Nr. 30 Seneral-Anzeiger. Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn Erschein' täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Zamilienbliitter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. ^.'ctyanniß zu ocr roerussgenostenzcyast iwyt, soll cm anderer Arzt - hinzugezogen werden. In Betreff Dr. Blasins werde ich mich nochmals informiren und zur Nachachtung empfehlen, daß stets konkret entschieden wird. Der Abg. Stadthagen hat auch bte Festsetzung der Entschädigung für die Vorsitzenden bemängelt. Ich muß cs aufs Tiefste bedauern, daß er dabei den Präsidenten des Rcichs- bcrsichcrungsamtcs angegriffen hat. der ein hochverdienter, arbeitsreicher Mann ist. Der Präsident hat darüber auch gar nicht selbständig zu entscheiden, sondern nur das Kollegium des Amtes. Anläßlich der vorjährigen Beschwerden habe ich mich an das Reichs- versicherungsamt gewendet und dieses hat auch bestimmte Grundsätze über die Entschädigung festgesetzt. Doch ist es nicht immer leicht, dieselben durchzuführcn, da die Verhältnisse ganz verschieden sind. Was nun Herrn Felisch anlangt, so hat er zwar für 7500 Mk. seine Räume an die Berufsgcnossenschaft vermiethct, doch erscheint dieser Preis angemessen, da die Bcrufsgcnossenschost für diesen Preis eine solche Wohnung nicht bekommen wurde. Gehalt hat Herr Felisch nie bckommmen, weder mittelbar noch unmittelbar. An Entschädi- Staatssekretär Graf PosadowSky: Es ist hier mit Recht ge« tadelt worden, daß bisweilen Lasten des llnfallgcsctzcs auf die Gemeinden abgewälzt sind. Es ist bereits eine Verfügung erlassen, wonach das unter allen Umständen verboten ist. Zur weiteren Verminderung von Unfällen ist das Reichsversichcrungsamt damit beschäftigt, Unfallvcrhütungsvorschriftcn für die Brennerei- und Molkcrcibetricbe zu erlassen. Hinsichtlich der Prüfung der Unfälle habe ich stets auf dem Standpunkt gestanden, daß nichts so gefährlich ist, wie eine schematische Behandlung. Der einzelne Fell muß sorgfältig und gewissenhaft untersucht werden. Es soll vorher der behandelnde Arzt gehört werden, und wenn dieser in einem festen Abg. Dr. Müller-Meiningen (freis. 93p.): Meine Ausführungen basiren nicht auf mangelnder Sympathie gegenüber der Schweiz, sondern auf dem Wunsche, einen ungerechten Zustand zu beseitigen. Wenn das im Vcrtragswege geschieht, so kann von einem Eingreifen in eine fremde Rechtssphäre nicht die Rede sein. Im Uebrigen möchte ich nochmals feststellen, daß das Patentamt auf eine Anfrage der Hamburger Handelskammer in Betreff eines ein- - getragenen Waarenzeichens die Auskunft verweigert hat. Abg. v. Kardorff tRp): Der Abg. Gamp hat für die zweite Lesung des Zolltarifgesctzes in der Kommission einen Antrag in Betreff unseres Verhaltens zur Schweiz eventuell in Aussicht gestellt. Ick boffe. daß er von diesem Anträge absehen wird, ich würde mich wenigstens als Vorsitzender der Zolltarifkommission dem entschieden widersetzen, daß Dinge, die ihr nicht vom Reichstage überwiesen sind, und die mit dem Zolltarif nicht in Zusammenhang stehen, von der Kommission bcrathen werden sollen. Ich hoffe, darin bei der Kommission Unterstützung zu finden. Das Kapitel wird bewilligt. 132. Jahrg, Verantwortlich für den allgemeinen Dell: P. Wiltko; für den Anzeigenteil: H. Beck. Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Unioersitätsdruckerei (Pietsch Erben). Gießen. Direktor im Reichsamt des Innern Wermuth bemerkt, die Pra9c ,^cr obligatorischen Werthdeklaration wird seit Langem schon im Rcichsamt des Innern erwogen. Doch ist es nicht ganz leicht, hier zu einem Entschluß zu kommen, da die Ansichten darüber weit auseinander gehen. So haben sich von den Handelskammern und kaufmännischen Korporationen 59 gegen die Werthdeklaration ausgesprochen, und nur 41 dafür, darunter Hamburg und Bremen. Das Heilmittel liegt vornehmlich in der Fortbildung unseres gegenwärtigen Verfahrens, und die läßt sich das Reichsamt des Innern aufs sorgfältigste angelegen fein. abg. Stadthagen tSvzd.) wünscht eine Sterblichkeitsstatistik, die alle Zweige der Arbeitcrvcrsicheruiig umfassen solle. Graf Posadowsky erwidert, daß eine solche Statistik irfion in Angriff genommen sei, aber wegen des Umsanges, unb der Kosten noch nicht hätte zu Ende geführt werben können. Das Kapitel wird bewilligt. gungen für laufende Geschäfte hat er in den letzten Jahren nur 790 M. bekommmen. Das Reichsversicherungsamt har dies für angemessen erklärt. Roma locuta est, der Fall ist erledigt. Nun bemängelte Herr Stadthagen iinserc letzte Versicherungsstatistik. Er nannte sie sogar tendenziös. Aber davon kann keine Rede sein, die Statistik beruht auf den amtlichen, polizeilichen Feststellungen. Ein Kommissar wird die Sache noch näher erläutern. Ein Vertagungsantrag des Abg. Dr. Derlei (kons.) wird einstimmig angenommen. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr. Marine-EtaE Schluß 6 Uhr. Beim Kapitel Reichsversicherungsamt bemerkt Abg. Stadthagen (Soz.): Es ist ungesetzlich, wenn in Hessen- Nassau die Beiträge zu der land- und forstwirthschafflichen Versicherung nicht nach Maßgabe der Grundsteuer, sondern der direkten Staatssteuer erhoben werden. Eine weitere Gesetzwidrigkeit liegt in der hohen Bezahlung der Thötigkeit der Vorsitzenden mancher Berussgenossenschasten, die weit über eine Entschädigung der Aus-. lagen hinausgeht. Es werden zur Zeit 4000—15 000 Mark ge- -ahlt, und ich wundere mich, daß der Präsident des ReichSverstcher- niigsamts diesem ungesetzlichen Treiben noch immer kein Ende bereitet hat. Redner wiederholt sodann besoiiders seine vorjährigen Angriffe, gegen den preußischen Landtagsabgeordneten Felisch, der als Vorsttzenbcr der BcrufSgcnosscnschaft sich der Untreue gegen dieselbe schuldig gemacht habe. Auf eine Anzeige, die ich deS- wegen an die Staatsanwaltschaft richtete, wurde mir erwidert, daß kern öffentliches Interesse zur Erhebung der Anklage vorliege, und auf meine Beschioerde nnirbc mir gesagt, ich hätte kein Antragsrecht, weff ich nicht persönlich verletzt sei. Ich verstehe nicht, wie sich die Staatsanwaltschaft solche Verstöße gegen das Gesetz erlauben darf; daß das geschehen konnte, ist mir ein Beweis da- für, daß auch die Staatsanwaltschaft und das Justizministerium bereits unter kapitalistischem Einfluß stehen. Weitere Angriffe er- hebt Redner gegen die Vertrauensärzte der Berufsgenoffenschaften, welche die verunglückten Arbeiter bisweilen auf ganz unzureichende Untersuchung hin mit den Rentenansprüchen abwiesen. Das sei z. B. in rinem Falle gescheheii, wo der Sanitätsrath Dr. BlasiuS cm Gutachten über einen Arbeiter abgab, den er gar nicht gesehen hatte. Als ein anderer Arzt, der den Kranken nachher wirklich untersuchte, hierüber seine Mißbilligung aussprach, versuchte eS der Dr. Blasius, über jenen anderen Arzt einen förmlichen Boykott zu verhangen. Es ist vor Gericht scstgestcllt, daß der Dr. BlasiuS ferne Gutachten häufig blos nach einer Tabelle der Berufsgenoffcn- schaft anfertigte. Ein Arzt, der so handelt, macht sich zum Handlanger und Hausknecht der Bcrufsgenosscnschasten; wozu braucht man dazu einen Arzt, baä würde der erste beste gewissenlose Bureau- beamte besser machen. Tas ist ja ein Hohn auf alle Humanität, wie jetzt von manchen gemeingefährlichen Berufsgenoffenschaften und von ihren Vertrauensärzten gewirthschaftet wird. Das 93 er trauen der Arbeiter zum Reichsversichcrungsamt ist bedenklich gesunken, besonders seitdem Herr Gacbcl Präsident ist. Die Zahl der Todesfälle und Verwundungen auf dem Schlachtfelde der Industrie ist fortdauernd im Wachsen begriffen. Das Jahr 1900 weist allein 8507 Tobte auf, und nicht weniger als 99 087 Schwerverwundete; und zwar sind gerade dort die meisten Unfälle, wo die Unternehmer die größten Gewinne einheimsen, denn dort pflegen die Vorkehrungen gegen die Unfälle am mangelhaftesten zu sein. Die von der Regierung jetzt herausgegebene Statistik beruht auf unzuverlässiger Grundlage und ist tendenziös abgefaßt. Besonders gilt dies für die Rubriken über die Ursache des Unfalls. Hier ist man von dem Bestreben geleitet, die Wahrheit zu vertuschen. Die BerufS- genossenschaftcn haben die Zettel ganz einseitig ausgefüllt, sic haben die Wahrheit verdeckt und der Univahrheit zum Siege verholfcn. Präsident Graf Ballestrem: Ein solcher Vorwurf gegen die Verufsgenossenschaften verstößt gegen die Ordnung dieses Hauses. Abg. Stadthagen (fortfahrcnd): Bei der Ermittelung der Ursachen der Unfälle hat man weder Arbeiter, noch Gewerbe-Inspektoren hcrangezogcn. Aus jeder Seite deS Berichtes geht der Wunsch der Unternehmer hervor, daß der Arbeiter keine Rente erhalten soll, wenn der Unfall durch seine eigene Fahrlässigkeit entstanden ist. All dieses macht die ganze mühevolle Statistik für uns wcrthlos. Was kann es denn für einen Werth haben, wenn über die Frage „Unvermeidliche Betriebsunfälle?" nur die Unternehmer Auskunft geben sollen. Die Wahrheit wäre nur dann zu erfahren, wenn im kontradiktorischen Verfahren auch Arbeiter da- rüber befragt würden. Ganz fehlt es an einer Rubrik über die Wirkungen der Akkordarbeit, obwohl doch jeder weiß, daß sie Mordarbeit ist. Ucbcrall herrscht das Bcstrebeg, die Schuld lediglich auf die Arbeiter abzuwälzen. Und dabei liegt die größte Schuld auf Seiten des Unternehmers. Wir müssen deshalb verlangen, daß auch die Arbeiter an der Verwaltung der Berufsgenoffenschaften thcilnchmen und daß ihnen bei Unfällen der volle Schaden ersetzt wird. Auch muß, um die Unfälle einzudämmcn, die achtstündige Arbeitszeit endlich eingeführt werden. worden, die Schweizer Konkurrenz ist so unlauter wie nur möglich. Auf die Dauer können wir uns das nicht gefallen lassen. Das Reichspatentamt bringt dem Reiche 6 Millionen ein, da sollte man den Avtheilungs-Vorstehern doch eine bessere und selbständigere Stellung geben, wie sie erst neulich den Avtheilungs- chefs im Reichsgesundheitsamt bewilligt ist. Staatssekretär Dr. Graf v. Posadowsky: In der Schweiz gemeßen nur solche Erfindungen Patentschutz, die durch Modelle darstellbar sind, andere Erfindungen nicht, und zwar ohne Rrickpcht darauf, ob sie in der Schweiz selbst oder im Auslande gemacht sind. Daß dieses Verhältniß für unsere Industrie, die sich zur Erprobung der Erfindungen große ^.aboratoricn anlegt, und der die Patenterwerbung große Kosten verursacht, sehr ungünstig ist, liegt auf der Hand. Es werden dadurch insbesondere die deutschen Farbstofffabriken und die Fabriken pharmazeutischer Artikel getroffen. Unsere Fabrikanten beschweren sich, daß die Schweizer ihre Nachahinuiigcn zu bis 30 Proz. nie- dngcren Preisen verkaufen, nicht nur in der Schweiz, sondern sogar in Deutschland. Wir haben uns an die Schweizerische Regierung mit der Bitte um Abhilfe gewandt, cs wurde uns aber die Nachricht zu Theil, daß der schweizerische Bundesrath hierfür nicht kompetent sei, sondern daß hierzu ein Referendum (direkte Volksabstimmung) nothwendig sein würde. — Ich sage aber, wenn wir zu einem neuen Handelsverträge mit der Schweiz kommen wollen und kommen sollen, dann werden wir die unbedingte Forderung stellen, daß unseren berechtigten Anforderungen Genüge geleistet wird. (Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Müller-Meiningen (freis. Vp.): Ein neuer Handelsvertrag ist der richtige Ort, um diesem Raubsystcm ein Ende zu machen. Doch dürfen wir nicht so lange warten, um den Schweizern bie Zähne zu zeigen. Bei Waaren, die aus der Schweiz eingeführt werden und unlauterer Weise nachgeahmt sind, haben schon bie Gerichte bas Recht, den Schweizern auf die Klauen zu hauen. (Heiterkeit.) Die für bie Patentanwälte eingeführte Vorprüftmg ist ungesetzlich. Durch die neue Gesetzgebung ist bie Stellung des Präsidenten des Patentamts so komplizirt geworden, daß er der reine Patent-Uebermensch geworden ist. Auch wirb vielfach über den Ton geklagt, der im Patentamt herrscht. Die Erledigung der Patentgesuche läßt noch immer sehr lange auf sich warten. Die Arbeitsüberlastung des Patentamts beruht wohl zum großen Theilc darauf, daß bei der Vorprüfung der Patente an diesen Arbeiten überflüssige Korrekturen vorgenommen werden, so daß eine solche Patentanmeldung bei der Rückgabe oft ärger aussicht als das Schulheft eines sehr unwissenden Tertianers. Sa z. B. ist in einer Anmeldung das Wart „einzig" durch „ausschließlich", das Wort „kontmuirlich" durch „beständig" ersetzt worden. Ferner beschweren sich die Handelskammern, daß das Patentamt auf der einen Seite Zwar sehr eifrig sei in der Einziehung von Erkundigungen, daß cs aber andererseits den Handelskammern nur sehr unzureichende Auskünfte gebe. (Beifall.) Staatssekretär Dr. Gras von Posadowsky: Bei einer Behörde, die 785 Beamte hat, können einzelne Mißgriffe wohl Vorkommen, doch stehe ich durchaus auf dem Standpunkt, daß das Institut des Publikums wegen da ist und dessen Wünschen so weit wie möglich entgegenkommen soll. Die Behauptung des Vorredners, daß eine Vorprüfung der zur Patentanwaltschaft sich meldenden Personen unzulässig sei, widerspricht den Thatsachcn. Es ist sogar eine gesetzliche Pflicht des Präsidenten des Patentamts, solche Vorprüfungen vorzunehmen. Abg. Schrader (freis. Vgg.) schließt sich in Betreff des Verhältnisses zur Schweiz den Ausführungen der Vorredner an. Für das Patentamt werde die Schaffung einer größeren Zahl höherer juristischer und technischer Stellen nothwendig sein, um tüchtigen Kräften ein Aufrücken zu ermöglichen. Abg. Stadthagen (Soz.): Die Sache mit der Schweiz liegt doch etwas anders, so illoyal, wie es hier bargestellt wirb, ist die Schweiz nicht. Der Schweizer hat in ber Schweiz nicht mehr Rechte als ber Deutsche, es ist baher ein ungeheurer Eingriff in die Rechte eines Staates, wenn man ben Deutschen mehr Rechte einräumen will, als bie Schweizer besitzen. Woher bekommen bie Schweizer denn ihre Rohstoffe? Doch meistens aus Deutschland. Schützt denn unser Patentrecht überhaupt die geistige Arbeit? Nein, es schützt nur die, die sie zuerst ausveuten. Dagegen muß ich mich erklären, daß hier verlangt wird, es solle, um einige deutsche Firmen zu schützen, cingegriffen werben in die innere Gesetzgebung eines fremden Staates. Beim Kapitel „Patent-Amt" beschwert sich M>g. Gamp (Reichsp.) darüber, daß die Schweiz keinen genügenden Patentschutz habe. Es ist mit der Stellung eines Kultur- staatcv nicht vereinbar, wenn in der Schweiz kein genügender Schutz für das geistige Eigenthum besteht. Unter diesen Umständen wird es sehr Ichwer seien, einen Handelsvertrag mit ber Schweiz abzuschließen, wenn keine Abhilfe erfolgt, würden wir zu Gegen- maßregeln greifen müssen. Abg. Dr. Paasche (nl.) stimmt dem Abg. Gamp bei. Unter ben gegenwärtigen Verhältnissen werden unsere chemischen Fabriken durch die Schweizer Greiizfabriken geradezu ausgeplündert. Schon vor 8 Jahren ist auf diesen illoyalen Kampf hingewiesen, ahne daß bisher etwas geschehen ist. Und dach hat damals die Regierung die Berechtigung dieser Klage anerkannt. Seitdem find die Zustände nicht besser, sondern schlimmer ge=. Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet, Deutscher Reichstag. 134. Sitzung vom 4. Februar. 1 Uhr. Das Haus ist ä u ß c r st schwach besetzt. Am Bundesrathstisch: Graf Posadowsky u. Ä. Die zweite Berathung des Etats des Reichsamts des Innern wird bei den dauernden Ausgaben, Kapitel „Statistisches Amt" fortgesetzt. ES ist hier eine Forderung für eine neue Abtheilung des Statistischen Amts zur Arbeiterstatistik eingestellt. Die Kommission, in die diese Forderung verwiesen ist, hat sie unverändert bewilligt. Berichterstatter Abg. v. Tiedemann : Die bisher ber Kommission für Arbeiterstatistik zugewiesenen Obliegenheiten sollen auch bei der in Neuorganisation in vollem Umfange bestehen bleiben. Um die neue Stelle hierzu in ben Stand zu setzen, ist beabsichtigt, dieselbe durch einen Beirath von 12 Mitgliedern zu verstärken, von denen je 6 vom Bundesrath und vom Reichstage zu wählen sein würden. Abg. Dr Pachnicke (frf. 93g.): Ich will zwar nicht gegen den Titel sprechen, möchte aber doch bemerken, daß wir mehr verlangt haben und auch mehr erwartet hätten. Wir haben ein besonderes Arbeitsamt verlangt, und statt dessen bekommen wir nur eine neue Abtheilung zum Statistischen Amt Jedenfalls wünschen wir, daß das, was jetzt geschaffen werden soll, wenigstens gut sunkttonirt, und dazu erscheint es mir als erstrebenswerth, daß der neuen Abtheilung ein Beirath beigegeben wird, der zu gleichen Theilen aus Arbeitern, Arbeitgebern und neu- tralen Sachverständigen zu bestehen hatte. Ich würde es ferner für zweckmäßig halten, wenn sich die neue Abtheilung nicht auf bie der Gewerbeordnung unterstellten Arbeiter beschränkte, sondern auch die landwirthschasllichen Arbeiter berücksichtigte. Die Berichte müßten in einer allgemein verständlichen Sprache abgefaßt werden und nicht zu theuer fein, damit sie Jedermann zugänglich sind. Abg. Bebel (Soz.): Die Position ist von uns zunächst mit Mißtrauen aufgenommen worden, weil wir besorgten, sie habe lediglich den Zweck, der Kommission für Arbeiterstatistil die Flügel zu beschneiden. Diese Kommission sah es nicht lediglich als ihre Aufgabe an, statistische Zahlen zu sammeln, sondern auch ihre Schlüsse daraus zu ziehen und Anträge bei den Regierungen zu stellen. Die Erklärung des Staatssekretärs, daß diescBefugnisse uneingeschränkt fortbestehen bleiben sollen, hat unsere Bedenken zerstreut WünscheuSwerth wäre allerdings die Zuziehung von Praktikern, Gewerbe-Inspektoren u. s w. Befriedigt sind wir von der Positton allerdings nicht, wir nehmen sie nur als eine Abschlagszahlung auf bie Begründung eines allgemeinen Arbeitsamtes. Abg. Dr Haffe (nl.) Unsere Einfuhr- und Ausfuhrstatisttk läßt insofern manches zu wünschen übrig, als wir die Mengen zwar zahlenmäßig, die Werthe aber nur schätzungsweise kennen lernen. Dieser Subjektivismus der Schätzung mußte vermieden werden entweder durch Vervollkommnung der bestehenden ober durch Schaffnnb einer ganz neuen Methode. Will man die bisherige Methode beibehalten, dann muß man den Sachverständigen mehr Muße lassen zur Ermittelung der Werthe; will man das nicht, bann wird man allgemein zum Deklarationszwang kommen müssen. Auch bei bem Statistischen Amt muß eine Beseitigung des Monopols der Juristen gefordert werden; einige Stellen sollte man dem Handelsstande Vorbehalten. Abg. Dr Spahn (Etr.) schließt sich im Wesentlichen ben Ausführungen des Abg. Dr Pachnicke an Auch er sehe in ber Schaffung biefer Abtheilung nur einen Versuch. Staatssekretär Dr. Gras v. Posadowsky • Ich würde es nicht für eine praktische Konstruktion halten, ber neuen Abtheilung einen ständigen Bcirath von Arbeitern und Arbeitgebern beizugeben. Da heute der Einzelne doch nur bezüglich eines kleinen Theils des modernen Erwerbslebens sachverständig sein kann, so würde ein ständiger Beirath nicht in allen Fällen den an ihn gestellten Anforderungen gerecht werden können, es wird sich mehr empfehlen, von Fall zu Fall Sachverständige aus den Kreisen der Arbeiter und Arbeitgeber hinzuzuziehen. Ich werde dafür sorgen, daß das statistische Amt in allen Fällen, wo es nothwendig ist, von dieser Bcfugniß Gebrauch macht. Selbstverständlich soll die Kommission keineswegs delerioris conditionis sein; sie soll das Recht haben, ihre Thätigkeit auf alle Gebiete der Arbeiterstatistik auszudehnen und auch direkt mit allen Landes- behörben zu verkehren. Daß diese Abtheilung auch einen periodischen Bericht herausgeben muß ist ganz selbstverständlich, denn sie macht ja ihre Arbeiten nicht für sich, sondern gerade zu dem Zwecke, die allgemeine Beurtheilung wirthschastspolitischer Fragen zu erleichtern. Mittwoch, 5. Februar 1902 Siebener Anzeiger Geheimrath Hans: Ich glaube, schiefer kann man eine Situation nicht barstellen, als es ber Vorrebncr gethan hat. Wie er be- — haupten kann, baß bas Ausbeutungssystem auf beutscher Seite licac, V ,ü tmt5 *u Berufsgenossenschaft sicht, soll cm anderer Arzt wirb nicht leicht jemanbem verstänblich sein. Der Schaben, ben ’’ ---- unsere Jnbustrie crleibet, ist ganz enorm; es wirb uns auf bem ganzen Weltmarkt eine ungeheure Konkurrenz gemacht, unb bie unter ber Verletzung unseres Patentrechts hergcstcllten Nachahmungen werben sogar in Deutschland eingeführt. Daß wir nicht in bie autonome Gesetzgebung ber Schweiz eingreifen wollen, ist selbstverständlich; bie bisherigen Schritte haben sich auf bem Boden durchaus freundschaftlicher Vorstellung bewegt, und bie Stimmen, welche bie Nothwenbigkeit einer Aenberung bes schweizerischen Patentrechts anerkennen, fangen sich auch in ber Schweiz bereits zu mehren an. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. Die bekannte litterarische Halbmonatsschrift „D ie Gesellschaft" (.Herausgeber Dr. Arthur Seidl — Verlag von E. Pierson in Dresden) scheint Jung- und Alt-München in sich vereinigen und zu einem höheren Dritten harrno nisch aussöhnen zu wollen; wenigstens darf in diesem Sinne nicht unbeachtet bleiben, die feinsinnige Würdigung A. K. T. Tielo's (— Tileil), die diese Zeitschrift in ihrem jüngst ausgegebenen 2. .Hefte vom laufenden Jahrgänge dem Dichter Hermann von Lingg zu seinem 82. Geburtstage (mit Bild, unter gleichzeitiger Mitteilung von Textproben aus seinen „Schlußrhythmen") zu teil werden läßt — bekanntlich einem der prächtigen, viel zu wenig gekannten „Alten". Im selben Hefte seht der Berliner Geh. Sanitätsrat Dr. Küster seine frischen Erörterungen über „Landwirtschaft, Industrie und Handel" an leitender Stelle fort und spricht Dr- Hans Schmidtunz (Berlin) ebenso anregend wie aufschlußreich zur aktuellen Frage der „Einheitsschule". Näcystdcm interessieren noch gehaltvolle Betrachtungen über „Kunst und Religion" von Rudolf Klein (Berlin«, die flotten Auseinandersetzungen „Roch einmat Jung-Elsaß!" des Straßburger Wortführers Renö Schictele (früher: Pseud- Paul Savreux), ein lesenswerter Aussatz über Thvrean'S „Winter" von Dr. Jochs Hofmiller (Freising) sowie belletristische Beiträge von A- K- T. Tielo, Gustav Meyrink u. ü. neben der ^Kritischen Ecke" (mit einem „Fall Mahler") und der reichhaltigen „Besprechungs- bezw. „Bücher"-Rubrik. 4 verwundet wurden. * Odessa, 4. Febr. In der Nähe von Tiraspol ent- Schisssnachrichten. „Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdampfer „Kensington" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. Februar wohlbehalten in New-York angenommen. Bern, 5. Febr. Die schweizerische Freimaurerloge „Alpina" richtete an die englische Großloge ein Schreiben, in dem der Wunsch ausgedrückt wird, den Krieg in Südafrika bald beendet zu sehen, und in dem hauptsächlich auf )ie Zustände in den Konzentrationslagern hingewiesen wird. Die englische Großloge antwortete unter dem 31. Jan. in ehr verbindlichem Tone, bekämpfte jedoch entschieden die von den schweizerischen Freimaurern vertretenen An- ichten, die, tote die englische Großloge behauptet, auf alscher Berichterstattung beruhen. Die englische Großloge erklärt, daß König Eduard selbst die Beanttoortung des Schreibens gelesen und die Antwort gebilligt habe. Die Antwort enthält die schon bekannte Begründung der Errichtung der Konzentrationslager, die hauptsächlich auf menschenfreundlichen Erwägungen zurückzuführen sei. Außerdem wird gesagt, daß die Lagerbewohner diese Lager verlassen könnten. Man habe Botha und Dewet mitgetE, daß sie die Bewohner der Lager übernehmen könnten. Die Buren seien aber dazu nicht zu bewegen gewesen. Botha und Dewet seien.auch ausgefordert worden, von den Zu- tänden in den Lagern bei Zusicherung freien Geleits sich, zu überzeugen. Sie seien aber nicht gekommen. Ein einziger Buren Hauptmann sei der Einladung gefolgt und habe sich nachher mit Befriedigung über die Lager geäußert. N e w y o r k 4., Febr. Jrn Repräsentantenhause legte Eochran eine Resolution vor, welche den Präsidenten Krüger zu einem Besuch Amerikas als Gast der amerikanischen Nation ein lädt. New-York, 4. Febr. Eine Depesche des „New-York Herald" aus Washington meldet: Der russische Ge- andte Eassini erklärte gestern abend, daß Rußland vor dem spanisch-amerikanischen Kriege, während und nach demselben eine absolut loyale, neutrale und reundliche Haltung gegenüber den Bereinigten Staaten bewahrte. Er sei unmittelbar vor Ausbruch des Krieges nicht in Washington, aber gleich danach dorthin gekommen, fei mit allem vertraut, was in Bezug auf den Krieg in der Welt in dchlomatischer Hinsicht verlautete. Er habe jede Zeile des Schriftwechsels über diese Angelegenheit mit besonderem Hinblick auf die Behauptung orgfältig durchgelesen, daß Oesterreich-Ungarn einen Druck auf die Bereinigten Staaten ausgeübt zu sehen wünschte, und daß Frankreich, Deutschland und Rußland hinter rhm gestanden hätten; von dieser Behauptung sei, soweit Rußland in Betracht komme, nicht ein Wort wahr. (Notiz des Wolff'schen Bureaus: Nach unseren Erkundigungen rk auch nicht ein Wort wahr, soweit Deutschland in Betracht kommt ) Kapstadt, 4. Febr. Der Kolonial-Sekretär der Kap- Kolonie Graham forderte den Bürgermeister von Kapstadt auf, sich mit den anderen Bürgermeistern der Kolonie in Verbindung zu setzen behufs Arrangements von Protest-Der» am in langen gegen die auf dem Festlande von Europa verbreiteten Verleumdungen der britischen Armee. trag Schwerin, der Mannheims Getreidebandek schwer schL- digen würde. Staatssekretär Posadowsry führt aus, die Mannheimer Getreidelager drückten den Getreidepreis nicht, ihre Aufhebung würde die Aufrechterhaltung unserer Ge- treidekonkurrenz in der Schweiz erschweren. Speck (Ztr.) befürwortet den Antrag Schwerin vorbehaltlich einer Sonderstellung für die Ostseehäfen. Fischbeck und Paasche bekämpfen den Antrag Schwerin. Heim führt aus, die Mannheimer Transitlager schädigen Bayerns Gerstenabsatz; die Bedürfnisbestimmung in der Vorlage müsse strenger gefaßt werden. Badischer Bevollmächtigter Jagemann erklärt, die Aufhebung der gemischten Transitlager nützen der Landwirtschaft gar nichts, treiben aber den Umschlags- verkehr ins Ausland. Weiterberatung morgen. Berlin, 4. Febr. Dem Vernehmen der „Kreuzztg." zufolge überreichte der Kaiser dem russischen Botschafter seine Bronzebüste. Stuttgart, 4. Febr. Der Bankdirektor Hänel, früher Professor für Brückenbau an der technischen Hochschule, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. M ü n ch e rt, 5. Febr. Eine verheiratete Frau, Mutter von 4 Kindern, versuchte auf offener Straße ihren ebenfalls verheirateten Geliebten zu erschießen. £u#teror wurde lebensgefährlich verletzt. London, 4. Febr. (Unterhaus.) Der Unterstaatssekretär des Acußern, Cranborne, bemerkte auf eine Anfrage, die fremden Konsuln hätten in Transvaal und dem Oranjefreistaat keine offizielle Position, aber die britischen Behörden gäben den Vorstellungen der Konsuln zu Gunsten der betreffenden Staatsangehörigen Folge. London, 4. Febr. Die „St. James Gazette" sagt, sie sei in der Lage aus bester Quelle zu erklären, daß Salisbury mit Ende der jetzigen parlamentarischen Session zu- rü cf trete, wenn bis dahin der Krieg beendet sei. Haag, 4. Febr. Die Antwort der englischen Regierung an die niederländische zollt den menschenfreundlichen Beweggründen des niederländischen Anerbietens, welches ohne Ermächtigung der Burendelegierten und Burenführer gemacht worden ist, Anerkennung, hält jedoch den Entschluß aufrecht, keine Intervention einer fremden Macht anzunehmen. Die Burendelegierten könnten, wenn sie wollten, freies Geleit erbitten, die englische Regierung werde die Entscheidung darüber, je nach dem Inhalt der Begründung des Gesuches treffen. Sie sehe nicht, daß die Delegierten noch irgend einen Einfluß auf die Burenvertreter in Afrika haben und meine, daß die Regierungsgewalt in den Händen S t e i j n s und Schalk Burgers seien. Dann sei aber das schnellste und wirksamste Mittel zu einem Uebereinkommen zu gelangen, sich in- direkten Verkehr mit den Burenführern in Afrika und Lord .Kitchener zu setzen, welcher schon Befehl erhielt, jeden Vorschlag, der gemacht werde, sofort nach London zu berichten. Wenn die Burenführer unterhandeln wollten, um den Krieg zu beendigen, entschied die Regierung. dahin, daß die Verhandlungen in Afrika statt- sinden müßten, nicht in Europa. Die vorgeschlagene Reise der Delegierten dauere mindestens drei Monate, während welcher Zeit die Feindseligkeiten unnötig verlängert toüri>en. Haag, 4. Febr. Der holländische Minister Kuyper hat um die Erlaubnis gebeten, mit den Burenführern in Südafrika in telegraphische Verbindun g zu treten, um von diesen eine Ermächtigung zum Verhandeln mit England und besonders zur Aufgabe des Anspruches der Unabhängigkeit zu verlangen. „Wehmütige Gedanken erfüllen mich an meinem diesjährigen Geburtstage beim Rückblick auf das hinter mir liegende Lebensjahr, in dem ich neben anderen ernsten und trüben Erfahrungen den unersetzlichen Verlust meiner innigstgeUebten im Leiden schwer geprüften Frau Mutter erlitten habe, deren allzufrühes Hin- scheiden eine so große Lücke hinterlassen hat in den Herzen aller, welche das Glück hatten, ihr im Leben nahe zu stehen. Ein erhebendes Gefühl aber war es für mich, aus den Glück und Segenswünschen, die mir an meinem Ehrentage von Nah und Fern in großer Zahl zugingen, erneut zu ersehen, mit welch' herzlicher Teilnahme das deutsche Volk Freude und Leid meines Hauses begleitet. In allen Teilen des Vaterlandes, in allen Schichten der Bevölkerung ist mein Geburtstag festlich begangen worden. Fast aus allen Ländern der Erde brachte mir der Draht jubelnde Zurufe von Deutschen, die an diesem Tage gern an die Heimat denken nnd gegen diese in der Bethätigung ihrer patriotischen Empfindungen nicht zurückstehen wollen. In der vertrauensvollen Zuneigung meines Volkes werde ich stets den schönsten Lohn für meine Arbeit erblicken; mein Streben wird unablässig darauf gerichtet sein, die Grundlagen für die gedeihliche Fortentwickelung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu festigen nnd das Vaterland auf friedlicher Bahn vorwärts zn führen. Allen aber, welche — als Glieder von Behörden, Vereinen und festlichen Vereinigungen oder allein für sich - mir durch die treuen Wünsche zu meinem Geburtstage Anhänglichkeit bezeugt haben, (iRpriiiltiifrtrtl wünsche ich meinen wärmsten Dank zn erkennen zu geben. t eine neue Schulklasse errichtet Z u ck e r S ist zu vereinfachen. Es wird vorgeschlagen, daß werden, da die Schülerzahl der Unterklasse aus weit über 100 nur eine Art „Futterzucker" hergestellt werde, welcher gestiegen ist. Auch die Aufführung eines Neubaues steht durch den Züsch; von 2 Prozent Nuß oder Holzkohle tennt- bevor. lich gemacht ist; 2. Der denaturierte Zucker soll, soweit -----------------—? er innerhalb des Kontingentes hergestellt wird, von der SilprmiTritt0X1 Betriebssteuer befreit fein, und den Ausfuhrzuschuß er- halten; 3. Zum Zwecke der Hebung des Zuckerkonsums "Budapest, 4. Febr. In dem der Suljo Tarjaner wird vorgeschlagen, daß größere Mittel bereit gestellt wer- Bergbau-Gesellschast gehörenden Deak-Schachte erfolgte eine I dchi, um die Fabrikation von ?)am und Marmelade zu Kohlenstaub-Explosion, durch welche 6 Bergleute getödtet und Ordern. — Dann wurde der dem Reichstag vorliegende ■ ■ ' Entwurf eines Su ßsto s s ge s e tz e s besprochen und be- schlosseii: „Der dem Reichstag vorliegende Süßstoff-Gesetz- gleiste ein Güterzug. 22 Wagen wurden zcrtriiu,wert ein ! Fassung, soweit cT sich"um^di?B«'?°yE uM°Ä Kondukteur getödtet und vier Bahnbedlenftete verwundet, bestimmungen handelt, ungenügend, um den Zucker-Ver- Der Materialschaden ift bedeutend. brauch nicht noch mehr als schon geschehen, an die * Die Sch mutze s se r. In Amerika hat sich, als eine Surrogate übergehen zu lassen, und die Arbeit der Land- Art Pendant zu den ^„Gesundbetern" eine neue Sekte ge- wirte wirksam zu schützen, sowie die Reichskasse vor stei- bildet, — die der „Schmutzesser". Diese wackeren Leute genden Steuerverlusten zu bewahren. Deshalb erscheint erblicken, wie man der „Voss. Ztg." mitteilt, das Heil für die Verweisung des Süßstoffsurrogats in die Apotheken alle menschlichen Gebreste im — Schmutzfressen; denn, so unter Rezepturzwang als der einzige Ausweg. sagen sie, alle Tiere fressen Schmutz und leiden infolgedessen Es folgten sodann die Berichte der Landwir t- nicht an Neurasthenie, Dyspepsie lind anderen Nebeln. Ergo sch a f ts kammern für 1900. Neber den volkswirtschaft- fresse, wer seine Gesundheit liebt, Schmutz. Und der Ent- lichen Teil derselben sprach! Prof. Serin g Er empfahl decker dieser neuen Heilswahrheit sorgt auch für den nötigen besonders zur Lösung der Arbeiterfrage die Seßhaftmach^ Schmutz ui gereinigter Form und mackst cm brillantes nng nnd empfahl wissenschaftliche Erhebungen über das Geschäft damit. Er holt angebliche seinen Schmutz aus dem Wirtschaftssystem in Deutschland und über die Fruchtfolgen Mississippibett nnd verkauft ihn m Pulvern an die Glau-1 in den einzelnen Landesteilen. — Ein weiterer Vortrag bigen. Eine andere Gemeinde schwört auf einen vierstün- und eine Resolution galten der Bekämp ung der Rinder- digen — Schlaf als das beste Mittel, von allem Wey zu tuberkulöse, und eine lange Diskussion über die Pferdegesunden. Mcht führt 1L a. zur Annahme folgenden bemerkenswerten Das Diner der Japaner. Auch die höchstgestellten Beschlusses: Japanerinnen werden, wie reich ihre Familien auch sein mögen, . „Das Landesi-Ockonomie-Kollegium richtet an den Land- dazu erzogen, nähen, kochen nnd ihr Haus besorgen zu wirtschaftsminister das Ersuchen, das Einverständnis der können. Fast alle Japanerinnen fertigen ihre Kleider selbst Staatsregierung dazu herbeizuführen, daß, falls in dem an; jedenfalls sticken auch die Reichsten ihre Gewänder selbst. eichvtage vorliegenden neuen Zolltarife eine Er- Jn Japan gehen die Frauen der oberen Stände jedoch niemals ^90schlagenen Zollsätze für Pferde nicht er- -uf den Markt. Der Markt kämmt zu ihnen das heißt, b,c Klaffe PfL?L Händler kommen an die Thuren ihrer Kunden und bieten Werte bis 3300 Mk. mit einem Zollsätze von 30 Mk pro dort ihre Waren zum Verkauf an. Der Fischhändler bringt Stück zu streichen." ' seinen Vorrat, und wenn etwas verkauft wird, so bereitet er Dieser Antrag war vom Frhrn. v. Wangenheim formu- die Waren gleich zum Kochen vor. Ebenso gehen die Grün-1 Hert und ist mit dem bisherigen Auftreten der Herren kramhändler und jetzt auch der Fleischer in die Häuser ihrer Voni Bunde der Landwirte schleckst in Einklang zu bringen. Kunden. Das Mittagessen wird das ganze Jahr zur Dämmer----------- - - ------j zeit eingenommen: Vor jede Person wird ein acht Zoll hohes lllUl'Itl MLldNllllM WÄSSÄS ... gewährt, die einen Durchmesser von vier bis fünf Zoll haben. I Berlin, 4.