Nr. 360 Ges-,tat täglich aufjei konnlags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem »esflschen Landwirt die Siehener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. -iokattonSdruck u. Verlag bei Brühlstchen Üniver1.-B»ich- u.Slein» bruderet (Pietsch Erden) Hedaltton. LxpediNoa und Druckereir Schal st raße 7. ilbrefle Hh Depeschent «uzetger Gießen. FernlprkchonlchliitzAr 5L Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 5. November 1003 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen ve»agvpreiOr monatlich 7b Pi^ oierttla jährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstelle« monatlich 6o Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährt. auSschl. vestellg, Annahme von Anzeige» tut die LageSnurnmer bib vormittag- 10 Uhr. ßeUenprtt»; total U'ök gu-wärl- 20 Pjg. De rani rvortlich, tot den poltt a. allgem, teil; P. Wittko: füi .Stadt und Canb4 und .DenchtSsaaf. (Satt Plato, für den An» zeigenieil: $>anfl Beck. Kl« heutige Mummer umfaßt 14 Seiten. /-■-!— L----- .... ■!! - ■ ■ ■ = Volitische Tagesschau. Der Dortrag PodbielSkis beim Kaiser. *£em neulichen Vortrag des Landwirtschaftsministers von Podbielöki beim Kaiser in Gegenwart des Kriegs- mrnisters vc»n Göhler und des Oberlandstallmeisters Grasen Lehndorff mißt man große Bedeutung bei. Es war schon vor einer Woche angekündigt, daß Graf Lehndorff dem Kaiser Vortrag über den Niedergang der Zucht des deutschen edlen Pferdes halten sollte. Ein Vollblutgestüt nach dem anderen geht ein, die Jährlinge sind nicht mehr abzusetzen, die zweifelhaftesten Elemente (Kellner, Darmhändler usw.) lassen Rennpferde laufen, das Buchmacherunwesen hat den Rennsport bis in die Knochen korrumpiert: so geht es in Berlin nicht weiter. Ob der Landwirtschaftsminister alle Schäden, welche den Niedergang der deutschen Zucht verschulden, in seinem Vortrag entrollen konnte, entzieht sich der Beurteilung. Gut unterrichtete Kreise glauben, daß in den an den Vortrag sich anschließenden Erörterungen auch die Trakehner Verhältnisse, wie sie durch den bekannten Prozeß an die Ocs, ntlichkeit gekommen, zur Sprache gelangt sind. Es heißt, daß die Tage des Herrn von Oettinger wohl gezählt sein dürften. Letzterer hat übrigens einige Zeit bei dem Fürsten Herbert Bismarck in Schönhausen bei Tangermünde geweilt. Jedenfalls sind demnächst einschneidende Reformen bezüglich der Aufzucht des edlen Pferdes, der ostpreußifchen Landespferdezucht, die auch im Argen liegt, zu erwarten. Hoffentlich verbinden sich hiermit einschneidende Veränderungen des gänzlich herunter gekommenen deutschen Turfs, und man räumt endlich einmal mit den katilinarischen Existenzen auf, die diesen Sportzweig um allen Glanz, um alles Ansehen gebracht. Beim Reichskanzler Grafen Bulow fand, wie aus Berlin die Tepeschenbureaus heute melden, gestern abend ein Tiner statt, an dem auch der Reichstags- Präsident Graf Balleftrem teilnahm. War es eine freudige Feier, daß die Regierung mit dem Zolltarif soweit wenigstens über den Berg ist, daß sie aus die Unterstützung der Mehrheit rechnen kann? Fast scheint es so, denn die Stimmung in Regierungskreisen wird als eine zuversichtliche geschildert. Für die „Nordd. Allgem. Ztg." scheint mit gutem Grunde die Verständigungs-Diskussion in der Presse nicht zu existieren. Bekommt der Reichstag Tagegelder? Man bringt die wiederholten Besprechungen des Kaisers und des Grafen Bülow mit der Frage in Verbindung. Auch gestern stattete der Kaiser dem Kanzler einen längeren Besuch ab. Unwidersprochen ist seinerzeit die Mitteilung geblieben, der Kaiser sei ein überzeugter Gegner der Bewilligung von Reichstags- 2täten. Es ist nun wohl denkbar, daß Graf Bülow feinem kaiserlichen Herrn die Schwierigkeiten, für den Zolltarifentwurf ein dauernd beschlußfähiges Haus zu erzielen, bar- gelegt hat. Tenn von der Beschlußfähigkeit hängt schließlich alles ab, und der schönste Verständigungsplan geljit in die Brüche, wird diese Voraussetzung nicht erfüllt. Tas Zentrum, das bei den Unterhandlungen mit der Regierung die Führung übernommen hat, wird zweifellos nicht beräumt haben, durch seine Vertrauensmänner die Diäten- rage anschneiden zu lassen. Niemals war ja der Augenblick »afür so günstig wie jetzt. Kein anderes Mittel verricht den Erfolg, wie die Gewährung von Tagegeldern. Längst verfängt die noch so dringlich abgefaßte, schriftliche und selbst die telegraphische Ermahnung der Fraktionen nicht mehr an die säumigen Mitglieder. Gras Bülow, das weiß man, ist fein grundsätzlicher Gegner der Diäten; ebenso günstig soll im allgemeinen die Aussassung der Bundesregierungen fein. Es kommt nun darauf an, ob der Kaiser seinen Widerspruch fallen läßt, um auf diese Weise dem Tarifentwurf über die gefährlichste Klippe hinwegzuhelfen. Wurde doch auch heute wieder die Beschlußunfählgkeit des Reichstages sestgestellt. Tie Linke geht konseauent vor mit ihren Verragungsanträgen. Wenn die Verstandigungsaktion sZrüchte tragen soll, dann ist kaum noch Zeit zu verlieren mit der Ausführung von Maßregeln, die der Mehrheit zu dem Willen auch die Macht gewähren. Politische Drahtzieher. Au§ London wird gemeldet: Ter Berliner Vertreter der Newyorker Preß-Associated telegraphiert nach Newyork, Aras Wolss-Mettemich habe im August d. I. dem englischen Botschafter in Berlin erklärt, er fei über dieStimmung in England gegen Deutschland beunruhigt. Alles was Teutschlanb Vorschläge, werde mit Indifferenz behandelt und die d e u t s ch e P o l i t i k m i t M iß- trauen betrachtet. Lascelles habe geantwortet, er bedauere dies. Er weise aber darauf hin, wie Chamberlain behandelt worden sei. Die Idee Kaiser Wilhelms, :iner Union zwischen Deutschland, England und den Vereinigten Staaten sei von Chamberlain gebilligt und in einer Rede vertreten worden. Graf Bülow habe aber d ie ganze Sache als falsch hingestellt und Chamberlain in gewissem Grade lächerlich erscheinen lassen. £ie Vorstellungen des Grafen Wolff-Metternich, so berichtet der Korrespondent weiter, über die englische Feind- -leligkeit gegenTeutschland hättenden Kaiser in der Reise nach England veranlaßt. Laß vor der Reise des Kaisers nach England ein In - lrigu en spiel eingeleitet werden würde, war mit solcher -Hicherheit zu erwarten, daß man von diesen „Enthüllungen" Wit Heiterkeit sagen kann: „So mußte es kommen." Eine neue Nüance ist allenfalls, daß diesmal kein englisches Organ zum Verkünder der politischen Weisheit gewählt worden ist — aber die Drahtzieher sind leicht erfannbar ganz dieselben Personen, die auch sonst ein Interesse daran haben und in diesem Sinne wirken, Verstimmung zwischen Teutschland und England zu erregen. Ter Pfeil gilt diesmal hauptsächlich dem Grafen Bülow; er ist der Störenfried, sonst wäre längst alles im Reinen zwischen Deutschland und England und es gäbe keine Feindseligkeit mehr. Nach Erkundigungen eines Berliner Blattes ist es im höchsten Grade fragwürdig, ob überhaupt zwischen dem deutschen und dem englischen Botschafter eine Unterredung stattgefunden hat. Daß sie in aller Ausführlichkeit Lur Kenntnis von Personen gelangt, die nicht dem Kreise der Diplomatie angehören, ist vollends unwahrscheinlich. Es geschieht zuviel Ehre solchen Behauptungen, sollten sie amtlich dementiert werden. Seit Wochen steht der private, persönliche Charakter der Englandreise fest — und nun will man der Öffentlichkeit em solches Märchen erzählen? Etwas geschickter könnten die Bemühungen, Deutschland als besorgt um das Wohlwollen Englands hinzustellen, doch schon fein. Täuscht nicht alles, so sind hier dieselben Einflüsse thätig, Die mit fast rührendem Eifer die Erneuerung des Treibundvertrags zu vereiteln strebten. Deutsches Reich. Berlin, 4. Nov. Ter Kaiser nahm heute an dem Frühstück im Offizierkasino des Alexander-Regiments teil. — Die Beurlau bung des bisherigen ersten Sekretärs bei der Botschaft in London, Frhr. v. Eckard st ein nach Deutschland ist auf einen persönlichen Wunsch desselben zurückzuführen. Es liegt nach der „Nat.-Ztg." kein Grund vor, diese rein private Angelegenheit mit politischen Dingen in Verbindung zu bringen. — Der preußische Gesandte in München, Graf Monts, der demnächst seinen Posten verlassen soll, dürfte für den als Nachfolger des Grafen Eulenburg in Wien bestimmten Botschafter, Grafen Wedel, nach Rom gehen. Ferner wird gerüchtweise behauptet, daß der jetzige deutsche Gesandte im Haag, Graf Pourtalös, für München bestimmt fei. Oldenburg, 4. Nov. Der Landtag ist durch den Minister v. Willich mit einer Thronrede eröffnet worden- Unter anderem kündigt die Thronrede eine Vorlage betr. den Weiterausbau des oldenburgifchen Eisenbahnnetzes an und bezeichnet die Gesamtlage der oldenburgischen Finanzen als verhältnismäßig günstig, wenn sich der Voranschlag, zu dessen Ausgleichung die Betriebsüberschüsse der Gsenbahnen herangezogen werden, mit dem Einkommensteuerzuschlag von 33 em Drittel Prozent verwirklichen läßt. Zum Präsidenten des Landtags wurde Groß- Brake, zum Vizepräsidenten der Landwirt Schröder- Nordermoor gewählt. Kassel, 4. Nov. Die Nationalliberalen sind geneigt, für die bevorstehenden Reichstagshauptwahlen in Kassel- Melsungen das Wahlkartell zu erneuern. Der nationalliberale Wahlverein hat in feiner letzten Sitzung mit Rücksicht auf den Verzicht des Mg. Dr. Endemann den einstimmigen Beschluß gefaßt, den Vereinsvorstand zu beauftragen, mit der konservativen und der deutsch- freisinnigen Partei betreffs Ausstellung eines gemeinsamen Kandidaten für den Wahlkreis Kassel- Melsungen und Bildung eines Wahlkartells Verhandlungen zu pflegen, sondern auch vertrauliche Besprechungen über die Kandidatensrage zu veranlassen. Aschaffenburg, 4. Nov. Zu der Nachricht über die Unterredung zwischen dem bayrischen Ministerpräsidenten Grafen von Crailsheim mit dem preußischen Eisenbahnminister Budde betreffs der Weiterführung der Main- Kanalisation meldet der „Beob.", daß auf eine entsprechende Vorlage an den bayrischen Landtag für die nächste Session schon jetzt zu hoffen fei. München, 4. Nov. Der Prinzregent empfing heute vormittag den preußischen Minister Budde in Audienz. Dudde war heute nachmittag bei dem Prinzregenten zur Tafel g eladen. An derselben nahmen außerdem der preußische Gesandte Gras Monts, die Minister Graf Crailsheim, Freiherr v. Riedel, v. Asch und mehrere Generäle teil. Anstand. Rom, 4* Nov. Im Gemeinderat werden z. Zt. die Festlichkeiten erörtert, die man zu Ehren des Besuches des deutschen Kaisers geben wird. Man plant ein Gartenfest auf dem Monte Pincio, währenddessen das Goethedenk- m al enthüllt wird. — Die „Agenzia Stcfani" meldet aus Midi (fernen) vom 3. November: Der italienische Kommandant Arnone ist in der vergangenen Woche mit den Kriegsschiffen .Piemonte", „Cap Vera- und.GalileS" hier eingetroffen. Er hatte außer einem Zioilbeamten aus fernen einen Obersten mit türkischen Truppen, die seinem Befehl unterstanden, an Bord. Sofort nach der Ankunft schiffte er auf Ersuchen der Ortsbehörden die Truppen und drei Kanonen aus, um die Flucht der Seeräuber, welche z. Zt. sämtlich hier versammelt waren, zu verhindern. Während der Landungsmanöver hatten vier italienische Schaluppen einen heftigen An- griff der Seeräuber auszuhalten, den sie glänzend zurück- schlugen. Die Seeräuber hatten große Verluste. Auf Seiten der Italiener wurden zwei Matrosen getötet und ein Matrose verwundet. Die Ortsbehörden baten darauf um Verlängerung der Frist von 5 Tagen zur Auslieferung der Seeräuber, die der italienische Kommandant stellte. Der Kommandant war bereit, den Aufschub zu gewähren unter der Bedingung, daß man nicht nur die Piraten auSlieferte, welche sich an einem unzugänglichen Orte an der Meeresküste vei> borgen halten, sondern auch von den Einwohnern des OrteS eine Entschädigungssumme von 16 000 Francs für die Familien der beiden getöteten Matrosen zahlen laste. Da die Bedingungen nicht angenommen wurden, ließ der Kommandant auf das Dorf feuern, ohne jedoch die türkischen Truppen anzugreifen. DaS Feuer wurde eingestellt, sobald die Bedingungen angenommen waren. Arnone bewilligte die Verlängerung der Auslieferungsfrist bis zum 11. November. Wien, 4. Nov. Die alldeutsche Vereinigung wird die Ausführungen des ehemaligen englischen Botschafters Rumbold in der „National Review" über die Stellung des Kaisers im Burenkrieg zum Gegenstände einer Interpellation im Abgeordnetenhause machen. — Bei den heutigen Landtag s- wahlen in den Landgemeinden Steiermarks haben die Bauernbündler, die bisher nur durch einen Abgeord- neten vertreten waren, sechs Sitze gewonnen, nämlich zwei von der deutschen Volkspartei und vier von den Klerikalen. Konstantinopel, 3. Nov. Aus die von der Pforte erhobene Beschwerde darüber, daß laut Meldung des Marschalls Abdullah, Kommandeurs des 7. Korps in Jemen, das italienische Kriegsschiff „P i e m o n t e" das Piratennest in derMidia-Bai beschossen und zwei kleine mit Truppenproviant dort eingetroffene türkiscye Kriegsschiffe aufgefordert habe, abzudampfen, da man dieselben sonst gewaltsam nach Hodeida bringen werde, antwortete oie italienische Botschaft, sie habe über das Vorgefallene keine Nachricht erhalten. Die türkische Botschaft in Rom wurde darauf beauftragt, hierüber Vorstellungen zu erheben. Der Ministerrat beriet gestern über die Angelegenheit. Heute ist eine zweite Reklamation nach Rom abgegangen. — Auf der Pforte wird erklärt, die Angelegenheit im Roten Meere fei als geregelt angesehen worden, daher müsse die Pforte annehmen, daß der Kommandant des „Piemonte" willkürlich haiidelte. Das fei höchst gefährlich, denn die internationale Rechtsverletzung könnte leicht die dorthin entsandten 4 Bataillone und 2 Batterien zur Erwiderung der Feindseligkeiten veranlassen und einen ernsten Konflikt heraufbeschwören. Aden, 4. Nov. Der Kreuzer „Pemone" hat sich nach Jllig an der Küste des italienischen Schutzgebietes begeben, um die Verhältnisse der Landung von Truppen im Hinblick auf das Vorgehen gegen den Mullah durch das italienische Gebiet zu untersuchen. Gleichzeitig werde man auch von Berber vorgehen. Auf Bazar war abends das Gerücht verbreitet, der Mullah hätte den vorgeschobenen Posten in der Nähe von Bohotle plötzlich angegriffen und einen großen Kameltransport erbeutet Das Gerücht hat keine Bestätigung gefunden. Newyork, 4. Nov. Die Wahlberichte aus allen Staaten lassen bis jetzt auf nur kleine demokratische Gewinne schließen. Der Ausfall der Kongreßwahlen ist vor morgen nicht festzustellen, doch scheint eine republikanische Mehrheit sicher zu sein, — Ein Telegramm aus Port au Priiwe meldet: thu- gefähr 1200 Anhänger Fouchards, die aus dem Feldzuge, gegen Firmin zurückgekehrt sind, und in die Hauptstadt einzogen, kamen mit den Zivilbehörden in Streit. Es entstand ein förmliches Feuergefecht, bei dem 7 getötet und viele verwundet wurden. Tie Lage ist ernst. Der Bürgerkrieg droht neuerlich auszubrechen. Ein am 29. Okt. nach Jnagua abgegangener Dampfer meldet, Firmin habe sich nach Saint Thomas begeben und seine Anhänger, ungefähr 380, hilflos zurückgelassen. Lä Victoria (Venezuela), 4. Nov. Das amtliche Blatt veröffentlicht einen Brief, über einen großen Sieg der Regierung bei la Virtoria, der zur Vernichtung der Armee der Aufständischen führte, die jetzt in der Rich- tung auf Guarico fliehen. General Riera soll gefallen sein. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. November 1902. ♦* Hofnachrichten. Aus Tarrn ft adt wird uns gemeldet: Tie Großfürstin Sergius machte gestern vormittag der Mcchano-therapeutischen Anstalt des Tr. Lossen in der Steinstraße einen Besuch. Nachmittags machten sämtliche hier anwesenden Herrschaften einen Ausflug zu Wagen Durch die Bergstraße und nahmen auf Schloß, S e e h e i m den Thee. — Heute, Mittwoch, Nachmittag wird Prinzeß Friedrich Carl von Preußen von Frankfurt zu Besuch eintreffen und an der Großh. Hof täfel teil-, nehmen. Ihr Gemahl wird erst später zum Thee hierherkommen; beide Herrschaften werden abends wieder nach Frankfurt a. M. zurücttehren. Tie Abreise des Prinzen und der Prinzessin Adolf von Schaumburg- Lippe wird voraussichtlich am Donnerstag erfolgen. Die Rückkehr des Prinzen Heinrich von Kiel wird am Freitagabend 8.38 erfolgen. ** Für bie verstorbene Gräfin Sophia von Schlitz genannt von Görtz wurde am Dienstag vormittag in der Kapelle des West-Sanatoriums zu Charlottenburg ein feierlicher Trauergottesdienst abgehalten. Vor dem Altar stand der offene Sarg, zu dessen Häupten brennende Kerzen ihr Licht auf die Züge der Entschlafenen warfen, deren weißseidenes Gewano völlig mit den Blumen des Kaiserpaares, des Gatten und der Kinder bedeckt war. Zu Füßen lehnte sich an ein silbernes Kruzifix der große Kranz, den der greife Vater der Tochter gespendet hatte. Um 10 Uhr begaben sich die Leidtragenden ans den Zimmern, welche die Gräfin die letzten Wochen bewohnt, nach der Kapelle. Voran schritt das tiefgebeugte Elternpaar, dann kam der Gatte der Dahingeschiedenen Graf Emil v. Schlitz mit seinen Kindern, den Komtessen Anna, Elisabeth, Maria, Margareta und den Söhnen Karl und Wilhelm. Von sonstigen Herrschaften seien Prinz und Prinzessin Max von Ratibor, Gräfin Hohenau geb. Prinzessin von Hohenlohe-Oeriugen, Graf und Gräfin v. Radolin, Graf Görtz von Wrisberg, Graf von Bylandt erwähnt. Provinzial P. Scharsch hiett unter Assi- stenz der Anstaltsgeistlichen das Requiem, welches vom Chor es Zuges hatte die Schippe, welche Schröder auf der Schulter trug, erfaßt und ihn dadurch zu Boden geschleudert, die Schippe ging in Stücke. Turch den Fall erlitt Schröder einen Schäoelbruch, das Blut kam ihm aus den Ohren. Noch liegt er besinnungslos im Kmnkenhause, man be- ürchtet für fein Leben. * * Alsfeld, 4. Nov. Heute hat die hiesige L an dw. W i n t e r f ch u l e ihr diesjähriges Wintersemester eröffnet. Ter Eröffnungsfeier, die um 11 Uhr im Schulgebäude statt- sand, wohnten neben den aufzunehmenden Schülern und Deren Eltern auch andere Interessenten, so insbesondere auch Kreisrat Tr. Melior als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Schule bei. Ausgenommen wurden heute 40 junge Leute. Ihrer Kreisangehörigkeit nach entstammen hiervon, nach den Ausführungen des Schulvorstehers, 27 aus dem Kreise Alsfeld, 6 aus Lauterbach, 2 aus Schotten, 3 aus Gießen und 2 aus Ziegenhain. 27 der Schüler wohnen hier in Privathäusern, 13 gehen täglich nach Hause. Ta die seitherigen Schulräume vollständig äu klein und auch für die zweckmäßige Aufstellung der reichhaltigen Lehrmittelsammlung unzureichend sind, wird beabsichtigt, der Schule durch Uebertoeifung der seither von der Gewerbeschule benutzten Raume die nötige Bewegungsfreiheit zu schaffen. Mainz, 4. Nov. Ein Falschmünzer aus Weisenau wurde verhaftet. Tie Materialien und Formen zur Anfertigung des falschen Geldes sind mit Beschlag belegt. — Vor einigen Tagen verstarb dahier ein Mann, früher ein Heiner Beamter, mit einer Hinterlassenschaft von über 200000 Mark, die er vor einigen Jahren durch den plötzlichen Tod eines alten Fräuleins geerbt hatte. Interessant dabei ist, daß gerrode ihn die Dame von der Erbschaft ausschließen wollte und zu diesem Zwecke ein langes Testament außsetzte, vor Deren Unterschreiben sie jedoch vom Tode überrascht wurde. Dadurch verfiel das Testament der Ungiltigkeit und der „Enterbte" wurde doch Erbe. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Kassel beging der Kantor Blackeri (früher in Grebenstein) mit seiner Gattin das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Tas Jubelpaar erfreut sich trotz des hohen Lebensalters (Mitte der achtziger Jahre) benei- denswerter geistiger und körperlicher Frische. Vermischtes. • Leipzig, 4. Noo. Im Vororte Lindenau versuchte heute früh der Einwohner Florenz, der von seiner Ehe fr au getrennt lebt, letztere mit einem Revolver zu erschießen, worauf er Selbstmord verübte. Das Motiv zur That ist in ehelichen Zwistigkeiten zu suchen. • Brüssel, 4. Nov. In dem nahe gelegenen Forelt sturzten heute Nachmittag zwei im Bau begriffene Häuser ein. Zehn Arbeiter wurden verschüttet, von denen bisher zwei tot und zwei schwer verletzt herausgeholt wurden. Die Rettungsarbeiten werden eifrig fortgesetzt. Man befürchtet, daß von den übrigen 6 Verschütteten noch mehrere tot sind. Es wurde eine Abteilung Pioniere herbeigerufen, die sich an den Rettungsarbeiten beteiligten. • Lüttich, 4. Noo. In Seraing fand in der vergangenen Nacht eine blutige Schlägerei zwischen deutschen Bergarbeitern statt, wobei ein Arbeiter namens Kremmer durch einen Dolchstich ins Herz getötet wurde. Zwei andere deutsche Arbeiter wurden schwer verwundet. • Paris, 4. Noo. In Lons le Saunier kam es gestern Abend gelegentlich eines Tanzvergnügens zwischen Soldaten zu einem Handgemenge, wobei mehrere Soldaten verletzt wurden. Em Sergeant erhielt einen Säbelstich in den Leib und mußte tätlich verletzt nach dem Hospital gebracht werden. *Der Selbstmord deS Pastors Max Wagner in Paplitz bei Baritth in Der Mark erregt Aussehen, Da die That mit sittlichen Verfehlungen des Geistlichen im Zusammenhänge steht. Dor drei Jahren nahm Wagner die damals kaum konfirmierte Frieda Schliebner, Tochter des Schuhmachermeisters Schliebner aus Baruth, in seinen Dienst und hatte, wie sich jetzt hercrusgestellt hat, unsittlichen Umgang mit dem Mädchen, der auch nicht ohne Folgen blieb. Vor etwa vier Monaten mußte das Mädchen auf Trän gen der Frau Pastor den Dienst verlassen, woraus es sich nach Berlin wandte, um in einem Mädchenheime die Entbindung abzuwarten. Als es spät abends auf dem Bahnbofe in Ähonederg ankam, und sich hier bei dem Dort diensthabenden Bahnbeamten Manzke nach einem Mädchen- Heim erkundigte, bot ihm Manzke Unterkunft in seiner Familie an, was angenommen wurde. Es erhielt Kost und Logis und zahlte Dafür angeblich monatlich 35 Mk. Allmonatlich erhielt nun das?Nädchen 100 Mark von auswärts, und bald war es ün Hause berannt, daß dieses Geld von einem Geistlichen stamme, Der ein Verhältnis mit Dem Mädchen habe. Die Manzke die Sache Darüeltt, lies kürlich bei der Schliebner ein Brief ei», in welchem der Pastor Wagner seinen Be'uch «T.fiaibigte. Lediglich aus Dem Grunde, um Den Gastlichen von Diesem Vorhaben abzubringen. mitt nun Manzke am voriuen Dienstag nach Paplitz gefahren sein, und Dort eine Auseinandersetzung mit Pastor Wagner gehabt haben. Thatfache ist, daß sich Pastor Wagner kurz nach der Unterredung mit Manzke in feinem Studierzimmer erschoß. Er war 42, Jahre alt und hinterläßt Frau und drei noch unerwachsene Kinder. Gerichtssaal. M. Wiegen, 4. Nov. Strafkammer. Ten Vorsitz führt, Landgerichisdiretror Tr. Güngerich, die Anklagebehörbe vertrat Oberstaatsanwalt Theobald. — Ter Mmeralwaßerhäubler Franz Burkhard Schmidt von Vilbel ist der in einer bortigen Wirtschaft begangenen Gotteslästerung angeklagt und wird in eine Gefängnisstrafe von 3 Atonalen verurteilt. — Der Maurergeselle Johannes Schneider aus Groß-Felda unterließ es, bei einer Tach- revaratur das vorgeschriebene Warnungszeichen auszuhängen. Einen 9 jährigen Jungen, der bei dem Hause spielte, traf em herabfallendes Ziegelstück aus den Kopf; nach dem ärztlichen Befund wurde der ^chadeltnochen zertrümmert, sodaß das Gehirn frei lag. Bei der Jugend des Verletzten heilte indessen die Wunde in der überraschend kurzen Zeit von zehn Tagen zu. Einerseits mit Rücksicht hierauf, andrerseits jedoch in Erwägung der groben Fahrlässigkeit des '2tn- aeklagten, hielt das Gericht eine Gefängnisstrafe oon einem M onat für eine entsprechende Sühne. — Ter Maurerlehrling Friedrich Wilhelm Rullmann aus Obermockstadt ist der Körperverletzung mittels eines 'Messers beschuldigt. Ter Angeklagte geriet eines Tages mit zwei Burschen in durch ihn verschuldeten Streit und hat gleich zu Anfang mit einem offenbar bereit gehaltenen Messer dem Einen mehrere Stiche versetzt. Mit Rücksicht auf seine Jugend und bisherige Unbesiraftheit verurteilte da- Gericht den Angeklagten nur zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe, auf welche ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft ausgerechnet wurde. — Ter Maurermeister Kaspar Sommer und der Lehrer August Dollinger aus Obermockstadt sind wegen Erpressung angeklagt. Der Angeklagte Sommer ist Präsident eines Vereins, der vor kurzer Zeit m Obermockstadt eine Festlichkeit abhielt, deren Besuch gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes Jedermann gestattet war. Schon vorher war in den Vereinsoerjammlungen die Rede, daß jeder, der unbefugt ohne Zahlung des Eintrittsgeldes das Fest mitmache, eine größere Geldstrafe zahlen müsse. Nachdem das Fest vorüber ivar, erfuhr der Angeklagte Sommer, daß ein Obermock- sladter ohne Zahlung des Entree sich Eintritt verschafft hatte; et ließ ihn durch den Lehrer Dollinger, der Vorstandsmitglied bes Vereins ist, brieflich zur Nachzahlung des Eintrittsgeldes und einer bestimmten Geldstrafe an beit Verein auffordern — bei Meldung einer Anzeige an die Staatsanwaltschaft. Obwohl nach Ansicht de» Gerichts in diesem Vorgehen der objektive Thatbestand der Erpressung gelegen ist, da die Angeklagten zur Auferlegung einer Geldstrafe nicht befugt waren, wurden dieselben dem Anträge der Staatsanwaltschaft entsprechend dennoch steiges pr och en, da das Erfordertiis der rechtsividtigen Bereicherungsabsicht als nicht vorhanden angenommen wurde. — In der Prioatklagesache des Heinrich Kemmer HI. gegen den Joseph Ebenhöch, beide von Alsfeld, wegen Beleidigung, war der Angeklagte oon dem dortigen Schöffengericht zu einer 14 tägigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gegen den Prioatkläger den Vorwurf des Meineid» erhoben. Auf seine Berufung hin änderte die Strafkammer die Freiheftsstrafe in eine Geldstrafe von 50 Mk. ab. Wegen Zweikampfes hatte sich vor der Strafkammer tt Rostock der außerordentliche Professor an der Rostocker Universität, Tr. Binder, zu verantworten. Tas Duell hat am 26. Juli d. I. in den Barnstorfer Anlagen nahe bei Rostock zwischen Prof. Binder und dem damaligen Kommandeur des 90. Füsilie r- Regiments in Rostock, jetzigen General-Major und Brigade- Kommandeur v. Paczensky und Tenczyn stattgefunden. Der Zweikampf verlief bet 15 Schritt Entfernung uru dreimaligem Kugelwechsel unblutig. Das Urteil gegen den Professor lautete auf sechs Monate Festungshaft. Handel und Verkehr. Holkswirlschast. Nürnberg, 4. Noo. Bei der Elertrizitäts-Attlengejellschast vorm. S ch u ck e r t u. Co. ist in mehreren BetnebSwerkuätten, iä denen zusammen ein Drittel der gesamten Arbeiterschaft de» Etablissements beschäftigt wird, die Arbeitszeit von zehn aus acht Stunden h e r a b g e s e tz t worben. Die Direktion hofft, baß du maßregel nur oorubergehenb fern werbe unb balb roieber ausgehoben werben könne. gpiHplan der Vereinigten Frankfurter Ztadttheatrr. Opernhaus. Donnerstag den 6. November'): .Romeo und Julie.' Freitag den 7. November, abends halb 8 Uhr: »Die Geisha*. SamS- tag den 8. November: »Samson und Delila." Sonntag den 9. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Das Glöckchen des Eremiten." Abends 7 Uhr: »Die Fledermaus^. AloiUag de» 10. November geschlossen. •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 6. November, abend- 8 Uhr, im oberen Konsinnandensaal, Kirchstraße 9, Bibel stunde. Psalm 52. Pfarrer Schlosser. Neueste yU'lvuiujtiu Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeiger. B e r l i n, 5. Nov. Wie die „Boss. Ztg." erfährt, wird der Dem Reichstage Demnächst zugehende Etat-Voranschlag für Das Kiau-Tschou-Gebiet u. a- eine erste Rate zum Bau einer großen Dock-Anlage in Tsingtau fordern. Tas Dock soll selbst Linienschiffen Aufnahme gewähren können, und die Schiffe der ostasratischen Station unabhängig von den Werften in Hongkong unb Japan machen. Hamburg, 5. Nov. Tas Fischerfahrzeug Perseverance ist bei Sturm in der Nordsee mit 14 Mann und der Fisch- Dampfer Cecilia mit 18 Mann Besatzung untergegangen. Alle Mann sind ertrunken. — Als sich Der oon China kommende gestern im Hamburger Hasen eingetroffene Postdampfer Sitbonia, Eigentum der Hamburg- Amcrika-Linie, an Der afrikanischen Westküste auf hoher See befand, explodierte der Steuerbord-Kessel. Turchden ausströmenden Tampf wurde Die ganze Wachmannschaft verbrüht. 16 Mann fielen Der Explosion zum Opfer. Jhr^ Leichen wurDen Den Wellen übergeben. Bre slau, 5. Nov. Tie hiesige Strafkammer verurteilte Den Direktor Des inzwischen eingegangenen deutschen Theaters Gerlin, wegen Vergehens gegen § 175 des Strafgesetzbuches und wegen Majestäts-Be« leidigung zu acht Monaten Gefängnis. Tie Mitangeklagten Requistteur Krettek und Beleuchtungstechniker Fritzlasf erhielten je 14 Tage Gefängnis. London, 4. Nov. (Unterhaus., Schatzkanller Ritchin beantragt, das Haus solle morgen die Frage Der Bewilligung eines Nachtragskredits von acht Millionen Pfund Sterling erörtern, Die teils an Buren unD loyale Kolonisten in Südafrika als freie Bewilligung gegeben, teils Buren und anderen Personen als Darlehen vorgcstteckt werden sollen. Tubei führt Der Sckatz- kanzler aus, die Regierung habe envogen, Daß Die in Den Friedensbedingungen erwähnten 3 Millionen Pfund keine Gabe Englands, sondern ein Teil Der neuen Trans- Daalanlcifie Dorstellen. Tie Burenführer hätten betont, Ddß et dortig« T Tran, y i« em S jl >ÄL°^Ä fr $« h#" ^*5 LM? MM ZM ^mmlungenbÄ ? EMllsgeldes baä?j Nachdem das N V daß em vbernLck! d°ue; tt rAorilaaüsmitglied bei ENttsgeldes und einer Üdem - bei Wleibunr Obwohl nach Ansch b6 106 Thalbeslanb der fc. Mut Auserlegung eine ie|elben dem Anträge bn lreigelprochen, da bd nngsabsicht als nichl ftwalklagesache des hei-. ihöch, beide von Alssrit rn dem dorttgen Schöfm e verurleilt worden. !-r den 'Lorwurf des Tiein-.v rle die Strafkammer 50 Mk. ab. vor der Straffe a >r an der RoslsüLn Tas Duell Hal arLM bei Rostock zwm M. >eur des 90, filier- eral-Major wJ üngabe* cczyn ftatigcM Der jemung uw irtimaligtm r den Profem lautete au! MMÄM '/riziläls-Mleiigeieliichai i Aemebswechläiteu, > ^tbeuwW^^' ijtitm W-aui1 Tlreltwn hasst, daß / e und bald wieder w: kfurter M«t» Das U>iouujwi " Lirmus'. Mntag do uilgell. Gießener tlnM , tat'01113 tffeiöö AM. - 14 $ann Tuntel r Kplojlon ? 'S-«S - rtz-Kf? $eriün& Ä iteaen^ ^bel^wn^M. ijriditiii eeinde« © , abends » J m bi Bibelimnde- Vlu rfne Anleihe von drei Millionen nicht dem Geiste der Frie- drnöbedingungen Genüge thun würde. Die Regierung habe t-rher in Erwägung, daß der Wortlaut des Fried ensabvom- mienö diese Auffassung zuläßt, und von dem Wunsche beseelt, d>ie Erweckung des berechtigten Gefühls der Unzufriedenheit b»ri den Buren zu vermeiden, geglaubt, in Uebereinstimm- img mit den Interessen Südafrikas und den Gefühlen des britischen Volkes zu handeln, indem sie diese Last übernehme. 2aslskutscher, 1 Schweizer, 1 Hausbursche, 1 Küchenmädchen, 4 Dienstmädchen für sofort, 3 desgl. auf 15. November, 1 auf ll.Dezember, 2 auf Weihnachten, 1 Zimmermädchen aus 1. Januar, 1 Laufsrau gegen freie Wohnung. Lehrlinge: 1 Schneider, 1 Bäcker.__________________________ Bekanntmachung. Nachdem die Neueinrichtung in der Schulleitung der hiesigen Volksschule fest Mitte Oktober in Wirksamkeit getreten ist, wonach ber feuherige Oberlehrer Hahn zum Rektor der Volksschule und Lehrer Knauß zum Hauptlehrer der Stadknabenschule und Lehrer ihi. Schaas zum Hauptlehrer der Stadtmädchenschule ernannt öorben sind, teilen nur hierdurch mit, daß die Angehörigen der Schüler und andere Interessenten für die Folge mit ihren An- svagen. Mitteilungen und sonstigen Anliegen an den betreffenden pmptlehrer sich wenden könneir. Sprechstunden halten dieselben taizlich von 11—12 Uhr in dem betr. Schulhause ab; in dringenden ij- aUen sind dieselben auch wahrend der Unterrlchtszeit in den Raufen zu sprechen. Der Rekwr ist in der Regel gegen 12 Uhr nx dem Stadttnabenschulhauje — Zimmer Nr. 2 — zu sprechen, außerdem auch zu anderer Zeit in dem Schulhause, in welchem ec gerade anwesend ist. Gleichzeitig ersuchen wir alle Behörden, gegebenen Falls mit Öen Rektor gefälligst ins Benehmen treten zu wollen. Gießen, den 3. November 1902. 7748 Der Schulvorstand: Mecum. Allce-SchuOe. Donnerstag den 6. November beginnt der Weihnachts-Hnrs. Unterricht in sämtlichen Stickereien, Schnitzen, Brandmalerei, Lederschnitt u. s. w. 7724 Anmeldungen von 8—12 Uhr im Schullokal. L. Möser, Oberlehrerin. Kirßeii. Ordentliche Generalversammlung Mittwoch, den 12. November 1902 abends 8‘/s Uhr im Postkeller. Tagesordnung: 1. Wahl des Prüfungsausschusses für die Rechnung pro 1902. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 3. Statutenänderung (§§ 2, 5, 15, 22 und 31). 4. Bericht von der IX. General-Versammlung deutscher Ortskrankenkassen zu Hamburg. Der Vorstand. Anträge zur Generalversammlung müssen mindestens eine Woche vorher eingereicht werden. 7618 Gikßkm E.Mlck E. V. Mittwoch den 5. Movember 1902 abends 8V2 Uhr im Hotel Grobherzog von Heften: Hemral'-Iersammlüng Lag es» Ordnung: Geschäfts- und Kassenbericht. Vorstandswahl. Verschiedenes. Gießen, den 3. November 1902. 7743 Der Vorstand. Bekanntmachung. Für einen 18 Jahre alten Schmiedcgcselleu roirb Stellung gesucht. Ltäheres auf dem Armen- amt Gießen._______________7693 Versteigerung. Donnerstag, den 6. d. Mts. nachmittags 3 Uhr sollen dahier Neuenweg 28 (im Löwen) 1. eine vollst. Ladeneinrichtung, 2. Haus-u. Küchengeräte aller Art, 3. ein Oekonorniewagen, 4. 12 Dtzd. Schirmmützen u. v. A. gegen bar versteigert werden. Gießen, den 5. November 1902. 7778 Seipel, Gerichtsvollzieher. Am Montag, den 10. d. Mts. wird die Firma Gcbr. Fehlings im Flach'schen Walde, Gemarkung Dornholzhausen ihre letzte Solzversikigemg abhalten. Es sind zum Verkauf vorgesehen: ca. 400 Stck. Fichtenstangen II., 111. u. IV. Klaffe, ferner ca. 130 Raummeter Fichtenfpitzen, welche sich vielfach zu Latten und Baumpfählen eignen. Die Stangen sind im letzten Winter gefällt. Beginn der Versteigerung vorm. 9*/i Uhr. Die Käufer für Fichtenspitzen werden gebeten, sich dieselben vorher anzusehen, da dieselben wahrscheinlich am Feuerplatz verkauft werden. 7768 Heuchelheimer Mühle. Morgen (Donnerstag) Metzelsuppe wozu ergebens! einladet 04985 H. Gräber. Dichtung! °^° Komme morgen mit einerLadung Zwetschen auf den Brand, auch zu hab. i.Lad. Welterg.5. Kllngelhöfer M Famimil v. Filzhüten für Damen und Kinder besorgt rasch und billig 6888 A. Fangmann, Bahnhofstr.29. Pricpncn nimmt noch Kun- 11 IDCUDv den an und em- psiehlt sich im Frificren u. Kopfwäschen m u.auß.d. Hause. [04897 LniseMerschroth,Wilhelmst.3,Il 04871] Die Zubereitung seiner Tiners nni> Soupers in und außer dem Hause übernimmt Frau LiPPold, Stadt Lich. I mik dem ^este^eife nah und fern? L. Kohlermann IV Bleichst, atze 12 empfiehlt sein reichhaltigesLager in Holz-, Korb- und Bürstenwaren. Rcparatnrcn werden prompt besorgt. .6913 ZBllltskülkllnzL^Ham^ Reumünsterst. 26. Aufbewahren. 04904] Empfehle mich im Ma- schinenstricrcu von Srrümpfen und rinsirilken. M. Schmidt, Seltersweg 71, IIL In vrrliaustn 7589] Russischer Windhund zu verkaufen. Stephanslr. 15, I. NtrSonaricmiöoel gute Sänger, auch Weibchen, zu Verkäufern [04919] Sonnenstr. 18. 7758] Kleiner Petroleum- Heizofen, wenig gebraucht, billig zu verkaufen. Neuenbäue 17. McsWMpreiswert zu verk. Asterweg 48, pari., l. 04923 Eine Dogge bellgelb, 2—3 Jahre alt, schönes Exemplar, ist billig zu verkaufen. Bon wem? sagt d. Exped. [7730 04987] Foxterrier, reine Rasse, 8 Wochen alt, zu verkaufen. __Kornblumengasse 8 [Neustadt). Wer Barsoi, gelbbr.Rüde, Stammbaum, enorm großer Renommierhund, 80 cm, eleganter Springer, verkauft 7774 Fabrikant Georges, Bacha. läalionaliibtraler Verein. Generalversammlung Samstag, den 8. d. Mts., abends S1/* Uhr im oberen Saale der Restauration Weidig, Sonnenstraße. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Referat über den Eisenacher Parteitag. Referent: Herr Amtsrichter Or. F u h r, Ortenberg. Zu Punkt 3 der Tagesordnung sind Gäste willkommen. Herd Kamin rotzt Ofen nur mit Enameline d Staubfrei 7308 Geruchlos jfcj 7662 ______________Der Vorstand. Kalk- und Marmorwerke, Dampsziegelei Aug. Gabriel jr.t Gießen. Massenfabrikation. 17076] Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. — Telephon Nr. 84. Konzert-Verein Erstes Konzert Sonntag den 9. November 1902 abends 5 Uhr im Saale des Gesellschaftsvereins, Dirigent: Grossh. Universitätamusikdirektor ö. Traut«ano. Solistin: Fräulein Agnes Leydhecker (Alt). Orchester: Das Vereins-Orchester, verstärkt durch andere geehrte Künstler. Programm. 1. Symphonie Nr. I In B-dur, op. 38 . 2. Lieder: a) Dein blaues Auge, op. 69, Nr. 8 . b) Ach wende diesen Blick, op 57 Nr. 4 o) Wie bist du, meine Königin, op. 82, Nr. 9 d) Sandmännchen .... 3. „Reigen seliger Geister11 aus „Orpheus“ (für Orchester frei bearbeitet von Helix MottL) 4. Lieder: a) Ueber allen Gipfeln ist Rah . b) Heimweh..... c) Aus dem Nachtlied Zarathustras d) Einkehr..... 5. Akademische Fest Ouvertüre, op. 80 . R. Schumann. ’ J. Brahms, Chr. W. Gluck. Fr. Liest. Hugo Wolf. A. Mendelssohn. A, Reisenaoer. J. Brahms. D JV1CPBSaWÜ ewpkehle in reicher Auswahl Le 8 pYinu Mundwasser, Zahnpasta, y 1 I V Zahnseifen, Zahnpulver, ■■■KBBteflHgflBKLÄ Zahnbürsten, 7446 Adolf Bieler Vlctorla-Drogerle. Marktstr. 5, Ang. Förster Ijlch (OberHeffeu) Aittale: Giessen, Bahnhofstraße 61 empfiehlt in reichster Auswahl 6997 piano;, Flügel, jlamoniums aus den renommiertesten Fabriken. Neue PiauoS von 380 Mk. an. Harmoniums von 80 Mk. an. Ständiges Lager von 150 Instrumenten. Reiche Auswahl in wenig gebrauchten Instrumenten in dem Prerslagen von Mk. 150, 180, 200, 250, 280, 300, 350, 400 u. höher. Günstige Ratenzahlung. Bei Barzahlung hoher Rabatt. Nprmidtnnaon ♦ Piauiuos von 3 All. an, Harmoniums voni M. 1.50 an per Monat mit freier Swnmung^ Todes-Anzeige. (Statt besonderer Es war des Herrn Wille, unseren lieben, guten Gatten, Vater, Schwiegervater und Grossvater Herrn Friedrich Büchner Schulrat i. P 7766 Ebsdorf, den 4. November 1902. Die Beerdigung findet Donnerstag den 6. November, nachmittags 4 Uhr, vom Bahnhof in Giessen (Rampe am Felsenkeller) ans statt. Mathilde Büchner, geb. Hirsch. Ernst Büchner, Pfarrer in Seite)s. Minna Büchner, geb. Gaul. Emma Steinberger, geb. Büchner. Kriegsgerichtsrat Christian Steinberger in Metz. Dr. Alexander Büchner in Schotten. Aennchen Büchner, geb. Scheel Dr. Karl Frohwein. Martha Frohwein, geb. Büchner. gestern abend nach langem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten Südanlage 3 ist eine tL Wohnung im Hinterhaus e au lindert.Leutez. perm.6771 6862s In meinem Neubau Marburger stratze 27 sind drei 3- Zimmerivohuungen und zwei 2-Zunmerwohnungen mit allem Zubehör per 1. 9uw. tsd. IS. zu vermieten. _________Emil Kalbfleisch. £ chöuc 4-Zimmcr-LOohnung, Parterre, mit Leucht- u. Hocij- gaS sowie (Sartenautetl per sofort zu verm. 17086] Asterweg 67. 2iäh. b. Lebr.Zutt, Stemstr.84/86. 04918| Schöne gr. S-Zirnmerw. L Stock m. Zubch.. gut herger., sos. zu oerrn. Naher. Neustadl 14, pari. 7616s Logio zu oerinieteu. steingasje 19. 9iäh Hanuustr. 8. 4832) 6—6-Zmunerwohnung zu vermieten. Stephaustr. 11. 7777s UJlobL Zimmer m. Pens. zu vermieten. Bahnhofstraße 62. 04981s Schöne Schlafstelle frei. Frankiurterstiaße 23. 04982, 'JJlobl. Zimnier mit 2 Betten zu Perm. Eichweg 5. 04977s äJlabl. Zimmer zu ver- mieten. vlcichstraße 18, 111. 04937s Emsach mobL Zimmer zu permtelen. Asleiwcg 9, rechts. tuDiuißoplay 4, 111, groyes, gut möbl. 0lUlUlU zu vermieten._____________04946 049611 Schön möbl. Zimm. m. ob. ohne Pens, zu verm. LudwigSpl. 15 04906s 2 schon mäbL Zimmer bilL zu verm. Ludwigstr. 40, 1. 7561] V2: Auf pteTfeitiflen Wunsch! Im Abonnement. ?n ÜlnSjiag ins Littliiht. Komödie m 4 Akten von Georg Engel. Are trag, de» 7. Novbr. 190-1 letzten Male in dieser Laifou I Att-Keidclöerg. (volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen.- eeeeeeeeeeeeeee Rutscher Burgunder 7484 garantiert rein vorzüglich« wohlbekömmlicher Rotwein, per Fl. 1 DL, mit GlaS. Flldwigspiatz. J. Seibel. Fvdwigsplutz. Gänsebrust Gänselebeiwnrst Gänseschmalz frisch eingetroffen bei 7776 L. Mtclubäaner, Neuenbäue 17. Telephon 846. Zehn Mitt, mn der Bahn von Gieszen xu erreichen, in ruhiger Lage, nächster Nähe von Wald, ist der 2te Stock eineS im vorigen Fahre «bauten Wohnhauses, 3 bi- 4 Z»mm«, Küche, abgeschlossen« Korridor, cutL 1 bi6 2 Zimmer, Mansarde, Stallung, groß« Äar- ienanied, zu vermieten. Selbige Wohnung eignet sich vortrefflich für ältere Leute, Pensionäre, welche in Ruhe und Zurückgezogenheit leben wollen. Bahnverbindung mit Eichen 16 Züge täglich. Lsferlen unter 04956 an die Expedition d. Bl. erbeten._______ 7776s schone L.Zimmerwoh- nung mit Küche u. Wasserleitung, Schloßgaffe 11 zu v«m. Näh. Lindenplatz 8 (ttlgarrenfleschäst). 04978] 8 Zimm«, Küche und Zubch. fof. anberro. zu penn, in der Nähe d. Bahnhof», tt rebnerftt. 86. 04976] S'Zimmerwohnnug mit Küche und Vorplatz zu vermieten. Blrichstrape 7. Vidmarckstr. 80 (Ecke Stephan- stratze) elegante Fünf - Zirnnier- ivohnung mit Zubehör per sofort zu verm. Fr. Kopp. |8064 6089] Schöne 1- bi» 2-Zimmer- Wohnung persosortzu vermieten. 1H. Levi, Seltersweg. 72421 Herrschaftliche Woh- nung tn guter Lage, mit großem Garten, bestehend au6 7 Zimmern und Bad nebst Zubehör zu Perm. Näheres Ä. Klee», Südanü 18. ->n dem 'Jlcubau Wetzlarer- \j weg 37. in d« Nahe de» Bahnboss, ist p« sofort cnentL auch später eine elegante Fünf- Zimmerwohnung mit allem Zubehör, Bleickplatz u. Gartenanteil zu Perm. Nähere» bet Heinrich Earls. Bleichstraße ll.part. oder Liebigs trage 64, part._______4665 *"4722flyreunbL 4-Zimm«wohiü p« foiort zu vermieten. Volk, Grünbergerstraße 4. 4827] Schillerstraße 9 Par- t«reftod, 5 Zimm. u. Zubeh., p« soso« zu p«m. Pari Steller. Logt», 8, 4 u. 6 Zimnier nut Zubehör zu vermieten. 5543 L. Hnbn, Bleichstraße 16. weiter Stock, 8 ger. Zimm«, Küche und alles Zubehör, zu vermiet. Ederstraße 18. (5öo8 6125] Mansardenwohnung zu vermieten. Grünbergerstr. 17. 'Nah. B. Wolf, Bahnhofstr. 82. 6136] Wohnung zu vermieten, brau «uckftnhl, Asterweg 50, 1 tim 5räuL, welches sich in und dopp. Buchführ., Rorrefponb. Stenographie u.Maichinenschicid. ausoeb. hat, s. Stell, auf Konior ob. Bureau. Off, unl.04940 a.Ezp. Mnidll» u. Plot- *VU|U|C ten wirb angenommen 04983 vrnchstraße 5, i. 04976j An gut buigerl. Mittag». und «dendttsch können noch einige bess.Herren teilnebmcn. BiSmarMtrage 36, nahe d. Aula. Welche hiesige uinna Ueieit Zahnstocher au» flrcDertiekn"? (Sogtznannte Federposen.) Niitteiluiig an 7M Zihnstzt Schwalm, vahnhofstr. 63. PoliNttttlfÜrZahukraukheite» mcb.« Siitrti in yilöi in guter Geschäftslage vom 1. Januar ab unter günstiger ^Bedingung zu verpachten. 7604 «.»iegand, Fulda, flanal' i 4. Öoinhp rte,,el ,erie,l.leh de IlvlvUv reau Kramer, Le«pe g BrUderstr 6. Au»k nft rrgen u 1'1 Dm» lehne g1*bt »,c- elien Leuten Kleuiob, Berlin, ■ ■ hc)nMihaTeT»erwtr 88n hOckprt. H. im Hotel Schutz Monats- Versammlung^ 7772 Die Beerdigung findet Donnerstag nachrn. 8 Uhr statt. Heb. Rohrbach IV, und Familie. Lollar, den 4. November 1902. Todes-Anzeige. ES hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute vormittag 11 Uhr unsere liebe Tochter und Schwester Lina nach langem Leiden im kaum vollendeten 18. Lebensjahre durch einen sanften Tod zu «lösen. Ufrfiliif&nif* (Offene Stellen ilieiMbrfiiilfi’ bte IW Ro ta Un hu t Ibt A |tn in ma fäi gu ,,6t' 10 1 9. d. schri henr Sch vrrl Xie Mr %)■ un ho Ai g>' bi( ftel me $u 3d bei iw ÜT ge üb ja um r aut über W der 19( ein kor 15. Ge! de im bch Ähl gezö Prol (bei vor an 1 ’ wo lief imt N ore wie ang, aber fond ande tieft Capr Aas- der Mt bet i Dich ^iti atpn N dir Han eins •6 ofei leu men sini