Nr. 188 StUeini tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfische» Landwirt die Gießener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrühlNchen Untvers.-Buch- u. Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schrrlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Kernsprechai, lßNr.bl. Erstes Blatt. 158. Jahrgang Mittwoch 6. August 1002 GietzenerAnzeiger *'■*' General-Anzeiger ö '**' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel», jäbrlich Mk. 2.20; durch! Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Ack.2.— viertel- fährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zellenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und fionb' und -Gerichtssacll^: Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Gießen., den 2. August 1902. Betreffend: Die Einführung des Instituts der Kreisgeometer. Das Großherxsgliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung über die Einführung des Instituts der Kreisgeometer, sowie über die Territorialorganisation der Kreisvermessungsämter im Reg.- Blatt Nr. 44 vom 24. Juli 1902 machen wir Sie darauf aufmerksam, daß die Vermessungsarbeiten der Gemeinden künftig durch die Kreisgeometer auszuführen und daher Aufträge an Privatgeometer wegen Vornahme solcher Arbeiten seitens der Gemeinden nicht mehr zu erteilen sind. ______________I. V.: Dr. Wagner.______________ Kekamitmachung. Die 8ooists Anonyme de Navigation Beige Am6ricaine (Red Star Line) in Antwerpen hat den Antrag auf Rückgabe der von ihr für ihren seitherigen Agenten Johann Friedrich Schaaf in Gießen hinterlegten Sicherheit gestellt, da Schaaf inzwischen die Agentur niedergelegt hat. Es wird dies mit dem Bemerken öffentlich bekannt gemacht, daß Ansprüche, welche der Rückgabe der Sicherheit entgegengesetzt werden sollen, innerhalb eines Jahres, vom Tage dieser Bekanntmachung an, bei dem unterzeichneten Kretsamt mit der Nachweisung anzumelden sind, daß wegen solcher Ansprüche beim Gericht Klage erhoben worden ist. Gießen, 6. August 1902. Großh ermöglich es Kreisamt Gießen. _____________I. V.: Dr. Wagner.______________ Delianntmachung. Betr.: Schießübungen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das Infanterie-Regiment Nr. 168 am 13., 14. und 16. August d. Js. jedesmal von 7 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags gefechtsmäßiges Schießen mit scharfer Munition mit Schußrichtung von den Höhen südlich der Gambacher Mühle nach dem Buch-(Teller)Berg abhält. Das für den Verkehr gesperrte Gelände wird begrenzt: im Norden: durch die Wetter von Grindel nach Osten bis zur Chaussee Eberstadt-Münzenberg, den Weg Münzenberg-Bellersheim bis zum Weg Muschen- heim-Obbornhofen; im Osten: durch den Weg Muschenheim-Obbornhofen von seinem Schnittpunkt mit der Straße Trais- Münzenberg-Bellersheim ; im Süden: durch die Linie Obbornhofen-Oppershofen; im Westen: durch die Straße Södel-Oppershofen (vom Gabelpunkt des Weges nach Wölfersheim), die Straße Oppershofen-Rockenberg, Weg Rockenberg-Griedel auf dem linken Wetterufer). Die als Grenze angegebenen Wege sowie die genannten Ortschaften dürfen betreten werden, jedoch muß das innerhalb dieser Grenzen gelegene Gelände eine Stunde vor Beginn und bis eine Stunde nach Schluß, des Schießens von jedem Verkehr frei bleiben. Die Wege Münzenberg-Rockenberg, Rockenberg-Wohnbach, Wohnbach-Münzenberg und Münzenberg-Oppershofen sind für den Verkehr in der oben genannten Zeit gesperrt. Gießen, den 5. August 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. 23.: Dr. Wagner. Gießen, 5. August 1902. Betr.: Wie oben. Das Grotzherzogüche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Trais-Horloff, Inheiden, Hungen, Bettenhausen, Muschenheim, Eberstadt und Ober- Hörgern. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in ortsüblicher Weise zur Kenntnis aller Einwohner bringen und dieselbe nochmals am Tage vor dem jedesmaligen Schießen wiederholen. Auch sind die Einwohner darauf hinzuweisen, daß sie dm Weisungen der Posten strikte Folge zu leisten haben. I. V.: Dr. Wagner. Stadt und Land im Keere. Es hat immer einen Wissenschaftsbetrieb gegeben, der mit Aufwand großer Haarspalterei und Gelehrsamkeit Dinge beweist, die sich der gesunde Menschenverstand an den fünf Fingern abzählen kann. Das gilt von so mancher modernen „Untersuchung". Die neueste beweist mit Zahlen, daß die Industrie, und dann wieder mit Zahlen, daß die Landwirtschaft dm größeren Teil Militärtauglicherstellt. Professor Brmtano hat nachgewiesm, daß fast zwei Drittel des Rekrutenersatzes in Deutschlmd aus vorwiegend industriellen Bezirken stammen; Professor Gering beweist das Gegenteil, daß nämlich zwei Drittel Wehrfähiger gerade aus ländlichen Bezirken stammen. Wem soll man glauben? Dieses ganze Operieren mit Zahlen, die jeglicher Deutung fähig sind, ist unnötiger Aufwand. Der gesunde Menschenverstand muß einem sagen, daß die Landarbeit in Wind und Sonnenschein ein widerstandsfähigeres und stärkeres Geschlecht gedeihen läßt, als die Fabrik- und Kontorarbeit. Das ist mit Augen zu sehm und mit Händen zu greifen. Der gesunde Menschenverstand sagt aber auch weiter, daß ein gut bezahlter Fabrikarbeiter bei nicht allzu langen Arbeitsschichten ' sich besser ernähren kann, als der Besitzer eines landwirtschaftlichen Zwergbetriebs. Selbst wenn aber auch die Wehrfähigkeit Deutschilands vorübergehend unter seiner Industrialisierung leidet, braucht dies keine Quelle der Furcht vor Frankreich und Rußland zu werden, dmn auch diese Länder kommen um die Industrialisierung nicht herum. Was nützt beispielsweise dem Neuseeländer seine größere Kraft, die schwersten Verwundungen zu ertragen, wenn er gleich beim ersten Zusammentreffm mit dem Europäer durch dessen überlegene Bewaffnung unschädlich gemacht wird? Dasselbe Verhältnis kehrt wieder, falls Deutschland wirklich infolge mehr fortgeschrittener Jndu- trialisierung weniger körperlich widerstandsfähig sein wird, als der östliche oder der westliche Nachbar. Wenn wir nur die besseren Waffen haben und die besseren Heerführer, dann können wir schon eine kleine Einbuße an baumlangen Kerlen ertragen, denn Leute mit Stahlnerven bringt Deutschland noch immer in genügender Zahl hervor. Auf einen Punkt sollte sich dabei aber doch die Aufmerksamkeit der Regierenden richten: daß die kostbaren Nerven nicht durch unpraktische Pädagogik zu frühe verbraucht werden. Wir sprechen damit keineswegs denen das Wort, die gegen gute Schulbildung des Volkes sind. Im Gegenteil, wir sind davon überzeugt, daß das intelligenteste Volk auch unter son st gleichen Verhältnissen das mächtigste sein wird. Aber gegen das allzu lange Sitzen in schlechter Stubenluft muß immer wieder ein Wort gesagt werden. Denn Nerven sind in den Zukunftsschlachten angesichts der furchtbaren Vernichtungswerkzeuge das Entscheidende neben Bewaffnung und Führung. Was nützen die vollkommensten Krupptänonen, wenn die Brillen überhand nehmen, wie es jetzt im Zeitalter der Nervosität der Fall ist! Selbst wenn aber die statistischen Zahlen bei richtiger Deutung gegen alle Industrie-Entwickelung etwas beweisen würden, auch gegen diejenige mit höheren Löhnen und kürzeren Arbells- zeiten, was wir nicht glauben, selbst dann kann Deutsche land nicht mehr zurück auf das Mveau Chinas; es kann kein Agrarstaat mehr werden, sondern muß vorwärts aus der Bahn der Industrie, die ja noch in China, Australien, Kleinasien, Brasilien, Argentinien und vielerorts sonst noch gewaltige Absatzmärkte zu erringen hoffen kann und hoffen muß. Einstweilen müssen wir notgedrungen unsere Zukunft mehr aus dem Weltenmarkt und dadurch „auf dem Wasser" suchen. Dslitische Tagesschau. Die Aufstellung der Reichsetats, die hervorragendste Aufgabe des Reicheschätzamts, ist in Angriff genommen. Sie erfordert geraume Zeit, und da die parlamentarischen Arbeiten. bereits im Oktober wieder beginnen, erscheint es zweifelhaft, ob der Staatssekretär des Reichsschatzamts, Frhr. v.^Thielmanu diesmal einen Nachurlaub wird antreten können. Es ist dies schon aus dem Grunde fraglich alsdiezweiteLesungdesZoll- tarifentwurfs in der Kommission näher und näher rückt. Von dieser Lesung wird bekanntlich eine Klärung, eine das Votum des Plenums in den Hauptstrcitsragen vorbereitende Entscheidung erwartet. An den bisherigen Erörterungen in der Zollkommission hat sich Frhr. v. Thiel- mann verhältnismäßig selten beteiligt, obgleich das Reichsschatzamt bei der Ausarbeitung des Tarifentwurfs, wie Feuilleton. — Der Untergang Venedigs. Die düsteren Prophezeiungen des Ingenieurs Vendrasco scheinen sich bezüglich der Kunstbauten Ven^igs bewahrheiten zu sollen. Nach dem Mnrkusturm und dem Glockenturm von San Stescmo sollen auch die Procurazie Vecchie, die nördliche Palastreche des Markusplatzes, als dem Untergange geweiht ertamll worden sein. Auch bezüglich des venetiamschen Pantheons, der Kirche Giovanni und Paolo, in der die Sarkophage von 21 Dogen ruhen, scheint Veiidraseo Recht behalten zu sollen. Während des Gottesdienstes ftürgte ein großes Kapitälfragment gerade vor den berühmten Glasmalereien von Moretto und Vivarim ab. Zum Glück wurde niemand verletzt. Tie Untersuchung ergab, daß die Gefahr weiterer Abstürze bestehe. Besonders die berühmten Glasfenster sind schwer gefährdet. — Aus Venedig wird weiter berichtet, daß wegen der Einsturzgefahr des Campanile von San Stefano die Bewohner der umliegenden Wohnhäuser delogiert werderr mußten. (Das große unregelmäßige Campo San Stefano liegt nördlich vom Canipo San Vllale, dem kleinen Platze an der Eifenbrücke über den Canale Grande, die zur Akademie der schönen Künste führt. D. Red. d. Gieß. Anz.) Die Kirche stammt aus dem Anfänge des 14. Jahrhunderts, ihr Glockenturm aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ist em schlichter massiver Bau ein Werk der sogen. Renaisscuice-Gothck Mit venetianischem Einschlag. Insbesondere der westliche Eingang ist sehr reich und fein ausgestaltet. Auch zeichnete sich San Stefano dadurch aus, daß es noch das Holzgewolbe - freilich m neuerer Rekonstruktion - zeigt, wie es früher alle älteren Kirchen Venedigs befaßen. Zwei Heiligenstatuen des seltenen Pietro Lombardi und mehrere Grab- mäler haben kunstgeschichtlichen Wert. Der Sarkophag des Arztes Soriäno ahmt römische Vorbilder nach, tft aber mit seinem fernen Iiankenwerk voll venetiamscher Anmut. Merkwürdig ist eine grotze Bronzetafel, welche denselben Arzt mit ferner Gattin m Anbetung vor der Mutter Gottes darstellt; die Kunst Bellinis, durch das Material und eine nicht sehr leichte Hand vergröbert. Interessanteste aber, was San Stefaiio bietet, sind Wandgemälde von Pordenone im Klosterhose. Man erkennt einige hübsche weibliche Gestalten und nackte Putten, und ahnt, wie reizvoll einmal die gemalten venetianischen Fassaden und Hofmauern gewirkt haben müssen. Von Pordenones zahlreichen Wandmalereien m Venedig sind nur diese teilweise erhalten, und, wenn auch recht fragmentarisch, zu studieren. Wenn der Campanile von San Stetano em- stürzen sollte (er zeigt nämlich seit Jahren bedenkliche Risse und es fehlen einzelne Ecksteine), dann dürften auch diese Fresken nn Klosterhose zu Grunde gehen. Noch sei erwähnt, daß btqer schief steht. Dian beabsichtigt, von seinen 60 Meter Höhe 30 Meter abzutragen, um wenigstens die untere Halste zu retten. Auch, der Glockenturm von San Donato m Murano zeigt einen Sprung, der vom Boden bis zum Turmhelm zieht; die er Campanile hat hohen Kunstwert; er stammt , aus dem 12. Jahrhunderi und zeigt e ne Mischung von byzantinisch-maurischen Atotwen. In Venedig sind bekannllich noch andere Bauwerke restaurationsbedürftig. In Vicenza weist die Basilika des Palladio einen Sprung auf, welcher durch die ganze Länge des Gebäudes zieht. SanFermo in Verona ist geradezu baufällig. So weisen mehrere hervorragende Bauwerke im Venetianischen schwere Defekte auf; diese Defekte sind zum Teil dem furchtbaren Zahne der Zeit, großenteils aber der Nachlässigkeit von Behörden mid privaten Korporationen zuzuschreiben, welche die ihnen anvertrauten Kunstwerke nicht entsprechend überwachen, und insbesondere es unterlassen, Baugebrechen zu beheben, sobald sie sichtbar werden. Auch wird in der nächsten Nähe großer Gebäude von ästhetischer und hlsto- rischer Bedeutung häusig zu viel in Straßenregulierungen und Ab- qrabungen gesündigt. — Nach einer Blättermeldung spendete der König Victor Emanuel 100 000 Lire für den Wiederaufbau des Glockenturmes in Venedig. — Vielleicht steht doch dieser Niedergang so zahlreicher alter "Monumentalbauten Obentaliens nn Zusammenhänge mit den häufigen Erdbeben dort. Heute wird aus Genua gemeldet, daß dort gegen Mitternacht em 3 Sekunden dauernder Erdstoß verspürt wurde. Gleichartig wurde in Pisa em schwacher, von unterirdischem Getöse begleiteter Erdstoß verspürt, der keinen Schaden anrichtete. Und das meteorologische Zentralbureau m Rom meldet, daß in vergangener Nacht in Carrara eiu starker Erdstoß, dem zwei weitere folgten, verfpurt worden sei. Auch aus Massa wird ein starker Erdstoß gemeldet. Dw Erdbeben anzeigenden Instrumente in Siena, Florenz, Padua, Nom und Rocca di Papa haben die Stöße registriert — Aus Frankfurt a. M. erhielten nur heute die Meldung, daß die Besserung tm Befinden des alten Nibelungen -Jordan erfreulicherweise unerwartet gute Fortschritte macht. — Ein fchlesifches Bayreuth. Gerhart Hauptmann trägt sich mit dem Plan, in Schreiberhau ein Nativnal- Theater zu gründen, worin während der Hochsaison lo bis 20 Vorstellungen gegeben werden sollen, ähnlich wie m Bayreuth. — ^er Parfifal-Buud, der, wie wir mitteilten, die Verlängerung der 30jährigen Schutzfrist ausschließlich für den .Parsyal" durch ein Ausnahmegesetz erreichen 011x^16, l)at wahrend der Festspiele in Bayreuth allen Fremden und Einheimischen dre Listen zur Einzeichmmg in den Bund herumreichen laßen. Wie, die „Munch. Zeitung" berichtet, ersuchte man eine hohe Persönlichkeit, welche in diesem Jahre die Festspiele Milchte, um ihre Unterschrift. Nachdem der hohe Herr sich den Zweck des ^irsifal-Bundes hatte erklären lassen, meinte er: «Sind Lie wirklich der Ueberzeugung, daß man „Parfisal" auch in zehn Jahren an keiner anderen Buhne wird aufführen können? Sind Ihnen die Kräfte, welche die Theater im Jahre 1913 besitzen werden, schon bekannt? Mein Intendant behauptet nämlich, daß ihm Kräfte, die m zehn Jahren vorhaiiden sein werden, noch nicht bekannt seien. Ich mochte, ausrichttg gestanden, dem Intendanten meiner Buhne nicht gern die Freude verderben, in unserem Theater in zehn, elf Jahren den „Parfisal inszenieren zu dürfen — wenn er bis dahm noch lebt. Sie muhen nämlich wissen, daß wir in unserem Theater alle Wagner'schen Tonwerke geben, und daß die Begeisterung der Künstler tn gleicher Höhe mit der stets weihevollen Stimmung der Zuhörer steht. Ich hoffe, daß diese Stimmung und Weihe bis zum Jahre 1913 womöglich so steigen wird, daß em Wunsch in Bezug darauf nicht mehr übrig bleibt!" Es war dies der erste Fall für den Parsifal-Bund, der Unterschrift dieses hohen Herrn, der als ein sehr begeisterter Verehrer der Tonwerke Richard Wagners bekannt ist, schon im voraiis sicher zu sein glaubte. — Soweit das Münchener Blatt. Man erinnert sich, daß S. K. H. unser G r 0 ß h e r z 0 g Ernst Ludwig den diesjährigen Bayreuther Festspielen beigewohnt hat. Dortmund, 5. Aug. Die Verhandlungen des heute eröffneten Anthropologen -Kongresses leitet Frhr. von Adrian- Waring. Er betonte, daß die Teilnehmer des Kongresses sich freuten, gerade m Dortmund, dem Mittelpunkte für die Urgeschichte des westphälischen Landes, tagen zu können. Lebhaft bedauerte er das Fernbleiben Virchows. Landeshauptmann Horte begrüßte die Versammlung im Namen des Provinzialoerdandes, Professor Rubel namens des historischen Vereins, während Prof. Schmelz-Leyden der Freude Ausdruck gab, daß die Kongreßmitglieder Holland einen Besuch abstatten wollten. Berg-Assessor Tillmann sprach über die Geschichte des westfälischen Bergbaues und über die Bedeutung des Dortmund-Emskanals. D e r K 0 h l e n r e i ch t u m d e s L a n d e s sei so groß, daß er noch Jahrtausende lang tn demselben Umfange wie heute Kohlen zum Nutzen der Menschheit liefern werde, obwohl täglich 19 000 Toppeiwaggons gefördert würden. Pros. Ranke vev- las den wissenschaftlichen Jahresbericht und erging sich über G e - wichtsunterschiede des männlichen und weiblichen Gehirns. Nach dem Kassenbericht wurden 6208 Mk. eingenommen und 6334 Mk. verausgabt. Tas Vereins-Vermögen beträgt 28 000 Alk. Berlin, 5. Aug. Der Gabelsberger Steno- graphentag lehnte mit 2572 gegen 2153 Stimmen den zur Systemänderungs-Vorlage eingebrachten Kompromiß-Antrag ab und nahm mit 3303 gegen 782 Stimmen die Jdemnität für die Psingstvorlage an. Revisor Weizmann- Wien legte das Amt des Vorsitzenden der Versammlung nieder. Statt seiner wurde L e u e - Braunschweig, gewählt. Nachdem sodann über einzelne Punkte abgestimmt war, erfolgte die Gesamtabstimmung mittelst Stimmzetteln. Für die Pfingstvorlage mit dem abgeänderten Punkt des Vokalstrichs stimmten 3428, dagegen 1216. Hierauf wurde die Sitzung geschloffen. — Hier fonfiituirte sich die Deutsche Gefells ch a f t Ä u r wissenschaftlichen Erforschung Anatoliens. Prof. Virchow wurde zum Ehrenpräsident, Dr. Belck zum provisorischen Vorsitzenden ernannt. In den provisorischen Vorsialid wurden ferner Dr. Lepsrus, Psarrer Lohmann-Freienwalde, Prof. Dr. Dahlmann-Leipzig, Prof. Sieglin-Berlin, Pros. Dr. K 0 rste- mann-Tübingen, der Weltreijende Dr. Albrecht Wirch- Franksurt a. M. und Dr. Zimmer entjanbt. Nom, 5. Ang. Ter H c rz 0 g d e r A b r uz z en tritt oem- nächst an Bord des Kriegsschiffes „Stguria" eine Netze nach öuo« am er ika an. Staatssekretär Graf Po s ado w s-ky torlängfi etnarte, Die Führung hatte;. Vielleicht ist dem. Schatzsekretär die hauptsächliche Vertretung der Regierung für die zweite Lesung des Entwurfs zugedacht. Graf Pofadowsky hat eine ,Mchonzell" redlich verdient. Vom französischen Klüturkampf. Die Deputierten Berger und Cochin, sowie die Akade- vckker Brunetiöre, Rousse, Cailletet, Leroy-Beaulieu und Picrll herben an alle Anhänger der Freiheit des Unterrichts einen Aufruf erlassen, in dem sie auffordern, alle gesetzlichen Mittel anzuwenden, tum zu verhindern, daß der Unterricht Smn Monopol einer einzigen Partei gemacht werde. In her Bretagne wurden die Ordensschulen während der ganzen Rächt von der Bevölkerung bewacht, es wurden sogar Wacht- vosten auf den Kirchtürmen aufgestellt, die das Heranrücken der Gendarmen und Truppen melden sollen, worauf die Glocken Sturm läuten und die Bewohner sich zusammenrotten werden. Katholische Priester durchziehen die Gegend, die Bevölkerung auffordernd, die Truppen mit den Rufen: ,Ms lebe die Armee!" „Es leben die Schwestern!" und „Es lebe die Frecheit!" zu empfangen. Die Arbeiter werden von chren Dweitgebern zur Teilnahme an den Kundgebungen aufgefordert, da diese sonst ihre Werkstätten schließen würden. Gendarmerie-Brigaoen sind bei Anbruch der Nacht nach der Bretagne abgegangen. In einigen Orten wurden die mit der Schließuirg der Schulen beauftragten Polizei- kommissare von mit Stöcken bewaffneten Frauen und Aiän- nern angegriffen, zu Boden geworfen und mißhandelt, und mußten unverrichteter Sache wieder abziehen. Die einzige Kvugreganisterranstalt in der Gemeinde Liebvlllers, die fich nicht unterworfen hat, ist geschlossen worden. Die Schwestern mußten aus der Schule entfernt werden. Ter Abbe Gay- 'vaud hüll, angethan mit der Schärpe der Deputierten, Zu- sammwllünfte in den um Brest gelegenen Gemeinden ab, die sich der Schließung der Kongreganistenschulen widersetzen, und ermutigt sie in ihrem Widerstand. Deutsches Keich. Berlin, 5. Aug. Der „Köln. Ztg." wird aus Darmstadt gemeldet: Der Groß Herzog wird am 15. d. M. aus England in Mainz eiutreffen, wo am 16. August der Kaiser als Gast des Großherzoos im grvh- herzoglicheu Schlosse erwartet wird. Der Kaiser ckeabsichttgt, an diesem Tage in Mainz eine Truppenschau altzuhalten. Das „Mainzer Tagblatt" bemerkt hierzu: Wir haben bereits vor einigen Tagen mitteilen können, daß die Truppenschau nicht stattfindet. Von einer abermaligen Aenderung dieser Bestimmung ist bis jetzt hier nichts bekannt. 'Offiziell ist auch die Hierherkunft des Kaisers noch nicht gemeldet, dagegen brachten wir in Erfahrung, daß -für den deutschen Kaiser zum 15. d. Mts. in Düsseldorf Lei der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft ein Dampfer bestellt ist, mit dem der Kaiser rheinaufwärts brs Mainz zu fahren gedenke. Er könnte also bestenfalls am 16. dsl. morgens hier eintreffen, da der Dampfer von Düsseldorf hierher etwa 15 Stunden Fahrzeit hat. (Es ist wohl kaum anzunehmen, daß der Kaiser die Nacht auf dem Rhein zu- Lringen wird. Die Dampfer der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft sind übrigens für Nachtfahrten auch nicht eingerichtet, d. h. sie haben keine Schlafcoupees. D. Red.) — Zu Korrespondentinnen der Internationalen Bereinigung für gesetzlichen Ar- Leiterschutz sind drei deutsche Frauen, die Nationalökonomin Frl. Helene Simon, die badische Fabrikinspektorin Frl. Dr. Elisabeth v. Richthofen und das Vorstandsmitglied des Bundes Deutscher Frauenvcreine Frl. Alice Salomon ernannt worden. — Die Buchdrucker sind keine Handwerker, so hat jüngst der Magistrat der Stadt Dessau entschieden, und die Betriebe sind nicht verpflichtet, zu den Kosten der Handwerkskammer für das Herzogtum Anhalt beizusteuern. München, 5. August. Die Verlobung des Herzogs Siegfried in Bayern mit der Erzherzogin Maria Annunziata von Oesterreich wurde heute in beiderseitigem Einverständnis gelöst. — Die Kamm er der Abgeordneten nahm einen Antrag Vollmar an, nach dem sämtliche Staatsangestellte, welche ein Gehalt bis zu 1020 Mark beziehen, einen Wohnungsgeldzuschuß von 45 Mark jährlich erhalten. Die sonstige Gewährung eines Wohnungsgeldzuschusses wurde, wie bekannt, mit Rücksicht auf die Finanzlage zurückgestellt. — Im Finanzausschuß der jammer der Abgeordneten beharrten das Zentrum und die Bauernbündler auf den von der Mehrheit der Abgeordnetenkammer im Kultus etat an den Positionen für Kunstgewerbe gemachten Abstrichen, die die Kanrmcr der Reichsräte wieder eingesetzt hat. Der Regierungsvertreter und Redner der liberalen Partei hatten die Positionen befiirwortet. Abg. Tr. von Taller (Ztr.) erklärte, ein alter und sehr bekannter Kunst- schriststeller habe ihm geschrieben, er sei mit den vom Zentrum gemachten Kunstabstrichen vollständig einverstanden. (Sollte das nicht der 88jährige F r i e d r i ch P e ch t sein, der Redakteur der „Kun st f ü r a l l e", der aus diesem einst vortrefflichen Blatte eine „Kunst für keinen" gemacht hat? D. Red. d. Gieß. Anz.) Ausland. London, 4. Aug. Aus Anlaß der Depesche, die der Deutsche Kaiser an den Korvettenkapitän a. D. Rosen stock von Rhöneck gerichtet hat, bemertt der „Global Memand vermag eine huldvolle Handlung in huldvollerer Weise zu vollbringen,' als der Kaiser. Sein Belleidstelegramm an den Kapitän von Rosenstock ist ein Muster gütiger Aufmerksamkeit. Der Sohn des Kapitäns verlor sein Leben unter Umständen, die uns Engländer mit Dankbarkeit erfüllen müssen. Die Depesche des Kaisers, der darin die britische Flotte an seiner Trauer teilnehmen laßt, wird auf jedem britischen Schiffe ein bereitwllliges Echo finden. — Aus Kapstadt wird gemeldet: Botha, Dewet and Delarey haben einen Aufruf an die Burenfamilien deS Transvaal- und des Oranje-Freistaates gerichtet, worin sie Mitteilen, daß sie sich ins Ausland begeben, um dort Gelder für die durch den Krieg in Mllleidenschafi Gezogenen zu sammeln zum Wiederaufbau der Buren- farmen. Pcrr-i-s,- 5. Aug. Aus Algier wird gemeldet: Der holländische Dampfer „Friesland" aus Batavia kommend, landete in Aden zehn Buren. Der Kapitän des Schiffes berichtete, daß sich auf Ceylon anläßlich der Friedcns- proklamatton 4000 gefangene Buren weigerten, den Treueid zu leisten. Es tarn zu ernsten Zwischenfällen, wobei auch Blut floß Weitere Cuizetheiten find noch nicht bekannt. Fünf Buren landeten in Algier und werden sich auf dem schnellsten Wege über Marseille nach Holland begeben. — In einem Brief an das „Journal des Debats" betont D r e y f u s, daß General G a l l i f e t die Aeußerung Jos. Reinechs, das Bordereau sei von Esterhazy verfaßt, und Dreyrus habe niemals eine Verbindung mit Deutschland gehabt, niemals bestritten habe. Aus dem Briefe geht il ä. hervor, daß er seinen Revisionsantrag aus die Vorhaltungen des Kriegsministers selbst zurückgezogen hat. Er willigte nur ein unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß er auf kein Rechtsmittel gegen seine Verurteilung verzichte. Newyork, 5. Aug. Das Schatzamt hat die hiesige Zollbehörde angewiesen, die vom d e u t s ch e n K a i s e r nach Amerika gesandten Orden und anderen Ehrengeschenke zollfrei einzulasscn. Ans Statt und Land. Gießen, 6. August 1902. ** Prüfungen. Laut Anschlag am schwarzen Brett findet am Samstag von 11 Uhr ab eine Prüfung von zwei Studierenden der Forstwissenschaft in „Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft" in der kleinen Aula statt. -ff Zum Scheiden des Prof. Belin g. Wie wir bereits mitteilten, hat Dr. Ernst Beling, ordentl. Prof, der Rechte «an unserer Landesuniversitäl, einen Ruf nach Tübingen, wo er selbst einst studierte, kürzlich angenommen. Alle diejenigen, welche Prof. Beling kennen, vor allem aber seine Schüler und Zuhörer, sehen ihn höchst ungern scheiden; ihre Dankbarkeit Ijat er sich in der verhältnismäßig kurzen Zeit, während der er an unserer Universität, vor allem als Lehrer des Strafiechts, wirkte, zu sichern verstanden, nicht zum mindesten durch die liebenswürdige Art, in der er die Studierenden mit seiner Wissenschaft vertraut machte, sowie durch seine anregende, kritisches Denken entfesselnde Vortragsweise. Prof. Beling vertrat in seinen Strafrechtsvorlesungen einen durchaus selbständigen, von der modernen Richtung im Strafrecht grundsätzlich verschiedenen Standpunkt, wodurch er vor allem zu den Ansichten v. Liszt's, eines unserer größten Stras- rechtslehrer, in prinzipiellen Gegensatz tritt. Pros. Dr. Ernst Beling steht im 36. Lebensjahre. Er wurde am 19. Juni 1866 zu Großglogau i. Schl, geboren und bekleidete vor seiner Berufung nach Gießen bereits in Breslau eine ordentl. Professur. Sein Hauptwerk ist das mit dem verstorbenen Göttinger Prof. Bennecke gemeinsam begonnene Lehrbuch des deutschen Reichsstrafrechts (1900). ** Unter dem Zeichen des Wingolf steht in diesen Tagen ünsere Stadt. Gestern nachmittag und abends brachte jeder Zug ganze Schären von Gästen zum goldenen Wingolf-Jubiläum, auf den Straßen begegnen einem auf Schritt und Tritt alte und junge Herren mit den fchwarz- weiß-goldenen Mützen und Bändern und Schleifen und Korpsjacken. In den Gasthöfen und auch in vielen Privat- häufern wimmelts von vielen Wingolf-Gästen aus dem ganzen Lande und aus fast allen deutschen Mufenstädten, zumal im Begrüßungslokal, dem Viktoriahotel. Es liegt nahe, ein hübsches Frankfurter Bonmot des seligen Heinrich Stoltze zu variieren: Gießen liegt nicht mehr an der Lahn, sondern am Win-Golf. — Gestern nachmittag wurden die Gräber der 1870/71 Gefallenen feierlich geschmückt, am Abend fand in Steins Garten eine von well über hundert Herren besuchte Begrüßungskneipe statt, bei der ein Festspiel von Theodor Wahl zur Aufführung kam. Heute gings, trotz des jämmerlichen Regenwetters, in aller Frühe nach der Gründungsburg Gleiberg, wo eine ernste Feier stattsand. Wir werden über den ganzen Verlaus des Festes noch ausführlich berichten. ** Nachklänge zum Wormser Turnfest. In einfacher, aber echt turnerischer Weise wurden gestern abend die vom Wormser Kreisturnfest zurückkehrenden Sieger des hiesigen Turnvereins von dessen Vorstand und vielen Angehörigen am Bahnhof empfangen. Wie sie mitteilen konnten, betrug die Zahl der bei dem vorjährigen Kreisturnfest zum Einzelwettturnen Antretenden nicht ganz 300, während sie in diesem Jahre auf nahezu 600 stieg. In demselben Verhältnis müssen auch die errungenen Preise gewogen werden. Wurde doch derartig wacker geturnt, daß die Hälfte, beinahe 290 Turner, mit Preisen geehrt werden mußten. Die Sieger unseres Turnvereins haben sich an diesem Wettkampf ehrenvoll beteiligt und, wie gleich gesagt werden soll, mit recht anerkennungswertem Erfolg. Es erhielten C. Müller den 8. Preis mit 64 Punkten, A. Berghoff den 44. Preis mit 57 Punkten, Ehr. Schmidt den 84. Preis mit 502/, Punkten. Ersterem war es wohl vergönnt, im vorigen Jahre den 4. Preis zu erringen, indessen bleibt die Punktzahl hinter der diesjährigen zurück, ein Beweis, daß der diesjährige Erfolg ein bedeutend besierer ist. Hierzu kommt noch, daß zufolge eines Irrtums diese Punttzahl um einen Punkt zu gering angegeben ist, sodaß die bereits eingelegte Reklamation dem Turner Müller den richtigen Erfolg, 6. Preis mit 65 Punkten, bringen wird. Die anderen Turner haben gleich guten Erfolg gehabt, obwohl sich solche im Alter von 19 Jahren darunter befinden. Von Entsendung einer Musterriege mußte der Verein wegen Erkrankung eines Turners absehen. — So war auch diese turnerische Veranstaltung für unseren Turnverein eine Anerkennung seiner Leistungsfähigkeit, die den Ansporn giebt, weiterzuarbeiten. ** Eine schwere Bürgermeisterkrise ist in einer unserer Nachibarslädte ausgebrochen. Vor etwa einem Jahre wurde dort mit allen Stimmen unter etwa 70 Bewerbern ein dort ansässiger höherer Regierungsbeamter, der sich wegen seiner außerordentlichen Tüchtigkeit, Arbeitskraft und Intelligenz well und breit allgemeinen Ansehens erfreute sowohl bei seinen Untergebenen, wie bei Kollegen, in der Gesellschaft und audy selbst in wissenschaftlichen Kreisen, mit einem Gehalt von 5000 Mark, ohne NeLeneinnahmen, auf 5 Jayre zum Bürgermeister gewählt. Tie Bürgerschaft hatte anfänglich auch allen Grund, auf ihr neues Oberhaupt stolz zu sein. Allmählich aber ward man anderer Ansicht. Ter Bürgermeister, der in nicht glücklicher Ehe leLen soll, begann bei häufiger Mißstimmunb sein Amt ein wenig zu vernachlässigen, und das nahm mit der Zeit in unerfreulicher Weise zu. Es kam zu unliebsamen Vorgängen im Stadtverordnetenkollegium und nun ist eine Opposition drauf und dran, den mißlichen Verhältnissen ein Ende zu machen, indem sic danach trachtet, den Bürgermeister selber zur Niederlegung seines Amtes zu bewegen lieber den Ausgang der betrüblichen Angelegenheit darf man gespannt fein *• Die Familienblätter des Gießener Anzeigers bringen in ihrer heutigen Nummer einen ausführlichen Bericht über den vierten SommerausLlua d-eL Historischen Vereins für das Großherzogknm' Hessen — Der Roman Miß Corkson aus Nework wird fortgesetzt. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 4-8, auS- gegeben am 5. August d. I., enthält: Bekanntmachung, die Einführung der Srädteorduung in der Kreisstadt Bensheinr betreffend. ** Dem Kriegerv erein Watzenborn-Stein- berg wird gelegentlich seines 28. Stiftungsfestes am 17. ds. Mts. die, vom Kaiser gestiftete Fahnenschleife durchs das Kreisamt Gießen überreicht werden. ** Gold und Silber im Taunus. Im Taunus bei Homburg stieß, wie der „F. G.-A" icLbet, ein Bergingenieur aus Frankfurt auf eine ziemlich mächtige Erzader, deren metallische Bestandteile fich nur aus Gold und Silber zusammensetzen. Eine Prüfung des Gesteins ergab ein überraschendes Resultat. 2)er Finder sicherte sich alsbald die Muthung. (??) —l— Heuchelheim, 4. Aug. Heute wurden die Ar- beiten zur Herrichtung einer Lehrerwohnung in einen s e chS- tenSchulsaal vergeben. Tie Ausführung wurde hiesigen Meistern übertragen. Mit den Maurerarbeiten wird am Anfänge nächster Woche begonnen, sodaß der Saal mit Schluß der Herbstferien seiner Bestimmung wird übergeben werden können. (?) Klein-Linden, 4. Aug. Heute wurden hier zwei Italiener verhaftet und von der Gensdarmerie nach Gießen gebracht. Dieselben sind an der Erweiterung des Eisenbahn-Einschnittes der Main-Weser-Bahn beschäftigt und sollen den Unternehmer bedroht, der eine sogar nach chm geschossen haben. (?) Großen-Linden, 5. Aug. Dieser Tage wurde der hier wohnhafte Förster Johannes Menges in den Ruhestand versetzt. In Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste wurde ihm das Silberne Kreuz des Philipps- ordens verliehen. M. ist bereits seit dem 6. Januar 1846 im Forstdienste thätig. Im vorigen Jahre war es ihm vergönnt, sein öojähriges Dienstjublläum zu begehen. Mit 22 Jahren war er in den Forstdienst eingetreten, gegenwärtig hat er das Alter von 78 Jahren erreicht. —: Reiskirchen, 4. Aug. Unsere alte Feuer«» spritze, die wegen der Beschaffung einer neuen Spritze ihr Obdach so ost wechseln und schließlich im Freien kampieren mußte, ist von leider unbekannt gebliebenen Personen kürzlich in den Wieseckgraben gestürzt worden. Damll dem nützlichen Löschwerkzeug ein solcher Unfall nicht wieder; zustoßen kann, ist es nunmehr ebenfalls in dem fetzt fertig gestellten Gebäude untergebracht worden. Butzbach, 5. Aug. Der Kriegerverein hielt am Samstag seine G en er al Versammlung ab, welche außer-- ordentlich stark besucht war. Dem über das 28. Lebensjahr erstatteten Rechenschaftsbericht entnehmen mir, daß die Fortentwickelung des Vereins eine durchaus erfreuliche ist. Im verflossenen Jahre sprachen im Verein Lehrer Haberinehl aus Offenbach über die chinesische Expedition, Lehrer Steinacker aus Schaafheim über Heimats- und Vaterlandsliebe» Postsekretär Meyer aus Gießen über Schnellfeuergeschütze der Gegenwatt und Dr. Vogt an drei Abenden über den Transvaalkrieg, die deutsche Hansa, und das hessische Mllllär vor 300 Jahren. Die Finanzlage ist eine recht günstige, da das Vereinsvermögen sich von 2500 auf rund 2800 Mk. erhöht hat. Dann fand die Vorstandswahl statt. Durch Zuruf wurde der alte Vorstand wiedergewahlt bis auf Direktor Clement, der eine Wiederwahl abgelehnt Halle. An seine Stelle wurde L. Kreh gewählt. Es wurde ferner bestimmt, daß die Sedangedächtnisfeier am 7. September stattsinden soll. Der Verein beschloß, als körperschaftliches Mitglied dem deutschen Flottenverein beizutreten. m. G a m b a ch, 5. Aug. In diesem Monate werden es vierzig Jahre, daß der neue Friedho f hierselbstj seiner Besttmmung dient. Der am 8. Oktober 1868 verstorbene Bürgermeister Joh. M. Repp schreibt in seinem Tagebuch, S 23: „1862, am 24. August, wurde der neue Friedhof eingeweiht. Am 7. September wurde Tobias Miß als der erste darauf begraben, am 21. September das erste Kind, ein Knabe des Joh. Matth. Mohr 3, auf demselben beerdiget. Der letzte auf" dem alten Friedhof war Kasper Bingel 3." —- Wie festgestellt istz soll der neue Friedhof seinem Zwecke gerade „hundert Satyr e" dienen können. )( Neumühle (bei Grünberg), 5. Aug. Auf dem an der Frankfurterstraße in nächster Nähe gelegenen Mühlengehöfte, einem beliebten Ausflugsorte, wellt zur Zell in der Sommerfrische ein Oberlehrer aus D«arm stadt mit einem 15jährigen Schüler. Letzterer befand sich in kurzer Entfernung von dem Gehöfte allein auf dem Wege. Da nahte sich ein Landstreicher mit einem sackartigen Paket auf dem Rücken Ohne weiteres überfiel er den; Knaben, warf ihn in den Chausseegeaben und hieb erbarmungslos auf ihn ein Ein ans Ruppertenrod gebürtiger, auf der Neumühle bediensteter junger Mann sah den Vorfall und eilte herzu. Der Vagabund ergriff daraufhin die Flucht. Der junge Mann aber nahm energisch die .Verfolgung auf, packte den Flieherrden und brachte ihn trotz aller Gegenwehr zur Mühle. Hier leugnete er Namen und Herkunft. Erst nach einer gehörigen Tracht Prügel bequemte er sich zu dem Beken7lln.is, daß er Lein heiße und aus Groß-Eichen stamme. Bei seiner Untersuchung fand man einen Dolch bei chm. Ter überfallene Knabe hatte fünf Löcher am Kopse, die chm vom Arzte zugenäht werden mußten. Eine energische Bestrafung des Landstreichers wird wohl erfolgen. )(Zeilbach,5. Aug. Ein hiesiger Landwllt hatte vor einigen Wochen einen aus Augsburg stammenden Handwertsburschen zum Knechte angenommen. Kürzlich suchte indessen der Fremdling in einer Nacht das Weite^ Tabei hatte er verschiedene Sachen, wie Kleidungsstücke^ Weißzeug u. a., die nicht ihm gehörten, mitgenommen. Ter Bestohlene meldete den Vorfall telegraphisch der Gew» darmerie zu Ruppertenrod. Tiese nahm sofort die Verfolgung des Flüchtlings auf, machte ihn kurz vor der Bahnstation Mücke dingfest und brachte ihn in das Gefängnis nach Ulrichstein. Schotten, 4. Aug. Ein hübsches Geschenk hat der Gastwirt „Zum f) ein gen Kreuzberg" bei T arm stadt Stroh- menger dem Lehrerheim gemacht, nämlich zwei prachtvolle Lüster, einen fünfarmigen für den großen und' einen dreiarmigen für den kleinen ^aal. —? Darmstadt, 3. Aug. Wie in früheren Jahreuso fand auch heute die Verlosung der Beträge aus der Küchlerstistung statt, wobei 18 Gewinnlose sich ergaben. Die Gewinnlose entfallen auf nachstehende zur £efl> nähme an der Verlosung berechtigte Waisen Ruhland^ Ma^ie Wilhelm von ^andbach, Hachenberg, Heinrich von Rin er Lügen, Ehmann Jakob Heinrich pon WinMen, Za- boRH§ Baribarck Antonie von Medr-Auheim, Weil, Adam von Bubenheim, Lehmann Anna Marie von Mainz, .Schröpfer Johanna Juliane Luise von Darmstadt, Kuhl, Varl vou Wolf, Wilhelm, Johann von Heimersheim, Schmidt, Heinrich von Ober-Seemen, Raber Katharina Margarethe von Nieder-Saulheim, Uhrig Margarethe von /Etzean, Saul Magdalene von Seckmauern, Sattler Marie jSnma von Jügesheim, Schwarz Eva von Nieder-Jngelheim, Bauer, Mam von Eberftadt, Geier Karl von Worms, Werst 'Wichael von Bützel-Wiebelsbach M a i n z, 5. Ang. Infolge der neuerdings sehr strengen Handhabung der hessischen Fleischbeschau-Bestimm- Mugeu auf dem hiesigen Schlacht- und Viehhofe, wodurch ein großer Teil des Schlachtviehes an die Freibank verwiesen wird, haben sämtliche Mitglied er de sh es si- ,scheu Viehhändlervereins den Mainzer Vieh- ,markt bo ykottiert. Das seither für den Mainzer Vieh- markt bestimmte Schlachtvieh wird nunmehr dem Markt in Wiesbaden zugellieben. Cronberg, 5. Lug. Heute fand hier in der Stadt- Drche zum Gedächtnis für die Kaiserin Friedrich ein liturgischer Gottesdienst statt, an dem der Kron- .prünz und die Kronprinzessin von Griechenland nrit den beiden ältesten Söhnen, Prinz und Prinzessin Friedrich Carl von Hessen und die Erbprürzessin Charlotte von Sachsen- Meiningen mit Gefolge teilnahmeu Außerdem waren anwesend der Kommandierende des 18. Armeekorps, General v. Lindequist, Stadtkommandant v. Stiikpnagel und der Chef des Generalstabes des 18. Armeekorps, Oberst Schulz aus Frankfurt a. M., sowie der Konrmandeur des 80. Jnfanterie- Regts. Oberst v. Jacobi aus Wiesbaden und die Offiziere des .Homburger Bataillons des 80. Jnstrnterie-Regts. Auch sonst hatte sich ein zahlreiches Publikum zu der Feier ein gefunden. Am Stuhle der verstorbenen Kaiserin lagen Blumenkränze. .Der Altar war mit weißen Fliederbouguetts geschmückt. H o m b u r g v. d. H^ 5. Aug. Die Feier bet Enthüllung des Denkmals ber Kaiserin Friedrich im Kurpark ist laut einer vom Kaiser aus Kiel beim Denkmal-Komitee eingetroffenen Ordre auf den 19. bSl, vorm. 11 Uhr festgesetzt worden. Auf Befehl des Kaisers wird die Feier der Enthüllung des ersten Denkmals seiner Mutter sich besonders festlich gestalten Außer dem Kaiserpaar werden sämtliche Mitglieder des königlichen Hauses der Feier beiwohnen Ferner nimmt daran teil das Füsilier-Regiment v. Gersdorff, dessen Chef die verewigte Kaiserin war. Die 'Ansprache an den Kaiser und die feierliche Uebergabe des DenkmaE erfolgt durch den Vorsitzenden des Denkmals- Komitees Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den "Nachbarstaaten. Auf dem Viehmarkte in Arolsen wurde ein Zirkuskünstler von einem Korbflechter erschossen. Der Mörder wurde festgenommen. Vermischtes. ' Berlin, 5. Aug. Zu der Angelegenheit des im Jrrenhause zu Herzberge verstorbenen Kohlenhändlers Acker- mann geht aus dem Rathause die Meldung zu, daß die Leiche des Ackermann exhumiert werden wird. Heute 9tach- nrittag fand im Rathause eine Besprechung des Falles Ackermann statt, zu der die Wittwe des Verstorbenen erschienen war. *Kölu, 3. Aug. Zwischen Sind ent en der hiesigen Handelshochschule hat Mngst das erste „Duell"' statt gesund en. * London, 5. August. Heute Vormittag brach in Samte bei Belfast Fruer aus, durch das 18 Magazine zerstört wurden. Zwei Straßen brannten weder. Viele andere Gebäude wurden beschädigt, Menschenverluste stnd .nicht zu beklagen. Der Schaden ist sehr groß. • Prag, &. Aug. Im Marienschachte bei Ober- leutensdorf ereignete sich gestern ein großer Wassere in - bruch. Die aus 76 Mann bestehende Belegschaft wurde bis auf einen Häuer gerettet. Das Wasser steht 80 cm über der Füllortsohle. * Das Duell einens französischen Soziäl- Hemokraten wird aus Grenoble gemeldet. Der ehemalige guesdisttsche Abg. 3etxae§, der jetzige Chefredakteur des „Drott du Peuple", hat sich infolge einer heftigen Zeitungspolemik in Grenoble nrit dem Generalsekretär des radikalen Blattes „Petit Dauphinois" Besson geschossen, Nach viermaligem ergebnislosen Kugelwechsel griffen bie beiden Gegner $um Degen. Zsvaös wurde beim dritten Gang leicht .an der Hand, verwundet. UnioerMs Nachrichten. Berlin, 6. Aug. Geh.-Rat Summier ging vorn Staatssekretär Grafen Posadowsky zu seinem 50jährigen Doktorjubiläum ein Glückwünschschewen zu, das die Perdienste Dümmlers um die Monumenta Gerinaniae historica würdigt und wünscht, daß ihm noch lange seine bisherige Kraft erhalten bleibe. — Dio Gründung einer Akademie für praktische Medizin in Frankfurt a. M. steht bevor, so meldeten wir bereits gestern. Es sind von privaten Seiten erhebliche Geldmittel für eine planmäßige Fortentwickelung der Franksurter medizinischen Anstalten unter der Bedingung m Aussicht gestellt worden, daß die betreffenden wissenschaftlichen Institute mit den städtischen Krankenanstalten zusammen zu einer Akademie vereinigt werden. — Die Mission des Freiherr» v. Hertling in Rom betreffend die Errichtung einer katholischen Fakultät in Straßburg soll nach der freikonservativen „Post" dahin geführt haben, daß sich die Fakullätsfrage gegenwärtig in einem Stadium befindet, das gegen die früheren Schwierigkeiten als ein Fortschritt auf dem Wege zu ihrer Lösung angesehen werden kann. Kirche und Schule. — Zur Los von Rom = Bewegung in Böhmen. Eine Uebersicht über die evangelische Bewegung in den deutschen Pfarrgemeinden Böhmens vom zweiten Vierteljahr 1902 zeigt folgendes: Uebergetreten sind in Männer Frauen Kinder Zusammen Gesancksumme der Uebertritie 511 Aussig . . . 25 25 17 67 Eger .... 2 2 1 5 Gablenz . . 24 15 6 45 Görkau . . . 6 5 1 12 Grulich . . , 4 8 5 17 Haber . . - ♦ ♦ 23 Hermannseifen A * A 1 6 5 12 Karlsbad . . 13 11 7 31 Komotau . . 21 16 7 44 Pilsen . . . 7 10 9 26 Prag .... 7 6 — 13 Reichenberg - 27 22 17 66 Rosendorf . . 1 — — 1 Rumburg . . 2 2 3 7 Töplitz . . . 58 44 39 141 Trautenau 1 — — 1 Kaiserslautern, 5. Aug. Die D^eglerterwersanunkung bis- bauerischen Volksschullehrervereins beschloß, die Haftpflicht für die sämtlichen Mttglieder zu übernehmen. Die Gründung eines allgemeinen Ünterstützungsvereins für die Hinter- bllebeuen der Bollsschullehrer, für den der bayerische Landtag zwei Millionen Mark bewilligt und durch den die jetzt bestehenden Kassen und Stiftungen vereinigt würden, wurde emstimnng abgelehnt. Des weiteren wurde der Anschluß des bayerischen Volks- jchullehrervereins an den Deutschen Lehrerverein mit großer Mehrheit beschlossen. Gerichlssaal. M. Gießer», 5.Aug. Strafkamm er. Den Vorsitz führte Landgerichtsrat Müller, die Staatsanwaltschaft vertrat Gerichts- asseffor Schuhmann. Der Landwirt Jakob Eckert IL von der Erbachermühle bei Büches hatte einen Strafbefehl von Mk. 2 erhalten, weil er unbefugt vor beendeter Ernte über eine Wiese gefahren war. Auf seinen rechtzeitigen Einspruch kam die Sache am Schöffengericht Büdingen zur Verhandlung, welche jedoch zwecks werterer Zeugenladungen vertagt wurde. In dem neuen Termin, in dem die Zeugen erschienen ivaren, war der Angeklagte ausge- blieben. Das Schöffengericht verwarf deshalb fernen Einspruch durch sofortiges Urteil Aus die von dem Angeklagten eingelegte Berufung rottrbe heute die Sache an die erste Instanz zurück- verwiesen, da nach Ansicht derStraskannner das llntergericht in dem zweiten Termin in die Verhandlung der Sache hätte ein- treten, b«w. Vorführungsbefehl gegen den Angeklagten hätte erlassen müßen, nicht aber ohne weiteres den Einspruch hätte abweisen dürfen. — In der Privatklagesache des Landwirts Friedrich Seipp IV. und Karl Seipp gegen den Joh. G. Seipp II„ beide von Ober bedingen, wegen Beleidigung, bestätigte die Strafkammer das erstinstanzliche Erkenntnis, indem es gleich dem Schöffengericht dem Angeklagten den Schutz des § 193 St.-G.-B. zubilligte. L Gießen, 5. Aug. Sch ö ff e n g er ich 1 Zwei Arbeiter vom Hardthof waren wegen des Lohnes in einen Wortwechsel geraten, der in Tätlichkeiten ausartete. Wegen aegenseitigerKörper- Verletzung m Anklagezustcnrd versetzt, wrrd der eine unter Zubilligung mlldernder Umstände in eine Geldstrafe von 60 Mark genommen, der andere, der sich nach dem Ermeßen des Gerichts im Stande der Notwehr befunden hat, wird frei- gesprochen. — Wegen Beleidigung des Feldschützen zu Leihgestern hat sich ein Bergmann von hort, der in Beziehung auf den FAdschützen geäußert hat, daß dieser an seinen Kindern wie ein Spitzbube geh anbei habe, zu verantworten. Nach der Au- klage soll diese Beleidigung gegen den Feldschützen in seiner Eigenschaft als Beamter während der Ausübung seines Dienstes erfolgt fein, doch kann hierfür kein Beweis erbracht werden. Tas Urteil lautet auf eure Geldstrafe von 15 Mark und Publikationsbefugnis. — Ein mehrfach vorbestrafter früher hier bediensteter Kutscher aus Herisau wird beschädigt, einen seiner hiesigen Mitbewohner desselben Hauses und einem Briefträger aus ylürnberg unter Vorspiegelung falscher Thal fachen um einen Anzug und bares Geld beschwindelt zu haben. Das Gericht erfennt wegen Betrugs bezw. wegen Unterschlagung, als welches Delikt der An- zugsschwinbel aufgefaßt wird, auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 2 Monaten. — Ein au§ Köln stammender vorbestrafter Arbeiter hatte bei einem hiesigen Bäcker eine Kleinigkeit gkauft und dabei ein Dreimarkstück in Zahlung gegeben, dieses >och samt dem herausbekommenen Kleingeld wieder eingesteckt, egen Diebstahls erhält er eine Gefängnisstrafe v o n einer Woche, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Mainz, 5. Aug. Der Redakteur der sozialdemokr. „Mainzer VoWztg.", Philipp Haas, hessischer Landtagsabgeordneter, wurde heute von der Ferienstrafkammer wegen Beleidigung des ostasiatischen Expeditionskorps zu 300 Mk. Strafe und Urteilspublikation im „Reichsanzeiger" und der ^Mainzer Volksztg." verurteill Der Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt hatte nur 200 ML. Geldstrafe beantragt.■ Arbeiterbewegung. Lemberg, 5. Aug. Die Blatter veröffentllchen Einzelheiten über den Fe ld a r b e r t erstr eik in Galizien, wonach sich bis jetzt die Lage immer mehr verschlechtert hat. Das Einschreiten des Militärs hat die gegenteilige Wirkung gehabt, die man beabsichtigt hatte. Im Dorfe Buzakowka ritten Husaren mitten in eine Volksversammlung hinein, die eben beriet, wie der Ausgleich mit den Gutsbesitzern zu verwirklichen sei 173 Personen wurden verhaftet, mit ©triefen zusammengebunden und ins benachbarte Dorf getrieben, wo man sie in einenStall zwängte. Sie blieben 24 Stunden ohne Nahrung. Tags darauf mußten sie, ebenso gebunden, ins Gefängnis nach Czartkow marschieren. In manchen Orten verweigern die Ortsvorsteher und Bauern dem herbeigerufenen Mllstär Quartier, wobei es zu heftigen Zusammenstößen kommt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Dresden, 5. Aug. Nach der von derDresdener Bank auf Ersuchen vorgenommenen Prüfung des Statuts des in Zahlungsstockung geratenen Bankhauses Eduard Rocksch Nachfolger übersteigen bei vorsichtiger Schätzung die Aktiven ganz wesentlich die Pa s s i v e n. Demzufolge hat die Dresdener Bank sich bereit erklärt, die Angelegenheit zu regulieren. Die genannte Firma wird sofort m Liquidation treten. Die für heute einberufene Gläubigernersammkrng ist infolgedessen gegenstandslos geworden und die Firma Eduard Rocksch Nachfolger' wird sobald das Veräußerungsverbot aufgehoben sein wird, ihre Zahlungen wieder aufnehmen und alle Gläubiger voll befriedigen. Die Geschäfte der Firma gehen m der Hauptsache aus die Dresdener Bank über. Märkte. Hungen, 5. Aug. Der hiesige Gemeinderat wird sich demnächst mit der Frage der Errichtting eines Pferdemarktes gelegentlich des jedes Jahr im September stattfindenden Prämi- rerungsmarktes beschäftigen. )( Schotten, 5. Aug. Unser dreitägiger, sogenannter Hafer- markt zeigte gestern' und heute eine sehr starke Auffahrt an Pferden, Fohlen, Rindvieh und Schweinen. Jnsonderhett herrschte auf dem gestrigen Pferdemarkt reges Leben bei flottem Handel. Süddeutsche Handelsleute kauften große Bestände au Fohlen. Die Preise für Fohlen wie auch die für Rindvieh waren sonderlich für Qualität recht hoch. Tie Schweinepreife zeigten dagegen den auch. anderwärts festgestellten Rückgang. Morgen ist Krämermarkt. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. August Barometer auf 0° reduziert 1 j tr der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit c s £ 'S T 5 § Windstärke Wetter 5.! 225 746,4 18,5 11,3 71 SW. 1 Bew. Himmel 6.1 925 748,7 14,9 11,2 89 E. 1 । 749,0 13,9 11,0 94 1 Regen Höchs Niedr e Tem igste reratur vom 4. Ar 4. gust bis 5. Ai 5. gust 19,0» c. 12,4" C. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Zn der Johauueskirche. Sonntag den 10. August Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgememde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen, vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeurde erbeten. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Reval,6. Aug. Die An ku nst Kaiser Wilhelms wird morgen früh 8 Uhr erwartet. Die Manöver gehen morgen nacht nijnter Mitwirkung von Scheinwerfern vor sich. Es ist nicht unmöglich daß der Kaiser vielleicht an Land gehen wird. Der deutsche Konsul trifft für diesen Fall die erforderlichen Vorbereitungen. London, 6. Aug. Der König wohnte der gestrigen Regatta in Cowes bei. Kaiser Wilhelms Yacht „M e t e o r" wurde von der englischen Dacht „Bruntzllde" geschlagen. — General White, der Verteidiger von Ladysmith, hat einen Ehrenbögen ab gelehnt, tuet», chen ihm die Stadt Abreville als Ehrengeschenk überreichen wollte. Rotterdam, 6. Aug. Präsident Krüger wrrv morgen St eijn in Schevenrngen besuchen Luc asMeyer war gestern bei Krüger in Utrecht. Nachrichten aus Dw- mara-Land Kufolge siedelten sich 400 Buren, welche England nicht den Treueid leisten wollten, mit 200 Frauen urch Kindern auf deutschem Gebiete an Haag, 6. Aug. Die allgemeine Buren-Kotrfei renz, an der außer St ein, Lu casjMeYerund SchaLi! Burger auch sämtliche in Europa befindliche Bureuführer teilnehtnen, findet am 3L August in Krügers 8Älla Oranjelust statt. Krüger soll sich Lucas Meyer gegenüber sehr mißbilligend darüber ausgesprochen haben, daß dieser wiederholl in Loudon mit Lord Kitcheuer getafelt hat. Rom^ 6. Mg. Die Gerüchte, daß der Pastst sich unwohl fühle und mehrere Ohnmachtsanfälle gehabt habe, werden int Vatikan als vollständig u n b e gründ'et bezeichnet. Rom, 6. Aug. Es' wird bestätigt, daß eine Verlängerung des deutsch-italienischen HaubeLA- vertrages bis Ende 1904, wenn auch muh nicht formell, so doch chatsächslich, beschlossene Sache fei. Wien, 6. Aug. Vier galizische ReichDrats-Abgeordwete sandten gestern an Körber eine Depesche, in der sie die Androhung des Ausnahmezustandes wegen der ausständigen Feld ar beiter als KwaÄlos bezelchueu, da mit Ausnahme vereinzelter Fälle, wo fremde Arbeiter an der Arbeit verhindert wurden, im ganzen Ausstands- gebiete eine verhältnismäßig geradezu beispiellose Ruhe bestehe. Die grundlose Her a n schaf fung vou MibütLr schaffe erstd en Aufstand. In einem Dorfe wurden bet einem unerwarteten Angriffe von Husaren zw-ei Bane-nn leb ensg eführ lich und sechs schwer verletzt. DerKlage- ruf der rutheuischeu Abgeordneten schließt nrit der Bille, unbefangene Beamte aus Wien zur Untersuchung M entsenden, dann werde der Ausstand schnell beendet sein. Lemberg, 6. Aug. Nach Blattermeldungen sollen die streikenden Bauern in Maskawce und Likowce sich in einem Telegramm an den Zaren gewandt haben, in dem sie um seinen Schutz in ihrer gegenwärtigen Lage billeu. Shanghai, 5. Aug. Der amerikanische Tarffkom- missar'General Sharritts hiell gestern auf einem Bankett eine Rede, in der er sagte, das Volk von China werde durch die Besteuerung, welche zur Erfüllung der Verpflichtungen der Zentralregierung nötig sei, bis zur Grenzedes Elendserschöpft, ^aritts sagte ferner^ indem er für seine Person »md nicht in amtlicher Weist: sprach die Mschaffnng Zer Likinabgabeu nrö. deren Ersetzung durch Steuerzuschlag sei zu verwerfen, und würde sich für alle Nationen, insbesondere Amerstch verhängnisvoll erweisen. Newyork, 5. Äug. Die Vorlage betreffend die 35 Million en-An leihe wurde von der kubanischem Kammer nicht, wie iwttümlich hierher berichtet totrr, bereits angenommen, sondern vorläüftg einem Ausschuß überwiesen. Schiffsirachrichleu. »Red Star ßinie* Arrttoerpen. Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Linie* in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. August wohlbehalten in Nerv-York angekommen. ' Telephonischer Kursbericht. Jb'rankturt a. HL, 6. August 1902. 8% Mexikaner . , » » 26.35 4%5/o Chinesen . » • » 92.00 Eleetric. Schocker! . - . . 90Ä> Nordd. Lloyd . . ,. .106^0 Kreditaktien «..«.• 216L0 Dißkonto-Kommandä. . , 18A20 Darmstädter Bank . » .135^0 y/gf/o Reichsanleihe . , 102.95 30/0 do. ... 93.20 3V,% Konsois .... 102.90 30/0 do......92.75 31/2% Hessen .... 100V5 3>/r56 Oberhessen . . . 92.50 4% Oesterr. Goldrefaie . . 103.75 47i% Oesterr. Silberrente 102.15 4% Ungar. Goldrente . . 102.35 40/0 Italien. Rente . . . 103.00 4V2% Portugiesen . . . 47.20 8°/c> Portugiesen. .... 29.40 1% C. Türken .... 25.40 Türkenlose . . ... 114.40 4% Griech. Monopol.-Anl. 43.10 47,56 äussere Argentiner —.— Dresdener Bank . . , ♦ 143B0 B^-iiner Handelsges. . . 154.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 153.00 Lombarden . . . . 1&20 Gotthard bahn 170.40 Laurahütte . 193.00 Bochum . . « »-. . 182.00 Harpener ...... 163.80 Tendenz» fest. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern tmb Arbeitnehmern (Arbeitern sealicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbett zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Maurer, 1 Dialer und Anstreicher, 1 Wagner, 2 Schreiner, ITaglöhner, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 1 Kellner, 1 Knecht, 1 Schweizer, 1 Arbeiter, 1 Schlosser- Lehrling. 2 Laufmädchen, 2 Lauffrauen, 3 Dienstmädchen, 1 Waschfrau, 1 Putzfrau, 1 Kaufmann. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Maker und Anstreicher, 1 Schneider auf Woche, 1 Schreiner. 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 1 Schuhmacher-, 1 Schneider- uno 1 Bäckerlehrling, 10 Dienstmädchen, 4 Laufmädchen, 1 Lartffrau. Wildling einer Lchmine-VeWrnng zu Gietzeu. Am 2. August wiwde in einer Versammlung bei Wirt Trinkaus, Seltersweg, durch mehrere Schweinebesitzer beschlossen, eine Schweine-Versicherung zu gründen. Schweirrebefitzer, welche beabsichtigen, MitgLed m werden, wollen sich bei Wirt Trinkans, Seltersweg 50, woselM eine Einzeichnungsliste offen liegt, bis zum 15. August melden, da später Angemeldete einen höheren Eintritt zu zahlen haben. 5602 In Auftrag: C. *• Gießen, den 6. August 1902. 5603 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Liebe, die uns während des schweren Leidens und beim Heimgange unseres Gatten und Vaters Karl Karell Lehrer i. P. erwiesen worden ist, danken bewegt Die Hiuter-lieberreri. Sießrill MdeuM-Merie. Ziehung am 11. September d. I. OonniffüTiT Ein elegantes, viersitziges Halbverdeck mit We Pserd und silberplattiertern Geschirr, 9 Pferde und Zahlen, landwirtschaftliche Maschinen und für Jedermann nützliche Gebrauchs-Gegenstände. T_AACn , "i sind in allen durch Plakate kenntlichen Ge- lWU»v ® Mk. A schäften und curf dem Lande bei den Polizei- dienern zu haben. 5598 Richard Buchacker, General-Vertrieb, Kießen, 11 Neucubäue LL — Daselbst 11 Loose 10 Mark. Geschäfts - Eröffnung. Einem geehrten Publikum von Gießen hiermit zur Kenntnis, daß ich am L Äugust ein Flaschenbiergeschäft sowie eine 03391 Kutter-, Ein-, Geflügel-, Cbfl- nnb Gemüsehaudluug in dem Grüuewald^fcheu Hause, Bahuhosstr. 50, eröffnet habe. Bestellungen werden telephonisch unter Nr. 53 entgegen- geuommen. Lreferung erfolgt frei ins Haus. Mit der höfl. Bitte um geneigten Zuspruch empfehle ich mich _____________Philipp Seipp, Geflügel - Ausstellung des Geflügel- v.Ägelzllihtvcreills fürLich u.Umg. zu Lich in Steins Garten vom 9. bis 11. August. Samstag: Eröffnung nachm. 3 Uhr. Abends von 8 Uhr ab Freikouzcrt. Sonntag: Geöffnet von vormittags 9 Uhr an. Nachmittags von 4 Uhr an un^ abends von 8—11 Uhr Konzert. Montag: Vormitt. 10 Uhr gesellige Zusammenkunft, nachm. 2 Uhr Verlosung. Die Ausstellung wird zahlreich beschickt und bietet für Geflügelzüchter und Geflügelliebhaber des Jntereffanten und Belehrenden viel. Eintrittspreis pro Tag: Erwachsene 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. Vereinsmitglieder frei, gegen Borzeigen ihrer Mit- gücdskarte. 5595 Zu zahlreichem Besuche der Ausstellung ladet freundlichst ein Das Ausstellungs-Komitee. Versteigerung. Donnerstag den 7. August, nachmittags 31/e Uhr. sollen dahier Reucnioeg 28: 1. 1 Schreibmaschine und acht Prachtwerke, 2. 1 Oekonorniewageu, 1 Sekretär und 1 Kommode, 8. 3 Nähmaschinen u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 03399 Seipel, Gerichtsvollzieher. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Zchvewtjleisch 50 Kfg. Alle 5599 W- vllfl Teeßsche Gießener Iischflaus M. Simon, Asterweg Nr. L UtoHiartoieli bat abzugeben Oekonom Preitz, Wetzlarerweg 80. 03387 Gute frilHartoSde per Gentner 4 Mark liefert frei ins Haus 03386 H. Gottmann, Marburgerftraße 65. Schimmel wird bei eingemachten Früchten üerhmbert durch 4148 Dr. Oetker s Salicyl ä 10 Ms- genügt für 10 Pfund Früchte. Rezepte gratis v. d. Firmen, welche stchrenDr.Oetker's Backpulver. Stmllrklliwiigcii jc-cr Art fertigt sachlich 5203 Ed. Botte, ^aplansgasse 2. Patent- WÄ mit Holz-Verschluss naturell und gefärbt, in ver- chiedenen Längen, bester Ersatz ür Strohseile und im Gebrauch wesentlich billiger als diese, empfiehll billig 5404 M. Rosenthal Liebigstrasse 13» _____Telefon Nr. 218._____ ütaHeiiwH!! Bemfleinlalkflirbe Ä über Nacht harttrockn., hochglz. SpiMlaikslilbc sofort harttrockn., hochglänz. Gust. Walter Mäusburg 13. 5574 Betonkies Lahusand und Gartenkies gesiebt und gewaschen empfehlen 5195 Gehr. 8Cah§ Dampfbaggerei. Lagerplatz: a. d. Margarethenhütte. Kontor: Fraukfnrterstraffe 151. ______Telephon 308.______ Haus zu verkaufen evtl. 'S zu vermieten. 03397 Bahnhof straffe 17. Reisekörbe empfiehlt billigst 5177 Louis Lony _____Bahnhofstratze 27. Doppelter Marktstand m. waffer- dichtem Tuch, 2 gr. Waren- chränke zu verk. Bahrchofstr. 17. Lzjinderliegwagen zu verkaufen. 5V____________Wolfstraße 14. Ki^egen Ueberfüllung gebe ich Xv 12 Miuortahühuer und 1 Miuorkahahu zusammen zu 40 Mark ab. Näh. Expedition. Das den Friedrich FichrerErben Seltersweg 32 gäegene Anwesen ist erbverteilungshalber preiswert zu verkaufen. Nähere Auskunft bei S. Katz, Gießen, Asterweg 10.5553 5484] Ein gutgeh. Anstreicher- gefchäft in Kreisstadt ist krankheitshalber mit oder ohne Haus zu verkaufen. Off. u. C. F. 24 an die Expedition des Wetzlarer Anzeigers, Kreisbl. Wetzlar, erb. H>ollblühenden Oleander vev- -v kauft W. Benner, Rodtberg 5 Ein Acker Hafer am Halm zu verkaufen. 5460 _______Neuenweg 27, Part. Eichene Abschnitte 2 Waggon, von 3—8 Mir. Länge und 32—61 Ctm. mütl. Durch- messer hat billig abzugeben [5544 Heinrich Bergen,Allendorf a.Lda R9Ähpl in gutem Zustande liAUMvl werden zu kaufen Zeucht. Offerten unter Nr. 5519 an die Expedition d. Bl. ' ■ -------- Du vermieten 4»Zimmer-Wohnung an ruhige Familie sos. od. später zu verm. 5601__Weserstraße7. 5594] Wohnung von 6 bis 7 Räumen und Zubehör in guter Lage zu vermieten. Auf Wunsch Teilung des Logis, auch Bedien- ung und Pension nicht ausgeschl. Zu erfragen in der Expeo.__ erlern. ^ögis, 2 Zimmer, Küche, zu verm. Bismarckstr. 6. 5604] Wohnung zu vermieten. Näheres Löweugassc 20. ^tube und Kabinett sofort zu vermieten. Käplansgaffe 5. 5607] Kleines Logis mit Werkstatt und Lagerraum per sofort zu verm. Leop. Schlatter. 7—10 Zimmer, AebiK. 3?, zu vermieten. Näheres bei 982 Heinrich Carls, Bleichstr. 11. Bismarckstr. 30 (Ecke Stephan- straße) elegante Fünf - Zinnner- wohnung mtt Zubehör per sofort zu verm. Fr. Kopp._______[3064 3336] Die seither von Herrn Bauinspektor Enderes innegehabte Wohnung, Alicestraffe 18, ist anderweitig zu vermieten.______ 8464] Die Beletage Alice- straffe 23, bestehend aus 7 eleganten Zimmern, Mädchenznmn., Bodenkamm., Gas- u. Wasserl., auch Bleichplatz, event. mit Stallung, ist sofort oder soäter zu Vermietern_________Näheres pari. 3479] Eine seither zu Bureau- zwecken benutzte größere Wohnung per sofort zu vermieten. Näheres bei der Exped. d. Bl. 4057] Meine Wohnung zu ver- mreten. Wallthorsttaffe 11. Die Bel-Etage 7—9 Räume meines Hauses Süd- anlage 9 ist für sofort oder später zu vermieten. 4153 _____________Adolf Ziuffer. 4345] Geräumige, neuhergerichtete Parterrewohnung nebst Zu- behör, evenll. mit Gartenanteil, per sofort zu vermieten. Marburgerstratze 10, II. c^n meinem Neubau am Wetz- Rodheimerftr., per alsbald ober später zu vermieten. __________Chr. Haubach IL LiiSwizstlche 3? Zimmer, Badezimmer, Balkon, Gartenanteil mit allem Zubehör, per 1. Oktober zu vermieten. 4849] Näh. Westanlage 44. /Achillerstraffe 11, Ecke Nord- ’w aulage, 6-Zun.-Wohnung mit Zubeh. tu freier Lage z. verm. 4867 Carl Noll Wttwe. schöne 0-Zimmer-Wohuung, >^der Neuzeit entsprechend, 1.Oktober oder früher zu vermieten. 4871 Stephaustratze 15, I. 4892] Beletage oder Parterre, 6—8Ztm., Bad, Veranda, Gas re., ab 1. Oktober zu vermieten. Ohler, Liebigstraße 17. 4912] Plockstratze 12 u. 14 sind herrschaftliche Wohnungen per gleich und per 1. Oktober zu vermieten. Näheres Ä. Klees, Südcmlage 18 und Plockstr. 14, L 4952] Zum 1. Oktober ev. ftüher ist das Erdgeschoß meines Hauses wegen Wegzugs anderweit an ruhige Famllte zu vermieten. (6 Zimmer, Heiz- und Leuchtgas, Ballon). Pros. Dr. A. LuciuS, Bergstraße 15. 5101] Bahuhosstr. 23, 1. Stock, eleg. große 5°Zunmerwohnung, elektr. Licht, nebst Zubehör, per sofort zu vermieten. Näheres Löweugasse 27. 5126] Das seither von Herrn Baurat S ch m a n d t bewohnte Logis, Beletage, elegant hergerichtet, 8 Zimmer nebst allem Zubehör, ist durch dessen Wegzug anderwmt zu vermieten. Näheres Ludwigstraße 32 oder Bahnhofstraße 26, H.___________ Mein Haus, Neustadt 75 (mtt großem Garten resp. Hof) bisher vom Pflaster- meister Herrn Hofmann bewohnt, ist per 1. Oktober anderweit zu vermieten. Herman» Jacob, Westanlage 60._____________5139 Moltkestraße 26, 6 Zimmer, Wohnung mtt Zubehör, Gaseinrichtung, Bleichplatz, zu vermieten. Nähere Auskunft 5219_______Moltkestraße 28, II. (Stole hmWitt.WchiW Bismarckstratze 16 zu vermieten. Nähere Auskunft 5218 Bismarckstraße 6, II. 5454] Ostanlage, Ecke Aiollle- mrd Wiesenstraße, ist die seicher von der Darmstädter Bank inne- gehabte Parterrewohnung, neuhergerichtet, 6—7 Zimmer nebst Zubeh., vom 1. Oktober ab zu ver- mieten. von Juugcufcld. 3-Zimmer-Logis nebst Zubehör per 15. August zu vermiete»:. 5467 Marktplatz 22, Laden. Gartenstratze 20 ist die Wohnung des verstorbenen Provinzial-Direkwrs Geheimerat v. Bechtold, 11. und IH. Stock, zusammen oder geteill, zum 1. Oktober zu vermieten. Näheres daselbst Parterre. 5482] Laudgrafcustr. 4 sind 2 Wohnungen, 5—6 Zimmer, sof. zu vermieten. Näheres daselbst. ^Qoethestr. 35 eleg. 5-Zimmer- ^2) roobnung per 1. Oktober w verm. Näh, im Hutterhaus. [5094 5524] Geräumige Wohnung im Hinterhause an ruhige Familie zu vermieten. Grüubergerstratze 36, II. ILbelstraffe 37 schöne 4-Zimm.- 'S Wohnung und Grüubcrger- straffe 10a schöne 5-Zinu-Wohn. p. 1. Lkt., eo. ftüh., zu verm. [5539 I. Atzbach, Grünbergerstri 10a. Kl. Wchlliillg ^NeustadtÄ'. I Logis, 3, 4 u. 5 Zimmer mit Zubehör zu vermieten. 5543 L. Huh», Bleichstraße 16. Ludwtgsttaffc 6 Schöne 7-Zimmer-Wohnung nebst allem Zubehör per 1. Oct. d. I. zu vermieten. Näheres bei Fr. Jordan, Moltkestraße 28. O wetter Stock, 3 ger. Zimmer, ' Bleichstraße 12, Htrh. parL 2 0 gut möbl. Zimmer mtt ab- O geschL Vorplatz im IL St. zu verm. Stephanslr. 32, IIL 5470 5399) Atöbl. Zimmer, auf Wunsch mit Pens., zu v. Neustadt 30. 03324] Gut möbliertes Zimmer zu verm. Bahnhofstraße 37, II. 4298] Fein möbl. Wohn- u. Schlajz. jof. zu v. Ludwigstr. 3V, part. /Qejucht gegen hohen Lohn in '21 ruh. Haush. ein Mädchen, das selbst, kochen kann u. die Hausarb. beforgt Eintritt sofott ob. tember. Bahnhofstraße 42, III. Braves Mädchen welches schon einige Jahre gedient hat und alle Hausarbeit versteht, per 1. September bei gutem Lohn gesuchtt Frankfurterstratze 33. /Lin junges Mädchen in kleinen V, Haush. ges. Plockstr. 4, L Ld. 5580] Mouatsfrau für einige Stunden des Vormittags gesucht. Cbelstratze 7, IIL 3n dem Hause Nordanlage 7 ist eine elegante 6-Zimmer- wohnung mit Bad, Ballon rmd allen sonstigen, der Neuzeit entsprechenden Einrichtungen zu ver- mieten. Näh. Frankfurterslr. 29. 5026] In unserem Neubau Wichelmstraße 12 haben wir elegante Herrschaftswohnungen mtt 7 bis 10 Zimmern mit den schönsten Einrichtungen per September, auch früher, zu vermieten. Desgl. per Oktober, eventl. auch früher, in unseren Neubauten Wilhelmslraße 8 und 10 noch einige 4°, 5-, 6-, 7-Zimmerwohn. Birkeustock & Schneider. 5322] $n dem Neubau Brandplatz 15 ist eine elegante Fünf- Zimmerwohnung mit Bad, Loggia, Erker nebst allen, der Neuzeit entsprechenden Einrichtungen sofort zu vermieten. Näh. Frankfurterstraffe 29. 5369] Elegante 4-Zimmerwohm, Mansarde mit Koch- und Leuchtgas, nebst Bleichplatz u. Gartenanteil, per 1. Oktober zu verm. ____________Roousttatze 36. 5432] Alicestt. 19 1. Stock, 5 bis 6 Zimmer, neuhergerichtet, per 1. Oktober L Js., eventuell ftäiher, zu vermieten. Näheres auf dem Kontor das. ■ Königreich Sachsen. Technikum Hainichen t Hasch.- u. Elektrotechnik. Ingenieure, Techn. n. Werten. Laboratorien. Profir. frei. Dir. • E. BolU. '^Hj^Staatl^beraufeicht^