Nr. 181 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 5. August 1902 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kefstfchen Landwirt die Siegener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschmr Anzeiger Gießen. tzernsprechanschlußNr.51. Eichener Anzeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen Bezugspreis, monatlich 7bPf.,viertel» jährlich Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den poliL u. allgem« Teil: P. Wittko- für »Stadt und ßcmb* und „Gerichtssaal": Curl Plato; für den Anzeigenteil: Hans Deck. Ä3 Gießen, den 1. August 1902. Betr.: Feier des Namenstags Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. Die Großh. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, rubr. Fest am 25. d. M. in der seither üblichen Weise in den Ihnen unterstehenden Schulen feum zu lassen. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 1. August 1902. Mr.: Die Feier des 2. September. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, rubr. Fest wie seither in den Ihnen unterstehenden Schulen feiern zu lassen. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, 1. August 1902. Betreffend: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Sie daran, daß die Schülerlisten in rubr. Betr. bis Ende des Monats an uns einzusenden sind. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß nach § 6 pos. 2 a. b. c. d. des Ministerialausschreibens vom 13. Juli 1875 in die Listen alle schulpflichtigen Schüler einzutragen sind und bei von auswärts Eintretenden die betr. Gemeinde anzugeben ist. Die aus Ihren Gemeinden in andere Gemeinden über- 'tretenden Schüler sind getrennt von den anderen aufzuführen und dahinter ist zu bescheinigen, daß die nötige Mitteilung an den Schulvorstand der betr. Gemeinden erfolgt ist. pos. 2 c. Die Verzeichnisse sind nicht, wie vereinzelt geschehen, Hurch die Lehrer, sondern durch die Vorsitzenden der Schulvorstände mit Begleitbericht an uns einzusenden. Zugleich fordern wir Sre auf, etwa einlaufende Gesuche um Dispensation vom Besuche der Fortbildungsschule, auch ifpätestens bis zum 1. September ds. Js. an uns gelangen -zu lassen, da wir später einlaufende Gesuche nicht berücksichtigen können. In den einzusendenden Listen ist bei allen außerhalb in Arbeit stehenden Schülern der Arbeitsort und Arbeitgeber aufzuführen, desgleichen bei jeder Ueberweisung. Diejenigen Schüler, welche überwiesen werden wollen, haben dies jetzt schon zu erklären, damit eine rechtzeitige Ueberweisung möglich ist. Schüler, die nach Gießen überwiesen werden, sind darauf aufmerksam zu machen, daß der Unterricht dortselbst bereits am 15. Oktober beginnt und daß sie sich pünktlich hier zu melden haben bei Vermeidung der Zurückweisung von: Unterricht in Gießen. Wir halten eine Ueberweisung von Schülern von ihrem Wohnort nach dem Beschäftigungsart nur dann für rätlich, wenn der betr. Schüler voraussichtlich längere Zeit die Schule in seinem Beschäftigungsart besuchen will. Die Unterrichtszeit bleibt, wie in der Verordnung vom 6. Oktober 1900 gefordert, bestehen. Gesuche um Verwilligung späterer Unterrichtszeit sind zugleich mit den Listen einzureichen und ist in diesen Gesuchen genau anzugeben, welche Schüler eine längere Wegstrecke zurückzulegen haben und wie lang dieselbe (in Kilometern ausgedrückt) ist, und ob dieselben dauernd so entfernt beschäftigt sind. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, 1. Aug. 1902. Betr.: Den Termin für die Einsendung der Kirchenrechnungen pro 1901/1902. Das Grsßherzogliche Kreisamt Gießen an die evangel. Kirchenvorstände des Kreises. Der späteste Termin für die Ablieferung der Kirchenrechnung an Sie ist auf Ende August festgesetzt. Da dieser Termin vielfach seitens der Rechner nicht eingehalten worden ist, beauftragen wir Sie, dieselben entsprechend zu bedeuten, und uns die erfolgte Abgabe bis zum 1. September l. I. anzuzeigen, event. zu berichten, daß der Ablieferungstermin vom Kirchenrechner nicht eingehalten wurde. Die Rechnungen müssen Ihrerseits bis spätestens Ende September an Großh. Oberrechnungskammer, Justiftkatur II. Abteilung, eingereicht werden. Mit der Anzeige an uns ist gleichzeitig der Nachweis über den an den evang. Zentralkirchenfonds abzuliefernden Ueberschuß des Einkommens der Pfarrstelle einzusenden. Der aufzustellende Nachweis des Ueberschusses muß genau der Vorschrift des Amtsblattes Großh. Ober-Konsistoriums Nr. 14 vom 17. Juni 1884 entsprechen. Wir machen endlich noch besonders darauf aufmerksam, daß die Filialgemeinden, welche ihre Gehaltsteile an den Kirchenfonds der Pfarrgcmeinde abzuliefern haben, von Aufstellung und Vorlage des obenerwähnten Nachweises entbunden sind. I. V.: Dr. Wagner. ‘ Bekanntmachung. Tas nachstehend abgedruckte Reichsgesetz vom 28. Mai 1894, betr. „Ten Schutz der Brieftauben und den Brief- tauben-Verkehr int Kriege", bringen wir nebst den hier^r erlassenen Ausführungsbestimmungen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, am 1. August 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Wagner. (Nr. 2182.) Gesetz, betreffend den Schutz der Brie fitaub en und den Brieftauben-!Verkehr im Kriege. Vom 28. Mai 1894. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Teutscher Kaiser, König von Preußen rc. verordnen im Namen des Reiches, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrates und des Reichstages, was W 6 1. Tie Vorschriften der Landesgefetze, nach welchen das Recht, Tauben zu halten, beschränkt ist, und nach, welchen im Freien betroffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen, finden auf Militärbrieftauben keine Anwendung. Tasselbe gilt von landesgesetzlichen Vorschriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer des letzteren gehören. § 2. Insoweit auf Grund landesgesetzlicher Bestimmungen Sperrzeiten für den Taubenslug bestehen, finden dieselben auf die Reiseflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Tie Sperrzeiten dürfen für Militärbrieftauben nur einen zusammenhängenden Zeitraum von höchstens je zehn Tagen im Frühjahr und Herbst umfassen. Sind länger als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, so gelten für Militärbrief- tauben immer nur die ersten zehn Tage. § 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieses Gesetzes gelten Brieftauben, welche der Militär-(Marine-)Verwaltung gehören ober derselben gemäß den von ihr erlassenen Bov- schriften zur Verfügung gestellt, und welche mit dem vorgeschriebenen Stempel versehen sind. Privatpersonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schatz dieses Gesetzes erst dann, wenn in ortsüblicher Weise bekannt gemacht worden ist, daß der Züchter seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat. § 4. Für den Fall eines Krieges kann durch Kaiserliche Verordnung bestimmt werden, daß alle gesetzlichen Vorschriften, welche das Töten und Einfangen fremder Tauben gestatten, für das Reichsgebiet oder einzelne Teile desselben außm Kraft treten, sowie daß die Verwendung von Tauben zur Beförderung von Nachrichten ohne Genehmigung der Militärbehörden mit Gefängnis bis zu drei Aionaten zu bestrafen ist. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unter» schrist und beigedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel. Gegeben Neues Palais, den 28. Mai 1894. (L. S.) Wilhelm. Graf von Caprivi. Bekanntmachung, die Ausführung dcs Reichsgesetzes vom -6. Mai 1894 über den Schütz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege betreffend. Vom 10. Dezember 18914. Tie von dem Bundesrat in seiner Sitzung vom 8. November d. I. beschlossenen, im Zentralblatt für das Deutsche Reich Nr. 49 vom 30. v. Mts. veröffentlichten nachstehenden Ausführungs-Bestimmungen zu dem Gesetz vom 28. Mai d. I. (ReichDgesetzblatt S 463) werden hiermit zur öffentlichen Kenntrtis gebracht. 1. Als Stempel zur Bezeichnung der Militärbrieftauben, ohne Unterschied, ob sie der Milltär-(Marine-)Verwal- tung oder Privatpersonen gehören, dient das Kaiserliche Wappen in beistehender Form und Größe.*) Der Stempel wird auf der Innenseite beider Flügel auf- gedrückt. 2. Jede Privatperson, welche MUitärbrieftauben halten will, muß Mitglied eines Vereins sein, der dem Verband deutscher Briestaubenliebhaber-Vereine angehört und statutengemäß seine Brieftauben der Militär- (M ar ine-)>Ver Wallung zur Verfügung stellt. Jeder Verein erhält zur Abstempelung der seinen Mitgliedern gehörigen Militärbrieftauben einen Stempel, der von dem zuständigen Kriegsministerium (Reichsmarineamt) beschafft wird und dessen Eigentum bleibt. 3. Die Ortspolizeibehörden erhalten alljährlich im Lause des Dezember durch die vorgesetzten Verwaltungsbehörden — denen das zuständige Kriegsministerium die erforderlichen Unterlagen zukommen läßt — Ber- *) Vergl. Zentralblatt für das Deutsche Reich Nr. 49. Feuilleton. Rudolf Presber, einer der talentvollen jüngeren Söhne unserer Nachbarstadt Frankfurt, ist nach kleineren dramatischen und feuilletonistischen Erfolgen nun unter die lyrischen Dichter gegangen. Seine Abhandlungen „Vom Theater um die Jahrhundertwende", bei Greiner und Pfeiffer in Stuttgart erschienen, haben wir bereits wieder- holl an dieser Stelle anerkennend erwähnt. „Aus dem Land der Liebe", (Verlag von Dr. Ehsler u. Cie., Berlin), betitelt er seine Gedichte, und sie sind von Walther Caspari mit einem eigenartigen, nach Idee und Ausführung den Gedichten sich anpassenden, sehr ansprechenden Buchschnruck versehen worden. Es ist ein Dtchter, der darin zu uns spricht, und es ist Poesie, was er in seinen Versen uns bietet. Freilich, es ist nicht gerade eine Lyrik, wie man sie Backfischchen auf den Geburtstagstisch zu legen pflegt, der Dichter entnimmt seine Stoffe dem Leben, pflückt seine Blumen vom Wege, und daß der nicht immer ein ausgetretener Promenadenweg ist, sondern auch einmal tief durch die Wälder und Haine, hoch über die Berge führt, wird ihm Dank wissen, wer an solch frischer Unmittelbarkeit der Dichtung sich erfreut und dem kecken Humor, mit dem auch einmal von einer Entgleisung die Rede ist, zugänglich ist. Ueberall in diesen Versen begegnen wir einem dichterischen Empfinden, quellender Lebenslust, mutiger Kampfbegier. Kecker Uebermut tritt uns darin sprudelnd entgegen, aber oft genug sind auch Töne tieferer und ernster Lebenserfassung angeschlagen. Moderne Ideen sind es, die seine Gedichte gerade so anziehend machen. Auch Männer werden an diesen Dichtungen Freude haben und Frauen, so sie nicht allzu prüde sind, werden dem Dichter ganz gern in sein „Land der Liebe" folgen. Maurice Maeterlinck, Zwei Singspiele. Blaubart und Ariane. Schwester Beatrix. Deutsch von Friedr. v. Oppeln-Bronikowski. (82 S) Leipzig, Eugen Diederichs. 3 Mk. — In der ersten Dichtung, „Blaubart und Ariane", einem Stück in drei kurzen Aufzügen, giebt Maeterlinck wohl so etwas wie den Versuch einer fünft» lerischen Gestaltung der mobernen Frauenfrage. Inmitten ber tragischen Frauengestalten, bie uns bie mannigfachen Arten ber Weib-Psyche symbolisieren sollen, siegt bie Lichtbringerin Ariane über Blaubart (bas „Männliche Prinzip") unb führt bie wiberstrebenben Schwestern durch Anmut unb Weisheit ber Erlösung näher. Die Symbolik ist nur leiber sehr verschwommen unb bie einzelnen Frauengattungen in bebauerlicher Oberflächlichkeit bargestellt. — Ganz anders dagegen die zweite, wesentlich bedeutendere dramatische Dichtung. Hier bewegt sich der Dichter auf dem Boden der Legende. Seine „Schwester Beatrix" beruht aus dem gleichen Legendenstoff, den Gottftied Keller unter dem Titel „Dre Jungfrau und die Nonne" erzähll. Die heilige Jungfrau versieht den Dienst für eine Nonne, die aus dem Kloster entweicht, während fünfundzwanzig Jahren bis zu deren Rückkehr. Wer wie verschieden von Kellers Humor behandelt Maeterlincks Ernst diesen Stoff! Nicht eine glückliche Gattin und Mutter kehrt wie bei Keller ins Kloster zurück und bringt der heiligen Jungfrau ihre acht Söhne als schönstes Dankgeschenk dar. Die Schwester Beatrix, die aus Liebe zu dem Prinzen Bellidor mit diesem entflieht, muß einen kurzen Glücksrausch mit langen Qualen, mit Sünde, Schmach und Schande, bezahlen. Eine Unglückliche, vom Leben Gebrochene, kommt sie wieder, will den Schwestern ihre Sünden bekennen, sieht sich aber gleich einer Heiligen verehrt. Denn die Jungfrau, in Beatrix' Geftall, that im Kloster die demütigsten Dienste und vollbrachte die holdesten Wunder. Die himmliche Liebe weiß alles, verzeiht alles! Sie entwaffnet die Strafen, welche die Kirche verhängen wlll, und in sanfter, erlösender Gestalt naht ber Tob ber Schwester Beatrix. Der Dichter hat auch hier an ein Zusammengehen seiner Dichtung mit Musik gedacht. Die Rornanttk hatte von jeher einen Zug zur Musik, die der geeignetste Ausdruck für die Well des Wunderbaren ist und bie eigentlichste Sprache ber Seele. Bei rein innerlichen Vorgängen auf ber Bühne wirb nur burch die allerfeinste Wiedergabe das Wort in ähnlicher Weise wirken. Maeterlincks Dichtungen sind ein Beispiel dafür. — Der Dichter hat sich bisher, innerhalb bestimmter, selbsterzogener Grenzen bewegt. Nun> ist er auf einem neuen Wege begriffen, dessen dichterische, Ergebnisse noch abzuwarten sind. Nicht umsonst hat Ariane den im Schicksalskerker Gefangenen die Thür aufgethcm und sie auf Natur und Leben hingewiesen. . . . Neue, neunte Lieferungs-Ausgabe von Stielers Hand-Atlas, 100 Karten in Kupferstich, herausgegeben von Justus Perthes' Geographischer Anstall in Gotha. (Erscheint in 50 Lieferungen, jede mit 2 Karten, zu je 60 Pfg.) 5. Lieferung: Nr. 62, Inner-Asien in 1:7 500000, von B. Do mann; Nr. 78, Australien, Bl. 2, in 1:5 000 000, von Dr. H. Haack Die so kühnen wie erfolgreichen wissenschaftlichen Eroberungszüge Sven Hedins in Zentralasien haben das Interesse der zivilisierten Welt in gesteigertem Maße den Sand- und Eiswüsten Tibets, zugewendet. Die vorliegende Karte Inner-Asiens vereinigt Reichhaltigkeit mit Uebersichtljchkeit und Schönheit, die Forschungsresultate von Hedins Reisen in den Jahren 1894 bis 1897 sowie die zahlreicher russischer und englischer Forscher der jüngsten Zeit sind selbstverständlich darin verarbeitet. Die Karte steht daher aus der Höhe ber Zeit; sie bietet ein treffliches Bild der Einöden' Inner-Asiens, und der gigantischen Gebirgwelt seiner westlichen Nachbarländer. — Mit dem zweiten Blatt der Lieferung, welches den nordöstlichen Teil Australiens barstellt, beginnt Dr. Haack eine Karte bes kleinsten Weltteils, bie loeber in früheren Ausgaben von Stielers Handatlas selbst noch in andern großen deutschen Handatlanten chres gleichen hat. gefdgnffe der in ihrem Bezirk befindlichen Brrefi- taübenWbhaber-Vereine. Die Vereine haben zum 15. D^errGer jedes Jahres der Ortspolizeibehörde Listen ernAureichen, ans welchen, für jedes einzelne Mitglied hervorgehen rnn.fi: Name, Stand, Wohnung jedes Mitgliedes, Zahl seiner Militarbriejtcmben und Lage des Taubenschlages. Die Ortspolizeibehvrde erlaßt Hierauf bis zum 15. Januar des folgenden Jahres die im § 3 Abs. 2 des Gesetzes vorgeschriebene Bekanntmachung. 4. Die Ortspolizeibehörden haben die Befolgung der gesetzlichen Vorschrrften und dieser Aussührungsvor- schristen seitens der Privatpersonen zu überwachen, insbesondere jeden Mißbrauch des Stempels zur strafrechtlichen Verfolgung zu bringen. Darmstadt, den 10. Dezember 1894. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz. Finger. RoAer. Politische Tagesschau. Die Zolltarifkommission nahm am Montag unverändert nach der Vorlage die Positronen 812, Feilen und Raspeln, 813, Bohrer, Zangen, Reben-, Hecken- und Schafscheeren, 814, Reibahlen und Spiralbohrer rc., 815, Hämmer bis 10 Kilogr., Aexte, Beile rc., 816, anderweit nicht genannte Geräte für landwirtschaftlichen und gewerblichen Gebrauch, an. Position 817, Kratzenbeschläge, wurde brreits bei Position 580 erledigt. Ferner nahm sie die Position 818, Spindeln aller Art, nach der Vorlage an, und setzte für Position 819, Weberlitzen, Spulen rc., gemäß einem Anträge Spahn den Zoll auf 15 Mk. statt der geforderten 25 Mk. fest. Die Positionen 820 und 821 sind bereits erledigt. Die Positionen 822, Patentachsen, Halbpatentachsen, 823, andere Achsen, 824, Wagenfedern, und 831, Schlittschuhe und Rollschuhe, wurden nach der Vorlage genehmigt, ebenso die Positionen 827, geschnittene Nägel, und 828, Ofenrohre, Ofenringe, Badewannen, Hausgeräte, Glockengeläute aus Blech; auch 832, Bau- und Möbelbeschläge, fügte dabei nach dem Anträge Gothein die Bezeichnung einer Reihe unter die Position fallender Artikel ein, und nahm sodann unverändert die Positionen 833 bis 836, 838 bis 840, enthaltend verschiedene Eisenwaren, darunter Schlösser, Geldschränke, Eisenmöbel, feine Eisenwaren (Messer, Scheeren, Waffen rc.), Federn, Schreibfedern, an. Pos. 837 war bereits früher erledigt. Tabak und Bier. Offiziös wird aus Berlin in der „Münch. Allg. Zig." angekündigt: „Wenn auch abzuwarten ist, wie die zollpolitische Aktion der verbündeten Regierungen ausgeht, so dürfte doch unter allen Umständen früher oder später die Frage aktuell werden, ob der Tabak oder das Bier in erster Linie zur Deckung der Reichsbedürfnifse heranzuziehen sei. Und da scheint es denn, als ob die Meinungen mehr dazu neigen, der Annahme Berechtigung zuzugestehen, daß vor dem Tabak jetzt das Bier an der Reihe sei. Die Entwickelung der Tabakindustrie hat sich so gestaltet, daß in chr zahlreiche Existenzen, namentlich in Berlin, Hamburg, Bremen, Westfalen und Baden, eine Unterkunft gefunden haben, welche plötzlich in Frage zu stellen, als sozialpolitisch und staatsklug nicht angesehen werden könnte." Die »Freis. Ztg." bemerkt dazu: Bekanntlich haben schon vor einigen Monaten bei den Beratungen in der Zuckersteuerkommission der Reichsschatzsekretär wie der preußische Finanzminister Gelegenheit genommen, eine Erhöhung der Biersteuer und Tabaksteuer in Aussicht zu stellen. Es wäre also verkehrt, wenn die Tabakindustrie sich durch die offiziöse Ankündigung, daß vor dem Tabak das Bier an der Reche sei, in eine falsche Sicherheit wiegen lasien wollte I Heer rrud Flotte. Die Stationsschiffe in Ostafrika. Ein Teil der Presse hatte Klage darüber geführt, daß anläßlich des Thronwechsels in Sansibar kein deutsches Kriegsschiff zur Stelle war, während England sieben Schiffe dort vereinigt hatte. Dies geschah, wie jetzt mitgeteilt wird, weil die beiden für die ostasiatische Station bestimmten Kreuzer „Schwalbe" und „Bussard" dringend zu Zwecken der ostasiatischen Expedition benötigt wurden und bis jetzt in den chinesischen Gewässern zurückgehalten werden mußten. Die Schiffe werden aber bestimmt demnächst von dort abdampfen und direkt nach Deutsch-Ostafrika zurückkehren, woselbst sie verbleiben. Beide Fahrzeuge gehören zu den kleinen, unge- panzerten Kreuzern, haben ein Deplacement von 1120 bezw. 1580 Tonnen, laufen 14 bezw. 15 Seemeilen und sind mit einer Hauptarmierung von je acht 10,5 ow-Kanonen versehen. Der Besatzungsetat zählt 165 bezw. 117 Köpfe. Aus Stadt und Land. Gießen, 5. August 1902. •* Der Großherzog wird am 15. August aus England in Mainz eintreffen, wo am 16. August der Kaiser als Gast unseres Landesherrn im Großh. Palais erwartet wird. Der Kaiser beabsichtigt bekanntlich, falls nicht eine Aenderung der jetzigen Dispositionen erfolgen sollte, an diesem Tage in Mainz eine Truppenschau abzuhalten. — Der Großherzog hat am 2. August dem Pfarrer Adolf Clotz zu Wallcrnhausen die evangelische Pfarrstelle zu Holzheim, Dekanat Rodheim, und dem Pfarrverwalter Fritz Schmidt zu Grünberg die zweite evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. ** Tagesordnung für die Stadtverordneten- Dersammlung, Dcmnerstag, den 7. August 1902, nachmittags 5 Uhr. 1. Baugesuch des Gustav Kreuder für die Neustadt; hier: Anlage eines Erkers. 2. Gesuch des C.Rüb- samen, mn Erlaubnis zur Vornahme von Bauveränderungen an einer Feldscheuer in der Schwarzlach; hier: Dispens. 3. Ueberwölbung des Klingelbachs. 4. Verbreiterung der Rodheimerstraße. 5. Abortanlage im städtischen Schlachthaus. 6. Gesuch um Ueberlassung eines Grabes im Gräberfeld 9 des alten Friedhofs. 7. Nachlaß an Pachtgeld von Triebvierteln an der Grünbergerstraße. 8. Anlage eines elektrischen Kabels in der Löberstraße. 9. Anstellung eines dritten Lehrers au der Dmffchule des Gymnasiums. 10. Ab- reunung der Vorschule des Gymnasiums von der des Realgymnasiums im katholischen Religionsunterricht. — Gießener Volksbad. Im Juli wurden 10859 Bäder verabreicht gegen 10737 im Juni 1902 und 12480 im Juli 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 374 Bäder gegen 390 im Juni und 430 Bäder im Juli 1901. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 4964 Männer, darunter 666 zu 10 Pfg., „ 1847 Frauen, „ 428 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klaffe 253 Männer, 196 Frauen, , 2. „ 703 „ 645 _ „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 116 Männer, 34 Frauen. Brausebäder 1659 Männer, 442 Frauen. * * Ter Ausschuß der Südwe st deutsch en Konferenz für Innere Mission in Hessen (Vorsitzender Pros. Weimar in Darmstadt) hat den evangel. Pfarrämtern eine Ansprache mit der Bitte übersandt, die- elbe bei der Ankündigung und Erhebung der Kollekte ür Innere Mission im August d. I. zur Kenntnis >er Gemeinde zu bringen. Es heißt darin: „Die drei Rettungshäuser unseres Landes sind bereits in die Zeit der fünfzigjährigen Jubiläen getreten. Aber auch die neuen und so notwendigen Anstatten für konfirmierte Knaben in Dillenburg und Aumühle erfreuen sich eines gesunden Aus- chwungs nach innen und außen. Für die ebenso wichtige Arbeit an besserungsbedürftigen weiblichen Erwachsenen besteht die Anstalt in Eckenheim. Sie verdient mehr Interesse, als ihr aus Hessen entgegengebracht wird; denn wenn ie auch nicht aus hessischem Gebiete liegt, gehört doch die Hälfte der Zöglinge unserem Lande an. Tas Wachstum unseres Tia ko nissen haus es zeigt sich in der Anstellung eines Hilfsgeistlichen. In schneller und erfreulicher Weise mehren ich die Gemeinden, in denen unsere Diakonissen einziehen. Aber noch sind viele Bedürfnisse vorhanden, und- noch rufen viele Gemeinden vergeblich nach Hilfskräften. Wir vereinigen uns mit diesen Stimmen und richten ihren Schall an die Gemeinden zurück: Sendet uns Schwestern, damit wir sie eud), zurücksenden können. Tas jüngste und liebste Kind der christlichen Liebe unseres evangelischen Hessenvolkes ist das Epileptischenheim in Nieder-Ramstadt. Es wächst ungeahnt schnell. Tie Zahl der Pfleglinge wird in diesen Tagen 50 erreichen. Auf dem Gebiete der Jugendfürsorge ist ein neuer Zweig in Angriff genommen, der erste „Christliche Verein junger Männer" in unserem Lande ist in Darmstadt entstanden und zählt schon über 100 Mitglieder." * * Eine Neuerung im Po st wesen. Der „Dtsch. Verkehrsztg." zufolge hat das Reichspostamt mehrere Oberpostdirektionen angewiesen, bei geeigneten großen Postämtern mit einer erweiterten Vorbereitung der Einschreibebrief-Sendungen für die Beförderung der Post größerer Geschäfte und dementsprecherü) einer vereinfachten Einlieferung der Sendungen Versuche anzustellen. Die erweiterte Vorbereitung soll darin bestehen, daß die Sendungen statt bei der Postanstalt bereits vom Absender mit Einschreibe- zetteln beklebt und in ein als Posteinlieferungsbuch dienendes Annahmebuch eingetragen werden. Das Verfahren soll sich auf Postaufträge des In- und Auslandes erstrecken und zunächst auf größere Firmen rc. beschränkt werden, die an jebem Wochentage wenigstens 10 oder bei seltener Einlieferung monatlich wenigstens 100 Einschreibebrief-Sendungen und zwar in größeren Mengen gleichzeitig zur Post liefern. * * In Amerika verstorbene Hessen. Petier Homrich in Hannah, Mich — Andreas Amend in Dayton, O. — I o h n P. Lutz in Tayton. — W ilh. Eu ker in Baltimore. — Frau TorotheaElisabethaGriese, geborene Kleinschmidt, in Asthton. — Frau Anna Maria Fehr, geb. Koch in Vittsburg. — Frau KatHari n a N e w, Witwe von Konrad New, in Saginaw, Mich — Frau Katharina Trempel, geb. Wolf, in Chicago, Jll. — Friedrich Maxein er in Bunker Hill. — Frau Elisabethe Delp in Allegheny, Pa. — Johannes Ro st in Greenvine, Tex. — Frau Amelie Kennel in Woodsdale, Hamilton, O. — Frau C h r i st i n e E r i v n, geb. Staut, in Gasport, 91. 9). — Albert Bingel in Alleg- henh, Pa. Bad Nauheim, 4. Aug. Unterhaltungen vom 6. bis 9. August. Mittwoch, 6. August, nachm. von 41/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter Lampionsböleuchtung der Terrasse. Eintritt 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. (große Kurkarten, große Salonkarten und Tageskarten frei). Donnerstag, 7. August, nachm von 4i/2—61/2 und abends von 8—10 aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Meyerbeer- und Schumann-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Tas Opferlamm. Freitag, 8. August, nachm. von 41/2—61/2 und aberrds von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle (Benefiz für Herrn Regisseur Feige): Ter Obersteiger. Samstag, 9. August, nachm. von 4i/2—ßi/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapele. Abends 8 Uhr im Saale Konzert des Kölner Solo-Quartetts. Sonntag, 10. August, Doppelkonzert des Künstler Waldhorn- -QuarteUs aus Hannover und der Kurkapelle. Heusenstamm, 4. Aug. Im Auftrage der München- Aachener Feuerversicherungsgesellschäst wellte Professor Kolmsbcrger aus München hier, um die Tecken-Ge- mälde in der hiesigen vom Blitz zerstörten Kirche zu untersuchen und die Höhe des angerichteten Schadens an- nähenrd zu bestimmen. Auch ein Beamter der Landesbrandkasse zu Darmstadt traf zu gleichem Zwecke heute nachmittag hier ein. Tie Beschädigungen der herzlichen Gemälde erweffen sich leider als weit schlimmer, als anfangs angenommen wurde. Durch Rauch Ruß und Wasser haben dieselben an der Farbe schwer gelitten. Der Versuch die Bllder durch Abreiben mit Brotkrumen wieder in ursprünglichem Glanze Herstellen zu können, zeigt sich als ungenügend, da wohl die einzelnen Gruppen bestehen und sichtbar bleiben, der herrliche Farbencffekt jedoch _ fast gänzlich geschwunden und verblaßt ist. Herr Professor Kolmsbcrger ist der Ansicht, daß nach, dem Abreiben mll Brotkrumen eine Bearbeitung mit Bernstciufirnis stellenweise genügen könne, an anderen Stellen jedoch eine gründliche Tutb sorgfältige Ergänzung der stärker beschädigten Gemälde notlvendig sei . Letzteres gilt namentlich von dem prachtvollen, über der Orgel angebrachten Decken-Gemälde „Die Erweckung des Lazarus". Dieses von Kennern hoch geschätztc Gemälde ist durch das Wasser zum größten Teile vernichtet und abgcfälleu Nach dem eigenen Wunsche des Patronatsherrn Grafen von ^chvnbvru sollen alle Gemälde wieder so viel als möglich in ursprünglicher Fassung hergestellt werden. Graf von Schimborn weilte dieser Tage selbst hier nud ließ die Ahnengruft öffnen, in der neun Mitglieds der gräfl. Familie ruhen. Tie Gruft zeigte keinerlei Beschädigung. Tie Renovierungsarbeiten dürfen- mindestens ein Jahr erfordern. Mainz, 3. Aug. Der Verband der katholischen kaufmännischen Vereinigungen Deutschlands, der vom 14. bis 17. August d. I. hier seine 25. Generalversammlung ab hält, stellt nach dem nun vorliegenden Programm eine Reihe der wichtigsten Standesfragen zur Beratung. An der Spitze steht entsprechend ihrer Wichtigkeit die Lehrlingsfrage. Um dem Kauftnannsstande einen leistungsfähigen Nachwuchs zu sichern, empfiehlt es sich, die Lehrlinge zum Besuche der Fortbildungsschule anzw- halten, und wenn ein wirklicher Erfolg erzielt werden soll, diese obligatorisch für alle Lehrlinge bis zum 18. Jahre zu machen. Die Unterrichtsstunden sind dabei in die Tageszeit zu verlegen. Am Schlüsse der Lehrzell bezw. nach beendigtem Fortbildungsschulunterricht wäre durch eine obligatorische Schlußprüfung ein Zeugnis über die Erfolge der Lehrzeit bezw. des Schulbesuch,es abzulegen. Hand in Hand mit dem obligatorischen Fortbildungsschul- unterricht müssen Maßnahmen gehen zur Bekämpfung der Lehrlingszüchterei. Ebenfalls auf der vorjährigen Generalversammlung wurde die Bestimmung einer Höchstzahl von Lehrlingen als wünschenswert bezeichnet. Lebhaft beschäftigt schon seit langer Zeit die kaufmännischen Gehülfenorganisationen das Eindringen der Frauenarbeit in die kaufmännischen Berufe, mit ihrer die Löhne drückenden Nachwirkung. Eine weitere, in letzter Zeit vielfach erörterte Frage bildet die Errichtung kaufmännischer Schiedsgerichte. Auch hierüber wird voraussichtlich auf der Generalversammlung verhandelt werden. Mit der Warenhaus st euer beschäftigte man sich schon auf der vorjährigen Generalversammlung und überwies auf diese bezügliche Anträge der neugebildeteu sozialen Kommission, die jetzt jedenfalls hinsichtlich ihrer Stellung zu derselben sich äußern wird. 5. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gieße«, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, 30. Juli. Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Grünewald, Hoos, Katz, Moll,Nowack, Rinn, Röhr, Schirmer, Sch mall, Steinecke, Wallach, Z u r b u ch, sowie der Sekretär Vogel. Entschuldigt fehlen die Herren: Dürbeck, Jhring und Ramspeck. 1?Geschäftsbericht. Eisenbahnwesen. Ein bei der Allgemeinen Deutschen Klein bahn gesellschaft mit Unterstützung Großh. Bürgermeisterei gestellter Antrag, es solle der Fahrplan der Bieberthalbahn ferner in gemeinschaftlicher Beratung der Großh. Bürgermeisterei, der Verwaltung der Bieberthalbahn und Großh. Handelskammer fest- gestellt werden, wurde ab gelehnt, doch soll der Fahrplan- Entwurf behufs Begutachtung' ftühzeitig diesen Behörden unterbreitet werden. — Der Antrag der Handelskammer Metz beim Deutschen Handelstag, betr. Nichtberechnung des Wagenstandsgeldes an Sonn- sund Feiertagen wurde untersetzt. Wir hatten uns bereits 1898 mit der Frage beschäftigt. (Antrag Verden) Wegen der ablehnenden Hallung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbellen sahen wir jedoch damals von weiteren Schrllten ab. Wir bezeichneten in unserer Eingabe die Berechnung des Wagenstandsgeldes als eine Strafe, die für eine Zeit auf erlegt wird, zu der das Arbeiten gesetzlich verboten wird, während die Berücksichtigung der Sonn- und Feiertage für die Ladefrist der Bah.uverwaltung bezw. der Lieferfrist zu gute kommt. Zu dem Projekt eines Eisenbahnbaues Fulda-Meiningen sprachen wir der Vereinigung zur Hebung der Verkehrsverhältnisse Fulda unsere Zustimmung aus. — Bei königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a M. beantragten wir einen Zusammenschluß des S.-Zuges 82 (Hagen- Betzdors-Gießen, der in Gießen abends 9.05 ankommt, mit dem Zug 531 Gießen-Fulda, der Gießen abends 8.42 verläßt und in Fulda 11.19 eintrifft. Durch diesen Zusammenschluß wünschten wir eine direkte Verbindung Hagen-Eisenach (Ab. Fulda 11.44, an Eisenach 133 nachts) erreicht zu fegen. Dem Gesuch konnte wegen der einzuhaltenden Kreuzungen auf der eingeleisigen Strecke Gießen-Fulda nicht entsprochen werden. Auch eine von uns angeregte Neueinlegung eines Morgenzuges um 7 Uhr von Fulda nach Gießen zum Anschluß an den hier um 10.04 norm, nach Köln und Hayen fahrenden S. 81'konnte für absehbare Zell nicht in Aussicht gestellt werden, da hierfür ein allgemeines Verkehrsbedürfnis nicht vorliege. — Desgl. wurde, bei der Großh. Ver- kehrsinspektion Gießen ein Anschluß des Zuges 529 der Strecke Gießen-Fulda an S. 77 FranksurEeßen angeregt Ab Frankfurt 4.20, an Gießen 5.35, ab Gießen nachm. 5.20, an Fulda 8.35. Das Gesuch wurde an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. weitergegeben, aber abgelehnt, da der S- Zug 77 ab 1. Oktober b. I. eine um 10 Minuten spätere Abfahrtszeit erhält, bamit er in Frankfurt a. M. noch bie Anschlüsse von ben Schnellzügen Nr. 166 (München-Aschaffen- burg-Franksurt)) — wie von uns bereits früher beantragt — und Dir. 47 (Mainz-Frankfurt) aufnimmt Aus diesem Grunbe kann S.-Zug 77 ber erbetene Anschluß an ben Zug 529 nach Fulba, nicht gegeben werden, well letzterer Zug nicht soviel später gelegt unb beschleunigt werben kann, um in Gießen noch diesen Anschluß aufzunehmen. Auf Anregung bes Vereins zur Förderung wlltschaft-- licher Interessen Hennef a. b. Sieg beantragten wir bei kgl. Eisenbahnbirektion Frankfurt a. M. bie Einführung im Preise ermäßigter Rückfahrkarten uim Besuche ber Aus-- stellung in Düsselborf. Dieser auch von Großh. Bürger-- meisteret Gießen gestellte Antrag würbe abgelehnt und mit» geteilt, baß Arbeiter auf ber Strecke Wetzlar-Köln in einer Anzahl von minbestens 20 Personen einschließlich ihrer sach- verstänbigen Führer, jcboch nur an Sonntagen, in 3. Wagen- klasse zu brei Pfennig für Hin- unb Rückfahrt pro Person unb Kilometer beförbert würben. Wir veröffentlichten btefe Mitteilung in ben brei Kreisblättern unseres Bezirkes. P 0 st w e s e n. Großh. Ministerium des Innern machte auf § 50 der Postordnung, wonach unmittelbaren Staatsbehörden bie Portobeträgc unentgeltlich gefhinbet werben können, aufmerksam. Wir teilten mit, baß wir gegenwärtig keinen Anlaß hätten, davon Gebrauch zu machen, uns bieses Recht indessen vorbchiellen. Tie Handelskammer Friedberg legte uns ein Gesuch der Ortsgruppe Butzbach des deutsch-nationalen Hanblungs- gehilfen-Verbanbes um Wieberaufnahme bes Antrages: „Beseitigung der Mißstände bei Ausnahme bes Gesetzes über Sonntagsruhe und Herbeiführung einer einheitlichen Schließung der Laben an Sonntagen um 2 Uhr nachm. zur Zustimmung vor. Wll erwiderten, daß wir nach wie vor an ch besonders giftig, so wird der sich verloren hat, wiederholt. o CD August Bed. Himmtt 4. 4. 5. 69 89 97 4 2 1 2“ 926 7 ZS 748,2 746,4 745,1 § toi Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiden unberücksichtigt^ 16,7 14,7 13J e 'S •Q g s Sietzeu, amerbach. S 1 8 ebner technischen Rerchsbeyorde ui Berlm. 14 HanbelsLunmer Magdeburg: Verband mMeldeut- scher HmrdelsLrunnern, Vorschriften für die beeidigten Probenehmer von Getreideölsaaten rc. bezw. an die Resiortredccktenre. Sie werden hrer gewrtz Den oeflen Rat finden, was Sie von anderen Personen, die die Sache vermitteln sollen, nicht immer zu erwarten haben. r H. Z. Als Mittel gegen Mückenstiche ch gewotzLhe- anaeseuchtete Waschseife zu empfehlen, welche aus dar Stich dick aufgeschmiert wird. Eine Anschwelllmg tritt mcht ern und das Jucken hört bald auf. Ist der ©ti(' Aufftrich, nachdem der vorherige , ... Außerdem ch Waschseife bequemet ceure Satrnrorflajche nut- Für die Hausfrau. Salate, grüne sowie alle anderen Sorten, erhalten einen unvergleichlich feinen Wohlgeschmack durch Zusatz einiger xtapK« Maggi-Wurze. 30. at Koch, Vop- l' Balser, toatt, Rinn, le, Wallach, schuldigt fchlar mspeL n. Em bä der ft mit Unter* utrag, es solle t gememMst- i, der Verwal- äskammer fest* der Fahrplau- iesen Behörden beim Deutschen standsgeldes an Vir hatten uns nttag Verden.) 'djea Ministers banuM twn jerer EinM vsr. Atch, das Aibeiten ckjMgmg der w. w. SW. gezogen, durch alle Buchhhandlungen beMgeu werden lönneu, ist weiteste Verbreitung sicher. W Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Sport. Alcht neue Radfahrer- und Reisespa^iaL- karten sind soeben rechtzeitig zur Sport- und Reisesaison im Verlage der geographischen Anstalt Ludwig Lcb- v en st ein, Frankfurt a. M., erschienen Es sind das die Nr. 71 Arnsberg, 72 Kassel-Göttingen, 73 Halle, 85 M nr« burg-Gießen-Wetzlar, 86 Eisenach, 100 Kissingen; 76 Liegnitz mrd 77 Breslau in Neu-Ausgabe der W. Liebe- now'schen Spezialkarte von Mittel-Europa 1:300 000 in 164 Blättern und der offiziellen Radfahrerkarte des Deutschen Radfahrer-Bundes, der Ravenstein'schen Rcchfahrer- und Automobilkarte in 164 Blättern. Wahrend die ersten, c 5/ stellung in Athen. 11. Mitteilungen des Großh. Ministerium^des Innern, dah der Freundschaft^, Handels-, Schisfahrts- mw Konsularvertrag mit Guatemala vom 20. September 1887 für 22. Juni 1904 gekündigt ist. 12. Mitteilungen über: Lage des fudaftrMurschen Marktes. — Wirtschaftliche Verhältnisse das Orientmarktei- und der deutsche Export nach der Dürrer. - ^aiibetätoerMyr mit Chile, Canada, Südafrika, Formosa, Mexiko, Neuseeland und Argentinien Eingänge: 1. Nachtrag zum Handelsregister des Karserl. Gerichts in Kiautschan 2. Denkschrift der Handelskammer Offenbach bete. Vereinbarungen über Warenerzeugungen und Warenverkauf. 3 Eingabe der Handelskammer Freiburg t. Br. an das Ministerium des Innern Karlsruhe, betr. Zugehörigkeit von Fabrikbeirieben zu den Zwangsinnungen. 4. Eingabe der Vereinigung für dre Zollfragen der Dapier verarbeitenden Industrie und des Papierhandels an den Reichstag zu Zolltarifentwurf 656/8. Desgl. an den Reichskanzler: Neuregelung unserer Handelsbeziehungen zur Schwerz^in Zentralausschusses kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine an Preuß Staatsministerium, betr. Anträge zur Regelung der Nahrungsmittelkontrolle. „ _ , - 6. Denkschrift der Handelskammer Hamburg: Haftung der Rheder aus dem Frachtverträge 7. Vorlesungsverzeichnis der Akademie für Sozml- und Handelswissenschaften in Frankfurt a. M. 8. Eingabe der 5^andelskammer Darmstadt an das Rerchs- Postamt Berlin, betr. Briefdienst Mit England 9. Mitteilung des deutschen Handelstages. Feststellung der Wünsche in Bezug aus die Handelsvertretungen. Ditscher Kolonialbmgrefi 1902. — Haiidwerkskämmern uird ^zn- Uftlio". Zweifelhafte Firmen: Brüssel, Loirdon, Barce^lw,' Libau (Rußl.), Rustschstk, Internationale Griechische Aus- AdL-Meimngen zebnng der a Zustümmmg rta.3R.fam* iges 82 (Hagw- ankommt, E ds 8.42 veiM sUsammenschW i-Eisemuh. M eicht zu scheu, en Kreuzunam icht entsprochen MS rrnges o29 der ^bahudireküch Ich.7 da der s-- Aünüe» jf* *&«*'■ sach lie^z Men- gen,»! ' uff w --E S S4S lochen,^ ; »Ezch«-' Universitäts-Nachrichten. — Man schreibt aus Halle: Dr. Kluge aus Magdeburg wurde in den Lehrkörper der hiesigen Universität berufen. Er bat den Lehrauftrag erhalten, über Fischzucht, Bienenzucht sowie über Seidengewinnung vom Wintersemester ab zu lesen. Weiter wird aus Halle berichtet: Der Senior der Juristensakultät Geh. Rat Dr. Fitting, der mit Schluß dieses Semesters, dem 80. seiner akademischen Lehrthätigkeit, vom Lehramt zurücktritt, verabschiedete sich von seinen Hörern, die ihm eine Huldigung bereiteten. — An der Universität Bonn hat sich am 2. August Dr. Conrad Laar als Privatdozent in der philosophischen Fakultät mit einer Vorlesung über die geschichtliche Entwickelung der Photographie habilitiert. — Man berichtet aus Göttingen: ProfessorDr. Altbau s hat den an ihn ergangenen 9iuf an die Universität Erlangen abgelehnt.________________________________________ Gerichtssaal. 260000 ML, Abbuchung und Rückstellung für Ausftellungskosten 120 000 ML, Abschreibungen des Agiokontis 60 000 ML, ^Betriebs- Zuschüsse und Zinsgarantien für Elektrizitätswerke 700000 Mk. Bezüglich der gegenwärtigen Geschäftslage und der AnssichtLn rottb un Berichte mitgeteitt, daß die Fabrik zur Zeit nicht vollbeschäftigt sei und die Summe der Aufträge in den ersten 4 Monaten des neue« Geschäftsjahres um ungefähr 10 pCt. kleiner sei als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. eiuzuveichen. tm „r. Aus Anlaß des Hinscheidens des sehr verdienten Präsidenten der Handelskammer Sonneberg, Herrn Kommerzienrat Ilgen-Lindner gaben wir der Schwesterkammer unser Beileid zu erkennen. Bei der Uebersührung der sterblichen Ueberreste des Herrn Provinziäldirektors Geheimrat v. Bechtold war die Kammer durch ihren Vorsitzenden, einige Herren Mitglieder und ihre Beamten vertreten. Herr Kommerzienrat Koch gab dem Schmerz der Kammer durch Niederlegung eines Kranzes und ein besonderes Beileid schreib en zu erkennen. Von beiden Seiten wurde die Kammer durch, Dankschreiben beehrt. E , , 2. Tas Großh. Ministerium des Innern forderte dre Handelskammer auf, sich darüber zu äußern, nach welchen Grundsätzen die Staatszuschüsse an die Handelskammern zu verteilen seien. Es wird beschlossen, sich mit den hessischM Schwesterkammeru in Verbindung zu setzen und statistische Erhebungen anzuftellen. .. 3. Es werden verschiedene dre kaufmännischen Fachf- schuken betreffende Angelegenheiten erledigt. Die übrigen Punkte der Tagesordnung werden für die nächste Sitzung zurückgestellt. i Ten Schluß der Sitzung bildete die Beratung über dre Wähl des künftigen Handelskammersekretärs. Aus einer großen Anzahl von Bewerbern waren einige Herren zur engeren Wahl gestellt worden. Man entschstd sich für Herrn Dr C Knipper aus Nieder-Weisel, welchem seit seiner Promotion eine längere Thätigkeit bei den Aeltesteu in Berlin und als derzeitiger erster Assistent der Handelskammer Halle a. S. zur Seite steht. Der Eintritt findet am 1. Oktober l. I. statt. Der Vorsitzende versicherte Herrn Cand. phll. C. Vogel, welcher sett Mitte Januar mit der provisorischen Verwaltung des Sekretariats bettaut war, der dankbaren Anerkennuiig Großh. Handelskammer für seine pflichtgetreue, ersprießliche Thätigkeit und wie diese Anerkennung namentlich auch der verständnisvollen Abfassung des jüngst erschienenen Jahresberichts gelte. sechs Blätter die Gebttgsgegenden des Siegerlandes, den ganzen Harz, Westerwald, Vogelsberg, Rhön, Tchü- ringer Wald und Spessart der Kartenwerke zum Abschluß bringen, führen Blatt Liegnitz und Breslau bereits auf schlesisches Gebiet. Beiden Ausgaben der Karte gemeinsam ist Dank dem scharfen und exakten Stich ein sehr sauberer und gut lesbarer Druck. Mit Hilfe der vom Geuerctttzabe gelieferten Korrekturmaterialien sind die Karten auf bat; allerneuesten Stand gebracht hinsichtlich aller Verkehrswegs, Bahnen usw. Ortschaften sind nady Große und Bedeutung im Schriftcharakter und Signatur bis zur Mühle und einzelnen Häusern unterschieden; Gebirge ift in braunen Schroffen, Wald durch grüne Flächen dargestellt. Die Radfahrer-Ausgabe bringt in leuchtendem Rot eine auf Grund aller erreichbaren Tourenbücher sorgfältigst ausgearbeitete Darstellung der Landsttaßen und Fahrwege. Je nach Wich- I tigfeit, landschaftlicher Schönheit und Beschaffenhett find diese mit geschlossenen oder unterbrochenen Linien gegäben^ Entfernungszahlen und gefährliche Stellen find deutlich angegeben. Eine besondere Signatur kennzeichnet in Ver-- I bindung mit zahlreichen Höhenzahlen Steigung und Fall. unserer früheren, bereits Mai ILM emgemrmmeuen ueuden Stellungnahme festhielten. — Wie bereits aus den Tageszeitungen hrulanä stmnt, hat die Handelskammer Mainz sich wegen E tung einer Reichsbankhauptstelle für dasGroß- herzogtum Hessen in Mainz an das Großh. Mintsterium des Innern gewendet. Wtt sprachen uns zustimmend dazu aus; gleichzeitig liegt eine Eiugäbee der Handelskammer Darmstadt vor, welche die Hauptstelle in Darmstadt errichtet wünscht. An das GroW Ministerium des Innern wurde auf Grund einer Eingabe des Deutschen Handelstages an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, Großh, Ministerium wolle in Anbettacht der Bedeutung der Hess. Handelskammern, wie sie zumal nach Erledigung des neuen Handels- kmumergesetzes in Erscheinung treten werde, auch seinerseits bei der Rerchsregierung für die Anerkennung der Handelskammern als berufene Vertreter von Handel und Industrie eintteten. Dem Großh. Ministerium der Justtz wurde auf Anfrage über die Erfahrungen, welche mtt den für die Protest- stnÄen für den Wechselverkehr getroffenen Bestimmungen awracht worden, mttgeteM, daß eine Aenderung beim Erlaß einer reickMgesetzlichen Vorschrift nicht erwünscht sei. Unsere Kammer hatte seinerzett in Wahrnehmung der Interessen des hessischen Holzhandels erfolgreich bei Großh. Forstfiskus die Anregung gegeben, daß die Nadelhölzer entrindet zum Verkauf kommen, und es entspricht dem Wunsche fllnserer Holzhändler, dies System auch in den preußischen Waldungen, wo sie vielfach, als Mufer aus- Geten, eingeführt zu sehen. Bisher hat sich die preußisck)e Regierung zu der Frage abrehnend verhalten, es ist indessen zu erwatten, daß sie sich dieser berechttgten Forderung uicht auf die Dauer werde entziehen können, zumal diese Maßregel im Interesse eines reellen Holzhandels liegt und zugleich der besseren Konservierung der Nadelhölzer dient. Die Kammer hielt es für geeignet, zur Förderung der Angeleaenheit an den Nordwestdeutschen Verein für Holzhandel und Holzindustrie das Ersuchien zu richten, in einem wiederholten Anttage beim preußischen Landwtttschastsministerium dies gemeinsame Interesse zu vertreten. Unserem Wunsche ist seitens genannter Korporation beifällig entsprochen worden, wtt werden s. Zt. über den Erfolg berichten. Zur Feststellung der Wünsche hinsichtlich der Handels- Oerträge wurden diesbezügliche Erläuterungen von uns aus- gegeben und die Interessenten um Einreichung der betr. Wünsche gebeten. Mr machen an dieser Stelle nochmals daraus aufmerksam mtt dem Hinweis, dah deren Vertretung durch den Deutschen Handelstag nur dann möglich ist, wenn wir in der Lage sind, sie noch im laufenden Monat dort eo 9,7 11,1 10,8 8u»i- 55 "tÄ Ai “SS A'ä ”Lb»et ■u vrauen. 'r,et die Löhne Zch viel« 1 faufmän« er wird vor- mdell werden ^Nsichsch^ W uberivles -elen sozialen hrer Stellnng 3 ^8. Es sind bekanntlich verschiedene Mittel zur Vertttgrwg des Ungeziefers in Gebrauch, allein sie wurden bisher nicht nach chrer Wittsanikell durch eine streng wissenschastlrche MtthodQ geprüft. Ein französischer Chemiker V. Haazen, hat sich mm Mer 'Ausgabe unterzogen uno berichtet über ferne Experimente pÄgerwesq 1. Wanzen: Wenn man Formaldehyd (auch Forrmrlin genannt und unter dieser Bezeichnung in den Apotheken erhältlich) in ernern geschlossenen Raume, den man von Wanzen befreien wrchvw» darnpsen läßt und zwar in einer Menge von 9 Gr. für das meter, so werden alle Wanzen getötet Noch sicherer wrrd drefer^ Qroetf erreicht, wenn man 25 Gr. Schwefel für das Kubckmeter Nmim verbrennen laßt. 2. Fliegen und Mosquitvs: 2 Gr. Formaldehyd für das Kubikmeter des Raumes rerchen hin, um sicher die Insekten zu töten. 3. Flohe: Man muß 7 Gr. Format- dehnd für das Kubikmeter des betreffenden Raumes verdampfen: lassen. Bei der Verwendung des Formaldehyds ist c«r Rmrm sory» I sättig zu schließen, und man muß sich hüten, mtt dem Dampf m Beruhrrrng zu kommen, weil dieser dreSchleimhaut und ÄLAugenE reizt Nach der Prozedur wird nach Ablauf von 24 Stunden der Raum statt gelüstet, um auch den stechenden Geruch, den Mes Mittel zurückläßt, zu beseitigen. Haazen hat ferne Versuche auch auf dieVettilgnng von Ratten und Mäusen ausgedehnt tformnb- dehyd erwies sich in einer Quantität von lo Gräfin.das Kubrk-. meter des Raumes als durchaus wirksam, mdem famtlrche Ratten nach Verlaus von 36 Stunden zu Grunde gingen. Strctt aut Biertisch. Die Bezeichtmng »Frau° muß aus- eschrieben werden. , . Hcbbelfteund in L. Die wettaus beste Ausgabe der Werke^ Friedr. Hebbels hat der Lemberger Univ.-Proseßor Werner m S Behr's Vettag zu Berlin erschenten laffen. Ww texten vollkommen Ihre Hoffnung, daß dieDichtungen drefes moßM Dithmarschen einst tief in dre Seele des gesamten deutschen Volles bringen werden.__________ A. Gießen, 1. August Ferien st rafkammer. Den Vorsitz fühtte Landgerichtsrat Müller, die Anklagebehörde vertrat Oberstaatsanwalt Theobald. — Der Kaufmann Wilh. Albrecht I. von Düdelsheim hat gegen ein Urteil des Schöffengerichts Altenstadt, das ihn wegen Beleidigung zu 50 Mk. Geldstrafe verurtetlt hatte, Berufung eingelegt In dem Hause des Angeklagten in Düdelsheim erkrankte eine Mieterin an Typhus. Ties gab dem llreis- arzt von Büdingen°Veranlassung, in einem Bericht an das Büdinger Kreisamt die Vermutung auszusprechen, daß die Typhusettrankung vertwsacht sei durch den Genuß von verdorbenem Wasser, welches dem angeblich neben der Mistgrube befindlichen Brunnen entnommen sei. Das Kreisamt Büdingen schickte diesen Bettcht an die Bürgermeisterei in Düdelsheim mit dem Auftrage, den Angeklagten über diesen angeblichen Mißstand zu vernehmen. Diesen Bettcht legte die Bürgermeisterei dem Angeklagten vor, woraus der Angeklagte seinerseits Veranlaffung nahm, eine Eingabe an das Kreisamt in Büdingen zu richten, in der er den Kreisarzt auf das schwerste beleidigte, insbesondere ihm unredliches und gehäffiges Verhallen gegen ihn vorwarf. In der Folge stellte sich übrigens heraus, day die Annahme, die Pumpe befinde sich neben der öliftgrube, insofern auf einem Mißverständnis beruhte, als nur der Pumpstock neben derselben stand, der Brunnen selbst aber in gehöriger Entfernung sich befand und mittelst Schläuchen mit dem Pumpftock verbunden Thatb est'and ^er^Belellngung fmgegÄ, der Angeklagte se? weit I Den Mrtchen, die ^nzeln^z^ P^^vostM^ 1 über die Grenzen des § 193 des St.-G.-Bs. hrnausgegangen und MitrM.’hrniMimrrPtr habe sich in ungehöttger und beleidigender, sachlich nicht gerecht-1 sertigter Weise mit der Persönlichkeit des Kreisarztes tn der Etn- gäbe beschäftigt. In weitergehendem Maße als das Schöffengericht I hielt jedoch die Straftammer dem Angeklagten seine Erregung, zu Gute, in die er durch die Einsicht in den Bericht des Kreisarztes ver-1 setzt worden sei. Die Gestattung der Einsichtnahme in den vollständigen Bericht durch die Bürgermeisterei sei , durchaus verkehrt I gewesen, wie es überhaupt ein Fehler gewesen sei, daß gerade drei Bürgermeisterei mit den ettorderlichen Amtshandlungen befaßt worderi sei. Aus allen diesen Gründen hielt das Gettcht eine E rmäßigung der vom Schöffengettcht erkannten G e ld straf e aufdieHalftefür angemessen. — Der Sattlerlehrllng Wilhelm Busch von Lauterbach war seiner Zell wegen fahrlässiger Eisen- bahntranspottgesährdung — er hatte (Steine auf das Schienen-1 geleise gelegt — zu 1 Monat Gefängnis nerurttmt worden. Auf die von dem Angeklagten eingelegte Revision hatte das I Reichsgettcht die Sache zur erneuten Verhandlung an I die hiesige ©traffantmer zurück verwiesen. In der heutigen« Hauptverhandlung war ein umfangreicher Beweis dafür I angetreten worden, daß der Angeklagte, der jugendlich ist, die ^ir I Erkenntnis der Strafbarkeit seines Thuns erforderliche Emiick)t bei der Thatbegehung nicht gchabt habe. Das Gettcht war jedoch wie früher der Ansicht, daß dem Angeklagten das gesetzlich geforderte I Unterscheidungsvermögen wohl zuzutrauen sei, dätz jedoch mit Rücksicht auf seine, allseits bestätigte minderwettige Begabung und auf seinen jugendlichen Leichtsinn von Verhängung einer Gefangnissttme Abstand genommen werden müsse. Das Gericht hiell eine Geld-1 strafe in Höhe von 30 Mk. für eine ausreichende Sühne. — Die Eheftau Philipp Henrich von Altenstadt hat m einem Beleidigungsprozeß gegen den Landwitt Heinttch Dauernheim von Alteri- stadt seinerzeit beschworen, der letztere habe ihr ein Packet mit I eckelhastem Inhalt durch das Fenster in die Stube geworfen. In der Folge gestand eine gewisse Frau Schmidt, daß sie das fragliche Packet geworfen habe. Die Ehefrau Henrich wurde alsdann wegen Meineides angeklagt und in der letzten Schwurqettchlsperiode dieserhalb oerurteitt. Heute hat sie sich zudem wegen wissentlich falscher Anschuldigung des Dauernheim, begangen durch jene Behauptung, zu verantwotten. Sie erhall dieserhalb eine Zusatzstrafe von 1 Monat Zuchthaus. Der Landwirt Dmierrcheim, den die Ehefrau Henrich wegen Beleidigung, begangen durch das angebliche Paquetwetten, angezeigt hatte und der in einem vor Beginn des Schwurgerichtsverfahrens beeidigten Strafverfahren vor dem Schöffengerickft Alteiistadt zu einer Geld-! strafe verurteilt worden ivar, wurde heute in derBerufungsinstanz fr ei gesprochen. — Der Landwirt Katt Otto Reitz von Stockhausen ivar f. Z. wegen Verleitung zirm Memeid von der Strafkammer zu einer einjährigen Zuchthausstrafe penxtiedt worden. Das Reichsgericht hat das Utteil aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung hierher zurückverwiesen. In der heutigen Verhandlung sprach die Strafkammer den Angeklagten f r e i und zwar deshalb, weil die Sachlage durchaus verworren imd unaufgeklärt sei und unter diesen Umstanden zu Gunsten des Angeklagten entschieden werden müsse. — Tie Verhandlung gegen oen Georg Erk von Nidda und dessen Tochter wegen Verbrechens im Sinne des § 173 SüG.B. wurde zwecks Erhebung weiterer Beweise vorläufig ausgesetzt. ,, r — Kuriose Gerichtsurteile. Vor einigen Wochen erregte . der seltsame Spruch des W i e n e r Obersten Gettchtshofes, eme fi Zeitung habe keine Ehre, peinliches Aussehen.^ Ein Seitenstuck zu , dieser erstauiilichen Leistung österreichischer Rechtsprechung wird ■ nun abermals aus Wien gemeldet : Die Sck)uhwarenerzeugerin > Josefine Singer verklagte Herrn Philipp Lauser wegen Beleidlgung, weit er ihre Erzeugnisse Ramsch- und Pofelware genannt hatt^ Ter Angeklagte gab dies zu, erbot sich aber zum Bewene, daß die Schuhe thatsachlich minderwertige Erzeugniffe seien. Wiewohl nun dieser Beweis nicht erbracht wurde, ging der Rlchter doch niit einem Freispruch vor, well der Angeklagte wohl die ' I nid)t aber die Klägerin beleidig t habe, die Schuhe jedoch kein Rechtsobjekt sind, das beleidigt werden kann. I Kandel und Verkehr. Volkswirlschast. Elektrttitüts-Akt.-Gesellschaft vormals W. Lahmeyer, I Frankfurt a M. Tern Geschäftsbericht der Gesellschaft, die wie irhnn mitaeteitt. das abgelaufene Betttebsfahr mtt einem ans den I Reserven zu deckenden V e r l u st von 2 493 872 Mk. ^geschlossen hat, entnehmen mir u. 2t: Der Verlust ergiebt gns dem Rückgang des Fabrikationsbruttogewinns um Eid 2 Millioiieii Aik. und aus der Nolweiidigkeit von Rückstellinigen und Ablchreibungeii m ungefähr derselben Höhe, aus der Verringerung des Umsatz«.^, dem Zu- rückweichen der Verkaufspreise und der (sntroeriung öer 3e|tant»e. Der Umsatz ist um 10-12 pCt. zurückgegangen, namentlich m öer xwetten Hälfte des Geschäftsjahres. Tie gesamte Mrechliungssuinme hat fid um reidlicb 25 pS. gegen das Vorjahr verringert. Der weitere Rückgaiui m den Verkausspreisen m Normal-Ma,chmen- tonen sei mit 12—15 pCt. eher zu niedrig als zu hoch berechnet. Im Widerspruch damit ständen die Gestehungskossen, die hnistcht-1 llch der Löhne und der Generalunkosten nahezu unverändert waren, j Tu: Gesellschaft berechnet den Ausfall daraus au, bedeutend mehr als 1 Mill All Ter Minderwert der Bestände durfte durchschnitl- llch S’Ä betragen- Das Rnckstellungskonw °°» zwm Mill. 2)lt jetzt sich im Wejeutticheri zusammen aus Vettusten bezw. H. Wenden Sie sich an die „TeckMsch-Jndrrsttteüe Rund- schau" in Nürnberg. . , stnd. F. Für den „Kunstwort" scheint uns öer Autzcrtz noch, nicht reif zu fein. Dagegen Eötmen Sie es etnnud beinr „Lefttz. Gen.-Anz.^ versuchen, der dergleichen populäre Kunstbetrachtungen, gern veröffentlicht Das Manuskript liegt auf bet Redaktion zum Abholen bereit « . r <. R. Z. nnd Andere. Wenn Sie enrGesnch an die Redaktion richten wollen, oder überhaupt irgend etwas von der Redaktion erlangen wünschen, z. B. etwas nicht in die Zettring tomT, oder ähnliches, so wenden Sie sich immer direkt cm dre Ptebattron, Höchs e Temperatur vom 3. August bis 4. August 18,5® C. Niedrigste „ „ 3. » „ 4. „ 9,7 C. Risse in den Händen, wie sie häufig bei Handwerkern, Köchinnen usw. vottornmen, vergehen bei Anwendung von Obermeyer's Herda-Seife in kurzer Zeih Z. h. p. St 1L5 SIL in Apotheken, Drogerien und Parsürnmnen oder v. Fabrikanten I. Gioth, Hanau. KrGkWl UiimMsIiidlichkk die Zur 4680 ulA Wer alte &rafitißus sagt: iRatsäcRUeR öas cBeste. I" der Thal und 5158 « 6436 c8 r. *3 empfiehlt 5163 34 Bahnhofstraße 34. B Prima 5456 716 H 211 Zu verkaufen B M h B fl 4/ - V Emmenthaler Edamer Kaiser Atelier für Portraitmalerei von Oüo Fritz, akad. Kunstmaler. Cnterricht. Coetbestrasse 16, Atelierbaas. vs Wasche mit Luhns B S —< o Ä L Z. il s h 4» Fernsprecher 7L 839 53 99 95 89167 80 208 802 20 21 73 77 656 700 11 80 88 800 27 Wanzen-1 Tod „Diskret“. Bestes Mittel l Nur echt Flasche 50, 100 Pfg. zu haben Ad. 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Me Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, stad mll LOOMark gezogen. lOhae Gewähr.) 15 95 100 315 87 91 404 693 610 [2501 87 787 887 1089 !250s 17 166 [250] 82 89 214 27 39 44 86 8O4 18 34 5O26B 82 6O28 [300] 41 88 753 77 87 926 31 41 46 57 60 2019 68 117 288 85 60 79 301 529 58 89 627 79 968 84 89 8033 101 12 18 [2501 20 41 414 49 62 504 65 93 614 42 &2 73 703 938 64 4030 56 63 92 107 19 86 206 18 441 52 [800] 84 92 564 88 616 29 703 12 32 831 39 900 915 19 94 97 5040 87 173 263 71 304 494 537 618 [800 u. e. 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Fs., abends 8V2 Uhr, im Turmhause and Brand: Uebung der 1., 2., 3. und 4. Rotte. Gießen, am L August 1902. 5552 Traber, Branddirektor. Wrue Abschnitte 2 Waggon, von 3—8 Mtr. Länge und 32—61 Gtm. mittl. Durchmesser hat billig abzugeben [5544 Heinrich Bergen,Allendorf a.Lda Jagdverpachtung. Freitag den 22. August, nachmittags 2 Uhr, soll die mit dem L September d. I. wieder leihfällige chemeinde-Iagd auf dem Rathaus dahier unter den im Termm bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. 5584 Rodheim a. d. B., den 4. August 1902. Der Bürgermeister: Be chtold. cnä. •-# A Natten I Ich bezeuge Ihnen geril, das Ihr .fnbrikni ,51 Ä jL Ä -Es hat geschnappt- bei meinen Runden große ■ Bä Anerkennung findet, da die wirksam feit do ieses » Ur« | II H BJr Raltenmittels eine sehr gute ist. Ein nicht geuannl ffrXfTiiff W> K KL sein wollender Kunde, der in meiner Filiale ein SV HM V w W packet ä Mk. x.— kaufte, hat damit ra. 25 Ratte I getötet. Lud. 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