz vorher weg ging und zwar, wie die „World" erklärt, um ihn nicht empfangen zu müssen. Ties soll auf Wunsch der christlichen Temperenzvereinigung geschehen sein, weil Boris Champagner aus dem Pantoffel einer Theaterdame getrunken und zu den Blondinen gesagt haben soll, er werde sich erst in Newyork das Vergnügen machen, mit den Brünetten zu soupieren Ter Großfürst bestritt diese Geschichte bei seiner Ankunft in Newyork, doch als er auf das telephonische Gesuch einer Choristin das eine Theater besuchte an Stelle eines anderen und so darauf erpicht war, den Chor zu sehen, daß er behauptete, zu beschäftigt zu fein, und der Gouverneur des Staates Newyork zu empfangen, da nahm man sein Dementi nicht ernst. Mitglieder des. Frauen- w A. . — — Bezugspreis: m»natlich7bPs.,viertsl- Gletzener Anzeiger!■ w General-Anzeiger " ’SST v für den polit. u. allgem. Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW geigenteil: HanS Beck. zimmer zu holen. Ms nach co- halbstündigem Warten niemand kam, wurde dem Mädchen die Zeit zu lanae und es stellte sich heraus, daß die Schwindlerin unter Zurücklassung ihres Hutes und Bouquettes dasWeitegesucht hatte. Sie hat anscheinend noch eine Anzahl ähnlicher trüyereien hier ausgeführt, und wird voraussichtlich ihre Thatigkeit jetzt in die Nachbaritädte verlegen; sie rmrd als mittelgroße Perlon mit schwarzem Laar geschildert und hatte Helle Bluse und hellblauen Rock an. Darmstadt, 5. Sept. Die Versteigerung der Plätze für die Herbstmesse und die Bessunger Kirch« weche ergab im Ganzen nahe an 8200 Mark (gegen 8400 Mark bei der letzten Frühjahrsmesse); dabei kam bekanntlich für diesmal der Ernst-Ludwigplatz nicht in Betracht. — Die Schwurgerichtsverhandlungen nehmen laut Anschlag am Justizgebäude Montag, den 29. d. Mts., vormittags 9 7, Uhr ihren Anfang. Mainz, 5. Sept. In einem hiesigen Geschäft wurde vorgestern ein Pult erbrochen und aus demselben fünf Stück Loose der Hess. Klaffen-Lotterie gestohlen. Das ,M. 33." berichtet den Fall unter der bezeichnenden Spitzmarke: „Ein dummer Einbrecher^. — Daß einzelne Personen, wenn sie sich des abends auf eine Bank im Freien niederlaffen, bestohlen werden, kommt ja häufig vor, daß aber ein Pärchen auf einer Bank einschlief und auch gleich- zeüig bestohlen wurde, haben wir bis jetzt noch nicht gehört. Vorgestern Abend ereignete sich dieser Fall auf dem Kinder- spielplatz in der Neustadt. Er, ein Arbeiter, hatte den Verlust einer silbernen Uhr und Sie, eine Näherin, den Verlust ihres Portemonnaies, das sie in ein Taschentuch gehüllt in der Hand getragen hatte, zu beklagen. Ein Pärchen, das bei abendlichen Zusammenkünften einschläft, muß sich schon sehr lange kennen. Frankfurt, 5. Sept. Die in der Bockenheimer Kaserne liegenden dreiSchwadronendes 13. Husarenregiments werden am Samstag unsere Stadt verlassen, um zunächst nicht mehr zuruckzukehren; sie werden bekannllich nach Mainz verlegt, wo die zwei übrigen Schwadronen des Regiments bereits garnisonieren. Landgraf Karl von Hessen gründete 1688 das Regiment, das er nach seinem ersten Befehlshaber „Graf Wartensleben" nannte. Im siebenjährigen Krieg focht es mit Auszeichnung gegen die Franzosen, wurde unter napoleonischer Herrschaft vom Kurfürstep aufgelöst, 1813 wieder einbe- cufen und nahm dann an den Feldzügen gegen Napoleon teil. 1866 stand es in der Bundesfestung Mainz in Garnison und focht dann bei Aschaffenburg gegen Preußen. Bis 1875 war Hofgeismar die Garnisonstadt. An dem Feldzug 1870-71 war es mit Auszeichnung beteiligt, u. a- schlug es bei Weißenburg französische Kürassiere in die Flucht, vleibtreu hat die Kampfszene im Bild festgehalten. 1875 kamen die genannten drei Schwadronen hierher; sie waren volle 27 Jahre hier. Das Regiment verlaßt am Samstag vormittags 10 Uhr die Kaserne und nimmt seinen Weg in das Manöver. Von dem Manöver geht es dirett nach Mainz. Tie Bockenheimer Kaserne, die schon teilweise geräumt ist, wird neu hergestellt, um dann das Feld- Artillerie-Regiment Nr. 63 aufzunehmen. Zum Abschied der Husaren wurden eine Reihe von Festlichkeiten veranstaltet. Armeekorpstommandeur General u. Linde- quisl hatte das Offizierkorps anfangs dieser Woche zu einem Abschiedsmahle ecngeladen. Ferner gäben die Offiziere des 81. Jnf.-Regts. ihren Kameraden ein Essen, das Gleiche geschieht seitens der Reserveoffiziere der 13 er Husaren mnj^reitag abend im Lokale des Rennklubs. • * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am 5. September verstarb in Königstein nach langjährigem Leiden Baron Simon Moritz von Bethinann, Mitinhaber des Frankfurter Bankhauses Gebrüder Bethmann, im Alter von nahezu 58 Jahren. Vermischtes. • Berlin, 5. Sept. Die 48jährige Frau des Leder- sieppers Reinke hat in einem Anfall von Geistesstörung ihren achtjährigen Sohn an der Thürklinke erhängt und dann durch einen Sturz aus dem Fenster auf den Hof Selbstmord begangen. — Der 36jährige ehemalige Privatsekrctär Bern köpf aus der Claudiusstraße, dessen Frau vor einiger Zeit den Tod im Wasser gesucht hat, hat in der vergangenen Nacht seinen fünfiährigen Sohn and dann sich selbst erschossen. • Potsdam, 5. Sept. Die Beute des Mörders der JustizratSwitwc Jßmer scheint nach den neuesten Ermittlungen nur ganz gering gewesen zu sein. Es wurden nämlich von den Erben der Ermordeten jetzt die Wertpapiere derselben aufgefunden und zwar versteckt in einer alten Kommode in einem Vorderzimmer der Villa. * Köln, 5. Sept. Heute mittag entgleiste auf der Strecke Astenel —Herbesthal der Schnellzug Nr. 4 mit 7 Wagen. Von den Reisenden und Beamten wurde niemand verletzt. Die Beschädigung an den Wagen ist unerheblich, doch wurde daL Geleise auf etwa 50 Mir. stark beschädigt, sodaß dasselbe voraussichtlich bis heute abend gestört sein wird. Der Betrieb zwischen beiden Orten wird eingleisig aufrechtcrhalten. Die Reisenden, die nach Belgien zu fahren beabsichtigten, wurden mittelst Hilfszuges nach Herbeöthal und von dort um ll/4 Uhr nach Veroiers weiterbefördert. • Straßburg, 5. Sept. Der „Lothr. Bürgerztg." zufolge wurde Leutnant Lamdeck, der kürzlich zusammen mit der Frau eines Hauptmanns von Metz durch- ging, erschossen in einem französischen Badeorte auf- gefunden. * * Parig, 5. Sept. Bei Bcrck wurden drei Damen beim Baden von einer Welle erfaßt und ins Meer geschleudert. Eine derselben erttank, die beiden anderen konnten gerettet werden. * Paris, 5. Sept. Ein Redatteur des ,3oum.e hatte eine Unterredung nut dem Leutnant Mattachich Keg. levich. Dieser erklärte, eine Stunde vor seiner Verhaftung habe er noch nicht das Geringste von dem gewußt, was ihm bevorstand. Er habe am 8. Mai Dienst gehabt und am 9. sei der Kommandant Franz bei ihm erschienen und habe ihn im Namen des Kaisers verhaftet. Im Gefängnis sei ihm nicht einmal erlaubt worden, Mundvorräte zu kaufen, er habe vielmehr dieselbe Verpflegimg gehabt, wie die gemeinen Verbrecher. Mattachich beteuerte, er sei voll standlg unschuldig und habe niemals eme Fälschung begangen. Er beabsichttge eine Rehabilitierung mit allen möglichen Mitteln zu erlangen und dann Oesterreich zu verlassen. Den zu seinen Gunsten eingetretenen Abgeordneten kenne er nicht. • Unterschlagungen. Nach einer Meldung aus Pößneck L Th. wurden in der Spar- und Darlehns- Paffe zu Langewiesen große Fehlbettäge entdeckt. Die Höhe der Fehlbeträge soll etwa 100000 Mk. betragen. Der Kafsirer Reichstadt ist slüchttg. Die Auftegung in der Bevölkerung ist groß. ' Ein Lustmord ist in der Nähe von Lauscha in Sachsen-Meiningen verübt worden. Die Nichte des Bahnhofsvorstehers Ludwig in Lauscha, die 16jährige Ella Brodowski, war in den Wald gegangen, um Beeren zu suchen. TaS Mädchen kehrte nicht zurück und später fand man die Leiche der Unglücklichen, an welcher ein Lustmord begangen worden war. * Tobsuchtsanfall auf der Lokomotive. Einer großen Gefahr ausgesetzt war kürzlich der um 1 Uhr mittags in Metzingen (Bayern) fällige Güterzug. Auf der Strecke Reutlmgen—Metzingen wurde plötzlich während der Fahrt der Lokomotivführer von Tobsucht befallen. Er ging mit gezücktem Messer auf seinen Kollegen, den Heizer, los. Durch die Geistesgegenwart des Heizers konnte der Führer überwältigt werden, worauf es gelang, den Zug glücklich nach Metzingen zu bringen. Der erkrankte Locomotivführer wurde mit dem nächsten Personenzug nach Tübingen transportiert, um dort einer Anstalt übergeben zu werden. * Vom Mont Pel 6 e. Nach einem New-Porker Telegramm der , Franks. Zig." wird aus Westindien gemeldet, daß bis 9 Uhr am Freitagmorgen eine Dunkelheit herrschte, wie wenn eine totale Sonnenfinsternis wäre. Das war anscheinend die Folge des immensen Quantums der vom Mont Pelee ausgeworfenen Asche. Man glaubt, daß 2 000 Tote bei der Eruption am 3. ds. Mts. eine noch zu niedrige Schätzung sei und daß Martinique gänzlich unbewohnbar gemacht wäre. Große Aschenmengen fielen in einem Radius von mehreren hundert engl. Meilen. Ein japanischer Dampfer langte in Victoria (Britt. Columbien) an. Er berichtet über die Zerstörung der Insel, bei Fornischirna ei ein unterseeischer Vulkan entstanden, der alle 10—17 Minuten eine Wassersäule von 600 Fuß Höhe in die Luft wirft. — In eigentümlichem Widerspruch dazu steht folgende Pariser- Meldung vom 5. d. M.: Der Kolonialminister erhielt heute ein aus Fort de France vom 3. September datiertes Telegramm, in welchem von einem neuerlichen Ausbruch des Mont Peläe seit dem 3 0. August nicht die Rede ist. — Und eine spätere Meldung besagt: Der Bericht, daß auf Martinique 2000 Menschen umgekommen sind, bezog sich auf die bis einschließlich den 30. August fest- gestellten, nicht auf die durch den Ausbruch des Vulkans am 3. September herbeigeführten Todesfälle. * Ein seltener Kriminalfall ist in Gartow a. Elbe vorgekommen. Dort ist der Bürgermeister Könke wegen Urkundenfälschung und Einbruchs in Untersuchungshaft genommen worden und hat unter dem Druck der beigebrachten Schuldbeweise seine Strafthaten bereits eingestanden. Der inzwischen verstorbene Böttchermeister Honig hatte an den Bürgermeister Könke aus einer Brandentschädigungssache eine Forderung von 360 Mk. und diese an seinen in Hamburg wohnhaften Schwiegersohn cediert, der, weil er fein Geld erhalten tonnte, gegen K. klagbar wurde. Dieser behauptete, daß er die Angelegenheit mit Honig bereits geregelt hätte; Schriftstücke darüber müßten sich unter dessen Nachlaßpapieren vorfinden. Es konnte indessen nichts dergleichen entdeckt werden. In einer Januarnacht drang nun der Bürgermeister in die Wohnung des verstorbenen Böttchermeisters Honig ein und legte dort von seiner Hand gefälschte Schriftstücke nieder, die beweisen ollten, daß Honig von ihm die 360 Mk. erhalten habe. Lin gewisser Verdacht wurde schon damals gegen ihn laut; päter häufte sich das Beweismaterial, sodaß der verbrecherische Bürgermeister schließlich seine Thal einräumen muhte. * Edisons neuer Triumph. Aus Newyork wird gemeldet: Edison kündigt an, ,er hätte eine praktische Batterie für Motorwagen, die auf lange Entfernung vorhält, hergestellt. Ein mit seinem neuen elektrischen Motor ausgerüstetes Gefährt hat am vorigen Freitag 62 englische Meilen auf schlechten Wegen gemacht, und rerselbe Motor und dasselbe Gefährt haben letzten Montag 81 Meilen auf Turchschnittswegen gemacht. Edison beginnt in der nächsten Woche einen Versuch über 5000 Meilen. Sollte dieser erfolgreich sein, so beginnt er sofort mit der Fabrikation von solchen Batterien für Motorwagen, Straßenbahnwagen und Barkassen. Edison erklärte: „Ich habe das Problem des Motorwagens gelöst, und ein Gefährt, das hundert Mellen zurücklegen kann, ohne wieder geladen zu werden, ist jetzt in Sicht." * Ein großer Mangel an Frauen Herrscht in Turkest an. Als Resultat dieses Zustandes ist der Raub und Verkauf von Frauen und Bräuten an der Tagesordnung. Die Zcchlungen an die Eltern der Braut, die man laufen will, sind sehr verschieden. In einigen Gegenden betragen sie nur 10 Rubel, in anderen steigen sie bis zu 100 dhibcL Die Verkäufer versuchen einen möglichst hohen Preis für die „Ware" herauszuschlagen, aber die Käufer geben sich Mühe, den Preis herabzudrücken. Man schützt an den Mädchen nicht Tugend, Schönheit und sonstige gute Eigenschaften, sondern der Preis für die Bräute wird nach )cr Anzahl bet als Aussteuer mitgegebenen Kleidungs- tücke berechnet, und zwav genau berechnet. Nicht selten kommt es daher vor, daß der enimiltige Preis nicht in einer runden Summe, sondern in Rubeln mit so und so vielen Kopeken besteht, wie etwa: 17 Rubel 65 Kopeken usw. Unwrrjitüts-Nachrichtrn. — Au der Heidelberger Universität werden bei den Vorlesungen über Anatomie Soldaten den Sludemen vorgesühri. Sie müssen sich im Kollegiensaale völlig entkleiden und — wie die ozialdemokratische .Volksstimme" behauptet, was wir jedoch vor- ausig für unmöglich hallen — sich jedem Experimennerversuche unterziehen. Will zum Beispiel der vortragende Prosessor den Studenten die Form eines Muskels am menschlichen Körper zeigen, o elektrisiert er die beiden MuSkelenden so stark, daß der Muskel ich krampfhaft zusainmenzieht und so deutlich tierauStritt. Tas ind bisweilen recht schmerzhafte Experimente für das Ver- uch-:-ob,ekt. ________________________________ ____________ Gerichtssaal. Gießen, 5. Lept- Ferienstrafkammer.) Den Dorlm rührt» Handgerichtsdirektor Tr. Gängerrch, die Staatsanwaltschaft wurde durch Gerichtsassessor Dr. Hetzek vertreten. — Zur Verhandlung ft eben sieben Sachen: Zunächst wird verhandelt die Strafsache gegen die Handwerker Heinrich Schneider und Töbus von Gießen wegen Körperverletzung. In der Nacht vom 5. auf 6. Juli d. I. stand Töbus mit einem gewissen Hardt in Unterhaltung begriffen auf dem Asterweg in Gießen. Schneider gesellte sich zu ihnen. Es kam zu einem Wortwechsel, in dessen' Verlaus Schneider aggressiv wurde. Um ihn abzuwehren, versetzte ihm Töbus einen leichten Schlag über die Schulter. Schneider wandte sich nun gegen Hardt, dem er mit seinem Taschenmesser eine Stichwunde am Kopfe beibrachte. Entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft wird Töbus, da er in 9 totwehr gehandelt hat, freigesprochen, während Schneider zu einer Gefängnis- ftrafe von 6 Monaten verurteilt wird. — Die Witwe Elisabeth Görnert und der Auszügler Peter Rock, beide zu Lauter wohnhaft, werden wegen eines vor dem Großh. Schöffengericht Grünberg und Großh. Strafkammer Gießen im Verlaufe dieses Sommers geleisteten fahrlässigen Falsch- eides zu einer Gefängnisstrafe von je einer Woche verurteilt. Sie hatten in der Verhandlung gegen einen gewissen Heinrich Konradi wegen Sachbeschädigung beschworen, daß )ie den Konradi, der beschuldigt war, zur Nachtzeit zwei Fensterscheiben durch Steinwürfe zertrümmert zu haben, bestimmt als den Thäter erkannt hätten. Nachträglich stellte sich heraus, daß Konradi der Thäter nicht sein könne. — Ter Kaufmann Wilhelm Moll zu Nidda soll vor längerer Zeit auf fremdem Jagdgebiet ein Reh gewildert haben. Durch Urtell des Schöffengerichts Nidda war er freigesprochen worden. Gegen dieses Erkenntnis verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. In der heutigen Verhandlung wurde Moll abermals fr ei gesprochen. In den Gründen wurde ausgeführt, daß Moll zwar in hohem Maße des chm zur Last gelegten Jagdfrevels verdächtig erscheine, daß insbesondere keine Veranlassung bestehe an der subjektiven Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen, der den Älngeklagten auf frischer Thal betroffen haben will, zu zweifeln, daß aber die Möglichkeit eines Irrtums dieses Zeugen über den Ort, an dem Moll das Wild erlegt haben soll, nicht schlechterdings ausgeschlossen sei, und daß daher mangels ausreichenden Beweises auf Freisprechung erkannt werden müsse. — Die Berufung des Franz Tietz V. zu Rockenberg, der wegen Pfandverschleppung in erster Instanz verurteilt worden war, wird, da oer Angeklagte unentschuldigt ausbleibt, kostenpflichtig verworfen. — Ein gefälschtes Zweimarkstück wird eingezogen. — Der Bauunternehmer Heinrich Koch von Pirmasens soll sich eine Zuwiderhandlung gegen das Gewerbesteuergesetz schuldig gemacht haben. Koch, der in Pirmasens seine Hauptniederlassung hat, übernahm im Jahre 1901 die in Vilbel zu bethatigen- ben Wasserleitungsarbeiten. Er beschäftigte in Vilbel etwa 100 Arbeiter, errichtete dort ein Bureau und eine Bauhütte und engagierte technisches Personal. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft vertrat in der heutigen Sitzung den Standpunkt, daß Koch für dieses Unternehmen in Vilbel gewerbesteuerpflichtig wäre und verpflichtet wäre, ein Ge- werbefteuerpaterit zu lösen. Das Gericht wird sein Urtell am 9. September sprechen. — Die Karöline Pfeffer von Nieder-Quembach wird wegen Erpressung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. -k- Mainz, 5. Sept. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts hatte sich in ihrer letzten Sitzung mit drei Weinfälschern zu befassen. Die drei Fälscher, der Gastwirt und Weinhändler Gabriel Paul, der Ackerbursche Philipp Hottum und der Landwirt Philipp Holzmann, sämtlich aus Wolfshcim, welche ganz geringen Weinbergsbesitz haben, haben ihre Crescenz durch Zusätze von Wasser, Zucker und sonstigen Substanzen um das Trei- und Vierfache vermehrt, wobei sie ihren .Wein" immer bis zu det untersten Grenze der Analyse brachten. Das Gericht oerutteilto Paul zu 1000, Holzmann zu 300 und Hottum zu 150 Mark Geldstrafe. Nantes, 5. Sept. Heute begann als Folge des französischen Kulturkampfes der Prozeß gegen den Oberstleutnant St. Remy, der bekanntlich einem Befehle des militärischen Vorgesetzten ziun Vorgehen gegen die Kongregationen nicht nach- gekommen war. Ter Zuhörerraum war übervoll. Der Angeklagte beantwortete mit ruhiger Stimme alle ihm vorgelegten prägen, gestand die Anklagepunkte zu und sagte: „Ich mußte zwischen der militärischen Pflicht und meinem Gewissen wählen. Ich wußte, welche schrecklichen Folgen eine Gehorsamsverweigerung haben würde, ich wußte, daß ich vor Ihnen als meinen Richtern flehen müsse, aber ich wußte auch, daß ich vor einem anderen Richter stehen müsse, vor Gott/ Einige Damen riesen Bravo, Darauf folgte die Zeugenvernehmung. Tas Ergebnis der Ver- Handlung war, daß der DberfHeutnant St. Remn von der An- klage, einem militärischen Befehl nicht gehorcht zu haben, freigesprochen, aber zu einem Tage Gefängnis verurteilt wurde, weil er sich geweigert hat, einer Requisition der Zivilbehörden Folge zu leisten. Eisenbahn-Zeitung. Main-Neckar-Bahn. Mit dem 1. Oktober tritt im Eisenbahnwesen Hessens insofern wieder eine Aenderung ein, als bekanntlich die Tirettion der Main-Neckar-Bahn in Darmstadt aufgehoben wird. Die Landtage Hessens, Preußens und Badens haben bekanntlich in der letzten Tagung einem Gesetze zugestimmt, durch das ein über die Vereinfachung der Verwaltung der Main-Neckar-Bahn ge» ch lassen er Staatsvertrag genehmigt wurde. Nach dem Ver- rage wird diese Bahn Dom 1. Oktober ab durch die preu- jifche und hessische Eftenbahndirekrion in Mainz unter Oberaufsicht der Zentralstelle der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft mitoerwaltet. Tesgleichen treten die bisher von der Main-Necker-Bahn für Rechnung der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft verwalteten hessischen Nebenbahnen mit dem 1. Oktober in die preußisch-hessische Betriebsgemeinschaft ein. Unter der Eisendahndirektion in Mainz als der betriebsleitenden Verwaltung werden in Tarmstadt eine neue Betriebs- und eine neue Werkstätten- Jnspektton errichtet, während die Beauftichtigung des Nttv- chinen- und Verkehrdienstes auf der Main-Neckar-Bahn den Vorständen der nach ihrer örtlichen Lage hierfür in Betracht ommenben Inspektionen der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft übertragen wird. Freiburg i. Br., 5. Sept. Aus den Verhandlungen des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen ist folgendes von allgemeinerem Interesse: Der Antrag Der Eisenbahndirektioii Berlin auf Ergänzung der Bestimmungen betreffend Erstattung von Fahrgeld wird nach dem Beschluß des Ausschusses angenommen: „Statt der bisherigen Berechttgung, von dem zu erkaltenden Betrag für jeden Fahrtausweis 1 M k. abzuziehen, werden nnnmehr die Schreibgebüht und das etwaige Porto von dem zu erstattenden Betra ab gezogen." Eine längere Auseinandersetzung bea prucht der Antrag der preußischen und hessischen Tirett^ zu Mainz auf Befreiung von Zeitmietc und Verzögeruv^* gebühren bei Reinigung und Desinfektion von (SpfW. Höchste Temperatur vom 4. Sept, bis 5. Sept. Niedrigste „ , 4. „ „ 6. „ 8Va% Reicheanleihe 3% do. 4l/2% Oeeterr. Silberrente 102JO 124.20 6221 1 Weidcngasse 7. Von der Reise zurück 6227 Dr. Markwald 6226 billig zu verlausen. 6201 102.40 92.80 102.40 92.20 100.35 99.70 103.75 102.15 103.50 51.50 81.50 2 1 1 21,0« C 14,4° 0 4-L Ungar. Goldrente 4°/o Italien. Rente . 4‘/2 % Portugiesen . 8% Portugiesen, . . 1% C. Türken . . Türkenlose . . . . 4% Griech. Monopol.-Anl. 43.80 4*/,% äussere Argentiner —.— 8% Mexikaner . . . 4,/25/o Chinesen . . . Electric. Schlickert . . Nordd. Lloyd . . , . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit, . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handel sges. . Oeeterr. Staatabahn . . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum ...... Harpener . . . , . Tendenz: fest. •—0,80 Mk., Hühner pr. 1,90 Mk., Enten pr. Stück Or*. E^eyerhoff von der Reise zurück. Telephonischer Kursbericht. Frank trift, a, M., 6. September 1902. Verdingung von Fnhrleistungeu. Das Fahren der städtischen Gießfässer, der Kehrmaschine, sowie des Patentkehrichtwagens soll für die Zeit vom 1. Oktober 1902 bis 80. September 1903 im Wege der öffentlichen Verdingung vergeben werden, wozu Termin auf Montag den 15. September l. I., vorm. 11 Va Uhr, anberaumt wird. Die Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten auf Zimmer Nr. 2 bei uns offen und sind Angebote auf Vordruck bis zum genannten Termin einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. 6220 Gießen, 6. Septbr. 1902. Das Stadtbauamt. A V.: Gerbet, Roese, Großh. Univ.-Tanz- und Fechtlehrer. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Wiesbaden, 6. Sept. Heute morgen 9 Uhr wurde die 2 9. General-Versammlung des deutschösterreichischen Alpen-Vereins eröffnet. London, 6. Sept. Die Times melden aus Kapstadt vom 4. d.Mts.: Die bedeutendste Abstimmung des Kapparlamentes fand heute statt. Die Regierung hatte eine Vorlage dem Parlamente zugehen lassen, nach der Erhebungen über Lage und Gehalt der Lehrer angestellt werden sollen. Theron, der Vorsitzende des AfrikanderbundS beantragte, diese Erhebungen auch auf die Geistlichen auszu-. dehnen. Therons Antrag wurde angenommen, weil 41 Stimmen, sämtlich dem Afrikanderbunde angehörig, dafür waren. (Diese Abstimmung ist insofern bemerkenswert, als Theron s. Zt. erklärt hatte, daß er eine feste Stimmenmehrheit hinter sich habe. D. R.) . 27.20 . 92.55 . 92.10 ww. Montag, Mittwoch und Freitag von vormittags 9 Uhr an bei Hofbäcker Noll Mäuöburg. 4960 SV^/o Konsole . . 3% do. ... 872% Hessen . . 8% Oberhessen 4% Oeeterr. Goldrente Der Postdampfer »Friesland" der »Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am L September wohlbehalten in New-Port angekommen. Versteigerung. Dienstag, den 16. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: 1 Partie Eichenstämme u. Bohlen, 1 Zugpferd, 1 Kassaschrank, 1 Eisschrank,Sophas, Kommode, Kleiderschränke u. a. m. Gießen, den 5. September 1902. 6205 Mulch, Pfandmeister. Dauer der Marktzeit von morgens 7 Uhr bis nachmittags 1 Nh?, wahrend der ersten drer Sttmden der Macktzeit oarf nur auf den bestimmten Lerkaufsplätzen und nicht im Umherziehen feilgeboten werden. . 217.80 . 188.60 . 138.20 . 144.40- . 157.30- . 155.20- 177*40 . 201.75 . 184.30 . 166.75 Vagen mit eingebauter ErnrichtuW MefMgeVvctgen). Di- rektionSpräsideut Breitenbach-Mainz spricht sich wegen der entstehenden Zeitversäumnis nebst Kosten gegen eine Reini- gungsbestinrmung aus, oder man müsse die Benutzungsfrist verlängern. Schließlich wird diese nur den deutschen Bahnen infolge deS Geslügelimports zufallende Bestunmung mit 216 Stimmen der deutschen Verwaltungen gegen 192^ österreichische abgelehnt, jedoch ein Eventualantrag, für möglichst schnelle Rücklieferung der Wagen zu sorgen, angenommen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 btS 6 Uhr geöffnet. Arbeiterbewegung. Newyork, 5. Sept. Senawr Han, der vergeblich den Kohlenstreik beizulegen suchte, veranlaßte das republikamsche Staatskomitee von Pennsylvanien, die Einberufung einer Extta- sejsion zu verlangen und die Einsetzung eines Schiedsgerichts zu beantragen. — Die Streikenden im westvirginischen Weichkohlen- gebtet kehren zur Arbeit zurück, ohne Konzessionen erlangt zu haben, und die Hartkohlenarbeitersindinsolgedessen sehr deprunirt. Kandwirtschast. Budapest, 4. Sept. Nach dem Bericht des Ackerbauministers über den S t a n d d e r H a ck f r ü ch t e am 31. August leidet der Mais unter Regenmangel und tropischer Hitze. Im Alföld und in sandigen Gegenden würde auch Regen nur noch wenig helfen. In Siebenbürgen steht die Pflanze befriedigend. Die Zuckerrübe zeigt Rückschlag. In nur wenigen Gegenden ist der Stand befriedigend, doch ist der Zuckergehalt meist gut. Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft. Neue Petroleumgefellschafteu. Kürzlich haben wir von der Bildung einer „R u s s i a n O i l - E o m p a n y" unter Nobel und Rothschild berichtet, die sich mit der Standard Oll-Company zusammengethan bat, um zunächst für London und England den Bedarf an Leuchtöl zu decken, später aber chre Geschäfte auch auf daS gesamte Festland ausdehnen will. Um dieser nunmehr amllich den Namen „Eonsolidated Petroleum-Company" führenden Gesellschaft, die die Ausfuhr des russischen Leuchtöls nach England monopolisieren will, ein Gegengewicht zu bieten, hat sich in London ein Unternehmen gebildet zu dem Zweck, die Preise für die Naphta-Erzeugnisse zn regeln und eine selbständige Ausfuhr dieser Maaren nach dem englischen Markte zu organisieren. Dieses Unternehmen hat seine Geschäfte unter der Firma „Agentur des russischen Petroleumverbandes, Gesellschast mit beschränkter Haftung" bereits begonnen. Beteiligt sind: A. I. Mantasche, die Kaspische Gesellschaft und die Gesellschaft für Petroleum- und Oelprodukte. Letztere hat im Zusammenhang hiermit eine Anleihe vdn 1 362 500 Rubel aufgenommen und die Kaspische Gesellschaft hat ihr Grundkapital van 2 Mill, auf 27e Mill. Rubel erhöht. In Fachkreisen glaubt man nicht, daß die neugebildete Gesellschast der Consolidated Petroleum-Company auf die Dauer einen erfolgreichen Mitbewerb zu bieten vermögen wird. Man nimmt vielmehr an, daß sie mit der Zeit von einem großen, amerikanisch-russischen Trust anfgesogen werden wird. — Türkische Staatsschulden. Tie Dispositionen der maßgebenden Türkischen Kreise bezüglich der beiden auf der Taaesord- ftung stehenden großen Finanzprosektes des Ronvierschen Planes |ur Unifizierung Der Türkischen Staatsschulden und der von der Ottomandank vorgeschlagenen Konvertierrmg der Zollanleihe, wechseln wie Flut und Ebbe. Vor einigen Tagen gab die Pforte die Geneigtheit kund, zwei Delegierte für die weiteren Verhandlungen nach Paris zu senden und jetzt verlangt sie wieder, daß Ronvier einen Bevollmächtigten hierher sende. Was die Konvertierung der Zollanleihe anbelangt (dieselbe würde der Psorte 1 987 000 Türkische Pfunde einbringen und die Ottomanbank hat sich bereit erklärt, noch vor der Durchführung der Konversion, der Pforte 350 000 Türkische Pfunde vorzustrecken, so scheinen wieder ernste Mißverständnisse und Schwierigkeiten aufgetaucht zu sein, so daß es heißt, die Konversion sei vorläufig als vertagt zu betrachten. — Neber die S'/rProz. Neggio°Lose wird aus Mailand geschrieben, daß der Vergleichsvorschlag, den die tgL Kommission für Gewährung von Provinzial- und Städtedarlehen den Besitzern der Reggio-Lose macht, in weiten Kreisen entschiedenen Widerspruch begegne. Bekanntlich bietet die Prooim Reggw 85 Proz., die Gemeindeverwaltung 45 Prozent auf chre Beteiligung an Kapital und rückständigen Zinsen, sodaß die Gläubiger, statt 136 Lire Kapital und Zinsen, nur 102 Lire erhalten würden, ganz abgesehen davon, daß die auf Entschädigung für die durch das Unterlassen der Auslosungen entgangenen Gewinnchancen verzichten müssen. Es hat sich nunmehr eine Vereinigung von Losbesitzern gebildet, die am vergangenen Dienstag eine Versammlung abgehalten hat, in der 18—20 000 Reggio-Lose vertreten waren. In dieser Versammlung wurde beschlossen, eine Kommission nach Rom zu entsenden, mit dem Zwecke, der Regierung Vorschläge bett, günstigere Behandlung der Losebesitzer zu machen. Falls die Regierung darauf nicht ein- geht, soll in der öffentlichen Versammlung, welche die Regierung auf den 5. d. Mts. einberufen hat, der Vergleichsoorschlag der tgL Kommission abgelehnt werden. Seattle (Gounty-King), 5. SepL Behufs Ausdehnung des amerikanischen Handels, beabsichtigt eine Anzahl amerikanischer Fabrikanten in dem hier mit Ausstellungsgegenständen auszurüsten- den Dampfer „Oregon", eine 6 Monate dauernde Seefahrt zu unternehmen und Rußland, China, Japan, die Philippinen, Indien, Mauritius, Südafrika, Australien und Hawaii zu besuchen. Tabak. Mtt Ausnahme einer Partie Tabak, die in Seckenheim von Produzenten an Händler zum Preise von 80 Mk. verkauft wurde, ist uns von Umsätzen nichts bekannt geworden, das Geschäft war auch während der vergangenen Woche sehr ruhig. Durch die anhaltend trockene Witterung ist die neue Ernte für Zigarrentabake verloren, und wird sich für die Folge das Hauptgeschäft auf die 1901er Tabake lenken, da die Fabrikanten infolge der ungünstigen Ernteaussichten sich jedenfalls mit guten 1901er Tabaken versorgen werden. Mtt dem Einwiegen der Sandgrumpen wurde wahrend der Berichtswoche in Heddesheim begonnen und 10 bis 12 Mk. hierfür angelegt. Wir halten diesen Preis viel zu hoch, da man es vorherrschend mit brauner Ware zu thun hat, und glauben, daß, wenn die Händler nicht Geld hieran verlieren wollen, die Preise sich auf diesem Niveau nicht halten können, umsomehr diese Ware doch immer sozusagen einen bestimmten Preis hat, worüber die Fabrikanten nicht gehen. In losen Pfälzer Rippen geschästslos, lose feine Mk. 9—9.25, gebündelte Mk. 11—11.50. Getreide. Während der ganzen Woche bestand eine ziemlich lebhafte Frage nach greifbaren alten Weizen, die zur Vermahlung der feuchten inländischen Sorten notwendig sind. Das Angebot von Nordamerika und Rußland ist reichlich, die Preise konnten sich aber voll behaupten. Roggen unverändert. Gerste: Braugerste preishaltend, Futtergerste williger. Hafer williger. Mais fest, besonders für nahe Ware. Die heutigen Notirungen sind: Redwinter II Mk. 124, Kansas II Mk. 125, Südruss. Weizen Mk. 121.50 bis Alk. 137, Rum. Weizen Mk. 124—131, Rufs. Roggen Mk. 99 bis Mk. 101, Rufs. Futtergerste Mk. 92—93,» Rufs. Hafer Mk. 120 bis Alk. 124, Rufs. Hafer Oktober-November-Abladung Mk. 105 bis Mk. 110, La-Plata-Mais rne terms Mk. 103, Mixed-Mais Dezember- Januar-Abladung Mk. 90.50, per Tonne ab Rotterdam. Märkte. Gießen, 6. Sept. MarktberichL Auf dem heutigen Wochenmarkt /osteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,15 ML, Hühnereier pr. SL 7—8 Pfg., ^amer^tanischc Oesenj CchöiieS Kornstroh verkauft Balth. Malkomefius, Ludwigsplatz 10, IL 103875 Neustadt 35. Kasel Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 30. AngvsL Pfg-, I Georg Grieb, Kaufmann, Sohn des vorstorbenen Kaufmanns Georg '.SL Grieb, 70 Jahre alt, starb den 28. Aua. M a r f u § g e me t n b«. Den 4. Sept. Agathe L'auer, geb. Fischbach, Wittwe des Rechtsanwalts Ludwig Lauer, 57 Jahre all, fiarb den 2. Sept. LukaS- gemeinde. Ten 29. Aug. Philipp Lemp, Postschaffner, 85 Jahr» alt, starb den 27. Aug. Johann esgemeinde. Den 3. Sept Carl Zinßer, Kaufmann, Sohn des Konservators Georg Zinßchj 34 Jahre alt, starb den 1. September. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stabt Wetzen. Evangelische Gemeinde, Getaufte. Matthäusgemeinde. Den30.August. Dem Werkführer Wilhelm Werner eine Tochter, Marie, geb. den 2. Aug. Den 2. Sept. Dem Betriebsletter Adolf Braun eine Tochter, Franziska Jrllia Fanny Sophie, geb. den 3. Juli. — Markusge- meinde. Den 8L Äug. Dem Schlosser Ludwig Philipp Johannes Größer ein Sohn, Hans Heinrich Wilhelm, geb. den 29. Juni. Lukasgemeinde. Ten 31. Aug. Dem Kaufmann Wilhelm Kahl eine Tochter, Anna Elisabeth, geb. den 13. Juli. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 30. August. Heinrich Koch, Fuhrknecht zu Gießen und Karoline Beate Schulheis aus Gießen. Lukasgemeinde. Den 30. August. Philipp Seitz, Weinhändler Wembergsbesitzer zu Heidesheim und Marie Bischoff, Tochter des Cigarrenfabrikanten Christoph Bischoff zu Gießen. I o h a n n e s g e me i n d e. Den 31. August. Waldemar Bruno Franck, Schlosser zu Gießen und Katharine Rohrbach, Tochter des Schreiners Ludwig Rohrbach zu Gießen. An- und Verkauf von Wertpapieren. Einlösung von Coupons, Geldsorten etc. Entgegennahme von Bar-Einlagen gegen Verzinsung mit und ohne Kündigung. Die Verzinsung beginnt mit dem Tage der Einzahlung. Hinterlegungsstelle für Mündelgelder Cassastunden: 8 bis 127, Uhr und 2 bis 6 Uhr. Sonntags geschlossen. pr.Stck. 5—9 Pf., Kasematte 2 StcL 0—OPsg. Linsen pr. Ltter 82 Pfg^ Tauben pr. Paar 0,65 1,00—lio ML, Hahnen pr. Stück 0,60—0, , _ 2,00—2,80 ML, Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg- Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pstmd 70-80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—70 Psg^ Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Psg^ Kartoffeln pr. 100 Kar. 5,00—7,50 ML, Weißkraut per Stück 00—00 Pfg^ Zwiebeln pr. Zentner 6,00—7,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Tanz-Unterricht. Mein T anz-Unterricht beginnt wieder Montag den 13. Oktober 1902. Gefl. Anmeldungen erbitte ich vorher in meiner Wohnung, M R Handel und Industrie Depositenkasse Giessen. (Darmstädter Bank,) Johannesstrasse L Giessen. Ecke Neuenweg. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Buchbinder, 1 Installateur, 2 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 1 Schneider, 1 Möbelschreiner, 1 Gärtner, 5 Hausburschen, 1 Packer, 5 Erdarbeiter, 6 Taglöhner, " Knechte, 1 Spenglerlehrling, 4 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, Laufmädchen, 1 Wäscherin, 1 Taglöhnerm für Gartenarbeit, Näherin. , Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Wagenlackerer, 1 Wagner, Knecht, mehrere Taglöhner, 1 Spengler- und 2 Schlofferlehrttnge, 3 Dienstmädchen per sofort, 1 Dienstmädchen zum 15. September 02, 1 Dienstmädchen per 1. Oktober, 1 Hausmädchen per 1. November, 1 Köchin per sofort (gut bürgerlich kochen), 1 Kuchenmadchen, 1 Dienstmagd für Landwirtschaft. Empfehle mich im Waschen und V/ Gtanzbügetn. 03863 Frau Ettse Roth, Bruchstraße 8. 03877] FeineHerren-u. Damen- Wäsche w. stets z.Waschen u.Bügeln angen. b. schönst u. bilL Ausshrg. Frau M. Balser, Seltersw.77, II. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gawbach, 6. Sept. Wie man hört, soll der Bahn bau von Butzbach nach Lich, der schon im Sommer beginnen sollte, dadurch sich verzögern, daß seitens verschiedener Gemeinden wegen der Haltestellen Schwierigkeiten gemacht werden. Auch Gambach wünscht die seine möglichst nahe beim Ort, aber es fällt unserer Gemeinde gar nicht ein, wenn der Wunsch auch nicht voll erfüllt wird, Weitläufigkeiten zu machen. In unserer Gemeinde, in der mehrere hundert Arbeiter täglich nach Butzbach, Nauheim und Gießen auf Arbeit gehen, weiß man den Wert der Bahn zu schätzen. Es ist keine Kleinigkeit, Sommer wie Winter jeden Taa in Sturm und Wetter zweimal von Gambach nach dem Bahnhof Butzbach zu eilen, um rechtzeitig an die Arbeit und abends zurückzukommen. Wir werden es dem Landtagsabg. I o u tz in Butzbach ewig Dank wissen, daß er uns zu einer Bahn nach Butzbach und Lich verhelfen will, und machen auch keine Schwierigkeiten, sondern wollen fte je eher je lieber. Die Schwierigkeiten machen ganz andere, in erster Linie, wie man sagt, die Herren L. in Lich und Sch. In Arnsburg. Herr Sch. soll dafür arbeiten, daß die Bahn von der Haltestelle Münzenberg an der Wetter, also ins Thal, nach E b e r st a d t auf einen Berg und von da wieder nach M u s ch e n h e i m an der Wetter ins Thal, nach Birklar auf den Berg und von da wieder nach Lich ins Thal geführt werde. Wenn das beschlossen werden sollte, so würde, glaubt man hier, sofort die Gesellschaft, die die Bahn bauen will, die Halfter ausstttppen, und wir könnten wieder lange Jahre auf die Bahn warten. Man glaubt allgemein, daß solche Vorschläge gemacht werden, um den Bahnbau zu vereiteln; aber es ist gut, daß man weiß, von wo sie kommen. Wir hoffen, daß unsere gutes wollende Regierung und unser Landtagsabgeordneter böses von uns abwenden, aber mit solchen Quertreibereien macht man sich nicht beliebter, sondern das Gegenteil. Ein Braunselsischer Pachter. I Schiffsnachrichten. “ Norddeutscher Lloyd. Stn Gießen vertreten durch Carl Loos, Kiröhenplatz. Bremen, 8. Sept. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Main", Kapitän C. v. Borell, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in New-Por! angekommen. September "C = q 8 auf 0° reduziert Temveratnr § -Q Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 5. 2n 748,0 20,8 12,7 70 SW. 2 Bew. Himmel 5. 9" 748,2 17,8 13,3 88 SW. 1 Bew. Himmel 6. । 748,7 15,2 11,3 88 sw. 2 Bew. Himmel M !L Ä.v G *$■ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange ihrer guten, treuen Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Flau Rechtsaaivalt Lauer Agathe geb. Fischbach Die tieftrmrndcn Sintttblicbmn. Gießen, den 6. September 1902. sagen innigen Dank Zu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein der Festwirt: 6202 gewinnen. 6219 Hotel Schütz Tie bekannte Modefirma Wittes & Co. in Aachen hat der Stadl- und Landauflage unserer heutigen Nummer einen Prospekt beifügen lassen. Es empfrehlt sich, Muner roiicnlos und ohne jiaufverpstichlung einzufordern, um unbeeinflußt erneu Einblick in tue neuesten Herren- und Damenmoden zu 4 Jahreszeiten 4 Sonntag, den 7. September: TANZ. 03858 Anfang 4 Uhr. — Cutree frei. 6. R. V. 1885. Sonntag, den 7. September: PreistMen-MtrMag. Nachmittagstour über Hausen nach Steinbach. Abfahrt 3*/< Uhr LudwigSplay. Montag, den 8. September: Abendtour über Dorlar nach Dutenhofen. Abfahrt 8'/, Uhr Lahnbrücke. 6215 Ter Kahrwart. Bauer’scher I Gesang-Verein. Sonntag, den 7. September: Perkeo, Leltersiveg. Dienstag, den 9. September: W. Nagel, Mnplansgajie. 62291 Mehrere tüchtige ältere Schlosser finden dauernde Beschäftigung. H. Schaffstaedt. Lonning Den 7. Lepteniber unö Montag den 8. Lepteniber: Gutbesetzte Tanzmusik / Sonntag abend 7 Uhr: 'Böllerschieben. Bei einbrechender Dunkelheit: Große Illumination der ganzen Burgruine. esu S. Niebergail, ZZurg Hteiöerg Prima Weine. Gutes Bier, 3/l0 Liter 10 Pfg. Frisch geschlachtet. Zilvcrl., kräftiges Mätzen welches kochen kann, zu einer gesunden, aber gelähmten Tame gesucht. Eintritt sofort. [03880 Nah. Cvaug. Schwesternhaus. Einige gebr. Fahrräder und Nähmaschinen gut funktionierend, billig abzugeb. Heinrich Kitzler, Gießen, mech. Werkstalte, Neuenweg 3. ÜJon einem in Sprachheilkuudc erfahr. Geistlichen in der Nähe (Bahnstation) werden an Svrach- gebrechen (Stammeln, Stottern:c.) leidende Kinder u. 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September 1902. 03857 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verluste unseres inmgsl geliebten, unvergeßlichen Töchterchens, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Grein sagt innigsten Dank Familie Vomend. WlMWit mit 38 Bäumen in den besten Jahren, Ernteaussicht sehr gut, zu verkaufen. Lu erfragen bei 03858 Feldlchütz Bogel, Wieicck. 1 Badeeinrichtung und 1 Dampfwaschmaschine mit Herd umzugshalber billig zu verkaufen. Molttestraße 3. Grnmmetgrao zu verkaufen. 6203 Alicestraße 19, Kontor. starke Regale für Zigarren-Fadrikanlen oder -Händler passend, billig zu verkaufen. Näh. in der Exped. d. Bl. 3 Morgen gutes Grummetgras zu verkaufen. 6206 H. Simon, Neuenweg 32. 03862] Kinderwagen zu ocr- kaufen. Wallthorstraße 49a, IL 03874] Eine gut erhaltene Schuhmacher-Rähmafchiue und ein Weitzzeugschranr zu uer- kaufen.______Babnhosstraße 17. 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Mts., nachmittags 3 Uhr, vom SterbeyauS, Marburgerstraße 67, aus statt. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Paul Bender Witwe nad) längerem Leiden gestern abend sanft verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familien H. Bender und K. Ewald. (Offciir S'tcllni ■ .....- ' —' ' ■■!■■■ ■ Vereine