Nr. 55 «rscheiut tLgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesfffcheo Landwirt die Gießener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notattonsdruck u. Verlag der Brühl'schea Untvers.-Buch- u. Stein- druckeret (Piets ch Erben) Redaktion, Erpeditton und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Donnerstag 6. März 10018 152 Jahrgang Erstes Blatt. Verantwortlich: BezugSvretA, monatlich7bPf.,viertel- HMk. 2.20; durch ..bhole- u. Zweigstellen monatlich 85 Pf.; durch GietzenerAnzeiger« ** General-Anzeiger v v ■*’' für den polit. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen MM ** zeigenteil: Hans Beck. Volklische Tagesschau. Eine Strafbeforderung? Der Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium Dr. Kügler ist dieser Tage zum Präsidenten des preußischen Ober-VerwaltungSgerichtS ernannt worden. Dr. Kügler gehörte zu den »liberalen Geheimräten" im alten Sinne, denen eß ernst mit ihrem Liberalismus war. Er war bei allen übrigen Parteien verhaßt. Daß preußische Ober-VerwaltungSgericht kann aber einen Mann wie Kügler auch brauchen und es ist zu hoffen, daß er auf seiner neuen Stellung einen günstigen Einfluß üben wird. Von gewisser Seite wird nun behauptet, Dr. Kügler sei bei seinem Chef, dem Kultusminister Studt unbeliebt und werde darum an anderem Orte kalt gestellt. Dabei ist jedoch folgendes zu be- rückstchttgen: Der preußische Ministerialdirektor bezieht 15 000, der Präsident deL Oberverwaltungsgerichts 20 000 Mk. Gehalt. Der Ministerialdirektor kann jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden, der Präsident des Ober- verwaltungsgerichts ist unabsetzbar. Eine Rangaufbesserung dagegen erfährt Dr. Kügler nicht. Denn er war bereits Wirtlicher Geheimer Rat. Es war ein ungewöhnlicher Zustand, daß ihm ein Unterstaatssekretär übergeordnet war, der nur den Titel eines Wirklichen Geheimen OberregierungS- ratS hatte. Jetzt berichten nationalliberale Blätter, daß als Nachfolger Kügler ein Mann genannt werde, der die »schwersten Besorgniffe rechtferttge und die tteffte Beunruhigung Hervorrufen müffe. Wer dieser Mann ist, deutet die »Germ." bereits an." Man nennt ihn einen Regierungspräsidenten, »der früher einmal als Ministerialrat dem Kultusministerium angehört hat und deffen Großvater als Philosoph in der Ge- (Seschichte der ersten Hälfte deS vorigen JahrhunderS einen bekannten Namen hatte". Eß handelt ftch sichtlich um den Präsidenten Hegel in Gumbinnen. deren Boa der PrtvMreise. Ein Berliner Matt, das den Rekord ber Reise-Bericht- «statttmg geschlagen zu haben sich selber rühmte, brachte dieser Tage eine auffallende Noti-, die sich beklagt über die kränkende Nachlässigkeit, mit der von der arneri- kanischen Presse die Prin-eureise behandelt werde. Diese Notiz lautet: Die Anti-Duell Liga in Frankreich. In der „VeritL Franyaise" findet sich eine Veröffentlichung des Herrn I. du Boury, der auf Anregung deS Jnfanten Don Alfonso von Spanien schon seit anderthalb Jahren mit größtem Eifer der Förderung der Anti-Duell-Aktion in Frankreich sich widmet. Nachstehendes ist in Kürze der Jnhatt der erwähnten Veröffentlichung: Die »Wenn es auch richttg ist, daß die hiesige Presse über die Prinzenreise wenig und dies an wenig hervorragender Stelle bringt, so trägt doch auch wesentlich da« Prinzip hierzu bet, Dinge, die nicht mehr das aktuellste TagesintereNe beanspruch«», stets bei* läufig zu behandeln. Zweifellos werden diejenigen, welche die Teünahme an dem Prefsebankett der Staatsregierung ablehnten oder nur mit innerer Reserve daran tellnahmen, die Bedeutung der Reise weiterhin a b z u s ch w üch e n suchen, aber es kann auch jeden Tag wieder eine andere Parole ausgegeben werden. In politischen Kreisen außerhalb der Presse steht man genau sowie zuvor zu der Prinzenreise, dak heißt mtt abwartender Sympathie, deren Befestiguna durch den Takt des Prinzen, auch nicht durch hämischen Klatsch von gewisser Seite erschüttert werden kann. 3n diesen speziell amerikanischen Kreisen herrscht allerdings häufig dre Ansicht, daß vielleicht ein bedeutenderer Anlaß zu der Prinzen- relse hatte gewählt werden können. Immerhin verkennen sie nicht, daß weit mehr als ephemere Folgen resultieren werden. Sie be= trachten pch selbstverständlich als den gesuchten und gebenden Teil, erkennen aber genug ihrer, eignen Vorteil, um ihrer Rolle nicht abhold zu scm. Das zweifellose Ergebnis der ganzen Prinzenreise wrrd em doppeltes sein: eine Stärkung der Gefühle der amerika- mschen Deutschen für den Zusammenhang mit der allen Heimat und untereinander biß tief in die Unionsstaaten hinein, sowie eine deutliche und de sh alb ersprießliche Scheidung !?"e,I»°""rikanischen Elemente, die zu einem bauend !me $(!Ao e *n e n m,t Deutschland in Wirtfchafts- und Wellpolitik geneigt find, und denen, die es nicht sind. Mehr konnte von der Reise auch nicht erwartet werden." ' Die ganze Auslassung macht den Eindruck, als habe das Berliner Sensatwnsblatt in seiner Wichtigthuerei wieder einmal etwas erfinden wollen, um von sich im In-- und AuS- lande reden zu machen. Eine aus Italien kommende Zeitungsnotiz aber verdient verbreitet zu werden als Zeichen dafür wie allenthalben dieses internationale Ereignis besprochen wird. Es ist eine wichtige Aufklärung über die Reffe des Prinzen Heinrich, die ein italieni- sches Blatt gibt, mdem eS eine Deutung ausschließt, die wie eß scheint, schon begonnen hatte, die Welt zu beunruhiaen Das Blatt läßt sich unter der Spitzmarke „ Erfundene Vermählung" Folgendes aus Berlin telegraphieren' »Berlm, 28. Februar, 12 Uhr 5 Mn. Man stellt hier die Nachricht entschieden in Abrede, daß Prinz Heinrich nach Amerika gegangen sei, um sich mit Fräulein Roosevelt der Tochter des Präsidenten, zu verloben." Besonders dankbar für diese Aufklärung werden vor allen andern die Prinzessin Heinrich und ihre Kinder sein, die nun wieder ruhig athmen können, und ohne Zweifel wird Prinz Heinrich selber nach dieser dankenswerten journalistischen That nicht sögem, auch die Redakteure der italienischen Presse an Bedeutung den kommandierenden Generälen gleichzustellen. Gegner des Duells in Deutschland und Oesterreich streben in erster Linie den gesetzlichen Schutz der persönlichen Ehre an; die eben gegründete Anti-Duell-Liga in Frankreich greift zur Selbsthilfe durch Errichtung privater fakultativer Ehrengerichte für die Mitglieder der Liga. Diese letztere wird ihre Mitglieder nach Bezirken (rayons) gruppieren, und jeder dieser Bezirke wird selbst seinen Ehrengerichtshof wählen. Zum weiteren Ausbau dieser Organisation traten letzthin Delegierte der Departements in Paris zu einer Beratung zusammen. Es wurde beschlossen, allen Gegnern des Duells, aus welchem Grunde immer sie dasselbe verwerfen, folgende Grundzüge der Organisation mitzuteilen: 1. Die Gegner des Duells oraanifieren sich nach Bezirken um die Hauptstadt jedes derselben. Dieser engeren organisierten Gruppe kommt das Recht zu, die Mitglieder des Ehrengenchtshofs für ihren Bezirk zu wählen. 2. Die provisorischen Kommissare eines jeden Bezirks werden die Aufstellung eines geschäftsführendeu BureauS veranlassen, bestehend auÄ Präsident, Vizepräsident, Schriftführer und Kassierer. Im Interesse der Sache mögen die Vorstände der einzelnen Be° Sirte in steter Fühlung bleiben. Sie werden auch die Liste ans- teUen derjenigen, welche etwa für die Wahl in den Ebrenaerichtshof n Bettacht kommen. Die Vorschlagsliste soll doppelt so viel Namen bezeichnen, als gewählt werden. 8. Das Wahlrecht steht allen Mitgliedern zu, die Wahl kanu durch Einsendung der Stimmen oder durch Stimmzettel in einer Versammlung erfolgen. Die Amtsdauer eines Ehrenrichters ist fünf Jahre. 4. Oberstes Prinzip des Ehrengerichtes ist es, nie auf AuS- tragung einer Ehrensache mit Ser Waffe zu beschließen; Aufgabe desselben aber ist eS, den Thatbestand festzustellen und nach Kräften die Aussöhnung der Gegner auf loyalem Weae herbeizusühren. In allen Fällen aber enffchetdet dasselbe durch sein gefälltes Urteil end- gllttg für beide Telle. 6. Wer das Ehrengericht ansprechen will, wendet sich an den Präsidenten des betreffenden Bezirkes. Das Ehrengericht soll in kürzester Zett konstituiert werden. Dabei kommen zwei Fälle in Betracht. ». Beide Gegner rufen das Ehrengericht an. In diesem Falle hat jeder das Recht, aus der gegebenen Liste einen Richter zu wählen: den dritten bestimmt der Präsident in Gegenwart der beiden Parteien durch das Los. Dieser dreigliedrige Gerichtshof wird jede Partei einzeln vernehmen und bann nach Recht und Gewissen urteilen. b. Nur einer bet beiden Gegner verlang ein ^hrerlgecichü In diesem Falle wählt er etnen Richter, die beiden anderen be- sttmmt der Präsident durch das Los. Ist nun derjenige, welcher daS Ehrengericht veranlaßt hat, der Beleidiger, so haben die Richter Art und Form der Beleidigung zu ermitteln und ibn zu verhalten, daß er selbst sein Unrecht wieder gutmache. Wenn aber der Beleidigte den Gerichtshof anruft, so haben die Richter die Angelegenheit gewissenhaft xu prüfen und den Thatbestand festtustellen. Kann die Beleidigung nicht gerechtfertigt werden, so wird das Ehrengericht den: äteletingten sein Recht anerkennen und für feine Ehrenhaftigkeit eintreten. 6. Im Einverständnis mit den Parteien wird das Ehrengericht entscheiden, inwieweit daS Urtell publiziert werden soll. 7. Das Ehrengericht hat nicht über den Anlaß eines Streites selbst zu urteilen, sondern nur über die Haltung der Parteien in einer solchen Angelegenheit und darüber, ivas zur Austragung derselben zu geschehen habe. 8. DaS Ehrengericht ist nicht verpflichtet, immer dem Ruse der Parteien Folge zu geben, braucht auch feine Gründe anzugeden un Weigerungsfälle. Zugleich hat sich in dieser Versammlung der Ehren- gerichtßhof für Paris konstituiert; Adel, Milttär, Gelehrte, Abgeordnete, Journalisten sind darin vertreten. Neöer de» Anvau der Kartoffel im Aelde «ud im Karte». (Schluß.) Ist bas Wetter günstig, wachsen die Kartoffeln fteudig und zeigt sich auch noch kein Unkraut, so ist trotzdem jetzt schon ein Behacken der Kartoffeln notwendig. Eß ist ein Irrtum zu glauben, man müsse erst dann hacken, wenn sich Unkraut zeige. Die Hacke düngt, sagt ein altes Bauern- sprichwort. Aber durch öfteres Behacken, alle acht Tage etwa, bebält der Boden seine natürliche Feuchtigkeit, er wird nicht von der Sonne ausgebrannt. Durch öfteres Hacken erspart man ans den meisten Boden das Begießen; durch jene scheinbar unnötige Arbeit hat die Oberfläche des Bodens niemals eine Kruste, die Pflanzen wachsen freudiger — die Hacke düngt. Hält man es für nötig, den Kartoffeln jetzt noch künstlichen Dünger zu geben, so ist es die höchste Zeit. Tie Büsche sind etwa einen Fuß hoch geworden, man häufle die Büsche bei trockenent Wetter nun an. Dabei soll eine tüchtige Hacke voll Erde zwilchen die Kartossel- stengel gestreut werden, man teile die Stengel dabei etwas auseinander. Die Knollenbildung wird durch diese Behandlung gefördert. Unkraut, das sich fischen den Stengeln zeigt, pflücke matt vor dem Anhäufeln sorgfältig heraus. Sehr empfehlenswert ist es, das Anhäufeln oberflächlich nach 8—10 Tagen zu wiederholen, einmal um die Kruste, bie sich wieder um die Kartoffelstaude gebildet hat, zu lockern, dann auch um Unkraut, das sich wieder zeigt, zu zerstören. Das zweite Behäufeln darf, wie schon gesagt, nur oberflächlich geschehen, bamit die Saugwurzeln der Kartofselstaude, hie noch unter der Oberfläche des Bodens liegen, nicht zu sehr verletzt werden. — In der Folge pflücke man das Unkraut, welches sich nun noch zeigen sollte, forgsältig heraus. Ein so behandeltes Kartosselbeet liefert schon anfangs Juli, man behauptet, bereits vom 18. Juni an reife Kartoffeln, wenn die bekannten Frühkartoffeln: Frühe Kost, Perle von Erfurt, Kaiserkrone n;m. zum Pflanzen gebraucht worden sind, Frühkartoffeln, die auch m der Regel eine reiche Ernte liefern. .Eine andere Methode, aus kleinen Flächen große Ernten zu machen und gut ausgebildete ausgereifte Kartoffeln zu erhalten, ist die Methode von Gülich. Auf einer Fläche von 1 Quadratmeter soll nur ein Kartoffelstock wachsen. Welche Raumverschwendung, denkt mancher, und doch bewährt sich das Verfahren im kleinen ausgezeichnet. Ich weiß das aus eigener Erfahrung und unsere großen Kartoffelzüchter, die eine besonders wertvolle Neuzüchtung entdeckt haben, und dieselbe rasch vermehren wollen, benutzen das erwähnte Verfahren des Gutsbesitzers Gülich. Es werden in vielen Fällen dabei aus einem Pfund Kartoffeln 50 Pfund geerntet. Tas Verjähren ist folgendes: Das gut gedüngte und gut vorbereitete Land wird mit abgewelkten Kartoffeln,^ die wie rohe Eier zu transportieren sind, so daß die hervorgetretenen Keime nicht verletzt werben, von Mitte März ab belegt, so daß eine Pflanzkartossel von ber anderen ein Meter entfernt liegt. Tie Pflanzkartoffel wird also nicht in die Erde gesteckt, sondern oben auf gelegt und mit so viel Erde bedeckt, daß bie Kartoffel vor Nachtfrösten geschützt ist. Es bildet sich also über jeder Kartoffel ein klernes Erdhaufcken, Ivie ein kleiner Maulwurfshausen. Tiefer kleine Erdhaufen wird von der Früh- jahrsfonne rasch durchwärmt, die ausgetretenen Keime entwickeln sich rasch weiter, die Kartoffel wächst. Man erkennt das bei einiger Aufmerksamkeit daran, daß die wachsende Kartoffel bte sie umgebende Erde sprengt, es bilden sich in dem fleincn Erdhügel Risse, Sprünge. Sobald man das bemerkt, vergrößert man ine Erdhügel, indem man rund herum bei der Hacke Erde heranzieht^ und damit den Erdhügel erhöht, und auch breiter machtt Es bilden sich nun infolge des weiteren Wachstums nach ca. 8—12 Tagen wieder Sprünge in dem Erdhügel und man wiederholt das Verfahren indem man die obere Schicht Erde um den Erdhügel herum herbeizieht, dabei alles Unkraut zerstört und den Erdhügel weiter erhöht. Mittlerweile ist die Jahreszeit soweit vorgeschritten, daß inan nun die Kartoffelkeime durchbrechen läßt, ohne fürchten zu müssen, daß die zu tage tretenden Keime erfrieren. Das Anhäufeln von Erde wird fortgesetzt von Woche zu Woche. Dabei ist es von Wichtigkeit, daß man die Kartoffelstengel nach außen auseinander legt und Erde zwischen die Stengel bringt, so daß diese Stengel gleichmäßig nach allen Seiten etwas auswärts und abwärts gebogen sind. Der Knollenansatz wird sehr dadurch gefördert und außerdem verhindert, daß ber Regen die Samensporen des Kartoffelpilzes — wenn er entstehen sollte — nicht von den Blättern des Kartoffelkrautes an den Stengeln entlang in die Erbe zu den jungen Kartoffeln führt, sonderit baß jene Keimjporen auf d:n Erdhügel abfließen und dort zu Grunde gehetl. Tie Vorzüge dieser Anbaumethode, welche viel Raum erfordert, und nur im kleineren Maßstabe durchführbar ist, müssen jedem im Pflanzenbau Erfahrenen einleuchten. Tie Pflanzkartoffel wirb a u f den Mutterboden gelegt, sie hat also einen Spatensticy Hef gedüngten guten Boden unter sich. Nach und nach wird aus der UmgebunF öO Zentimeter im Umkreis nur Mutterboden über die wachsende Saatknolle gehäuft. Tie Wurzeln der Pflanze können sich nach allen Richtungen in gutem Kulturboden entwickeln. Der Erdhügel wird von jedem Sonnenstrahl durchwärmt, bei eintrelenden starken Gewitterregen läuft das überflüssige Wasser ab und sammelt sich in der Umgebung des Erdhügels. Die Pflanzkartoffel, ihre Wurzeln und die jungen Kartoffeln liegen über diesem ange- sammelten Wasser. Dieftr Zustand ist noch wertvoller bei längeren Regenperiöden, die den Kartoffeln so nach^ teilig sind. Bei dieser Pflanzmethode schadet der überflüssige Regen der Kartosfelpflanze viel weniger, jeder durch die Wolken brechenoe Sonnenstrahl trochiet den Hügel leichter ab und erwärmt ihn wieder. Die Kartoffel gedeiht sicherer, wird weniger leicht krank, liefert mehr dicke und gut ausgereifte Knollen und vor allem größeren Ertrag. — Bei dem jedesmaligen Anhäufen kann Kunstdünger in angemessenen Quantitäten gegeben werden. ^n dem Gesagten ist so ziemlich alles mitgeterlt, waA sich über den Kartosfelbau im Kleinen sagen läßt. Die Sortenwahl für den Anbau ist schwierig. Hier beivährt fid). die eine, dort die andere. Die beste für einen besttmmten Boden und eine bestimmte Lage laßt sich, für jede Gegend nur durch vergleichende Anbauversuche feststellen. Wir haben im vergangenen Jahre eine sehr reiche Kartoffelernte gehabt, vielleicht die reichste seit 25 Jahren. Das Gedeihen der Kartoffel ist außerordentlich abhangia vom Wetter. Borherrscheno waren Sommer, die in regelmäßigen Zwischenpausen nicht andauernde, aber kurze, warme Regenmengen bringen, scheinen der Enttvickelung der Kartoffeln am günstigsten zu sein. Diese Beobachtung darf uns nicht dazu fuhren, lässig beim Anbau dieser lohnenden Frucht zu werben. Nur wenn die Regsamkeit und die Einsicht des Menschen zu Hilfe kommt den günstigen Wirkungen der Naturkräfte, ringen wir auch beim start off et- bau dem Boden die höchsten Erträge ab. Das BLumeumedium Anna Rothe verhaftet. Die geharnischten Worte des Kaisers über die Machenschaften der Gesundbeter und Spiritisten und derlei Dunkelmänner haben ihren ersten greifbaren Erfolg zu verzeichnen. Das Blumenmedium Anna Rothe, jene vielgereiste und durch ihre Wunderseaneen zu einem Jdealmedium gestempelte Dame aus dem „Geisterreich" ist, wie wir bereits mitteilten, von ber Kriminalpolizei samt ihrer Sippe verhaftet worden. Es war am Samstag abend, als sich eine Gesellschaft von acht Herren und sechs Damen, in den eleganten Räumen des Mediums zu einer Seance cinfanb. Nicht alles Gläubige. In der Tafelrunde befand sich em Berliner Kriminaltommffsar : Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 332, mrd ein paar seiner Untergebenen. Die Sitzung begann. Erwartungsvolle Stille um Quittung. arten- a Wetter März § K Seid. Bluse ml 4.35 1482 > \ 69 98 67 2 v L 2 1 1 as C e 9,5<> C. 3,2° C. u k A 2 c - v A A « C 'S ß C7. G -2 e rr .o .5 8 4,5 4,4 3^ NE. NE. 8E. 752,7 752,5 751,8 3 S ci Q ta 2“ 928 735 ebenen. Die Sitzung begann, an Frauen: Ehefrauen, Witwen, altere unverheiratete ööz, Erwartungsvolle Stille um^ die beiden zusammengerückten Gewerbetreibende 139, Dienstmädchen, Lauffrauen 62, 2lr- Tische! Da läßt sich eine Stimme hören. Der Impresario beiterinnen, Ladenmädchen 84, Beamtinnen 54, Pflegerinnen 32, feen nötig werdenden Einschnitte in unsere Basaltberge gehens ihrer Fertigstellung entgegen; in geologischer Hinsicht bieten sie manches Interessante. Zur näheren Untersuchung verweilten vor kurzem Professor Klemm von der technischen Hochschule in Darmstadt und Bergassessor Petri aus Gießen hier. In dem bei der Stadt liegenden sog. „roten Berg" ist eine in Basalt liegende weiche Thonschicht von gelbbrauner Farbe von besonderem Interesse. Es ist dies die früher als medizinisches Heilmittel bekannte terra sigillata, von der etwa vor 100 Jahren große Mengen über unser Vaterland hinaus verschickt und die als Mittel gegen Kolik rc. verordnet wurden. Darmstadt, 4. März. Prinzessin Elisabeth feiert am Dienstag, den 11. März, bekanntlich ihren 7.Geburtstag. Aus diesem Anlaß findet im Großh. Hoftheater eine Extra- Kinder-Vorstellung statt, in der das im verflosienen Jahre so beifällig aufgenommene Märchenspiel der Frau Life Ramspeck „Es war einmal oder die Reise durch das Märchenland" zur Aufführung kommen wird. + 4,9 - 0,2 - 4,1 .2 % 85 2 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Jentsch spricht. Er redet von Geistern, die da schweben und sich zur Erde niederlassen, und von Längstgestorbencn, die wieder wach werden und ihre Lieben grüßen. Der Speech war zu Ende. Und nun kam Anna Rothe an die Reihe. Sie hatte sich vorher die Büste von Damenhand nach irgend etwas Verdächtigem untersuchen lassen. Man fand nichts bei dem unschuldigen Engelein. Der Tanz sollte jetzt in Fluß kommen. Das Medium stellte sich schlafend. Aber das war Höchste Temperatur am 4.-5. März Niedrigste „ „ 4.-5. „ Schiffsnachrichten. „Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdampfer „Vaüerland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 3. Marz wohlbehallen in New-Port angekommen. 5. 5. 6. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Markte. Limburg a. d. L., 5. März. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.36 Mk., Weißer Weizen 14.00 Mk., Korn 10.54 Alk., Gerste 9.34 Mk., Hafer 8.43 Nlk^ Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Alk. Geflunker. Durch einen Augenschlitz konnte die kluge Dame die Situation überschauen. Sie fing zu reden an. Dasselbe Blech wie ihr Impresario. Und dabei klopfte es vom Tische her. Immer stärker und stärker. Eins, zwei, drei. . . . Und es klopfte immer gerade dann, wenn der Impresario im Salon mar, sonst nicht. Frau Rothe träumte weiter. Dian stellte ihr Fragen. Sie antwortete dummes Zeug. „Haben Sie nicht vorher eine Geisterrede gehalten?" „Nein, ich weiß von nichts. Hab' ich gesprochen? Ich weiß von nichts!" Und mit einem Male hob sie die Hände, und Blumen kamen, Blumen — aus freier Luft. Schöne, langstielige, weiße Narzißen. „Ah" — die Gesellschaft war paff. Blumen aus freier Luft. Da plötzlich erhob sich der Kriminalkommissar und mit ihm seine Untergebenen: „Meine Damen, so leid es mir thut, ich muß Sie untersuchen lassen!" Frau Rothe fiel in Ohnmacht. So etwas war ihr noch nicht passiert. Ein Polizeimann! Der Impresario stürzt hinzu. Er fleht und lamentiert Die Tochter der Rothe kommt und der Mediumsehemann, von dem man so lange nichts gesehen. Ein kunterbuntes Durcheinander, Frau Rothe liegt in Krämpfen oder thut so. Es Hilst ihr Alles nichts. Eine Polizeibeamtin vifitiert sie von oben bis unten. Man hielt ihr die Hände fest, daß sie sich nicht rühren konnte, und dann ging es ans Suchen. Und was fand man da in den Unterkleidern verborgen? Acht schöne, runde, frische Apfel- ftnen und einen ganzen Haufen dieser zierlichen, langstieligen, weißen Narzissen, die eben erst die Geister herabgeworfen hatten. Arme Frau Rothe! Die Polizei war erbarmungslos. Von der Straße her waren während des Lärms noch ein paar handfeste Polizisten heraufgekommen. Alles Sträuben half nichts. Frau Rothe und ihre Verwandschaft samt ihrem ingeniösen Impresario mußten in sicheren Gewahrsam wandern, auf daß sie in der Dämmernacht der Zelle über das Reich der Geister nachdenken können. Das der Ausgang der Tragikomödie. Endlich hat das Schicksal die Frau Rothe, die einstige Töpferftau aus Chemnitz, ereilt. Mit der Mediumschaft wird es nun aus sein. Und die zahlreichen Gläubigen, die, nachdem sie schriftlich um Einlaß zu den Seancen gebeten hatten, gar oftmals sich die Spukgeister zitieren ließen, werden nun dem Obolos, den sie 'm gutem Silber und Gold erlegen mußten, manche Thräne nachweinen. Im Gewahrsam der Kriminalpolizei fiel sie noch ^dreimal in „Trance". Die Geister ließen sie jedoch ebenso im Stich, rote Herrn Jentsch, den Impresario, Sprachlehrer und früheren Kognakreisenden, „Talisman". Das ist eine große Glaskugel, die er immer bei sich trägt. Die Wohnung der Rothe ist gleich an dem verhängnisvollen Abend von^der Kriminalpolizei abgesucht worden, und man hat die Listen der Personen, die an den „Seancen" teilnahmen, beschlagnahmt. Pon einer polizeilichen Versiegelung der Wohnung, an die man zuerst gedacht hatte, wurde Abstand genommen. Das Material scheint also schon zu genügen. Die der Polizei in ;bie Hände gefallenen Listen reichen ziemlich weit zurück und ;roeifen recht interessante Namen auf. Es sind einige aus der der höchsten Aristokratie darunter. Es ist bekannt, daß die Rothe sich im vorigen Jahre auch in Paris, der Stadt des Lichtes, unter dem Protektorate einer schwedischen Aristokratin, der Wittroe eines stüheren Botschafters, produziert hat; den Deutschen, die damals teilnahmen, fiel auf, daß die Geister den schönsten sächsischen Tonfall hatten; sie hatten eben die Stimme der Chemnitzerin durch „Materialisation" übernommen. Auch dort hatte die Rothe unter anderem ihre Blumenapporte vorgeführt. Der zu erwartende Prozeß dürfte wette Kreise ziehen und sich sehr ergötzlich gestalten. Die Anklage wird natürlich wegen Betrugs erhoben werden, und es ist kein Zweifel, daß die Grundlage dafür geboten ist. Als die „Geschädigten" werden Diejenigen aufzumarschieren haben, die für ein Eintrittsgeld von zehn Mark (!) Abschlüße aus der Geisterroelt und über das Leben nach dem Tode zu bekommen hofften und dafür mtt Taschenspielerkniffen abgespeist wurden. junge Mädchen, Lehrmädchen 188, zusammen 891 Bände. Nach auswärts kamen 87 Bände. ** Wichtig für unsere Fleischermeister ist die Mitteilung, die uns von befreundeter Sette gemacht wird, dahingehend, daß der technische Auffichtsbeamte der Fleischerei-Berufsgenossenschaft, Gewerbeinspektor a. D. Deiters, sich z. Zt. behufs Vornahme von Revisionen der Fleischereibetriebe hier aushält. Gerwerbeinspektor Deiters ist im Sinne des § 119 u. f. des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 als technischer Aufsichtsbeamler und als Rechnungsbeamter — für das Revisions-Gebiet: Deutsches Reich — ü § Z es U. höher — 4 Meter sowie „Henneberg-j Seide" in Sonnenschein. ^Sternh.Himm. Sonnenschein. angestellt, und wir machen besonders darauf aufmerksam, daß durch ihn die Befolgung der durch die Berufsgenossenschaft erlassenen und vom Reichsversicherungsamt genehmigten U n - falloerhütungsvorschriften überwacht wird. Diese Vorschriften, sowie weitere ausführliche Mitteilungen — auf deren Wichtigkeit hiermit nochmals hingewiesen sein soll — sind allen Fleischermeistern, die Mitglieder der Berufsgenossen- schast sind, als Drucksachen zugegangen. Von dem Inhalte dieser Unfalloerhütungsvorschriften ist eingehend Kenntnis zu nehmen; sie sind nicht nur nach allen Richtungen im eigensten Interesse pünktlich zu befolgen, sondern auch den Arbeitnehmern einzuschärfen und an geeigneter Stelle auszuhängen. In den Betrieben mit Danipf- oder Motorkraft soll ferner eine „Anleitung für die erste Hilfeleistung bei Verletzungen" ausgehängt sein und in allen Schlachtereien das erforderliche Verbandsmaterial vorrätig gehalten werden. In jedem Fleischereibetriebe muß ein Aushang vorhanden sein, der angibt, daß der Betrieb zur Fleischerei-Berufsgenossenschaft gehört und daß die Adresse des Vorstandes Mainz ist. Von jedem Besitzer eines Betriebes ist bei Ver- meiduna einer Geldstrafe bis zu 300 Mark ein Lohnbuch nach Vorschrift zu führen (dasselbe ist drei Jahre aufzuwahren). Bestellkarten für das Material zum Verbinden (vom Vertrauensarzt der Genossenschaft zusammengestellt) und für die Lohnbücher sind den Mitgliedern ebenfalls zugeschickt worden. — Besondere sich als notwendig erweisende Anordnungen technischer Art in den Betrieben werden von Fall zu Fall durch Gewerbeinspektor Deiters vorgeschrieben werden. Zuwiderhandlungen der Betriebsunternehmer ziehen künftig Geldstrafen bis zu 1000 Mark oder die Einschätzung des Be- ttiebes in eine höhere Gefahrenklasse und, falls der betrieb schon in der höchsten Klasse ist, Zuschläge bis zum doppelten Bettag der Betträge nach sich. Wir fügen noch hinzu, daß diese Revisionen nicht etwa als lästiger Zwang aufzufassen sind, sondern daß der technische Aufsichtsbeamte als Berater des Einzelnen anzusehen ist. ** Die Frau Großherzogin. Aus Nizza vom 2. ds. wird der „D. Ztg." berichtet: Die auswärts nerbreitefen Gerüchte von einer Erkrankung der Großherzogin von Hessen sind grundlos, da die Fürstin sehr häufig im besten Wo h lbe- finden ausfährt, Besuche macht oder solche von den in Cannes wohnenden' russischen Verwandten empfängt. Unlängst kam die greise Herzogin Clementine von Ko- b u r g samt den Brüdern des Fürsten von Bulgarien, (der in Mentone wohnt) den Prinzen Phttrpp und Clemens hierher. p Leihgestern, 3. März. An unserem Schulhausneubau, der im vorigen Herbst im Rohbau fertig gestellt worden ist, wurde den Winter über nicht gearbeitet Gegenwärtig sind nun die Arbeiten für den inneren Ausbau ausgeschrieben. Die Maurerarbeit en hat Herr Sarnes aus Grü- ningen ausgeführt Die Arbeiten im Innern werden mit Beginn des Frühjahrs in Angriff genommen und sollen bis spätestens zum 1. Oktober beendet fern. Das neue Schulhaus wird alsdann eingeweiht und mit Anfang des Winterhalbjahrs in Benutzung genommen werden. Der stattliche Bau enchält einen Schulsaal und eine Wohnung; er ist so eingerichtet, daß später noch ein gleicher Flügel an den Treppenbau angeschlossen werden kann. Grimberg, 2. März. Gestern abend fand im Gasthaus „Zum englischen Hof" hier eine außerordentliche Hauptversammlung des Ortsgewerbevereins Grünberg statt. Der Vorsitzende, Spenglermeister Kaiser, hieß die Erschienenen willkommen, und der von der Handwerkskammer ernannte Vorsitzende des Prüfungsausschußes, Fabrttant H. Schmidt sen., erläuterte sodann die für Bildung der Prüfungsausschüße für Handwerkerlehrlinge maßgebenden Vorschriften. Hiernach sind durch die Generalversammlung vier Beisitzer, nämlich zwei Meister und zwei Gesellen zu ernennen. Gewählt wurden als solche: Zimmermeister Haaß aus Grünberg, Schmiede- meister H. H o ch aus Queckborn, Steinhauer H. Schmidt IV. aus Grünberg und Maurer Fr. Jäger aus Queckborn. Die diesjährige Gesellenprüfung, zu welcher sich beretts 13 Lehrlinge des Bezirks angemeldet haben, soll zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden. Als letzter Gegenstand der Tagesordnung wurde der von der Handwerkskammer ausgearbettete Entwurf einer Prüfungsordnung zur Vornahme der Meisterprüfungen bekannt gegeben und besprochen. — Die Kirche auf dem Friedhöfe, die sich schon seit Jahren in einem reparaturbedürftigen Zustande befindet, soll nun eine gründliche Renovierung erfahren. Der Voranschlag ist bereits genehmigt, und es soll zunächst das Aeußere des Gotteshauses repariert werden. Die Wiederherstellung im Innern wird voraussichtlich im nächsten Jahre erfolgen. W. Nidda, 3. März. Arn 28. v. M. hielt der Verein Krankenpflege seine Generalversammlung ab. Die Rechnungsablage ergab eine Einnahme von Mk. 1422,05 und eine Ausgabe von Mk. 1298.26, worunter auch Kapitalanlagen sich befinden. Das Vereinsvermögen (ohne Inventar) beträgt Mk. 3123.79; an Schenkungen erhielt derselbe Mk. 767.00. Die Zahl der Mttglieder beträgt 200. Die Pflegeschwester pflegte in 1901 186 ganze Tage, hatte 76 Nachtwachen, wurde zu Rat gezogen in 110 leichten Fällen und half 12 Operationen machen hier und in der Umgegend. Die Versammlung beschloß, die Gemeinde zu ersuchen, ein erst kürzlich in der Stadt für Mietzwecke an gekauftes Haus zu einem Krankenhaus einzurichten. In den Vorstand wurden die alten Mitglieder wiedergewählt. Laubach, 4. März. In der Samstag Nacht wurde in der Nähe des Engelbrunnens ein Nachtwächter verletzt aufschwarz, weiß u. farbig von 95 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. Absolut kein Zoll zu zahlen! da die portofreie Zusendung der Stoffe durch meine Seidenfabrik auf deutschem Grenzgebiet erfolgt. Nur echt, wenn direkt von mir bezogen! Muster umgehend, ti. Henneberg, Seidenfabrikant (K. u. K. Hoflief.), Zurich. 342 Aus Stadt und Sand. Nachrichte« von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden ««gemeßen honoriert. Gießen, 5. März 1902. ** Private Verficherungsurrternehmungen. Durch Kaiser!. Verordnung vorn 3. Februar l. Js. ist die Beaufsichtigung aller im Großherzogtum zum Geschäftsbetrieb zugelaßenen privaten Versicherungsunternehmungen dem Kaiserl. Aufsichts- amt für Privatversicherung übertragen worden. Durch diese Ueberiragung wird an den seitherigen Konzessionsbedingungen dieser Versicherungsunternehmungen nichts geändert. Dieselben sind daher nach wie vor verpflichtet, in allen Rechts- sttettigketten mit Versicherten im Großherzogtum sowohl als Kläger wie als Beklagte bei hessischen Gerichten Recht zu nehmen und zwar als Beklagte nach der Wahl der Versicherten entweder bei dem ordentlichen Gerichtsstand ihres Hai^rtagenten im Großherzogtum oder bei dem ordentlichen Gerichtsstand desjenigen Agenten, welcher die Versicherung vermtttelt hat. ** Oeffentliche Lesehalle. Im Februar 1902 wurden 2247 Bände ausgeliehen.. Von diesen Bänden kommen auf: Erzählende ßitteratur 1051, Illustrierte Zeitschriften 610, Jugendschriften 286, Verdichtungen 14, Litterctturgeschichte 8, Länder- und Völlerkunde 35, Kulturgeschichte 17, Naturwissenschaft, Technologie 101, Geschichte und Biographien 67, Seewesen 9, Hauswirtschaft 6, Gesundheitslehre 5, Philosophie und Religion 19, Staatswissenschaft 9, Fremdsprachliches 10 Bände. Es wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 341, akademisch Gebildete 29, Kaufleute 201, Unterbeamte 116, Techniker, Schriftsetzer 129, Diener, Hausburschen 44, Arbeiter, Taglöhner 107, Lehrlinge, Gehilfen 307, Studenten 60, Rentner 7, Soldaten 15, zusammen 1356 Bände; gefunden. Er gibt an, von Unbekannten überfallen und mißhandelt worden zu sein. — Die beim Bahnbau nach Freien-1 Arbeiterbewegung. AlaiS, 5. März. Der nationale Kongreß der Grubenarbeiter entschied sich für den Achtstundentag und beschloß mtt 124 gegen 105 Stimmen, die Einführung des Achtstundentages durch einen Generalausstand zu erzwingen, ohne sich in neue 93er- handlungen mit der Regierung einzulaffen. Für den armen Bergmann vom Westerwald erhiell ich folgende Gaben: Frl. Tasche 2 Mk., Frau Klein 2 Mk^ E. 1 Alk., Heinrich Roth, Schneidermeister, 2 Mk., C. K. 20 Mk. Ungenannt 1 Mk., Frau Ebel Ww. 3 Mk., C. U in Offenbach 3 Mt., Frl. Bock 1 Mk^ G. Kreuder 1 Mk., Lehrer Kling und Ober- postassistent Pitzer 1 Mk., Ungenannt 10 Mk., zus. 47 Mk. Mit herzlichem Darrt für die Geber verbinde ich die freundliche Bttte um weitere Gaben, da Hilfe dringend notwendig. Die Mk. 47.— habe ich beide Herrn Pfarrer Casar in Marirr. berg übersandt.E. Krumm. Gin unabweisbares Bedürfnis ist in jedem Haushalt ei« guter Kaffeezusatz. Alle Auforderuugeu, die mau au einen solchen stelle» muß, erfüllt Kathreiners Malzkaffee. Er hat wirkliches Kaffee - Aroma, schmeckt delikat und bekömmt ausgezeichnet. Man verlange aber stets den echten Kathreiners Kneipp-Malzkaffee in Packeten. Gerichtssaal. Rastenburg (Ostpr.). 5. März. Einen interessanten Prozeß führt die Stadt gegen den Generalmajor v. Lis in gen in Lübeck, v. L. war früher Kommandeur des Grenadier-Regiments Nr. 4. Als das Regiment 1898 nach Rastenbiwg versetzt wurde, waren auf dem Kasernenhof noch Leute beschäftigt, so die Techniker in dem eigens zu dem Zweck erbauten Baubureau. Das in Fachwerk hergestellte Gebäude stand den Rekruten-Exerzitien im Wege und die otabt wurde vom Kommandeur aufgefordert, das Bau- bureau zu verlegen. Geeignete Räumlichkeiten waren aber nicht so schnell beschafft und der Oberst wendete nach Stellung eines Ultimatums die Zwangsregel an, das Saubureau abjju- brechen, noch ehe der Magistrat dies durch Einsprüche an geeigneter S teile verhindern konnte. Durch diesen plötzlichen Abbruch waren eine Anzahl Abrechnungen und Beläge über den Kasernenbau vernichtet worden bezw. abhanden gekommen. Infolgedessen verzögerte sich die Bauabrechnung. Die Intendantur verweigerte nach Ablauf der von ihr geiteüten Frist die Zahlung von Bauhilfskosten für die Abrechnungsarbeiten an die Stadt; sie hiell vielmehr den Generalmajor v. L. für ersatzpflichtig wegen des nicht ordnungsmäßig erfolgten Abbruchs des Baubureaus, da infolgedessen wertvolle Beläge vernichtet seien und neue Aufrechnungen und Vermessungen haben stattfinden müssen. Die Stadt sah sich nach vergeblichen Einigungsversuchen gezwungen, Klage gegen Herrn v. L. auf Ersatz der durch die Verzögerung der Bauabrechnung entstandenen Mehrkosten anzustrengen. Es haben bereits Vernehmungen stattgefunden. m. &en wms «Sieben. Qt sr ♦o ft te § r-> öS ort c XD >ö <5 P •B tE” 5$ ort » o o o K «S Lo - <33 <3 V g p X _ -o p o c LZ ort c g - Z3- "' CD CO L-'-Z tu P xd r- tu O. 2 a T-S s —3 L-v Bert -t-? •ö •a N ZK P CD s S es ES ty ÖJ C7 © Q 8 5 8 8 c-i L) Q g£ S 5 CQ 2 © p Q y K s sr « c-S c _ 9-o es u-'Ö? o sr rr «b !P G 5 cs jg «5» S « *0 o M Q es s i = s >=~ 'S 8 ft- >rt o L« «s e Q p • o o -g x~ o % *2 P rr 'S ft E o - o . 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