Nr. 105 Erscheint tlgttch außer Sonntags. Dem Dübener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sllflschen tonbroirt bte Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. fllotattonSbrucf u. Verlag der Brüh l'fchm llnivers.-Bnch- u-Stetn- druckeret (Pietsch Erben) Rtixiftum, Lrpedttton und Druckerei: Schnlftratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «tetzen. Jernsprrchanschluß Nr. bl. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag «.Mai Ve»«gsPretOr £39 9 A* 9 =&*S GietzenerAnzeigers General-Anzeiger v Äg& Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die heutige Kummer umfaßt 10 Seite». Aus dem Reichstag. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt imterm ß. Mai: Präsident Graf Ballestrem mußte die heutige Sitzung des ReichStaAes mit der schmerzlichen Mitteilung eröffnen, daß der aus dem Wege von der bayerischenHeimat nach der Reichshauptstadt befindliche Abgeordnete Friedel (nl.) durch den Eisenbahuunfall bei Delitzsch den Lod gefunden hat. Der Zentrumsabgeordnete v. Lama fuhr in demselben Zuge, zedoch in einem anderen Wagen und blieb unverletzt. Er wohnte der heutigen Reichstagssitzung bei und berichtete den Kollegen über die Einzelheiten des Unfalls. Herr Friedel, von Beruf Brauereibesitzer und Landwirt, war iu der Nähe von Bayreuth ansässig; parlamentarisch arbeitete er vorzugsweise in Kommissionen, denen wirtschaftspolitische Beratungsg egen stände überwiesen waren Er gehörte dem agrarisch gerichteten Flügel der Partei an — Die „kleine" Diätenvorlage passierte in dritter Lesung debattelos; man verzichtete auch auf namentliche Abstimmung. Ebensowenig bewahrheitete sich daS Gerücht, es werde beantragt werden, die durch Herabsetzung des Pauschquantums aus 2000 Mark und Verzicht einiger Kommissionsmitglieder auf jede Entschädigung ersparte Summe von 19 200 JDlorf den Mitgliedern der Zucker st euerkommissiou zuzuwenden Das Gerücht gründet sich auf die Annahme, die Zuckersteuerkommission werde während der parlamentarischen Pfiugstferien arbeiten, um den Entwurf mit Beschleunigung für die zweite Lesung vorzubereiten Es ist immerhin möglich, daß ein derarrigcr Antrag späterhin gestellt wird. Einstweilen bleibt die Zoll- kommission die einzig diätenbeglüctte. Während der Fortsetzung der Debatten über den Toleranz-Antrag des Zentrums erschien Graf Bülow im Sitzungssaal. Er wurde Zeuge einer ziemlich scharfer: Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Richter (freis. Vv.) und Be o e l (Soz.). Ersterer hielt den Nachbarn zur Linken vor, daß sie zu einem Paragraphen zwei Redner delegierten und damit die Zeit verschwendeten Bebel äußerte sein Erstaunen, solchen Vorwurf von Richter zu hören, und schloß mit einer entschiedenen Zurückweisung. Viel bemerkt wurde im übrigen die Eindringlichkeit, die der Reichskanzler in einer längere,: Unterredung mit dem Abg. Graf Limburg- Styrum (kons.) bekundete. Es war dem Reichskanzler wohl darum zu thun, die Konservativen einer beschleunigten Verabschiedung der Zuckersteuervorlagen geneigt zu stimmen. Bekanntlich sähe,: es diese am liebsten, wenn Deutschland erst die anderen beteiligten Staaten, Oesterreich-Ungarn, Frankreich, England, aur Brüsseler Zuckcrkonvention Stellung nehmen ließe. Graf Bülow kam noch zu vorgerückter Stunde in die Lage, die Zuckersteuervorlagen ein zuführ en. Die großangelegte Rede, in der er es that, gab hinreichend zu erkennen, wie sehr ihm an dem baldigen Zustandekommen des Gesetzes gelegen ist. Graf Bülow richtete feine Worte großenteils zu den Konservativen hin: durch die Brüsseler Konvention würden die Interessen der deutschen Landwirtschaft, der Zuckerindustrie, nicht bee:u- trächtigt, es ständen im Gegenteil lohnendere Preise in Aussicht. Tie Herabsetzung der Verbranchsabgabe würde eine Stärkung des inländischen Zuckermarktes bewirken. Die Beseitigung der Ausfuhrprämien hätte der Reichstag vor einigen Jahren einmütig befürwortet. Der englische Markt müßte dem deutschen Zucker erhalten bleiben. Ans Durchpeitschen, übers Knie brechen der Vorlage dächte die Regierung nicht; sie riete aber von einer Verschleppung dringend ab, wenn eine solche geplant sein sollte. (Heiterkeit). Aus der Rechten nahm man die Rede schweigend auf, die Bravorufe kamen von links, wie denn auch in der Diskussion Abg. Dr. Wiemer (fr. Vp.) — vom Standpunkt des Steuerzahlers und Konsumenten — dem Reichskanzler Beifall zollte. Namens des Zentrums plädierte Abg. Dr. B e ck e r für gründliche Durchberatung der Vorlagen in einer 28gliedrigen Kommission. Dr. Wiemer hielt Kommissionsberatung für überflüssig, Abg. v. Levetzow (kons.i verlangte fie durchaus, die Möglichkeit schwerer Schädigungen ür die deutsche Zuckerindustrie voraussehend. Die Kon- equenzen der Vorlagen ließen sich zur Zeit gar nicht ab- chätzen, jedenfalls müßten in der Kommission Sachverkündige gehört werden. Das klang so wenig aussichtsvoll, daß Graf Bülow im Verein mit den Staatssekretären Graf Posadowsky und Frhr. v. Thielm ann späterhin privatim Herrn v. Levetzows Bedenren zu zerstreuen sich bemühte. Doch der alte Herr schüttelte immer wieder das Haupt. Es wird noch heiße Kämpfe geben, ehe die Regierung hier ans Ziel kommt — wenn sie es überhaupt erreicht. Heute sprachen noch Abg. Wurm (Soz.) für die baldige Verabschiedung, Abg. v. Kar dorff (Rp.) für eingehende Prüfung in der Kommission. Bei der Festsetzung der Tagesordnung für die nächste Sitzung versuchte die Rechte einen Vorstoß zu Gunsten der Brennsteuer-Novelle. Bevor ein Beschluß gefaßt wurde, bezweifelte 2lbg. Richter die Beschlußfähigkeit des Hauses. Die Aus zählung ergab die Anwesenheit von nur 162 Mitgliedern, also bte Beschlußunfähigkeit. Es blieb daher beim Vorschlag des Präsidenten, wonach die Brennsteuernovelle morgen, Dienstag, nicht beraten wird . Politische Tagesschau. Kronprinz Wilhelm. Der deutsche Kronprinz vollendet heute sein zwanzigstes Lebensjahr. Aus allen deutschen Gauen gehen ihm die herzlichsten Glückwünsche zu. Mit ungekünsteltem Jubel hat man jüngst die erste größere Rede ausgenommen, welche der jugendliche Kronprinz als Schutzherr der deutsche,: Gewerbe-Ausstellung in Düsseldorf gehalten hat. Sein liebenswürdiges, offenes Wesen hat ihm die Herzen aller Deutschen zugewendet, und allseitig begrüßen die herzlichsten Erwartungen den Königssohn, der, wie sein Vater, sich auf der Hochschule in Bonn Schätze des Wissens und Könnens zu sammeln und die Grundlagen unabhängigen Denkens und Empfindens zu gewinnen bemüht ist. Preußisches Herrenhaus. Berlin, 5. Mai. In der heutigen Sitzung kam es zu einer lebhaften Polendebatte. Graf Mirbach kommt auf die Mahnung des Fürsten Bismarck zurück, sich mehr mit den Fragen des Reiches zu beschäftigen; er werde dieser Mahnung folgen. Fürst Radziwill wendet sich gegen die Ausführungen des Grafen Hoensbruch bei Beratung der Vorlage betr. den Erwerb von Bergwerkseigentum durch den Staat und bestreitet, daß polnische Geistliche landesverräterische Tendenzen proklamierten unb deshalb in Rheinland und Westfalen nicht zugelassen werden dürften. Finanzminister Rheinbaben warnt das Haus, sich mit den Angelegenheiten des Reiches zu beschäftigen. Der Reichstag sei, er möchte sagen, planmäßig bemüht, die Angelegenheiten Preußens vor sein Forum zu ziehen. Tie Regierung habe sich stets auf das Entschiedenste gewehrt und in solchen Fällen niemals Rede und Antwort gestanden, aber was dem Einen recht sei, sei dem Andern billig. Gras Hoensbruch bemerkt, leider nehmen die Hetzereien in der polnischen Presse einen großen Umfang an. Es gäbe polnische Geistliche, die die Hetzereien der polnischen Presse direct unterstützten, Geistliche, die die Religion der Politik dienstbar machten. Die Polen sprächen immer nur von ihren Rechten, nie von ihren Pflichten. v. Koscielski: Wenn man den Schmutz in der polnischen Presse gegen Deutschland vorführt, soll man auch nicht den Schmutz in der deutschen Presse gegen unS vergessen. Der »Graudenzer Gesellige* bringe sehr oft persönliche Verdächtigungen gegen uns und speziell gegen mich. Die Regierung verlangt Unmögliches, indem sie ein Kulturvolk mit stark ausgeprägtem Nationalismus entnationalificrcn will. Daß wir keine Losreißung von Preußen wollen, beweist unser Kampf um die vollen bürgerlichen Rechte. Die Polen leiden durch die preußische Politik materiellen Schaden, werden aber national gestärkt. Minister v. H a m m e r ft e i n: Die Regierung betrachtet die Polen ebenso als ihre Unterthanen wie die übrige Bevölkerung. Sie verlangt aber auch von ihnen, daß sie sich ebenfalls als preußische Staatsbürger fühlen. Das geschieht nicht, wie ein Blick in die polnischen Zeitungen lehrt. Es besteht das Streben der Losreißung. Manche polnischen Zeitungen treten allerdings für einen Frieden mit dem preußischen Staat ein, aber was wir von diesem Frieden zu halten haben, zeigt uns eine Graudenzer polnische Zeitung, welche dafür eintritt, daß aus einem großen Teil von Schlesien, aus ganz Posen, ganz Westpreußen und einem großen Teil von Ostpreußen eine polnische Provinz unter einen: polnischen Statthalter gemacht wird. v. Below-Saleske weist ebenfalls auf die Hetzereien der polnischen Presse hin, wo es sich um den Bestand des Reiches handle. Wir werden die Polen niemals wieder loS- lassen. Deutsches Reich. Berlin, 5. Mai. Der Kaiser ließ nach den heutigen BaLaillonsbesichtigungen auf dem Tempelhofer Felde, welchen das Hauptquartier, die Generalität und die fremd- herrlichen Offiziere beiwohnten, ein Gefecht im Feuer unter Hinzuziehung von Kavallerie und Artillerie folgen. Nach dem Parademarsch ritt der Kaiser nach dem Kaseme- ment des 1. Garde-Dragoner-Negiments unb kehrte von bort zu Wagen nach bem Kgl. Schloß zurück. — Auf Befehl bes Kaisers fand heute abend 10 Uhr bie feierliche Einsegnung ber sterblichen Hülle des Prinzen Georg von Preußen statt. Nach der Feier wurde ber Sarg auf einen Leichenwagen gehoben und nach der Dominterimsllrche im Schlvßparke von Monbijou über» geführt, wo in ber Gruft Die vorläufige Beisetzung erfolgte. — Tas , Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht einen Armeebefehl bes Kaisers von: 3. Mai, nach dem anläßlich des 'Ablebens des Prinzen Georg die Offiziere der Armee dreitägige Trauer anlcgen. Beim Ulanen-Regi- mint Nr. 4 währt die Trauer 14 Tage. Eine Abordnung dieses Regiments, bestehend aus Dem Regimentskommandeur und je einem Rittmeister, Oberleutnant, Leutnant, Wachtmeister, Unteroffizier und Gemeinen, haben an den Trauerfeierlichleiten teilzunehmen. — Ter König v o n Sachsen hat anläßlich des Ab« lebens des Prinzen Georg von Preußen eine siebentägige Hoftrauer angeordnet. — Der Prinzregent von Bayern hat eine achttägige Hoftrauer für den Prinzen Georg von Preußen angeordnet. — Ter ,,Reichsanzeiger" meldet: Ter b'sherige Kommandant von Karlsruhe, Generalleutnant z .T. Broe- sigke, erhielt bett Stern der Komthure des Hausordens von Hohenzollern. — Der „Reichsanzeiger" widmet dem Prinzen Georg in warmen Worten einen Nachruf, der schließt: Der Entschlafene erwarb sich in seinen: langen Leben viel Liebe, Denn sein warmes Herz trieb ihn freiwig, überall aus seinen Mitteln den Bedrängten zu helfen und die Vorwärtsstreben- den zu unterstützen, fodaß ein großer Teil seines Vermögens im Aohlthuu verwandt wurde. Alle, welche ihm nahe treten Durften, werden ihm ein unauslöschlich dankbares Andenken bewahren. Hamburg, ö. Mai. Der Kongreß für gewerb- erschienet: Kompositionen, die fetten« Erscheinungen auf den Turchschnittsprogrammen sind: „Gruppe aus dem Tartarus", „Dithyrambe", in vollendeter Tonschönheit von einem Herrn BronSgeest zu Gehör gebracht. In Der Hauptsache waren Schüler und v^tijülerinnen der höheren Lehranstalten Frankfurts an den Darbietungen beteiligt, die vielfach das Niveau der guten Tileltantenvorstellungen überschritten, da man ihnen z. B. den Vorträgen von „Das Glück", „Pegasus im Joche", „Verschleierte Bild zu Lais", große geistige Intelligenz anmerkte. Was diese jungen Primaner vom Goethe-, Lessing-, Kaiser Friedrich-Gymnafium, Wöhler-Schule, Klin- ger-Schule, Muster-Schule brachten, war nicht ber übliche Deklamationsstil. Wir werden von Berussschaufpielem die philosophischen Gedichte Schillers kaum mit solchem Verständnis behandelt sehen^ Auch die jungen Mädchen, welche von der „Elisabethen-Schule", der „Viktoria-Schule", Humboldt-Schule", dem Institut Sck)midt ausgewählt wur- ben, um Schillersche Verse zu sprechen, wurden dem idealen Gehalt und der schönen Form mit Talent und Ernst gerecht. Sehr schön machte sich auf der kleinen Schuibühne die Vorführung des lyrischen Festspiels „die Huldigung der Künste". Voran ging ein von Frau Elisabeth Mentzel gedichteter Prolog, Der uns die Gelegenl-eitsursache zur Abfassung des Weihespiels nahe führte und daraus hmwies, bay dieses Schillersche Testament über die aktuelle Wirkung in die Ferne reiche. Die Aula war ausverkauft. Primaner unb Tertianer machten sich nützlich bet der Abnahme ber Mllets unb als Garderobiers. Unter ben auswärtigen Gästen, die der Aufführung beiwohnten, befand fia.) auch die hohe Protekrorin des Schillerveröand deutscher Krauen Krankfurt a. M M. Darmstadt, 5. Mai. Tie Frankfurter fehlen nie, wenn es sich um litterarische oder überhaupt höhere geistige Interessen banbelt. Tas zeigte sich auch wieder jetzt beiden Veranstaltungen, die, vom Schiller-Frauen-Berein in die Hand genommen, den pekuniären Ertrag zu Gunsten der Cchillerstiftung abliefern werden. Die Iiäume des Goethe-Gymnasiums hatte man dem Komitee bereitwilligst zur Verfügung gestellt . Die tarnen, welche am Entwurf des Programmes bercihgt waren, stellten das günstigste Prognostikon: Die bekannte Goetheforscherin Elisabeth M e n tz e l, die sich durch ihre wertvolle Abhand- lung „Der junge Goethe und das Frankfurter Theater" weiteren Kreisen vertraut gemacht, der Intendant des Frankfurter Schauspiels, Emil Elaar, ber auch als Lyriker und Prologbichter einen Ruf besitzt, unb dann vor allem die rühmlichst bekannte Stockhausensche Gesangschule, bie ihre Kunsteleven gleichfalls bem Unternehmen zur Verfügung gestelll hatte. r „ In ber srilvollen Aula bes „Goethe-Gymna,:ums" gelangte bas geschmackvoll zu sammen gestellte Programm zur Ausführung. Es war im Schillerschen Geiste und wurde ganz mit Scknllerscher Poesie bestritten rejp. solchen Ton- schöpfungen, die sich ihre Anregung aus diesen Dichtungen geholt. Ein Prolog, der besonders Schäfers inniges Verhältnis zu den Lhnsuchtsgefühlen det^Iugend betonte, leitete den Abend ein. Daran schlossen sich ^n rascher Folge Vorträge Schillerscher Balladen und Gesangsnummern. Neben sehr deüuutten Sachen, wie „Der Eichwald braufet', Darmstadt-Schiller-Frauen-Verbandes, die Gräfin zu Erbach-Schönberg. — Die Durchführung der neuen Prüfungsordnung für Aerzte erheischt, ülwßnahmen zur Unterbringung der Praktikanten der Atedizin während bes neucingesührten praktischen Jahres zu treffen. Es haben sich bereits eine Reche von Krankenhäusern gemeldet, die bereit sind, Praktikanten ber Medizin anzunehmen. Nach einem vorläufigen Ueberschlag werben Stellen für Praktikanten in ausreichender Zahl zu Gebote stehen. Mit den Aufgaben, welche den Krankenhanslectern daraus ev= erwachsen, daß fie bte Ausbildung von Praktikanten der Medizin übernehmen, wird sich der diesjährige Aerzte tag beschäftigen. Pros. Rumpf in Bonn, der bas Referat erstatten wird, hat bie folgenden ü eit ja $ c ausgestellt: Ten leitenden Aerzten ber deutschen Krankenhausanstalten in durch die Einführung des praktischen Jahres in die Ausbildung der Aerzte eine ehrenvolle, aber veramwortungsretche Aufgabe zu teil geworden. Ta die Ausbildung der Aerzte in dtejer Zeit fowohl^dcr Vertiefung und Fortbildung der praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, als auch der Einführung in bas Verständnis der Berufsaufgaben unb -Pflichten gilt, fo bürsten folgende Punkte beachtenswert sem: die Krankenhausärzte haben Sorge zu tragen, 1) das; bte Praktikanten nicht mt Stelle sonst itotwendiger Afststenzarte etngeschobett werden, um nur auf dein Wege der Erfahrung am flrmifcubett unb der gemeinschaftlichen Bifiten ihre Ausbildung zit erfahren; 2) daß der diagnostische und cherapeutifche Apparat der Krankenanstalten sich aut einer Höhe befinbct, welcher der erfolgreichen Anwendung bei Kranken und der Ausbildung der künftigen Aerzte entspricht; ß) daß den Praktikanten Gelegenheit gegeben wird, wissenschaftlich und praktifch den Fortschritten der Aledtzin zu folgen; 4) daß für die Praktikanten, um sie mit den Aufgaben und Pflichten des ärztlichen Standes vertraut zu tnachen, Vortrage und Lejprechungen über dcc ärztlichen Pflicht- und Sittengefetze emgerichter werden. Jagdbesuche aus 54882. selbe Prüfung festgesetzt. 23553 23609 27458 28440 37456 42031 42398 43062 150 3)lf. 5521 6412 18809 18833 19813 29883 32939 35187 45029 49274 50556 20999 37230 54108 der auf auf Hier sind zum den Schulkindern Tagen die Schule des in den letzten Tagen eingetretenen mußten verschiedene, bereits angesagten Darinstadt abgesagt werden. r. Udenhausen (bei Alsfeld), 5. Mai. zweiten Male innerhalb kurzer Zeit unter die Masern ausgebrochen, sodaß seit 8 auf Nr. 12351 12684 15848 16210 42376 51816, 28 Gewinne von je 7847 10510 11444 15581 16301 Aus Htadt und Land. Gießen, 6. Mai 1902. Lotterie. Bei der heutigen Ziehung der 2. Klasse vorzügliche und wurden verschiedene Hähne von den hierher- gekommenen hohen und höchsten Herrschaften erlegt. Wegen schlechten Wetters Hessischen Landeslotterie fiel ein Gelvinn von 20 000 Mk. Nr. 5699 (nach Worms), ein Gewinn von 2000 Mk. Nr. 11186 (nach Darmstadt), drei Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 3970 11641 18195, drei Gewinne von je 300 Mk. auf Nr. 13703 19041 24381, neun Gewinne von je 200 Mk. ----- 17350 27565 39395 Soweit bis jetzt festgestellt ist, sind unter den Verletzten folgende Namen: Marie Leder-Berlin, Marie Sternberg-Berlin, Lilly Mannes-Freising, Charlotte Döring-Bitterfeld, Rittergutsbesitzer Wandel-Posen. Die beiden Getöteten befanden sich im ersten und zweiten Wagen. Sie weisen schwere Schädclbrüche auf. Eine Dame, die durch Teile des Wagens eingekeilt war und einen Bruch des linken Armes erlitten hat, wurde nach Beseitigung der Hindernisse aus ihrer Lage befreit und aus dem Wagen herausgeholt. Der Koch in dem Küchenwagen schlief bei dem Unfall in der Hängematte. Er kam mit einer Beule am Kopfe davon, die siebzehnjährige Charlotte Döring, Tochter des Bauunternehmers Döring in Bitterfeld, erlitt eine Verwundung am Rücken, die Musiklehrerin Lilly Mannes, zuletzt in Freising, einen Kniescheibenbruch. Auch die Bundeskanzlei des deutschen Samariterbundes bestätigt, daß es bei dem Eisenbahnunglück zwei Tote und acht Verletzte gab. Neben der ärztlichen Hilfe von Delitzsch waren die Aerzte und Samaritervereine zu Leipzig, Ober- nt Dr. Dühms und Dr. Hahn, sowie die Mannschaften ^willigen Leipziger Samaritervereins alsbald mit Rettungswagen zur Stelle, sodaß gegen acht Uhr sämtliche Verletzte geborgen waren. Die Schwerverletzten wurden dem Krankenhause St. Jakob in Leipzig zugesührt. Von den Schwerverletzten hat die eine Dame einen Unterschenkel- b r u ch, die andere Verletzungen im Rücken erlitten. Heber den Tod des R e ich s t a g s a b g c o r d n e t en Friedel machte der Zentrumsabgeordnete Ritter von Lama, der sich gleichfalls in dem verunglückten Zuge befand aber unverletzt blieb und wohlbehalten in Berlin eingetroffen ist, folgende Mitteilungen: Herr Friedel, der sich in einem der beiden anderen Wagen befand, verlor sein Leben vermutlich in Ausübung einer edlen That. Unter den Verunglückten befand sich auch eine Dame, die vollständig in das Erdreich eingewühlt und ganz bedeckt von Eisentrümmern war. Friedel wollte offenbar der Dame beispringen und wurde unter einem der umstürzenden Wagen begraben, wobei ihm das Rückgrat mehrfach gebrochen wurde. Der Zug passierte eben die Statton Zschortau, als man plötzlich einen äußerst heftigen Ruck verspürte. Ein Krachen und Rasseln ertönte, und der Wagen stand wie festgenagelt. Der Reisende, der Herrn v. Lama gegenüber saß, fiel auf ihn hinauf, die Gepäckstücke stürzten aus ihren Netzen, die Fenster zersplitterten und überschütteten die Reisenden mit Glasscherben; die Gasbeleuchtung funktionierte aber weiter. Der Zugführer des verunglückten Zuges hat dem Berichterstatter eines Berliner Blattes folgende Schilderung von dem Unglück gegeben: Unser Train ist der Münchener D-Zug 21, der auf dem hiesigen Anhalter Bahnhof um 6.10 llhr morgens einzutrefscn hat. Er bestand aus acht Wagen in folgender Reihenfolge: PacLvagen, vier Personen-, ein Schlafwagen und dem Postwagen; den Beschluß machte wieder ein Personenwagen, der sogenannte Karlsbader Magen, der aber unbesetzt war. Wir hatten Leipzig um 3.47 Uhr morgens verlas, en und sollten um 4.01 Uhr Zschortau passieren. Der Zug hatte bereits seine volle Geschwindigkeit — 75 Kilometer in der Stunde — erreicht, als ich in dem Packwagen, in dem ich mich gerade befand, durch das Lärmen und Stampfen ein ,remdaräges Geräusch zu vernehmen glaubte. Es war ein Krachen und Knirschen, als ob wir über holpriges Pflaster führen. Zugleich wurde der Wagen durch einen furchtbaren Stoß erschüttert. Hier ist etwas nicht in Ordnung! schießt es mir durch den Kopf, und ehe ich mir weiter Rechenschaft zu geben suche, was wohl geschehen sei, setze ich die Luftbrem,e in Thätigkeit. Zunächst geht es noch etwa 500 Meter weiter, dann halten wir gerade vor der Station Zschortau an. Aber nur Lokomotive, Tender und Packwagen sind da. Wir blicken zurück und sehen nun, was geschehen ist. Hinter uns ist der ganze übrige Zug geblieben, und auf dem Bahndamm liegen umgeworfen von den vier Turchgangswagen die beiden dem Packwagen zunächst angeschlossenen Waggons. Rechts in der Fahrtrichtung liegt der erste und links der zweite Wagen; alle anderen stehen aufrecht und unbeschädigt auf dem Geleise. Aus den Trümmern der zerschmetterten Wagen tönt Wimmern und Jammern; doch ist das Geschrei und der Tumult überhaupt nicht so groß, wie man es bei einem solchen schweren Unglück hätte erwarten können. Der Unis!and, daß wir nicht auf freier Strecke, sondern im Angesicht einer Statton lagen und Hilfe somit zur Stelle war, hatte wohl auch im Bewußtsein der Passagiere dem Ereignis manches von seinem Schrecken genommen. Unverzüglich wurde von den herbeigeeilten Aerztcn und dein Bahnpersonal das Rettungswerk begonnen. Zwei Personen waren getötet, fünf oder sechs Reisende hatten schwere Verletzungen erlitten und etwa zehn Personen waren mit leichten Verwundungen davongekommen. — Vom Dienstpersonal war nur die Aufwartefrau zu Schaben gekommen; doch sind ihre Verletzungen anscheinend nicht schwerer Natur. Wie war nun die Katastrophe entstanden? Die dritte Achse des Tenders war mitten durch gebrochen. Das hatte jene Erschütterungen verursacht, durch die ich mich veranlaßt fühlte, die Luftbremse zu ziehen. Unter dem Widerstreit zwischen der Schnelligkeit, mit welcher der Zug dahinraste, und dem unvermittelten Gebote zum Stillstehen war die Kuppelung gebrochen, die den Packwagen mit dem übrigen Train verband. Lokomotive, Tender und Packwagen rasten weiter, aber die zunächst folgenden Waggons waren ihres Halles plötzlich beraubt und stürzten um. Die Rütli r e m i c hat jedenfalls i h r Sch u l d i g k ei t i n v o ll st e m Maße gethan. Wäre der Zug mit dem die Schienen entlang ichleifenden Tender nur noch eine kurze strecke weitergefahren, so hätte der ganze Zug unfehlbar entgleisen müssen und noch schwereres Unheil wäre die Folge gewesen. Gerichts! aal. M. Gieße«, 3. Mai. Strafkammer. In der heutigen Strafkammcrsitzung, in welcher lediglich Privattlagen zur Verhandlung standen, führte Landgerichtsdirektor (Jungend) den Vorsitz. — In der Pttvatklagcsache des Wilhelm Hauser in Friedberg gegen den H. G. Scheid in Hungen war >.er Angeklagte vom Sck)öffengericht Himgen wegen Beleidigung zu einer Oeldstrase von 20 Mark verurteilt worden, weil er in Veziehung auf den Privatkläger geäußert hatte, der von dem Privatklager an die Gemeinde Hungen gelieferte Leichemvagen sei kein ganz neuer, stm- dern nur teilweise neu. Nach Ansicht des Gerichts wollte der Angeklagte dem Privatkläger mit diesen Worten den Vorivurs ,nachen, daß er seinen vertraglichen Verpflichtungen, die aus Lieferung eines neuen Wagen ginc^i, nicht genügt habe; der Angeklagte habe sich offenbar darüber Hsargert, daß nicht er, sondern em Auswärtiger den Auftrag erhälten habe, unb durch die erwähnte Aeußerrurg beabsichtigt, den Privatkläger verächtlich zu machen unb in ber öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Da dem Angeklagten der Rechtsschutz W heute eröffnet worden. Aus ■allen Teilen Deutschlands, aus Oesterreich, Italien unb England sind Vertreter anwesend, im ganzen etwa 200. Außer der Handelskammer und Gewerbekammer von Hamburg sind 19 Handelskammern und Gewerbekammern, krusmänniscbe Korporationen, ferner 18 technische Vereine und Verbände vertreten Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Reform des Patentrechts. Die von der Kommission aufgestellten Leitsätze wurden mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. — In der Nachmittagssitzung beriet der Kongreß die Frage der Abhängigkeit der neuen Patente von früher bestehenden und sprach sich dafür aus, daß bei der Patenterteilung eine Abhängigkeitserklärung vom Vatent- amte nicht erlassen werden solle. Sodann wurde beschlossen, in einer Proklamation an den Reichskanzler für Zuziehung spezieller Sachverständiger in Patent fach en bei den ordentlichen Gerichten einzutreten. geschlossen ist. In vielen Häusern liegen kranke Kinder, die sonst von spielenden Kindern belebten Straßen sind wie ausgestorben und gestern war der Gottesdienst nur von Erwachsenen besucht. Die Krankheit ist bis jetzt ohne schlimme Folgen verlaufen. — Der Brückenbau über die Jossa ist seit 3 Wochen in Angriff genommen und schreitet langsam vorwärts. Wenn erst einmal das sogen, kleine Wasser, ein Graben, dec unterhalb der projektierten Brücke in die Jossa einmündet, kanalisiert ist, woran gegenwärtig gearbeitet wird, kann zum eigentlichen Bau der Brücke übergegangen werden. Man hofft, daß die neue Brücke noch im Laufe des Sommers in Gebrauch genommen werden kann. Bretzenheim, 4. Mai. Am 6. Juli 1899 verstarb zu Chicago (Nordamerika) die von hier gebürtige Maria Braun, geb. Degen, in hohem Alter. Zur Zeit der französischen Revolution geboren, verließ sie unseren Ort und wauperte nach Amerika aus. Für ihre hiesigen An- gehörigetl blieb sie nun gänzlich verschollen. Sie hinterließ ein erspartes Vermögen von 76 000 Mark, das von ihr zu w o h l t h ä t i g e n Zwecken an 12 meist deutsche Hospitäler, Vereinigungen, Anstalten usw., vermacht wurde. Den relativ höchsten Betrag, nämlich 16 000 Mark, erhält unsere Gemeinde unter der Bedingung, daß dieser Geldbetrag in guten Wertpapieren dauernd angelegt und als „Maria Braun-Sttstung" unantastbar unter der Verwaltung unseres Bürgermeisters und Gemeinderats verbleiben solle. Von den jährlichen Zinsen soll die eine Hälfte zur Anschaffung von Kleidern für arme Kinder Bretzenheims an ihrem Konfirmandentag verwendet und die andere Hälfte am Geburtstage der Erblasserin — 28. April — an Lehrer und bedürftige hiesige Sck)ulkinder bei einer durch den Bürgermeister zu veranstaltenden Schulseier nach dessen Ermessen verteilt werden. fc. Fr aut für c a. M., 5. Mai. Heute uachmtttag stürzte sich am Mainufer eine unbekannte im Alter von -10—45 Jahren stehende Frau mit chcem 4—5 Monate alten Kinde in Sachsenhausen unterhalb der Gerbermühle in den Main. Arbeitern, die hinzulameu, gelang es wohl nach mühevolller Arbeit, beide wieder den Fluten zu entreißen. Das Kind war aber schon tot, während bei der Frau die angestellten Wiederbelebungsversuche Erfolg hatten. Die Fran wurde in das städtische Krankenhaus gebracht. — Siu hier wohnender Chinese, Low Ah Boou mit Namen, 30 Jahre alt und von Beruf Kammerdiener, wurde von fünf Strolchen in der Taunusaulage eugegriffen, ihm die Kopfbedeckung entrissen und mit einem schar,en Instrument der Zopf abgeschnitten. ** Kleine Mitteilungen aus.Hessen und den Nachbarstaaten. Das bekannte frühere Lösfler'sche, dann Steinmeyer'sche Anwesen (Gasthaus „zur Stadt Gießen") in Gambach ist von dem jetzigen Besitzer Wilh. Balser, welcher es vor etwa drei Jahren für 25 000 Mk. erwarb, zum Preise von 30 000 Mk. an Eugen Jost ans Frankfurt a. M. verkauft ivorden. Die Uebergabe erfolgt am 1. Juni. Herr Balser beabsichtigt, seine m Bad Nauheim gelegene Wirtschaft selbst zu übernehmen. — In Gonsenheim ist die 21jährige Margarethe Stander entweder infolge einer Ohnmacht ober eine§- Schlaganfalles in einem Kübel Wasser ertrunken. ** Männerturnverein. Wie aus dem Inseratenteil er« sichtlich ist, veranstaltet der Männetturnverein bei günstiger Witterung am Himmelfahrtstage einen Familienausflug nach Braunfels. Mit diesem Ausflug ist ein Turngang über Greifenstein—Diana bürg—Leun—Braunfels verbunden. ** Contentia (Wohlthättgkeitsverein). Das vom Verein geplante Sommerfest wurde, nachdem am Sonntag Nachmittag sich die Witterung etwas gebessett hatte, abgehalten. Der Besuch war trotz des nicht sehr einladenden Wetters ein sehr guter. Der Verein hatte seine Aufgabe, den großen und kleinen Besuchern etwas zu bieten und für Sehenswürdigkeiten und Belustigungen zu sorgen, zur Zufriedenheit aller Teilnehmer gelöst. Die neuen Kinderspiele befriedigten ebenso wie die darauf verteilten Preise. Des anhaltenden Windes wegen mußte das Aufsteigen von Luftballons unterbleiben Am Abend fand Fackelpolonaise und Feuerwerk statt. •* Der Landes-Pferdezucht'Verein für das Großherzogtum Hoffen hält am 11. Mai in Mainz seine Mitglieder-Ver- s.nnmlung ab. ** Handelswiffenschaftliche Vorträge in Mainz. An bet im März von dem Großh. Ministerium des Innern im Einvernehmen mit der Handelskammer veranstalteten zweiten Reihe handelswissenschaftlicher Vorträge haben ausweislich ber inzwischen erfolgten Abrechnung 215 Personen teilgenommen. Dieser Zuhörerkreis bestand aus 184 Kaufleuten (Chefs und Angestellte), 24 Beamten und 7 anderen Personen. Friedberg, 4. Mai. Dem Vorstände des hiesigen k a 11) o li scheu Männervereins ist es gelungen, einen bedeutenden Redner zu gewinnen, der einen Cyklus philosophisch«- theologischer Vorträge abhalten will. Bei freiem Zutritt ist zu diesen Vorträgen jedermann freundlichst eingeladen. Zeit unb Ort sotten später noch bekannt gegeben werden. m. Gabsheim, 5. Mai. Auch hier wurde beim Abbruch einer Scheune ein weibliches Skelett gefunden. Vielleicht liegt ein ungesühntes Verbrechen vor. Grebenau, 5. Mai. Die Auerhahnbalz im Revier ber hiesigen Oberförsterei war in biefem Jahre wieder eine (Ohne Gewähr.) ** Definitorialprüsung für Schulamtskandidaten. Im Laufe der letzten Woche unterzogen sich in Darmstadt in zwei Abteilungen 31 Lehrer und 14 Lehrerinnen der Desinitorial- prüfung für Schulamtskandidaten. Für zwei weitere Abteilungen ist für Anfang dieser unb ber nächsten Woche die- Ausland. London, 5. Mai. Oberhaus. Muskerry len ft die Aufmerksamkeit auf die Thatsache, daß der südafrikanische Küsten handel fast vollständig durch einen Ring ausländischer Rheder, unter denen sich deutsche und norwegische befänden, monopolisiert sei, und ersucht die Regierung, dem britischen Handel den ihm gebührenden Schutz zutett werden zu lassen. Unterstaatssekretär Earl Onslow erwidert, einen solchen Sting gebe es nicht, wohl vermittle eine gewisse Anzahl ausländischer Schiffe dort den Handel an der Mste, aber der größte Dell des südafrikani- Küstenhalldels sei in britischen Händen. Was den ,Schutz des brrtischen Handels in den Kolonien betreffe, so sei das eine Frage, die in erster Linie die 9tegierung ber Kolonien angehe, aber England habe seit vielen Jahren bezüglich der seine Häfen anlaufenden Schiffe den Freihandel angenommen, und wenn mau den britischen Schiffen in den Häfen ber Kolonien Vorrechte gegenüber den ausländischen Schiffen einräumen wollte, so wurde dies ein bedenkliches Abweichen von der gegenwärtigen Politik des Landes bedeuten. London, 5. Mai. „Daily Mail" erfährt, daß der Ver- kehrstrust auch auf den Stillen Ozean sich erstrecken werde, wo sich alle Linien, mit Ausnahme ber deutschen heftige Konkurrenz machen. Der Trust habe auch weitgehenden Einfluß auf die von Großbritannien nach Westtubien fahrenden Linien. Brüssel, 5. Mai. Auf dem außerordentlichen Parteitag der s o z i a li st is ch e n Partei kam es zu scharfen Auseinandersetzungen wegen der frühzeitigen Aufhebung des Generalstreiks. Schließlich wurde die Entscheidung des Generalrats mit bedeutender Majorität gebilligt. Bern, 5. Mai. Das Volk des Kantons Bern hat das Eisenbahn-Subventionsgesetz, welches u. a. für ben Lo e ts ch b e r g d ur ch st i ch eine StaatSsuvvention von 17i/a Millionen Franken vorsieht, mit 43 22 gegen 180746 Stimmen angenommen, dagegen die Erhöhung der Erb- schafts- unb Schenkungssteuer mit 31195 gegen 30 976 Stimmen verworfen, 6u OUO Bürger, mehr als die Hälfte der Stiinmberechttgten, haben gar nicht gestimmt. Madrid, 5. Mai. Hiesige Blätter bringen lange Spalten über den gestrigen Zwischenfall in Barcelona unb verlangen strenges Vorgehen. Bei den B l u m c n- spielen wurde die spanische Nationalflagge ausgepfiffen und geschmäht. Die Gendarmerie löste die Versammlung aus und nahm einige Verhaftungen vor. Im Theatro Ro- mea, wo eine Satire auf die Blumenspiele gegeben wurde, tarn es zu Schlägereien. N e w y 0 r k, 5. Mai. Die EinwanderüNg nimmt hier einen gewaltigen Umfang an. Seit dem SSegmne des Jahres sind 30 OÜU Personen mehr als in irgend einer gleichen Periode früherer Jahre eingewandert. — Der Präsident ordnete ein Kriegsgericht für die Offiziere an, die den Krawall in Venedig verübten. Newyork, 5. Mai. Vor dem Kongreßkomitee für auswärtige Angelegenheiten besürworteie Hexamer, Präsident des deutsch-amerikanischen Nationalbundes, die Annahme einer Resolution, dcrzufolge Präsident Roosevelt England die Hoffnung ausbrücken solle, daß es bald Hum Frieden in Südafrika komme. England werde dies nicht als unfreundlichen Akt ansehen können; außerdem sei es zu geschwächt, um wirklich an feindliche Maßregeln zu dneken. Ihm antwortete Repräsentant Smith, daß die Burensrage eine solche des Völkerrechts sei und nicht, wie Hexamer vorschlug, zum Gegenstand von. Parteipolitik gemacht werden könne. Pe fing, 5. Mai. Die Regierung erließ ein Edikt, in dem die Ermordung von Missionaren bedauert und angeordnet wird, daß Entschädigungsgelder bezahlt und die schuldigen Beamten besttaft werden. Der bisher vermißte Priester befindet sich wohlbehalten in Taming . Die Entgleisung des München-KeUiner D-Iuges vei Ajchoctau. Auf der Strecke Leipzig—Berlin ereignete sich, wie wir bereits gestern telegraphisch niitteilten, schon wieder eine schwere Eisenbahnkatastrophe, die leider auch Opfer an Menschenleben forderte. Die Entgleisung des 3;40 Uhr von Leipzig nach Berlin abgegangenen D-Zuges geschah unmittelbar am Bahnhof Zschortau, der wenige Kilometer von der Station Delitzsch entfernt liegt Es ist dies bereits das zweite E i} e n b a Ij n u 11 g 1 ü cf, das sich bei Zschortau ereignet. Schon im Jahre 1871 erlangte die Station eine traurige Berühmtheit durch Entgleisung eines Militärzuges, wobei eine Anzahl aus Frankreich heimkehrender Landwehrleute den Tod fand. — Kurz vor der Einfahrt in die Station brach die Vorderachse des Tenders. Die Maschine schleppte den Tender nebst dem Gepäckwagen noch eine Strecke durch bie Station hindurch und kam dann erst zum Stehen, blieb aber mit ihrem Anhang im Geleise. Die Koppelung zwischen .Gepäckwagen unb ersten Personenwagen riß, der erste Wagen entgleiste nach rechts, der zweite nad) links, der dritte ziemlich genau in der Fahrtrichtung. Die Lokomotive, der Tender und der Packwagen rissen sich los, rasten noch etwa 600 Meter Wetter und blieben dann auf freiem Felde auf ben Schienen stehen. Die Wagen müssen mit furchtbarer Vehemenz aus dem Geleise gesprungen sein. Glücklicherweise war der Zug verhältnismäßig schwach besetzt. Die letzten drei bis vier Wagen blieben im Geleise. Die Unglücksstelle gewährt ein grauenvolles Bild der Verwüstung. Bei dem Unglück büßten zwei Reisende, der Reichstagsabgeordnete Johann Friedel-Bayreuth und eine Frau Hirsch ihr Leben em; zwei Personen, eine Dame und ein junges 'Mädchen, wurden schwer und s e ch s a n d e r e Passagiere leicht verletzt. Die getötete Dame trug einen Trauring mit der Inschrift,^erheiratet Nizza 1871". 60-7( Stück Liter Trau! Sm Sic kosteten Gänjeei 5-7 Pi Liter 35 1,00-1 2,40-2 66-76 wurde u BeruM eine auVl LerM otzt a. T englische Dr.J.H orthoyat ütreä giaturro SetNj kruxteü bergge Sie^n! iraeoo cha t manu w fern, geben V ebenM rung^ 'M verlamm eine de' Wirtshm Schöfieng Aeteld'g" krechend' und anbei rung ytb —0 jonbern e roortejet B D 6 ölil Ch Tau; K SV tonne ”>e|er Jlb Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. ML, 6. Mai 3x/i°/o Reichsanleihe do. S°/° 3°/o 3‘/a°/o Hessen Tendenz: fest. 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Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit für sofort oder 1. Juni gef. von 3503 Iran Otto Kempff, Wallchorstr.24 hunger Hausbursche gesucht. 01966 . Schuhmachcrgeselle per sofort oder später gesucht. Wochenlohn 15 bis 18 SDünf. Ioh. Hecker, Schnellbefohlanst. Damen-Unterröcke Creme und weisse Röcke Mk. o.s» bu Weisse and farbige Anstands-Röcke — 40/j Italien. Rente . . . 4’/,% Portugiesen . . . 30/ Portugiesen. .. . 1% C. Türken . . . Türkenlose . . . . . 4% Griech. Monopol -AnL 4*/,% äussere Argentiner Kirchliche Nachrichten. Cvaugelische Gemeinde. Himmelfahrtstag, Donnerstag den 8. Mai. Gottesdienst. In der Stadtktrche. Vormittags 97, Uhr: Psarrer Tr. Grein. In der JohauueSkircke. Vormittags 97, Uhr: Psarrer Dr. Naumann. normal Ttt L-gr M gegenwsrng |tenntg »e- friedigend, obwohl fie noch volle Aufmerfsarnkeil »nd Sorg- ABoacca-Röcke 2.55, a.ss, ».»«, r 5.—. 6 50, 8.—. 1902. . 25.65 . 89.50 . 107.50 . 106.60 . 210.50 . 185.70 . 135.50 . 138.70 . 152.00 . 142.30 . 16.10 . 167.5/0 . 200.60 . 194.00 . 170.25 Eine hochangesehene, sehr alte deutsche Lebensvers.- Akt.-Ges. sucht einen rührigen und vertrauenswürdigen InKasso- Haupivertrcter für Gießen und Umgebung. Gesl. Offerten unter 3541 an die Exped. d. Bl. erb. 37,% Konsole do. Fn der Frtedhofdkapelle. A^l^Pfi^gstseunag findll Beichte und hell. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde xxn pauptgott^diens statt, lnmeldungen vorher bei dem.Plärrer ieder Gemeinde erbeten.^. Stabt. Schlachthaus. Freibank. Schleuftni« äO M. An einen Käufer werden nicht mehr als 3 Pfund abgegeben. Während der Marktzerl findet der Verkauf des Fleisches in der Grobschlachtviehhalle Halt. P^aris 6. Mai. Auf der hiesigen holländischen Gesandtschaft bestätigt man die Meldung über die Besserung i!n Befinden der Königin Ebenso wird klärt, daß kein Anlaß zu Besorgnissen mehr vorhanden ifL P„is 6. Mai. Wie der /Malm' meldet, hat Brisson offiziell seine Kandidatur für Marseille angcmeldet und ist heute früh dorthin abgcrcift Madrid, 5. Mai. In Oporto und Vianna fand« !Kundgebungen von Studenten statt, gegen die die Poliz« einschreiten mußte. In Oporto wurde eine für gestern an- gesagte Versammlung vom Präfekten verboten. Madrid, 6. Mai. In der Provinz Murcia erregt- gestern ein heftiger E r d st otz gro^e ©efturjung. Der angerichtete Schaden in der Stadt Murcra ist nur germH, dagegen sollen in Alberca viele Hauser emgestürzt sein. Sofia, 6. Mai. Fürst Fe r d in an d entging gelegentlich der gestrigen Eröffnung der außerordentlichen So» branje-Tagung einer großen Lebensgefahr. Auf tarn Wege zum Gebäude der Sobranje s ch eu t e vor em er sich senkenden Regimentsfahne das Pferd des, den fürstlichen Wagen beglettenden Leibgarde-Rtttmeisters Kaßarow, sprang mit den Vorderfüßen in den Wagen, seßte aber, dura- den Rittmeister angespornt, glücklich über den ^-agen hin- 11-eg. Kaßarow siel vom Pferde, richtete sich aber sofort; wieder auf, ohne Schaden genommen zu haben. Konstantinopel, 6. Mai. Der Sultan hat dem deutschen Kaiser aus Anlaß des Todes des Prinzen Georg sein Beileid telegraphisch ausgcdrückt. Pretoria, 6 Mai.. Das Kriegsgericht verurteilte gestern David Demet zu 500 Pfd. Sderl- oder ein Jahr Gefängnis und seinen Bruder Piet zu 1000 ZPfd. Sterl. oder zwei Jahren Gefängnis. | New-York, 5. Mai. Nach einem Telegramm aus Bermuda /'Line Verkäuferin, welche 37» I. V/ in einem KuNwaren^eschcht thälig war, sucht sofort ähnliche Stelle. Lteiustraße 66, II. »-ücht., energischer junger Mann, -L seither thäng als Aufseher über Tiefbau, sucht ähnliche Stellung. Offerten umer Nr. 02101 I an die Expedition d. Bl. 021061 Für ein hiesiges groß. Geschäft werden einige junge, gewandte Milcr gesucht. Nur solche finden Berücksichtigung, die gute Zeugnisse vorlegen können und auch mit dem Fuhrwesen vertraut sind. Adressen sind in der Expedition dieses Blattes niederzulegen. Verband Weimar ist die grösste Einkaufs-Vereinigung Deutschlands In seiner Art mit circa 200 Mitgliedern. Moire-Röcke 3 so, - 8 25, 3% Hessen ..... —•— 4% Oeeterr. Goldretne . . 102.70 4l/a% Oeeterr. Siiberrento 101.80 4% Ungar. Goldrente . . 101.25 Neueste Mell-ungen. OriginaldrahtMkUmngcn des Gietze«er «nztigerS. Be r l i n 6 Mai. dtirch einem Telegramm bed Berliner T«ZlaL ^ Lübeck beschloß der Lrstmid der D°lv- ffi, bkaneere«« Kandidatur des Prrnzcn r i cf) nicht Wetter in Erwägung zu ziehen. ,, .. I Berlin 6. Mai. Der ,Lokal-Auzeiger" bezeichnt dre Meldung von einem schweren Unsall des Komm-uiL«lr^ des 3. Garde^Rcgiments Grafen v- Haslmger tiä üb er- trie den. Den Grafen habe lediglich em leichtes lln wohlsein befallen, wett er schon seit einigen Tagen einem Influenza-Anfall litt Der Besichttgung wohnte er bis zum , 6. Mai. Ein für Sonntagabend von Po len! anaesaates Konzert hervorragender Künstler und emc | polnisK Theate-ärorstcüung i-n Af-°lk>.THeat°r wurde au. geblich auf Grund einer neuen noch unbekannten anti-polni scheu Regierungs-Verordnung polizeilich derb o t e n. Dm Militär-Behörde verbot ferner den Soldaten den Besuch einer Reihe polnischer Restaurants. Köln, 6. Mai. Hier und m der Umgegend ist heute früh leichter Schneefall eingetreten, der stellenweise mtt Hagel untermischt ist. , m . Mühlheim a. Ruhr, 6. Mai. In der vergangenen Nacht brannte ein Lagerschuppen nieder, in dem mehrere Personen Unterkunft gesucht hatten. Bisher wurden 3 xote geborgen. 3 Leichen befinden sich wahrscheinlich noch un- Nmdsmühle, Leihgestern. Donnerstag den 8. Mai (Himmelfahrttag): Grosse Tanzmusik Tarr; und Musik frei. Großer, neuer Tanzboden. MßT* Frisch geschlachtet. *03 Bier 7» 10 Pfg. *9® Es labet ergebenst ein Konrad Seipp III. Wasch-Röcke ™ ml 2.75, 5.25. /Lin tüchtiges Mädchen, welches \2/ kochen kann und alle Hausarbeit verst., sucht Stellung auf 15.Mai ob. spät. Off. mü Gehaltsang. u. Nr. 02094 an die Exped. 10 tüchtige brSorbeitcr gegen guten Lohn sofort gesucht. Gg. Ruhl, Taubrmgen. Ein Arbeiter^ gesucht zum Gußbestoßen. 3563 Ehr. Zimmer, Lupferschmiederei u. Metallgießerei, Bahnhohrr. 12. 3530] Hansbursche gesucht. Böcker Horu, Steinsirage. Tüchtiges Mädchen welches gut kocht und die Haus- , arbeit versteht, gesucht. Lohn25Mk. Wallchorsrraße 5j 02031 Adr. Exp. zu ersr. ter den Trümmern. , Wilhelmshaven, 6. Mm. Mef bemmit Del- Heizung ausgerüsteten Torpedoboot S. 51 ^xp lobte rte _._____ SUt nammS bCi emEm Niklas wurde» schwer verletzt. Das Torpedoboot ist gering ^ai. Nach einer amtlichen Schätzung bc. beschädigt.^ o n 6 Mai. Das Telegramm aus Pietermcrritz- finden sich noch 16 Millionen Bushels des für ben Markt bura über die" Annexion verschiedener Transvaal- verfügbaren Wetzens m Manitoba und tm Nordwesten, distrikte durch die Kolonie Natal wird amtlich be- 224 305 Acker Neuland sind im Herbst umgebrochen worden, stätiat. Gestern erklärte Lord Balfour im Unterhause, es Buenos-Ayres, 6. Mai. Der Minister des Aeußeren, ei richtig, daß die Distrikte Bryheid, llttecht und em ^ett des Transvaal-Distriktes Wackerstroom der Kolonie Natal einv er leibt wurden. Der Minister fügt h^ziLdie Regierung beabsichtige indes nicht, einen formellen Beschluß hierüber im Unterhause einzubringen. _r. I Loudon, 6. Mai. Wie die ^Times aus Buenos Aires vom 5. ds. meldet, hat sich der Präsident von Argentinien dahin geäußert, daß die Verhandlungen mit Chile zur Beilegung der Schwierigkeiten von beiden Regierungen unterstützt und vom englischen Gesandten in freundschaftlichem Sinne geführt werden. Er hoffe, daß sie binnen Kurzem zu einem erfolgreichen Ende gebracht werdens Schloß Loos, 6. Mai. Der gestrige Abend vertief ruhig. Der Zustaud der Köuigiu ist augenblicklich uuverändert. Die beiden behandelnden Aerzte verlaffen ketneu Augenblick das Krankenlager, ebensowenig die Königin-Matter und der Prtnz- W>° (8 h-itzt, hat sich die Köuigiu wählend d-r letzt-n Tage eine Unvorfichtigkett zu Schulden kommen taffen, welche die jetzige Lage verschuldet hat. Die Aerzte erklären, daß der äugen- blickliche Zustand der Königin keine Gefahr mehr biete. Schloß Loo, 6. Mai. Vormittags 1072 Uhr. Der heutige Kraukheitsbericht besagt: Gestern Abend zeigte sich eine geringe Erhöhung der Temperatur. Dte Königin verbrachte die Nacht ruhig und schlief wahrend emes großen TettS derselben. Heute Morgen war die Temperatur UWllll Mner sofort zes. Meckhrlinz ßqW Cafe Ebel. 3188______________l5afv El Beweis der Wcchrhett nicht gelang, so wurde er — unter Nichtigkeitserklärung des ersiinüanllichen Urteils wegen eines formellen Verstoßes — wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 20 Mk. veruxteilt. — In der Privatklagesache Balthasar Heß II. in Steinberg gegen ben Georg Harnack daselbst, hatte das Schöffengericht Bietzen gegen den Angelloqten wegen Beleidigung aus eine Geld- [tra e von 40 Atark ertannL Der Angeklagte haue in einer Wirtschaft gelegentlich der Bürgermeisterwahl nach einer Wählerversammlung geäußert, er könne noch angeben, daß em Ortsgerichtsmann unter Eid vor Gericht ausgesagt habe, .er traue dem Bürgermeister zu, daß er die Gemeinde betrogen hätte, wo er gekonnt hätte uno daß et Gemeindegeld einkassiert und nicht abgegeben habe'. Der Wahrheitsbeweis mißlaiig dem Angeklagien ebenso rote in der ersten Instanz. Der Angeklagte rotll in Wahrung berechtigter Interessen — als Wähler — gehandelt haben. Das Gertchl war der Ansicht, daß es dem Angeklagten als Wähler «nd Ortsburger straflos freigeftcmden hätte, sich tn der Wähleroersammlung m der angebeuteten Richtung zu äußern, daß aber eine derartige Aeußerung nach der Wählerversammlung, tm Wirtshaus und Nichtwählern gegenüber ferne Wahrung berechtigter Interessen mehr eitthalte. Die Berufung des Angeklagten wurde kostensällig verivorsen. Da der Prtoackläger seinersetts keine Berufung eingelegt hatte, so mußte es bei der von dem Schöffengericht derhängten Geldstrafe bleiben, obwohl im Verhältnis zur Schwere der Beleidigung die Strase nach Ansicht des Gerichts eine äußerst milde war und gegebenenfalls eine Erhöhung erfahren hätte. — In der Privatklagesache des Joseph Aß mann aus Roggenstein gegen den Joseph Küchler aus Gießen hatte bas Schöffengericht Gießen ben Angeklagten von ber Beschulbtgung ber Beleibigung freigesprochen. Die Strafkammer bestätigte das frei- sprechettde Erkenntnis, indem sie den Wahrheitsbeweis für erbracht und zudem ein berechtigtes Interesse zu der inkriminierten Aeußerung für vorliegend erachtete. — In der Privattlagesache des Spenglers I. H. Schmidt in Friedberg gegen die Ehefrau Werner daselbst hatte bas Schöffengericht Friebberg die Angeklagte und — auf erhobene Widerklage — auch den Privatklager wegen wechselseitiger Beleidigungen zu Geldstrafen von je Aik. 50 verurteilt. 4)er Privatkläger hat gegen dies Urteil Berufung eingelegt, bie jedoch verworfen wird, da scststeht, daß nicht nur die Beklagte, sondern auch ber Privatkläger bei bem fraglichen Disput Schimpf- worte gebraucht Hal. ----------------- 4 dis 5 Lackierer? welche mit Holzsarbe-Anfertigung gut umgehen können, gesucht. I. G. Pfaff, Bismarckstr. 32. löchtige Tülchß eventt. für Aecordarbeit, sofort gesucht. I. G. Pfaff, Bismarckstr. 32. Weißbinder § können in Arbest treten als Aecordpartie ober im ^.aglohn bei »irkenstock & Lchuetder. Unioersstäts-Nachrichtell. — Der a.-o. Profeffor an ber Berliner Universität, Direktor ,ber Poliklinik für Ohrenkrankheiten, Geh. Mebizinalrcst, Generalarzt a. D. Trautmann, ist gestorben. — Der a.-o. Profeffor für englische Sprache unb Literatur an ber Kieler Universität, Dr. F. Holthausen ist zum o. Prosessor baselbst ernannt worben. — In Berlin ist ber Sanitätsrat Dr. Beely, ber sich um die orthopädische Chirurgie verdient gemacht hat, gestorbe,i. — In Utrecht starb Dr. V. A. I u l i u s, Profeffor für Arathematik und Naturwiffenschasten an ber Universität, im Alter von 61 Jahren, gjaniid und VerlulirV Nolltswirlschast. Gießen, 6 Mai. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr.Pfb. 1,10—1,30 Mk., Hühnereier 1 Stck. 5-6M (Sänfeeier 10—12 Pfg., Enteneier 6—7 Pf., Käse nt. totud ^-7 Ps^ Kasematte2StcL0-0Psg., Erbsen pr.ßiter 19Pfg.,Lmsenper Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. Swck 1 oo—l 50 Mk Hahnen pr. Stück 1,20—1,80 Mk., Enten pr. Stück 2 40^2^60 Mk. Gänse pr. Psd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweme- fleisch pr. Pfiind 70-80 Pfg., Schweinefleisch, ge alzen, pr. Pfimd Kcllbfleisch pr. Psd. 64—66 P g., Hammelfleisch pr. Pfund to-70 $fte trauernde« LinteröNeöeuen. Gießen, am 5. Mai 1902. Beerdigung findet Mtttwoch den 7. d. Mts., nachmittags um 4 Uhr, vom Sterbehause, Sonnenstraße 11, aus statt. 8562] Neuhergerichtete Zwei- Zimmerwohnung im Hinterhaus Steine Familie vermieten. Ludwigftraße 52 fft die Parterre-Wohnung, 5 lchöne große 3immer und allem Zube- hör, ab L Juli ev. auch stütze r zu vermieten. ________3585 QliU. Wohnungen s. solive Arbeits- ^leuteMeuenbäusS0,Dchtsfvfflom KMs«rttrstche lü | ist bie Parterr-Wohnung, 7 Zim. mü allem Zubh., zum 1. Oktober ob. auch etw. früher zu vermieten. Einsicht d. 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Fran Emilie Hensel, geb. Reitel, im 77. Lehensjahre. Giessen, Hanau, Wiesbaden, 5. Mai 1902. Die Beerdigung findet Donnerstag den 8. Mai, vormittags 11 Uhr, vom Irauerhause, Südanlage 16, aus statt 3548 Die trauernden Hinterbliebenen: