Nr. 209 Drittes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 6. September IVOS Erscheint tSglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Knwers.-Buch-u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. tzldresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. tzernsprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezugoprets, monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprerS: lokal I2Ps^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich! tflr den polit. tu allgem. Teil: P. Witiko' für „Stadt und tianb* und „Gerichtssaal*: Ellkl Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Vermischtes. ** September. Dem Bade- und dem Kurgenuß — Gebietet der September Schluß, — Tenn kälter wird da schon die Luft, — Vorbei ist's mit dem Blütenduft — Und Herbst ankündend sind erschienen — Die farbenreichen $eoi> ginen. — Im Wald zeigt der September sich — Nun als ein Maler, meisterlich. — Die Blätter sucht er noch im Sterben — Nacht zierlich rot und gelb zu färben. — Und draußen auf dem Stoppelfeld — Wird er zum Freund der Kinder- toeü, — Ta naht er mit 'nem kleinen Stürmchen, — Um dort den lieben, braven Würmchen, — Die sich gefertigt einen Trachen, — Bewegung und auch Spaß zu machen — Und als ein Börsenspekulant — Zeigt er dabei sich sehr gewandt, — Tenn selbst das schlechteste Papier — Läßt schwindelnd hoch er steigen schier. — Ten Zechern schafft er manches Fest, — Werl er die Trauben reifen läßt —, Und Alost in Hüll' und Fülle giebt — Ter bei den Meisten sehr beliebt. — Besonders auch ist gern geseh'n — Er bei den holden Küchenfee'n, — Weil ihre „Schätze" nach der tristen — Manöverzeit als Reservisten — Er wieder führt in ihre Arme — Und so ein Ende macht dem Harme, Ter seit der bitt'ren Trennungsstunde — Geschlummert tief im Herzensgründe. — Ja der September, wer wollt' streiten? — Hat wirklich viele gute Seiten; — Damit es aber auf der Erde — Nicht allzu wohl dem Menschen werde Bedrückt in seinen letzten Tagen — Er schwer sie mit des Umzugs Plagen. — Unnötig ist's, des „Rückens" Qualen — Hier erst noch weiter auszumalen, — Tenn jeder kennt dies aus Erfahrung — Und nur dem Unmut gäb' es Nahrung. — Auch ist das Herbst-Groß-Reinemachen — Nicht etwa gerade was zum Lachen — Ties Scheuern, Klopfen, Putzen, Fegen, — Kommt meist den Männern ungelegen. — So findet der September auch, — Wie's immerdar im Leben Brauch, — Hier Tadler, dort hingegen Lober — Gleich seinem Bruder — dem Oktober. * Eine praktische Dame. An dem Tage vor den Empfangsfeierlichkeiten für den italienischen Herrscher in Berlin betrat Frau v. G- den Laden einer angesehenen Firma und bat man möchte chr echte Perser vorlegen. Sie erwählte zwei Prachtexemplare, konnte sich jedoch für einen festen Kauf nicht sogleich entschließen, denn Verwertung habe sie eigentlich nur für einen Teppich, ihr kranker Gemahl solle die Wahl zwischen den beiden von ihr ausgesuchten treffen. Der Verkäufer schickte beide Teppiche anstandslos sofort zur Auswahl in die Wohnung der Dame. Bei der Uebergabe wurde sedoch dem Boten die Mitteilung gemacht, daß Herr v. G. augenblicklich schläft und nicht gestört werden könne; er möge die Teppiche nur bis Freitag dalassen, und dann den nicht konvenierenden abholen. Der Bote wollte natürlich auch nicht, daß der kranke Herr v. G- deshalb geweckt werden soll, und entfernte sich. Ein Erwecken des Herrn v. G- wäre auch unmöglich gewesen, denn — er schläft schon seit langen Jahren den — ewigen Schlaf. Nicht etwa, daß Frau v. G. sich in den Besitz der Teppiche setzen wollte, um sie nicht zu bezahlen, das war gewiß nicht ihre Absicht — aber sie wollte sich für den Tag der Empfangsfeierlichkeit ein paar billige Dekorationsstücke verschaffen, denn" sofort am Freitag ersuchte sie telephonisch um Abholung der Teppiche, da beide nicht den Beifall ihres kranken Gatten gefunden hätten. Ein Angestellter der Firma hatte aber die beiden „Pumpstücke" aus dem Balkon der Frau v. G- prangen sehen und seinen Ehefs davon Mitteilung gemacht. Diese teilten der Dame mittels eingeschriebenen Briefes mit, daß sie mit einer Zurücknahme nicht einverstanden sind, daß sie auf Abnahme beider Teppiche bestehen, da beide von der Bestellerin gebraucht worden sind. Der ziemlich hohe Preis, Den Frau v. G- zahlen muß, reißt ein gewaltiges Loch in das nicht allzu gefüllte Portemonnaie der ingeniösen Dame. Mer es hilft nichts — sie muß zahlen, und das alles: weil der verstorbene Herr v. G- so fest schläft. * Die Mutter als Rivalin! Vor einem Vierteljahr verlobte sich die kaum 18jährige Tochter Klara der noch jugendlichen Witwe B. mit dem Geodäten W. Im Oktober sollte die Hochzeit stattsinden, da der Bräutigam mittlerweile ein auskömmliches Gehalt bezog. Ta wurde das Gerücht verbreitet, daß die Verlobung der beiden jungen Leute plötzlich aufgehoben sei und zwar aus Gründen, die keiner vermutet hätte. Dem Bräutigam war in den letzten Monaten das überaus zärtliche Benehmen seiner zukünftigen Schwiegermama aufgefallen und er begann, derselben gegenüber eine merkliche Reserve an den Tag zu legen. Sobald die in den flotten jugendlichen Schwiegersohn arg verliebte Mama diesen Rückzug wahrnahm, begann sie, das Verhältnis zwischen ihrer Tochter und dem Landmesser mit scheelen Augen anzusehen und dagegen zu intriguieren. Denn sie hatte sich geschworen, der Tochter den Geliebten keineswegs zu lassen, wenn sie diesen nicht selbst bekommen könnte. Und ihren fortgesetzten Sticheleien und Nachreden gelang es, die Liebesleute zu entzweien, sodaß kürzlich die Auflösung der Verlobung erfolgte. Die Tochter aber verließ am selben Tag das mütterliche Haus, um dauernd ihren Aufenthalt bet Verwandten zu nehmen. So hat denn die heiratslustige junge Witwe sowohl Tochter wie Schwiegersohn verloren — um der Liebe willen. * Zu der Bau-Katastrophe bei Leipzig wird noch gemeldet: Im Laufe der Nacht ist einer der im Krankenhause zu Leipzig untergebrachten 17 verletzten Arbeiter seinen Leiden erlegen. Der Einsturz des Gerüstes im Wasserturm zu Schönefeld hat also bisher elf Menschenleben gefordert. An dem Aufkommen zweier anderer Arbeiter wird gezweifelt. Die Verletzungen der Verunglückten bestehen hauptsächlich in Wirbel- und Beinbrüchen sowie in Zerreißungen innerer Gefäße. * Chemnitz, 4. Sept. Aufsehen erregt die Verhaftung des Restaurateurs Linke wegen betrügerischen Bankerotts und Pfandhinterziehung sowte des Färbereibesitzers Zschille und des Bierverlegers Ludwig wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankerott. * München, 4. Sept. Wie wir erfahren hat die Untersuchungskommission die Ursachen für den Einsturz der Corneliusbrücke nicht festzustellen vermocht. Die ganze Arbeit mußte als tadellos bezeichnet werden. Die Gerüste waren aus gutem Holz hergestellt und vorschriftsmäßig auf- gefühtt. * London, 4. Sept. Ein schwerer Cyklon, der gestern über die britischen Inseln ging, hat enormen Schaden an den Ländereien angerichtet. • Paris, 4. Sept. Eine furchtbare Feuersbrunst zerstörte eine Musik-Jnstrumenten-Fabrik. Trotz der angestrengtesten Thätigkeit der Feuerwehr wurden drei angrenzende Gebäude gleichfalls eingeäschert. Der Schaden beläuft sich auf über eine Million Francs. ♦ Paris, 4. Sept. Ein Telegramm des Gouverneurs von Guadeloupe giebt einige Einzelheiten über die Katastrophe auf Martinique am 30 August. Morne- Rouge und Ajoupa-Bouillon sind zerstört. Die Grenze der verwüsteten Zone bildet der Fluß Capot bis zum Thale von Champflore. Ebenso hat der Ausbruch die Höhen von Bassepointe getroffen. Als der Kolonialminister den neuen Ausbruch erfuhr, ließ er sofort dem Gouverneur von Mattinique 500 000 Frc. zur Verfügung stellen. Er ordnete ferner verschiedene Maßregeln an, um die Betroffenen mit Lebensrnitteln zu versehen und um die Bevölkerung von Fort de France gegen die Flutwellen zu schützen. Ferner befahl er die Errichtung mehrerer Beobachluugsposten, um sofort einen drohenden Ausbruch des Mont Pelee zu melden. — Wie aus St. Vincent gemeldet wird, erfolgte in der letzten Nacht auf dem Soufriere eine starke Eruption. * Bologna, 4. Sept. Räuber überfielen in bei vergangenen Nacht den Grafen Fernando Bonmartini in dessen Palais, durchschnitten ihm die Kehle und raubten eine große Summe baaren Geldes. Universitüts Nachrichten. Budapest, 4. Sept. Tas Voibereunngskomilee des inter- nationalen Studentenko na rejses, welcher Ende September abgehalten werden sollte, erklärt in einem Rundschreiben, daß der Kongreß nicht abgehalten wird, weil ein gewisser Teil der Teilnehmer die Absicht kundgab, auf dem Kongreß die Nalionaliiätensrage zum Gegenstand der Erörterung zu machen. — Aus München wird berichtet: Zum Tireklor der neuen Jrrenklinik wurde der frühere Tirektor der oberbayerifchen Irrenanstalt, Medlzinalrat Bros. Dr. B u m m ernannt. — In München ist der Profeßor der historischen Hilfswissenschaften an der Innsbrucker Universität, Dr. Kaltenbrunne r, in völliger geistiger Umnachtung, 56 Jahre alt, gestorben. Kaltenbrunner, der wohl das ganze Gebiet der historischen Hilfswissenschaften beherrscht, war speziell ganz hervorragend auf dem Boden historischer Chronologie. Verlobte "HW verlangen von der Darmstädter Möbel-Fabrik, Darmstadt» Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedeutendstes und größtes Einrichtungshaus Mittel- und Süddeutschlands für alle Stände. 160 Zimmer ° Einrichtungen wohnungsfertig, einschließlich Küche. Lebeuswürdigkeit 1. Ranges. Spezialität: Brautausstattungen in jeöem Genre und Preis. Konkurrenzlos in Auswahl, Form, Geoiegenheit und Preis. 3789 THouten’O .eicht löslich icht VLlckLUlicksL^W Dichte, preiswürdige.schöne,dauerhafte -*_£*■ lÄjd r> s W stelle man her aus den ■4™ ächten Andernachs Fabrtjtert» Asphalt Steinpappen aus der Fabrik von A. W AnGSmach in BdUei am Rhein -Xusier Anlegung, beweise über .ßeioährung postfrei und umsonst. Zu haben in Gießen auf dem Fabriklager bet Herrn Emil Horst, Riegelpfad. 17{> Plaudereien aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Sedanstimmung in Berlin. — Falsche Veteranen und ebensolche Burenkämpfer. — Was kosten Herrscherbesuche? Sag es an dem langvermißten schönen Sommer- tvetter, das wir diesmal am 2. September hatten, oder war es die Nachwirkung der Festtage zu Ehren des hohen Verbündeten vom Tiberstrande? Die diesjährige Sedan- sttmmung in Berlin war vollblütiger und feierfreudiger als in den letzten Jahren vorher. Die Konzertgärten waren dich besetzt, zumal bei Kroll, Kistenmacher und im Brauereigarten „Friedrichshain", wo die Kriegervereinigungen ihve Feste abhielten; aber auch in all den anderen Riesenetablissements herrschte ein buntbewegtes, von nationalem Geiste durchhauchtes Leben. Tie Fahnenhändler hatten reißenden Absatz; auch der Papierlaternen-Jndustrie wurde fröhlich mancher Nickel geopfert; die patriotischen Lieder der Konzerttapellen fanden oft brausenden Widerhall, und das obligate Schlußfeuerwerk mit den donnernden Schlacht- effeften und dem eisernen Kreuz in Brillantbeleuchtung weckte tosenden Beifall auch bei den Männern, welche rote Schlipse trugen. Gott sei Tank, es wohnen noch immer „zwei Seelen in ihrer Brust", neben der großsprecherischen rnter- nationalen regt sich gerade an Wen Zagen die M deutsche Seele wieder, die heimatsrohe Nachirgall, die der dreiste Merwcil-spatz so gern verdrängen niöqte und es doch noch immer nicht fertig gebracht hat! Aus Sie 8 < ZZauartikel-J-avrik und -Hroßpandtung. > I,, kcmciitzlatteii, ^onKitcii, Mosaihliittcii, ^orjcflünplatten n. s. w. . f führe ich reichhaltiges Lager und halte mich zur Ausführung von Bodenbelägen und i 1 > Waudbctlcidungcn bestens empfohlen. 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Kr. Hessische oLaubes-^otterie. Jlifljung VI. Klasse 5. September 1902. ÄUe Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. (Ohne Gewähr.] 107 321 80 82 92 493 653 90 750 [10000] 1111 59 254 351 65 465 [400] 534 80 761 841 74 [2000] 2032 75 186 223 [3000] 468 662 78 [2000] 607 [400] 53 776 934 [2000] 3166 81 349 72 416 42 53 67 87 509 46 [400] 665 702 34 55 850 92 |2ÖOO| 917 [400] 47 4001 152 91 234 [400] 47 [400] 56 87 557 62 628 51 729 88 850 5002 [1000] 109 45 221 372 479 555 65 80 660 89 914 24 6047 51 [400] 109 97 408 73 506 15 721 95 956 [400] 7021 [5000] 27 147 70 420 97 503 [3000] 6 56 [1000] 650 782 [400] 8096 254 313 48 576 640 738 94 [1000] 855 9016 136 48 410 899 975 92 [1000] 10063 107 29 44 53 54 55 [400] 209 [400] 55 69 368 450 [400] 84 85 505 81 825 64 82 [1000] 975 11242 52 365 461 565 69 615 852 970 96 12348 449 74 517 88 622 917 39 61 [1000] 13005 135 310 [1000] 20 21 35 [400] 616 21 759 85 14031 43 149 300 35 [400] 46 448 o4 69 78 527 686 705 29 890 Bekanntmachung. Der die Stadlarmen behandelnde Arzt, Herr Dr. Bolhard, ist auf 4 Wochen beurlaubt. Bestellungen für Stadtbcsuche Armer sind während dieser Beit an die Verwaltung der neuen Kliniken zu richten. Gießen, am 5. September 1902. 6183 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. . I. V.: Georgi. Pferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch den 10. September findet auf den städtischen Marktanlagcn nächst der Rodheimerslraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen,- ivegen derselben wolle man sich an Herrn Hoslohnkutscher Huhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Marttangelegen- heiten erteilt Herr ALeinhändler August Schwan dahier. Mrt dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1565 Mk. zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Lekonomiercu Schleuke, Hardthof bet Gießen, zu erbitten. Tie Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Präiniicrung um 12l/3 Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück. Am 11. September, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushalttmgs» und Gcbrauchsgegcnstänoen. Ter Generalvertricb der Lose a 1 Mk. ist dem Herrn Richard Buch- ackcr dahier übertragen. Gießen, Jrlli 1902. 5394 Tie Pferdcmarktkommission zu Gießen. Jean Kirch, Stadtverordneter. Mk. zu 6139 4478.01 5505.80 6913.70 Erdarbeitcn...... Betonierungs- und Maurerarbeiten . Rohrlegungsarbeitcn .... Lieferung der gußeisernen Röhren, Schieber und Hydranten .... Thonrohrlieferung..... Kleinschlag und Sandlieferung . . Pflafterslemlieferung .... Gießen, den 30. August 1902. 9288.— 339.50 355.— 300.— Der Großh. Kreisbauinspcktor: I. L.: Müller. Jergebung von ZLauarbeiten. Die für die Herstellung einer Hochdruck-Quellwasserleitung in Rödgen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Samstag den 13. September l. 3., vormittags 9 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Rödgen, bei welcher Voranschlag, Pläne und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Mhlei- unii Msimjlcigmms. Die zur Konkursmasse des Philipp Heister in Merlau gehörige Hcrrnmühle nebst 7*/, Hektar Ackerland und 21/, Hektar Wiesen sollen Montag den 15. Sept. I. I., nachmittags i/,3 Uhr, in dem obengenannten Hause versteigert werden. Die Mühle ivurde im Jahre 1900 neu erbaut und besteht aus einer Getreide- und einer Schneidmühle. Die Ge« treidemühle besitzt 1 Schrotstuhl, 2 franz. Mahlgänge, Sichtung durch Sichtmaschinen, gute Putzerei und Mchlmisch- vorrichtung, sowie Sackaufzug, ausgeführt von der Firma Friedrich Horn, Maschinenfabrik in Worms; die Schneidmühle besteht aus einem Herkules-Vollgatter mit 70 cm Durchgang, einer Kreissäge mit eisernen Wasserrädern und eisernen Wellen aus der Fabrik von Karl Hoffmann in Auer; es ist eine elektrische Anlage vorhanden. Die Wafferkrast von ca. 18—20 Pferdekräften ist im heißesten Sommer immer noch 14—15 Pferdekräfte stark; EiS giebt es nicht. Gefäll ist 4,25 mit 2 m lichte Breite. Das Anwesen liegt 5 Minuten von der Station Mücke der Oberheff. Eisenhahn, in waldreicher Gegend. Tas Wohn- hauS ist sehr schön eingerichtet und bei der Sägemühle ist em großer Lagerplatz vorhanden. Das Feldgut liegt meisten- teils um die Mühle herum und ist von bester Bodenbeschaffenheil. Nähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Konkurs- vermalter. Grün berg (Heffen). 6084 Karl, Sparkaffenrechner. 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