Nr. 104 Urschet»! täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktton, Erpedttiori und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Morrtag 5. Mai 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt. ve»ug»pret», monatlich 7bPs., viertel^ jährlich Mk. 2L0; durch GietzenerAnzeiger m W General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Parlamentarisches aus Hessen. (Schluß.) Ter Sonderausschuß, zur Beratung der Regierungsvors^ läge den Gesetzentwurf, betr. die E r i ch t u n g einer hessi» scheu Pfandbriesbcrnk, stimmt im allgemeinen der Abfassung der Regierungsvorlage zu. Von Abweichungen sei folgendes hervorgehoben: Zu Art. 3 hat der Ausschuß! einige grundsätzliche Wünsche, denen er keinesfalls entsagen möchte, nämlich: 1. Falls später die Regierung beabsichtigen sollte, ihre Beteiligung zu erhöhen oder die Bank zu erwerben oder für die Auflösung der Gesellschaft zu stimmen, 'so soll dies nur unter Zustimmung der Stände geschehen. Die Regierung hält dies für selbstverständlich, da diese Aktionen sich nicht ohne Aufwand staatlicher Mittel werden vollziehen können, hat jedoch gegen Ausnahme der Bedingung in das' Gesetz nichts zu erinnern. 2. Km Interesse der Entwickelung eines korporativem Lebens in der zu gründenden Anstalt soll es ausgeschlossen werden, daß ein Aktionär mehr als die Hälfte aller Stimmen habe. Der Ausschuß' hegt die Besorgnis, daß sonst die Uebermacht der staatlichen Beteiligung die Thätigkeit der anderem Aktionäre ersticken werde. Ter Ausschuß beantragt deshalb 1. Ersatz des Wortes „Pfandbriefbank" durch „Hypothekenbank" und 2. die Beifügung eines zweiten und dritten dem Gesagten ent», sprechenden Absatzes zu Artikel 3. — Zu Art. 4 beantragt der Ausschuß einen Artikel 4 a. „die Hypothekenbank ist vom allen Staats- und Kommunalsteuern befreit" Artikel 4b: „Das Verfahren der Zwangsvollstreckung im Verwaltungs-,' weg findet auf die Forderungen der Bank in gleicher Weiss Anwendung, wie auf diejenigen Gemeindeforderungen, die sich nicht auf Umlagen oder sonstige von der Verwaltungsbehörde genehmigte oder gesetzlich den Gemeinde^Abgabem gleichgestellte Anschläge gründen." Ferner wird ein Artikel 4 c beantragt: „Eine Urkunde, die von der Bank innerhalb ihres Geschäftskreises ausgenommen ist, gilt, falls sie von den nach dem Gesellschaslsvertrag zuständigen Vertretern der Bant ordnungsmäßig unterschrieben und mit dem Siegel oder Stempel der Bant versehen ist, als eine öffentliche Urkunde. Eine Urkunde der im Absatz 1 bestimmten Art steht, soweit es sich um die Löschung eines der im Artikel 40 Absatz 1 des Gesetzes vom 10. Mai 1893, Grundeigentum und Hypothekenwesen in der Provinz Rheinhessen betreffend, bezeichneten Rechte oder um die Löschung einer Beschränkung oder einer Sperre handelt, einer gerichtlichen oder notariellen Urkunde gleich." und ein Artikel4d: „Sämtliche Staats- und (Gemeinde-Behörden und Beamte sind verpflichtet, dem Vorstand der Bank oder den in seinem Auftrag handelnden Personen ;ede Auskunft zu erteilen über Beschaffenheit, Wert und Be- lastung der zum Unterpfand angebotenen Grundstücke und über sonstige den Geschäftskreis der Bank berührende Verhältnisse, ausgenommen die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Darlehensnehmer. Diese Vorschrift gilt jedoch für die Gerichte und Notare nur insoweit, als es sich um das Eigentum, die Belastung des Eigentums oder sonstige Rechte an Grundstücken handelt. Die Auskunft darf nur dann verweigert werden, wenn besondere dienstliche Rücksichten entgegenstehen. Im Zweifelsfalle entscheidet die zuständige Aufsichtsbehörde. Inwieweit eine derartige Auskunft entgeltlich oder unentgeltlich zu gewähren ist, wird durch die von Unserem Ministerium der Finanzen zu erlassenden Ausführungs- bestimmnngen festgesetzt." Der Zweite Ausschuß der 2. Kammer beantragt, die von der Regierung vorgeschlagene Aenderung des Gesetzes vom 12. August 1896, den Bau und die Unterhaltung der Aunststraßen im Großherzogtum betr. anzunehmen. Danach lautet der Artikel 30, Absatz 1: „Tie Kreisstratzenverwaltung hat die Benutzung der Kreisstraßen zur Anlage von Ueberfahrten nach und von Bekanntmachung. Die Grundbesitzer, welche ihren Grundbesitz entweder ganz ober teilweise nicht selbst bewirtschaften, werden hierdurch aufgefordert, bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemeinde, in deren Gemarkung die Grundstücke liegen, bis rum 1. Juni l. I. schriftlich oder mündlich zu Protokoll den Antrag zu stellen, daß der auf die Steuerkapitalien ihrer Grundstücke oder einzelner derselben entfallende Beitrag zur Berufsgenossenschaft von einem anderen, als Betriebsunternehmer zur Zahlung Verpflichteten, erhoben werde. Die Anträge müssen auch die nötigen Angaben über die Pachterträgnisse der einzelnen Lose enthalten. Sodann wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 der Verordnung vom 11. Juni 1888 von nachverzeichn eten Objekten ein Beitrag zur Berussgenossenschast nicht erhoben wird: 1. von Grundstücken, welche zu einem land- ober forstwirtschaftlichen Betriebe überhaupt nicht gehören; 2. von allen Gebäuden nebst zugehörigen tzofräumen, Haus- und Ziergärten; 3. von Grundstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist; 4. von steuerpflichtigen Grundstücken, bereit lanb unb forstwirtschaftliche Benutzung bauernd eingestellt ist, sei cs, daß jede Nutzung aufgehört hat, sei es, daß an Stelle der land- und forstwirtschaftlichen eine gewerbliche Benutzung getreten ist (z. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinbruch). Diejenigen Grundbesitzer, welche derartige Beftciungs- gründe, die sich der amtlichen Kenntnis entziehen, geltend machen tonnen, werden aufgesordert, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, vis zum 1. Juni L I. zu beantragen. Gießen, den 2. Mai 1902. Großherzvglichcs Kreisamt Gießen. v- Bechtold. Gießen, den 2. Mai 1902. Betr.: Die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Vorstehende Beiann^nacyung wollen cic aidbaio auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen. Unter Bezugnahme auf § 5 und 10 der Verordnung oom 11. Juli 1888, die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen betreffend, und unsere Ausschreiben vom 10. und 18. Mai, sowie vom 17. Juni 1889 (Anzeigeblatt Nr. 112, 119 und 167, drittes Blatt) machen wir Sie noch darauf aufmerksam, daß die Grundbesitzer, welche ihren Grundbesitz nicht selbst bewirtschaften, bei der Anmeldung das Rechtsverhältnis (z. B Pacht rc.) und die Pachterträgnisse der einzelnen Lose anzugeben haben. Ueber die gestellten Anträge haben Sie ein Register nach der Zeitfolge der Anträge in vorschriftsmäßiger Form (cf. Formular A zu der Verordnung oom 11. Mai 1888, S. 93 des Regierungsblattes) zu führen und dies Register spätestens bis zum 15. Juni L I. unter Anschluß der gestellten Anträge und der dazu gehörigen Nachweise an uns ^inzusenden. Innerhalb gleicher Frist sind die Anmeldungen eingetretener Befreiungsgründe von der Beitragspflicht (cf. § 10 der dllgem. Verordnung) mit dem von Ihnen zu führenden Antragsregister uns mitzuteilen. Tie Anträge sind von Ihnen zu prüfen und nach Befund als richtig zu bescheinigen. Sodann weisen wir Sic unter Bezugnahme auf § 14 unb 15 der genannten Verordnung hierdurch an: 1. Verzeichnisse der in den Gemeinden etwa vorhandenen landwirtschastlichen Nebenbetriebe (z. B von Fuhrwerks-, Drescherei-, Brennerei-, Molkerei-, Steinbruchs-, Sandgruben-, Lehmgruben-, Torfstich-/ Ziegelei-, Kalköfen-, Kellerei-Getrieben rc.), soweit diese Betriebe nicht bereits nach dem gewerblichen Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 versichert sind, 2. Verzeichnisse der außerhalb des Großherzogtums gelegenen Grundstücke, welche zu einem landwirtschaftlichen Betriebe im Großherzogtum gehören, mit Angabe dieser Grundstücke nach der Katasterbezeichnung der Größe und des Eigentümers, an den Vorstand der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, Herrn Regierungsrat Rach in Darmstadt, bis Ende Juni l. I. einzusenden. v- Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Fclbbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen. In der Zeit vom 7. bis einschließlich 20. Mai l. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen folgende Sitten zur Einsicht der Beteiligten offen: 1) Das topogr. Güteroerzcichms des Feldbereinigungsbezirks. In dem topogr. Güteroerzeichnis ist die Wahrung der Rechtsverhältnisse zur Darstellung gebracht. (Art. 25 des F-elbbereinigungsgesetzes.) 2) Das Verzeichnis derjenigen Grundstücke, welche infolge der Feldbereinigung an Stelle der verpfändeten alten Grundstücke getreten sind. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der obenangegebenen Offenlegungsfrist schriftlich bei Großherzogl. Bürgermeisterei Ruttershausen ein* zureichen. Friedberg, den 30. April 1902. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Der Auftrieb zu den Gießener Vieymärkten sindet für die Folge bis auf weiteres vormittags um 6 Uhr statt. Gießen, den 5. Mai 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. H e ch l e r. Bekanntmachung. Die Wilhelmstraße zwischen Frankfurterstraße und Lcih- gefternerroeg wird neu eingedeckt unb eingewalzt und deshalb vom 6. bis einschl. 10. l. Mts. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 5. Mai 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Reichsgesetzes, die Abänderung der Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900 betr. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, daß die offenen Verkaufsstellen am 4. unb 11. Mai, als den beiden Sonntagen vor Pfingsten bis abends 7 Uhr, am 7., 14., 15., 16. und 17. b. Mts. bis abenbs 10 Uhr offen gehalten werden dürfen. Gießen, den 5. Mai 1902. Großherzogliches Pottzeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. In der Zeit vom 26. April bis 3. Mai 1902 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 silberne Herrenuhr, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 Chaisekapsek; verloren; 1 Portemonnaie mit 10 Mk. Inhalt, 1 Cra- vattennadel, 1 Weinzipfel mit silberschwarzem Band und 1 gold. Karabinerhaken (von einer Uhrkette); entflogen ist: ein Kanarienvogel. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 3. Mai 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Von je 100000 strafmündigen Einwohnern der Civilbevölkerun wurden wegen Diebstahls verurteilt Der Zolltarif unb bas siebente Kevot. Mir lesen in der Korrespondenz des Handels-Vertrags- Vereins unter dieser Ueberschrift: Noch streiten sich die Herren von der Mehrheit des Reichstages unter einander, ob sie bei den Getreidezöllen her Regierung zuliebe 50 Pfg. nachlassen sollen ober nicht. Einig aber sinb sie unter sich und mit der Regierung, daß bie Getreibezölle gewaltig erhöht und damit die Ge- treibepreise entsprechend gesteigert werden sollen. Unter diesen Umständen kommt eine Schrift gerade zurecht, die soeben unter den Abhandlungen des kriminalistischen Seminars des Professors v. Liszt erschienen ist".*) Sic behandelt die alte Streitfrage des Zusammenhanges von Getreideprcisen und Vermögensdelikten unter Berücksichtigung des allerneuesten Materials. Das Ergebnis veranschaulicht nachstehende Tabelle: 325,3 312,4 301,3 279,3 272,3 259,1 251,5 274,1 269,0 281,2 3113 269,5 266,3 255,4 247p 249,9 256,4 Uebereinftimmung bei Bewegung b er Getreidepreise mit der bei einzelnen D ie b st a h l s ar te n mit Recht frappant Kaum baß sich einmal eine Abweichung zeigt. Zu beachten ist übrigens, baß sich bie Wirkung ber Aenderung der Getreibepreise meist erst im folgenden Jahre voll zeigt Aus brei Grünben. Einmal, weil bie Brotpreise nicht unmittelbar den Getreibepreifcn folgen, sonbern erst einige Monate später. Sodann, weil die Verschlechterung bei wirtschaftlichen Lage der ärmeren Klassen, bie bie Verteuerung bes notwendigsten Lebensmittels in der Stege: ») Getreibepreise unb Kriminalität in Deutschland seit 1882 von Hermann Bera, Referenbar, Berlin, 1902, Verlag I. Gatten lag, L50 Mk. Jahr Durchschnittspreise von Roggen und Weizen pro Tonne 1882 185,19 1883 165,37 1884 159,73 1885 154,01 1886 147,26 1887 145,99 1888 155,43 1889 169,64 1890 181,32 1891 216,31 1892 184,00 1893 146,94 1894 127,10 1895 132,17 1896 139,29 1897 152,08 1898 170,55 Der Ve rfasser nennt bie mit sich bringt, erst allmählich den Entschluß zum Diebstahl' reifen läßt. Vor allem schließlich deshalb, weil ein großer Teil der Verurteilungen sich auf Delikte bezieht, die schon >as Jahr vorher begangen worden sind. Darum ist es nicht auffällig, sondern nur natürlich, daß die Hungersnot* preise des Jahres 1891 sich darin äußern, daß die Verurteilungen wegen Diebstahls im Jahre 1892 riesenhaft an* chwellcn. Genau derselbe Parallelismus wie zwischen Getreide» preisen und Diebstahl sindet sich zwischen Getrcidepreisew und Hehlerei. Tie höchsten Getreidcpreise 1882 und 1891/92 bedeuten auch die höchsten Ziffern der Hehlerei (26,83 und 25,82 auf 100 000 strafmündige Einwohner). Die nicdrrgen Getreidcpreise Ende der 80er Jahre lassen diese Zisiern auf 20,70 und Mitte der 90er Jahre auf 18,55 sinken. Aas ein warmer Frühlingsregen für die Saaten, das sind die hohen Getreidepreise für Hehler und Stehler: sie lassen sie nur so emporschießen. Gewiß loärc es eine Ueber* treibung, wenn man allein die Getreidcpreise für bie Moralität des Volkes verantwortlich machte. Aber daß sie eine gewaltige Rolle dabei spielen, können nur Menschen leugnen, die sich blind stellen oder blind sind. Wer künstlich hohe Getreibepreise herbeiführen will, führt dabei, ob er will ober nicht, eine Vermehrung der Vermögensbeliktel herbei. Mit anberen Worten: wer bas Brot verteuert^ züchtet Diebe, füllt die Gefängnisse. Mas für bie Parteien, die die Bezeichnung „christlich" für ihre Politik mit Vorliebe in Anspruch nehmen, eigentlich nicht ganz unbeachtlich sein sollte." den benachbarten Grundstücken, zur Herstellung von Wasserab- und Zuleitungen: jeder Art, sowie zur Herstellung sonstiger, besonderen Zwecken dienender öffentlicher oder privater Anlagen, insbesondere auch der dem Eisenbahn- oder Postbetrieb dienenden Telegraphenanlagen, auf Kosten der Beteiligten zu gestatten, wenn und insofern öffentliche Int er esse n nicht entgegen stehen und insbesondere, abgesehen von vorübergehenden Störungen, der Gemeingebrauch der Straste nicht erheblich beeinträchtigt wird." Ter vierte Ausschuß beantragt, den dringlichen Antrag des Abgeordneten Schönberger betresfend die Statuten der Sparkassen für erledigt zu erklären. Derselbe Ausschuß hat zu dein Antrag der Abgeordneten Leun und Wolf, betreffend: Portofreiheit für P o st p a ck e t e a n M i l i t ä r p e r s o n e n beschlossen, zu beantragen: „Die Kammer wolle Grosth. Regierung ersuchen, ihre BundeSratsbevollmächtigten anzuweisen, int Bundesrate folgendes anzuregen: G e s e tz l i ch e Fe st l e g u n H der Portovergünstigung für Soldaten Pakete innerhalb des gesainten Reichsgebiets: 1. bis zur Höchstgrenze von 3 Kilogramm auf 20 Pfg.; 2. bis zur Höchstgrenze von 5 Kilogramm auf 25 Pfg." unD den Antrag Leun und Wolf damit für erledigt zu erklären. Ter Borstand des Fischerei-Bereins für das Grostherzog- tum Hessen richtet eine Borstellung an die Zweite Kammer, die Aufhebung des § 48 des Fischerei-Gesetzes vom 27. April 1881: das Freiangeln in den Strömen, im Sinne der Regierungsvorlage bald zur Entscheidung zu bringen. Begründet wird die Petition damit, daß nicht nur durch Wegfangen von Fischen und besonders von minder- inästigen Fischen durch die Angler der Fisch bestand schwer geschädigt wird, sondern die Berusssischer auch dadurch Schaden leiden, daß ein Teil der Angler aus zweifelhaften Personen besteht, denen es nicht darauf ankommt, die ausgestellten Fanggeräte der Fischer ihres Inhaltes zu berauben und noch obendrein die Fanggeräte selbst zu ent- wenden oder zu zerstören. Deutsches Keich. Berlin, 4. Mai. Der Kaiser stattete, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, gestern nachmittag dem Reichskanzler Grasen Bülow einen längeren Besuch ai und sprach dem Grasen seine Glückwünsche zum Geburtstage aus. — Der Kaiser befahl aus Anlaß des Ablebens des Prinzen Georg eine 14tägige Hoftrauer bis zum 16. Mai. — Der Kroit Prinz traf heute vormittag gegen 9 Uhr hier ein und reiste nach mehrstündigem Aufenthalte in Begleitung des Prinzen Max nach Kaltenbronn zur Jagd. — Gestern nachmittag wurde die Einbalsamierung der Leiche des verstorbenen Prinzen Georg von Preußen vorgenommen. Alsdann erfolgte die Einsetzung in den Sarg, der bis zur Trauerfeier offen bleibt. Am Montag abend findet eine Trauerfeier für den Verewigten im Palais desselben statt. Nach der Feier erfolgt die Uebersührung der Leiche nach der Dom-Jnterimskirche. — Der Reichskanzler hat den Präsidenten des Reichstages, Grafen B a l l e st r e m, und Vertreter der Konservativen, des Zentrums und der Nationalliberalen heute mittag zu einer Besprechung in das Reichskanzlerpalais gebeten und den Sperren eröffnet, daß die Regierung besonderen Wert auf die baldige Verabschiedung der Zuckersteuervorläge durch den Reichstag lege, auch eine baldige Erledigung der Branntw.ein- steuervorlage wünsche. Sollte wegen der Zuckersteuervorlage eine Kommissionsberatung gewünscht werden, so sei es geboten, daß der Reichstag noch nach Pfingsten einige Zeit zusammenbleibe. Bremerhaven, 3. Mai. Heute nachmittag um fünf Uhr ging der Lloyddampfer „Main" mit 50 Offizieren, 90 Deckoffizieren und 1700 Mann, die als Ablösung für das ostasiatische Geschwader bestimmt sind, in See. Ausland. Wien, 4. Mai. Abg. Wolf protestiert in der „Ostdeutschen Rundschau" gegen die „geradezu an Wahnsinn grenzende Skrupellosigkeit", mit welcher Schoenerer und sein Gefolge gegen ihn die verschiedensten Beschuldigungen erheben. Er sagt u. a.: Doch jetzt mag kommen, was da wolle. Er (Wolf) werde rücksichtslos den ihm aufgedrungenen Kamps führen, und es werde sich zeigen, von wem zum Schlüsse anständige Leute sich voll Ekel und Abscheu wenden werden. Wenn er es Physisch aushalte, so werden am Ende des Kampfes andere als er vernichtet am Boden liegen. L o n o o n, 4. Mai. Nach einem Telegramm des Bureau Lassan aus Newyork wird aus China gemeldet, daß die Kaiserin-Witwe an n e r v ö s e r E rschöpsung und S ch l a s l o s i g k e i t leide; ihre Kr ä s t e n ä h m e n s ch n e l l ab; europäische und chinesische Aerzte feien konsultiert worden. Madrid, 4. Mai. Nachrichten aus Portugal zufolge haben in Coimbra Srudentenunruhen stattge- funden, bei welchen eine Person getötet und mehrere verletzt wurden. Infolge dieser Unruhen wurde die dortige Universität geschlossen.. Auch in Lissabon veranstalteten die Studenten der technischen Hochschule Kundgebungen gegen die Klerikalen und gegen das Couvenio und brachten Hoch- rufe aus die Republit aus; die Truppen weigerten sich, die aufrührerische Bewegung zu unterdrücken. Ter „Libenal" meldet, in ganz Portugal herrsche gegen das Convenio große Erregung, welche sich auch der militärischen Kreise be- mächtigt habe. Zweihundert M a r i n e o f s i z i e r e, welche in einem Schreiben an den König gegen jene Vereinbarung mit den auswärtigen Gläubiger protestierten, hätten sich geweigert, diesen Protest zurüüzunehmen. Stockholm, 4. Mai. Sowohl die vorgeschlagene Verdoppelung der Tabak- und Cigarrenzölle, wie das Tabak mo nopol wurden gestern vom Reichstage abgelehnt. Belgrad, 4. Mai. In Tjakowitza in Altserbien kam es zwischen zwei Albanesenstämmen zu einem blutigen Zus amm ßnsto ße, an welchem sich an tausend Personen beteiligten. New York, 4. Mai. Eine Depesche aus Willemstad meldet, daß ü b e r a l l in V e n e z u e l a A u f ru h r herrsche. Tie Zeitung „Tiempo", das leitende Blatt von Caraeas, sei unterdrückt worden.. Aus Stadl und Sand. Gießen, 5. Mai 1902. ** Zum Vorsitzenden des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen für das 2. Quartal 1902 ist Landgerichtsrat Schniidt ernannt worden. Die Session beginnt im nächsten Monat. ** Zu einem Zusammenstoß, der leicht böse Folgen hätte haben können, kam es am Samstag Abend in der Mar. burgerstraße. Eine Dame, welche den östlichen Bürgersteig in der Marburgerstraße eben verlassen hatte, um den Ueber- gang zur Steinstraße zu benutzen, wurde von einem dahersausenden Radfahrer umgefahren. Auch der Radfahrer stürzte. Anscheinend kamen beide mit dem Schrecken davon. — Wir können nicht dringend genug die Radfahrer vor all- zuraschem Fahren im Weichbilde der Stadt und besonders bei Straßenkreuzungen warnen; und es wäre angebracht, wenn unsere Sicherheitsorgane im Interesse der Fußgänger in solchen Fällen energisch einschritten. * * Ein Hochstapler. Jüngst berichteten wir von einem früheren Volksschullehrer, der zuletzt am Wetzlarer Gymnasium als Zeichenlehrer Verwendung fand und _ der wegen unwürdigen Betragens aus dem Schuldienste entfernt werden mußte. Später erschwindelte er sich bei einem hie- igen Geistlichen ein Darlehen von 20 Mk. Von der Anklage des Betrugs wurde er damals zwar freigesprochen, dagegen seine Neuverhaftung verfügt, weil er noch von andern Staatsanwaltschaften verfolgt wurde. Gegen Kaution ist der Verhaftete inzwischen auf freien Fuß gesetzt worden und hat ofort eine neue Schwindelei ins Werk gesetzt. Er gab sich nämlich in einem hiesigen Restaurant als Kriminalbeamter aus, dem es gelungen sei, den Direktor der Kasseler Treber- gesellschaft zu verhaften und der nunmehr mit dem ehrenvollen Auftrage nach Gießen gesandt worden sei, um den Schwindler Haug, der längere Zeit in Ulrichstein als praktischer Arzt sein Wesen trieb, ausfindig zu machen. Als Kriminalbeamter hat er sich auch noch in einem anderen Falle aufgespielt. * * Eine Herumtreiberin wurde in der Nacht vom 3. auf den 4. in der Westanlage verhaftet. * * Ein Betrüger. Ein junger Kaufmann aus Bad Langenschwalbach verübte in Wetzlar einen Betrug, indem er sich unter falscher Vorspiegelung von einer Frankfurter Firma telegraphisch 100 Mark senden ließ. Kurz nach Der Auszahlung des Geldes wurde der Betrug entdeckt, und der Betrüger von dem bestellenden Postbeamten verfolgt. Auf dem hiesigen Bahnhof erfolgte seine Verhaftung. * * Ruhestörer. Ein von hier gebürtiger Schneidergeselle mußte wegen fortgesetzter Ruhestörung ins Haftlokal gebracht werden. * * Messerheld. Ein bekannter hiesiger Raufbold wurde arretiert, weil er ohne jede Veranlassung einen ihm entgegenkommenden Monteur durch einen Messerstich am Halse verletzte. * * Schlägerei. In einer Wirtschaft der Wallthor- traße entstand eine regelrechte Schlägerei, wobei auch Fensterscheiben in Stücke gingen. Die Später wurden zur Anzeige gebracht. * * Landeslotterie. Wer Lust hat, in der hessischen Landeslotterie zu spielen oder nach bereits erfolgtem Kauf eines Loses erster Klasse an die planmäßig von Klasse zu Klasse wachsenden Gewinnaussichten weiter teilzunehmen, muß sich noch vor morgen ,Dienstag, ein Los zur zweiten Klasse kaufen, weil an diesem Tage die Ziehung zweiter Klasse beginnt . Nach der bekannten Vergleichsstatistik bietet thatsächlich reine der bestehenden Lotterien gleich gute Ansichten auf wirkliche Gewinne als die hessische Landeslotterie. * * Von Der Südanlage. NachDem im vergangenen Jahre unser Stadtgärtner die Südanlage überaus geschmackvoll umgemodelt hat, erfährt sie dem Promenadenwege entlang in diesem Jahre eine weitere Verschönerung. Um die grüne Rasenfläche zu unterbrechen, sind in Der Nähe der Mündung der Plock- und Johanuesstraße Gruppen von Steinen, sogen. Findlinge gelagert, die Diesem Teile der Anlage einen überaus reizvollen Anblick geben. Man müßte nun noch eine Vermehrung der Ruhebänke vor-, nehmen. Ter Verschönerungsverein, Der Darum angegangen war, mußte leiDer Davon absehen. Da seine Mittel für Dieses Jahr erschöpft find. * * Das Anturnen Des Turnvereins, das gestern abend in der Turnhalle an Der Nordanlage stattfand, ist bei lebhafter Beteiligung sehr schön verlaufen. Es mürbe am Reck geturnt; Die Hebungen wurDen trotz ihrer Schwierigkeit tadellos ausgeführt. Auch die am Barren vorgeführten Pyramiden fanden reichen Beifall. Nach Beendigung der turnerischen Vorführungen bildete ein Tänzchen Den Schluß Der Veranstaltung. * * Ortsgruppe Der Eisenbahnhandwerker Gießen. Am Samstag abend beging in der Turnhalle die Ortsgruppe Der Eisenbahnhandwerker Gießen ihr vierjähriges Stiftungsfest, Das einen schönen Verlauf nahm. * * Der Verbandstag Des Deutschen Holz- arb eiter-Ver b anDes trat gestern in Mainz zusammen. Er mürbe mit einer Begrüßung ber Delegierten eröffnet, bei ber Reichstagsabgeordneter Klo ß-Stuttgart bie Eröffnnugsrebe hielt. Es finb etwa 100 Delegierte erschienen, augerbem finb Gäste aus Oesterreich, ber Schmeiz, Dänemark unb England anroefenb. Den mächtigsten Punkt ber Tagesordnung bilbet bie Einführung ber Arbeitslosenversicherung. Dafür ist eine kleine Beitragserhöhung in Aussicht genommen. *"• Vergrößerung des Universitätsbibliotheks-Geländes. „Zu Der unter dieser Süchmarke in der vorigen Stummer unseres Blattes veröffentlichten Notiz, die uns von einem Berichterstatter mitgeteilt wurde, geht uns von zustänbiger Seite die Mitteilung zu, daß Der Staat, entgegen dieser Nachricht, weder direkt, noch indirekt Gelände neben dem Bauplatz erworben hat." k. Steinberg, 4. Mai. Die von der hiesigen sozialdemokratischen Partei für gestern vorgesehene Maifeier fand im Saale der Ww. Schmandt statt. Nach dem Vortrage einiger Musikstücke hielt Stadtverordneter Krumm - Gießen einen Vortrag über die Bedeutung des 1. Mai. Er erntete reichen Beifall. i. Lanbach, 5. Mai. Am Mittwoch feierte der Solms er Zweigverein der Gustav Adolf st iftung fein Jahresfest hier. Die dringende Bestellung Der Felder hielt zwar viele von der Feier ab, doch hatte sich eine zahlreiche Gemeinde zusammengefunden. Pfarrer Wahl von Langen hielt die Festpredigt, worin er die Kraft der Bruderliebe betonte. Sodann verlas der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Draudt von Wohnbach, den Jahresbericht, aus welchem ersichtlich war, daß hinsichtlich Der Jahresbeiträge Laubach an einer Der ersten Stellen unter Den GemeinDen Des Zweigvereins steht. Dekan Hainer von Hungen Dankte allen, die zur Verschönerung des Festes beigetragen hatten und empfahl für die Festkollette eine oberhessische, im Entstehen begriffene Gemeinde, Rockenberg. Diese erhielt die 62 Mark betragende Kollekte. Um 4 Uhr fand eine 9iadp Versammlung im Saale des Schützenhofes statt. Daselbst hielt Pfarrer Loo§ von Groß-Umstadt, einen begeisterten Vortrag über die evangelische Bewegung in Oesterreich und führte Die gespannt lauschenden Zuhörer in die neu entstandenen evangelischen Gemeinden in Böhmen. Da er selbst schon dreimal in Oesterreich in den letzten Jahren war, konnte er auf Grund eigener Erfahrung reden. Sein Vortrag machte tiefen Eindruck. In einem Schlußwort empfahl Pfarrer Volp von Laubach c ; ruhig. '.x Gestern Yibenn uw 6 Uhr wurde Frühgeburt entbunden. Die Acrztc find stellen, tfr wurde jedoch baw darauf aus der aewieseu und begab sich zu feinen nmcntutufche „ — v, , grossen. Von New York soll er jetzt nach Deutschland Sol daten^verboten 101.90 14.75 28.90 112*00 44.00 Tendenz die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Drttmann, 4«/j Italien. Konto . . . 4‘/n% Portugiesen . . . i»0/ Portugieeen 1% 0. Türken . . . Türkonloae . 4% tiriech. Monopol.-Anl. 4*/a% äussere Argontinor Roicheanleiho do. Konsols « do. . . HesBcn . kreis Oberfranken. Die Red.) tot, ich zufällig gerettet.- I London, 5. Mai. Das Kriegsamt veröffentltchtc m spater Rächt ein Telegramm Kitchencrs, worin dieser mitteilt, daff, obgleich die abgesandten Verstärkungen cingettofscn seien und die Garnison von Ootleb in der Kapkolonie entsetzt worden ist, cs doch dem Feinde gelang, verschiedene andere Posten von geringerer Wichtigkeit zu blockieren. KUchener hofft, mtt den eingctroffenen Verstärkungen auch diese Posten demnächst entsetzen zu können. Der Feind bedient sich mit Erfolg des Dynamits gegen die Blockhäuser. Die letzten Gefechte waren sehr ernst. London, 5. Mm. Der „Standard" erfährt aus guter Quelle zu der Meldung, in der beftntten wird, daß die Cunardlinie sich der Schiffahrtskombination an- aeschl offen habe, die Kontrolle über die Eunardgcscllschaft sei von zwei nichtenglischen Mitgliedern der Kombination erworben. Die Linie werde in Zukunft nach den Grundsätzen der Jnteresiengemeinschaft betrieben werden. London, 5. Mai. Der „Daily Telegraph" meldet aus Dublin: Essei nuninehr endgiltig festgesetzt, daß Prinz Heinrich die Flotte in Bereshaven am 9. Mai verlaßt und sich nach Kenmare begiebt, von wo er mittels Sonderzuges nach Dublin reist, sich daselbst zwei Tage aufhalt und auf demselben Wege am 12. Mai zur Flotte zurückkehrt. Die Bestimmung, wonach sich hier ein Besuch in Kingston an- schließe, bleibe unverändert. , Amsterdam, 5. Mai. Dr. Leyds hatte m Utrecht mit dem Präsidenten 5k rüg er eine längere Unterredung. Wie es heißt, sind wichtige Meldungen über den Verlauf der Friedens Unterhandlungen aus Südafrika eingetrosten. Amsterdam, 5. Mai. Professor Rosenstein, Dr. Ro- hing und die anderen Aerzte befinden sich unausgesetzt am f01Uy7e brich a. Rh-, 5. Mai. Am Samstag abend zwischen 6 und 7 Uhr fand in der Farbenfabrikvo n h e & Co. eine Explosion statt- Zwn große feststehende eiserne Druckkessel, welche mit Säure gefüllt waren, flogen in die Lust. Glücklicherweise hatte das Gros der. Arbeit", schon um 5 Uhr Feierabend gemacht. Wie hefUg^dle^C^lo Neuere MewmuM. Origiualdrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin 5. Mai. Militärischerseits ist, wie nunmehr /nach der Welt am Montaa feststeht, auf eme Revision de s Urteils in Sachen Marten und .yickel v erzich- i e t worden. Marr neigt jetzt der Ansicht zu, daß die Unter- snchung von vornherein in falsche Bahnen gelenkt worden Ist. Das Eingreifen der Berliner Polizei hat sich keineswegs als förderlich erwiesen. Man verzichtet vor der Hand auch darauf, Nachforschungen nach bem eigentlichen Thater anzu- Telephonischer Kursbericht« Frankiurt ». 8»., 5. Mai 1902. hicfer Richtung überhaupt noch iraend I Krankenlager der Königin ÄÄ* wird man die pmva.°rn ^r. die n°nig.n mm raeI(f)t |el|t leidet und »irtin 5 ®tat Vorgestern wurde von der Ärintmal- Polikei e ne SO Ä-- ulte Arbeiterin Auguste Ach.ll-s Pouzci eine ™ J Kuppelei und Mädchenhandel schäft des Hygienischen Instituts in Münch en an Stelle des verstorbenen Professors Tr. Lians Buchner der Professor D^Sdudolf Emmerich betraut worden. — Aus Leipzig wird geschrieben. Gerichtspräsident Tr. v. Oe hl sch lager mtt m den nächsten Tagen einen längeren Erholungsurlaub an und entzieht Jtdi oanut allen Ovationen für den 11. Mai, dem Tage seines oOiahrigen Tiensyublläums. Arlicitcriieivcgung. Berlin, 3. Alai. Wegen Beteiligung an der Maifeier sind gestern abend 32 00 A rb e i t e r in Berlin n i ch t w ieDer !n Arbeit genommen worden. In der Holzindustrie sind allein 2800 Tischler ic. in 228 Werkstätteii bis zum Montag entlassen worden. Bon Metallarbeitern, welche sich m der überwiegenden Mehrheit an der Feier nicht beteiligt haben, sind nach den vorliegenden Mitteilungen rb. 80 entlaßen worden. Etwas oröner ilt die Rabl der entlassenen Zimmerer und Maurer. J»tc umfaßt etwa d'bO Gesellen. Außerdem sind noch in kleinerer Zahl Schuhmacher, Steinsetzer, Sattler und Transportarbeiter sur einige Taae entlassen worden. Die Zahl der wegen der Maisetcr gatrz emlassenen Arbeiter ist geringer und soll sich aus rb. 60" beschranken. Vegesack, 3. Mai. Tie wegen Beteiligung an ber Maifeier aestern imb heute ausgesperrten Arbeiter des Bremer „Vulkan beschlossen, am Montag bic Arbeit wieder au,zunehmen. '^Barcelona, 4. Äai. Tie Polizei verhaftete zwei Arbeiter die daher betroffen wurden, eine Weherer m St. Martm in die Luft zu sprengen, während sich 400 Arbeiter ui der Fabrik befanden. ______ Gerichtssaal. L: Gießen, 3. Mai. Sch ösfengertchL Das Schöffengericht hatte in seiner letzten to^uitg unter dem Vorsitz des Amts gerichtsrats Gebhardt über 7 ^trafsachetr zu verhandeln, wobei an 5 biesiae Studierende beteiligt ivaren. Ter von einem hiesigen ^tu- deuten gegen einen ihm zugestellten Sträsbefchl eingelegte Ernspruch mußte wegen Nichterscheinens des Betreffenden un l^cr^anbInngs- Lüt verworfen werben. Ein a.iberer Stubent wurde wegen Wider st ands mit einer Geldstrafe von -0 belegt., ^n gleicher Hohe lautet ber gegen einen Studenten Semchtete Straf befeS wegen Unfugs. Der dagegen erhobene Anspruch wnd verworfen. — Wegen Hausfriedensbruch wird über einen Studenten, der sich am Morgen nach einer nächtlichen -öierreijc gegen eine Hausbewohnerin etwas starrköpfisch gezeigt hatte, eine Geld- strafe von 20 Aiark verhängt. Lande! und Verkehr. Volkswirtschaft — Die Internationale Baugeiellschaft in Frankfurt a. M- beantragt 12 pEt. Dividende auf bic Prioritats- rmb Staminaktien. — «klieugefellschast für Lpiuncrei und Weberei au der £>obcn Mark. Die Liquibation dieser Gesellschaft ist in der anßer- prdenllichen Generalversammlung beschlossen worden. Märkte. .,. . „ fc. »rauffurt a. TO., 5. Mai. (Telegr. v^.-Bmcht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt vreife. stim Verlause staiiden 480 Ochsen, darunter 115 au-> Oesterreich, 40 Bullen, darunter 2 aus Oesterreich, 734 juljc, werfen, Stiere un?Rinder, 05luh aus Oesterreich, 250ftalbcr, 197 Schche und Hämmel, 1069Schweine,0Ziegen,0Ziegem,00Schaflam>^ Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht; Schftn^.Qualität 68 TOJJtL, o r 11Q( Gy 65 Ml., 3. Qual. 53—60 Mk.; Bullen l.Oual. o7 bi-> 59 Ml., 2. Qual. 58-55 Mk.; Lühe 1. Quall 62—63 Mk., 2. Qua. 5B—60 Mk 3. Qual. 46—49 Mk, 4. Qual. 36—39 5. Qual. 38=35 AL Kälber:L Qualität 80-82 Psg., Lebendgewicht 49-50 Pf-, 2. Qual. 76—76 Pfq., Lebendgewicht 46—48 Psg.» aen>id)t 64—68 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 64—66 Pfg., §^1i?aL 60—62 Pfa 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 64 Via Lebendgewicht 50 Pfg., 2. Qual. 62-63 Psg., Lebendgewicht M*'^, 39 S oo^W Pfg., Lebendgewicht 00-00, Hfg. - Geschäft bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut, Markt. ic. Frankfurt a. M., 5. Mai. (Ong^-Telegr. des „Gießen. Awr.") Arnlliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. W^zen Mk. 17.25—17.50, Kurhessischer Mk. 17.50—00.00, La Plata All? 17.00—17.75, Kansas Mk. 17.00—17.75, Roggen (hie!tger) Mk. 14.25—14.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.75—16.25, Haser All. 16.75—17.25, Mais Mk. 12.00 bis Mk. 12.25 Weizenmehl 0 Mk. 24.50-25.00, 2. Qualität Mk. 22^0 A ^Mk. 23.00 , 3. Qualität Mk. 20.50-21.00 Roagenmchl 0 Ml. 22.50-23.00, 1. Qualität Mk. 21-2^-21.50, Weizenk^eie Mk. 8.75 Zia q 00 Roaaenkleie All. 9.25—9.50, Maiskeime Alk. 9.50 dis All. 10.00* Frankenpsälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per ,100 Kg. ab hier. , —— schloß Loo, 5. Mai. Die Aerzte verliehen das Schloh ner'b astet die Kuppe ter nur» rr V I während der Rächt nicht und wachten abwechselnd am Kranken- betrieb Sie "lockte junge Mädchen an und verkaufte fte an Königin-Mutter und Prinz He.nrich blitbcn gleich- .... ........ Icc”s"e r H nBC5 ta®m. Ein Freund bc-5 SR ö F,^c.r ® I SltantlieiUbeti^t anSfjejeben; Wie ,u b-furchikn war, H-« dt» der K a i s e rin El i s ab e th, Giovanni Silva. bcab|id)tigt, Krankheit der Königin gestern Abend die glückliche Hoffnung nach Deutschland zu kommen. Welche Mt,iwn er I)terIüctni(ljtct bcrcn Verwirklichung im September erwartet wurde, zu erfüllen hat, weiß man noch nicht. Er s and flUnter Berücksichtigung dieses Umstandes kann der Zustand der in dem dringenden Verdacht der Mitwtfimichaft dis Mord acacnwärtia alS befriedigend bezeichnet werden. ts « ÄÄT- MW? Arbeitergenossenschaften, nicht aber auch an solchen der anti- republikanischen katholischen Vereine zu beteiligen. Barcelona, 5. Mai. Die Sozialisten veranstalteten gestern am Grabe der bei den Unruhen im Vorjahre Erschossenen eine Kundgebung. Die Polizei zerstreute die Ansamm- lungen und nahm 28 Verhaftungen vor. ।ujuii um u uijl ovmuvv.«- ö-""-';. c. ■ ~ Qpntner I Wien 5 Mai. Gestern abend sollte der filNsro kMMZWW -LZSHWW Dcr sthwcr Lerwundct-mußt- in- Hospital geschafft werden N e lutjo r l, a SKav WM1 » « ”tT' L-iP,ig, 5. Man Bei 3Ich°r.°u -n.gl°.st- h°u.-sieden -Kt°n^ag^^°r var.ge^Wdche^ ! Trug tt uyi «ci. «u.j ..........i-, f . I,.',rsclite aina gestern das Gerücht, daß !d a f t b e s e h lo durch Bruch einer Tenderachse. Zver Persone nb tot, he-rsthte g Personen erlassen |cicn untec zwei schwer, vier leicht verletzt. Beide Geleise waren ^^uldignng, daß sie detrügerrsche ^ranöattioncit ungefähr 6 Stunden unbefahibar. Der Personenverkehr »utbc VürgcilJnjmcu hallen. Eo verlautete s^er gernchltverf^ durch Umsteigen aufrecht erhalten. daß 60 Banken in verschiedenen -Leiten M Landes über München, 5. Mai. Zn der Kammer der AbgeordnetenI. Million Dollars infolge zener Operatwnen teilte heute Vormittag der Präsident folgendes aus Berlin da- L c r 10 r c „ l>ättcn und dast der gesmnte ^Wst sich aus tierteS Lelkgramm HW ». Lama miU.,Schm-,ug°.ß bis 1»«! ungliirft. K-llig- 8rie6_el M->chSi°gsabg. su^ d-n ^ JBaljl.| meÜJM. « f ^^>oüiovillo Eisanbahn in die Hnndc dcr Lonisville and Nashville Äsenbahn vergehen zn lassen Mw.'hork, 4. Mai. Nach einer Depesche au» BuerwS Anres ist cm Dekret erlasse» worden, durch das den Delc- qiertcn der Buren im Thale von Chubut Lündereicn zum eswcck der Ansiedelung überlassen "erden. Belina 4. Mai. Der Ausstand bet Chrugtingfi, nimmt zu und dehnt sich bereit, bis aus -men Umkreis von 50 Meilen aus. Ein weiterer Priester >mri> vermchl. . 101.80 . 92.30 . 101.95 . 92.15 . 100.10 4% Oesterr. Goldrotno . . 102.60 4'. .,% OeBtorr. tiilberrento 101.85 4% Ungar. Goldrento , . 101.25 1. 2. 3. und des Aufsichtsrates. Beschluß über Festsetzung der Dividenden. Entlastung des Vorstandes und des Auftichtsrates. Wahl des Aufsichtsrates und der Revisionskommission. 5* Vergebung von Attien. Watzenborn, den 3. Mar 1902. 3524 9 Der Vorstand. Bekanntmachung. Woniag Den 26. Mai, nachmittags 3 Mr, findet die ordentl. General-Versammlung der Tmr- M Leihkasfe Watzcilboni-Lttillbttg, ” 2lktiengesellschaft, Bekanntmachung. Die für das Rechnungsjahr 1901/02 rückständigen Kapitalzinsen können innerhalb der nächsten 14 Tage an den Zahltagen, Dienstag, Donnerstag und Samstag (letzter^ Tag nur vormittags), noch ohne Kosten zur Universitäts- kasse bezahlt werden. 3520 Gießen, den 5. Mai 1902. GrsÄ). ^Iniversitäts-Rsntanit. tßtiwex. 3522] Fn der unmittelbaren Nähe von Gießen, in Ärof- dorf, ist eine Hofraite, in der früh, schon illltl>Ull 20 3t 1,05 mt.. empi. MI Schutz, biUtg zu -e-kausen. «„trhoL Georg ©kel Teppiche. Kleiderstoffe. Weisswaren. Blusen. Kostümröcke. Seidenstoffe. 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Die Beerdigung findet Mittwoch den 7. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Seltersweg 32, aus statt. 23251 Ein schöner ger. üaben nebst 1 Zimmer, zu jed. Geschäft geeignet, im Hause Bahnhofstr. 48 zu verm. Näh. Bahnhofftr. 50. 3509] 2 umnöblierte und 1 gut möbliertes Zimmer in schöner, freier Lage an ruhigen Herrn zu vermieten. Näh, in der Exped. 3512] Nordanlage 3, Lagerräume zu verm. Bär & Wetterhahn. 3402] Kleine Wohnung zu ver- mieten. B. Wolf, Bahnhofftr. 32. 3434] Schön möbliertes Zimmer mit Kabinett per sofort ai Südanlage 23, Jl. 3417] Gut möbl. Zimmer sof. zu verm. Dammstraße 45, II. Heinrich Liegliugcr, Bäcker. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Gattin und Müder. Familie Moneuberg. Familie Deckmauu. 2673] Schön möbl. Zimmer in angenehmem Hause, ruhige Lage, zu verm. Schillerstr. U, Hl. Eräserei-BerMchtniig. Dienstag den 13. 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