Donnerstag 5. Juni 1903 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Nr. 129 Erscheint täglich au Bet SomuagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem SeMsche» Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche deigelegt. Kotatioirsdruck tu Verlag der B rü h l'sche« Univers.-Buch- rnSteia- drucket (Pieljch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. Lldresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Aernsprechanschluß Nr. 51. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngSpret», monatlich 75 Pf., viertel», jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- fährt ausscht Bestellg. Annahme von Anzeigen für dle TageSnummer biS vormittags 10 Uhr» ZellenprerS: lokal 12 Pf^ auswärts 80 Psg. Verantwortlich: tot den polit. u. allgem. Lett: P. Wlttko: für „Stadt und Land^ und , Gerichtes aatt:R.Dttt» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck, Die Heutige Yummer umfaßt 10 Seite«» Politische Tagesschau. ^Wemr dir Hoffnung nicht war'.. Man schreibt uns aus Berlin unterm 4. Juni: In Regierungskreiseu gibt man sich, gutem Vernehmen nach, der Erwartung hin, daß über die Zuckersteuer- Vorlage eine Verständigung mit dem Reichstag sich ermöglichen lassen wird. Man erachtet die in der Kommission aufgetauchten mancherlei Meinungsverschiedenheiten nicht für unüberbrückbar, umsoweniger, als die Regierung, wie es heißt, auch ihrerseits Entgegenkommen bezeigen will. Was etwaige Verschleppungsversuche betrifft, so glaubt die Regierung, daß diese im Hinblick auf die Branntweinsteucr- Novelle aufgegeben werden. Die Schlußabsrimmungen über beide Gesetzentwürfe sollen bekanntlich in derselben Sitzung erfolgen, und zwar dürfte die Zuckersteuervorlage, bezw. die Brüffeler Konvention, vor der Brennsteuernovelle zur end- gtttigen Abstimmung gestellt werden. Wenn freilich die in der Zuckersteuerkommission gehaltenen, schier endlosen Reden im Plenum wiederholt werden, dann kann sich die Session noch über die nächste Woche hinaus erstrecken. Dieser Even- tualttät wird man wohl allerseits entgehen wollen. Der Verein der deutschen Zuckerindustrie hielt h-eute hier seine Hauptversammlung ab und nahm einstimmig eine Erklärung an, wonach die Versammlung die internationale Zuckerkonvention für unannehmbar hält, weil neben einer übermäßigen Begünstigung seiner Kolonien Englands Verpflichtungen nicht genügend feststehen, auch die Festsetzung der Surtaxe zu den schwersten Bedenken Anlaß gibt und ferner das Fernbleiben Rußlands Befürchtungen erregt. Zur Bekämpfuug der Trunksucht. Die Kommission des preuß. Abgeordnetenhauses für die Vorberatung des Antrags Graf Douglas, betr. die Bekämpfung der Trunksucht hat ihre Verhandlungen beendet. Sie hat das Verbot der Verabreichung von Branntwein an Personen unter 16 Jahren und an Trunkenbolde beschlossen, wünscht statistische Erhebungen über die Trunksucht, Unterbringung von Trinkern in Heilanstalten und Aufklärung des Volkes über die schädlichen Folgen des Alkoholmißbrauchs. Ferner wird die preuß. Staatsregierung ersucht: 1. In allen staatlichen und der staatlichen Llufsicht unterstehenden Betrieben muftergiltige Einrichtungen zur Verhütung des Alkoholmißbrauchs zu schaffen. 2. Die auf Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs gegründeten Vereine von Privaten, ebenso Volksbibliotheken, Lesehallen und andere dem Verkehrszwange nicht unterworfene Veranstaltungen nach Möglichkeit zu unterstützen. 3. Biere unter 2pCt. Alkohol steuerfrei zu lassen. Auch für Zollfreiheit des Thees sprach man sich allgemein aus. Ein Beschluß wurde aber in Rücksicht auf die ini Reichstag schwebenden Zollverhandlungen nicht gefaßt. 4. Beim Bundesrat die Einbringung einer Novelle zum Strafgesetzbuch zu beantragen, daß Trunkenheit nur dann als strafmildernd und strafmindernd gilt, wenn sie unter starkem äußeren Zwange erworben ist. 5. Den Erlaß von Polizeiverordnungen zu veranlassen, welche nach Lage der örtlichen Verhältnisse den Ausschank und den Verkehr geistiger Getränke in den späten Abendstunden und den frühen Morgenstunden, sowie während des sonntäglichen Hauptgottesdienstes verbieten. Es ist dieser Absatz 5 mit allen gegen die Stimme des freisinnig-volksparreilichen Abg. Wetekamp angenommen worden. 6. Eine Landeskommission zur Bekämpfung der Trunksucht einzusetzen, bei Gemeinden über 15 000 Einwohner die Bedürfnisfrage bei der Konzession von Schankstätten obligatorisch zu machen, den Verkauf von Branntwein in Mengen von weniger als 1/4 Liter im Kleinhandel zu verbieten und den Borg von Branntwein unter Strafe zu stellen. Die Demission des französischen Ministeriums. Ter Rücktritt des Kabinetts Waldeck-Rousseau ist ein Ereignis, wie es seit dem Bestände der französischen Republik sich noch nicht ergeben, ein politisches Ereignis, das in der gesamten parlamentarischen Geschichte als ein seltener Fall betrachtet werden muß. Ein Ministerium, das während einer gefährlichen Krise — wir erinnern daran, daß vor drei Jahren in Frankreich das republikanische Prinzip durch die nationalistische Bewegung ernstlich gefährdet war — die Regierung übernommen, beendigt diese glücklich und bewahrt die Republik vor dem drohenden Zusammenbruche, schreitet von Erfolg zu Erfolg bis zu den Neuwahlen, die über die Anerkennung dieser Erfolge keinen Zweifel bestehen ließen. Und aus der also erreichten Höhe der Situation entschließt sich das Ministerium jcet= willig zum Rücktritt! Dieser Rücktritt hat selbstverständlich in Paris eine ziemlich unklare politische Situation geschaffen. Darüber hilft auch die neuliche Erklärung Waldeck-Rousseaus nicht hinaus, er habe sein Programm erledigt, die Wahlen bestätigten seinen Erfolg aller Welt und nun solle innerhalb der neu begründeten und gesicherten Institutionen eine andere Regierung an andere Probleme herantreten. Man kann mir annehmen, daß der Rücktritt Waldeck-Rousseaus nur in der Llbsicht erfolgte, die Persönlichkeit des Ministerpräsidenten für das höchste Amt der Republik, für die Präsidentschaft selbst, zu erhalten, wenn Loubets Septennat abgclanfen. Jedenfalls dürfte Waldeck-Rousseau noch nicht mit seinem politischen Wirken und Dasein abgeschlossen haben. Inzwischen haben die Verhandlungen des Präsidenten Loubet mit hervorragenden Parlamentariern zur Neubildung der Regierung längst begonnen. Einen Harrptwert dürste hierbei der Präsident daraus legen, daß die neuen Männer fähig sind, die großen volkswirtschaftlichen Aufgaben des Landes mit Geschick und Kraft anzufassen. Vielfach war in den letzten Tagen davon die Rede, daß Loubet den früheren Minister des Innern im Kabinett Meline, den Abg. Louis Barth ou mit der Bildung des neuen Ministeriums betrauen werde. Doch ist dieses Gerücht, gleich allen anderen, die sich auf diese Angelegenheit beziehen, mit Vorsicht austzunehmeu. Barthou, der erst vierzig Jahre alt ist, hat für sich, daß er mit dein einen Fuße im radikalen und mit dem anderen im gemäßigt republikanischen Lager steht, urü) geeignet wäre, Männer aller Parteien für das Friedenswerk zu gewinnen, nach dem der Präsident der Republik trachtet, und dem er selbst, vor einigen Wochen in einer Wählerversammlung der Niederpyrenäen das Wort redete. Bourgeois und Brisson lehnten die von dem Präsidenten Loubet an sie ergangene Aufforderung zur Bildung des neuen Kabinetts ab. Man glaubt nun auch an ein Ministerium C o m b e s. Parlamentarisches. Berlin, 4. Juni. Die Zuckersteuerkommission nahm den Antrag Müller-Fulda auf Aufhebung des Paragraphen 81 des bestehenden Zuckersleuergesetzes, womit sich die Regierung einverstanden erklärt hatte, an. Die Kommission erörterte sodann die Kontingentierung im Interesse der kleinen Fabriken. Müller-Fulda beantragt Festsetzung einer Kontingentierung auf 5 Jahre ab 1. September 1903 mit 4,40 Mk. Steuerzuschlag bei Kontingentüberschreitung. Staatssekretär von Thielmann bekämpft die Anträge, da die Wirkung der Zuckerkonvention vorerst abzuwarten sei. Eine einseitige Produktionseinschränkung Deutschlands sei bedenklich. Paasche sieht in den Anträgen eine Stärkung der Auslandskonkurrenz. Staatssekretär Graf Posadowsky warnt vor Anwendung des Kontingentssystems, das seinerzeit als Korrelat zu den Prämien erforderlich geworden sei. Die Kontingentierung würde verschiedenerorts den Rübenbau in Fesseln legen und die Landwirte schädigen. Die kleinen Fabriken könnten durch Zusammenschließen lohnender produzieren. Die Kontingentierung würde die Auslandsproduktion stärken. Nach längerer Debatte, in der Richthofen (kons.), Becker (Ztr.), Graf Carmen (kons.) und Müller-Fulda für die Anträge, Barth (fr'eis. V.), Staudy (kons.), Därksen (Reichsp.) sowie Graf Posadowsky dagegen sprechen, wird die A b st i m m u n g vertagt. Nächste Sitzung morgen. Die Zollkommission nahm unverändert die Post« tion 314 Calcium karbid und andere Metallkarbide 4 Mk. an, unter Ablehnung eines Antrages Kanitz Calciumkarbid 10 Mk., eines Antrages Gothein Calciumkarbid zollftei und eines Antrages Stadthagen, Siliciumkarbid zollfrei. Ferner wurde angenommen Position 315, sonst nicht genannte Metalloide zollfrei. Die Kommission begann dann den Abschnitt Färb waren und nahm unverändert Position 316 tierische Farbstoffe, Cochenille, Sepia rc. frei unter Ablehnung eines Antrages Beumer an, der für Cochenillencarmin 200 Mk. verlangt. Württemb. Ministerialdirektor Schneider befürwortet den Antrag Beumer. Die Kommission nahm ferner unverändert die Position 317 bis 324 an, nämlich Anilin, sonst ungenannte Th e er färb sto f fe, Alizarin, Indigo, natürlich und künstlich, frei, Berliner Blau 10, Ultramarin 15, Bleimennige und Bleiweiß 1 Mk., Zinknilfidweiß 2, Bayt- weiß 3 Mk. Gothein hatte für Berliner Blau 1 Mk., für Ultramarin 10 Mk. beantragt. Antrick, der die Begründung der Regierungsvorlage bei den Anstreicherfarben als jämmerlich bezeichnet, wird von dem Vorsitzenden um Mäßigung ersucht. Position 325 roter Zinnober wird nach einem Anträge Spahn in 10 Mk. (statt 25 im Entwurf) abgeändert. Kanitz erklärte, er stimme für die Vorlage, behalte sich aber seine Stellungnahme gegenüber den Industriezöllen für die zweite Lesung entsprechend den Entschließungen der Regie» rung zu den Agrarzöllen vor. Nächste Sitzung morgen. Die deutsch-konservative Partei des preuß. Abgeordnetenhauses beschloß, den Justizminister zu ersuchen, den Gesetz- Entwurf, betteffend die juristischen Prüfungen, zurückzuziehen. Kolonialpost. Weiteres von der Einnahme von Banjo in Kamerun. (Vgl. unsere gestr. stummer.) Am Abend des 1. Februar ließ Jerima Jhsa um Frieden bitten. Als erste Bedingung verlangte Leutnant Sand rock persönliches Erscheinen des Jerima. Am 9. Februar mittags erschienen Jerima Jhsa und ein Teil seiner Großen. Nachdem Oberstleutnant Pavel dem Jerima erklärt hatte, daß seine Thronfolge als Haupt der Kriegspartei ausgeschlossen sei und er seinen jüngeren Bruder Jbrahima als Lamido einsetzen würde, ließ er Jerima Jhsa, Seriki Saggi, der mit zu den Haupthetzern gehörte, und den Kaigarna Pettcpette in Eisen legen. Er schickte diese drei an das kaiserliche Gouvernement. Nachdem nun am 11. mittags Jbrahima mit seinen Großen erschienen war, wurden ihm die Friedensbedingungen bekannt gegeben, die er pünktlich zu erfüllen versprach. In etwa 8 Tagen, in welcher Zeit er sein ganzes Volk zurückzuholen versprach und KorgefchiHLe und Keschichte des Zoologischen Instituts der Itniversttät Kietzen. (Originalartikel des „Gieß. Anz.") Eine größere zoologische Sammlung scheint erst im Jahre 1825 in den Besitz der Universität Gießen gelangt zu sein, und zwar durch Ankauf der Sammlung des Medi- zinalrats Wernekirch in Münster. Nach dem vorhandenen Verzeichnisse umfaßte sie 370 Spiritusprästarate, 208 auLgestopfte Säugetiere und Vögel, 62 starten mit Insekten, ferner eine Anzahl Conchplien und Korallen, sowie einige Schädel. Dieser Grundstock der Sammlung wurde dann durch gelegentliche Ankäufe und Geschenke vermehrt, besonders durch die umfangreiche, wertvolle Conchylien--Sammlung des Pfarrers D-r. Scriba in Cassel. Ter zoologische Unterricht lag damals in den Händen eines Mediziners, des Prof. I. B. Milbrand, der anfangs die Fächer Anatomie, Physiologie, Botanik und Zoologie, später nur die beiden letzteren vertrat. Nach seinem Tode im Jahre 1846 trat eine bedeutsame Veränderung ein, indem die Professoren für Zoologie und Botanik künftig der philosophischen Fakultät zugeteilt und jede derselben einem selbständigen Dozenten übertragen wurden. Ter erste, der den neugeschaffenen Lehrstuhl erhielt, toar ein geborener Gießener, der bekannte Dr. Karl Vogt, der am 1. Dezember 1846 mit einem jährlichen Gehalt von 800 ft. zum außerordentlichen Professor ernannt wudde. Vogts Wirken war im höchsten Grade erschwert; denn er fand zur Ausübung seiner Thätigkeit nichts vor als die Sammlung, die sich in einem kläglichen Zustande befand. Seine Bemühungen auf Besserung der Zustande fanden kein oder wenig Entgegenkommen bei der Regierung. Doch sielen zwei bedeutsame Ereignisse in seine Zeit, die Erwerbung der vergleichenden anatomischen und zoologischen Sammlung des Obermediziualrtas von Frorieg in Weimar und besonders die Erbauung eines stattlichen Hauses für die anatomisch^physiologische Anstalt, in dem'auch die zoologische Ausnahme finden sollte. So hatte Vogt doch gute Aussicht für die Zukunft. Allein er sollte sich, wie bekannt, der günstigen Verhältnisse nicht mehr erfreuen. Es kamen die Jahre 1848 und 1819 und Vogt wurde in die politische Aufregung nicht nur mit hincingerissen, sondern ward einer ihrer Führer. Als er als Mitglied der Reichs- regentschast von Stuttgart aus am 18. Juni 1849 den Aufruf an das deutsche Volk miterlassen hatte, schritt die hessische Regierung zu seiner sofortigen Entfernung aus dem Lehramt. In einem Schreiben am 23. Juni gab sie der Universität unter eingehender Darlegung ihrer Gründe davon Kenntnis. Als Nachfolger wurde auf Vorschlag der Universität Dr.R.Lentart aus Göttingen berufen, der im Sommersemester 1850 in Gießen seine Thätigkeit begann, die sich auf 19 Jahre erstreckte. Gleich zu Beginn seines Hierseins ward die Uebersicdelnng der zoologischen Sammlung m das Anatomie--Gebäude bewerkstelligt. Leukart hat dieselbe in außerordentlicher Weise befördert. In allen Teilen derselben finden wir die Spuren seiner Wirksamkeit, und es ist zu einem großen Seile ihm zu verdanken, daß dieselbe namentlich an Spiritus-Präparaten aus allen Gebieten des Tierreiches reichhaltig ist. Den Schwerpunkt seiner Thätigkeit aber legte Leutart in den akademischen Unterricht und vor allem in die von ihm in Deutschland zuerst und mit außerordentlichem Erfolg abgehaltenen praktischen Hebungen. Aus Deutschland und dem Auslande kamen damals zahlreiche junge Zoologen nach Gießen, um unter Leukarts Leitung hier zu arbeiten, uiid eine stattliche Reihe der tüchtigsten und angesehensten Forscher ist aus seinem Laboratorium hervorgegangen. Lenk art selbst hat die meisten seiner grutidlegeudeli Arbeiten hier geschaffen. Wir dürfen sagen, daß nächst Liebig Leukart am meisten dazu beigetragen hat, unsere kleine Universitätsstadt auf dem ganzen Erdrund bekannt und angesehen zu machen. Im Jahre 1869 verließ Leukart Gießen, um einem Rufe nach Leipzig Folge zu leisten. Nach Leukart war Anton Schneider, der nach malige Professor in Breslau, Ordinarius der Zoologie in Gießen, auf den 1881 Hubert Ludwig folgte. Als dieser im Jahre 1887 nach Bonn berufen wurde, trat der jetzige Professor Tr. I. W. Spengel an feine Stelle. Tie Räumlichkeiten des Zoologischen Instituts waren zu Leukarts Zeit noch recht beschränkt, da im oberen Stocke des Gebäudes gleichzeitig das physiologische Institut untergebracht war. Erst als im Jahre 1890 die Physiologie in ein anderes Gebäude übersiedelte, wurde durch Heber* lassung des.ganzen oberen Stockwerkes einigermaßen dem Raummangel abgeholfen. Trotz alledem sind die Räumliche leiten noch sehr beschränkt, namentlich sind die Räume für die Sammlung ganz ungenügend und zur Abhaltung von praktischetl Hebungen müssen mancherlei Notbehelfe her> halten. Etwas Platz wurde noch gewonnen durch Errichtung eines Trerhäuschens im Garten, in dem lebende Tiere und Aquarien gehalten werden. Vor allem aber gelang den Bemühungen Spengels eine Verbesserung der Einrichtung des Instituts und eine erhebliche Vermehrung des Personals sodaß, abgesehen vom Raummangel, das hiesige Institut vollkommen auf der Höhe der Zeit steht. die Unterhäuptlinge von Kontscha und GaZhaka herbeiholen wollte, sollte er dann amtlich als Lamido eingesetzt werden. Spart. Das unlängst erschienene Blatt 17 von G. Fr e y tag s Radfahrerkarte (Preis Mk. 1/35, Verlag von G. Frey- tag L Berndt, Wien VII/1), reicht von Bad Nauheim bis Karlsruhe, von Saarbrücken bis Heilbronn und enthält von bedeutenden Orten außer den schon genannten Orten noch Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Tarmstadt, Heidelberg, Worms re. Klar und deutlich, alles Ueber- slüssige vermeidend, dafür genau alles verzeichnend, was der Fahrer braucht, ist die Karte unseres Erachtens sehr brauchbar. Gleichzeitig mit Blatt 17 erschien dessen Anschluß nach Süden: Nr. 22. S t r a ßb u r g—Kar l s r u h e Stuttgart—Ulm—Basel—Bodensee zum selben Preise und in gleich vorzüglicher Ausführung. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 31. Mai. In der Akademie der Künste wurde heute vormittag die Ausstellung ärztlicher Lehrmittel durch den Kultusminister Dr. Stndt feierlich eröffnet. — Ein LiSzt-Dcutmal. Im Schloßparke zu Weimar fand am Samstag die Enthüllung des Denkmals für Franz Liszt in Anwesenheit des Großherzogs und des gaiuen Hofes statt. Die Festrede hielt der ehemalige Intendant des Weimarer Hoftheaters v. Bronsart. Zahlreiche musikalische Körperschaften Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns waren durch Abordnungen vertreten. Der Großherzog legte als Erster einen Kranz am Denkmal nieder. Von der ungarischen Regierung und von der Familie Richard Wagner waren ebenfalls Kränze eingetroffen. Universitäts-Nachrichten. — Zu amtlichen Erhebungen über den Früh- fchovpen hat der preuß. Unterrichtsminister die Universitäts- behürden veranlaßt. Es werden zu demZweck jetzt die Vorsitzenden der Vereine und Verbindungen vor den Universitätsrichter geladen, um diesem Auskunft darüber zu erteilen, ob in ihren Vereinen oder Verbindungen ein offizieller Frlihschoppen stattfindet. — (Ein Fiasko des g e m e i n s a m e n U n t e r r i ch t s für beide Geschlechter.) Der Unroerfität Ehicago liegt ein Antrag vor, die Studenten und Studentinnen zu trennen, sogar in den Klaffenzimmern. Die gemeinsame Erziehung beider Geschlechter hat sich in gewissem Grade in Amerika als ein Mißgriff erwiesen. Es wird geklagt, daß die Studentinnen in ihren Sitten zu frei werden und nicht zurückhaltend genug sind, die Männer dagegen zu „weibisch" oder zu anmaßend und zu sorglos in ihrem Benehmen gegen Frauen. Ueberdies findet man, daß gewisse sentimentale Gefühle, die unverändert zwischen den Geschlechtern entstehen, wenn sie so zusammenkommen, störend auf den Fleiß einwirken, der von Studierenden gefordert werden muß. Dieses Problem betrifft aber sogar auch die Professoren. Mrs. John A. Logan äußert sich darüber sehr bemerkenswert in einem Schreiben an „The Newyork American": „Es ist nicht selten vorgekommen, daß Professoren ungeduldig den Schluß des Schuljahres erwarten, damit sie eine schöne Kollegin oder Schülerin zum Altar führen können. Es ist kaum wahrscheinlich, daß sie, wem: Herz und Geist voller Erwartung dem Ehestand entgegensehen, und der Gegenstand ihrer Liebe vor ihnen ift, in der richtigen Verfassung au lehren oder zu lernen siud; folglich verlieren beide." Auch in oen öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten werden jetzt getrennte Klassenzimmer für Knaben unb Mädchen hergestellt, und diese Trennung der Geschlechter wird wahrscheinlich in Zukunft wenigstens in einigen amerikanischen Universitäten durchgeführt werden. Zandwirtschaft. Hungen, 3. Juni. Der gestrige Auftrieb des Jungviehs aus die Weide Tiergarten zeigte, daß viel mehr Fohlen eingebracht wurden als man erwartete. Rinder sind vorläufig in geringer Anzahl eingebracht worden, doch sind in den nächsten Tagen weitere Auftriebe zu erwarten. Es wurde gestern die Meinung ausgesprochen, daß sich der Tiergarten am besten ausschließlich als Fohlenweide eigne, und diese Ansicht scheint auch wirklich in weiteren Kreisen vorhanden zu sein, wenigstens darf man nach dem Auftrieb diesen Schluß ziehen. — Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft in Mannheim. Nachdem die preußisch-hessische Staatsbahnverwaltung sowie die Mam-Neckar-Ersenbahn für den preußisch-hessischen Teil ihres Bahnnetzes die Gewährung der üblichen Fahrpreisermäßigung (Berechtigung der einfachen Fahrkarten zur freien Rückfahrt nach Abstempelung in der Ausstellung) für den Besuch der voni 5.—10. Juni in Mannheim stattsindenden Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft im Gegensatz zu sämtlichen süddeutschen Eisenbahnverwaltungen und zur badischen Strecke der Main-Neckar-Eisenbahn abgelehnt haben, sei darauf aufmerksam gemacht, daß sich einzelne Ausslelliingsbesucher sowie insbesondere Vereine, wenn sie mindestens 30 Teilnehmer zählen oder 30 Fahrkarten lösen, und Personenzüge benutzen, bei rechtzeitiger Anmeldung auf der Abgangsstation 50 pEt. Fahrpreisermäßigung (als sogen. Gesellschaftsfahrt) verschaffen können. Wer die Main-Neckar-Eisenbahn benützt^ kann von der badischen Grenze ab (von Station Lautenbach, bei Schnellzügen von Station Weinheim ab) durch Lösung einer einfachen Fahrkarte nach Mannheim, die nach Abstemvelung in der Ausstellung als Rückfahrkarte gilt und auch zur Benützung von Schnellzüge,! berechtigt, gleichfalls eine kleine Ermäßigung erzielen. Uebrigens hat sich der Hessische Landwirtschaftsrat wegen nachträglicher Gewährung derselben allgemeinen Vergünstigung, wie sie die süddeutschen Bahnen bewilligt haben, wenigstens für die Eisenbahndireklionsbezirke Mainz und Frankfurt an die zuständigen Stellen gewendet und auch die Großh. Regierung um Unterstützung gebeten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. Juni 1902. — Auszeichnung. Die Schmetter zum Ritterkreuz 1. Klaffe Les Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen wurden dem Hauptmann v. Ploennies in der Ostasiatischen Feldattillette-Abteilung verliehen. ** Waldbesitz im Kreise Gießen. Ten größten Waldbesitz im Kreise Gießen hat die Stadt Gießen; er umfaßt 1306.4 Hektar. Von den Gemeinden, die über 300 Hettar Wald besitzen, sind ui nennen: Lich (898.5 Hekt.), Allendorf a. d. Lda. (574 Hekt.), Hungen (439 Hekt.), Langsdorf (427 Hekt.), Gründ er g (417 Hekt.), Langgöns (398 Hekt.), Großen-Buseck (364 Hekt.). Ten kleinsten Waldbesitz mit 3.9 Hektar hat hie Gemeinde Birklar. Ter Gesamtwaldbesitz des Kreises Gießen beträgt 10 663 Hektar. ** Kleine Mitteilungen au8 Heffen und den Nachbarstaaten. Auf der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein befanden sich Ende Mai stellen-, resp. arbeitslos 56 Mann. Seit Bestehen der Anstalt wurden ausgenommen 4333 und entlassen 4277. Der Bestand am 1. Mai betrug 49, die Zugänge 33, die Abgänge 26. Auf eigenen Wunsch wurden 15, wegen schlechten Bettagens 3, als arbeitsunfähig 2, als arbeitsscheu 6 entlassen. — In Montabaur findet zurzeit eine Gewerbeausstellung statt, die ebenso beachtenswert ist, wie das historische Westerwaldhaus; beide bleiben bis 15. Juni geöffnet. Besondere Aufmerksamkeit erregt dort ein großer Kronleuchter aus Schmiedeeisen in getriebener Arbeit, bis ins kleinste kunstvoll stilisiert und meisterhaft ausgefühtt. Derselbe ist entworfen und gezeichnet von den, Großh. hessischen Regierungsbauführer Lutz-Weckerling, einem Sohne des Dekans Weckerling in Montabaur. Das historische Wester- waldhauS ist infolge seiner gesamten Einrichtung und Ausstattung eine besonders schöne Rarität. Wandzeichnungen emes Künstlers der Düsseldorfer Schule, des Malers Ernst Weckerling, dienen voll Humor zur Jllusttation. In einem oberen Zimmer des Hauses hat der Ministerialrat Solda n kleine Pläne und Skizzen der bei Neuhäusel aufgefundenen Halstatt-Niederlaffungen und die bei den Ausgrabungen gewonnenen Fundstücke ausgestellt. Handel und Nettrehr. Volkswirtschaft. Leipzig, 4. Juni. Die Konkursverwaltung der Leipziger Bank teilt heute nut, daß sie (rechtlich unverbindlich) die Dividende der Kasseler T r e b e r g e s e l l s ch a f l entgegen allen anderen Meldungen auf mindestens ' i und höchstens 1 pEt. schätze. — Tic Zukunftochauceu iu Transvaal. Tic Blätter beschäftigen sich fortgefetzt mit den Aussichten, welche der Friedens- ichluß unserer Exporttndusltte unter Umständen zu bringen per- Gerichtssaal Berlin, 3. Juni. Prozeß Sanden. Die Erörterung über die Verhältnisse des Grunderwerbs der Gesellschaft wird fortgesetzt. Ter darüber vernommene frühere Bankbeamte Goeritz ist der Ansicht, daß der Konkurs der Gesellschaft hätte vermieden werden tonnen. Die von Rechtsanwalt Bernstein beantragte Beweiserhebung darüber, daß die preußische Hypothekenbank infolge der Nornlativbestimmungen fortgesetzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen batte, hält Sachverständiger Geheimrat Hecht für unnötig. Tie Bank müsse in einem solchen Falle den Betrieb einstellen oder sich den Normativbestimmungen fügen und geringere Tantiemen und Dividenden erzielen. Nachdem der Zeuge Siegfried Siebert in längerer Auslassung die Verhältnisse des Märkischen Jmmobili.cn- verems und der neuen Berliner Baugesellschaft dargelegt, wird de7 Anklagepunkt verhandelt, welcher Eduard Sanden, Heinrich Schmidt und Eduard Schmidt unwahre Darstellungen in den Bettchten über den Vermögensstand der Preußischen Hypothekenbank vorwirst und Puchmüller der Beihilfe dazu beschuldigt. Alle bestreüen, sich der Verschleierung der Bilanz schuldig gemacht zu haben. Berlin, 4. Juni. Sanden-Prozeß. Der als Entlastungszeuge für Heinrich Schmidt geladene Direktor der Preußischen Hypothekenbaiik, Fritze, bestätigt, daß sich nach dem Erscheinen des vom Staatsanwalt besprocheneil Warnungsartikel in der „Franks. Ztg." am 12. März 1897 Schmidt zu Sanden nach Heringsdorf begab, um auf Grund der anzustellenden Prüfung der Verhältnisse der Bank eine Entgegnung auf den Artikel zu verlangen. Schmidt fügt hinzu, Sanden habe darauf nicht eingehen ivollen und gemeint, das Publikuin werde sich selbst be- ruhigen. Magdeburg, 3. Juni. Ter Arbeiter Krüger zeugte in 20= jähriger wilder Ehe mit seiner eigenen Tochter 9 Kinder, von denen 5 leben. Kr. wurde heute von der Strafkammer zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Äoburg, 3. Ium. Das Schwurgericht verurteilte den 57 Jahre alten Steueramts r en danken Rat Frank aus Sonneberg wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung zu'o I a h r e n Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Frank hatte, nachdem er das ca. Mk. 125 000 betragende Vermögen seiner Frau durchgebracht hatte, Amtsgelder im Betrage von Mk. 37 348, sowie die ihm anvertraute Kaution eines Mühlen- besitzers namens Gumpert aus Mrrpperg unterschlagen sowie die verwittwete Frau Realschuldirektor Alartin von hier um Mk. 10000 gebracht. Der Staatsanwalt hatte 7 Jahre Zuchthaus beantragt. Leipzig, 3. Juni. Die auf morgen anberaumte Verhandlung gegen den Uebersetzer der Tolstoi'schen Schrift „Der Sinn des Lebens", Direktor Löwenfeld vom Schillertheater in Berlin, und den Verlagsbuchhändler Eugen Dieb er ichs in Leipzig, gegen welche wegen Gotteslästerung und Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen Anklage erhoben wurde, ist auf unbestimmte Zeit vertagt. Paris, 2. Juni. Der Urheber des schrecklichen Motor- w a g e n u n f a l l s, bei dem am 16. März der bretonische Dichter Quellten den Tod fand, Agamemnon Schliemann, der Sohn des berühmten Trojasorschers, hatte sich heute vor der neunten Kammer des Pariser Zuchtpolizeigerichts zu verantworten. Aus den Zeugenaussagen und Verhandlungen ging hervor, daß das Unglück vielmehr dem Zusammentreffen unvorherzusehcnder Umstände und' vielleicht auch dem Mangel an Kaltblütigkeit des beklagenswerten Opfers als einer groben Fahrlässigkeit des Beklagten zuzuschreiben war. Da Againemnon Schliemann überdies freiwillig der Familie Quellten 8 0 000 Frs. Entschädigung gezahlt hat unb so ausrichtigen Schmerz über das von ihm angerichtete Unglück bekundet, daß ihn noch heute die bloße Erinnerung daran tn qualvollste Erregung versetzt, ließ der Gerichtshof Gnade für Recht ergehen und begnügte sich mit einer Verurteilung des Beklagten zu 2 0 0 F r §. B u ß e. Petersburg, 2. Juni. Der Attentäter L e cf e r t, der bekanntlich den Generalgouverneur v. Wahl verwundet hatte, wurde zum Tode verurteilt. Der Prozeß gegen den Briganten Musoliuo in Lucca geht seinem Ende entgegen, ©ehr günstig für den Angeklagten lautete die Aussage des Holzhändlers Longari. Er erzählte: „Am 18. September 1900 befand ich mich auf einem Waldwege des Aspronrente, als mir ein bewaffneter Mann entgegenkam, in dem ich auf Grund der Bildnisse Musolinos, die ich hängen gesehen hatte, den berühmten Briganten erkannte. Ich mürbe von großem Schrecken erfaßt, zog meine Brusttasche, in ber sich 1080 Lire be- fanben, unb wollte sie bem Briganten überreichen. Musolino aber wie§ bas Geld zurück. „Ich bin ein Unglücklicher" — sagte er — „aber kein Dieb! „Ich töte bloß die Spione und Meineidigen, die mich im Jahre 1898 durch falsches Zeugnis ins Zuchthaus gebracht haben." Von anderen Zeugen erfuhr man, daß Musolino sie beschenkt und jede kleine D i e n st l e i st u n g reichlich belohnt habe. Wo nahm der Brigant das Geld dazu her? Musolino hüllt sich über diesen Punkt in Schweigen. Aber man weiß ja, daß die kalabresischen grauen für ig n schwärmten und das Leben wagten, um ihm in die Bergklüsle des Aspromonte Lebensrnittel und wahrscheinlich auch Geld zu bringen. Eine Signora, deren Namen man nicht hat in Erfahrung bringen wollen, soll ihr ganzes Barver mögen, 50000 Lire, dem Briganten zur Ver- f ü gu n g gestellt haben. Der letzte Zeuge war der Lehrer D. Nucera, der Biograph Musolinos. Er hat oas Verdienst, frühzeitig erkannt au haben, daß Musolino im Jahre 1898 unschuldig verurteilt wurde. Ueber den Justizirrtum vom Jahre 1898 herrscht heute kaum noch ein Zweifel. An dem Mordversuche gegen seinen Nebenbuhler Zoccoli war Musolino vollständig unschuldig. Es hat sich damals wohl gar nicht um einen Mordversuch gehandelt, sondern um eine Komödie, die von der Familie Zoccoli ins Werk gesetzt wurde, um sich des verhaßten Musolino zu entledigen. Falsche Zeugen fanbcn die Zoccoli durch Bestechung soviel sic wollten, und Musolino wurde zu 21 Jahren Zuchthaus verurteilt. Aus diesem Justizirrtum ist dann das ganze Unheil entstanden. Der Biograph Musolmos schwärmt natürlid) für seinen Helden. Ist doch sein Buch „Musolino" in Hunderttausenden von Eremplaren vettaust worden. Der Brigant bediente sich des Lehrers Nucera auch als Sekretär, da er selbst mit dem Alphabet und der Orthographie auf schlechtem Fuße steht. Während 800 Polizisten und Soldaten den Briganten auf bem Aspromonte suchten, sap Musolino im Stübchen seines Biographen unb biftierte ihm Briefe an bie Zeitungen. „Aber warum haben Sie bas der Polizei nicht mitgeteilt?" fragte ber Präsibent ben Zeugen. „Musolino war als Gast in meinem Hause, unb ich werbe doch nicht so ehrlos sein, bas heilige Gast- recht zu verletzen!" antwortete ganz entrüstet der Lehrer. mag. Es fällt uns auf, daß man sich dabei einem sehr roeft- gehenden Optimismus hingiebt. Wir sinb unb bleiben ber Ansicht, daß da, wo England regiert, Deutschland kaum dominieren kann. Die zähen Briten sind aus der Affarre als Sieger hervorgegangen, wenn auch nicht gerade auf dem Schlachtfeld. Sie sind Heitten des Landes geworden, und werden es die übrigen Völker bald genug fühlen lassen, daß sie mit den unendlich reichen Mitteln, die ihnen in den Schoß gefallen sind, sich wieder als Herren der Wett fühlen. Und daß dabei bie englischen Großindustriellen in den neu gewonnenen Gebieten ben Rahm abschöpfen werben, versteht sich unserer Meinung nach von selbst, baß es kaum notwenbig sein sollte, noch speziell bar auf aufmerksam zu machen. Englanb wirb eine Zollunion herbeiführen, burch welche bie englischen Probukte den Vorzug genießen. In den Minen am Withwatersrand sind hauptsächlich amerikanische Maschinen im Gebrauch. Es fragt sich, ob die deutschen Maschinen den amerikanischen erfolgreich Konkurrenz machen können. Im „B. T." wird die Meinung ausgesprochen, daß bie Entwicklung ber beutschen Industrie nicht in so hohem Maße von der Situation in Afrika, rote von ber in Amerika abhängt. Es fragt sich, wie lange Amerika noch in ber Lage fein wirb, m der Hauptsache für ben Jnlanbskonsum zu produzieren. In bem Augenblick, in bem ber amerikanische Export in verstärktem Maße einsetzt, wird sich unsere Exportindusttte verringern. Auch die Entwicklung am Withwatersrand wird nur langsam vor sich gehen. Hauptsächlich wird man anfangs mit Arbeittkrmangel xu kämpfen haben, sodaß der Goldstrom nach Europa lange nicht so schnell und so statt sein wird, wie man jetzt vielseitig annimmt — Die chemische Großindustrie erwartet viel von bem neuen Aufschwung unb finbet einen günstigen Umftanb barii.x, baß die Chemiker in Südafrika in ber Mehrzahl Deutsche sind. — In der Elektrizttäts- industrie gehen die Meiitungen auseinander. Eine leitende Persönlichkeit spricht sich recht hoffnungsvoll aus, wahrend eine andere unsere Befürchtungen hegt und sagt: Die Engländer werden es vermutlich vermeiden, uns mit industriellen Aufträgen zu bedenken. — Die deutsche Mühlenindustrie. Recht kritisch hat sich schon seit längerer Zeit die Sage der deutschen Mühlenindustrie gestaltet. Von 31 Etablissements, die Aktienunternehmungen find, konnten nur 19 eine Dividende bezahlen und diese war von 7.4 Prozent im Vorjahr rückgängig bis 6.10 Prozent Die Durch- schntttsdioidende dieser 31 Mühlen beträgt nur 3.74 Prozent gegen 4.47 Proz. im Vorjahr. In dem neuem Ausfuhrregulatio wird hauptsächlich die Ursache des Rückgangs gefunden. — FufiouSverhaudluugeu bei Bcrgwerksgesellschafteu. Bezüglich der Gerüchte über Fusionsverhandlungen bei Bergwerken meldet die „Voss. Ztg.", daß es sich dabei nicht um unoerritzte Grubenfelder an der Lippe handelt, sondern um Verschmelzung bereits in Förderung stehender Bergwerke, deren Kuxen an den Börsen zu Essen unb Düsseldorf gehandelt werde. ES handle sich um Grubenerwerbungen seitens der Harpener unb Gelsenkirchener Bergwettsgesellschaften, sowie der Aktiengesellschaft Königshorn. — 3> <—3'/,Proz. Wiesbadener Stadtanleihc. Von dieser Anleihe werden am 6. d. Mts. 6 Millionen Matt zu 99.30 Proz. zur Zeichnung aufgelegt. — Bom Londoner Goldsharcsmartt roirb gemeldet, daß ber Haussetaumel rascher verflogen ist, als man annahm unb an- nehmcn konnte. Rian sagt, baß bie Aussichten für bie Entwicklung ber Golbinbustrie in ben Kursen vieler Werte schon hinlänglich eskomptiert sinb. Tann hat sich die Spttillation thatsächlich übernommen und schließlich wird den Jobbern doch etwas schärser auf die Finger gesehen als früher. — Zement-Industrie. Der Geschaftsbettcht der „Adler^ Deutsche Portlandzementsabrik Aktien-Gesellschaft in Berlin bespricht eingehend den Zusammenbruch des Syndikats und die verderblichen Folgen des Konkurrenzkampfes durch sinkende Preise, die besonders fühlbar werden durch die großen Vorräte aus 1900. Hebet die Aussichten des laufenden Jahres wird bemettt, die Vettaufs- preise seien niedrig, andererseits seien aber fallende Selbstkosten zu verzeichiien bei zunehmender Produktion. Der Bettcht hätt einen neuen Zusammenschluß der Zementindustrie für eine Frage der Zeit, da die gegenwärtigen Verhältnisse nur beft situierte Wette überdauern können. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt oie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Frage der Bodenreform. So dankenswert an sich das Bestreben des Herrn Damaschke ist, wettere Volkskreise mit der Frage der Bodenreform vertraut zu machen, so sehr ist aiiderersetts die Verquickung dieser Sache mit aussichtslosen Debattierklubsbestrebungen, wie das Herr Damaschke, nach dem Bettchte des „G.A."gethan hat, zu bedauern. HerrDamaschke als Vertreter der Gedanken des Amerikaners Henry George — warum nicht derjenigen Ottomar Betas in: „Deutschlands Verjüngung"? — ist der Vorsitzende des Bundes der Bodenreformer, in dessen Vorstand auch hervorragende Deutschsoziale ic, sitzen, und der parteilos sein soll. Statt dessen sehen wir, wie Herr Damaschke am Schluffe feinet Ausführungen von den national-sozialen Schriften spnchtz die der B. b. B. für ben jährlichen Beitrag versenbe. Hoffentlich ist das ein lapsus oalami. Wenn nicht, dann niuß hier eüt Segeln unter falscher Flagge festgestcllt werden. Und das wäre im Interesse der Bobenresormsache sehr zu bedauern. Der National- Sozialisrnus ist aussichtslos. Das haben die Wahlen von 1898 gezeigt, werden auch bie im nächsten Jahre ftattfiubenben erweisen. Warum bas so sein wirb unb sein mußte, gehört nicht hierher. Aber bie Wohnungsfrage ist so wichtig, baß sie nicht mit ben Wolkeilranblercien politischer Eigenbrötler im Blauen verschwinden darf. Weiterhin bilden gerade die Deutsch-Sozialen die Siern truppt der Bodenresormer. Nicht nur, daß diese Parteirichtung schon im Jahre 1889, also längst bevor man an Damaschke dachte, im Bochumer P r o g r a m m die Grimbzüge beutschen Bobenrechtes jeftlegte, sondern ihr Führer der Reichstagsabgeordnete Friedrich Raab war es auch, ber bie erste Bobenresormrebe vor einem deutschen Parlamente gehalten hat. Es ist ferner der Deutsch- Soziale Graf Ludwig Reventlow, der auf seinem Gute Wulsshagen bei Gettorf in Holstein die Grundsätze der Bodenreform in bie Praxis üb ertrug unb Gewinnbeteiligung für seine Arbeiter einführte. Es ist ber Deutsch-Soziale Wilhelm Schack, ber geniale Organisator ber beutschen Handlungsgehilfen, der diese Forderuiigen gegenüber freisinnigen und anderen Rückwärtsern im hamburgischen Parlamente oft genug begründet hat. Damit mag die Priorität und die Thatsache parlamentarischer und öffentlicher Vertretung der Bodenreform von anderer als nationalsozialer Seite genügend fest- gestellt sein. Es unterliegt ja keinem Zweifel, daß die Deutsch- Sozialen sich durch rolleiiwidrige Seitenspttinge des Herausgebers ber „Volksstimme" nicht in ihrem Bestreben bestimmen lassen roerbeii. Notwendig aber ist es für bat Vorsitzenben bes B. d. B., eine gute Sache nicht bem national-sozialen Wägelchen anzuvertrauen. Tas Streben nach beutschem Heimatsrecht bars nicht Parteisache werben. Der Gebaitte ist zii groß unb schön, als daß ihn Parteiegoismus in den Sand werfen sollte. An ihm müssen alle Parteien teilnehmen, bem ganzen Volke joll er zum Gemeingut werden! Damit ist ber Weg zu seiner Erfüllung gegeben. Ter national-soziale Schriftsetzer Kuhlmann bezeichnete einst in letzter Diskussionsnot ben B. b. B. als freihändlerisch. Ist die Aeußerung Damaschke's thatsächlich gefallen, so wäre das ein weiterer klärender Strahl. Versucht Damaschke unter der Flagge der Bodenreform ivie in Berlin („Mieterpartei") für den national- sozialen Verein zu agitieren, so ist dem B. d. B. das Urteil gesprochen. Es steht außer Frage, daß der Bund von dem llftomente an fortlaufende Mttgliedernummern zu führen hätte. Weite Kreise der Bundesmitglieder die an sozialer Gesinnung denen um Naumann nicht nachstehen, aber gerade deshalb auf anderem nationalem unb wirtschaftlichem Bobcn kämpfen, müßten dann ihren Austritt erklären. Das aber würbe em unberechenbarer Schaben sein. Denn bie Bobenrechtsbewegung ist so nötig wie bie liebe Sonne. Will Damaschke ben Karren feiner politischen Vereinst- brüder mit Hilft eines parteilosen Bundes aus dem Moraste ziehen aut! Aber der Karren wird weder flott werden, noch wird ein solches Vorgehen dem B. d. B. Nutzen bringen. Die meisten Mitgli^er werden sich dafür bedanken, die Politik der Bankiers, Kommerzienräte und Getreidespekulanten des Handelsvertragsoereins zu machen, in dessen Dienste nun fast alle nationalsoztalen „Führer" stehen. F. Fr. W ern er. Vermischtes. • König Friedrich Wilhelm IV., der am 31. Mai 1842 die Friedensklasse des Ordens pour le mSrite gestiftet hatte, überbrachte den Orden persönlich dem Direktor der Berliner Kunstakademie, Gottfried S ch a d o w. „Ach, Majestät", sagte der Alte, „wat soll ick alter Mann noch mit'n Orden!" „Aber, lieber Schadow, ich selbst . . . ." „Jut, jut, ick nehm'n", unterbrach Schadow den König, „aber wenn ich dod bin, muß 'n mein Willem kriegen." Der König sagte lachend zu und verzeichnete es in der Ordens-Matrikel. Wilhelm Schadow war Direktor der Kunstakademie in Düsseldorf. • Ausländerei in Deutschland. In einem Berliner Lokalblatte fand sich dieser Tage folgende Anzeige: „Good taste.“ Neu für Berlinl Neu für Berlin! Gentleman giebt Herren Anweisung, sich geschmackvoll, individuell und distinguiert zu kleiden. „Good taste", Würz- Hurgerstraße 16, Hochparterre, rechts. 9—ll1 /2, 3%—5, Sonntag 10—L — Die Alldeutschen Blätter bemerken dazu: „Nun ja, die Kultur schreitet ja bei uns schwerfälligen Deutschen langsam vorwärts, aber schließlich kommt sie doch. Wäre Rhodes noch am Leben, so würde er dem englischen Geschmacksprofessor gewiß ein Stipendium nicht versagen; trägt erst jeder Mann in Deutschland eine karrierte Hose, so kann die deutsch-englische Verbrüderung schließlich nicht aus- bleiben." — Ein Gegenstück dazu bietet folgende Geschäftskarte, die den „Alld. Bl." von einem Leser in Düsseldorf gesandt wird: „MAX WEHNER, DUESSELDORF, Benzen- uergstr. 38, Telephone No. 12b6. Menuiserie ä Vapeur Fabrique de mobiliers de magasios, buffets-comptoirs pour restaurants etc.“ ______________________________ Schlffsuachrichieil. „Red S t a r L i n i e" Antwerpen. Der Postdampfer „Friesland" der Red Star Linie, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 3. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. 1 in feder beliebigen Zchrislart und Karton« 5 0*^111! forte, sowie mit Zirkeln aller studentischen V Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preisen vrühl'sche Universitäts-Druckerei, Zchulstrasie Z nach Abzug von Wöchentliche Werßchkder Todesfälle in der Stadt EWk 20. Woche. Vom 11. bis 17. Mai 1902. Summa: 11 (6) 6 (5) 1 4 (1) Anm.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wre mel der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ____________________ Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 sinkt. 1600 Mann Militärs Sterblichkertsziffer: 22,08, 6 Ortsfremden 10,04"/®). Lungenschwindsucht Scharlach 1 1 — — 1 1 Rhachitis 2 (I) *— — 2 (1) Krebs 2 (2) 2 (2) —• *— Typhus 1 (1) 1 (1) — — Gehirnentzündung 1 d> 1 (1) — — Gehirnschlagfluß 1 1 —— Herzfehler 1 (1) 1 (1) — Abzehrung 1 — 1 — FBAHZJOSEF Bitterwasser ist das beste natürliche Abführmittel. 8098 ------------ Erhältlich überall. ■ — Brüder Schmidt 83. Eisenwaaren-Handlung 83 Seltersweg 83 Seltersweg 83. Gartengeräte, Rasenmäher, Schlauchrollen 3. Giesskannen etc. 3071 Aufgebot Albert Rübsannen. 4093 3545 Giessen, Bahnhofstrasse 63. Unterzeichneten. 4029 4183 Neue prima 3953 450 JL auf ii 4179 uppen, 1766 2276 n n 570 105 600 200 858 132 560 90 36 Schlitz, 29. Mai 1902. Otterbein, Konkursverwalter. w n u ii Planierungsarbeiten Gestückarbeiten Grabenaushub Steinfuhrlohn Steinsetzerlohn Steinschlagerlohn Sandlieferung Eindeckungsarbeiten 258 liegen nWurM)W Treppenleitern, Mangeln, Blumentische Garderobeständer. Pneumaf ic beste und billigste Bereifung für Fahrräder Ztüösamen'sche Aade- und Schwimmanstalt. Hierdurch die ergebene Mittellung, daß die Anstalt in allen Abteilungen eröffnet ist, und lade ich zum Abonnement höflichst ein. Die Liste liegt in der Anstalt zum Einzeichnen offen, und bitte ich, nähere Bedingungen daselbst zu erfragen. Für Familien Preisermäßigung; Semestertartc« für die Herren Studierenden 4 Mt. Die Badestunden für die Schuljugend fmb vormittag- von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. In diesen Stunden wird gute, gewiffenhafte Aufsicht geübt, sodaß die geehrten Eltern in jeder Beziehung beruhigt sein können. Schwimmunterricht in den gleichen Stunden. Die Anstalt ist geöffnet von morgens 6 Uhr bis 1 Uhr mittags und von 3 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. Los a. Maurerarbeiten , b. Eisenarbeiten einschl. Lieferung „ c. Zimmerarbeiten einschl. Lieferung 2. Bau einer Brücke über die Horloff: Los a. Erd-, Maurer- und Chaussierungsarbeiten b. Eisenarbeiten einschl. Lieferung 3. Herstellung des Unterwiesenwcges mit Grabenanlage Sonnrrstag, 26. Juni 1902 nachmittags 2*/i Uhr soll auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Hermann Bogt stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/491 — 56 qm Hofraite auf dem Seltersweg nochmals öffenllich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. Juni 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 4176 K Donnerstag den 19. Juni 1902, nachmittags 21/, Uhr, werden auf hiesigem Ortsgertcht die dein Wilh. Steinbach und bezw. dessen Ehefrau vor Namen tehenden Liegenschaften der Gemarkung Greßen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Mai 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 3982 Der Jakob Alban zu Alten-Buseck hat als Miterbe der am 22. Februar 1902 zu Alten-Buseck verstorbenen Katharina Schön Witwe geb. Alban das Aufgebotsverfahren zum Zwecke der Ausschließung von Nachlaßgläubigern beantragt. Die Nachlaßgläubiger werden daher aufgefordert, ihre Forderungen gegen den Nachlaß der genannten Schön Witwe spätestens in dem auf Samstag den 27. September 1902, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermin gemäß § 996 C. P. O. anzumelden. Die Nachlaßgläubiger, welche sich nicht melden, können unbeschadet des Rechts vor den Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen berücksichtigt zu werden, von den Erben nur insoweit Befriedigung verlangen, als sich nach Befriedigung der nicht ausgeschlossenen Gläubiger noch ein Ueberschuß ergiebt. Jeder Erbe haftet nach der Teilung des Nachlasses nur für den seinen Erbteil entsprechenden Teil der Verbindlichkeit. Gießen, den 23. Mai 1902. Großherzogliches Amtsgericht. für 2 Teller aubgeoeiu)iieuc ouupe, empieyie ul) meiner verehelichen Kundschaft garrz besonders, weil Vesser und praktischer als alle anderen Präparate gleicher Zweckbestimmung. 4138 Emil Fischbach, Seltersweg. eingetroffen bei Gg. Adami «MkWigM Versteigerung. Montag, 16. Juni l. I., vormittags 11 Uhr im Rathause zu Schlitz (Oberhessen), letzte öffentliche Versteigerung der zum Konkurse der Karl Treßer Eheleute gehörigen Liegenschaften, insbesondere des seit Jahren renommierten Geschäftshauses, in welchem seither flott gehende Metzgerei und Wirtschaft betrieben wurde. Das Haus ist sechs Minuten vom Bahnhof entfernt. Beste Lage der Stadt. Wirtschaft seither gut frequentiert. Tadelloser Eiskeller. Wasserleitung. Metzgerei mit Motorbetrieb eingerichtet. Unweit des Hauses schöner Garten. Sehr preiswert. Nähere Auskunft durch den In mein» Poliklinik liir Zahn- und todkranke wird Unbemittelten Wochentags von 1—2 Uhr unentgeltlich Hilfe gewährt. 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Elsbach stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen Flur 19/12588/100 - 100 qm 12683/100 — 100 qm 12733/100 — 194 qm Hofraite unter dem Wecherchen, Flur 19/133 b3/, — 38 qm Hof- raum daselbst, Flur 19/131,5 — 5 qm Weg rechts der Chaussee am Weiher öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. Juni 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. __Gro s._______4174 K. 25/2. Pmrrstßj, 10. Inti 1902 nachmittags 21/« Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Eduard Riemer und Ehefrau, geb. Elsbach, stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen Flur 19,12533/100 — 100 qm 12633/l00 - 100 qm 12733/1OO - 194 qm Hofraite unter dem Weiherchen, Flur 19/133 b8/j0 — 38 qm Hofraum daselbst, Flur 19'131,5 — 5 qm Weg rechts der Chaussee am Weiher öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. Juni 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 4175 Bekanntmachung. eamätaa deu 7. Juui 1902, nachmittags 3 Uhr, werden am Turmhaus auf dem Brand 127 lsd. Dieter, für städtische Zwecke unbrauchbar gewordene Haufschläuche öffentlich meistbietend "Mieten, ben 2. 3uni 1902. Großherzvguche Bürgermeisterei Greßen. Mecum. Bergemmg von KtratzknbmmrdkilkN. Donnerstag den 12. lfd. Mts., vormittags 10 Uhr, sollen in dem Rathaus zu Treis a. d. Lda. nachbenannte Arbeiten und Fuhren öffentlich in Accord gegeben werden und zwar: veranschlagt zu und L Mein diesjähriger grosser Inveiitur-Ausverkanf ww Montag* den 9. Juni. 4169 Fritz Z^owack, Ausstattungs - Geschäft und Wäsche-Fabrik. . ■ 1 • • j asaa Julios SeSmlze Anfang 8 Uhr, Eintritt 50 Pfg. Die Abonnemente liste zirkuliert. 4188 Kr*usfte, Grossh. Musikdirektor. 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Wolfer IRoderne Beleuchtungskörper Klofet- und ßadeeinrichiungen «2 «2 71 85 36 92 927 97 27068 28001 B ■N Jt S s B « Rahm-, Limbllrser- Haaii-, Krüter- Ltaagknkümel- 825 28 44 991 98 4 2008 85 194 841 37 69 4 8050 60 61 79 109 18 42 61 83 691 93 99 831 44051 78 186 240 87 815 60 921 68 448 72 541 30 799 32 618 45 97 63 87 758 k> 06 K kß Z Z B B 820 32 93 901 46 76 4010 26 60 80 94 172 201 49 54 68 90 382 [200] 401 40 61 676 748 54 90 813 38 981 70 812 54 91 951 56 66 68 77 10049 63 81 83 167 70 821 72 86 421 [800] 66 604 13 712 35 51 73 872 946 65 99 s 18 364 431 32 45 91 625 82 722 32 139 89 99 411 507 787 848 77 917 74 200 42 310 96 460 504 18 23 74 822 39 51 54 445 46 533 90 702 76 45212 41 331 440 50 95 538 I -5 G 68 ■3 fl Abonnements-Karten sind in der Musikalienhandlung des Herrn Chaliier sowie an den Kassen zu haben. Derdi gemeinschaftlichen Einkauf mit sämtlichen Mitgliedern bin ich in der Lage, in allen meinen Artikeln bei prima Qualitäten aussergewöhnlich billig zu sein. 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Billard (Fürstemveger-Mainz) 827 [250] 57 929 4 6229 61 301 589 10 656 771 88 821 95 961 92 4 7050 167 83 279 85 325 87 441 53 56 514 •6 624 91 721 92 834 66 984 48125 203 8 53 59 70 359 422 33 35 41 61 ftOO] 14 81 207 8 [200] 78 96 810 19 45 52 413 24 38 78 504 85 630 31 51 807 54 99 904 34 42 75 2028 78 132 54 255 349 72 404 28 506 17 562 610 17 27 49 796 859 99 4 9011 73 80 84 228 73 347 414 566 77 [1000] 79 713 67 899 992 50234 331 42 58 84 419 46 539 665 94 756 79 97 819 915 16 51042 79 164 81 273 88 515 77 90 604 54 61 97 838 42 48 907 5 2106 266 84 367 404 21 61 560 676 89 [200] 704 24 25 82 84 800 61 920 39 53110 43 74 [250] 262 78 315 427 53 529 61 724 67 864 910 5*093 134 284 «7 91 50) 94 663 722 857 60 931 32 49 91 J. M. Schulhof Telephon 119. 814 Prompter Versandt nach ausw. 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Fr. v. 50000] 34 84 826 962 1 2079 100 372 402 27 36 653 85 662 93 713 36 ' - ---- -------- — — 34 82 976 ^ERFURT’lgl [Gutzieht anlj SCHUTZ-MARKE« Caf<; Leib. Caf« Leib. Inh.: Jakob Roll. 4035 Jede« Dienstag- und Freitagabend: Kroßes Härten-Konzert lutsgeführt von Mitgliedern der RegimeutS-Kapelle. Eintritt 20 Pfg. Bier per Glas 10 Pfg. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saal statt, Atelier für Portraitmaierei von Ott» Fritz, akad. Kunstmaler. Unterricht, floethestrasse II, Merton. 20042 102 218 26 55 316 30 433 44 587 607 43 707 79 [300] 821 905 25 57 83 21001 30 77 248 53 78 [200] 437 519 52 56 600 920 23 44 52182 87 27 420 24 33 613 725 29 63 846 SS 926 23072 131 54 56 SIS 73 318 24 90 401 54 504 93 697 99 708 11 58 68 811 50 47 72 918 76 24042 68 111 44 222 83 338 [200] 477 785 89 836 52 918 46 25044 150 97 241 352 77 469 80 526 631 742 68 885 [2501 26140 83 261 377 465 72 90 548 636 66 744 52 830 50 69 73 80 908 105 49 213 61 324 86 99 455 626 47 53 77 719 861 66 86 92 909 72 64 113 [260] 364 75 81 88 411 [200] 537 609 36 65 735 36 54 867 87 916 TI 29007 140 41 [200] 73 [300] 234 331 51 89 436 49 506 80 614 81 83 Lebende 02499 Krebse uni Enlißsje soeben eingetroffen. Gietzener FischhanS M. Simon, Astermeg 1. Billiger Kiessand zu haben bei Maurermeister Philipp Rabenau, Treis,Bahn- statiou Treis a. 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