Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Aie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. errns heim 1) das Aus Berlin, Nr. 30 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mildem Hessischen Landwirt die Siebener Familien blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ve> lag der Brühl'schc Unioers.-Buch» u.Stein druckerei (Pietsch Erben Redaktion, Erpeditun und Druckerei: Gchulstraße 7 Ldresse für Depeschen. Anzeiger Gießen. FernsprrchanschlußNr.bl. Was soll das werben? Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 4. Februar: Politische Tagesschau. Zahlen beweisen. Vorhandensein eines dringenden Bedürfnisses für die Be- willigung solcber Transitlager n.cht als Vorbedingung z,u fordern, also die Worte: sofern dafür ein dringendes Bedürfnis anz-nertennen ist, zu streichen; 2) den Schlußsatz: der Bundesrat beslinimt, an welcl)en Orten solche Lager bewilligt werden, zu ersetzen durch folgendes: derartige Lager sind an ^afenorten der Oft- und Nordsee, des Rheinstromes und Bodensees zuzulassen, tut anderen Orten jedoch nur bann, wenn dafür nach dem Befunde des Bundesrats ein dringendes Bedürfnis an- zu er kennen ist. 4. Februar, wird uns geschrieben: X a-9 CO —_< * - /y\ < » ,, —, Bankgeschäft im ver- - dnrd am treffendsten illu-- — Uebcr die Anstellung der M i l i tä r a n wär te r im Eisenbahndienst hat der Minister der öffentlichen Arbeiten eine wichtige Verfügung erlassen. Sie bestimmt, daß den für etatsmäßige Unterbeamtenstellelt zum Probedienst einberufenen Militäranwärtern, sofern sie die Prüfung bestehen, die ihnen zugedachten Stellen unmittelbar nach dem Ablauf des Probedienstcs verliehen werden sollen. Bisher kam es häufig vor, daß die Bewerber nach der Ablegung der Prüfung und nach beendigtem Probedienst noch geraume Zeit auf die Einberufung warten mußten. — Im preußischen Abgeordnetenhause haben Dr. Hitze, Letocha und Euler mit Unterstützung anderer Zentrumsmitglieder die Resolution beantragt, die Staatsregierung zu ersuchen, diese wolle im Bundesrat dahin wirten, daß dem Reichstage baldigst ein Gesetzentwurf vorgelegt werde, durch welchen mindestens a) die Ausbildung von Lehrlingen in handwerksmäßigen Betrieben nur solchen Personen gestattet wird, welche den Meistertitel (§ 133 der Gewerbeordnung) zu führen berechtigt sind; b) für die selbständige Ausübung des Baugewerbes der Befähigungsnachweis eingeführt wird- nahm heute die Lokalbesichtigung der Grundstücke vor, welche für die Errichtung eines Tienstgebäudcs der Kolonialverwaltung in Aussicht genommen sind. Nach derselben setzte die Kommission ihre Beratungen fort. Von verschiedenen Seiten wurden Bedenken geäußert, daß das Gebäude infolge der dicht angrenzenden, dem preußischen Fiskus gehörenden Häuser nicht hinrenhend Licht und Luft bekomme. Ter Abgeordnete Bachem mackste den Vorschlag, daß eine Verpflichtung des preußischen Fiskus, gegen die Anbringung von Licht- und Lustlöchern nichts eiuzu- wendeil, protokollarisch sestgelegt werde. Ferner will man den Kaufpreis auf 2y2 Millionen Mark herabsetzen. Unter diesen Bedingungen wurde die Bewilligung ausgesprochen. Morgen soll der Rest des Militäretats verl-andelt werden. — Ter Rücktrüt des Herrn v- P u t t t a m e r > P l a u t h von feinem Reichstagsmandat bestätigt s>ch. Er veröffentlicht in ostpreußischen Blättern eine Danksagung an seine Wähler, in der er feine Mandatsniederlegung mit seinem geschwächten Gesundheitszustand motiviert- — Wie ein Berliner Blatt mftteitt, beabsichtigt der Bundesrat auf Grund der ihm im Fleischbcschaugesetze zugestandeuen Vollmachten die Verwendung von Bor- und Borpräparaten und das künstliche Färben von Fleisch- und Fleischwaren zu verbieten. — Tie in Braunschweig jtattgehabte Versammlung der Vertreter deutscher v a n d e l s k a m m e r n beschloß, den Bundesrat zu ersuchen, die bestrittene Frage des Wurstfärbens daldigjt zu entscheiden- Sollte das Färben verboten lueröen, müsse der Industrie Zeit zur Räumung der Vorräte gelassen werden- — Zn L des Z o l l t a r i f g c s e tz c s, gemischte Tran- sitlagcr, beantragte Heyl zu H Vorhandensein eines dringenden B Ausland. London, 4. Febr. Eine Depesche Kitcheners aus Pretoria vom 3- d. M. besagt: Seit dem 27. Januar sind 29 Buren getötet, sechs vewundet, 172 gefangen genommen, 18 ergaben sich. In der K ap k o l o n i e befindet sich das Buren-Kommando von Bamboosberg, ein anderes unter Louis Wessels im Distrikt Eradott hielt am 1- d. M. einen Proviantzug an, und steckte ihn teilweise in Brand- London, 4. Febr. Ein Telegramm aus Dar käst ad l meldet, daß die Burenkommandanten Becker und Wessels am 30. Januar bei Klaarfontein von den Engländern überrascht wurden- Drei Buren, darunter ein Kommandant, wurden getötet und 31 Pferde erbeutet- Aus englischer Seite waren keine Verluste zu verzeichnen. Petersburg, 4. Febr. Tas Finanzministerium erklärt die Gerüchte über eine Revision der gesetzlichen Verordnungen und Bestimmungen für die Tabatindu- strie und des Systems der Tabakabgaben für unbegrün d e t- — Für die Mandschurei wird in diesem Jahre ein Bistum mit dem Sitze in Peking und in einer der mandschurischen Städte ein orthodoxes Mönchskloster als Pflanzstätte der Mission errichtet werden- Zur Errichtuna des Klosters sind vom geistlichen Ressort bereits 50000 Rubel angelviesen worden- Als zukünftiger Bischof wird der Ehef der Pekinger geistlichen Mission, >er Archimandrit Jnnoeentius, genannt- New-York, 4. Febr. (Reuter.) Der Mayor von New-York wird dem Prinzen Heinrich am 25. Februar nachmittags den Ehrenbürgerbrief überreichen. Sidney, 4. Febr. (Reuter.) In der Schlußsitzung der Konferenz der politischen Arbeitsliga (Political Labour League), wurde nach lebhafter Debatte mit 39 gegen 25 Stimmen eine Resolution angenommen, welche sich für Autonomie der Buren, Amnestierung der Kap-Rebellen und Wiederaufrichtung der Farmen ausspricht. Die Resolution soll dem Premierminister des Bundes und dem Führer der liberalen Partei im Reichsparlament vorgelegt werden. Ter Rückgang, den das Berliner g-ngmen Zahc erlitten hat, l.Li _ w ulu. Pnett m dem soeben veröffentlichten Geschü tsbericht ba Bant des Berliner Kaffen Vereins. Dieses Institut ver- den Inkasso- und Giro-Effekten-Verkehr fast sämtlicher Berliner Bankgeschäfte; die von ihm gegebene Darstellung dürfte ziemlich erschöpfend sein. Der Gesamtumsatz des Jahres 1901 ist darnach um ein Viertel nredri- ger, Äs der des Vorjahres, und zwar muß der Rückgang m erster Reihe dem Ultimoverkehr zugeschrieben werden. das Bör?engesetz verfügte Verbot des Zeitgeschäfts in industriellen Werten engt eben den Ultimo» verkehr je langer, je mehr ein, und die Wirkung dieser ^Wenu bis Ostern, so schreibt man der „Köln. VoLkÄ- ztg. , das Zolltarif ge setz durchberaten ist, so bleibt für den Rest der Tagung noch der ganze Zolltarif mit i"?^n yauptpositionen und außerdem die Frage der Mindestzolle, die man einstweilen zurückgestellt hat. Wie da auch nur die erste Lesung in der Kommission noch soll erl^)igt werden können, das wird immer rätselhafter. Die Ueberzeugung, daß man den Reichstag im Sommer abermals werde vertagen müssen, wenn etwas zu stände kommen solle, herrscht denn auch bereits längst allgemein. Es wird sogar ensllich bezweifell, ob man vor den Neuwahlen (Juni 1903) die Vorlage noch werde bewältigen können. Und dabei ist vorausgesetzt, daß die Behandlung an sich einen „normalen" Berlanf nehme daß insbesondere einerseits die Linke nicht böswillige Obstruktion treibe, andererseits die Mehrheitsparteien sich untereinander ynö mit der Regierung zu verständigen vermögen. Erscheinung spürt nicht nur der Bankier, sondern auch das Reich, in dem ständig sich verringendeii Ertrage der Börsen-Umsatzsteuer. Ter Geschäftsbericht des Berliner Kassenvereins öerbient deshalb die Beachtung auch des Reichsschatzamts, dessen Leiter ja erst vor kurzem dem Gedanken Ausdruck gab, daß die Ermäßigung der Börsen- stempelsteuern der Erwägung wert sei. Zahlenmäßig beläuft sich der Rückgang des Gesamtumsatzes der Berliner „General-Abrechnungsstelle" für das Bankgewerbe auf Milliarden Mark. Verteilt man diese Summe aus die einzelnen Firmen, und vergegenwärtigt man sich, daß die meisten zu einer entsprechenden Einschränkung der Geschäftsunkosten schreiten mußten, so ergiebt sich ohne weiteres der bedauerlick)e Rückschluß in Bezug auf die soziale Lage der Angestellten, die zahlreichen Kündigungen usw. Die letzteren Momente werden von manchem Gegner der Börsengesetz-Revision nicht genug gewürdigt. Die allgemeine Dienstpflicht in Spanien. Das Gesetz über die allgemeine Dienstpflicht, das der Kriegsminister in den nächsten Tagen in den Cortes vorlegen will, bestimmt, daßtmichg nur der gewöhnliche Garnisondienst in Bezug auf Selbst- < beköstigung, Selbstkleidung, Schlafen zu Hause usw. durch eine Geldzahlung erleichtert, daß aber nicht mehr auf diese Weise eine völlige Befreiung vom Militärdienst erlangt werden kann. Als Grundfatz wird vielmehr festgesetzt, daß alle verpflichtet sind, das Waffenhandwerk zu lernen, die Manöver mitzumachen und im Kriegsfall das Vaterland zu verteidigen. Die jetzigen Ausnahmen infolge besonderer Familienoerhältnisse und zu geringen Körpermaßes werden eingeschränkt, dagegen wird die Befreiung wegen Körperfehler erweitert- Tie gemischten Aushebungskommissionen erfahren in ihrer Zusammensetzung eine Aenderung. Eine vollständige Abschaffung der durch Geld zu erlangenden Erleichterungen war mit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse noch nicht möglich. Das Gesetz ist also ein Mittelweg, der schließlich zur allgemeinen Wehrpflicht überleiten soll. Jedenfalls wird sich künftig nicht mehr das traurige Schaufpiel, das der letzte Krieg bot, wiederholen können, wo nur die Aermsten ihre Haut zu Markte tragen mußten- Der Kriegsminister Weyler hält, wie man sieht, einen radikalen Bruch mit dem bisherigen, in die Sitten übergegangenen System für unthunlich, will aber durch allmähliche Verbesserung der Kasernenverhältnisse das {einige dazu beitragen, damit der Widerstand gegen die allgemeine Wehrpflicht immer geringer wird und schließlich die Gleichheit aller verkündet werden kann- Deutsches Reich. Berlin, 4. Febr. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute morgen den gewohnten Spaziergang. Der Kaiser sprach darauf beim Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und beim Reichskanzler vor, hörte im königlichen Schloß die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Admiralitätsstabes der Marine und empfing danach den Erblandmarschall Grafen Flemming. Darauf stattete das Kais er paar dem russi- chen Botschafter Grafen von der Osten-Siacken einen halbstündigen Besuch ab, um ihn zu seinem öOjährigen Dienstjubiläum zu beglückwünschen. Der Kaiser trug die Uniform seines russischen Infanterie-Regiments. Vorher war der Reichskanzler Graf Bülow erschienen, der >ie Glückwünsche des Auswärtigen Amtes überbrachte und >em Botschafter im Auftrage des Kaisers eine Bronzebüste überreichte, die den Monarchen in der Uniform der Gardes du Corps darstellt. Die Kapellen der Garde-Dragoner und )es Alexander-Regiments konzertierten im Hofe des Bot- chafts-Palais. Um 11 Uhr fand Gottesdienst statt, an welchem zahlreiche Angehörige der russischen Kolonie und hiesige Diplomaten teilnahmen. Eine große Anzahl telegraphischer Glückwünsche ist im Lause des Tages eingetroffen. — Bei dem gestrigen A b s ch i e d s m a h l für den bisherigen Chef des Ingenieur- und Pionierkorps und jetzigen kommandierenden General des 1. Armeekorps, Fr hm. von der Goltz, hielt der Kaiser eine längere Ansprache, in welcher er die Entwickelung des Ingenieur- und Pionier-Korps und die Wandlungen, die sich in demselben vollzogen, berührte und besonders die Verdienste hervorhob, )ie sich der Gefeierte um das Korps erworben. Frhr. v. d. Goltz dankte dem Kaiser für die hohe Auszeichnung» die ihm durch seine jetzige Ernennung zu teil geworden. — Das Geschenk des Kaisers an Miß Roose- ve l t besteht in einem goldenen mit Diamanten reich versierten Schmuckkästchen, das inmitten des Deckels ein Miniaturbild des Kaisers und auf dem Grunde das kaiser- llche Monogramm trägt. Die Geschenke an die den Ehrendienst beim Prinzen Heinrich thucmden Offiziere bestehen in goldenen und silbernen Zigarren- und Zigarettenetuis mit dem Monogramm des Kaisers. Heute hat bereits der Hofrat ^alzmann mit zwei Mundköchen die Reise nach Amerika angetreten, um alles für das Galadiner auf der „Hohenzollem" vorzubereiten. — Die vollstänoige Reiseroute des Prinzen Heinrich in den Vereinigten Staaten wird länger werden, als 8000 Kilometer. Der polizeiliche Schutz für den Grinsen soll im ansgiebegsten Maße geübt werden. Bei >er Einfahrt in den Hafen sollen zwei Polizeiboote den Dampfer geleiten; 6 Geheimpolizisten sind stets in nächster Nähe des Prinzen. In allen Städten, die der Prinz beucht, wird weitere Polizeiunterstützung geleistet. Alle Berechtigen sollen unverzüglich verhaftet werden. — Die Budgetkommission des Reichstages Zwettes Matt. 152. Jahrgang Mittwoch 5 Februar 1»OJ8 GietzenerAiWger f General-Anzeiger " für den polit. u. oHgcm, Teil: P. Witiko- für »Eladt und Land' und ,Gerichlösaal-:R.Ditt- mann: für den Anzeigenteil: Han? Beck. Es ist mit Recht vermutet worden, daß die jüngst erschienene hochoftiziöse Auslassung über die „Gesähr- bung" des Zolltarifentwurfs durch weitergehendc agrarische Anträge notn nicht als das „letzte Wort" der Regierung betrachtet werden würde von den Vertretern jener Anträge. Die „Deutsche Tagesztg." und andere Organe ähnlicher Richllmg haben dem Ausdruck gegeben, und die konservative „Kreuzztg." schließt sich heute abend der Meinung an. Ter Zeitpunkt für eine endgiltige Erklärung über die Wänderungen des Entwurfes fei für die Regierung erst gekommen, wenn Beschlüsse des Rechs- tags vorliegen. Die Verschiebung der endglltigen Stellungnahme des Bundesrats bis auf diesen Zeitpunkt etspreche jer Bismarck scheu Tradition. Die „Kreuzztg." fordert nun )ie gleichgesinnten Mitglieder der Tarifkommission auf, sich chleunigst über eine mäßige Erhöhung der Mindest- ätze für Getreide zu einigen; andernfalls scheitere der Tarifentwurf an der Unfähigkeit der schutzzöllnerischen Mehrheit, sich über bestimmte Vorschläge zu verständtgen. Tie „Kreuzztg." erläutert auch diesmal nicht, was sie unter einer „mäßigen", für die Regierung nicht unannehmbaren Erhöhung der Getreide-Mindeftzoltsätze versteht. Es ist aber tein Geheimnis, daß der 6 Mk.-Zoll für Roggan unb Weizen als derjenige Satz bezeichnet wird, den man für „durchsetzbar" hält bei den verbündeten Regierungen. In diesem Sinne betreibt seit längerem ein Teil der Konservativen, der Nationalliberalen und des Zentrums „Sammlungspolitik". Aber man hat noch nicht die erforderliche Anzahl von Stimmen zufainmen, nm dem entsprechenden Antrag eine kräftige Mehrbeit zu sichern. Auf der anderen Seite läßt der Bund der Landwirte" nicht locker und entfaltet ebensoviel Eifer und Beredtsamkeit, um jeden wahren Freund der Landwirtschaft zu gewinnen für eine ausgiebige, beträchtliche Erhöhung der Getreide-Mindestzölle. Das Zentrum, das in anderen. Fällen sich berufen glaubt, den A^dglerch herbeizuführen, weiß sich hier einstweilen selbst nicht zu Helsen. Ta sind die Mitglieder des bayerischen Zentrums, denen der Zolltarifentwurf gleichgiltig ist, wenn nicht der 6 Mk.-G ersten-Zoll dabei herauskommt. „Soweit wird die Regierung keinenfalls gehen", wenden die Manner des 6 Mk.-Getreidezolls ein. Tas i-st dann wieder ein nicht unwillkommenes Stichwort für die „entschiedenen" Agrarier, den Kollegen vom Zentrum zu zeigen, auf welche Abwege »die Politik der 9iachgiebigkeit führt. Kurzum, mit der Einigkeit im Lager ist es nicht gut bestellt. Vielfach wird das „erlösende Wort" von der Regierung herbeigesehnt, um die Meinungsverschiedenheiten endlich zum Wschluß zu bringen. Aber die „Kreuzztg." hat Recht: die Regierung kann erst zu Beschlüssen des Reichstags, d. h. zunächst der Kommissionsmehrheit, gütige Stellung nehmen. Eine arge Zwickmühle. Inzwischen gewährt die Zolltarifkommission — auch in der heutigen Sitzung — das eigenartige Bild, die Regierung mit Sozialdemokraten und Freisinnigen Schulter an Schulter iämpfen zu sehen. Obwohl Staatssekretär Graf Posadowsky oft und bestimmt die F-rage vem einte, ob 'die Tranfitlager die Landwirtschaft schädigen, wird die Kommissionsmehrheit demnächst durch Annichme der betreffenden Antraae wiederum die Zahl der Beschlüsse vermehren, die nach der offiziösen Erllärung den Zolltarife entwurf „ernstlich gefährden." Was soll aus alledem werden? Sri3banc/3. Febr. (Reuter.) In dem Wahlaufruf, oeu der Premierminister von Queensland, Philp erlassen, heißt es: Die Handlungen der australischen Bundesregierungen seien sehr zu b e d au e r n. Sie hätten die wärmsten Anwälte einer Einigung bitter enttäuscht, welche viele Leute Australiens mit Freuden aufgelöst sehen würden. Rom, 4. Febr. Das Giornale d'Italia veröffentlicht eine Unterredung des Admirals Can di an i, des Kommandeurs des italienischen Chinageschwaders. Interessant ist Candianis Hinweis auf das überaus gespannte Ver- hültnis zwischen Japan und Rußland im letzten Jahre. Es fehlte einmal nur wenig, daß im Hafen von Ma- sampho eine Anzahl japanischer Torpedoboote gegen das russische Kriegsschiff Feindseligkeiten eröffnete Japan überwache Masampho mit peinlicher Eifersucht. Der betreffende Korrespondent erhielt aus alledem und auch aus Mitteilungen von Offizieren aus Candianis Umgebung den Eindruck, daß vor Ablauf eines oder zweier Jahre in Ostasien die Kanonen donnern werden. _________ Aus Stabt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik beftndlichenOrigincrl-Nachrichten ift mir unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." geslallet.) Gießen, 5. Februar 1902. ** Ernennung. Der bisherige Pfarrer in Horchheim bei Worms Schäfer, wurde zum katholischen GeisUichen der Ostasiatischen Besatzungsbrigade ernannt. - Prüfung von Bahnbediensteten. Vermutlich infolge der Msenbahnunfälle in jüngster Zeit, die zum Teil auf unrichtige Signalisierung znrückzuführen sind, müssen sich, auswärtigen Blättern zufolge, sämtliche Bahnwärter und Weicheniteller einer nochmaligen Prüfung über die Vorschriften ihrer Dienstinstruktion unterziehen. - Zur Krankenverficherungspflicht der Handlungsgehilfen schreibt uns die Großh. Handelskammer, daß sie nicht gegen -die Anordnung des Ortsstatuts, daß die Handlungsgehilfen .sämtlich krankenversicherungspflichtig sind, Beschwerde eingelegt /hat, sondern lediglich gegen die Zuweisung derselben zur Ortskrankenkasse, da seitens der Kammer die Errichtung einer be- sondern Kasse für Handelsbetriebe beantragt war. Ueber diesen Antrag sind erst jetzt die Verhandlungen zwischen dem Großh. Kreisamt und der Großh. Bürgermeisterei eröffnet worden. Die Angelegenheit ist also noch nicht erledigt. • • Mittelrheinischer Kreisturntag. Der Frühjahrsturntag "des Mittelrheinkreiscs sindet am 27. April in Limburg a. d. Lahn statt. * * Eissport. Der Gießener Eisverein hat heute die Eisbahn wieder eröffnet. (Siehe Inserat.) Der Vorstand des Vereins hat, um den aus dem Publikum geäußerten Wünschen nachzukommen, beschlossen, die Eisbahn versuchsweise abends von 7—9 Uhr bei elektrischer Beleuchtung offenzuhalten, statt, wie bisher, von 6—8 Uhr. * * Stenographie. Die ordentliche Vertreterver- sammlung des Verbandes Gabelsberger Stenographen vom Main-Rheingau und Hessen-Nassau sindet am "16. Februar in der Alemannia zu Frankfurt a. M. statt. Der Verband zahlt jetzt, einschließlich der 4 neugegründeten, in dieser Versammlung aufzunehmenden Vereine, 54 Vereine mit ca. 1900 Mitgliedern. Die Verbandsleitung liegt den Gießener Stenographenvereinen unter dem Vorsitze des Oberlehrers Prof. Dr. Pitz ob. * * Verhaftung Der ehemalige Bahnwärter der Bahnstrecke nach Lang-Göits ist nicht, wie man uns mitteilt, verhaftet worden. Es hat vielmehr nur seine gerichtliche Vernehmung stattgefunden. Diebstahl. In der oberen Bahnhofstraße wurde in der vergangenen Nacht aus einem unverschlossenen Hausgarten eine größere Anzahl Wäsche im Wert von etwa 30 Mark gestohlen. * * Entlarvter Betrüger. Ein hier in Arbeit stehender Metzgergeselle versuchte, einen Betrug zu verüben, indem er eine von ihm selbst geschriebene Rechnung in einem hiesigen Hotel vorzeigte und den Betrag einkassieren wollte. Der Betrug gelang ihm jedoch nicht; er wurde zur Anzeige gebracht. * * Wildes Rössel. Vorgestern ging das Pferd eines hiesigen Bäckermeisters in Wieseck durch, als der Leiter des Fuhrwerks mit dem Austragen von Brot beschäftigt war. Das Pferd rannte mit dem Wagen durch Wieseck bis zur Steinstraße nach Gießen, ohne daß das Fuhrwerk oder die Passanten irgend welchen Schaden genommen hätten. Als das Tier in die Nähe der Wohnung des Eigentümers ge- tommen war, lief es langsamer, sodaß es mit leichter Mühe eingefangen werden konnte. * * Ein Fahnenflüchtiger. Am Dienstagabend wurde im Philosophenwald ein Soldat des 116. Regiments angetroffen, der sich an einem Feuer erwärmte. Einer sofort herbei- gerufenen Abteilung Militär gelang es, sich des Ausreißers zu versichern. Der Mann gehört der 10. Kompagnie an, und wurde seit zwei Tagen vermißt. Der Deserteur hat bereits eine 5jährigc Dienstzeit als Fremdenlegionär in Algier hinter sich. • * Deutsch-Rat. Handlungs-Gehilfen-Verband. Auf dem am Sonntag in Friedberg abgehaltencn Bezirkstag des Deutsch- Nat. Handlungs-Gehilfen-Verbandes (I. Bezirk Main-Weser- Gau) wurde Butzbach gegen Wiesbaden für den nächsten Bezirkstag im Jahre 1903 bestimmt. w. Beueru, 4. Febr. Das am Sonntag Abend in der Restauration „Germania" abgehaltene 32jährige Stiftungsfest des Gesangvereins „Polyhyrnnia" nahm einen würdigen Verlauf. Der geräumige Saal, der sehr geschmackvoll dekoriert war, war bis auf den letzten Platz besetzt. Emge- leitet wurde die Feier durch einen Vortrag des Präsidenten Funk, der die erschienenen Gäste im Namen des Vereins herzlich willkommen hieß. Im Verlauf seiner Rede ermahnte er die Mitglieder, unsere Ahnen, der Gründer des Vereins sich zum Vorbild zu nehmen, und den Namen „Polihymnia", den deutschen Gesang stets hoch zu halten. Redner gab dem Wunsche Ausdruck, es möchten sich hier mehr deutsche Männer dem Verein anschließen, eingedenk des Wahrspruchs: „Dem Wahren, Guten, Schönen, soll unser Lied ertönen." Er schloß seine kernige Ansprache mit einem Hoch auf den deutschen Gesang. Nach dem Singen des Liedes: „Es jubeln unsre Herzen" nahmen die Theateraufführungen chren Anfang. Die Darsteller zeigten, daß sie chre Rollen gut beherrschten, .und erndteten den verdienten Beifall. Ungeteilten Beifall fanden auch die GesangSvorträge, die Dank der guten Leitung Vereins an Schönheit imb Exaktheit immer mehr zunehmen. Zu bemerken ist noch, daß der Verein an dem Abend Herrn Griesheim als 4. Ehrenmitglied ausgenommen hat. Herr Griesheim dankte in besonders herzlicher Weise für die ihm erwiesene Ehre und mahnte die Jüngeren, des Gesangs eifrig zu pflegen. a. Grüningeu, 4. Febr. Die rühmlichst bekannte Kapelle Heß hier beabsichtigt, unter Mitwirkung eines hiesigen Lehrers, am Donnerstag in dem Bcnder'schen Saale ein Konzert zum Besten der Burenfrauen und -Kinder zu veranstalten. + Krofdorf, 5. Febr. Am Dienstag Nachmittag wurde hier em Mann zur letzten Ruhe gebracht, dessen plötzliches Scheiden nicht allein für seine Familie em schwerer Verlust ist, sondern auch von vielen Freunden aufs tiefste beklagt wird. Ter Bierbraucreibesitzer Eduard Abel, der weit über die Grenzen unseres Torfes bekannt und sehr beliebt war, ist im 53. Lebensjahre seiner großen Familie und seiner Thätigkert entrissen worden. Die Teilnahme war allgemein und herzlich. Der Verblichene hat den Feldzug 1870 in der 12. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 80 von Anfang bis zu Ende mitgemacht. Daher hatten es sich viele seiner ehemaligen Kriegskameraden aus der Nähe und Ferne nicht nehmen lassen und waren zum Begräbnis des lieben Freundes herbeigeeilt. Das Leichenbegängnis, an dem sich sämtliche hiesige Vereine, viele Gemeindeglieder, sowie zahlreiche sonstige Bekannte beteiligten, gestaltete sich zu einer erhebenden Ehrung des Entschlafenen. Tief ergreifend wirkte die Grabrede des Herrn Pfarrers Geib el aus Dutenhofen. Möge dem Dahingeschiedenen die Erde leicht sein! E. Wißmar, 4. Febr. Am Sonntag feierte der Gesangverein „Eintracht" im festlich geschmückten Wolff'schen Saale sein Winterfest, bestehend in Gesangs- und komischen Vorträgen und einem bis zum frühen Morgen dauernden Tänzchen. Dem Präsidenten Ludwig Bechtold und dem Dirigenten Heinrich Frei gebührt für ihre Mühewaltung um das Gelingen des schön verlaufenen Festes der Dank aller Anwesenden. Am Schluffe wurde auch der tapferen Buren gedacht und eine Sammlung veranstaltet, die 4,05 Mk. einbrachte. Laubach, 3. Febr. Die in Umlauf gesetzte Gab en liste zum Besten der Buren ist nunmehr zum Abschluß gekommen. Es konnten dem „Deutschen Burenhilfsbund" in Berlin 372.20 Mk. übersandt werden. Insgesamt mögen nach Berlin und München für die Buren etwa 600 Mk. von hier abgeschickt worden sein, gewiß ein ehrendes Zeichen für den Wohlthätigkeitssinn unserer Bevölkerung. Auch ein Frauenverem zur Unterstützung hilfsbedürftiger Buren ift hier in der Gründung begriffen. m. Lauterbach, 3. Febr. Am Samstag Nachmittag halb 3 Uhr entgleisten auf der Kleinbahnstrecke Lauterbach—Grcbenh ain die Maschine und die Mannschaftswagen eines Arbeiterzuges, wobei ungefähr 40 Meter weit Schienen und Bahndanun zerstört wurden. Erst am folgenden Tage waren die Wiederherstellungsarbeilen so weit vorgeschritten, daß die Züge in vorsichtiger Fahrt die Unglücksstelle passieren konnten. Verletzungen von Menschen sind nicht vorgekommen. oll. Grebenhain, 3. Febr. Die hiesige Jagd wurde auf weitere 6 Jahre an die Freiherren Riedesel von Eisenbach zu Lauterbach und den Leutnant a. D. Ernst Dillemuth für 460 Mk. pro Jahr verpachtet. Der seitherige Pachtpreis war 580 Mk. für das Jahr. b. Geilshausen, 4. Febr. Große Verwüstung hat der Sturm, der m den letzten Tagen wütete, im hiesigen Gern eindewald angerichtet. Stämme von 2 Fstm. Inhalt sind aus geschlossenen Beständen entwurzelt worden. Man taxiert, daß mindestens 160—180 Fstm. umgefallen sind. Ober-Mörleu, 4. Febr. Wir haben bereits von den merkwürdigen Funden, die gegenwärtig hier im Teich gemacht werden, berichtet. Es handelt sich um Geldstücke, nicht etwa aus alter Zeit, sondern um ganz moderne Fünfmarkstücke aus dem Jahr 1898. Der Teich ist abgelassen worden, und Alt und Jung fischt in dem Teich herum. Bis jetzt sind über 500 Mk. gefunden worden, zum Teil in Rollen verpackt. Es wird angenommen, daß das Geld entweder aus einem Diebstahl in Homburg v. d. H. oder bei einem Gemeinderechner in der Wetterau herstammt. t'e Darmstadt, 4. Febr. Ein 20 jähriger Kommis, in der Schwanenstraße wurde tot in seinem Bette aufgefunden. Er hatte sich vergiftet. Offenbach, 4. Febr. Der Gastwirteverband hat sich in seiner letzten Sitzung dafür ausgesprochen, daß zur Errichtung von Gastwirtschaften nur im Bedarfsfälle die Konzession gegeben werde. Gastwirt Leip old schllderte in einer längeren Ausführung die fast unheimliche Zunahme der Wirtschaften. Man habe bet Einführung des Konzessionsstempels gehofft, daß damit die Ausbreitung von Wirtschaften abnehme, aber jjerabe das Gegenteil sei eingetreten. Es wurde beschlossen, eine Kommission zu wählen, welche eine Denkschrift an die Stadtverordneten-Versammlung ausarbeiten soll. ll. Mainz, 4. Febr. Wegen Mangels an Absatz hat die Jmprä gnier anstalt der Firma Gebrüder Himmelsbach in dem nahen Gaulsheim gestern den ganzen Betrieb eingestellt, wodurch annähernd hundert Arbeiter brotlos werden. Unter den jetzt beschäftigungslosen Arbeitern sind solche, welche schon seit ihrer Gründung in der Anstalt thätig waren. Mainz, 4. Febr. Die von Bischof v. Ketteler i. I. 1852 gegründete St. Marienschule beging unter zahlreicher Beteiligung früherer und jetziger Schüler der Anstalt vorgestern das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Das Hochamt in St. Stephan eelebrierte Geistl. Rat Dr. Körner, Domkapitular Dr. BeneÄix hielt die Feslpredigt. Dem Gottesdienste folgte in dem neuen geräumigen Turnsaal der Schule ein Festakt, dem u. a. der Oberbürgermeister Dr. Gaßner, Beigeordneter Haffner, Reichstagsabgeordneter Dr. Schmitt, die Landtagsabgeordneten Dr. Frenay und Haas sowie Bischof Dr. Bruck und mehrere Domkapitulare beiwohnten. Mainz, 4. Febr. Der in Bingerbrück durchgebrannte Raubmörder sollte angeblich seinen Weg nach Mainz genommen haben. Am Sonntag traf ein Polizeikomnuffar aus Koblenz hier ein und überwachte am Nachmittag und Abend die einlaufenden Züge am Hauptbahnhof. Ebenso wurden von Lck)utzleuten in Zivil die Festungsthore überwacht. Auch gestern wurde die ganze Stadt abgesucht und Herbergsrevisionen vorgenommen, ohne jedoch ein Resultat zu "erzielen. — Das hiesige Provinzialarresthaus ist derart mit Gefangenen überfüllt, daß gestern 42 Insassen in die auswärtigen Amtsgerichtsgefängnisse verbracht werden mußten. Geisenheim, 3. Febr. Bei der Heimfahrt einer hiesigen Jagdgesellschaft brach plötzlich die Achse des Wagens. Der Kutscher Bauer, ein 40jähriger Mann, wurde vom Bock geschleudert und brach das Genick. Er hinterläßt mehrere unversorgte Kinder. Einer der Insassen, Graf Ingelheim, erlitt eine leichte Verletzung, die übrigen kamen mit dem Schrecken davon. m. Frankfurt a. M., 4. Febr. Die Gymnasialkurfe für Mädchen, welche hier seit Ostern 1901 bestehen, werden von Ostern dieses Jahres ab in Realgymnasialkurse umgewandelt, eine neue unterste 5. Klasse wird eröffnet und die jetzige 5. Klasse als 4. Klasse (Untersekunda) weitergeführt. In diesen Kursen wird begabten Mädchen Gelegenheit zur Erwerbung einer gediegenen, modernen Ansprüchen angepaßten Bildungsgrundlage und die erforderliche Vorbereitung für das Universitätsstildium geboten. Das Schuljahr beginnt Montag nach der Osterwoche. Möglichst baldige Anwendung der Schülerinnen ist sehr erwünscht, und wird von der Leitung der Kurse, Im Trutz 18, pari., Mittwoch und Samstag um 12 Uhr entgegengenommen. ** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Rachbarstaaten. Auf Requisition der Mannheimer Kriminalpolizei wurde in Worms ein Kolporteur von Mannheim wegen Ehebruchs und Entführung verhaftet. — Der Graveur und Eiseleur Wild in Mainz wurde von seiner Frau mit Drillingen beschenkt. Mutter und Kinder — es sind drei Knaben — sind den Umständen nach gesund und munter. — Ein Deserteur der Fremdenlegion wurde mit erfrorenen Beinen im Festungs- glaeis in Mainz aufgefunden. Der Unglückliche, der angab, daß er vor seinem Eintritt in die Fremdenlegion beim deutschen Militär desertiert sei, wurde ins Militärlazareth verbracht. — In einem Gasthof am Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. wurde der Krankenpfleger Gustav Fuchs auf seinem Zimmer mit einem Schuß in der Brust tobt aufgefunden. Ein Verbrechen liegt nicht vor. Fuchs ist freiwillig aus dem Leben geschieden. — Dem Großh. Forstwart Joh. Peter Karn zu Kranichsteiner Fallthorhaus wurde vom Großherzog ür die lobenswerte Energie und das erfolgreiche Eingreifen, welches Karn bei dem Brande am 12. Januar zu Kranichstein bewiesen hat, die Allerhöchste Befriedigung ausgesprochen sowie das Bild des Großherzogs mit eigenhändiger Namensunterschrift übersandt. Forstwart Karn war es auch, der vor drei Jahren vom Großherzog zum Abholen von Wild nach Rußland gesandt wurde. — Am Montag vormittag gegen 6 Uhr stürzte sich die 17 jährige Tochter des Bierbrauers Hahn aus dem dritten Stocke eines Hauses in Rödelheim bei Frankfurt a. M. in den Hof hinab. Das Mädchen erlitt lebensgefährliche Verletzungen. — Das Hotel Kursaal in Bad-Nauheim ging pachtweise in den Besitz des Herrn Ferd. Sprengel, Besitzers des Park-Hotels, über und wird von diesem in der seitherigen Weise als Restaurant weiter- geführt.____________________________________________________ Vermischtes. * Koblenz, 4. Febr. Oberleutn. v. Salisch, welcher 1492 hier auf der Straße den jungen Weimann erstochen hat, hat sich, wie die „Kobl. Ztg." meldet, in Breslau, wo er als Oberleutnant im Gren.-Reg. Nr. 12 stand, in einer Droschke erschossen, v. Salisch wurde s. Z. zu zwei Jahren Festungshaft veriirteilt und nach einem Jahre begnadigt. * München, 4. Febr. Die heute erschienene Nummer des „Simplieissimus" wurde wegen des Titelbildes für die Kolportage verboten. * Ant werp en, 4. Febr. Die Leiche des Hauptmanns v. Sigsfeld ist heute mit allen militärischen Ehren unter Bekleidung aller hier anwesenden Offiziere nach dem Bahnhof gebracht worden und mit dem Zuge um 2 Uhr über Gladbach nach Berlin abgegangen. * Budapest, 4. Febr. Im Bergwerk Petrilla der Salgo-Tarjaner-Gesellschaft sind infolge Explosion 20 Arbeiter verunglückt. Bisher wurden 5 Leichen gefunden. 7 lebensgefährlich Verletzte sind geborgen. Das Schicksal'der übrigen Arbeiter ist unbekannt. * Aus der Schweiz, 4. Febr. In Goldach (St. Gallen) ist ein kürzlich aus Deutschland zugezogener Mechaniker namens Stützte wegen Falschmünzerei verhaftet worden. Die Polizei überraschte ihn gerade beim Prägen von Falsifikaten. Er fertigte namentlich 5- und 50-Rappenstücke, die er und seine Frau verausgabten. Bei dem Falschmünzer wurde auch eine Matrize zur Herstellung von deutschen 10-Pfennigstücken beschlagnabrnt. * Ein Doppelmord tn Neapel. Aus Neapel wird über eine neue fürchterliche Blutthat berichtet. Die Tochter des reichen deutschen Villenbesitzers Schwathal aus Posillipo, ein zwanzigjähriges, bildschönes Mädchen namens Louise, unterhielt ein Verhältnis mit dem Sohne des Gärtners. Herr Schwathal jagte die Gärtnerfamilie fort, aber der Gärtner- ohn, ein wegen Rohheit mehrfach bestrafter Bursche, drang bends in die Villa ein, erschoß die Tochter Schwathals und treckte die Mutter durch Schläge mit dem Flintenkolben tot nieder. Dem Mörder gelang es, zu entfliehen. Die Familie Schwathal stammt aus Magdeburg. Theater, Kunst und Wissenschaft. ~ Der Schlachtenmaler Emil Hunten ist, wie wir mit= teilten, am Samstag in Düsseldorf geworben. Hunten war am 1J. Januar 1827 m Paris geboren. Er genoß deu ersten Unterricht bei Flandrin, arbeitete dann von 1849 bis 1851 bei -lvappers und Dyckmans und ging 1851 nach Düsseldorf, wo ihn Camphausen und K. F. Lessing anzogen. Dem 1852 entstandenen 43uo: Preußische Kürassiere aus Friedrichs 11. Zeit über eine Brücke sprengend (Prinz Friedrich Karl), folgten weitere Darstellungen aus dem siebenjährigen Kriege, wie die Schlachten bei Zorudorf und Crefeld (Kieler Museum) und die Patrouille der Seydlitz'schen Kürassiere. 1864 begab er sich nach dem Kriegsschauplatz, wo er wahrend des Sturms auf die Tüppeler Schanzen den Kampf skizierte. Aus diesen Ailsnahmen entstanden zwei Oelgemälde für den Kronprinzen. Ebenso beteiligte sich der Künstler 1866 an oem ^eldzuge; Früchte dieses Studiums waren die Gemälde: Re- kognoszierungsritt des Majors Ungar bei Sadowa und Auf den Baum geht's los (aus der Schlacht von Königgrätz). Endlich zog er 1870 nach Frankreich. Unter den zahlreichen Arbeiten, welche rm ^eldzuge entfianben, sind besonders zu nennen: Kürassierattacke bet Elsaßhausen-Wörth (Berliner Rationalgaleris), Die Hessen bei St. Privat, Tie Bremer bei Loigny 2. Tez. 1870 (im Besitz der Stadt Bremen). Weiter malte er für den Kaiser die Parade bei Euskirchen 1877, und für die Kaiserin Augusta die Kaiserparade bei (Lommersum 1884. Neuestens griff er in dem Wandgemälde für die Feldherrenhalle des Berliner Zeughauses: Schlacht bei Königgräy, aus den Krieg von 1866 zuruck. Auf der Internationalen Kunstausstellung zu Berlin 1891 sah man von ihm: Leutes Fnedensquartier des Grobherzogs von Hessen in Worms 1870, Die Her Husaren bei Vionvllle 16. August 1870; auf der Berliner Kunstausstellung 1893: Tie Iler Husaren bei Ligny 1815. Tas 1893 gemalte Bild: Attacke der ö. westpreuß. Kürajncre bei Tobit- schau, ld. Juli 1866, befindet sich im Besitz des Regiments. In den letzten Jahren schtif H. die lebcnsgrohen Reitcrbilder Friedrichs des Großen, Kaiser Wilhelms L und Kaiser Wilhelms 11. mit feinen Paladinen. Genchlslaat. ßt Gießen, 4. Febr. Schöffengericht. Am Dienstag hatte sich u. a. ein früher hier beschäftigt gewesener Bäckerbursche auS Neu-Isenburg zu verantworten. Er ist des ihm zur Last gelegten Vergehens der Unterschlagung von Kundengeldern geständig und wurde m eine Gefängnisslrase von lü Tagen genommen. Dieselbe gilt zwar durch die Untersuchungshaft als verbüßt, doch muß von der Haftentlassung Abstand genommen werden, weil der Angeklagte noch andere Strafen zu verbüßen hat. — Em hiesiger Gastwirt und Metzgermeister war wegen Lebensmittelversälschung an- geklagt. Er soll einem Teile der zum Berkaus gebrachten Wurst Stärkemehl zugesetzt haben. Diese Thatsache bestätigte sich zwar, doch konnte der Angeklagte den Beweis erbringen, daß er das Mehl nur einer ganz besonderen Wurstquantität und zwar lediglich auf Bestellung des betreffenden Kunden zugesetzt hat und daß einer seiner Leute 'von dieser Wurst einem Gast aus Unkenntnis vorgesetzt hat. Unter diesen Umständen mußte die Freisprechung des Angeklagten erfolgen. — Erne besondere Art von H o ch st a p e l e i hat eine 23 jährige Beamtentochter aus Straßburg aus die Anklagebank gebracht. Unter dem Borgeben, sie sei eine Lehrerin für S/otsemde, wußte sich die Angeklagte in lolchen Familien Zutritt zu verschaffen, von denen eines der Fa- miltenmitglieber mit Sprachgetnechen behaftet war, und die Fa- milierworstände alsdann mit einem größeren Betrag heremzulegen. Die geständige Angeklagte rourbe in eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten, unter Anrechnung ber erlittenen Untersuchungshaft, genommen. Al. Gießen, 4. Febr. Strafkammer. Ten Vorsitz führte. Landgerichtsrat Müller, bie Anklagebehörbe vertrat Staatsanwalt Zimmermann. — Die Hanbelsfrau Johanna Marchanb aus Frank- strrt a. M. hat aus bem Grünberger Gallmarkt Lose zum Preise von 20 Psg. pro Los ausgeboten; auf ber Rückseite jebes Loses war der Gegenstand verzeichnet, den der Käufer des Loses erhalten sollte. Es beruhte sonach aus Zufall, welcher Gegenstand dem einzelnen Loskäufer zusiel. Tie Angeklagte hat diese öffentliche Ausspielung beweglicher Gegenstände ohne obrigkeitliche Erlaubnis vorgenommen. Sie hat sich dadurch gegen den § 286 des Strafgesetzbuchs vergangen und wird in eine Geldstrase von 10 Mark verurteilt. — Des gleichen Delikts haben sich bie Hänblerinnen Ehefrau Gebier unb Ehefrau Kremer aus Frankfurt bei berfeiben Gelegenheit schulbig gemacht; sie werden, da sie noch unbestraft sind, in eine Geldstrafe von 5 Mk. genommen. — Schließlich wurde wegen des nämlichen Vergehens, dessen sie sich anläßlich einer Wechnachtsbescherung schuldig gemacht hatten, die Angeklagten Karl Muhl, Marx und Bender van Gießen au Mk. 5 Geldstrafe -verurteilt. — Der vielfach — auch wegen Diebstahls vorbestrafte Taglöhner Wilhelm Mäser aus Büches wird wegen eines unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis verübten schweren Diebstahls zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. — Ter Kaufmann Julius Buch aus Gießen ist des einfachen Bankerutts angeklagt. »fct erhält eine Gefängnisstrafe von einer Woche. — Ter prakt. Arzt Dr. Schad aus Lich ist beschuldigt, die vorschriftsmäßige Anzeige eines von chm behandelten ansteckenden Krankheitsfalles — eines Wochenbettftebers — unterlassen zu haben. Tas Schöffengericht Lich Halle ihn freigesprochen und die Staatsanwaltschaft Berufung Segen den Freispruch verfolgt. Das Gericht vertagte bie Berkün- ung der Entscheidung aus Freitag den 7. Februar. — Die Ver- ^handlung gegen die Ehefrau Gerlach aus Calbach wegen Körperverletzung wurde zwecks Ladung von Zeugen auf den 25. Februar Kd. Jrs. vertagt. Dmtbel unb Verkehr. Volkswirtschaft. Kopenhagen, 4. Febr. Tie Dänische Nationalbank fetzt von morgen ab den Wechsel-Diskont auf 4 A 4*/, Prozent herab. — Norddeutscher Lloyd Bremen. Die Direktion ist noch nicht in ber Lage, über die Dividende nähere Milleilungen machen zu können, jedoch ist auf ein durchaus befriedigendes Resultat zu rechnen. 8*, Prozent wurden im Vorjahre gezahlt. Ter Frachtenmarkt laste mel zu wünschen übrig, hingegen ließ der Pastagier- verkehr nichts zu wünschen übrig und sei Aussicht auf eine weitere Steigerung zu erwarten. — Allgemeine Deutsche Kleinbahn Gesellschaft. Tie Revisionskommission hat eine ganze Reihe von -Bamerungdplänen ausgearbeitet. Die letzteren werden gegenroärrig von ber ochui? oeremigung der Cbligahonäre, in der bie beulsche Treuhanbgesell- schast einen entscheibeuben Einstuß ausübt, einer Prüfung unterzogen. Alle Plane laufen in ber Hauptsache barauf hinaus, baß eine Kürzung an Kapital wie auch an Zinsen ber Obligationen eintreten muffe, wenn bie Gesellschaft lebensfähig gemacht weiden soll. — lieber die Lage der Kohlenzechen lauten bie Berichte fortdauernd ungünstig, wlan glaubt, daß bie Erträgnisse unter ber Ungunst ber allgemeinen Verhältnisse stärker leiben iverben, als man bisher geglaubt hatte. Jedenfalls ist ber Absatz stark zurück- gegangen, unb ba auch bie Preise herabgesetzt wurden, so scheint bie Erwartung rückgängiger Erträge wohl berechligt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag ben 6. Februar, abenbs 8 Uhr, im unteren Konsirmanbensaal (Kirchstraße 9): B lb elstunbe. Jac. 5, 13—20. Piarrcr Tr. Grein. KtUi'iie Kieivuilgeiu Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. 8. Darmstadt, 5. Febr. Prinzessin Elisabeth ist heute vormittag 9.45 Uhr hier eingetroffeu. Seine K. H. der Großherzog war ihr bis Frankfurt entgegengefahren. Am Bahahof hatte sich eine große Menschenmenge — beso.iders die Damenwelt war zahlre.ch Der treten — eingefuudcn, die die Prinzessin mit begeisterten Rufen empfing. Der Sohn des Regimentskommandeurs des Jas. Regts Nr» 115, v. Collenberg, überreichte in Uniform der Prinzesfia mit einer Ansprache ern prachtvolles Bouquet, Frl. Klara Eppert sprach einen hübschen selbstverfaßten Prolog. — Geh. Baurat Prvfeffor Dr. Berndt hat einen Ruf nach Berlin erhalten. Er wird ihn aber voraussichtlich nicht anuchmen. Berlin, 5. Febr. Wie der „Lokal-Auz." von vorzüglich unterrichteter Seite hört, verlief der Besuch des Prinzen von Wales, was seine Dauer und die sonstigen äußeren Umstände betrifft, vollständig programmmäßig. Bon einem „Mißklaug" könne keine Rede fein, denn der Empfang, den der Kaiser und die Kaiserin ihrem Gaste bereiteten, war von der denkbar größten Herzlichkeit, sodaß sich der englische Prinz hier überaus wohl fühlte unb seiner großen Freude über die Aufnahme, die er gefunden, wiederholt Ausdruck gab. Brüssel, 5. Febr. Dem „Petit Bleu" zufolge reist Dr. Leydt heute vormittag zu Kruger nach Utrecht. Haag, 5. Febr. Die von der holländischen Regierung au die englische Regierung gerichtete Rote weist auf die außer- gewöhnliche Lage hin, in der sich die Buren befinden, deren Delegierte in Europa von jeder Verbindung mit den Generalen abgeschnitteu sind. Diese Lage hat die Frage gezeitigt, ob es nicht angezeigt wäre, daß eine neutrale Macht ihre Dieuste anbieteu soll, um die Vermittlung beider Völker zu bewerkstelligen. Tie holländische Regierung scheine zu dieser Rolle ans- erjeheu zu fein. Da bie Buren-Delegierten in Hollanb ansässig fiub, könnte bie holläubische Regierung ihnen ben Vorschlag machen, sich nach Südafrika zu begeben, um sich doit mit ben Buren- führern zu verstänbigen unb mit ben nolwenbigen Vollmachten ausgerüstet znrückzukehren, um einen enbgiltigen Trieben zu schließen. Sollten bie Delegierten hiermit einverstauben sein, so müßte bie englische Regierung ihnen freies Geleit geben unb ihnen auch ben telegraphischen Verkehr gestatten, bamit sie eine Zusammenkunft mit ben Burenführern Haden könnten. St. Louis, 5. Febr. Zn ben Gebäubeu ber American Teo anb Awning-Company brach gestern Feuer aus. Das Gebäube stürzte zusammen. 9 Feuerwehrleute würben getötet. 23 e r I i n, 5. Febr. Der Lokale Anzeiger yvrt von unterrichteter Seite, daß der Besuch des Prinzen von Wales zu einer gegenseitigen loyalen und offenen Aus spräche über bie Bülow-Chamberlai n sche Af faire geführt hat und daß diese Aussprack)e, weit entfernt von einem Mißklange ihrem ganzen Inhalte nach wesentlich dazu beitrug, daß die maßgebenden deutsch-englischau Kreise den Zwischenfall für abgethan halten. London, 5. Febr. Die heutigen Blätter besprechen insgesamt die gestern veröffentlichte holländisck)e Note und die Antwort ber englischen Regierung.' Die Times erklärt, bie Antwort Englands mache ben Staatsmännern, die sich an der Spitze der Regierung befinden, die größte Ehre. Das Blatt kritisiert scharf den holländischen Vorschlag. In den Annalen der englischen Diplomatie sei lein ähnlicher Präzedenzfall zu verzeichnen. Tas englische Volk sei entschlossen, den Krieg, zu dem es von. den Buren gezwungen wurde, zu beenden und werde es nicht dulden, daß eine fremde Macht sich in diese Angelegenheit einmische. — „Daily News" sagt, ein großer Schritt sei gethan worden, dank der freundschastlichen Gesinnung Hollands, welcher für die ergriffene Initiative die größte Anerkennung gebühre. „Tally Ehronicle" ist der Ansicht, daß eine andere Antwort seitens der englischen Regierung nicht nötig war und hofft, daß bie Antwort bie Billigung der Mehrheit der Blätter finden: werde. — „Daily Mail" betont, daß die Antwort einen, guten Eindruck unter den Mitgliedern des Unterhauses! hervorgerusen habe, sogar unter den burenfreundlichen. London, 5. Febr. In Brisbane ist ein Pestfall mit tätlichem Ausgange zu verzeichnen gewesen- London, 5. Febr. Ein Telegramm aus Dartmouth besagt, daß seitens der Admiralität Vorkehrungen zur Unterbringung von Offizieren und Stöberten des deutschen Schulschiffes „Moltke" getroffen werden, welches .uan dort zu ber am 7. März erfolgenden Grundsteinlegung der Marineschule durch König Eduard erwartet- Haag, 5. Febr. Ein Mitglied der Burenmission, das nach der Veröffentlichung der Note der Niederlande und der Antwort Englands eine Unterredung mit einem Berichterstatter hatte, erklärte, er begrüße dankbar bie Bemühungen ber holländischen Regierung, bie beweise, daß man Mitgefühl mit den Leiden des südafrikanischen Volkes habe. Er halte die Antwort Engla-nds für sehr wohlwollend. Sie beweist, daß die englische Regierung nicht ungerecht sei unb Gelegenheit zu einem Anknüpfungspunkt biete, vorausgesetzt, daß England nicht späterhin unannehmbare Bedingungen stelle für den Fall, daß -die Burendelegierten im Sinne ber englischen Antwort thätig seien- Wien, 5. Febr. Die „Wiener Ztg." publiziert die Ernennung des Privatdozenten ber Universität Heidelberg, Friedrich Gottl, zum außerordentlichen Professor ber Volkswirtschaftslehre an ber deutschen technischen Hochschule in Brünn. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 5. Februar. 3*/t% Beicheanlelhe . . 102.00 3% do. ... 91.65 SVjO/o Konsole .... 101.90 8°/g do ..... 91.65 3*/2°/o Hessen .... J.OOJ.O 356 Hessen ...... —.— 456 Oesterr. Goldrente . 103.10 4 ' 3 56 Oesterr. tiilberrente 101.40 456 Ungar. Goldrente , . 101.40 4°/j Italien. Rente . . . 101.10 4h, 56 Portugiesen ... 42.20 30/ Portugiesen .... 27.60 156 C. Türken .... 28.20 Türkenlose......114.80 4% Grieoh. Monopo 1-Anl. 45.45 4‘/,56 äussere Argentiner —.— Tendenz 8u/o Mexikaner .... 26.70 41 /j /u Chinesen , , . 89.60 Electric, bcbuckert ... 124.75 Nordd. Lloyd.....—.— Kreditaktien.....215.70 Diskonto-Kommandit . . 191.30 Darmstädter Bank . . . 134.80 Dresd- ner Bank .... 137.40 Berliner Handelsges. . . 180.50 Oesterr. Staate bahn . . , 144 90 Lombarden ..... 20.10 Gotthardbahn.....169.00 Laurabütte ...... 200.00 Bochum . ......187.50 Harpener......164.60 : fest. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenftraste 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Maurer^ 2 Schlosser, 2 Hausburschen, 1 Fuhrknecht ober Kutscher, 2 Taglöhner, 1 Köchin jjur Aushilfe, 4 Lausfrauen, 1 Putzfrau, 1 Schreibgehilfe, 1 Magazinier. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Metzger, 1 Schlosser, 1 Schmied, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 2 Schreinerlehrlinge, 2 Köchinnnen, 1 Dienstmädchen nach auswärts._________________________________ Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. A, wurde heute eingetragen die Firma „Heinrich Hof" zu Gießen; Inhaber derselben Kaufmann Heinrich Hof daselbst. Gießen, den 1. Februar 1902. 1084 Großherzogliches Amtsgericht. Jagd Verpachtung. Die Jagdnutzung auf den Grundstücken und im Walde der Gemarkung Kinzenbach in der Größe von 430 Hektar, darunter 40 Hektar Wald, soll am Montag den 3. März, nachmittags 3l/2 Uhr, auf 6 bezw. 9 Jahre in der Wirtschaft von Peusch zu Kinzenbach, am Bahnhof, öffentlich verpachtet werden. Die Jagd ist gut, insbesondere ist ein guter Rehwild-Bestand vorhanden, auch per Bahn der Strecke Wetzlar—Lollar leicht zu erreichen. 1100 Krofdorf, 30. Januar 1902. Der Bürgermeister: Lichtenthaeler. Donnerstag den 6. d. Mrs., nachmittags 2 Uhr, sollen dayier im Saale des Herrn Ltto Lust, Neuenweg 28, Hausund Küchengeräte aller Art, sowie 17 Bände Brockhaus Lexikon zwangsw. gegen bar versteigert werden. 1099 Gießen, 5. Februar 1902. Seivel, Gerichtsvollzieher. Arbeits- Verdingung. Der Neubau eines Lagergebäudes soll verdungen werden. Kostenanschlag u. Pläne liegen auf dem Bureau des Architekten Gustav Hamann, Bergstraße 11, zur Einsicht offen. Off. sind bei demselben bis zum 12. Februar ds. einzureichen. 1089 Bär & Wetterhahn. Jetzt ist die schönste Zeit! um die Fahrräder für die beginnende Saison in der mechanischen Werkstätte von Carl Graf Laden: Schloßgasse, wieder in Stand setzen zu lasten. 477 Glocken, Laternen, Pueunratics. Dohversteigenmg Im Frech, v. Rabenau'schen Revier Friedelhausen, sollen Montag, 10. d. Mts., in den Distrikten Burgwald, Spieß unb Stangenwald versteigert werden: 1085 15 Eichenstämme m. 4,89 cbm (Wagnerholz), 80 Fichtenstämme mit 26,85 fm, 8 Kiefernstämme mit 6,04 cbm, von 30 cm mittl. Durchm. aufwärts, 15 Eichen-Derb- stangen zu Deichseln geeignet unb 133 Fichten-Derbstangen, sowie 318 rm Buchen, Eichen und Kiefern, Scheit u. Knüppel, 6200 bergt Wellen, 255 rm Buchen- unb Eichen-Reis und 50 rm Buchen- nnb Eichen- Stöcke. Bemerkt wird, daß eme 2. Versteigerung nicht mehr ftattfinbet. Die Zusammenkunft findet vormittags 9 Uhr auf der Marburgerstr. bei der Hoheitsgrenze statt Friedelhausen, 5. Febr. 1902. Schneider. Stabt. Schlachthaus. Freibank. Heute uuo Morgen: Vchlengeisch 56 pfg. Nfltifdj 40 pfg. Wlschseufleisch 45 pfg. Schminkflrisch 56 pfg. 0491[ Eine fast neue Hobelbank Lroeck, Kinzenbach. Pfund-Beutel Pfund Pfund ganz Oel per Liter 84 Pfg. und Mk. L—■ 1090 , Würfel, Puder, wie bekannt zu billigsten Preisen am Platze. 25 Pfund-Beutel 10 do. Weizenmehl per 10 Pfund 1. gar. reines Schweineschmalz Margarine in allen Preislagen (feinstes Fabrikat), . Süssrahm-Margarine „Vitello“ per Pfund &O Pfg. per Stuck f lei per Liter I — I — I ■■ I MM...... । — । — । — । —♦ | ZU Gelegenheitskaiif. A Wegen Verlegung meines Geschäfts schönem Laden und Werkstätte, ♦ I beabsichtige ich, mein neu erbautes von dem letztere sich zu iedem anderen I | Geschäft öder Lagerraum eignet, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. ■ X Gleichzeitig mache hiermit Reflektanten bekanM, daß die auf meinem Lager befindlichen ♦ | W Denkmäler ♦ rämunugshatber zu bedeutend herabgesetzten Preisen abgegeben werden. 489 ♦ J. 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