Nr. 105 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sesstschea Landwirt die Siebener ZamUle«. blätter viermal m der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Unwers.-Bucb-a.Stem- bruderei (Piets ch Erbens Redaktion, Erpedttion und Druckerei: Echulsiratze 7. iebref.f für Depeschen: rXn;,tiger Gieße«. ^trnf >r chcmscblußNr.51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 6. »W1»M j»ä 1- "XST O monaiuch7bPf^viertes GletzenerAnzeigerW fJ General-Anzeiger ° ,£=» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW big genesen hier ein. ** Darmstadt, 4. Mai. Großherzogin Victoria Melitta siedelt zu Beginne des Juni von Schloß Fabron bei Nizza nach Ko bürg über und bezieht die Villa Edinburg. *• Wiesbaden, 4. Mai. Zu bem von uns bereits gemeldeten Kindesmord ist noch mitzuteilen, daß das bete. Dienstmädchen die Leiche des im Februar 1901 geborenen Kindes schon über 3 Monate in einer Schachtel bei sich führt. Obwohl das Mädchen bestreitet, das Kind getötet zu haben — sie giebt an, es sei während ihrer Abwesenheit erstickt — hat man sichere Anhaltspunkte dafür, daß ein vorsätzlicher Mord vorlregt, und zwar nimmt man an, daß noch eine zweite Person hierbei beteiligt gewesen ist. Vermischtes. Berlin, 3. Mai. Ein schwerer Unfall während Aus Atuöt uüü Vutül. Gießen, den 6. Mai 1902. •* Landessynode. Nach neuerlichem Benehmen des Oberkonsistoriums mit dem Landessynodalausschuß wird die Landessynode nicht, wie die ,D. Ztg." mitteilt, vor Herbst zu- ammentreten. - Eiseubahndienstuachrichten. Zum Bahnmeister werden ernannt: Diätar Wilh. Joost zu Nidda. Zugang von anderen Verwaltungen: Bahnmeister Pfeiffer von Niederolm nach Londorf, Bahnmeister Diätar Joost von Darm- tadt nach Nidda. Abgang zu anderen Verwaltungen: Bahnmeister Sah lfeld von Nidda nach Worms. Versetzt: Bahnmeister Riese von Hünfeld nach Vilbel, Hertig von Vilbel nach Limburg, Schütz von Limburg nach Elm, Müller von Elm nach Lauterbach, Nhodc iwn Friedberg nach Burghaun, Vielwerth von Büdingen nach Friedberg, Schmidt von Gelnhausen nach Büdingen. Uebertragen ist: den Bahnmeister-Diätaren Burggraf die Verwaltung der Bahnmeisterei 83 in Au, Sander die Verwaltung der Bahnmeisterei 34 in Sterbfritz, Peter die Verwaltung der Bahnmeisterei 16 m Gießen. •• Oeffentliche Lesehalle. Im April wurden 1848 Bände ausgeliehen.. Von diesen Bänden kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 427 , Erzählende Litteratur 888, Vers- dichtungen 38, Litteraturgeschichte 18, Jugendschristen 200, Länder- und Völkerkunde 41, Kulturgeschichte 11, Geschichte und Biographien 79, Naturwissenschaft, Technologie 63, Seewesen 11, Hauswirtschaft 15, Philosophie und Religion 23, Staatswissenschaft 8, Fremdsprachliches 17 Bände. Nach auswärts kamen 54 Bände. PreutzljcheS Abgeordnetenhaus. Berlin, 5. Mai. Im Abgeordnetenhause erklärte heute der Minister v. Hamm er stein im Laufe der Debatte über die Petition des Landesvereins preußischer Volksschullehrerinnen um Abänderung des Vereins- g e s e tz e s (Zulassung der Frauen zu politischen Vereinen), daß die Verfügung des Polizeipräsidenten von Berlin gegen Zulassung von Frauen zu politischen Versammlungen für das ganze Land und ohne Unterschied für alle Parteien gelte. In öffentlichen politischen Versammlungen dürften die Frauen nur als Zuschauerinnen anwesend ein, würden also zur Schweigsamkeit verurteilt. 27,9 v. H. der Kontore gewähren noch besondere Pausen außerhalb der Mittagspause, unb bei 44,0 v. H. der Kontore mit englischer Tischzeit fanden noch Frühstücks- und Mittagspausen von zusammen Vi bis 1 Stunde statt. Eine Verlängerung der Arbeitszeit zu gewissen Zeiten des Jahres erfolgte bei 20,4 v. H. der Kontore. Ain Samstag fanden bei 2,0 v. H. Verlängerurigen und bei 7,9 v. H. Verkürzungen der Arbeitszeit statt Sonntagsarbeit kam in 33,0 v. H. der Kontore vor, die in der Mehrzahl (70 v. H.) nicht über zwei Stunden hinausging. In 33,78 v. H. der Kontore wurde regelmäßig, in 6,1 v. H. auf Wunsch Urlaub gegeben. In Großstädten und Großbetrieben wird häufiger Urlaub gewährt als in Kleinbetrieben und kleinen Städten. In den Kontoren des Geld- und Medit- handels fanden sich relativ die günstigsten VerhältmQe. (zum Teil um 500 Prozent), für die Papierindiistrie, Kuhlen- Industrie, Tabakinduftrie, Lederindustrie usw. *>ei der großen volkswirtschaftlichen Wichtigkeit des ibcrfid)erung£-' wesens ist eine Aufklärung des Publikums sehr erwunftytt. zumal die Bestimmungen der Versicherungspolicen seitens der Versicherungsnehmer ruenig Beachtung finben. Um das berechtigte unb wichtige Interesse dieser zu wahren^ ist der obengenannte Schutzverband als eine Gegenorgani- sation der Versicherten gegriinbet worden. Wär geben hier den 8 1 der Satzungen desselben wieder: § 1. Der Verband bezweckt die Wahrnehmung der Interessen der Feuerversicherungsnehmer un allgemeinen bei den Regierungen und gesetzgebenden Faktoren und gegenüber den Ve^iicyerungsanpalten, namentlich in Bezug auf die Gestaltung Der Versicherungsbebingungen und des Versicherungsvertrages, die Festsetzung der Prämien und Die Feststellung Der Brandschäden, lohne die Förderung des Feuerschutzes und Fenerlv;chwesens. Im Anschluß an diese kurzen Andeutungen weisen wir unsere Leser nochmals aus den zweifellos hochwichti- gen Vortrag hin. Derselbe dürfte manche wertvolle Auf- klärung in einer weiteste Kreise interessierenden, von dem Einzelnen aber wenig beachteten Materie bringen. el. Schotten, 4. Mai. Unser jüngster Verein, der Radfahrer -Verein", erfreute uns heute durch einen: hohen musikalischen Genuß. Aus Anlaß seines Stiftungsfestes hatte er die Königsteiner Militärmusikschuler zu einem Konzert gewonnen. Ain Samstag abend fanb großer Kommers statt. Am Sonntag morgen wurden einige' Ständchen gebracht, wobei auch wieder unseres verehrtem Geheimrats Schönfeld gedacht wurde. Hohen rnnsikali- scheu Genuß geivährte das schöne Konzen nm Sonntag,' nachmittag in der Turnhalle. Abends fanb Ball statt, wobei kunstvolle, sehr ansprechende uno exakt ansgeführte' Reigen von altiven Mitgliedern des Vereins gefahren wur-, den. Wenn auch die Dauerfahrt, die für Sonntag morgen; vrogesehen war, wegen des schlechten Wetters ansfaUech mugle, so werden sich doch alle Teilnehmer am Feste mit Freude dieses genußreichen Tages erinnern. - Heute fand im Gafthause „Zur Traube" der Bezirkstag der Kriegervereine für den Bezirk Schollen statt. Trotz, des unfreundlichen Wetters hatten sich sämtliche Vertreter, eingefunden. Der Vorsitzende des Bezirks, Bürgermeister Vie h l-Rainrod, eröffnete die Sitzung mit einem Hoch auf Den Kaiser und den Großherzog. Alle Anträge, die für den Verbandstag in Grünberg auf der Tagesoronung' stehen, wurden angenommen. Besonders freudig begrüßt: wurde der Anttag des Präsidiums, eine Krieger-Zeitung für Hessen ins Leden zu rufen, die gleichzeitig Amtsblatt Der „Hassia" sein soll. Als Vertrerer sur Den Dele- giertentag in Grünberg wurde der Bezirtsoorsitzende ViehL beftimmt t Nieder-Moos, 4. Mai. .Hier und in der Um-i gegend ist ein Zirkular verbreitet worden, in dem mitgeteilt wird, daß die Errichtung einer M olkerei - Ge - n o s s e n s ch a f t in Die Wege geleitet ist, und zum Beitritt aufgefordert wird. In dem Zirkular werden Die Vorteile Dargelegt, Die eine Molkereigenossenschaft biete. Haupt-, zweck ist, eine höhere Verwertung Der Milch herbeizusuhrenö Kommt Das Projekt zu stände, so ist das gewiß ein Vorteil' für Die ganze hiesige Gegend. ,„f" M uscheuyei m, 3. Mai. Die Arbeiten an der Straße von hier nach Tr a i s - M ü nz en b e r g gehen in diesem Jahre so langsam vorwärts, daß, salls tein beschleunigteres Tempo eingeschlagen wird, die Straße wohl schwerlich in diesem Jahre fertig werden wird. Tie ganze Anlage, Die sich an und für sich keiner allzu großen Beliebtheit erfreut, gerät Dadurch noch mehr in Ml,ftreDtt, Dazu kommt noch. Daß Die Grundbesitzer, Deren Gelände von der Straße Durchschnitten wird und die es schon im vorigen Frühjahr hergeben mußten, immer noch auf Vergütung warten. An luem die Sache liegt, weiß niemand. Von Der Bürgermeisterei wird erklärt, oer Kreisgeometer sei mit Arbeit ,o überhäuft. Daß er Die erforderlichen Messungen noch nicht habe vornehmen können. In Trais- Münzenberg haben Die beteiligten Geländebesitzer bereits im vorigen Herbst ihre Vergütung erhalten. Tort hat Geometer Bischof von Lich Die Vermeisungsarbeiten vorge- nommen . Könnte Das bei uns nicht auch geschehen? Tas neue Grundbuch wird in stürze ferliggesteltt fein; von der . Feldbereinigung Dagegen, Die im Winter Die Gemüter so , sehr bewegte, hört man roemg mehr. *• Büdingen, 4. Mai. Gestern Abend traf Fürst Bruno : von Psenburg-Büdingen, von Bern kommend, vollstän-^ der Fahtt hat sich gestern Vormittag in dem Hamburger Zug. abgespielt, der Berlin früh morgens verläßt. Eine Mutter gl mit zwei Kindern befand sich in dem Zuge, als zwischen den ic I Stationen Nauen und Paulinenaue das ältere der beiden Eisen- und Maschinenindusttie. _ Nochmals Dr. Lieber. Auf die Vielerörterte Frage, ob Dem verstorbenen Dr. Lieber thatsächlich ein hohes Regierungsarnt angeboten worden ist, kam dieser Tage der „Rhein .Courier" nochmals zurück. Ein Camberger Korrespondent des Blattes erklärte Die Thal suche, Daß dem Zenttiunsführer der Oberpräsidentenposten von Hessen-Nassau angeboten worden sei, bleibe trotz aller offiziösen Dementis bestehen. Frau Dr. Lieber könnte das leicht feststellen, und sie sei auch von vielen Zeitungen darum angeganaen worden, aber sie wolle ihren Namen nicht dazu ^ergeben . Der Korrespondent schreibt u. a.: „Mir hat ein naher Verwandter des Dr. Lieber, der sein Hausarzt und intimer Freund war, folgendes über diesen speziellen Fall mitgeteilt: Nachdem eine Vorbesprechung Dr. Liebers mit einem hohen Würdenträger (Den Namen desselben wußte mein Getvährsmann nicht mehr) im Auftrage des Kaisers über irgend eine Ehrung Dr. Liebers stattgefunden hatte, aber resultatlos verlausen war, wurde L. zum Kaiser befohlen. Derseloe erkundigte sich ebenfalls huldvoll nach seinen Wünschen und bot ihm Orden und schließlich auch den Oberpräsidentenpvsten in Cassel an. Aber Lieber dankte für alles und bemerkte, er wolle einfacher Privatmann bleiben. Da habe der Miser schließlich gesagt: „Aber, Herr Doktor, das Bild Ihres Kaisers nehmen Sie doch an?" Dagegen konnte Lieber nichts einwenden. Am folgenden Tage sei ein Flügeladjutant in den Reichstag zu chm gekommen und habe gefragt, wann er das Bild offiziell überreichen dürfe. Lieber aber habe eine offizielle Feier obgelehnt und gebeten, ihm das Bild einfach zuzusenden. Und so besaß er dasselbe mit Der eigenhänDigen Unterschrift des Kaisers." dtunmehr nimmt Der Hausarzt des Verstorbenen, Dr. med. Finck, in einer Zuschrift an den „Rhein. Cour." persönlich das Wort und stellt mit seiner Namens-Unterschrift fest, daß ihm Dr .Lieber mitgeteilt habe, daß nach der Annahme der Flottenvorlage ihm hohe Orden und hohe Aemter angeboten worden seien und daß sich ein Bild des Kaisers mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift in den Händen der Familie befindet .Daß der Kaiser persön - lich das Anerbieten gemacht habe, wird in der Zuschrift nicht behauptet. Arbeitszeit der Gehilfen und Lehrlinge im Handelsgewerbe. In der aroeiter>ai^.. chcli Mteiiung des Kaiser!. Statistischen Amts ist Die Erhebung über die Arbeitszeit der Gehilfen und Lehrlinge im Handelsgewerbe, soweit es sich um Kontore und Betriebe hande.t, die nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind, abgeschlossen und veröffentlicht worden. Die Stichprobenerhebung erftreeft sich auf 13673 Kontore, in denen 69 686 Personen, 64560 männliche und 5126 weibliche, als Gehilfen oder Lehrlinge beschäftigt waren; 19,2 v. H. Der Gesamtzahl Der männlichen und 1,8 v. H. der Gesamtzahl Der weiblichen Personen waren Lehrlinge. Bei 1663 Betrieben mit 10 459 Personen betrug die Arbeitszeit 8 Stunden Mid weniger, bei 5155 Bettieben mit 30071 Personen über 8 bis 9 Stunden, bei 2085 Betrieben mit 7042 Personen über 10 bis 11 Stunden und bei 730 Betrieben mit 1822 Personen mehr als 11 Stunden. Die Arbeitszeit der Lehrlinge ist in einem Teil der Betriebe grundsätzlich länger als die der Gehilfen. Von den männlichen Gehilfen arbeiten nur 10,6 v. H., von den weiblichen 13,7 v. H. Länger als 10 Stutiden, dagegen von den männlichen Lehrlingen 19,4 und von den weiblichen 22,0 v. H. Im allgemeinen verkürzt sich die Arbeitsdauer mit der Größe der Stadt A.nd des Betriebes. Die ungeteilte Arbeitszeit (englische Tischzeit) ist zur Zeit noch in sehr geringem Umfange (bei 3,2 v. H. der betriebe) eingefuhrt. Sie ist im wesentlichen als eine Besonderheit norddeutscher Großstädte -,u betrachten. Die Betriebe mit geteilter Arbeitszeit fangen in Der Regel die Arbeit früher an und endigen sie später als die Konttre mit englischer Tischzeit; aber auch die ersteren schließen fast durchweg (bis aui l,o v. H.) vor ober um 8 Uhr. Bei englischer Tischzeit schließt die Mehrzahl Der Kontore (54,5 v. H.) schon vor oder um 5 Uhr abenoS. Die Dauer Der Mittagspause «chwankt in der großen Meüw-hl der Fälle zwischen ein und zwei Junten; ** Turner isch es. Der vom hiesigen Turnverein am Himmelfahrtstag geplante Turngang nach der Saalburg verspricht, wie uns mitgeteilt wird, sehr interessant zu werden. Um auch älteren Turnern und Turnfreunden Gelegenhett zu geben, sich daran zu beteiligen, soll bis Bad-Nauheim Die Bahn benutzt und Dann marschiert werden. Die Rückkehr erfolgt per Bahn über Homburg v. b. H., F-riedberg oder für gute Fußgänger zu Fuß nach Bad- Nauheim (siehe das heutige Inserat). Wir wünschen den Turnern zu ihrem Turngang besseres Wetter, als es uns die letzten Tage brachten. , ** Vortrag. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, findet am Samstag, den 10. Mai, abends im Cafe Ebel auf Anregung der Großh. Handelskammer und des D e t a i l l i st e n v e r e i n s ein Vortrag des Herrn Dr. Prange vom Deutschen Feuerversicherungs-Schutz-Ver- bande statt, worauf wir an dieser Stelle ausdrücklich Hinweisen. Tie Mobiliarfeuerversicherungsfrage ist in den letzten beiden Sitzungen der Großh. Handelskammer einer eingehenden Beratung unterzogen worden. Tiefe war ersucht worden, bei der Regierung dahrn vorstellig zu werden daß den in der zweiten Ständekammer am 20. Febr. einstimmig angenommenen Anträgen Der Abg. Köhler- Langsdorf und Ullrich u. Gen. bett, einer staatlichen Mobiliarfeuerversicherung im Großherzogtum Hessen statt- geqeben werde. Die Stellungnahme der Kammer ist aus den bett, in unserem Blatte veröffentlichten Protokollauszügen über die 2. und 3. Sitzung derselben zu entnehmen. Die Veranlassung, eine Verstaatlichung auch des Mobiliar- feuerversicherungsweseus ins Auge zu fassen, gab die That- jadje' daß die Privatfeuerversicherungsanstalten manche Obi eite, die in besonders feuergefährlichen Betrieben oder Gebäuden untergebracht sind, überhaupt nicht, oder nur ui ganz außerordentlich hohen Sätzen aufnehmen, während die Landesbrandverficherung zur Aufnahme jedes Gebäudes verpslichttt ist. Ausschlaggebend ist jedoch gewesen, die Thatsache eines feit 1900 bestehenden Syndikats sämt- lübet namhaften in Deutschland arbeitenden in- und ausländischen Privatfeuerversicherungs-Gesellschasten (ca. 45). tiefer Zusammenschluß brachte Die einseitige Fe^setzung eines Minimaltarifs und eine ganz bedeutende Erh.hi'.ng der Prämiensätze mit sich besonders für Die Textilmsustrie Politische Tagesschau. Stau ArürLge zur ZolltLrifvorlage. D-w Zenttalverband Der Industriellen sowie der Verein der Eisen- und Stahlindusttiellen haben zu gleicher Zeit dem Reichstag eine Reihe von Anträgen zur Zolltarifvorlage eingereicht. Wie der Handelsvertragsverein mutcilt, enthalten die beiden Eingaben nicht nur Anttäge auf Zollerhöhung für eine große Zahl von Fertigfabrikaten, sondern vor allem charakteristisch ist, daß auf feine Reihe unentbehrlicher Rohstoffe und Halbfabrikate Zölle oder ^ollerhöhungen gefordert werden. So wird für Blei und Zink die Einführung eines Zolles in Höhe von 10 Mark für die Tonne gefordert. Ein gleich hoher Zoll wttd gefordert für Salzsäure, Schwefelsäure und Salpetersäure. Die Regierungsvorlage hat für alle genannten Stoffe Zollfreiheit vorgeschlagen. Außerdem werden Zollerhöhungen von dem Zentral- oerbanb gefordert u. a. für Kleie, Zement, Soda, eine große Zahl feiner seidener, baumwollener Gewebe, grobe Baumwollgarne, Jutegarne, Lederkernstücke, Papier- zellstoss, eine Anzahl Steinmetzarbeiten, eine Reihe von Thoruvaren, rohes opttsches Glas, Bergzeugstahl, seinen Draht, dünne Bleche, eine Reihe von Artikeln der Klein- Landwirtschaft. 16. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft tu Mannheim vom 5. bis 10. Juni. Die 16. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft wird, soweit die Nniderausstellung m Betracht kommt, zmn größten Teil mit Höhenschlägen beschickt werden. Es wird somit die Mannheimer Ausstellung das entgegengesetzte Bild wie die Hallenser bieten, denn dort waren etwa doppelt soviel Tieflandschläge als Höhenschläge ausgestellt. Mer das Vechckttnis der beiden Schläge Gerichtssaal. Wiesbaden, 5. Mai. Der Bureauvorsteher Julius Ebert, seit fast 31 Jahren Angestellter des hiesigen „Tagblattes", wurde heute von der Strafkammer wegen Unterschlagung von ungefähr 20 000 Mk. innerhalb der letzten zwei Jahre zu 2'/, Jahren Gefängnis verurteilt. Ebert konnte bei einem Jahresgehalt von nur 2600 Mk. nebst 200 Mk. Remuneration fast unbeschränkt über die Zeitungskasse des Geschäfts verfügen. Der Staatsanwalt bezeichnete den Kall als einen der schwersten, der seit Jahren im hiesigen Bezirk vorgekommen sei, und schätzte die Gesamtzumme der tm Laufe der Jahre hinterzogenen, aber nur zum Teil nachweisbaren Gelder aus vielleicht 100 000 Mk. und beantragte 6 Jahre Gefängnis. Stieme«, em etwa Hührigeö Mädchen, in einem unbewachten Augenblick d« zur Plattform führende Thür öffnete und hinausstürzte. Dem Kinde stürzte die Mutter nach und beide blieben am Fuße des Bahndammes bewußtlos liegen. Ein anderer Zug brachte die Verunglückten nach Nauen, wo bei Mutter und Kind schwere Verletzungen am Lopf und eine Gehirnerschütterung festgestellt wurden. * Köln, 5. Mai. Einen tragischen Abschluß fand die -vjährige Stiftungsfeier der Lesegesellschaft. Soeben hatte der Vorsitzende, Profeffor Dr. Andries, vier Mitglieder m einer herzlichen Ansprache bei Ueberrcichung eines Geschenkes geehrt, als einer der gefeierten Jubilare so unglücklich eine Treppe hinabstürzte, daß er alsbald an den Folgen der Verletzung im Hospital v e r st a r b. — Der wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen verhaftete Kohlenhändler hat sich in verflossener Nacht tm hiesigen Polizeigefängnis erhängt. In dieser Sache sind bisher 29 schulpflichtige Kinder vernommen worden. * Hamburg, 3.Mai. Die in der vorletzten Nacht aus der Irrenanstalt in Friedrichsberg Entwichenen, August Klusendorf und Schlächter Viktor Müller, sind hier in der vergangenen Nacht bei einem Einbruchsdiebstahl abgefaßt und in Hast genommen worden. * Hamburg, 5. Mai. Durch Gas aus strömen e r st i ck t e in der letzten Nacht in einem Hause am Hammer- «stetndamm eine aus vier Personen bestehende Familie. * Lübeck, 6. Mai. Der Hamburger Kaufmann Karl v. Borries hat seiner Vaterstadt Lübeck 400 000 Mk. zur Errichtung einer Stiftung für bejahrte Frauen und Jungfrauen der gebildeten Stünde geschenkt. Die Stiftung, für die der Lübeckische Staat das Terrain kostenfrei hergiebt, führt den Namen ,ö. Borries-Stiftung". * Stuttgart, 5. Mai. Oberkonsistorialrat Dr. von Braun ist heute vormittag ein ernster Unfall zugestoßen. Als er auf dem Wege zur Einweihung der Schwabschule in einen Straßenbahnwagen einspringen wollte, glitt er auf dem nassen Pflaster aus, stürzte hin und erlitt am Hinterkops eine schwere Wunde. Doch ist zur Stunde Hoffnung vorhanden, daß die Verletzung ohne ernstliche Folgen bleiben wird. * Nürnberg, 4. Mai. Eine furchtbare That hat hier eine 19jährige Arbeiterin vollführt. Das junge Mädchen sollte auf Verlangen der Eltern ein Liebesverhältnis aufgeben. Dies nahm sich die Unglückselige dermaßen zu Herzen, daß sie zu sterben beschloß. Sie stürzte sich in die Pegnitz und nahm ihren 5jährigen Stiefbruder und ihre 3jährige Stiefschwester mit in den Tod. Die Leiche des kleinen Mädchens wurde bereits aus dem Wasser gcländet. * London, 5. Mai. Nach einer Meldung der „Central News" aus Chicago ist Potter Palmer, Financier und Socius von Leiter u. Field, gestern Abend plötzlich infolge von Influenza gestorben. Palmer verlor 1B71 durch den Chicagoer Brand sein ganzes Eigentum, ging neu an die Arbeit und erwarb wiederum ein großes Vermögen. Er gab 200 000 Dollars für den Frauenpalast der Columbia-Ausstellung. Seine Frau wurde Präsidentin der betreffenden Abteilung. * London, 5. Mai. Der „Central News" wird aus Galway berichtet: Acht Fischerleute fuhren heute in einem kleinen Boote aus, um da§ deutsche Geschwader zu sehen. Das Boot schlug um und alle ertranken. • Brüssel, 4. Mai. Hier steht ein großer Skandalprozeß mit politischem Beigeschmack bevor. Dic Gräfin Figuelmont verklagt wegen Bruch des Eheversprechens die Famllie d'Oultremont, deren Chef, Graf John d'Oultremont, Oberhofmarschall und persönlicher Freund des Königs ist. Sie behauptet, die Familie habe ihren Verlobten, ebenfalls einen Grafen d'Oultremont, widerrechtlich in eine Irrenanstalt in Bonn einsperren lassen. Advokaten der Gräfin find die beiden Sozialisten Royer und Emlle Vanderveldc, welcher letztere sonst niemals als Anwalt thätig ist. * Rom, 5. Mai. Scarfoglio,^ der Gemahl der Matilda Serao, machte gestern mit zwei Schauspielerinnen einen Automobilausflug in die Albanerberge. Bet der Rückkehr überfiihr er an der Brücke Arriccia einen Bauern und am Bahnhofsplatze in Rom einen Soldaten. Scarfolgio brannte mit den Damen durch, während eine Menge das Automobil zertrümmern wollte, das die Polizei in Beschlag nahm. *Schemacha, 4. Mai. Nachdem bereits vorgestern hier eine Erderschütterung verspürt worden war, wurde gestern Abend abermals ein starker Erdstoß verspürt. 'Nervyork, 3. Mai. Von St. Thomas wird telegraphiert, daß der Krater des Mont-Pelee auf Martinique eine beunruhigende Thäti^keit entfalte. Die Stadt Saint- Pierre war Donnerstag mit einer */4 Zoll hohen Aschenschicht überschüttet; der Geschäftsverkehr stockt. Kunst und Wissenschaft. Halle, 3. Mai. In den Tagen vom 22.-25. April fand im anatomischen Institut der hiesigen Universität die diesjährige P e r - sammtung der Anatomen stall, die zahlreich aus Deutschland, Schweden-Norwegen, Belgien, Frankreich, Italien, Oesterreich- Ungarn besucht war. Bei dieser Gelegenheit wurde in besonderer Sitzung von den deutschen ordentlichen Professoren eine Vereinbarung über die Art der Ausführung mancher Bestimmungen der neuen medizinischen Prüfungsordnung getroffen. Auch die Frage des medizinischen Studiums der Frauen wurde behandelt und von denjenigen Lehrern der Anatomie, die bereits eine große Anzahl von Frauen unterrichtet haben, weniger günstig beurteilt als früher. Die von einigen weiblichen Studierenden bei dem preußischen Ministerium beantragte Immatrikulation auf Grund der deutschen Reifeprüfung zum Studium zugelassenen Frauen wurde von diesen Lehrern für das Studium der Medizin als zur Zett nicht empfehlenswert erachtet. Die Meinung ging dahin, es müsse erst eine Reihe von Jahren unter den jetzigen AuSnahme- bedinoungen, die dem Lehrer aestatten, Frauen auszuschließen, eine Anpassung der weiblichen Studierenden an die mannigfachen neuen Verhältnisse zu Lehrern, Behörden und Mitstudierenden herbei- geführt, eine gute, feste Ueberlieferung geschaffen werden, um dann später nach der Immatrikulation der Frauen womöglich ohne besondere Beftirmnungen auskommen zu können. Als das Richtige wurde aber erachtet, für die weiblichen Studiere n den gesonderten medizinischen Unterricht einzurichten, obwohl sie selbst es nicht wünschen. Prag, 5. Mai. Die böhmische Akademie für Kunst und Wissenschaft hatte beabsichtigt, den Grafen Leo Tolstoi zum Ehrenmitglrede zu ernennen. Infolge Intervention von hoher Stelle wurde von dieser Absicht indes A b st a n d genommen. 4. Mai. Das Befinde« des Grasen Tolstoi ist noch immer kein befriedigendes. Der Ent-imdungsprozeß tm linken Lungenflügel hat sich noch nicht gehoben. — Ludwig Fulda hat ein neues, abendfüllendes L u st - spiel „Kaltwasser" vollendet, das seine Erstaufführung in nächster Spielzett im Berliner „Lessing-Theater" erleben wird. Berlin, 3. Mai. Die Wiesbadener Festspiele erfahren durch das Ableben des Prinzen Georg von Preußen keine Beeinträchttgung. Auch der Anwesenheit des Kaisers wird nach wie vor entgegengesehen. — Ein medizinischer Preis soll aus einem Ueberschuß von 40 000 Frs. gebildet werden, den der internationale medizinische Kongreß in Paris 1900 ergeben hat. Der Preis soll alle 3 Jahre von den späteren Kongreffen verliehen werden. Universitäts-Nachrichten. Budapest, 5. Mai. Der Universitäts-Professor Lang ist zum Handelsmini st er ernannt worden. Lemberg, 5. Mai. Nach Meldung eines hiesigen Blattes entzog der Unterrichtsminister Dr. Hartl dem Rektor der hiesigen polytechnischen Schule das Recht, die A b h a l t u ng von S l u d e n t e n - V e r s a m m l u n g e u zu gestatten. Die Studentenschaft richtete deshalb ein Beschwerde-Telegramm an die polnischen Abgeordneten uni) wird in einer vertraulichen Versammlung die Angelegenheit besprechen. Dorpat, 5. Mai. Zur Erinnerung an die vor 100 Jahren stattgehabte e r ft e Immatrikulation an der Universität Dorpat fanden gestern hier und in vielen anderen Städten, namentlich in den Osfieeprovinzen, Festveranstaltungen ehemaliger Dorpater Studenten statt. Sport. 8. Darmstadt, 4. Mai. Das große Frühlings-Rad wettfahren des Radfahrervereins Darmstadt auf der Rennbahn an der Heidelbergerslraße erfreute sich in Anbetracht des seitherigen zweifelhaften Wetters eines verhältnismäßig guten Besuchs. Die einzelnen Rennen nahmen folgenden Verlauf: 1. Eröffnu ngsfahren: 2000 Meter. Dasselbe mußte der starken Besetzung wegen in zwei Läufen gefahren werden, aus welchen als Sieger in den Entscheid ungs- lauf kamen: E. Scheinsberg-Frankfurt a. M.^Mich. Schmidt- Ludwigshafen, G. Drescher-Mainz, H. Struht-M a inz, Jakob Steigerwald - Frankfurt a. M., Hch. Haber - Nürnberg. Erster wurde: H. Hch. Struth-Mainz in 1 Min. 37 Sek., 1 Tafelaufsatz; zweiter: Hch. Haber-Nürnberg in 1 Min. 37.4 Sek„ Rindleder-Reisetasche; dritter: G. Drescher-Mainz in 1 Min. 38 Sek., 1 Stahlremontcure mit Wecker. 2. Erstfa hren: 2000 Meter. Dasselbe wurde ebenfalls in zwei Läufen gefahren und errangen schließlich den Sieg: Gg. Fink-Mannheim in 3 Min. 23.3 Sek., 1 Tafelaufsatz; Gg. Karen-M annh eim in 3 Min. 24 Sek., 1 Barometer event. Thermometer; Friedrich Roth-Niederrad in 3 Min. 37.4 Sek., 1 Wanduhr mit Doppelwecker. 3. Hauptfahren: 2000 Meter. Im Entscheidungslauf siegten: Ernst Schweinsberg-Frankfurt a. M. in 4 Min. 5 Sek., 1 Bowle in Oxidsilber; Mich. Schmidt--L udwigshafen in 4 Alin. 6 Sek., 1 Humpen in Kupfer; Johann Schneider - Altripp in 4 Min. 6.1 Sek., l Kaffee- Seroie, versilbert. 4. Ni eh rsitzerfahr en (6 Runden): 3000 Meter. Ebenfalls in 2 Läufen gefahren. Carl Lurz, Ernst Schweins- berg-Frankfurt a. M. in 5 Mm. 20 Sek., 2 Taschenremon- toirs; Mich. Schmidt-Ludwigshafen, Hch. Beck-Frank- f u r t a. M. in 5 Min 21.2 Sek., 2 Wanddekorationen in Messing; L. Stals, H. Bertsch-Mannheim in 5 Min. 22.1 Sek., 2 Feldstecher. 5. 10-Kilomet erfahr en mit Schrittmacher: 1. G. Drescher- Mainz in 15 Min. 15 Sek., 2. Ernst Schweinsberg- Frankfurt a. M. in 16 Min. 45 Sek., 3. Earl Lurz-F r a n k f u r t a. M. in 17. Min. Interessantestes Rennen. D. war von einem vorzüalich funktionierenden Benzin-Motor geführt und gewann leicht. Auch Schweinsberg hielt sich tapfer und hätte bei gleicher Führung wohl ernstlich mitgesprochen. Im Mehrsitzerfahren stürzten Link und Steigerwald infolge eines Reifendefektes, doch kamen sie ohne emft- hdjen Schaden davon. Den Rennen wohnten u. A. als Ehren- prcisrichler bei: Oberstallmeister Erich v. Riedesel zu Eisenbach, Generalmajor Brigade-Kommandeur Graf Könitz, Oberstleutnant a. D. Winsloe. — Kyuologisches aus Frankfurt a. M. Das soeben erschienene Ausstellungsprogramm der Frankfurter Kynologischen Woche dürfte wohl das interessanteste aller deutschen diesjährigen Hundeausstellungen sein. Es haben der kommandierende General des 18. Armeckorps v. Lindequist und Oberbürgermeister Dr. Adickes-Frankfurt a. M. das Ehrenpräsidium übernommen. Dem Ehren-Komttee gehören u. a. an der Stadtkommandant Generalleutnant von Stülpnagel und Regierungs-Präsident Dr. Wentzel-Wiesbaden. Die Oberleitung der Ausstellung selbst liegt m den Händen des Generalmajors z. D. v. Barde leb en und Justizrats Dr. Caspari, während die ersten deutschen und berühmte ausländische Kynologen als Preisrichter fungieren werden. An Geldpreisen, die zur Verteilung kommen müssen, hat das Ausstellungskomitee 5100 Mk. ausgesetzt, dazu viele Hundert vergoldete, silberne und broncene Medaillen, je mit den entsprechenden Diplomen versehen. Bis heute sind die Anmel- oungen der Ehrenpreise ebenso zahlreich eingelaufen wie bei den früheren Veranstaltungen dieses Vereins. Besonders haben sich viele Spezialklubs an dieser Ausstellung beteiligt, so der deutsche Brackenklub, der Neusundländerklub, der deutsche Schäferhundklub und der rauhhaarige Terrierklub. Die verschiedenen Veranstaltungen und Vorführungen sollen nicht nur den 24. und 25. Mai, sondern auch noch am Montag dem 26. Mai stattfinden, ba das große Interesse des Publikums an denselben auf sehr starke Beteiligung rechnen läßt. Tenn es kommen unter anderen Meuten die Jox- houndmeute der königlich bayerischen Eguitationsanstalt in München, die Darmstädter Schleppmeute, eine Hairhoundmeute aus Neubrandenburg noch die Foxhoundmeuten der königlichen Reitschule in Hannover zur Vorführung. Diese Vorführungen werden täglich mehrmals stattsinden, abwechselnd mit den Hebungen der Kriegs- Hunde der deutschen Jägerbataillone. Diese Hunde werden von den sie begleitenden Mannschaften täglich mehrmals vorgefübrt werden, ebenso die Sanitätshunde. Für die auswärtigen Besucher der Ausstellung wird eine direkte Verbindung ab Zoologischer Garten vom Hauptbahnhof nach der Landwirtschaftlichen Halle her- gestellt werden. zu einander neigt in diesem Jahre in noch höherem Maße de» Höhenschlägen yx, da von dem großen Fleckvieh mit bellem Pigment allein 2o9 Tiere, von dem kleinen gefleckten oder rücken- blässigen Höhenvieh 58 Tiere, von den gelben einfarbigen Höhen- schlügen 55 Tiere, von dem graubraunen Gebirgsvieh 49 Tiere, von dem Ansbach-Triesdorfer Vieh 48 Tiere, von dem einfarbig roten und rotbraunen Vieh des Höhenlandes 43 Tiere, von den Rot- und Braunblässen 8 Tiere und von den Pinzgauern 6 Tiere zur Stelle fein werden. Demgegenüber werden 89 Tiere der schwarzbunten Tieflandschläge, 23 Tiere der rotbunten Tieflandschläge Rheinlands und Westfalens, 9 Tiere des roten schleswigschen Milchviehs, 5 Tiere des Wesermarschschlages, 1 Bulle des rotbunten holsteinischen Schlages .und 21 Tiere aller andern Niederungsschläge ausgestellt werden. Die Shorthorns sind durch 38 Tiere vertreten, von denen 25 zu den Land-Shorthorns und 13 zu den Vollblut- Shorthoms gehören. Auch eine umfangreiche Molk er ei°Aus° stelluna wird auf der Wanderausstellung geboten werden. Nicht nur die Abteilung für Butter, sondern auch die für Käse, ist, entsprechend den Produktions-Verhältnissen Süddeutschlands, reich beschickt, wenn natürlich auch die Anzahl der Butteraussteller größer ist, als die der Käseaussteller. In der Butter-Abteilung wird vor allen Dingen, nämlich mit 210 Proben, frische gesalzene Butter aus saurem Rahm oder aus saurer Milch und außerdem mit 136 Proben frische ungesalzene Butter aus süßem Rahm ausgestellt werden. Ungesalzene frische Butter aus saurem Rahm'' oder aus saurer Milch wird durch 66 Proben, frische gesalzene Butter aus süßem Rahm durch 10 Proben vertreten sein, während die Ausstellung von Vorbruchbutter und Butterschmalz in beachtenswertem Umfange nicht stattfindet. Die Käse-Ausstellung zeichnet sich vor allen Dingen durch eine reiche Beschickung von Weichkäse nach Art des Münsterküse (Schachtelkäse) aus. Diese Sorte wird durch 58 Aussteller beschickt. Außerdem wird Käse nach Limburger Art, fett und halbfett, in 29 bezw. 30 Proben ausgestellt werden. Ferner verdienen von den Weichkäsearten die franzosifchen Käse, so der Brie, der Frühstückskäse, der Camembret und der NeufchLteler Käse Beachtung. Unter den Hartkäsen nimmt der Schweizer Käse, der mit 35 vollsetten und 26 halbfetten Proben vertreten ist, die erste Stelle ein. Von den andern Hartkäsen, so dem Tilsiter, dem Holsteiner, dem Edamer und dem Käse nach Gouda-Art, werden nur einige wenige Proben zu sehen fein. In der Kosthalle der Molkerei-Ausstellung, die den Ausstellungsbesuchern Gelegenheit giebt, die ausgestellten Molkerei-Erzeugnisse auf ihren Geschmack zu prüfen, werden 75 Butterproben und 56 Käseproben zum Verkauf kommen. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Salzschlirf, 4. Mai. Die Aktiengesellschaft „Bad Salzschlirf" verteilt wie im Vorjahre 4 Prozent Dividende. Die Gesellschaft hat eine weitere Soolquelle, die zum Baden benutzt werden soll, erbohrt. Sie hat 5 Prozent Gehalt. Faber u. Schleicher, Aktierr-Gesellschaft, Offenbach a. M. In der Sitzung des Aufsichtsrats wurde beschlossen, der auf den 30. Mai d. I. nach Offenbach a. M. einzuberufenden Generalversammlung vorzuschlagen, für 1901 aus dem 161 994 Mk. (im Vorjahre 184157 Alk.) betragenden Reingewinn eine Dividende von 8 Prozent (i. V. 10 Prozent) zu verteilen und 10000 Mk. (4408 Mk.) der Specialreserve, sowie 19000 Mk. (8000 Mk.) dem Delkredere- Fonds zuzuweisen, so daß 3670 Mk. (6148 Mk.) zum Vortrag bleiben. Zur wirtschaftlichen Lage. Nach und nach kommen nun auch die eigentlichen Finanzblätter zu der Ansicht, die wir schon feit Monaten vertreten haben, daß die industrielle und wirtschaftliche Krisis des vergangenen Jahres noch nicht überwunden ist. Es schreibt z. B. der „Fmanzherolo": Man hat doch anfangs die Folgen der Kapitals- und Handelskrisis zu gering eingeschätzt und die Pessimisten haben reckt behalten, die vor dem zeitweisen Auf°- flackern des Geschäfts resp. der Jndustriekurse als die Folgen einer künstlich erzeugten Stimmung warnten. Thatsächlick hat sich die Industrie, wie die Berichte über das abgelaufene Jahr beweisen, wenig gehoben und vor der Hand wird auch nur mtt Hoffnungen für die Zukunft gearbeitet RuS den Waggonfabriken. Die Lage der Waggonfabriken ist fehr schlecht. Die Bestellungen, welche der Eisenbahnminister herausgegeben hat, lauten, wie wir schon früher schrieben, auf so weit hinausgeschobene Liefertermine, daß den Fabriken hieraus keine kontinuierliche Beschäftigung erwachsen ist. Von Privatbahnen sind nur vereinzelt und unter großen Preisopfern Aufträge zu erlangen. Naturgemäß sind die Waggonfabriken, welche nicht dem alten Kartell angehören, am schlechtesten beschäftigt, da der Minister 75 Prozent der Staatsbahnbestellungen dem Kartell überwiesen hat. Die außerhalb des Kartells stehenden Fabriken unterbieten daher stark und bei jeder Gelegenheit. Sie haben natürlich auch versucht, den Staatsauftrag durch Unterofferte an sich zu bringet^ Das Kartell wurde dadurch gezwungen, noch unter die schon ungenügenden Preise des Vorjahres zu gehen, sodaß der Staatsauftrag zu den denkbar schlechtesten Preisen übernommen wurde. — Der Morgau'fche Schiffstrust. Die Aufnahme, die dir Morgansschen Neuorganisationen bezüglich des SchifffahrtstrusteL in den deutschen kaufmännischen Kreisen gefunden haben, ist verschieden und gehen die Nieinungen teilweise auseinander. Während eines Teils der Ansicht Ausdruck gegeben wird, die Selbständigkeit der deutschen Linien wäre am besten gewahrt geblieben, wenn der Lloyd und die Hamburger Packenahrtgesellschaft der neuen Kombination absolut fern geblieben wären, findet auch eine andere Auffassung Vertretung, daß die Gefellschaften sich gezwungen fühlten, dem Trust beizutreten. Man scheint noch in vielen Kreisen die Macht und die Rücksichtslosigkeit dieser amerikanischen Großfinanz- leute zu unterschätzen. Man muß im Auge haben, daß, wäre es zu einem Kampf zwischen den deutschen Schifffahrtsunternehmungen und dem neuen Trust gekommen, die finanzielle Stärke zweifellos auf feiten der Amerikaner gewesen wäre. Die amerikanischen Trustleute besitzen eine ganz gewaltige Macht, das siird die Großbanken, wie dies schon der Kupfertrust gezeigt hat. Tie deutschen Gesellschaften sind gezwungen, sich dem Trust in der bekannten Weise anzuschlie- ßen uno liegt es jetzt den deutschen Jntereffenten ob, unsere Schifffahrts-Gesellschaften in finanzieller und moralischer Beziehnng derart zu stärken, daß sie die Kraft haben, jederzeit den amerikanische» Interessenten die Spitze bieten zu können. — Mannheimer Dampfschleppfchifffahrts ■ Gesellschaft. In der Auffichtsratssitzung wurde die Dividendenoerleilung von 47,pCt. (i. V. 6 pCt.) für das Geschäftsjahr 1901 beschlossen. Arbeiterbewegung. Skrefeld, 5. Mai. Sämtliche Arbeiter der hiesigen Stabl« werke haben wegen der angekündigten Lohn-Reduktion die Arbeit eingestellt. ___________________________ Damen-Handschuhe Waag, ES Ein nahrhaftes.belebendes Getränk, welches einen wohlihuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. vanHouteris cacao sr v 2 <*«* V 05« cd V, cd 5^° 5 -° c 2 E ä^sSg tp- P ä i-» £>P =*£ CJ c o *" N- aCV P o JQ s3 w . . u e_> •i* p *p -o So« e®a ■ p'£S = «s» 7; p 2 SB _ <5 o b *6* p <55 >b o C j±2' p Z ü o "«5* JO C3 p « friä «ft c JO » «ft .g» p p c p. o p —• «ft «a C5 E Z.^ p ■•* p o ** oft - ii -o£ö. - 0(9 vO o JO K Sog? CD E ►g'-E x* - s e< >b 4=r-^ r0 "E- X5 S *p- >-» - CD2 ® Q S r- -E5' ca «ft p O CD 2 2§E CD P «ft ‘S E ’S S^L 2 CD P L 3 C 3 CD o «* je ppp p CT J8 ”• O ^_, »e* CT ■ — C -° oft »-• . ’Z p oi '--> -*-» o '5?v=- CD 'P P CT •V =- : P «- X 8 p Z5 • c.o O 0» ■— txo «_3>S o — r^S *■• ® « « ej ., LZ c _ p e CD P 3 P «-OCT t-* p N.o CT” o CD £ p ■1§ "o C *2 C 2 5:-- — CT JP — -’S'coj'e^.o.r« p'SS-.— p WZZL-W5? p p Es cP- «ft 2sö cd CD«2An' S KÜCh : P p cd T-1 CT ü,t.o p o .'S :E.'~I CT p2 = o-jd« ^?Z7 .2.0-g^P^ g CD “■5 sSS”^ 2 r- ^ct o p> p ' ,5ct.*2 - 8 .«SZ UZ Ä P - ä'S: pcx 2 5 c - p p c 5 CT P *3 P P XD CT . o> 2 P »ft jQ ___ o — CD*P P uO p£S Rav des PttvinMl-TiechenhRses zu Gietzeu. Die auf dem Grrmdstück der Anstalt auszuführenden Draht-Einfriedigungen sollen unter den in der Stadt Gießen ansässigen selbstständigen Schlosiern in SubmGon gegeben werden. Angebotsformulare sind vom Baubüreau, Licherstraße 74, gegen 30 Pfg. zu beziehen und die Angebote bis zum 16. Mai d. I., vormittags 10V2 Uhr, dorthin emzu- reichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote erfolgen wird. Zuschlagsfrist bis zum 24. Mai d. I. Gießen, am 2. Mai 1902. 3455 Samens des Provinzial-Ausschusses der Provinz Oberheffen. Iedern ähnlichen Produtt vorzuzieheu sind '__________ _ . i unh Wrt (gez.) von Bechtold. würfet. Jeder Hausfrau angetegent- lichsl empfohlen von 3413 Wilhelm Baas, Bleichstraße is. I'raaz Heumeier MAGGI Habe mich am hiesigen Platze als Tierarzt niedergelassen. Gießen, im Mai 1902. Eugen Schudt Neuenweg 10, im Hause des Herrn Schlatter. 3551 Sonuenstraße 20 Schuhmacher Sonneustraße 22 Jnfiifllitöt in ©riginnl=Goodyear=lllfltartilitln. 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