Nr. 85 Erscheint tLgltch außer Sonntags, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen Landwirt die Siebener Familien- -lütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh l siche« Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) RetaTtton, Erpeditton und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 6. März 1903* GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich7b Pf., vierteljährlich Mk. 2J2O; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- mhrl. ausschl. Bestellg. Innahme von Anzeige» ir die Tagesnummer ;g vormittags 10 Uhr. ,UIenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. verantwortlich: uy den polit. u. allgem. Zeil: P. Witiko; für ^Stadt und Land" und »Geriä)tssaal":R.Di 1t- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Are heutige Kummer umfaßt 10 Seite». Ausland. Deutsches Keich. Berlin. 5. Mörz. Der Kaiser konferierte heute Vor» mütag nut dem Retchzkanzler. Für den Abend hatte sich der Kaycr beim Reichskanzler zum Diner anaesaqt. Das Mahl trug einen rem privaten Charakter; es war nur ein Hemer intimer Kreis geladen, u. a. die Fürsten Lichnowskn und Henckel von Donnersmarck, ReichstagsprSsident Graf Balle,tretn und mehrere Universitätsprofessoren. Mim,ter v. Thielen hat Verbesserungen des Rett- ^^s'vesens bei Eisenbahnunfällen angeordnet, darunter die Aufstellung von yilfszugen mit Gerätschastswagen und einem Arzttvagen an 75 größeren Stationen, sowie die Verbesserungen des Telephons im Unfallmeldedienst. Metz, 5. März. Der Kronprinz traf heute Nach- r xllCt ®m offtzieller Empfang fand nicht statt doch hatten sich auf dem Bahnhof der Bezirkspräsident von Lothringen Graf Zeppelm-Aschhausen, der kommand. General des 16. Armeekorps Generaloberst Graf Haeseler, der Gouver- neur von Metz, Generalleutnant Stötzer und Polizeidirektor Baumbach zur Begrüßung emgefunden. Vor dem Bezirks- prastdmm wurde er von der Frau Bezirksprasident Gräfin Zeppelm-Aschhau,en begrüßt. In der sechsten Stunde be- ^chte der Kronprinz den General Haeseler und hierauf den Bischof Benzler. Sodann fuhr der Kronprinz bei dem General Stötzer und dem Kommandeur der 34. Division Prinz Heinrich XIX, Reuß, vor. Politische Tagesschau. Die Regier««« wird ungeduldig. Man schreibt uns aus Berlin, 5. März: Die Regierung wird nachgerade des „grausamen Spiels", das die ' Zolltaristommission treibt, überdrüssig. Staatssekretär Graf Posadowsky warnte in oer heutigen Sitzung vor weiterer Verschleppung; man möge nicht bei jeder einzelnen Position lange Erörterungen pflegen. Die Regierungsvertreter in der Zoll- tarifkommissiou beschränkeii sich in letzter Zeit auf wenige und kurze Erklärungen. Aber dies System, dem angeblich eine Vereinbarung zu Grunde liegt, wirkt bis jetzt nicht erziehlich. Die Kommission führt unter sich die endlosen Prinzipien-Gefechte auf, über Zweckmäßigkeit und Verwerf- lichkert hoher landwirtschaftlicher Zölle, und überläßt den Herren von der Regierung, sich, so gut es geht, mit der Zuschauer-Rolle abzufinden. Abg. Graf Kanitz (Lons.) empfand wohl ein menschliches Rühren, als er heute dem Grafen Posadowsky beipflichtete in dem Wunsch rascherer Durchberatung des Tarifentwurfs. Doch Frhrn. von Wangenheims Parole lautet: „Peinlichste Prüfung". Beim Zare« zu Gaste. D. B. Hd. meldet vom 5. d. M. aus Paris: Präsident Lo u b e t empfing gestern die amtliche Einladung des Zaren, Rußland zu besuchen. Der Präsident wird wahr schein lick), feüie Reise am 27. Mai an treten und vier Tage in Rußlano verweilen. Nach dem abschlägigen Bescheid, der den serbischen Majestäten aus Petersburg zu teil geworden Ist, toirt) man in Belgrad jetzt mit besonders trüber Miene dreinblicken. Die Tage der Obrenowitsch werden in Petersburg als gezählt betrachtet. Die Familie Karageorgewitsch, die durch iwn.mißglückten Putsch eines ihrer Mitglieder (vgl. unsere heutige Morgenausgabe) streben wieder von sich reden macht, hat für ihre Ansprüche auf den serbischen Thrvn die Unterstich^mg Rußlands nicht zu gewärtigen. Des Zaren Gunst genießt die Familie des Fürsten von Montenegro. Ein Vertreter des „Herrn der schwanen Berge" unternahm wiederholt in besonderer Mission Reisen nach Petersburg, und kurz darauf konferierte regelmäßig der russische Ge- smidte in Belgrad mit dem König von Serbien. Es läßt sich wohl denken, daß Frau Draga eine derartige Regelung der Thronfolgerfrage aufs äußerste bekämpft, da sie die künftige Leitung der Geschicke Serbiens ihren Verwandten Vorbehalten will. Ihr Einfluß auf Alexander hat sich bisher mit absoluter Sicherheit bewährt. In Petersburg kann man warten, ob die Zeit nicht doch einen Wandel herbeiführt. Des Zaren eigenhändiges Einladungsschreiben an Herrn Loubet ist ein Stachel für das serbische Königs- Paa^, sich das Wohlwollen Rußlands zu verdienen. Gerade das Selbstbewußtsein der Frau Draga wird durch die Zurücksetzung empfindlich berührt sein. Freilich, Fnurk- reich hat sich die Ehre der russischen „rückhaltlosen" Freundschaft auch ein Erkleckliches kosten lassen. In Petersburg, Peterhof usw. wird es im Mai hoch hergehen; ,chiefgerührt" von den, man kann wirklich sagen: Huldbeweisen, bezaubert und für alles empfänglich, was die russischen Minister etwa an neuen Plmren Vorschlägen, wird Herr Loubetzurlück- kehren. Man weiß an der Newa außerordentliche geschickt und sein Vas Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, m der Art, daß Frankreich sogenannte „Vertrauensbeweise" von Rußland empfängt, deren Effekt zum Vorteil des letzteren ist. Wenn ein Vertreter der französischen Republik rn Petersburg zu Gast war, dann bringt er nichts mit von der Reise außer Ehren und Auszeichnungen — aber hat manches, an eingegangenen politischen Verbindlichkeiten, zurückgelassen. Was und wieviel, das stellt sich dann später heraus, als eine Ueberraschung, der die Franzosen längst nicht mehr die pikante Seite abzugewinnen vermögen. b Kopenhagen, 5. März. Im Folkething brachte der Ministerpräsident heute den Antrag auf Genehmigung des dänisch-amerikanischen Abkommens, betreffend Abtretung der dänisch-westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten ein. London, 5. März. Das Unterhaus lehnte mit 208 gegen 207 Stimmen eine Bill ab, welche für Bergarbeiter den achtstündigen Arbeitstag einführen will. Brüssel, 5. März. Die deutschen Vertreter zur Zuckerkonferenz erhielten heute die telegraphische Weisung aus Berlin, das Abkommen in dem bereits veröffentlichten Wortlaut zu unterzeichnen. Um 5 Uhr nachmittags traten die Vertreter zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, die bis 7 Uhr dauerte. Das internationale Abkommen ist unterzeichnet. Graf De Smet de Naeyer dankte den Vertretern für ihre Mitwirkung und äußerte die Zuversicht, daß ihr Werk gute Früchte für die Menschheit tragen werde. Graf Wallwitz brachte dem Vorsitzenden und der englische Vertreter des Sekretariats den Dank der Versammlung dar. Rom, 5. März. Der Papst empfing heute die aus Anlaß seines Jubiläums unter der Führung mehrerer Kar- dinäle und Bischöfe hier eingetroffenen französischen Pilger und richtete eine Ansprache an dieselben, in der er sie aufforderte, dahin zu streben, daß unter allen Katholiken Eintracht und Einigkeit herrsche, damit Frankreich befreit und dasJoch der Freimauerei ab geschüttelt werde; daß sei der heißeste Wunsch seines Herzens. Wien, 5. März. Nach dem ,N. W. T." hat die Verlobung des Prinzen Mirko von Montenegro mit der Kousine des Königs Alexander, Frl. Konstantinovics, förmlich stattgefunden. — In einer gemeinschaftlichen Konferenz der parlamentarischen Kommission der Klubs der Jungtschechen, der konservativen Großgrundbesitzer und der böhmischen Agrarier sprach Hoftat Cernatzky vom Finanzministerium über die Maßnahmen zum Schutze der Zuckerindustrie und der Landwirtschaft während der Uebergangsperiode bis zum Jnslebentreten der Brüsseler Konvention und nach derselben. Nach eingehender Beratung wurde beschlossen, an den Ministerpräsidenten und an den Finanzminister eine Deputation zu entsenden, welche dieselben ersuchen soll, ihren Einfluß dahin auszuüben, daß den Verhältnissen der Uebergangszeit derart Rechnung getragen werde, daß eine dem ganzen Wirtschaftsleben drohendeKatastrophe verhindert werde; ferner soll eine Enquete von Vertretern der Zuckerindustrie, der Landwirtschaft und des Zuckerhandels eingeleitet werden. Konstantinopel, 5. März. Chika Pascha, Bruder des früheren Großveziers Djevad Pascha, fft heute gleichzeitig mit drei anderen Offizieren verhaftet worden. — Der österreichisch-ungarische Bo tschafts- sekretär O. Franz wurde vorgestern, als er nach dem Pildiz-Kiosk ritt, von türkischen Soldaten arg bedrängt; er entging der gefährlichen Sitution nur dadurch, daß er seinen Hauptangreifer durch einen wohlgezielten Schlag kampfunfäh ig machte. Mivz Keiurich in Amerika. Milwaukee, 5. März. Zu Ehren des Prinzen Heinrich hat die Stadt ein glänzendes Feftgewand angelegt. Ter Prinz, der um 4 Uhr nachmittags eingetroffen war, hat die Reise nach dem Osten um 10 Uhr wieder angetreten. Mährend des sechsstündigen Aufenthaltes unternahm der Prinz eine Rundfahrt zuerst nach dem Geschäftsviertel. Auf den Straßen hatte sich eine ungeheure Menschenmenge angesammelt. Evans und Bürgermeister Rose fuhren in dem prinzlichen Wagen mit, der von Polizei und einer Kavallerieeskorte umgeben wurde. In der Mhe des Bahnhofes grüßten 1200 deutsche Kriegsveteranen, die aus den verschiedensten Städten Wisconsins herbeigeeilt waren, den Prinzen. Unter Geschützsalut und stürmischen Huldigungen traf der Prinz im überfüllten Ausstellungsgebäude ein, wo er mit einem deutschen Lied begrüßt wurde. Hierauf hielt der Bürgermeister von Milwaukee ein Begrüßungsansprache, worin er darauf hinwies, daß die Bevölkerung Milwaukees größtenteils aus Deutschen bestehe und den Einfluß hervorhob, den das besonnene deutsche Element hier gegenüber dem ungestümen Yankee habe und den Prinzen herzlich willkommen hieß. Im Namen der deutschen Bevölkerung sprach der frühere Kongreßabg. Deusler: Tie Heimatserinnerungen sind unauslöschlich. Wenn Ew. Kal. Hoheit zurückgekehrt sind, möge das teure Vaterland Ihr Zeugnis hören, daß wir nimmer vergessen, wes Namens wir sind. Im Namen der zwanzig zum deutschen Veteranenbund Wisconsin zusammengeschlossenen Vereine sprach Kapitän Court, der die Zwecke und Ziele des Dcteranenbundes erläuterte und mit der Versickz-erung schloß: Wir teilen innig den Wunsch des Kaisers nach Freundschaft zwischen Deutschland und Amerika. An diese Reden schlossen sich neue Gesangsvorträge an. Als der Prinz sich erhob, erschallten brausende Hochrufe. Von dem Ausstellungsgebäude begab sich der Prinz durch die prächtig illuminierte Stadt nach dem Hotel Pfister, luo ein glänzendes Bankett stattfand. In der Mitte des reichgeschmückten Saales schwebte das aus Blumen gebildete Modell der „Hohenzollern"» Nach, den Toasten auf den Präsidenten Roosevelt und Kaiser Wilhelm, sowie nach dem Toast auf den Prinzen erwiderte dieser, es sei für ihn ein Vergnügen, feinen Tank für den ihm in Milwaukee bereiteten herzlichen Empfang auszusprechen. Besonders erfülle ihn die Freude, daß die Stadt, wie er soeben gehört, ihre Entwickelung zum größten Teile dem deutschen Element der Bevölkerung verdanke. Er betrachte dieses Element als eines der stärksten Bande zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Der Prinz schloß mit einem Hoch auf das Wohl m«nd weitere Gedeihen der schönen Stadt Milwaukee. Alsdann überreichte der Bürgermeister von Milwaukee dem Prinzen ein prächtiges Album. Bei der Abfahrt des Prinzen hielt eine dichte Zuschauermenge den Bahnhof besetzt und begrüßte den Prinzen mit begeisterten Zurufen. Chicago, 5. März. Der Zug mit dem Prinzen Heinrich traf um 12 Uhr 15 Min. abends von Milwaukee hier ein und setzte, nachdem die Ueberführung von den Geleisen der Chicago-Milwaukee- und St. Paul-Bahn aus diejenigen der Lakeshose-Michigan-Southern-Bahn erfolgt war, um 12 Uhr 45 Min. die Fahrt fort. Cleveland, 5. März. Prinz Heinrich ist heute Vormittag nach 9 Uhr hier eingetroffen. Tausende waren am Bahnhofe versammelt, als der Zug eintraf. Der Mayor erhielt eine Einladung, den Wagen des Prinzen zu betreten und den Willkommengruß zu entbieten. Der Prinz lehnte es ab,.zur Menge zu sprechen, weil sein Hals etwas angegriffen ist. A s h t a b u l a (Ohio), 5. Marz. Prin^ Heinrich ist 10 Uhr 35 Min. vormittags eingetroffen uno setzte die Reise nach kurzem Aufenthalte fort. Erie, 5. März. Der Zug mit dem Prinzen Heinrich traf 11 Uhr 50 Min. in. Ter Aufenthalt dauerte fünf Minuten. Die überaus zahlreiche Menge brach in Hochrufe aus. Ter Prinz erschien am Fenster und grüßte die Menge. N e w y o r k ,5. März. Prinz Heinrichs Zug langte gegen 3 Uhr in Buffalo an. Der Prinz wurde im Bahnwagen vom Mayor Macknight begrüßt, während der Gesangverein „Orpheus" ein Lied fang und eine Militärkapelle spielte. Nach der Begrüßung trat der Prinz auf die Plattform und wurde von einer großen Menschenmenge mit Hochs empfangen. Um 3 Uhr begab sich der Prinz nach den Niagara- Fällen. Die Beamten der Zentraleisenbahn von Buffalo erklären, die Reise des Prinzen Heinrich quer durch den Staat Newyork würde durch das Hochwasser in keiner Weise beeinträchtigt werden. — Der Liederkranz „Arion" veranstaltete in der Liederkranzhalte eine Abendunterhaltung zu Ehren der Offiziere der „Hohenzollern". ’S * « Von anderer Seite wird gemeldet: Die ununterbrochene! Reihe von Festlichkeiten und Besichtigungen beginnt bereits beim Prinzen ein Gefühl der Abspannung hervorzurufen. Er äußerte, daß er sich ermüdet fühle. Indessen wird das festgesetzte Programm nach Möglichkeit durchgeführt. Prinz Heinrich hat bis jetzt 12 Staaten durchreist. Die ganze Reise erstreckt sich auf 13 Staaten, abgesehen von dein kolumbischen Distrikt. In Chicago waren von feiten des Bundesgeheimdienstes außerordentliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. Der Polizeichef blieb sogar beim Ballfeste im Auditorium-Hotel mit einigen Leuten, die geladene Revolver bei sich hatten, unausgesetzt in nächster Nähe des Prinzen. Nach der Rückkehr nach Newyork findet am 10. ds. im deutschen Theater eine Gala- Vorstellung statt, zu der Prinz Heinrich sein Erscheinen nachträglich in Aussicht gestellt hat. — Prinz Heinrich überbringt dem Kaiser Wilhelm als Geschenk des Präsidenten Roosevelt ein mit einem Kostenaufwand von 2000 Dollars in Sonderdruck hergestelltes Exeniplar des vom Präsidenten Roosevelt verfaßten Buchest „Die Jagd auf Großwild". * * « Die heutigen letzten amerikanischen Telegramme lauten: Niagara-Fall, 6. März. Als Prinz Heinrich hier ein* traf, überreichte ihm der Bürgermoister mit einer Ansprache eine Adresse, die. die Beschlüsse des Stadtrats enthielt und in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Besuch des Prinzen ein Pfand für die deutsch-amerikanische Freundschaft sein werde. Namens der Deutschen überreichte Dr. Scheider eine Adresse, worin es heißt, das Hohenzollernhaus möge das Mekka aller friedlichen Nationen und für die ganze Welt werden. — Eine Abordnung des Landtags der kanadischen Provinz Ontario überreichte dem Prinzen eine Adresse, in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Prinz bei einer anderen Gelegenheit Kanada besuchen möchte. Rochester (New-Pork), 6. März. Prinz Heinrich traf kurz «nad) 8 Uhr abends hier ein und reifte nach einem Aufenthalt von 20 Minuten nach Syracuse weiter. Bürgermeister Rodenberg und der Präsident der Handelskammer hielten Ansprachen. Folgende Einzelheiten von der Abreise aus Milwaukee und von der Eisenbahnfahrt nach Buffalo werden noch gemeldet: Dienstag Abend 10 Uhr 15 Min. verließ der Zug des Prinzen unter den stürmischen Abschiedsgrüßen des Pub- likmns Milwaukee. Mächtige elektrische Scheinwerfer sandten dem Zuge bis auf dem halben Wege nach Chicago ihre Lichtfluten nach. Prinz Heinrich, der sich ermüdet fühlte und sich zu Bett begeben halte, kam nach Mitternacht in Chicago an, wo er mit einem Chorak empfangen wurde. Bis nach 1 Uhr war es ihm nicht möglich zu schlafen. Kaum begann um 6 Uhr der Morgen zu grauen, so hörte er in Toledo (Ohio) schon wieder das Geschmetter der Blechmusik, deren Tomvirkung noch durch einen Chor von 1500 Marin ver- stärkt wurde, der die „Wacht am Rhein" sang. JSine Abordnung von Stadträten wollte den Prinzen begrüßen, doch blieb er zu Bett. Später sandte der Prinz von Clcveland aus ein Danktelegrannn an den Bürgermeister von Toledo. In Cleveland wurde er wieder durch die „Wacht am Rhem" begrüßt. In Erie trade war Mittagspause, als der Zug emtraf. Daher waren Tausende deutscher Arbeiter am Bahnhose, die die größte Begeisterung bekundeten. Eine besondere Popularität sicherte sich Prinz Heinrich bei dem farbigen Aufwarte-Personal de§ Zuges, weil er ein eigens von Negern Milwaukees ihm gestiftetes Zimmer-Aquarium als Geschenk acccptiertc. Aus Niagarafalls wird depeschiert: Eine Menge alt gedienter Leute von der deutschen Armee und Marine, waren von weit hergekommcn, um ihren ehemaligen Offizieren die Hand zu drücken, so in Buffalo em aller Marine-Veteran Koberstei n. Dieser wollte Exzellenz Tirpitz sprechen, der 1864 als See-Kadett nut ihm zusammen auf der Arcona gedient hatte. Admiral Tirpitz kam auch aus dem Zuge und unterhielt sich lange mit dem alten Schiffsgefährten. — In den letzten Tagen macht sich der Winter wieder recht bemerkbar. Ueberall liegt Eis und Schnee. Aus Washington wird gemeldet: Marinesekretär Lang ist nach Boston zu einem zu Ehren des Prinzen statt- stndenden Diner abgereist. Während desselben wird der Großmeister der Germania-Loge, Hauser, dem Prinzen ein goldenes diamantbesetztes Freimaurer-Emblem überreichen als Geschenk einer typischen Amerikanerin, Frau Goodwin. Das Emblem ist aus einem Goldklumpen hergestellt, den der Gatte der Frau Goodwin im Jahre 1849 in Kalifornien gefunden hat. ___________ Preußisches Abgeordnetenhaus. Ueber die D i c n s t a g s s i tz u n g des preuß. Abgeordnetenhauses ist kurz folgendes zu berichten: Drei Stunden lang schleppte man die Beratung über den kleinen Rest des Etats des Ministeriums des Innern fort. Minister v. H a m m e r st e i n gab wegen seines Urteils aber den Redakteur Bredenbeck als Sitzredakteur eine Entschuldigung zum Besten, indem er auf diesen Irrtum angeblich deswegen verfallen sei, weil sich .Herr Bredenbeck in 11 Monaten seiner Thätigkeit außer einer Geldstrafe 16 Monate Haft er schrieben habe. Als der Minister bei Erwähnung dieses Falles von hämischen Angriffen aus dem Reichstage auf ihn sprach wurde er unter aroßer Spannung im Hause vom Präsidenten v. K röch er darauf aufmerksam gemacht, daß nach seiner ErfaHruntz hämische Angriffe im Reichstage bis jetzt ungerügt nrcht vorgekommen sind. Am Mittwoch legte der Abg. Kopsch (frs. Vp.) einen Antrag vor, die Regierung zu ersuchen, baldmöglichst eingehende Untersuchungen vorzunehmen darüber, ob und inwieweit die Ausführung des Lehrerbesoldungsgesetzes, insbesondere die Beschlüsse der Provinzialkonferenzen, den Absichten des Gesetzes entsprechen. Kopsch spricht dem Ministerialdirektor Kügler den Dank aus für seine großen Verdienste um die Volksschule, und geht alsdann auf die Lage des Lehrerstandes ein. Er bemerkt, daß in Preußen in 94 Proz. aller Fälle das Minimalgehalt 900 Mk. betrage, in zahlreichen Fällen sogar nur 600 Mk. Die Folge sei, daß die Lehrer, namentlich die tüchtigeren Kräfte, sich nach den besser besoldeten Stellen bemühten; >>en Schaden davon hätten die ländlichen Schulgemeinden. Abg. M a l k e w i tz (kons.) spricht namens seiner Freunde sein Bedauern aus, da^ß das Volksschulgesetz, das große Werk des Grafen Zedlitz, nicht zu stände gekommen sei. Die Regelung der Schulunterhaltungspflicht liege jetzt in der Wsicht der Regierung, uni) auch seine Partei wünsche das Zustandekommen eines hierauf bezüglichen Gesetzes. Dem Anträge Kopsch stünden seine Freunde geteilt gegenüber, seien aber darin einig, daß dem Anträge keine besondere Bedeutung beizumessen sei . Redner tritt dann für die Gleichlegung der Ferien in den Elementar- und höheren Schulen ein. Minister S t u d t erklärt, daß er eine Erhöhung der Lehrerbsssoldungen nicht in Aussicht stellen könne. Die Regierung könne nur darauf halten, daß die Mindestsätze innegehalten werden und daß die Unterschiede sich allmählich ausgleichen. Tie Höhe der Besoldung festzustellen, müsse den Gemeinden überlassen werden. Die Regierung sei bemüht, ein Schulunterhaltungsgesetz möglichst zu fördern und bald einzubringen, doch werde vor seinem Zustandekommen noch eine große Zahl von Streitpunkten sortfallen müssen. Abg. v. Jazdzewski (Pole) bittet den Minister dringend, den Wünschen der Polen in Westfalen, Hannover und anderen Gegenden um Einrichtung polnischer Gottesdienste wohlwollend entgegenzukommen. Tas ganze Unterrichtssystem mit der deutschen Sprache in der polnisch redenden Bevölkerung sei verfehlt und erzeuge nur Abneigung bei den Eltern gegen die Schulbehörden. Minister Studt entgegnet, von einer Beseitigung des deutschsprachlichen Systems könne keine Rede sein; schon jetzt werde bei dem deutschsprachlichen Unterricht individualisiert. Aus AM und Land. (Ter Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten fft nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 6. März 1902. * * Prüfung im Finanz- und Forstfach. Diejenigen Studierenden des Finanz- und des Forstfachs, welche sich zu Anfang des nächsten Semesters der Vorprüfung oder der Fachprüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben bis spätestens zum 19. April bei dem Vorsitzenden der kameralistischen Prüfungskommission Prof. Dr. M. Bi ermer, ein Gesuch um Zulassung einzureichen. Dem Gesuche sind die in § 5, bezw. § 6 der Prüfungsordnung vom 13. Juni 1900 angegebenen Belege beizufügen. Die einzelnen Termine für die schriftliche und die mündliche Prüfung werden durch Anschlag im Universitätsgebäude bekannt gemacht. Die schriftliche Vorprüfung beginnt am 23. April. • • Keine Erhöhung der Vermögenssteuer. Wie das „Darmst. Tagebl." aus guter Quelle vernimmt, hat die Regierung beschlossen, von einer Erhöhung der Vermögenssteuer abzusehen. * • Zu dem Programm der Geistlichen Musikaufführung, die der evang.Kirchengesangverein am nächsten Sonntag in der Stadtkirche veranstaltet, ist vor allem der Name Mendelssohn mehrfach vertreten. Unser bewährter Organist, Herr O. G ö r l a ch, hat sich zwei Sätze der Sonate in S'-moll des Altmeisters Felix Mendelssohn-Bartholdy erwählt, und der Chor wird dessen schöne Choralmotette „Aus tiefer Not schrei uh zu dir", allerdings in etwas verkürzter Gestalt, zum Vortrag bringen. Daß aber die Gabe der Musik in der Familie Mendelssohn nicht ausgestorben ist, beweist unser Landes-Kirchenmusikmeister, Professor Arnold Mendelsohn m Darmstadt, der sich auf den verschiedensten Gebieten der Musik durch gehaltvolle und originelle Kompositionen einen geachteten Namen erworben hat. Von ihm bringt das Programm eine Koniposition des alten Volksliedes: „Da Christ, der Herr, in den Garten ging" für Soli, Chor, Orgel und Orchester. Es ist ein ganz ergreifendes Tongemälde, in dem uns der Leidensgang des Heilandes vor die Seele geführt wird. Durchaus modern in Harmonie und Instrumentation, hat es der Koniponist doch verstanden, sich tief in das Empfinden des alten Volksliedes hineinzusenken. Geradezu packend ist der Schluß. Der Komponist geht da ganz un- vermütelt aus Moll m Dur über und malt m fugenartigcn Gängen die Freude „im Himmelssaal". Die von früher in sehr gutem Andenken stehende Altistin, Fräulein Martha S t a p e l f e l d t aus Frankfurt a. M., und unser tüchtiger heimischer Konzertmeister, Franz Bauer, werden dafür sorgen, daß auch der größte Meister evangelischer Kirchenmusik, J.S. Bach, zu dem ihm vor allem in der Passionszeit in einer kirchlichen Aufführung gebührenden Recht kommt. ** Iustizpersonalnachricht. Gerichts assesfor Fresenius in Darmstadt wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt I beauftragt. ** Zur Aufklärung über die schlechten Aus- ichten im mittleren Finanzdienst weist der „D. T. A", nachdem erst Tags zuvor vor dem Studilum der Rechtswissenschaft gewarnt worden war, aus die That- ache hin, daß infolge des seit Jahren herrschenden Andrangs zahlreicher junger Leute (mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst) zum Finanzdienst eine recht bedenkliche Ueberfüllung eingetreten ist, und warnt nachdrücklichst vor weiterem Eintreten in diese Karriere. So sind zu dem in diesem Frühjahr stattfindenden Examen dem Vernehmen nach wieder über 70 Examinanden angemeldet, eine Menge, die wahrhaft erschreckend wirU, wenn man bedenkt, daß im hessischen Staatsdienst wie im Finanzdienst der größeren Städte des Landes im ganzen nur ungefähr 15 bis 20 Finanztechniker jährlich erforderliche werden und daß zur Zeit noch mehr als 200 Finanzaspiranten aus früheren Examensjahrgängen vorhanden ind, die großenteils überhaupt noch keine dienstliche Verwendung gefunden haben, und deren Zahl im Verhältnis zu den vorhandenen Stellen allein schon für nahezu ein Jahrzehnt ausreichend sein würde. Die Aussichten auf An- telluug erscheinen sonach für den jüngeren Nachwuchs bereits jetzt schon höchst gering und werden von Jahr zu Jahr trostloser, denn bekanntlich ist die bestandene Prüfung nur Bedingung zur Anstellung, giebt aber durchaus noch kein Anrecht darauf. S. Der landwirtschaftliche Lokal-Verein Gießen feiert heute den 2 5. Jahrestag seines Bestehens. Infolge einer Aufforderung des Professors Dr. Thaer im „Gieß. Anz." versammelte sich am 20. Februar 1877 eine Anzahl Herren im damaligen landw. Institut der Universität Gießen, Brandplatz Nr. 61, Großh. Eigentum, in dessen unteren Räumen sich heute die Reitbahn und die Wohnung des Universitäts-Reitlehrers befindet, um einen landw. Lokalverein für Gießen und Umgegend ins Leben zu rufen. — Sie einigten sich über den Entwurf eines Statuts. Dasselbe sollte der nächsten konstituierenden Versammlung zur Besprechung unterbreitet werden. Es hatten schriftlich und mündlich vierzehn Herren ihre Teilnahme zugesagt. Die Versammlung wurde auf den 6. März 1877 abends 6 Uhr im Lokale des landw. Instituts zur Beschlußfassung über die Gründung des Vereins anberaumt. Tie Nr. 57 des „Gieß. Anz»" berichtet über die Gründung am 6. März 1877: Heute hat sich der Verein unter erfreulicher Teilnahme unter dem Vorsitz des Herrn Prof. Thaer konstituiert. Als Tagesordnung für die erste Sitzung am 3. April 1877 wurden die Fragen zur Erörterung gestellt: „Ausstellung der Sommersaat, Verwendung von künstlichem Dünger im Frühjahr, Schutzmittel gegen die Verbreitung der Kleeseide". Pros. Dr. Thaer, dessen Bemühungen es zu danken ist, daß der Verein ins Leben gerufen wurde, übernahm auf Wunsch der Versammelten den Vorsitz, er legte denselben nach einigen Jahren aus Gesundheitsrücksichten nieder. An seine Stelle trat Theodor Wort mann aus Gießen, diesen löste Oekonomierat Sch lenke aus dem Hardthof im Jahre 1883 ab. Pros. Dr. Thaer bewahrte als treues Mitglied dem Verein seine lebhafte Teilnahme, und dieser ist es zu danken, wenn der Verein bis heute blüht und seinen Mitgliedern gute Früchte bringt. Nach den Statuten sollte vom Oktober bis intt. April in jedem Monat eine Sitzung stattfinden. In der Folge wurden aber in den eigentlichen Wintermonaten in der Regel je zwei Sitzungen abgehalten, die von den auf über 100 Mitglieder angewachsenen Verein in der Regel gut besucht wurden. Tie Mitglieder rekrutieren sich aus der Stadt Gießen, den Landgemeinden Langgöns, Allendorf a. Lahn, Heuchelheim, Steinberg-Watzenborn, Haufen, Garbenteich, Langsdorf, Lich, Hungen, Steinbach, Wiesest, Lollar, Großenbuseck, Friedel- Hausen, Albach, Rödgen, Trohe, Annerod re. Tie Besprech- ungn im Verein galten in erster Linie rein landwirtschaftlichen Fragen. Vorträge wurden saft nie gehalten. Bei den Versammlungen war es besonders erfreulich, daß die kleineren Landwirte ihre in großen landwirtschaftlichen Versammlungen bewahrte Zurückhaltung ablegten und sich an den Tebatten lebhaft beteiligten. Doch nicht nur den zunächst liegenden Interessen wandte sich der Verein zu. Die Frage des Schutzes Ihrer einheimischen landwirtschaftlichen Produktion stand im Laufe oer Jahre wiederholt auf der Tagesordnung. Als auf Grund des Reichsgesetzes vom 5. Mai 1886, die Ausführung dieses Gesetzes betresfend die Unfall- und Krankenversicherung ausgedehnt wurde auf die in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, war es Sache der Landesgesetzgebung, Einzelheiten jenes Gesetzes selbständig ergänzend oder abändernd zu regeln. Bei dieser Gelegenheit war der landwirtschaftliche Lokalverein Gießen der e i n z i g e des Landes, Äer sich in seinen Sitzungen mit Einzelheiten des Gesetzes beschäftigte und auf einzelne Entschließungen der Regierung mit Erfolg einwirkte. — Das Statut über die Handhabung der Geschäfte im Gießener Schlachthaus ist unter Mitwirkung des landw. Lokalvereins zustande gekommen, und als sich später Mißstände in der Verwaltung herausstellten, war es wieder der Lokalverein, der zur Abhülse derselben wesentlich beitrug. Die Frage der Feldbereinigung schwand im Laufe der Jahre nicht von der Tagesordnung. Tie öftere Behandlung dieser Frage im Lokalverein hat zweisellos dazu beigetragen, daß endlich auch im Kreise Gießen und in der Gemarkungi dieser Stadt die Feldbereinigung in Fluß kommt. — Wünschen wir den Bestrebungen des Vereins, das landwirtschaftliche Gewerbe zu fördern, weiteren Erfolg! Wenn die Mrtglleder des Vereins, wie man zuversichtlich annehmen darf, es nrcht fehlen lassen an nachhaltigem freudigem Zusammenwrrken, dann werden nach weiteren 25 Jahren die deretustt^n Mitglieder mit Befriedigung auch aus diese Zeit zuruckblrcken können. * * Aus dem Theaterbureau. Dre Aufführung von Laubes „Graf Essex" ist auf Dienstag kommender Woche verschoben worden. Am Freitag wird als zehnte Volksvorstellung noch einmal „Alt-Heidelberg" auf* geführt. * * Verhaftete Diebe. Gestern abend zwischen 9 und 10 kahlen zwei obdachlose Taglöhner aus einem Hofe in der Gocthestraße 11 Pfund altes Zink. Sie wurden von einem Schutzmann auf frischer That ertappt und verhaftet. * * Die Zentrumsfraktiou des hessischen Landtags hat gelegentlich der Jubelfeier des Papstes folgendes Telegramm nach Rom abgesandt: Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII. in Rom. . Sanctitati Tuae occasione anni jubilaei coronationis Tua® omnem divinam benedictionem cunctaque fausta filiali sensu precantur. Magni Dncatus Hassiae Deputat! catholici: de Brentano, Dr. Frenay, Horn, Molthan, Pennrich, Prof. Schlenger, Dr. Schmitt. Die Uebersetzung lautet: Für Deine Heiligkeit erflehen bei Gelegenheit des Jubeljahres Deiner Krönung allen göttlichen Segen und alles Glück in kindlicher Gesinnung. . Die katholischen Abgeordneten des Großherzogtums Hessen. * * Sternbergs Begnadigung abgelehnt. Für den verurteilten Bankier Sternberg waren bekanntlich Ende vorigen Jahres unter der.Arbeiterschaft der ihm gehörigen industriellen Unternehmungen in Oberhessen Unter» chriften für ein Gnadengesu ch gesammelt worden. Wie den beteiligten Kreisen jetzt mitgeteilt wurde, hat der Karser das Gnadengesuch abschlägig beschieden. § Butzbach, 5. März. Gestern nachmittag entwich bei der Außenarbeit ein Gefangener der Zell en straf an st alt in der Richtung nach dem Walde, ohne daß seine Festnahme möglich war. Der Aufseher konnte den Flüchtigen nicht verfolgen, sondern ihm nur einen Schuß uachseuoeu, weil er noch andere Sträflinge zu überwachen hatte. rt. Friedberg, 5. März. Am Sonntag hielt im Saale des Pfälzer Hofes der e v a n g. Arbeiterverein seine Monatsversammlung ab. Kirchenrat Meier erstattete den Rechenschaftsbericht und teilte mit, daß der Verein nun 327 Mitglieder zähle. Bei seiner Gründung betrug im Jahre 1889 die Mitgliederzahl 28. Nachdem dann noch Kausmann D^rrnrn als Rechner des Vereins und Kausmann Hilb recht als Leiter der Vergnügungskasse Rechenschaft abgelegt hatten, hielt Kandidat Laut einen Vortrag über „Luther in seiner Familie". Darnach sand noch eine durch verschiedene Gesäuge der Gesangsabteilung verschönte Wendunterhaltung statt. — Am Montag sprach in dem Hotel „Zu (bien drei Schwertern" Pfarrer Lie. Dr. Diehl aus Hirschhorn a. Neckar in einer Sitzung des Vep- eins für Geschichte und Altertum über „Kulturgeschichtliches aus dem Amt Butzbachs und den umliegenden Orten der Wetterau". Der Vortrag bat manches Interessante. Die hessische Spezialgeschichte, besonders aus kirchlichem Gebiete, verdankt Diehl wertvolle wissenschaftliche Ergebnisse, zu deren Aufnahme sogar schau eine Parallelausgabe des Archivs für hessische Geschichte geschassen werden mußte. D a r m st a d t, 5. März. Dem Vorsitzenden des Hessischen Landesvereins vom Raten Kreuz, Ober- konsiftorialpräsidenten D. Buchner, hat die Groß» Herzogin Viktaria Melita mitgeteilt, daß sie sich bewogen gefunden habe, das Protektorat über diesen Verein niederzulegen, — mit der Bitte, dem Vorstand und den Mitgliedern des Vereins hiervon in geeigneter Weise Kenntnis geben zu wollen, und mit dem Wunsche, daß die menschen- freundlichen Bestrebungen des Vereins auch fernerhin van besten Erfolgen begleitet sein möchten. Mainz, 6. März. (Telegramm des Gieß. Anz.) Gegen den Pastor Schoenherr in Sprendlingen waren häßliche Anschuldigungen verbreitet worden, u. a. daß er spät abends bei einem traulichen „tete ä tete" mit einer Dame in der Kirche beobachtet worden sei. Die Sache stand gestern vor der hiesigen Strafkammer znr Verhandlung. S. wurde glänzend gerechtfertigt, da sich alles als Verleumdung erwies. Der Hauptverbreiter der Anschuldigungen wurde leider nur zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. * * Hechtsheim, 6.März. (Telegr. des „Gieß. Anz.") Der Metzger Schädel erstach im Streit seinen 23jährigen Sohu. Der Stich ging ins Herz. Der junge Manu war sofort tot. k o Frankfurt a. M., 5. März. Die Disko uto-Gesellschaft kaufte das alte Schauspielhaus für Vj4 Million Mark an. Der alte Kuusttempel soll in ein Bank- gebäude umgewaudelt werden. ck Höchst a. M., 6. März. (Telegr. des Gieß. Anz.) In dem nahen Sossenheim wurde heute früh der 23jähr. Gastwirt Vouhoff auf dem Abort seiner Hauses erschossen aufgefuudeu. Der Schuß saß in der Schläfe und muß sofort tätlich gewirkt haben. Eine Waffe fand sich jedoch nicht vor. 3)lan nimmt allgemein einen Meuchelmord an. V. war gestern Abend in heiterer Gesellschaft und wollte heute seinen Gebnrtstag feiern, zu dem zahlreiche Einladungen er» gangen waren. Vermischtes. * Stuttgart, 5. März. Der Mörder der vor einem Vierteljahr in den königl. Anlagen mit abgeschnittenem Halse aufgefundenen Modellsteherin Babette Wirth wurde in Kirchheim u. T. in der Person des 27 Jahre alten aus Stuttgart gebürtigen Mechanikers Ludwig G erst er verhaftet. Gerster, der früher ein Zuhälter der Ermordeten war, hat bereits ein völliges Geständnis abgelegt und gab au, daß ihm sein Gewissen keine Ruhe lasse. * Brüssel, 5. März. In Arlou wurde heute ein Landwirt ermordet in seinem Bette aufgefuudeu. Der Kopf war ihm mit einem Hammer gespalten und die Kehle durchschnitten. Von den Thätern fehlt jede Spur. Universitäts-Nachrichten. Für eine Studentenfahrt nach Paris ist das Programm jetzt in den Umrissen festgestellt. An den theatralischen Aufführungen, bei denen Matkowsky, Grube und Rosa Poppe vom Königlichen Schauspielhause in Berlin im Vordergrund stehen, werden sich Leipziger und Berliner Studenten be» Gerichtssaal. Trier, 5. März. Der Landesbauinspektor Wilkens, technischer Beamter im Ministerium für öffentliche Arbeiten, früher bet der Regierung in Trier thätig, wurde vom Schwurgericht nach LOstündiger Sitzung heute der Urkundenfälschung, Unterschlagung und des Betruges in 12 Fällen schuldig befunden. In sieben weiteren Anklagepunkten verneinten die Geschworenen die Schuldfrage. Da die Bertheidigung weitere Beweisanträge stellte, wurde die Verhandlung vertagt. telliaen. Zur Darstellung werden Schillers «Raubes kommen. Folgende Professoren der Leipziger und der Pariser Universität baden das Protektorat der Veranstaltung übernommen. Aus Leivüa Lamprecht, Heinze, Ratzel, Volkelt, Kästner; au^ $ort^ $te Professoren Lavine, Gabriel Monod, Gaston Paris und Larröumet. Das Programm der Fahrt ist folgendes: Am b. April: Eintreffen der mitwwkenden Studierenden in Leipzig; 6. Aprrl: Beginn der Proben; 9. April: Aufführung tm Leipziger Stadttbeater 10. Apnl. Eintreffen in Paris, abends Arrangierprobe; 12. und 13. April. 8,30 Uhr abends Aufführung in Paris; 14. Aprll: gemeinsame Peranstaltung nut der Pariser Studenten,chast; lo. April abends. Abfahrt nach Antwerpen auf Einladung der dortigen deutschen Kolonie; 16. April abends: Aufführung in Antwerpen rm^heater Royal; 17. AprU: vielleicht Aufführung m Köln; 18. und 19. April Aufführungen in Berlin; 20. April vielleicht Aufführung in Dresden. ZMdel und Derketzr. UolkswMschast. — Rheinische Bank in Mühlheim a. d. Ruhr. Wrr haben bereits mitgeteilt, daff diese Bank notleidend geworden ist undi eine Unterbilanz von Mk. 4559928 aufweist. Auf Debitoren mußten allem über 4 Alillionen abgeschrieben werden. Man kann mir von einer Alißwirtschast ersten Ranges reden. Eine große Anzahl im Besitze der Bank befindlichen Erzkuxe ist,fast vollständig wertlos geworden. Das Eff'ektenconto setzt sich fast ausschließlich aus industriellen Werten und namentlich aus solchen zusammen, die lerne BärsennotU haben. Jedoch sind die Verbindlichkeiten, die uriOftober noch 67, Millionen betrugen, inzwischen bis Mk. 1000 M Zurück- gegangen. Sobald auch diese gedeckt sind, wird den Aktionären Gelegenheit gegeben werden, über die Zukunft der Bank Beschluß ,u salstn.^^ «viontanhibuftric wird gemeldet, daß es rn den Kohlendislrikten noch immer recht traurig aussieht und,, fpezreu m Schlesien trotz einer lOprozentigen Förderungselnschrankung ore Haldenbestände so groß sind wie kaum jemals vorher. Em Berliner Blatt meldet, daß die dortigen Kohlengroßhandler ihre Preise zwar ofsiziell noch nicht „ermäßigt haben, bieten aber m einzelnen Fällen bei Lieferung Marz bis -September 1902 bis zu 3 Psg. pro Eentner unter den bisherigen Preisen an. Ob dieser Abschlag ge niigen wird, bleibt dahingestellt. Köln, 5. März. Das in der heutigen Auffichtsratssitzung des Schaffhausenschen Bankvereins oorgelegte Gewinn- und Verlustkonto für 1901 weist nach Abzug von 23894r0 Mark Unkosten einen Reingewinn von 6o565-4 8egen 9476739 ^00 auf. Die Aktiva betragen 302379538 Mk. gegen 32/035349 im Jahre 1900. Die Verluste aus dem Zusammenbruch d«: Kammgarnspinnerei Eitorf, aus dem Konkurse der Rhederei der Vereinigten Schiffer in Breslau sind vollständig abgeschrieben. Der- zum. 5. Aprll einzuberufenden Generalversammluiigsoll vorgeschlagen werden, zunächst einen weiteren Betrag von 500000 zur Verstärkung der inneren Rücklagen zu bestimmen, eine sofort zahlbare Dividende für das Aktienkapital von 100 Millionen aus b Prozent gegen 3',2 Prozent im Vorjahre festzusetzen und den nach Abzug der Vertrags- und statutenmäßigen Tantiemen verbleibenden Rest Reingewinns von 808351 All. für neue Rechnung oorzullagm. Elsässische Tabakmauufaktur, Straßburg. Die Gesellschaft, die im Februar 1901 ihr Aktienkapital von 1 Million auf Mark 1 200000 erhöhte, erzielte nach der per 31. Oktober 1901 gejogenen Bilanz nach Alk. 17 886 (13298) M. Abschreibungen einen verfügbaren Reingewinn von 116985 Mark gegen 42937 Mark u V. Die Generaloersammlung setzte die Dividende für die Aktien ^cms 6 Prozent (4 Prozent) und für die Genußscheme auf 33,35 Maft (0) fest. Bei H. Oldenkott u. Eo., Hanau, ist die Gesellschaft mll 817 931 Mk. (620115 Mk.), bei Karl Gräff, Bingen, mst 475000 Mk. (0) beteiligt. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Frage der Getreidezölle erhalten wir heute folgende Zuschrift, wie wir crusdrück- lich bemerken, nicht aus landwirtschaftlichen, sondern aus akademischen Kreisen: Ihre sehr geschätzte Zeitung hat sich ein großes Verdienst mit dem sachlichen Bericht über die Arbeit von Tr. König über den Verkauf von Getreide in kleinbäuerlichen Betrieben Hessens erworben. Es ist für alle Ihre Leser, Gegner wie Freunde der Getreibezölle, sicher sehr lehrreich gewesen, noch all den vielen Schlagworten, die die Diskussion in dieser Frage beherrschten, einmal bestimmte thatsächliche Angaben, loenn auch nur über ein verhältnismäßig kleines Gebiet, zu erhalten und zu erfahren, wer überhaupt in Hessen Getreide verkauft oder nur für den eigenen Bedarf produziert. Das Hauptrefultat, daß in sehr fruchtbarer Gegend ein Betrieb mit zwei Hektaren, im Durchschnitt aber ein Betrieb mit drei Hektaren Getreide absetzen kann und daß auch nicht einmal ein Fünftel der kleinbäuerlichen Familien Hessens Getreide zukauft, verdient vor allem Beachtung. E i n beiläufiges Resultat darf jedoch auch nicht überfehen werden. Tie Großh. Handelskammer in Gießen hatte rn einer Eingabe an den Reichstag von den Verhältnifsen in den Kreisen Fulda und Lauterbach aus verallgemeinernd die Behauptung aufgestellt, daß man für Hessen zehn Hektar als die Grenze annehmen könne, von der ab aufwärts ein Ueberschuß von Brotgetreide über den eigenen Bedarf erzeugt werde. Wie sehr diese Behauptung die thatfächlichen Verhältnisse verkennt, liegt auf der Hand. Selbst in Dörfern von mittlerer Fruchtbarkeit, wie in dem nahen preußischen Willingshausen, Kreis Ziegenhain, ist ein rationeller Landwirt mit Durchschnitts-Familie (drei Erwachsene, zwei Kinder) und bei großem Vieh- stand (drei Kühe, 1 Rind, drei Schweine) in der Lage, von seinen zwei Hektar Ackerland und anderthalb Hektar Miesen fünf Doppelzentner Roggen und über f e ch s Doppelzentner Hafer zu verkaufen. Daß die Großh. Handels- kammcr in Gießen in der Frage so sehr irren konnte, liefert leider einen Beweis für die Thatsache, daß eine Körperschaft in Fragen der Industrie und des Handels sehr sachkundig sein kann, während sie über die Lage der Landwirtschaft, selbst in nächster Nähe der Stadt, völlig im Unklaren ist. Von der Gießener Handelskammer nimmt es uns aufrichtig Wunder, daß sie so wenig Fühlung mit der Landwirtschaft Oberhessens hatte, daß sie über deren Lage nicht wenigstens in der Hauptfache zutreffende Angaben machen konnte. Hatte sie aber keinen Einblick in landwirtschaftliche Verhältnisse, so hätte ibr wohl eine bescheidenere Sprache geziemt, als sie in der Frage der Getreidezölle Stellung nahm. Zu der Frage, ob Deutschland seinen Bedarf an Brotgetreide selbst zu erzeugen im stand sei, noch eine Bemerkung. König glaubt, daß vielleicht die Weizen-E i n- f uh r mit einer Hafer- und Gersten-Aus fuhr bezahlt werden könne. Sie wird schon jetzt durch unsere Zucker- Ausfuhr bezahlt. Es ist mit Bestimmtheit darauf zu rechnen, daß, wenn unsere Zuckerausfuhr nachläßt, große Flächen besten Weizenbodens, z. B. in der Wetterau und Rheinhessen, wieder dem Getreidebau zurückgegeben werden und uns von der Getreide-Einsuhr zu einem Teile unabhängig machen helfen. W. W. Gottesdienst drr israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 8. Marz 1902. Freitag abend 550. Samstag vormittag 880. Nachmittag 3°°. Sabbathausgang 706. Wochengottesdienst: morgens 6" Uhr, abends 6°° Uhr. Wöchentliche Akberßcht dkl Todesfälle in dkl Stadt Gießen. 8. Woche. Dom 16. Februar bis 22. Februar 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkll 1600 Mann Militär). Sterblichkettsziffer: 21,67, nach Abzug von 2 Ortsfternden 13,79 n/co. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Unterleibstyphus 1 (1) 1 (1) — — Croup 1 — — 1 Scharlach 1 (1) — — 1 (1) Krebs 2 (1) 2 (1) - - Schlagfluß des Gehirns 2 2 — — Catarrhal. Lungenentzündung 1 1 — Blinddarmentzündg. 2 (1) 1 — 1 (1) UnbekannteKrankhell 1 1 — — Summa: 11 (4) 8 (2) — 3 (2) Anm.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. klärt. Ulrich kritisiert das Vorgehen der Regierung bei der Nichtbestätigung eines freireligiösen Lehrers in Mainz zum Schulvorstand. Staatsmiaister Rothe sagt gesetzliche Regelung zu. Die Regierungsvorlage wird darauf angenommen. London, 6. März. Campbell Banuermauu hielt gestern in einer liberalen Versammlung eine längere Rede über den Krieg. Er beschuldigte Salisbury, teUweise die Schuld für den Krieg zu tragen und befürwortete die Einleitung von Friedens-Verhandlungen, welche dem Wunsche der großen Mehrheit des Volkes entsprächen und eine Politik des Opportunismus wären. Die meisten liberalen Blätter kommentieren diese Rede dahm, daß sie den richtigen Liberalis- mus dokumentiere. — Sir Redmond hielt eine Rede über die irische Bewegung, worin er erklärte, dieselbe verfolge noch immer denselben anti-englischen Zweck. London, 6. März. Seit Beginn des Krieges find nach einer amtlichen Statlstik 20 922 Engländer gestorben. Hiervon fielen auf dem Schlachtfelde 89 Offiziere und 4900 Manu. 173 Offiziere und 1700 Mann find später ihren Wunden erlegen. London, 6. März. Aus Ean ton wird gemeldet: Tie Cholera nimmt immer weiteren Umsang an. Ein englischer Offizier und ein Amerikaner sind derselben bereits erlegen, Nach einer anderen Tepesche sind die Nachrichten über die Ausbreitung der Epidemie übertrieben. Paris, 6. März. Der französische Botschafter tu Petersburg ist beauftragt worden, die Annahme der Einladung Loubets dem Zaren mitzuteilen. Wie der „Gauuüs" wissen will, soll die Reise am 15. Mai siattfindeu, woraus das Blatt schließt, daß die Kammerwahlen am 27. April und die Stichwahlen am 11. Mai stattsinden werden. Außer Delcassö werden General Negrier und Ad-- miral Gervais den Präsidenten begleiten. Teplitz, 6. März. Der Sohn eines hiesigen Gastwirts ist von der Stephanshöhe abgestürzt und blieb sofort tot. Warschau, 6. März. Nachdem das Rektorat der hiesigen technischen Hochschule von dem größten Teil der Studentenschaft die strikte Zusicherung erhalten hat, daß sich dieselbe jeder weiteren Teilnahme an den Demonstrationen enthalten werde, dürfte die Schließung der Hochschule schon Ende d'ieser Woche aufgehoben werden. Saloniki, 6. März. Die Situatian in den alb a- ne fischen Distrikten Berat und Valona ist wieder äußerst bedrohlich. Die Albanesen verweigern jede Steuerzahlung und setzen den Behörden thätlichen Widerstand entgegen. Die von Konstantinopel aus unternommeneu Versuche, die Albanesenführer durch Versprechungen zu gewinnen, sind erfolglos geblieben. Washington, 5. März. Während der Unterredung mit Staatssekretär Hay beklagten sich die Burendelegierten über die Verschiffung von Pferden, Maultieren und Lebensmitteln nach Südafrika. Hay ging ausführlich auf die Sache ein und führte Autoritäten und Präzedenzfälle an, wonach es seststehe, daß keine Be- f örde Amerikas in der Lage sei, den amerikani- chen Farmern zn verbieten, die Erzeugnisse rhres Ackerbaues oder ihrer Viehzucht nach irgend einem Teile der Well bin zu verschiffen. Hay führte weiter aus, daß die Haltung der Regierung gegenüber der Südasrikafrage streng neutral gewesen sei und daß die Regierung nichts gethan-habe, um die Verschiffung von Gütern für die Buren zu verhindern. Schiffsnachrtchten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 5. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Köln", Kapllän H. Langreuteer vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist .gestern 9 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Neueste Meldungen. Origiualdrahtweldunge« des Gießener Anzeigers. 8 Darmstadt, 6. Marz Die 2. Kammer setzt die Beratung des Budgets fort. Bei dem Kap. 40 „Seminare nnd Präparandenanstalten" beantragt der Ausschuß den Sllich von 33 460 AU. für ein neues Volksschullehrerinnenseminar in Darmstadt. Ministerialrat Eisenhnth befürwortet die Vor- läge warm. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag ab- gelehnt und die Regierungsvorlage auf Errichtung des Semmars angenommen. Es folgt die Beratung des Kap. 41 „Volksschule". Der Ausschuß beantragt die Genehmigung von 1973 600 Mk. in Ausgaben. Hierbei werden die Anträge W e i d n er betr. die Remuneration der Schullehrer in abgelegenen Orten und H ä n s el betr. Vergütung an kleinere Gemeinden für Schulhausneubauten mit beraten und schließlich für erledigt er« Telephonischer Kursbericht. Franklurt u. Jl., 6. 37g% Reichsanleihe . . 3% do. . . . 3>/,0/o Konsole . . . . 3% do. . . . . . 3*/2% Hessen .. . . 3% Hessen . . . . . 4% Oesterr. Goldretne . . 47,56 Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4°/. Italien. Rente . . . 47,56 Portugiesen . . . 0O/ Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose...... 4% Griech. Monopol -Anl. 47,56 äussere Argentiner 102.10 93.15 102.00 92.90 100.30 103*00 101.65 10U3 101.00 42.80 28.45 28.10 115.00 45.45 3-/0 Mexikaner . . 47s /a Chinesen . , Electric, bchuckert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatabahn , Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte .. . . Bochum . , , » . Harpener . . . . Tendenz: fest. März. . 26.65 . 91.10 . 120.50 220*50 . 194.80 . 141.20 . 13710 . 152.80 . 146.30 . 19.30 . 169,50 . 202.50 . 200.30 . 166.75 AWchKilüP am 31. Dezember 1901 129.10 v4L. 104.16 5014.13 2789.05 Während 1901 gingen zu Daher Stand der Mitglieder Ende 1901 8036.44 Die Zahl der Mitglieder Aktiva. Kaffenvorrat Waren lt. Inventur Debitoren Mobllien nach Abschreiben von 10% Sohversteigerung , Das an der Kreisstraße Gießen - Hausen angefallene Holz und zwar: 50 Haufen Ausputzreiser, 14 rin Pappelholz, und , 7 Pappel - Stämme, je ' 2,5 Meter lang, wird am Dienstag, dem 11. März l. I., vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle versteigert. — Zusammenkunft am Gasthaus zum Schiffen- bergerthal. 1881 Gießen, den 5. März 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor. Stahl. betrug Ende 1900 Während 1901 gingen ab Mhw. ßonsum-Neeei«, ringele. 6cv. mit uub. Hoftpfi., zu Siaufrulwg. Heinrich Stephan, Direktor. Philipp Meyer, Rechner. Wilhelm Heibertshausen, Lagerhalter. 1882 Passiva. Mitglieder-Einlage Reservefonds Betriebsrücklage Kapitalschuld Kreditoren Reingewinn 910.— 1226.68 2903.43 700.— 789.81 1506.52 8036.44 97 4 93 2 95 K. 13/02. Donnerstag den 10. April 1902, nachmittags 2% Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die dem Carl Schleenbecker und dessen Ehesrau vor Namen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen: Flur 26/114,8 — 306 qm Hof- raite auf der Weißerde, auf den obersten Riegelpfad, Fllrr 26,11437100 1121 qm Gras- garten daselbst, Flur '26 114“/ioo — 185 qm Hof- raite daselbst, Fllw 26414» — 231 qm Hof- raite daselbst, Flur 26/2528 10 — 46 qm Hof- taitegrunb am untersten Riegelpfad, Flur 26/2517io — 359 qm Grasgarten daselbst, Flur 3/85 u. 86 — 2044 qm Wiese am Krofdorferweg, Flur 3/87 u. 88 — 1812 qm Acker daselbst, Flur 3/91 — 4056 qm Acker daselbst, Flur 5/438 — 1038 qm Wiese über dem Fabricischcn Acker auf den Fluthgraben, Flur 5/461 — 1869 qm Wiese am Krofdorferweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. März 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute «uo morgen: Ztierfieilch 52 M Fluß- und Leesffch J. ML Schulhof Telephon 119. 314 Prompter Versandt nach ausw. 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