Zweites Blatt. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ■ 152. Jahrgang jährlich 9JJL 2.20; durch 9lbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Alk. 2.—viertel- jährl. ausjchl. Bestcllg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zellenpreis: lokal 12Pi, auswärts 20 Big. Verantwortlich fütj den polit. u. allgem. Teil i. V.. Fr. H a n n e >n a n n; für,Stadt u. Land" und «Gerichtsjaal": Curt Plato; für den An», zeigenteil: Hans Beck. 97r. 2RG Srichetvt täglich aufrer Sonntags. Dem siebener Anzeiger werden im Wechfel mit den» hefstfchen tandwtrl de Siebener Zamllien- hlätier viermal in der Woche deiqelegt. -folalionsdruck u. Per» kfl der Brüh l'jchen U>i>vei1.-Buch. u.Slein- dluckerei lPietf ch Erdens Viedaknon, Expeditwn und Drudeiet: echalftratze 7. Adresse für Depeschen: «uzetger «letzen. Frrnlpirchanlck'liih'Ar 51. Freitag 5. Dezember 1!HO2 VezngSpreis: monatlich 75 Ps., viertel» $)le yeutige Dummer umsaßt 12 Seiten. Pulitische Tagesschau. Der Transport der Gefangenen. Die ministerielle „Berliner Korrespondenz" schreibt: Tie Minister per Justiz und des Innern erließen folgende allgemeine Vorschriften über die Behandlung befangener, bezw. vorzu führen der Personen auf dem Transport: Strafgefangene dürfen mir gefesselt werden, wenn es wegen besonderer Gefährlichkeit der ^rfon, namentlich zur Sicherung anderer oder wegen Gefahr der Selbst- entleibung oder Fluchtaefahr unerläßlich erscheint. Fluchtgefahr wird bei zu Zuchthaus verurt"ilten männlichen Personen regelmobig vorausgesetzt. Gefangene im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sollen in der Regel mit anderen Gefangenen nicht znsammengefestelt werden. Wenn dies nicht zu umgehen ist, dürfen sie mit nicht die bürgerlichen Ehrenrechte Besitzenden nicht zufammengefesselt werden. Bei Anordnung der Zusammenfesselnng sind Persönlichkeit, Lebensstellung und Strafthaten der Gefangenen, soweit irgend thunlich, zu berücksichtigen. Die Entscheidung über Fesselung und Art der Ausführung trifft der An- staltsvorstand, von wo der Transport ausgehts nach sorgfältiger Prüfung im Einzelfalle. Der ausführende Beamte darf während des Transports ohne Anweisung eine Fesselung nur vornehmen bei Eintritt unvorhergesehener Umstände, welche die Anwendung der Maßregel aus den angegebenen Gründen unerläßlich erscheinen lassen. Vorstehende Grundsätze sind anzuwenden auf Untersuchungs- aefangene, soweit nicht im Einzelfalle der Richter über die Fesselung bestimmt hat. Von einer mangels dessen oom Gefängnisvorsteher angeordneten Fesselung ist der dichter alsbald zu benachrichtigen. Den Untersuchungsgefangenen sind gleichzustellcn die auf Grund des Gesetzes zwangsweise Vorgeführten. Soweit die Vorführung nicht vom Richter angeordnet ist, steht die Entscheidung der die Vorführung anordncnden Behörde zu. Auf durch Haftbefehl Verhaftete, vorläufig Festgenommene und in polizeilicher Schutzhaft Befindliche finden die Ein- gangsgrundsätze Anwendung. Tie Entscheidung üb"r Fesselung und Art der Ausführung trifft die Polizeibehörde, und solange der Verhaftete dieser nicht vor- steführt werden konnte, der Polizeibeamte, dessen Verfügung sie unterstehen. Dieser hat eine vorgenommene Fesselung mit Angabe der Gründe sofort nach der Vorführung zu melden. Bei nicht mit Zuchthaus ober Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte Bestraften hat die Transportbehörde die Frage eines Sonder-Sammeltransports mit Rücksicht auf Persönlichkeit, Lebensstellung und Art der Strafthat sorgfältig zu prüfen, und etwa diesbezüglich geäußerte Wünsche nicht ohne weiteres abzulehnen. Die Schuldenlast deS Reiches. Dem Reichstag ist soeben eine Denkschrift über die Ausführung dec seit dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegesetze zugegangen. AuS dieser Denkschrift erpicht sich, daß die in der vorsährigen Veröffentlichung auf 2 633 283 592 Mk., also über 2*/, Milliarden angegebene Gesamtbetrag der Anleibe- 'redite bis zum 22. Oktober d. I. auf 2 740 828 096 Mk. ingewachsen ist. Zur Erläuterung wird in der Denkschrift bemerkt: Durch den Etat für 1902 wurde die Ermächtigung gewährt, zur Bestreitung der einmaligen außerordentlichen Ausgaben im Wege deS Kredits flüssig zu machen: 113 200 439 Mark. Von dieser Erinächtigung ist noch kein Gebrauch gemacht, dagegen sind auf Grund des Etatgesetzes für 1901 weitere 3 proz. Schuldverschreibungen im Nennbeträge von 100 Mill. Mk. mit Zinsscheinen vom 1. April und 1. Oktober und in Stücken zu 200, 500, 1000, 5000 und 10 000 Mark auSgegeben worden. Dazu kommen die nach der vorjährigen Denkschrift noch unbegcbenen 17 850000 Mk. Von diesen insgesamt 117 850 000 Mk. sind an die Neichsbank, die Seehandlung und 19 Bankfirmen verkauft 11500000 Mark zum Kurse von 89,20 pCt. mit der Verpflichtung, sie zu 89,80 pCt. am 22. Januar 1902 auszulegen. Der Rest oon 2 850 000 Mk. wurde durch die Reichsbank an der Börse zum Kurse von 91,70 pCt. begeben. Der für die 117 850000 Mk. erzielte Reinerlös beträgt 105 178845.30 Mk. zu einem Durchschnittskurse von 89,25 pCt. Durch diese Verkäufe stellte sich das gesamte 3prozentige Schuld- kapital auf 519 Mill. Mk. mit Zinsscheinen vom 2. Januar und 1. Juli und auf 974 73 Mill. Mk. mit Zinsscheinen oom 1. April und 1. Oktober. Bei der 3,5prozent. Reichs- anleihe hat eine Veränderung nicht stattgefunden. Bei der Berechnung des Wachstums der gesamten Anleihekredite im Jahre 1901, 23. Oktober: 2 633 283 592,52 Mark iuf die Eingangs genannte Summe ist zu berücksichtigen, saß davon abgehen die Ersparnisse, die 1901 bei den aus Anleihemitteln zu deckenden Ausgaben gemacht sind: Sie beziffern sich auf 5 655 934.73 Mk., 2 627 627 657.79 Mk. Dagegen kommt hinzu die Anleihebewilligung für 1902 113 200439.00 Mk. DaS ergibt im Ganzen Anleihekredite: 2 740 828 096.79 Mk. Hiervon sind bis Ende September realisiert: a) durch Begebung der früheren 4prozentigen, jetzt Z 7? prozentigen Schuldverschreibung im Nennwert von 450 Millionen Mk: 445 705020.05 Mk'; b) durch Begebung der ; 7, prozentigen Schuldverschreibungen, 1. im Nennbeträge oon 90 Millionen Mk.: 90025479.58 Mk. 2. im Nennbeträge von 700 Millionen Mk.: 708 683161.95 Mk.; «-) »urch Begebung 3 prozentiger Schuldverschreibungen, 1. im Nennbeträge von 519 Millionen Mk.: 464 908 963.71 Mk., 2. im Nennbettage von 974 i/2 Mill. Mk.: 839 903 953.56 Mk.; d) durch Begebung 4 prozentiger Schgtzanweisungen im Nennbeträge von 80 Millionen Mk.: 79 392 000.— Mk., insgesamt 2 628 618 578.85 Mk. Es bleiben also gegen die obigen 2.74 Milliarden Anleihekredite zur Zeit noch verfügbar 112 209 517.94 Mk. Die bei den Anleihekrediten bis Ende 1901 eingettetenen Ermäßigungen betragen 267 605 088.68 Mk., wovon 32 738 000 Mk. aus den nicht verausgabten Krediten für die China-Erpedition in die Rechnung für 1902 übertragen sind, sodaß bleiben 234 867 088.68 Mk. Ersparnisse. Ein neues Umstnrzpesetz. Man schreibt aus Berlin, 4. Dezember: Die Negierung hat zwar die Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Reichstags abgelehnt, aber man hört im Publikum diskutieren, ob nicht doch „etwas folgen werde1 den Sturmszenen im Reichstag, ob die Negierung etwa ein gegen die Sozialdemokratie gerichtetes Gesetz vorbereite? In diesem Sinne sprechen geheimnisvolle Andeutungen heute in einem Berliner Abendblatt von „gewissen Erwägungen — nicht in Reichstagskreisen —, die sich auf durchgreifende Aenderungen richten." Doch hätten die Vertreter der Mehrheitsparteien der leitenden Stelle die Zusicherung gegeben, sie würden unter allen Umständen die Ordnung im Reichstag aufrechtzuerhalten wissen. Darnach wäre es die Mehrheit, welche der Regierung in den schon erhobenen Arm siel? Die Situation verhält sich anders: Die Regierung hat bisher ihre Kaltblütigkeit bewahrt; die Auffassung, daß „etwas geschehen müsse", ist aus der Zollmehrheit an die Regierung herangetreten, die Nationalliberalen ausgenommen. Freilich weiß Niemand, was noch werden mag. Deulsches Jkirfj. Bersin, 4. Dez. Der Handelsmini st er hat heute an die Aeltesten der Kaufmannschaft einen Erlaß gerichtet, der sich mit den Befugnissen der Korporation her Kaufmannschaft und denen der Handelskammer befaßt. Tie unmittelbare Aufsicht über die Börse sollen die Ael- testen einstweilen weiterführen. Der Minister gedenkt, diese der hiesigen Handelskammer zu übertragen, sobald die in dieser .Hinsicht noch schwebenden Verhandlungen zum Abschluß gelangt sein werden. Die ,.N. A. Ztg." bemerkt hierzu, daß sich als entscheidender Gesichtspunkt für diese Regelung schon jetzt bezeichnen läßt, daß die Handelskammer in die Lage gebracht werden muß, die Aufsicht wirksam führen zu können. Die gelegentlich zum Ausdruck gekommene Annahme, daß sich hierbei Sck>wierigkeiten aus den privatrechtlichen G"undlagen ergeben könnten, auf denen die Berliner Börse beruhe, ist unzutreffend, da das Börsengesetz der Landesregierung auf alle Fälle ausreichender Befugnisse zu einer sachgemäßen Regelung der Angelegenheit verleiht. — Herzog Ernst zu Sachsen-Altenburg hat die vergangene Nacht gut verbracht. Er befindet sich nach dem Ausspruch der Äerzte auf dem Wege der Besserung. — Der Bundesrat hat in feiner gestrigen Sitzung die Zustimmung erteilt dem Bericht des dritten Ausschusses über die Vorlage vom 21. Oktober betr. Erlaß der Stempelabgabe für Veranstaltung öffentlicher Ausspielungen nach dem sog. Hydrasystem und dem Bericht des fünften und vierten Ausschusses über die Vortage betr. Einführung besonderer Vorschriften für die Beförderung verschiedener bedingungsweise zugelassener Gegenstände auf elektrisch betriebenen Eisenbahnen mit oberer Stromführung. — An Stelle des bisherigen deutschen Gesandten in Athen, Grafen Plessen, der bekanntlich als preußischer Gesandter nach Stuttgart geht, ist der derzeitige preußische Gesandte in Weimar, Prinz Natibor ausersehen. — Bei der Pariser deutschen Botschaft ist, wie das „Berl. Tagebl." erfährt, der Posten eines Kolonialattachees neugeschaffen worden. Der bekannte Legationsrat Dr. Bu- miller, der langjährige Begleiter des Gouverneurs von Wißmann, auf dessen Reisen in Afrika, soll in diese Stellung berufen werden. — In der gestrigen Stadtverordneten ver- sammlung wurde Reg.-Rat Dr. Reicke mit 114 von 120 abgegebenen Stimmen zum zweiten Bürgermeister von Berlin gewählt; 5 Stadtverordnete hatten sich an der Abstimmung nicht beteiligt. Ferner wurde der bisherige unbesoldete Stadtrat Fischbeck mit 73 von 122 abgegebenen Stimmen zum besoldeten Stadtrat gewählt. 48 Stimmzettel waren unbeschrieben, einer lautete auf den Reichstagsabgeordneten Dr. Barth. Stuttgart, 4. Dez. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine königliche Verordnung, durch welche der Wiederzusammentritt des Landtages auf den 10. Dezember festgesetzt wird. Iserlohn, 4. Dez. In der Stadtvevordneten-Stich- wahl der dritten Klasse siegte die liberale Bürgerpartei mit einer Mehrheit von 48 Stimmen über die Sozialdemokraten, die vom Zentrum unterstützt wurden. Breslau, 4. Tez. Bei der gestrigen Stadtver- ordneten-Stichwahl der dritten Abteilimg, welche in drei Wahlbezirken stattsindet, siegten die Kandidaten der rechts stehendm Parteien über die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit. Dresden, 4. Dez. Das „Dresdener Journal" meldet: Tas Befinden des Kronprinzen ist auch weiterhin durchaus zufriedenstellend. Nach Abschwellung des linken Unterschenkels ist am vergangenen Montag der gepolsterte Drahtschienenverband entfernt worden und durch einen Gips- Wasserglaö-Verband ersetzt worden, der das gebvochene Bein in guter Stellung fixiert erhält. Wie die Turchleuchtung mit Röntgenstrahlen ergab, liegt ein sehr steiler Schräg- bruch beider Unterschenkelknochen eine Handbreit oberhalb des Fußgelenkes vor, der, wie es bei solchen leicht der Fall ist. eine starke Neigung der Bruchenden zur Verschiebung zeigt. Es wird daher in einigen Tagen notwendig werden, den Verband in noch weiter korrigierender Stellung der Brnchenden zu erneuern. Bestimmt steht aber zu erhoffen^ daß die Heiluna ohne stwis^nfall in glatter Welse erfolge. Ausland. Wien, 5. Dez. Die deutschböhmischen Verständig« ungsVorschläge wurden heute abends der Regierung, dem Tschechenklub und sämtlichen Parteien des .Hauses übermittelt. Die Regierung unterstützt die Vorschläge aufs Kräftigste. Die Tschechen dürften mit Gegenvorschlägen antworten. Wien, 4. Dez. Von einer dem Hause Coburg nahe-, stehenden Seite wird bestätigt, daß Oberleutnant Matafsich- Keglovitsch mit der Prinzessin Louise von Coburg gesprochen hat. Letztere habe einen Befreiungsvorschlag Ma- tassichs abgelehnt, und den Wunsch ausgesprochen, Ma- tassich nicht mehr sehen zu wollen. Im übrigen zeige daZ Leiden der Prinzessin eine stetige Zunahme. Brüssel, 4. Dez. Eine Anzahl hier ansässiger Buren wendet sich an die Bevölkerung mit der Bitte um Gewährung einer Anleihe, zur Begründung einer neuen Kolonie in der Nähe ihres früheren Vaterlandes. R o m, 4. Dez. Die der Kammer unterbreitete Petitionitalienischer Klerikalen gegen das Ehescheidnngsgesetz hat 31/2 Millionen Unterschriften erhalten. Brüssel, 4. Dez. Der Buren-General Delorey ist gestern abend wieder hier ein getroffen und im Hotel zum großen Monarchen abgestiegen. Er kam vollständig unerwartet, sodaß außer feiner Familie niemand am Dahnbofe zum Empfang anwesend war. — General Botha ist ebenfalls gestern aus London wieder hierher zrückgekehrt. London, 4. Tez. Aus dem gestern veröffentlichten Blaubuch über dieRäumungShanghais gebt hervor, daß der deutsche Botschafter Graf Wolff-Mettemich in einer Note an Lord Lansdowne vom 1. November unter anderem mitteilte, daß die deutsche Regierung sowohl von der chinesischen Zentralregierung als von den beiden Vizekönigen die Erklärung erhielt, daß China keines seiner souveränen Rechte aufgeben und keinem gegen den Grundsatz der „Offenen Thür" gerichteten Vorzugsrechte zustimmen werde. Tie dritte von Deutschland erhobene Bedingung sei demnach erfüllt. Madrid, 4. Tez. Der gestern in Srense fe ft genommene Anarchist Perez Pulgar wurde hierher gebracht. Tie Polizei hält ihn für einen Spanier, der einen bestimmten Auftrag hatte und keineswegs geistesgestört ist. Nach anderen Anarchisten, welche mit Pulgar in Verbindung gestanden haben, wird gesucht. Madrid, 4. Tez. Die Abendblätter veröffentlichen eine Depesche aus Tanger, in der es heißt, die Trupven des Sultans hätten ein schweres Gefecht mit oen Aufständischen im Gebiete der Zernrnurkabylen gehabt. Ter Sultan sei beinahe gefangen genommen toorben. Seine Truppen hätten große Verluste erlitten. Athen, 4. Tez. Der König beauftragte TelyanniA mit der Neubildung des Kabinetts. Beim Verlassen des Schlosses wurde Delyannis von der Menge lebhaft begrüßt. Als Mitglieder des künftigen Kabinetts werden Skuzes, Mavromichalis und General Srnolenski genannt.________________________________________________ Deutscher Reichstag. (Abendsitzung.) Am Bundesratsttsche: Graf Posadowsky. Um 7 Uhr eröffnet Graf Balle st rem die Sitzung wieder mit der Mitteilung, daß ihm fur& vor der Vertagung der Abg. Sachse (Soz.) den Antrag überreicht habe, die Anmerkung der Tarifstelle 196 (Grenzt) er kehr für gewöhnliche Backware) auf Grund des § 21 Abs. 2 zur anderweitigen Beschlußfassung und Berichterstattung einer Kommission zu überweisen. (Große Unruhe.) Ueber dis Frage sei aber bereits beim Antrag Stockmann Beschluß ^gefaßt worden, der Anttag Sachse also unzulässig. Abg. Sachse (Soz.) glaubt dennoch, daß fein Anttag nicht nur zulässig, sondern notwendig sei, weil die Anmerkung, wonach der Bundesrat Bestimmungen für den Grenzverkehr erlassen kann, in der Kommission noch nicht geklärt fei. Er verbreitet sich eingehend über den sachlichen Inhalt der Anmerkung. Präsident Graf Ballestrem: Ich habe Ihnen vollständige Latttude bisher gelassen, weil ich Sie als den Vater des Antrages nicht beschränken wollte in der Qualifizierung Ihres Kindes (Heiterkeit); aber ich bitte jetzt, sich auf die Frage zu beschränken, ob der Anttag zulässig ist. An der weiteren Debatte beteiligen sich die Abgg. Stadthagen, Deine, Stockmann und Ledebour. Tas Daus entscheidet sich mit großer Mehrheit für die Auffassung des Präsidenten, daß der Anttag Sachse geschäftsordnungsmäßig zurzeit unzulässig ist. Darauf berichtet Abg. Müller-Sagan über den Zweiten Abschnitt deS Zolltarifes Nr. 210—214 (Mineralische und ftssile Rohstoffe, Mineralöle, darunter Petroleum re. Abg. Wurm (zur ^seschäftSordnungtz hat in dem Referate einen Punkt vermißt, der für Berlin von besonderer Wichttgkeit sei. Der hohe Zoll auf Mineralöl mache eS unmöglich, eine hochwichtige neue Industrie in Deutschland M schaffen, die Bereitung van Wassergatz an Stelle be9 Leuchtgases. Die amtliche Begründung zum Zolltarif über die Petroleumfrage entsvreche den Thatsachen nicht. Sollte der Referent keine weiteren Aufschlüsse geben können, so würde er Ueberweisung an die Kvmmiffwn beantragen müssen. Redner geht sehr ausführlich auf die Fabrikation des Wassergases ein und wird vom Vizepräsidenten Grafen Stolberg zur Sache gerufen Vizepräsident Graf Stolberg: Ich ersuche Sie nun $nm zweitenmale, sich mit der Rroge zu beschäftigen und zu erklären, was Sie an dem Referat auszusctzen haben. Abg. Wurm (fortfahrend): Um diese Frage zu beant- Worten, muß ich begründen, warum ich die Frage stellte. (Große Unruhe rechts.) Vizepräsident G-af Stolberg: Herr Abgeordneter, ich bitte Sie nun endlich zum Schlüsse zu kommen. (Lärm bei den Sozialdemokraten.) Ich habe den Redner zweimal zur Sache gerufen, ich mache ihn darauf aufmerksam, daß, wenn er so fortfährt, ich das Haus bitten muß, dem Redner das Wort zu entziehen. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentt.) Abg. Wurm (fortsahrend): Ich habe doch beweisen fnflffen, ob es notwendig wäre, diese Frage eventuell an die Kommission zu verweisen. Ich bin ganz korrekt vorgegangen; ich nru'ß seststellen, ob die Frage in der Kvm- Mission verhandelt worden ist, und um das festzustellen, muß ich aitf die Wichtigkeit der Sache Hinweisen Vizepräsident Graf Stolberg: Ich bitte nunmehr die Herren, die dafür sind, daß dem Redner das Wort entzogen wird, sich von den Plätzen zu erheben. (Großer Tumult bei den Sozialdemokraten. Abg. Stadthagen ruft mehrmals mit lauter Stimme: Im bitte ums Wort zur Fragestellung!) TaS ist die Mehrheit. (Ungeheurer Lärm bei den Sozialdemokraten; Zischen rechts und im Zentrum. Abg. Stadthagen (zur Geschäftsordnung): Ich hatte namentliche Abstimmung beantragen wollen und hatte das Wort zur Fragestellung verlangt. Vizepräsident Graf Stolberg: Ich habe das nicht gehört; wenn ich es gehört hätte, hätte ich Ihnen selbstverständlich das Wort erteilt. Es ist mir auch nicht mitgeteilt worden. — Abg. Stadthagen: Ich habe es so laut geschrieen, wie ich nur konnte. Vizepräsident Graf Stolberg: Beschweren Sie sich morgen über mich! Abg. Stadthagen: Ich kann mich über Sie nicht beschweren, bei einer Mehrheit, deren Handlanger Sie sind! (Ungeheurer Tumult; stürmische Ruse rechts: Zur Ordnung!) Vizepräsident Graf Stolberg: Ich rnfe Sie zur Ordnung! Abg. Stadthagen ruft: Ordnung! (Ter Lärm im ganzen Hause dauert fort, indem der Redner weiter spricht.) Vizepräsident Graf Stolberg: Ich bitte wiederholt um Ruhe, ich kann nicht verstehen, was der Redner sagt. (Zuruf von links: Do haben Sie denn Ihren Sekretär? Ter steht ja hinter Ihnen?) Ueber welche Frage wollen Sie zur Geschäftsordnung sprechen? Abg. Stadthagen: Ich habe ums Wort gebeten zur Geschäftsordnung, weil ich Bemerkungen bezüglich dieses Berichtes zu machen habe und weil ich eine namentliche Abstimmung beantragt habe. (Vizepräsident Graf Stolberg: Wenn Sie die stattgehabte Abstimmung für un- gilttg halten, beschweren Sie sich) Tas ist unzulässig, da giebts keine Beschwerde. Wenn der Präsident nunmehr die namentliche Abstimmung stattfinden lassen will, dann ist fd gut (Vizepräsident Graf Stolberg: Ueber welche Frage?) Ueber die Frage, die Sie soeben betreffs der Wortentziehung des Mg. Wurm an das Haus gerichtet haben. (Zuruf rechts.) Was der Abg. Pauli da soeben sich erlaubt hat zu rufen, verstößt gröblich gegen die Ord- mlng des Hauses. (Erneute Zurufe rechts.) Wenn Sie mich überhaupt beleidigen könnten! (Vizepräsident Graf Stolberg: Ich rufe Sie zum zweitenmale zur Ordnung und mache Sie auf die geschäftsordnungsmäßigen Folgen aufmerksam!) Redner spricht dann über dre Wichtigkeit der Wassergasfrage für die Gemeinden, die eine ganze Anzahl von Petitionen an das Hans gerichtet haben. Vizepräsident Graf Stolberg: Es sind mir drei Anträge überreicht worden. 1. ein Antrag Wurm: Tie Posi- ttonen „Mineralzölle" an eine Kommission zur schriftlichen Berichterstattung zu überweisen; 2. ein Dnttag Stockmann, die Positionen 219 bis 244 mit ihren Anmerkungen zur nochmaligen Erörterung und Berichterstattung an eine Kommission zu verweisen; 3. ein Antrag Spahn auf Ueber- gang zur einfachen Tagesordnung über diese Anttäge. Dbg. Spahn befürwortet seinen Antrag mit wenigen Dorten. (Abg. Stadthagen ruft: Wir haben hier kein Wort verstanden!) Gegen den Antrag Spahn svricht sich Abg. Wurm aus. Er geht dabei wiederum ausführlich auf die Wasser- ftage ein. (Vizepräsident Büsing ruft den Redner zur Sache und weist ihn noch mehrmals zur Ordnung.) Redner schließt darauf seine Rede mit der Bitte, die Position „Mineralöl" einer hesonderen Kommission zu überweisen. Tie Anttäge werden in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 72 Stimmen durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Abg. Goth ein (yiT Geschäftsordnung): Bei der kolossalen Arbeitsleistung der Referenten haben sie keine Zeit, auch noch die Stenogramme zu korrigieren. ES ist be- greiffich, daß die Stenogramme nicht korrekt auSfallen; ich habe hier ein Stenogramm meiner Rede vor mir. die teil» weise nur zum dritten Teil wiedergeaeben ist, unb bie von Fehlern wimmelt. Auf einer Seite (V,»epräsld-nt Büsing: Sie können uns doch nicht jede Seite vvrführen); baS Stenogramm ist zum «großen Teil nnstnnigeS Zeug. (Abg von Hevl: Darum reden Sie es uns yor.) Redner mit erregter Stimme: ES ist stark daß ein Herr so etwas sagt der draußen sitzt und mir nicht zuhört. Ich verlange, daß die Sitzung vertagt wird und beanttage namentliche Abstimmung darüber. Vizepräsident Büsing: Herr G^thnn hat sein Referat nickt nach einer Tangm Sitzung gehalten sondern in einer Sitzung, die etwa erst vier Stunden gedauert batte. Ich werde aber unters"ck>en lassen, wie weit die Deschvcrde des Redners berechtigt ist. Abg. Goth ein zieht s-inen Anttaq zunächst zurück. Abg. Bebel: Wir sollten dem Mg. (Mfiein dankbar sein, daß er den Vorfall, b-r ihm paff-ert ist utr Sprache gebracht hat. Tie stenog-orb'sch-n A'»hissskräfte genügen nicht, bas nnrß festgesttflt >»'-rb«m ES babnt rechts viele Redner gffchwänr (Ter Vizepräsident ruft fr*n Redner wegen dieser Aeußernng zur Ordnung ) Ein Mitglied des Hauses ist sogar auf die Iaad gegang-n (T<*r Bi vor'/ident verweist dies dem Redner.) ES mußten Arbeitskräfte zu- gexogen werden, die allen Anf^derunaen genügen. Di^präsident Düsi n g: Es sind sechs Stenographen aus dem preußischen Abgeordnetenhause zugezogen worden. Abg. Goth ein: Wir können doch nicht während der Sitzung Stenogramme korrigieren, Reden anhören und Referate ausarbeiten! Abg. Heylzu Herrnsheim: Tie Stenographen sind nicht in der Lage, zwei Stunden einer Rede zu folgen, daß die Niederschrift richtig ist. Warum ist denn der Abg. Gothein so empfindlich? Hier sind doch Ausdrücke wie Banditen, Räuber, Zwischenhändler, Zuhälter gefallen. Ich schließe den Abg. Gothein nicht aus von diesen Zwischenrufen, ich habe es selbst gehört. Ich muß es mir von Herrn Bebel verbitten, mir vorzuwerfen, daß ich auf die Jagd gegangen sei. Was ich als Rekonvaleszent thue, ist Sache meines Arztes. Mg. Gothein: Ich erkläre, daß es mir nie in meinem Leben eingefallen ist, einen derartigen Zwischenruf zu machen. Herr v. Heyl hat sich getäuscht. Vielleicht ist er im Irrtum, denn ich kann nicht glauben, daß er wider besseres Wissen einen derartigen Vorwurf gemacht hat. TaS widerspricht durchaus meiner Denkweise. Ich erwarte einen Beweis, daß -triefe Zwischenrufe thaffächlich von mir gefallen feien. Wg. Stadthagen: Aus den Reihen der National- liberalen wurde gerufen: „Kann man dem Kerl da oben nicht ein paar herunterhauen! und „frecher 3ubc" ist wiederholt gerufen worden. Lentt, die so feig sind, sich nvl)t zu nennen, können mich oder einen anderen anständigen und ehrlichen Mann nicht beleidigen. Die Stenographen wechseln alle zehn Minuten, außerdem ist es ihnen gleichgiltig, ob eine Rede zehn Minuten ober zwei Stunden bauert Ich möchte bitten, daß bie Herren auch uns nicht mehr beleidigen durch Handbewegungen. Jawohl, Herr Paasche, ich habe in diesen Tagen bei diesen Szenen oft an die Erziehung im Pferdestall gedacht Lizepräsident Büsing: Herr Paasche hat kein Sterbenswort gefügt Handbewegungen kann das Präsidium nicht kontrollieren. Wg. Bebel: Böse Ausdrücke sind von allen Seiten geäußert, von Ihnen so gut wie von dieser Seite; eS ist hüben und drüben gesündigt worden. Das haben Sie provoziert Vorher sind Wurm und Heine von national- liberaler und antisemitischer Seite Ausdrücke zugerufen worden, wie sie stärker und niedriger in keinem anderen Parlament vorgekommen sind. Ein Herr der Rechten ist biS hierher gekommen und hat au die Stirn gedeutet Es ist mir mitgeteilt worden, daß das in der Hoffnung geschehen fei, meine Parteigenossen würden dadurch so aufgebracht werden, daß sie sich an ihm thätlich vergriffen. Warum haben Sie diese Sitzung denn gemacht? Weil Sie glauben, wir würden heute in die Volksversammlungen gehen und nicht hier erscheinen können. Wir haben gestern noch eine Fraktionssitzung abgehalten und haben oa beschlossen, daß kein Abgeordneter eine Einladung zu diesen Versammlungen anneymen solle, weil wir voraussahen, was hier für heute geplant werden würde. Abg. Li eb erm a n n v on Sonne n b erg: Wenn der Dbg. Stadthagen von Handbe wegungen spricht, so kann er nicht glauben, daß die unnachahmliche Grazie seiner Raffe auf diese Seite übergegangen ist. (Heiterkeit) Vizepräsident Büsing: Ich bitte Sie, nicht von der Rasse eines Abgeordneten zu sprechen. Dbg. v. Liebermann: Ich laffe mir mein Recht nicht beeinträchtigen. Vizepräsident Büsing: Von der Raffe eines Abgeordneten dürfen Sie nicht sprechen. Ich rufe Sie daher zur Ordnung. Abg. v. Liebermann: Wenn jemand von der Erziehung im Pferdestall spricht, ohne zur Ordmmg gerufen zu werden, so sage ich, die Erziehung des deutschen Volkes ist eine andere, als die des Volkes, dem der Abg. Stadthagen angehört (Vizepräsident Büsing: Der Abg. Stadthagen hat kein Mitglred genannt.) Wem wirft Herr Stadthagen Feigheit vor? Um mir einen solchen Vorwurf nicht zuzuziehen, erkläre ich, daß ich heute gesagt habe: Da sehen Sie, daß die Juden unser Unglück sind, und dann, da kommt ein Jude nach dem andern. Jawohl, Juden ist jetzt ein böses Wort in Deutschland. § 60 der Geschäftsordnung ist eine lex imperfecta geblieben; man hatte angenommen, ein deutscher Mann würde sich ohne weiteres fügen. Wenn heute ein Mitglied der Ausweisung nicht gefolgt ist, so möchte ich ein bestimmtes Wort, dies zu kennzeichnen, nicht in den Mund nehmen, aber eS ist die Erklärung dafür. Wollen Sie die Geschäftsordnung ändern, so müssen Sie dem Präsidenten die Vollmacht geben, wenn es nicht anders möglich ist, diesen Ausschluß so vollziehen zu laffen (Ruf links: Pfui Deubel!), wie man durch einen Hausdiener einen zudringlichen Hausierer hinauswirft. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Heine (Soz.): Auch gegen mich sind solche Morte gefallen. Ich meine, sie fallen auf den zurück, der sie ausstößt. Uebrigens habe ich den Betreffenden nachher gesehen und den Eindruck gewonnen, daß er in einem Zustand war, wo er nicht recht wußte, was er that und was er redete. Abg. Kropatscheck ftonf.): Ich komme der Aufforderung des Mg. Bebel sofort nach, mich zu nennen. Ick will ihm sagen, waZ ich gethan und gesagt habe. Bvr- gestern hatte ich daS Bedürfnis, mtt einigen Herren der Linken ein Wort zu sprechen und als ich bann bei ben Sozialdemokraten vorbei ging, hörte ich ein sonderbare» Getöse und bemerkte, wie einige Herren immer rh^ttnisch riefen: Debatte, Debatte, Debatte! DaS halte ich für völlig unmöglich bei Herren, die ihrer Sinne oanz mächtig sind; ich sagte ihnen also, wa» mir der Präsident fither gerügt hätte, m-nn er es gehört hätte: M-ine Herren, Sie sind wohl verrückt. Denn Herr Heine recht hat, daß die Herren daS bewußt gethan haben, bann erlaube ich mir über bieseS Thun gar kein Urteil mehr. Mg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim (nl.) bleibt dabei, daß er starke Ausdrücke von dem Wg. Gothein selbst gehört habe. Die Entschuldigung, bie Herr Bebel vorgebracht habe, könne er nicht gelten lassen; die Zwischmmfe, die er meine, seien im Chor und Minuten lang erschollen: Räuber, Zuhälter imb and-re Worte, bie auch im „Vorwärts" alle aufgeführt feien. Er hoffe, baß man bie GeschäftSorbnuna dahin ändern werde, daß solche Ab- geordnete, die diese Beschimpfungen auSstoßen, auf drei Tage ausgeschlossen werden und der Beschluß in tausend Exemplaren in dem bettessenden Wahlkreise angeschlagen wird. Mg. Bebel: ES ist ja sehr erfreulich, baß Herr v. Heyl sein Programm für bie nächste GeschäftSorbnung schon enthüllt. 2§ir werden darauf bringen, daß er auch Strafbestimmungen enthalten wirb für Abgeordnete, bie ihre Pflicht nicht erfüllen, sondern statt hier anwesend zu fein, auf die Jagd gehen. Ta»u gehören Sie, Herr v. Heyl! (Vizepräsident Hüsing ruft den Dbg. Bebel für diese Bemerkung zur Ordnung.) Herr Kropatscheck hat bei Takt geschlagen zu den Rufen ber Rechten: Runter, runta von der Treppe! Die er überhaupt in dieser Richtung ein Verfahren im Reichstag eingeführt hat, wie ich ,s von einem anständ-gm Mann nie erwartet hätte, (tflebnet wird zum zweitenmal zur Ordnung gerufen.) Dre Ausschließung sollte nur eine Verschärfung des Ordnungsrufes fein. Es ist nicht nötig, daß der betreffende Abgeordnete den Saal verläßt. Der Wgeordnete Singer he. te niemals so gehandelt, wenn et nicht ber Ueberzeuguig gewesen wäre, ihm sei Unrecht geschehen, und wir hatten biefefbe Auffassung. Vizepräsident Büsing giebt nunmehr da? Dort znm nächsten Referat dem Al>g. v. Kardorsf (Großer Tumult Die Abgg. Gothein und Kropatscheck rufen: Ich hab« m ch längst zum Worte gemeldet!) Mg. v. Kardorsf referiert Über den dritten Abschnitt, Tarifnummem 245 biS 262 (zubereitetes Wachs, Fette, F-tt- säuren, Paraffin und ähnliche Kerzbnstoffe, Lichte, Wall)» waren, Seifen u. a. unter Verwendung von Fetten, Deien ober Wachs hergestellte Darentarifstellen. Nach Beendigung des Referats schlägt Präsident Grai Balle st rem vor, bie Sitzung zu vertagen. Damit ist das HauS einverstanden. Nach persönlichen Bemerkungen der Abgeordneten Kropatscheck und Gothein vertaat daß HauS um 1/-12 Uhr nachts die weitere Beratung auf Freitag 10 Uhr (außerdem steht die Beschlußfassrmg über den Ord- nung-rrif beS Vizepräsidenten Grafen Stolberg gegen ben Abg. Bebel auf ber Tagesordnung). Parlamentarisches. Der Zweiten hessischen Kammer sind bereit- auS dem f^aufe zahlreiche Anträge unterbreitet worden. Bezüglich deS Stempelsteuergesetzes wird von den Mgg. Petrurich, Molthan und Genossen beanttagt: „Hohe Kammer wolle Großherzogliche Regierung ersuck)en, im Verein mit einer von her Kammer zu erwählenden Kommission in eine Beratung über die Revision des Stempelsteuergesetzes zwecks Beseitigung der in Erscheinung getretenen zweifellosen Härten desselben einzutreten." Be^ züglich der Gewerbeinspektion beantragen Mgg. Fcenah und Genossen: ^»olte Zweite Kammer wolle Groß- oerzogliche Regierung ersuchen, genügende Mittel in da- Budget einzustellen, um die Gewerbeinspektion entsprechend der wachsenden Aufgabe derselben weiter auSzubauen und insbesondere zur wirksamen Durchführring der D^'fsicht Hilfsbeamte» aus den Kreisen der Arbeiter anzustelleTl." Dieselben 6eantragen in Betteff der Bersich erung gegen Hagelschlag: Die Regierung zu ersuchen, ,,mit einer auf Gegenseitigkeit beruhenden, jeden kapitalistischen Gewinn ausschließenden Versichernngs -GeseNschast einen ähnlichen 23ertrag abzuschließen, wie dies 233ürttemberg, Baden und Elsaß-Lothringen gethan haben, durch welchen den Hessischen Landwirten die Möglichkeit geboten wird, sich gegen die Folgen des Hageffchlags durch Zahlung fester Prämien bei einer unter ber Kontrolle ber Großherzoglichen Regierung in Bezug auf Verwaltung und Tarifierung stehenben Gegenseitigkeitsgesellschaft zu versichern". — Die Mgeordneter v. Brentano und Genoffen beantragen in Betreff der Entschädigung unschuldig Verhafteter, die Regierung zu ersuchetr, baldmöglichst eine Gesetzesvorlage zu bringen, welche eine feste Entschädiguna für zu Unrecht verhafteter Personen vorsieht; vorsorglich beantragen dieselben, bie Regierung zu ersuchen, im Bun- besrate für thunlichst baldige Vorlage eines Gesetzentwurii wegen Entschädigung unschuldig 23erhafteter an den ReicP» tag einzutreten. — Zur Frage der Besteuerung ber Warenhäuser richten bie Wag. Molthan unb Genossen an Großh. Regierung folgende Anfrage: „Sind die Erheb« ungen, welche die Großherzogliche Regierung als Unterlage für die Einführung einer Warenhaussteuer in Hessen auf dem letzten Landtag in Aussicht stellte, nunmehr znm Mschlusse gebracht, und beabsichtigt die Großher^ogliche Regierung, den Ständen demnächst eine diesbezügliche Vorlage zu unterbreiten?" Die angekündigte Refolutton zum Zolltarifgesetz betreff enb bie Meistbegünstigung ist von dem Wge- orbneteu Frhrn. Heyl zu Herrnsheim, Graf Kanitz und von Kardorff im Reichstage eingebracht worden, und hat die Unterschriften von 64 Mitgliedern, ber Konservativen, Reichsparteiler, Nattonalliberalen, Dnttserntten und einiger Fraktionslosen erhalten. Aus Stadt und Land. Gießen, ben 6. Dezember 1908. * Personalien. Der RegienmgSbaurat Stahl m Gießen wurde gestern abend einstimmig zum Bürgermeister von Friedberg gewählt. — Die gestrige Stabte er orbneten » Strang zeichnete sich durch ihre kurze Dalier au9. In etwa dreioiertel Stunden war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft. Besonderes Jntereffe erweckte nur dte Frage be|: Osfenhaltuug ber Auslagen ber Geschäfts wä hrend ber Sonntagsruhe. Es liegt ja eigentlid | fein ersichtlicher Grunb vor, weshalb bie Schaufenster währen! ' biefer Zeit geschloffen sein mflflen, unb e« ist anzunehmen/, baß diese Bestimmung im Polizeistrafgesetz bald befeitiat werden wirb. — Als AuSnahmetage für ben Laben»- schluß ber Geschäfte finb für baS Iabr 1903 folgende Tage beschlossen worden: 6 Wochentage vor Ostern, 1 Wochen tag vor Himmelfahrt, 4 Wochentage vor Pfingsten, 14 Woch^i- tage vor Weihnachten, 1 Wochentag vor Neujahr. — Titz BrotpreiSfrage kam, entgegen allgemeiner Annahn/e, nicht zur Erötterung. Sie eriebigt sich ja eigentlich ai^ch baburch, baß bie Sanbbärfer gemäß § 66 ber Gewerb«- orbnttng ohne befonbere Erlaubnis auf ben Wocheil- märften Brot verkaufen bürfen. Wenn bte CanbA backer in bie Stabt zum Dochenmartte kommen, wirb ihnen! auf ihren Wunsch ohne weiteres ein Stan b auf beml Markte nach ben allgemein giftigen Bestimm- ungen eingeräumt werben. — Zum Schluffe ber öffentlichen Sitzung gratulierte Stadtverordneter Petri ll. dem Oberbürgermeister Mecum zu besten neuen Titel. Dieser bankte in herzlichen Motten, wobei er feiner ftreube herüber Ausdruck gab, baß bie Stadtverordneten sich bisher nichts ,fnicferigJ gezeigt hätten. Wir vllichten bem Herrn Oberbürgermeister bei, unb hoffen, baß sich diese angenehme Seite ber Herren Stabtoerorbneten auch bei bem Neubau be8 Theaters bewahrheiten möge. — In ber bann solgenben geheimen Sitzung wurden bie DesolbungSverhält- nisse der Hllflschutzleute geregelt Liese erhallen da- Euler. Telephonischer Kursbericht. . 16&30-' inmgcn winterlichen Temperatur sei auch wieder unserer ge- Merten Sänger in Wald und Feld gedacht. Für die armen BBqkin hat nun, wenn die Natur ihr weißes Schneekleid mqezogen hat, eine schwere Zeit begonnen. Zu der Kälte lommt noch der Hunger, da die Schneedecke ihnen die Suche ,ach Futter auf5 äußerste erschwert. Den Menschen ist eS dm leichtes, den armen Geschöpfen beizustehen. Ein kleiner Zerplatz läßt sich wohl überell einrichten. t. Großen-Linden, 3. Dez. Innerhalb einer Woche ’imb auf der hiesigen Haltestation zwei Unfälle vorge- oeitmen, von denen der gestrige fast ein Menschenleben ge- !ofs!et hätte. Zum Glück könnt« der in Gefahr schwebende Rangierer noch im letzten Augenblick abspringen, er wurde Mit an der Hand verletzt. In beiden Fällen wurde Material- tyaben verursacht. DaS Gleis war ebenfalls gesperrt und :i« Züge mußten zwischen Gießen und Lang-Göns sämtlich iin Gleis benutzen. Die Unfälle haben chren Grund in dem Mexikaner . . 4,/e% Chinesen . . Electric. Rol ackert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . Diekonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . , Ber’iner Handelseres. Oeaterr Staatobahn . Lombarden . . , Gottbar 'bahn . , . Lanrahfltte . • * * Bochum . . « » . Kchiffsnachrichtcn. Evangelische Gemeinde. Am 2. Advent, den 7. Dezember. Gottesdienst. An der Stadtkirche. Vormittags 9^ Uhr: R3rof. Dr. D r e w s. Vormittags 11 Uhr: Militargottesdienst. Plärrer 4'% Oesterr. Riiberrente 4% Unerar. Goldrente . . 4»/ Itaben Rente . . . 4,',X PortnEries- n . . , 6/ PorteEr’eecn. . . . 1 % C. Türken . . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopo’ - Aal. 4l/,% äussere Argentiner Harpener...... Tendenz schwacher. nicht mehr zeitgemäßen Zustand unseres Bahnhofes, der für den sich stets steigernden Verkehr nicht mehr genügt; hat doch unsere Haltestelle die viel ältere Station Lang-GönS weit überflügelt. Die Erweiterung unseres Bahnhofes und der Bau eines größeren Stationsgebäudes sind ein dringendes Bedürfnis geworden. (ES ist anzunehmen, daß die Erweiterung der «Station Großen-Linden demnächst zur Ausführung gelangen wird. D. Red.) 8 Pohl-GönS, 4. Dezbr. Seiten? der Butzbacher Gendarmerie wurde gestern ein im Drillanzug desertierter Dragoner deS in Hof-GeiSmar garnisonirenden Regiments eftgenommen. 8 Butzbach, 4. Dez. Der Baron Buchenröder jun hier besitzt seit Kurzem ein Wolfs-Pärchen im Alter von über 2 Monaten. Die jungen Bestien, welche russischer Herkunft sind, wurden seither mit Milch und Pferdefleisch aufgezogen; ihr Stall ist ein massiver Zwinger im Buchcnröder- chen Hofraum. Nonnenroth, 4. Dez. Bei der heutigen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Georg Koch III. einstimmig mit 71 Stimmen wiedergewählt. Nieder-Erbach, 4. Dez. Gestern nachmittag st ü r z t e n in der Schiefergrube der Aktiengesellschaft Limburg a. L. in dem neuen Förderschacht zwei junge Arbeiter mit dem Wagen den Schacht hinunter und waren sofort tot. Beide junge Leute waren unverheiratet und stammen au§ Nieder-Erbach resp. Görgeshausen. An dem Unglück sind beide selbst schuld, da sie durch Unaufmerksamkeit mit dem Wagen, den sie zu weit vorgeschoben hatten, direkt in den Schacht fuhren und so abstürzten. r smd btrtitl reitet foorh wird von K itragt: ersuchen, 5 Menden \ des Stkinpc', Erscheinung 51, zutreten." ft ntragen er »volle Gni. Mittel in bi on entsprecht! riszubauen r g der W »r anzustelln ersicherui ersuchen,,; 1 kapitalistisch «sellschaft em , durch »eichen Boten iM sch Mmg fester er ^Herzog- , und Tarifie» versichern". - beantragen ix )ig Derhas. glichst eine Ef Entschndigun: }t; vorsorgliü chen, nn Bur Aesehentwnr cax 'wx Stti« Kunstvcrctn für das Hrolflierzocflum Kessen. Die Verlosung der im laufenden Jahre angekauften ^.nstgegenstände unter die Vereinsmitglieder findet £ imefag Öen 20. A^zemöer. nachmittags 4 Mör, n der Kunfthalle zu Darmstadt statt. Die zu den Ge- Dtinen gehörigen Oelgemälden, Aguarelle 2c. sind bis zum tjerlosungstage in der «unsthalle in Darmstadt zur An- W ausgestellt. 6458 Der VerwaltnnaSrat. 101.56 . 101.50 . 103.30 . 49.70 . 81 10 . 28.35 . 122 80 . 44.10 . 24.30 . 90.50 . 79.50 . 94.80 . 210.00 . 188 90 . 186.50 . 142.80 . 155.80 . 147.30 . 16.80 . 179.50 . 203 50 . 168.25 Verein zur Wernitz des Kansnterkes unter den Israeliten. Sonntag bett 7. Dezember 1902, abends 81/« B1)r, im Hotel Großherzog von Heften Vortrag des Herrn Alfred Fröhlich über: 8457 Bedeutende Irauen im Judentum". Verehrlich« Mitglieder, sowie Freunde rmd Freundinnen des Vereins sind hiermit höflichst eingeladen. $er yorßanb< Montag, den 8. d. MtS. nachmittags 3'/, Uhr soll auf unterzeichneter Bürger- meisteret ein fetter Bulle meistbietend versteigert werden. Zu kaufen gesucht ein fprungfähiger Vogelsberger Bulle. Offerten sind an die unterzeichnete Bürgermeisterei zu richten. 5)au bringen, om 3. Dez. 1902. Gr.Bürgerrneisterei Daubringen W a l t e r. 8426 Keäir. - Leberthran Sämtl. Hustenmittel 18105 Hautsalben Mediz.-Spirituosen Rot-Weine Diät. Nährmitttel re. Adier-Troaeue Otte Schaaf. Vekanntmachnng. Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Bessingen für 1803'04 liegt vom 8. bis 16. Dezember d. Js. auf hiesiger Mrgermeisterei zur Einsicht der Jnteresienten offen. Ober-Bessingen, den 4. Dezember 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 8454 Neueste Meldungen, vriginaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeiger. Berlin, 5. Dez. Zur Gründung einer amerikanischen Handelskammer in Berlin, welche der Förderung der amerikanischen Interessen in Deutschland durch Auskunftserteilung und gemeinsame Abwehr von ngrifsen und schädigenden Maßregeln dienen mrb der Mittelpunkt der in Berlin weilenden Amerikaner sein soll, fand eine Vorbesprechung statt. Der Ausschuß zum Entwurf des Plans für eine solche Handelskammer wurde gebildet. Berlin, 5. Dez. Der deutsche Landwirtschaftsrat gelangte nach eingehender Beratung der Lage am 1. Dezember zu dem Resultat, daß seine ursprünglichen Anträge zum Zolltarif sowohl das im landwirtschaftlichen Interesse Gebotene, als auch das ohne Sck)Ldigung anderer Jnterressen Mögliche trafen. Er bedauert deshalb die niedrige Bindung der Getreidezölle, die Preisgabe der Bindung der Viehzölle, erkennt aber an, daß der Antrag v. Kardorff wesentliche Besserungen für die Landwirtschaft hinter n "■Ä öl i A ftR ® Wut tum« habe Sa \ iß ^erfungtj 1 tWaqt bat Wfaifo u^r den Crti ^9 gegen der lentbet lB. , ,urat Ei-bl" jum Sürg"' chen W «1 dte W. 1 Seschi iU ifflt ja f'Pfntlldl **■21 ist /bald belMU den I 1903 iolgend I al 1^1 ^14 Vach" I L - b VA r-6 *ctr- - N »“n8L#lr Ci. Tie Syndikatskammer ber Rheder machte den eingeschriebenen Seeleuten annehmbare Vorschläge, das Streikkomitee lehnte jedoch die Bor» schläae ab. In der Versammlung der Abgeordneten der Arbetter wurde ein Tadelsvotum gegen bie Regieruny wegen der Entsendung von Truppen angenommen. Gleichzeitig wurde beschlossen, an bie verschiedenen Arbeitervorpora- Honen einen Aufruf zu erlassen, um ht Erfahrung zu bringen, ob sie sich mit den eingeschriebenen Seeleuten solidarisch erklären. M a d r i b, 5. Te& Die Führer ber konservativen Partei werden heute irn Palast empfangen werden, um mit bem Könige über die parlamentarische Lage zu beraten. Mau glaubt allgemein, daß ein Kabinett Silvela gebildet werden wird. Madrid, 5. Dez. DuZ Barcelona kommen Meldungen über neue Studentenunruhen. Tie Vorlesungen sind ein gestellt, die Tl>ore der Universität geschlossen. Tie Studenten haben bei Empfang der gestrigen Post sämtliche Blätter verbrannt, welche sich mit den Vorgängen in Barce» Iona beschäftigen. Rom, 5. Dez. Nach Mitteilungen, welche der Mimstev des Innern erhielt, ist der Räuber ha uptmann Darsalon a mis Sizilien aus Tunis entflohen und bereits in voller Sicherheit. Eisenstadt (Ungarn), 5. Dez. Der hiesige israelitische Tempel wurde nachts von Einbrechern auA» geraubt. Außer den Opfersiöcken wurde auch das gesamte vorhandene Silber gestohlen. Athen, 5. Dez. Delyanuis hat bie Bilbun g deS Kabinetts übernommen. Er wird bereits heute bie Liste des neuen Kabinetts bem Könige überreichen. Newy 0 rk, 5. Dez. Der frühere Direktor bet transatlantischen Transportgesellschaft Becker, welcher augenblicklich Mitglied des Stahltrustes ist, hat beschlossen, zwei Millionen Tvllars an seine früheren Angestellten, deren Zahl sich auf 300 beläuft, zu verteilen. Washington, 5. Dez. Die SozialbemokrateN erzielten bei den Gerneindewalilen in Massachusetts be» beutenbe Erfolge. Zwei Städte bekommen sozialistische Bürgermeister. Berbera, 5. Te& Der englische Kreuzer „Cemone" ist hier eingetroffen, nachdem er an der Küste des italienischen Protektorats einen Ort ausfindig gemacht hat, woselbst die englischen Truppen gelandet werden können. Es .wurde Cbbie gewählt. Letzterer Ort ist in jeder Beziehung für die Landung der Truppen geeignet. Ter Sultan von Obbie verpflichtete sich, 300 berittene Kundschafter zu stellen, um die englischen Kolonnen zu unterstützen. Obbie wird die Basis für eine Erpeditton gegen den Mullab bilden. V/jO/q Reich*anleihe . . 102.05 Rfl/, do. , . . 91.40 31/®/o Konsole «... 102.10 s0/„ do.....91.85 3*/9o/, Hosten • • • * 100.50 9 % Oberhese^n ... 99 90 4% Oesterr. Go’drente . . 102.75 bet Wart! i Genossen • nnb die 6rk- mg als Dutß ;steuer in W >, minmehr jn MW? sbezüglichev oMarifgesetzi«' pm dem 2?!- m, Graf M cht worden, . der W Mmiten M Jampfniolhftti Sjionitnjlra^t 4 Jac. Persyn empfiehlt täglich frisch: feinste Süßrahm-Butter per 12 Kilogramm I.S5 Mark. 8448 Auch bei den Milchfahrern zu bekommen. Nachmittag? 2'/, Uhr: Kinderkirche für die MarknSgemeinde. Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 11 br: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäusgemeinde, wom noch besonders die konfirmierte Jugend eingeladen wird. Anmeldungen vorher bet dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Donnerstag den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaal, Kirchstraße 9: Bibelstunde. Marc. 2. Pfarrer Scheunemann. Am 3. Advent, den 14. Dezember, fittdet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgememde statt, rooju auch besonders die konfirmierte Jugend eingeladen wird. Anmel- düng vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde, Alicestraße Nr. 12, erbeten. In der IohanneSttrche. Vormittags 9l/e Uhr: Prof. D. Stamm. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst f. d. Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl für die IohanneSgemeinde. Hierzu wird die konfirmierte Fugend besonders eingeladem Anmeldung vorher bei dem Pfarrer erbeten. Nächstfolgenden Sonntag, den 8. Advent, Beichte und heil. Abendmahl für die Lukasgemeinde im Abendgottesdtenst. Montag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Koufirmanbensaal der Johanneskirche. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. 0 SamStag, den 6. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr imb abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag, den 7. Dezember: 2. Adventssonntag. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austellung der hell. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Meße. , 9‘/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre, darauf Advents-Andacht. Montag und Dienstag Abend von 5—7 Uhr werden fremde Priester Beicht hören. Ein fetter Zuchtbulle der Gemeinde Lützellinden wird Dienstag, den 9. d. Mts. nachmittags 2 Uhr im Gemeindehaus zu Lützellinden öffentlich auSgcboten. 8452 Gr. Rechtenbach, 3. Dez. 1902. Der Bürgermeister. 05353s Körbe und Stühle werden billig geflochten. F. ParMer Wwe., Seltersweg 8L G JksHulap selbst UJ |Zj hätte den Kranken jij JSr Fay'» Bohle Sodener Pastillen HX empfohlen, wenn er eie W/ hp* gekannt hatte, denn eie M| eind unübertreftlieh In der 141 w Wirkung bei Husten, V* hT-* Beieerkeit, Catanhen etc. r • IM Nur 85 Pfg. per Schachtel Kd In allen Apothn Drog. n. MLn*ralwbdL tM babeo. 52L Frau Johanna Petri, geb. Beck Giessen, den 5. Dezember 1902. 8462 Todes-Anzeige frauzös 3.- August Ossmann Möbel-nandlung. 89 Seltersweg 89, Beichb<’^ea Lager in 8448 Um stilleS Beileid bitten Unter Garantie. Franko-Lfefenrof. 8464 empfiehlt 8450 Die Beerdigung findet Sonntag den 7. Dezember, nachmittags 2 Uhr, statt. Stoffe filr mieten. Cktzottftraße 7. 05346] Möbl. Zimmer «tt ver- mieten. Ktrchenplatz 6. empfiehlt 8449 fabelhaft billigen Preisen, empfiehlt billigst 8272 8433 Wallthorstr. 5. 5299 JUrrfjftrafje 2. empfiehlt 05357 Heinrich Klotz, Mäu-burg 17. 05408 Piibn'toffrnSr 40. Lndwtq-Vlatz 14. 4766 Sonuenstrake 25. 7035 Wcbr. $ntt. jRepetitor m ii. verlaitat. Cff.imt. 05404 a. b. Er. 20—22 bonnenstrabe 20—22. F? (Offene Slrllni’ MUtilWuM gtinf-güclndje KkrWfdencs Vrrmietnnsten 5 *= <3 G «5 die trauernden Hinterbliebenen Johannes Becker unh flinütr. Christian Wallenfels, 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal. Telephon 262. Gegründet 1826. 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