Mittwoch 5. NovemberLSOS 152. Jahrgang Erstes Blatt. 1. 2. ein paar :bt denScMen nderbarafilara Müsse zu fassen, GroßherzogUcyes Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe die Sachverständigen und die Schiedsrichter zu ernennen. Nr. 260 • r1 und da ganz erfreuliche Aniätze, als Ganzes aber ift die Le. .na über das Niveau des Schülerhaften, 'Jujanaer- wurde aus dem W MM" -’S der Verliebten", und späterhin dann auch Lessing (Miß Sara »Lampson), Kleist (Der Prinz von Homburg) und Hebbel, «in Ibsen, Björnson und Strindberg. Anzengrubers „Mein- eibbauer" steht uns bevor, unb für Grillparzer unb Ludwig nirb, wie man hört, ber Theaterverein sorgen, ber uns "Die Jüdin von Toledo" mit Christians vom Berliner tzchauspielhause und den .Erbförster" mit dem prächtigen frankfurter Diegelmann bringen will. Schiller hatte sein „bürgerliches Trauerspiel", dessen erster Entwurf aus dem Jahre 1782 stammt, sodaß also seit dem Entstehen der Dichtung 120 Jahre verflossen sind, ursprüng- Ich nach der Heldin „Luise Millerin" genannt, unb biqer Titel spricht uns mehr an als ber zweite, berühmt gewordene. Der Dichter stellt in seiner Tragöbie bas beutsche Bürgertum seiner Zeit bar, bas zur sittlichen Scheibung von ier verfaulenden Welt gewisser feudaler Kreise bereits ge- Liehen, aber zur wirklichen Erhebung über die Rolle, die eine trostlose Zeit ihm angewiesen, noch nicht gedrungen ist. Heute beobachten wir in Leben unb Dichtung ähnliche soziale Kämpfe, Kämpfe zwischen ben verschobenen Lebensbe- Äingungen in Stabt unb Land, zwischen dem ländlichen Hilnkerlum unb bem stäbtischen Bürgertum; zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, zwischen Kapitalismus unb Proletariat, — Kämpfe, bie nicht minber ernst finb, als jener banal ige des erstarkenden Bürgertums mit einem durch sich ßelbsl geschwächten Adel. Unb ber energische Kampf bes mächtigen Gefühls mit bem sozialen Vorurteil, ben uns Schiller vorführt, wirkt heute noch mit ungeschwächter Kraft, unb umsomehr, als ein hinreißenber Schwung dichterischer Beredsamkeit den packenden dramatischen Gedanken trägt. Durch alle Uebcrtreibung hindurch vernimmt man in „Kabale unb Liebe" eine mit Energie unb Leidenschaft aufgeworfene Menschheitsfrage, die in niemals schwindender Aktualität uns mächtig anregt. Fürwahr, Schillers „Kabale o.x-H In ber bisherigen Spielzeit hat es bereits Rassische Abende gegeben. Sie brachten uns einen Schiller »nb einen Shakespeare. Gestern gab es wiederum einen «schiller. Wir würden uns freuen, wenn nun auch ein »Goethe käme, vielleicht „Clavigo" oder auch der litterarischen Kuriosität halber eines der Goetheschen Lustspiele, „Die Laune Kirche und Schule. Die Trakehner Schulverhältnisse. Gegen- über den in der Presse aus Anlaß des Prozesses gegen Paalzow und Nickel wiederholt gegebenen Hinweisen auf die Mißstände bei den Schulbauten in Trakehnen führt die „Bert, rrorresp." aus: Auf dem Hauptgestüt Trakehnen befinden sich insgesamt fünf Schulen, nämlich Danzkehmen, Trakehnen, Mattischkehmen, Jonasthal und Gurdszen. Der Landstallmeister v. Dettingen stellte zunächst die Unzuläng- lichkertdes Schulgebäudes und der Lehrerwohnung in Danz- kehmcn fest, und im Jahre 1899 wurden 22 050 Mark in den Gestütsetat für einen Schulneubau eingestellt. Inzwischen wurde auch bei den übrigen Schulen die Unzulänglichkeit festgestellt, worauf beretts bet dem Etat per 1899 hingewiesen wurde. Demgemäß wurden in den Etat per 1901 für den Bau einer dreiklassigen Schule in Trakehnen 40 500 Ml., in den Etat per 1902 für den Bau von einklassigen Schulen in Mattischkehmen 20400 Mk. und gtttt “ MlM » ZU den hessischen «-Lanotirgsrvaylen. Tie Wahl des Oberförsters Dr. Weber im Wahlkreis Schotten ist, wie wir schon gestern sagen konnten, als gesichert zu betrachten. Er 'hat 15 Stimmen für sich, während auf der anderen Seite für Weidner und Dr. Vogel zusammen 19 Stimmen stehen. Dr. Vogel hält seine Kandidatur aufrecht, sodaß also den insgesamt 19 Stimmen ungefähr sechs bis sieben abgehen und somit Dr. Weber sicher gewählt werden wird. Dr. Weber ist unparteiisch, doch wird er, wie es heißt, stets für die gerechten Forderungen der Landwirtschaft eintreten. — Tie Photographie „Arm in Arm" mit dem Großherzog ist, bem Hungener Blatte zufolge, verboten worden. Ter betreffende Photograph beabsichtigt, ein Gesuch um Wiederfreigabe des betr. Bildes einzureichen. Ferner teilt die „Hung. Landpost", der wir jedoch die volle Verantwortung für ihre Nachrichten überlassen, mit, „daß der Untersuchungsrichter nun tige Beschlüsse nicht zu stände, so hat: die VollzugsÜommission die erforderlichen Bein Wirklichkett unterwegs sein soll". Verschiedene Anklagen sollen gegen Weidner im Gange sein, als da genannt werden: Unterlassung einer Feldrüge-Anzeige, der "betreffende Feld- schütz soll bereits geschworen haben; ferner sollen zwei Stück Rindvieh ber Frau Weidner weniger ins Weideregister eingetragen worden sein; toeiter sollen bei einer Tünger- lieferung an die Gemeinde Unregelmäßigkeiten vorgekommen, die Säcke abhanden gekommen sein. Tie Kandidatur des seitherigen Abg. Schmalbach, ist nach demselben Blatte sehr gefährdet, da Bürger-' meister Muth in Salz sehr viele Wahlmänner auf feiner Seite hat. Die Versprechungen bei der letzten Wahl bezüglich der Ausnahmegesetze resp. des Jesuitengesetzes wirken in Herbstein viel mit. Aus dem Wahlkreise Ober-Ingelheim wird gemeldet: Soweit sich das Resultat der Wahl vom 29. Oktober bis jetzt übersehen läßt, sind für den seitherigen Wg. Dr. F r e n a y 25 Wahlmänner und für die Gegenkandidaten 21 Wahlmänner gewähtt. Die Wahl des Dr. Frenay gilt daher als gesichert. Es werden aber auch, wie es heißt, Versuche gemacht, die Mahlmänner zu Gunsten der freisinnigen Kandidatur umzustimmen. Das Wahlverfahren bei den Hauptwahlen. 1. Im ersten Wahlgang (Stichwahlen flieht es hierbei nicht) muß der Gewählte mehr als die Hälfte aller Stimmen der anwesenden Wählmänner (also die absolute Majorität) haben. Ist dies nicht der Fall, so findet 2. Der zweite Wahlgang statt, in bem die relatib-e Mehrheit entscheidet; d. h. es siegt der, welcher von den Bestimmten die höchste Stimmenzahl erreicht hat. Also erhält von 32 Wahlmännern der A 9 Stimmen, der B 11 Stimmen und der C. 12 Stimmen, so hat der C. gesiegt. Merkwürdig ist, daß im zweiten Wahlgang nicht die Kandidaten vom ersten Wahlgange gewählt werden müssen, sondern es können da ganz andere gewählt werden. Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ich in Gemäßheit des Art. 16 des Feldbereinigungsgesetzes vom 28. September 1887 die sämtlichen beteiligten Grundbesitzer zu der Donnerstag den 20. November 1902, vormittags 97, Uhr, im Gemeindehause zu Langsdorf stattfindenden Versammlung ein. Tiefe Versammlung hat: 1. zu bestimmen, wie die Vereinigungskosten ausgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, oder den Abschäüungswert der Grundstücke, ober durch Bildung und Verkauf von Massegrund- stücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, ober ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werben sollen; 2. bie zur Vollzugskommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidritteilen ber Anwesenden, unb sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindliche Kommen gil- 012] Wm-e raM»' Warerweg^ /v-7' nffl» KM •£ V S,8 Vortag atbttt- bePy leihen P” ? ß M asn WM" II Ku hrotttt* ns undMen.?' n belieben ihr-Adrck 7 1914 tu d. ch?bP^ viertel» GietzenerAnMger General-Anzeiger " v füt den pollt. u. aOgem, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZMZ ____________________ U " KJ geiqenteil: HanS Beck. Gießen, ben 1. November 1902. Betr.: Feier des Geburtsfestes Seiner Königlichen Hoheit beö Großherzogs. Die Großh. Krcis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, bie obige Feier am 26. b. Mts. in ber seither üblichen Weife in ben Ihnen unterstehenden schulen begehen zu lassen. ________Dr. Breidert.________________ Kekanntmachung. Betr.: Den 9Imtstag bei Großh. Kreisamt Gießen. Der Amtstag bei ber unterzeichneten Behörde ist auf LienStag' festgesetzt. Nur an diesem Tage kann mit Sicherheit auf die Anwesenheit der Beamten gerechnet werden. Die Großh. Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, dies wiederholt ortsüblich bekannt machen zu lassen. Gießen, ben 4. November 1902. Großherzoglicyes streiyanit Gießen- _________ Dr. Breidert.________________ Gießen, 4. November 1902. Betr.: Den Runbgang der Felbgefchworenen. Das Großhcr;ogliche Kreisamt Gießen