Nr. 20» Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Üeffischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buck-u.Stein- bruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzeu. Fernsprechanschluß Nr.51. Viertes Blatt. 152. Jahrgang Samstag «. September GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen BezugSpretSr monatlich 75 Pf., viertel» jährlich Mk. 2J2O; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bls vormittag- 10 Uhr. Zeilenpreie: lokoll2Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wittko; für .Stadl und £anb" und .Gerichtssaal": Eurt Plato; für den An- zeigsnteil: Hans Beck. Uotttischr Tagesschau. Die Geschichte der Ausweisung einer Ztalieneriu aus Baden erregt in dem benachbarten Großherzogtum ziemliches Aufsehen. Sie sollte, so heißt es, zu stände gekommen sein durch gesetzwidrige Beamtenhilfe für einen Arzt, welcher sich der Italienerin, mit der er ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, entledigen wollte. Jetzt bringt die „Karlsr. Ztg." folgende amtliche Darstellung des Falles: .In der That hat der erstgenannte Beamte (Landgericktsrat Bauer) zwar nicht in seiner amtlichen Eigenschaft als Untersuchungsrichter, wohl aber unter mißbräuchlicher Ausnutzung seiner amtlichen Stellung im Interesse eines durch seine Beziehungen zur Groggia (der Dame, mit welcher der Arzt in Neckargemünd ein Verhältnis hatte) kompromittierten Freundes durch ein seiner richterlichen Stellung nicht entsprechendes außerdienstliches Verhalten sich eines Disziplinarvergehens schuldig gemacht, wegen dessen das Justizministerium unterm 8. Juli d. Js. auf Grund des Beamtengesetzes auf die Ordnungsstrafe der Versetzung in Verbindung mit einer G e l d- st r a f e nn Höchstbetrag von 200 Mark erkannt hat. Das Justizministerium, welches in der Wahrung der Integrität des Beamtenstandes, und ganz besonders der richterlichen Beamten, die wichtigste Aufgabe der Staatsverwaltung erkennt, haft-»* alsbald, nachdem es von jenem Vorkommnis durch den zu derernMitteilung dienstlich verpflichteten Staatsbeamten Kenntnis erhalten hatte, die Einleitung des förmlichen Disziplinar-Verfahrens und sodann mit Zustimmung des Tiszipliuarhofes für richterliche Beamten die vorläufige A m t s e n t l a s s u n g des Ländgerichts- rats Bauer verfügt. Nach Durchführung der Disziplinarunter- suckung durch den hiermit beauftragten besonderen Untersuchungsrichter, erklärte sich Landgerichtsrat Bauer mit seiner Versetzung an ein beliebiges anderes Landgericht einverstanden. Nachdem so die Möglichkeit einer Versetzung eröffnet war, wurde das weitere Verfahren von dein Disziplinarhof gemäß dem Beamtengesetze e i n g e st e l l t, und nach dem Ausspruch der erwähnten Ordnungsstrafe innerhalb der Zuständigkeit des Justizministeriums die Versetzung des Landgerrchtsrats nach Waldshut herbeigeführt. Was sodann daS Verhalten des weiter genannten Verwal- tungsbeamten (Amtmann Guth-Bender in Heidelberg) angeht, so war derselbe zu der von ihm verfügten Ausweisung der vorbestraften Ausländerin gesetzlich befugt, er hatte aber nach Ansicht des Ministeriums des Innern bei Ausübung dieser Besugnis sich gleichfalls durch persönliche Rücksichten auf die Privatinteressen des gleichen Freundes becin- flusfen lass en, so daß diesen Beamten eine ernste Miß-- b i l l i g u n g feines vorgesetzten Ministeriums ausgesprochen werden mußte." Die amtliche Erklärung fügt weiter hinzu, daß so das Verhalten der beiden Beamten „die gebotene Sühne" gefunden habe. Von zuverlässiger Seite wird jetzt gemeldet, daß Landgerichtsrat Bauer in Heidelberg infolge dieser amtlichen Darstellung seine Entlassung aus dem Staatsdienst nachgesucht hat. DaS Bürgerrecht der Frauen. Ein eigenartiger Fall von Steuerverweigerung beschäftigt zur Zeit die hamburgischen Behörden. Ende vorigen Jahres beantragte eine Hauptvorkämpferin der hamburgischen Frauenbewegung, Fräulein Lida Gustava Hey mann, für sich die Erteilung des hamburgischen Bürgerrechts. Sie stützte sich darauf, daß bis zum Jahre 1864 den hamburgischen Frauen der Erwerb des Bürgerrechts möglich gewesen sei. Dann habe man dies in dem Gesetze vom 7. ^tovcmber 1864 ausdrücklich beseitigt, diese Bestimmung aber in das Bürgerrechtsgesetz von 1896, welches das Gesetz von 1864 aufhob, nicht ausgenommen; infolgedessen müsse angenommen werden, daß jetzt Frauen das Bürgerrecht wieder erwerben könnten. Dieser Fall hat eine hervorragende politische Bedeutung, denn das Bürgerrecht gewährt in Hamburg die vollen politischen Rechte, Wahlrecht zur Bürgerschaft rc. Hätte die Antragstellerin ihr Verlangen durchgesetzt, so würde damit der erste Fall einer Verleihung poütischer Rechte an Frauen in Deutschland geschaffen worden sein. Hier lag aber auch der Punkt, weshalb die Antragstellerin in allen Instanzen, zuletzt vom Senat, abgewiesen worden ist. Einmal wurde festgestellt, daß, wenn auch die Vorschrift betreffend das Bürgerrecht ver Frauen in das Gesetz von 1896 nicht ausdrücklich ausgenommen worden sei, so doch bei der Bearbeitung des Gesetzes kein Mensch daran gedacht habe, den Frauen die Möglichkeit des Erwerbes des Bürgerrechtes wieder zu gewähren, denn — dies ist der Hauptgrund — das frühere Bürgerrecht war gar kein politisches Recht; zur sogenannten „erbgesessenen" Bürgerschaft gehörten Frauen niemals. Wenn sie früher das Bürgerrecht hätten erwerben können, so habe das seinen Grund allein darin gehabt, daß niemand früher habe Handel treiben können, ohne Bürger zu sein; für Handelsfrauen sei deshalb das Bürgerrecht unbedingtes Erfordernis gewesen. Tas sei heute nicht mehr der Fall. Das Bürgerrecht aber habe heute vor allem politische Bedeutung. Nachdem somit der Antrag, Frauen das Bürgerrecht zu erteilen, in allen Instanzen abgewiesen worden ist, haben die Antragstellerin und mehrere andere Frauen daraus den Schluß gezogen, daß sie zur Leistung von Bürgerpflichten ferner nicht mehr herangezogen werben könnten, und wollen kerne Steuern mehr bezahlen. Dadurch wird diese rz-rage an die Gerichte kommen. Doch ist die Aktion aussichtslos, da aus verschiedenen Stellen der Steuergesetze zweifellos hervorgeht, daß auch Frauen steuerpflichtig sind. Heer und Flotte. Gras Waldersee soll jüngst vom „nächsten Kriege" gesprochen haben. In Lcmgerisalza, wo er dieser ^^Igeroeüte, um Trutzp.-nkSrper zu inspizieren, fragte er ernen Krieger- vereinsmann, ob er einen Krieg mitgemacht habe, worauf dieser antwortete: „Nein!" — „Warum nicht?" — „Ich war noch zu jung!" — „Na, dann den nächsten!" erwiderte der Feldmarschall. Reduzierungen des französischen Marine-Etats. Dem „Echo de Paris" zufolge hat der französische Marineminister dem neuen Kommandanten des Mittelmeergeschwaders Admiral Pottier mitgeteilt, daß er im Hinblick auf die Lage des Budgets dem vom Finanzminister Rouvier ausgesprochenen Wunsch entsprechend Ersparnismatznah men durchführen werde und besonders den Effektivbestand des Mittelmeergeschwa- >ers in demselben Verhältnis wie den d-es Nord-Ge- chwaders verringern wolle. Der Bestand der Panzerschiffe würde dann um je 150 Mann herabgesetzt werden. Kunst und Wissenschaft. — Am 1. Oktober 1903 findet die Enthüllung des Denkmals für Richard Wagner in Berlin statt. Tas Denkmal ist, ivie man u n § schreibt, zu Stande gekommen durch das Zusammen- wirken von Freunden des Meisters in allen Teilen der Welt, wo Deutsche wohnen, und soll ein deutsches National-Tenkmal für den Komponisten sein. Der Kaiser selbst hat dem preisgekrönten Entwürfe Eberleins eine Hauptfigur: „Wolfram von Eschenbach" neu hinzugefügt und die Zeichnung hierzu eigenhändig entworfen. Der vor dem Sockel zu den Füßen Richard Wagners teheude Wolfram von Eschenbach, zu ihm aufblickend und die Harfe schlagend, ist, aufzufassen als der Genius der Nation, dem Meister seine Huldigung darbringend 1 Tie Enlhüllungsfeicr soll einem Denkmal, das bie Nation errichtet, entsprechen; sie soll zu einem Feste ausgestaltet werden, wozu alle Diejenigen eingeladen ind, die durch ihr persönliches Erscheinen den Meister ehren wollen. Schon jetzt werden 9lmneli)ungen entgegengenommen. Ebenso werden Diejenigen gebeten, sich zu melden, welche Dem großen Festkomitee anzugehören wünschen. Endlich wird das Denkmalkomitee es auch gern sehen, wenn Vorschläge und Wünsche an das- elbe gelangen, bte auf die würdige Ausgestaltung der Feier Bezug jaden. Das Zentralbureau befindet sich in Berlin, Schützenstr. 31. Brüssel, 4. Sept. Prof. Neiße r erklärte, die große Errungenschaft des Kongresses zur Verhütung der Geck l e ch t s k r a n k h e i t e n sei der einstimmige Wunsch, die polizei- iche Reglementiermig in sanitäre Maßregeln zu verwaiideln. Die große Mehrbeit erklärte sich heute für zivile und strafrechtliche Verantwortlichkeit des Verbreiters sexueller Krankheiten. — Bon der Baldwin-Expedition. Das „Morgeiibladet" veröffentlicht ein Telegramm Baldwins aus Tromsö, das meldet, daß Sonntag ein Walfischfcmgsckiff in Alten (Finmarken) ankam, daS den „Frithjof", bas Hilssschiff der Baldwin-Ziegler- Expedition, auf 76 Grad 56 M. 1 ©et. nördlicher Breite und 40 Grad östlicher Länge getroffen hat unb Briefe von ihm mit- bringt. An Bord des „Frithjof" war, wie der Walfischfänger mitteilt, Alles wohl, doch waren die Eisverhältnisse sehr ungünstig. „Frithjof" war nicht im Stande, das Franz Josefsland zu erreichen. Baldwin meint, „Frithjof" könne vielleicht Kap Ziegler erreichen und im September zurückkehren. — Auf die Blinddarm-Entzündung, die verheereiide Volkskrankheit, die man eigentlich erst in jüngster Zeit studiert hat, weist Professor Riedel in I e n a hin. Er sagt: „Der große Krieg gegen Frankreich bat uns 47 000 Menschen gekostet, aber sie sind wenigstens nicht umsonst gestorben; sie haben uns das Deutsche Reich erkämpft. Fragen wir nun, wie viele Menschen fett jenem Kriege an Blindbarm-Entzündung, und zwar umsonst, gestorben sind, Menschen, die zumeist heute noch hätten leben könnten, so erhalten wir erschütternde Zahlen. Ich schätze, daß wir seit 1870 wenigstens 150 000 Kranke an Blinddarmentzündung verloren haben. Weder Typhus, noch Cholera haben auch nur entfernt jo viel Opfer gefordert, als die Blindbarmentzünbung. Nur die Tuberkulose ist ihr überlegen. Wir haben alle. Ursache, uns immer und immer wieder mit dieser Volkskrankheit zu beschäftigen, die heute nicht häufiger auftritt als früher, die nur deshalb häufiger zu sein scheint, weil sie jetzt öfter erkannt wird als früher." Prof. Riedel ermahnt bann die Aerzke, das Krankheitsbild genau zu studieren und bet der Behandlung darauf zu achten, daß gleich in den Anfangsstadien der Rran'tbeit die Operation vorgenommen werde. „Wollen wir," schließt Professor Riedel, „Die Zahl Der Toten für Die nächsten dreißig Jahren von 150 000 auf 15 000 oder wenn möglich auf 1500 hinabdrücken, so kann Das nur durch operative Behandlung geschehen." die Runde machte, auf der Bildfläche erschien. Seiner Obhut überließ der Angeklagte auf wenige Minuten den jungen Mann, er selbst aber ging mit dem Mädchen einige Schritte seitwärts und befragte sie Dort nach Namen, Stand und Wohnlmg, wobei er zum Entsetzen des Mädchens burchblicken ließ, daß er am nächsten Tage in ihrer Wohnung erscheinen müsse, um sich von Der Richtigkeit Der Personalangaben zu überzeugen. Dann hieß er Das MäDchen, sich nicht vom Flecke zu rühren, bis er mit dem jungen Manne fertig sein werbe, und kehrte zu diesem ziirück, während sein Kollege den Platz räumte, um zur Ablösung auf Die Wache zurück zu gehen. Teni jungen Manne jagte er aufs Nene Angst ein, inDem er ihm erklärte, ihn mit zur Wache nehmen zu müssen. Er malte ihm Dabei aus, welche Unannehmlichkeiten ihm erwachsen mürben, wenn er Das Strasmanbat zahlen müsse. Dem jungen Manne würbe unheimlich babei zu Mute, und er bankte feinem Schöpfer, als Der Schutzmann enblich milbere Saiten aufzog unb es als möglich hinstellte, Die Sache noch aus Der Welt zu schaffen. Dazu wäre aber nötig, Daß er am nächsten Tage zur' Wohnung Des Mädchens fahre, um sich zu überzeugen, ob tuest wirklich nicht eine Dirne fei, unb weiter wäre nötig, Daß ihm Der junge Mann bas Droschkengelb ersetzte. Dieser war sofort bereit Dazu, liefe Den ganzen Rest ferner Habe — in Höhe von 2 AU. — in die hingehaltene Hand des Schutzmannes gleiten und befolgte dann dessen Rat, sich fo schnell rote möglich zu entfernen. Als er weg war, wandte sich der Angeklagte wieder dem Mäbcken zu, auf fein Gebot folgte sie ihm ins Gebüsch und hier berührte sie der Beamte wiederholt in unzüchtiger Weise. Ter Angeklagte, der seit fünf Jahren Schutzmann und Familienvater ist, konnte sich nur mit der Versicherung entschuldigen, daß er angetrunken gewesen sei. Ter Staatsanwalt qualifizierte seüie That als Amtsverbrechen, da er für eine Handlung, die eine Verletzung einer Amts- und Dienstpflicht enthielt, Geschenke angenommen habe. Wegen der Beleidigung des jungen Mädchens könne eine Strafe nicht ausgesprochen werden, da ein Strafantrag nicht vorlag. Der Staatsanwalt beantragte 2% Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Ter Gerichtshof nahm an, daß sich der Angeklagte der Erpressung schuldig gemacht habe und verurteilte ihn zu einem Jahr Ge- f a n g n i s, 3 Jahren Ehrverlust und öjähriger Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter. Sport. — Alpine Majestäten und ihr Gefolge. Die GebirgSwelt der Erde in Bildern. Monatlich ein Heft im Format von 48:80 Zentimeter mit mindestens 20 feinsten Ansichten aus der GebirgSwelt auf Kunsibruckpapier. Preis des Heftes 1 Mk. Heft 8 (24 Folio- feiten).- Verlag der Vereinigten Kunstanstalten A.-G., München, Kaulbachstraße 51a. Zu den Häuptern, bie im Jahre 1902 voraussichtlich auf jeglichen menschlichen Besuch verzichten müssen, gehört die gigantische, auch bei normalem Sommerwetter schon schwer zu befteigenbe Pyramide des Piz Roseg (Bernina-Alpen, 3943 Meter). Freuen wir uns, daß wir uns den Riesen trotzdem aus nächster Nähe betrachten können — im achten Heft der „Alpinen Majestäten". Aehnlichkeit der Form mit diesem Berggipfel der Rouies (3634 Meter), der nut Dem effektvollen Blick durch die Brsche bc la Meije als weitere vortreffliche Probe aus bem Wunderwerk bet Tauphmeer Hoch alp en geboten wirb. Das ganze riesige Mon' Blanc-Massiv von Brävent (2525 Meter) gesehen, wirb auf einem weiteren Toppelblatte gezeigt, ein Meisterstück photographischer Gesamtaufnahme. Weiterhin gelangen wir m die deutschen Alpen, üi denen wir zunächst unsere schon in den früheren Heften begonnen« Wanderung über den Brenner fortsetzen, an Brennersee, Brennev poft »ind Brennerbad vorbei nach dem Süden, bem frischen Gossem saß, wo einst alljährlich Henrik Ibsen weilte, Dem gemütlich-mittelalterlichen Sterzmg, Der stattlichen BischofsstaDt Brixen. bem Vogel weibhof, wo Waühers sangessroher Munb zuerst bie Welt begrüßte, wo uns Kastanienhaine umraufefeen unb bie Rede unter südlicher Sonne bis hoch hinauf bie Berglehnen umrankt. Zum interessanten Vergleich folgen vier Blätter eines anberen Paßweges nach bem sonnigen ©üben, von ber Semmeringstraße und -Bahn. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Bewohner der unteren Frankfurterstraße werben feit einiger Zeit bei Tag unb bei Nacht burch bas m e l a n ck o l i s ch e Geheiil eines Hundes gestört, ber sich vermutlichdieLangeweile zu vertreiben sucht. Es bebarf wohl nur bieses Winkes, um Abhilfe zu schaffen. Gerichtssaal. Leipzig, 4. Sept. Der vercmtw. Rebakteur des „Lpz. Gen.- Anz.", Arthur Pleißner, hatte sich heute vor dem hiesigen 2anb- gericht, wegen Majestäts-Beleidigung zu oerantmorten, bie er begangen haben soll unter der Spitzmarke „D e r j üng ft e deutsche Rittmeiste r", bie Ernennung bes elsässischen Reichs- tags-Abg. Baron beSchmibt zum Rittmeister a 1» suite bes Kuraffier-Regts. zu Deutz behanbelte. Es wurde beschlossen, bie Verhanblung zu vertagen unb weitere Entlastungszeugen, da- runter ben früheren Redakteur ber „Leipziger Volksztg.", Stampfer in Friedenau bei Berlin, zu laden. München, 31. Ang. Für Gastwirte mtereffant durste em Urteil des hiesigen Schöffengerichts fein, welches einen Schankkellner wegen absichtlichen unb konstanten schlechten Emfckenkens mit einem Monat Gefängnis unb 500 Mk. Geldstrafe bedachte. Als straferschwerend wurde babei angesehen, bafe ber Betrug an Arbeitern verübt würbe, die ihre als Lohnteil zu betrachtenden Bierzeichen an der betr. Lchänke umgefttzt haben. Amtöverbrechen eines Schutzmannes im Berliner Tiergarten. Der Schutzmann Karl Nickel ist bet traurige Selb eines nächtlichen Abenteuers geworben. Am 29. Mai b. I. hattte ber Hanblungsgehilfe W. in Halenfee einem Tanzvergnügen beigewohnt unb wat mit seiner Tänzerin, einer 20iahrwen Mobistni mu dem letzten Zuge nach Berlin zuruckgekehrt Tas Pärchen hatte sich auf eine Bank tm Tiergarten gesetzt unb tauschte Stufee aus. Als das Mädchen sich eben den Armen des Geliebten entwunden hatte, stand der Angeklagte in seiner Schutzmannsuniform vor dem Pärchen und herrschte den jungen Mann an Verwirrt und bestürzt erklärte dieser, daß seines Wissens Liebe doch fern Verbrechen sei. Der Schutzmann war aber anderer Meinung, er verlangte von dem jungen Manne Legitirnattonspaplere, unb als dieier solcke nicht oorweisen konnte, erklärte er ihm, daß er ihn mit zur Macke nehmen müsse. Tas war natürlich für ben jungen Wann sehr fatal unb er liefe sich auf Verhandlungen mit bem Schutzmanns ein, die dieser abbrach, als ein zweiter Schutzmann, der gleichfalls im ersten Magenbitter „Säntis“. Bie werden die wohlthätige Wirkung bald kennen lernen und werden Ihre Mahlzeiten nur mit einem Gläschen Dr. W, Knecht’« Magenbitter „Säntis* beenden. Zu haben in allen feineren Kolonialw.- und Delikatessen- GeschäPen. Wo keine Verkaufsstellen durch die Fabrik. 6210 i>r. W. Knecht & Co., Frankfurt a. M. ^oah’s Smme wusste es schon, in einer guten Verdauung besteht, und dass kleine Magenverstimmungen, wenn -■ unbeachtet gelassen, ernste und rm schwere Krankheiten im Gefolge haben können. Sonderbar, — alle wissen es und doch geschieht so wenig — Appetit- losigkeit, Verdauungsschwäche, Stuhlträgheit, mangelhafter Stoffwechsel, Stadium, — versuchen Sie es mit Dr. W. Knecht’s Unerreichter Insectentödter! Kaufe aber nur in Flaschens wo Plakate aushangen. Coursbericht von Joseph Bierz, Bankgeschäft, Gießen, Neuenbäuen 41. __ SS U, 3b 3 32 3 4 3b 4 3b 4 3b 3 3b 3b 3b *7> 5 4 4 3 87, 5 4b 4 4 4 4 3b 4 4 4 Staatspapiere. Deutsche. D. ReichS.-Anl. do..... Preuß. Consols do..... Badische. . . do..... Bayer. St.-Obl. do..... Heff. St.-Obl. . do..... do..... Württemberg. . Bremen v. 1899 Hambg. v. 1899 Ausländische. Bosnier. . . Oriech. E.B. von 1890 . . . Griech. Monop. Italiener Rente do..... Oester.Silberrle Oester. Goldrte. Portug, Staat, do..... Rum. am. Rte. Rumän. v. 1890 Gold-Russen v. 1880 . . . do..... Rusten v. 1902 Serben v. 1895 Spanier. . . (Souri 4./9. 102.55 92.60 102.35 92.25 105.40 100.40 105 — 100.70 106.— 100.45 89.90 100.80 100.— 100.60 40.- 44.25 103.65 68.80 102.15 103.80 52.- 31.60 98.90 87.50 100.50 96.90 99.50 72.85 84.75 e vom 28./8. 102.75 92.85 102.80 92.60 105.35 100.70 105.— 100.70 105.50 100.35 90.— 100.80 100.60 44 15 103.50 68.50 102.15 103.75 50.25 30.30 97.50 100.80 99*50 71.90 = 55 1 1 1 4 4 3b 5 4b 4 4b 6 5 4b 5 5 3 3b 3 b 4 3 b 4 3b 3b 4 3b '3b 3b 4 3b r* r- Türken Lit. B. do. „ C. do. „ v. Ung. Goldrente do. Staatsrente desgl. . . . Argem, v. 1887 do. Gold 0.1888 do. äuß. v. 1897 Chile Gold-Anl. Chinesen. . . do..... do..... Mexicaner Serie 1—4 . Mexicaner v. 99 do. ... . Provinz- und Stüdte-Anleihe. Oberhesten . . Starkenburger. Rhemprovinz . do..... Gießener. . . do..... Frankfurter. . Larmstädter do..... Mainzer. . . Offenbacher. . Wormser . . do..... Heidelberger Mannheimer . Bad Nauheimer Lissaboner . . (Sours 4./9. 58- 81.90 29.85 102.20 98.70 91.90 76*10 69.— 105*80 101.30 92.70 40.40 101.30 27.— 99.70 99.25 104.— 100.— 98*10 99.40 102.70 98.50 98.30 98.30 98^60 103*75 98.20 79.- e vom 28./8. 55.— 30.30 28.70 102.15 98.55 91.20 11.— 70.- 105.90 101.10 92.40 40.10 101.20 27.40 99.70 99.25 104.50 100.10 99*40 99*- 98.40 98.30 103.50 98.80 99.— 104.10 98.20 78.10 «- SS 4 6 47, 4 3V, 3‘/i 11 8 4 3 5 87. 14 20 10 8 10 10 Wiener 1902 . Buenos-AireS . do..... Standeshrl. Anl. SolmS-Braunf. do..... Nfmb.-Birsteiu. Vank-Attien. Reichsbank . . Berg.-Märkische Bank . . . Berliner Bank. Berliner HdlSg. Darmstädter Bk. Deutsche Bk. . DiSconto-Ges. . Dresdner Bk. . 'National-Bk. . Schasthsr. Bkv.. Oest. Cred.-Akt. Industrie -Aktien Mamz.Braucrel Farbw. Höchst. do. Griesheim Elektr.Lahmcycr „ Schuckert „ Siemens u. HalLke Maschf.Grletzner do. Kleyer . Bochum Bcrgw. Concordia „ Eschwetler „ (Sours 4./9. | 100.50 39.— 97*70 156.30 151.— 90.50 158.- 138.90 210.60 189.10 145.30 116.70 117.90 216.30 272.- 351.— 213.— 81.75 92.20 125.15 165.50 162.50 185.30 280.— 216.80 e vom 28./8. 100.50 39.50 97*70 155.90 151 — 90 50 157.60 137.10 209.20 186.20 144.30 115.80 117.10 216.- 272.- 351.— 213.— 79.20 91-30 120.— 164.- 160.50 185.50 274.75 213.— 4 37» 4 37, 37, 4 4 4 37, 372 1 37, 4 4 31, Gelsnkirch.Brgw Harpener , Hibernia „ Laura , Hörder , Ilse Phömx „ Hoesch Stahl . SchalkerGruben Magdeburger Bergwerk . . BuderuS. . . Pfandbriefe. Frankf.Hypotbk. Serie 14 do. Serie 15 Frks.HhP.'Crcd.- Verein 1905. do. 1906. do. tilgbare Frkf.Landwlsch. Hamburger Hy- potheken-Bank Ser. 141-250 do. unkündbar dis 1910 do. Serie 46 bis 190. do. Serie301 bis 310. Mcining. Ser. 8 do. abg. . Preuß. Boden- Credit . . . Rhein Hypoth.- Bank 1907er do. (Sours 4-/9. 172.60 167.50 173.50 200.75 114.— 161.50 129.50 145.75 332.75 159*.- 102.80 100.90 96.50 101.20 96.30 96.30 99.— 100.35 102.75 95.20 95.70 102.50 96.— 101.50 102.75 96.60 e vom 28. 8. 169.70 163.- 171.50 200.10 113.— 162.25 129.50 144.75 331.— 459.— 108.50 102.80 100.90 96.50 101.20 96.30 96.30 98.90 100.20 102.70 95.30 95.70 102.50 96.- 101.50 102.75 96.60 GO 4 4 372 4 4 4 ; 4 5 D 4 3 3 4 2*/to 2Vio 4 372 4 4 4 4 Preuß. Central- Boden . . . Westdeutsche. . do..... Preuß. Hypoth.« Akt.-Bk. abg.. Cisenb.-priorit. Dux-Bodenbach von 1891. . Etisab. steuerst. Franz Joseph . llaschau«Oderbg. Oesterr. Nord- mestbahn B. . do. Südbahn (Lomb.) do..... do..... Ra«b«Oedenbg. Cbf. . . . Nudolfbahn. . Ital. staatl. gar. C.B. . . . Livorneser . . Satb. Sec. st fr. gar. . . . Gotthardbahn . Kursk Kiew. stfr. gar. . . . Nuss. Südost 97 stfr..... Warschau Wien stfr..... do. XI. 1911er (Sours 4. 9. 102.40 102.20 96.20 98.60 100.20 98.90 100.50 100.— 109.30 102.80 90.50 64.80 73.10 100.50 68.30 68.90 100.90 99.50 99.10 99.10 e vom 28./S. 102.40 102.2t) 96.20 99.— 100.40 101.80 100.30 99.70 IO8.80 102.40 87.80 63.50 73.10 100.35 68.20 68.60 100.50 101.50 98.90 98.90 CO 4 5 3 4 4 V> 37t 37.« 4 4 Wladikawk 95 steuerst. . . Anatolier . . Salon.-Monast. Lose in Prozenten. Bad. Thlr. 100 Bayer. Thlr.100 Gothaer Präm.- Psdbr. I. . . do. II. . . Cöln-Mindener Madrider . . Meingr. Präm.- Pfddr. Thlr. 100. . . . Oesterr. v. 1860 do. v. 1854 Oldenb. Thlr.4o Türk. FrS. 400 Unverzinsliche pr. Stuck u. Ml. Ansbacher st. 7 Augsburg, fl. 7. Brfchw.Thlr.20 Finnldr.Thlr.10 Atailänd.FrS.45 do. FrS. 10 Oesterr. fl. 100 von 1864. . Pappenh. fl. 7 Meininger fl. 7 Ungar. Staats fl. 100 BenetianerL.30 (Sours 4J9. 99.90 103.— 61.90 147.10 160L0 102.70 110.70 137.20 46.70 136.90 126*20 132*10 17*.- 435.- 37.80 30.30 352.40 e vom 28./8. 99.40 102.50 61.50 146.80 160 JO 45*40 136.50 153.60 127*40 115.— 34'- 131.40 434.40 36.— MAGGI’5 L 16 bezw. 12 Pfg. für je 2 abgeteilte Portionen, leisten zu Hause wie aus der Reise vorzügliche Dienste. Durch einfaches Ucbergictzcu eines Porlionsröhrchens mit kochendem Wasser erhält man sofort eine Tasse vollkommen fertiger Kraftbrühe für 8 Pfg. oder Fleischbrühe für 6 Zu haben in Delikateß-, Kolonialwaren-Geschäften und Droguerien. jggpr Man verlange ausdrücklich MAftGrs Bouillon-Kapseln und weise andere Marken zurück. Georg Dern Wwe. versteigert. 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