Nr. L85 Erscheint täglich außer SomuagL. fitem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen kandwirt die Siebener Zamilien- blätler viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'ichen Univers.-Biich- u.Stein- druckeret lPletsch Erbens Redaktion, Lrvedinon und Druckerei: Schulprabe 7. Ddresle für Depeschen: Anzeiger «letzen. FkrniprechonslbluhAr.bl. Erstes Blntt. 152. Jahrgang Donnerstag 4. Dezember 1908 GietzeiierAnzeiger General-Anzeiger v '*e7 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen rapmiLinimwj.MmaMmiMMim ........■■■......— — — MM»WMWMWWW»WMW»WW vezugSprei»; monatlich 7bPs., viertel» jährlich All. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeiger» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenvreis: lokal I2Ps^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den volit. u. allgem. Teil I.D.: Fr. Haünemann; für,Stadt u. Land* und .Gerichtssaal*: Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Z)ie nturn türkischen Reformen. Die amtlich in Konstantinopel veröffentlichten Maßregeln zur Verbesserung der Administration der europäischen Provinzen in der Türkei besagen: Tie Gendarmerie wird au- Mohammedanern und Christen besteben. Ausgediente Soldaen wertden vor anderen Mohammedanern bevorzugt. Tie Enthebung und Ersetzung von Gendarmerievffizieren und Polizeivommissaren erfolgt mit Zustimmung der Walis. Zu Polizei komm issaren und Agenten werden Mohammedaner und Christen ernannt, welche lesen und schreiben können. Tie Dali- haben die Fortschritte der Landwirtschaft, der öffentlichen Bauten und der Industrie zu überwachen. Tie Tirektoren der öffentlichen Bauten werden neuernannt und den Dali- zugeteilt. Tas System der Zwangsarbeit für den Straßenbau verbleibt unverändert. 5 Proz. der Vilajctein- nahmen werden den öffentlichen Bauten gewidmet. Ortschaften über 50 Hauser erhalten eine Volksschule. Tie Lchulenzahl jedes Distrikts wird vermehrt. In den Hauptorten der Sandschaks und VilajetS werden Borbereitungsschulen errichtet. Zwei Drittel der für den Unterricht verwendbaren Gelder werden in den VilajetS verwendet, ein Trittcl zu höheren Schulen in Konstantinopel. Wo Aemter der Direktoren des Unterricht? und der Landwirtschaft noch nicht bestehen, werden solche errichtet. Für die Direktoren der von VilajetS abhängigen Distrikte werden Raimakamate errichtet. Tie Direktoren und Dragvmans für das Auswärtige müssen das internationale Recht der Vertrage und Anderes auf das Ressort deS Auswärtigen Bezügliche kennen. Die WaliS sorgen dafür, daß die ernannten Beamten tiichtig sind. Tie Auswahl der Wutessarifs (Ge- 'hilfen des WaliS) und der General-Inspektoren der Vilajete durch die Wahlkommission für Civilbehörden erfolgt mit Zustimmung der WaliS. Gerichtstribunale werden nach dem Lrganisationsgesetz überall errichtet. Das jetzige Prinzip litt die Auswahl der Gerichtsbeamten wird aufgegeben. Künftig erfolgt die Ernennung durch den Justiz-Minister, in gleichem Verhältnis Mohammedaner und Christen. Appro- Wkerte Rechtsschüler. welche dem Iustizwes-n dienen, werden Levorzugt. Tie Distrikte erhalten die gleichen Tribunale mit Civil- und Strafsachensektion, wie die Sandschaks. Tribunale wirken unabhängig und unbeeinftußt, wie gesetz- Eid) Vvrgeschrieben. Zuwiderhandelnde zeigt der Mali und der neuernannte General-Inspektor sofort dem Iustiz- rninister an. welcher sie suspendiert oder enthebt, die Unter- , ichung einleitet und mit der Durchführung der Maßregeln die Walis betraut. Ter neuernannte General-Inspektor, welchem Civil- und Militärbeamte zugeteilt werden, wird Zemtftragt, die Durchführung der Maßreaeln zu kontrol- Hieren. die Walis und die Pforte von den nicht durchgeführ- tim Maßregeln zu benachrichtigen, die Verwaltung und den Finanzdienst zu insvizieren, Verbesserungen vorzuschlagen, mit den Walis die Enthebung und Ersetzung von Beamten M beraten, Beamte zur Untersuchung zu ziehen und die Vachfolger der durch die Jrade ernannten Beamten der Dforte zu unterbreiten, dagegen wird der neuernannte Präsident und die aus drei Mitgliedern bestehende Kommission feie Berichte der Walis und der General-Inspektoren an teie Pforte studieren, mit den Dali« und General-Inspek- ttren korrespondieren und die Beschlüsse unverzüglich dem Großve^ir unterbreiten. Volttische Tagesschau. Ein Handschreiben des Kaisers. Ter „Reichsanz." meldet: Der Kaiser richtete an dem Ctaatsminister von Maßbach aus Anlaß des 80. Geburtstages demselben folgendes Handschreiben: „Mein lieber Staatsminister von Maßbach: Ich habe mit Freuden rnrnomrnen, daß eS Ihnen durch Gottes Gnaden vergönnt ift, am heutigen Tage Ihr 80. Lebensjahr zu vollenden. Ich kann mir nicht versagen, Ihnen aus diesem Anlasse meine wärmsten Glück- und Segenswünsche anszusprech-n. Möge die Erinnerung an die hervorragenden Dienste, welche Sie in Ihrem arbeits- und segensreichen Leben bo?r Krone und dem Vaterlande geleistet haben, Ihren Dbensabend verschönern und das Bewußtsein Sie erfreuen, daß Ihrer stets in Dankbark"it gedenkt Ihr wohlgeneigter Mnig Wilhelm. Neudeck, 29. Nov. 1902." Zur parlamentarischen Lage. Bei den Mehrheitsparteien des Reichstages' beschäftigt man sich jetzt mit der Absicht, die zweite und dritte Bc- nctung des Zolltarifes baldmöglick'rst unter Innehaltung biic geschäftsordnungsmäßigen Fristen auf einander folgen zn lassen, sodaß bte Hoffnung gehegt wird, den ganzen Dlltarif bis Weihnachten in Sicherheit bringen zu löinnen. Bis zum Samstag gedenkt man die zweite Beugung sich ausdehnen zu lassen, dann die zweite Be- lotfung mit der Endabstimmung über den Antrag Kardorff zn schließen und am Dienstag die dritte Beratung des Dlltarif-Gesetzes mit dem eingefügten Anträge Kardorff beginnen zu lasten. — Die Vlättermeldung, daß Präsident N:af Dallestrem mit den Führern seiner Partei ernste Mseinandersekungen gehabt habe, sind nach besten Jn- sirrmationen falsch; in dieser Hinsicht sollen nicht die jgringsten Dijfwenzen herrschen. Die Erholungsreise nach iam Süd-n gedenke Graf Balleftrem im Frühjahr anzu- mten. Bis dahin wolle er die Präsidialgeschäfte fort» Dhren und sich nur mehr Schonung als bisher, gönnen. Bei der Abstimmung über die Zulässigkeit des Antrages Jhcrborff im Reichstage haben am Dienstag, wie die „Nat.- grg." sestoestcllt, von den 53 nationalliberalen Mgeord- nslen 39 für die Zulässigkeit, 6 dagegen gestimmt und 8 haben sich der Abstimmung enthalten. Gegen die Zu- Usigkeit stimmten die Abgeordneten Büsing, Prinz Schön- aich-Carolath, Tr. Esche, Hilbck, Quentin und Dr. Semmler. Bemerkenswert ist noch die Stimmenthaltung der beiden Präsidenten, deS Grafen Ballestrem und des Grafen Stol- oerg. Ebenso enthielten sich der Abstimmung die 9Eb- geordneten Prinz Hohenlohe Schillingsfürst (fraktionslos) und von Strombeck (Zentrum). wer sich ihm widersetzte, endete, wie der Marquis von Gang- MarS, auf dem Schaffst. Im Innern hat er fortgefahren, Heinrichs IV. Bahnen im Kampfe für die Staatseinheit mit größerer Härte weiterzuwandeln. Daß dadurch Richelieu das Ziel vielfacher Mordanschläge wurde, ist leicht denkbar. Ausstellung für Arbeiter-Wohlsahrt. Tie „Berliner Korrespondenz" meldet: Unter dem Vor- sitz des Staatssekretärs Grasen Posadowsky fand gestern im Ausstellungsgebäude der im kommenden Frühjahr zu eröffnenden Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt eine Sitzung des für die Ausstellung gebildeten Beirats statt. Gra PosadowSkß legte die Aufgaben dar, deren Förderung das Reich durch die Schaffung des neuen Instituts beabsichtige. Tie Ausstellung solle vor allem auf dem Gebiete der Unfallverhütung in den beteiligten Kreisen der Arbeitgeber, Arbeiter, Ingenieure und anderer Sachkenner anregend und belehrend wirken und so zur Vertiefung der auf diesem Gebiete hervortretenden Fragen beitragen. Bleibenden Wert könne die Ausstellung behalten, wenn sie dem Beschauer in ununterbrochenem Wechsel stets die neuesten Erfindungen zur Verhütung von Unfällen vvrführe und die Gelegenheit biete, die Wirkungen der ausgestellten Schutzeinrichtungen während des Betriebs der gefährdenden Maschinen zu beobachten. Tie Aufgaben deS Instituts sollen aber auch die Aufgaben der Gewerbehvgiene mit umfassen. Solle die Ausstellung möglichst ein vollständiges und lebendiges Bild der technischen Bestrebungen und Erfolge im Bereiche der Arbeiterwohlfahrt darbieten und auf die öffentliche Besprechung aller auf diesem Gebiete hervortretenden Fragen fortgesetzt anregend und befruchtend wirken, so bedürfe es vor allem der ständigen und einmütigen Mitwirkung aller beteiligten Kreise, der Erfinder, Auffichts- beamten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Jede Parteistellung müsse geaenüber den rein Humanitären Aufgaben des Instituts verschwinden. Die Räumung Shanghais. In London wurde gestern eine amtliche Korrespondenz über die Räumung Shanghais veröffentlicht. In Beantwortung einer Anfrage der chinesischen Regierung teilt die englische Regierung mit, fie sei bereit, Shanghai zu räumen, wenn die ftanzösischen, deutschen und japanischen Truppen auch zurückgezogen würden. Frankreich, Deutschland, Japan willigten in die Zurückziehung ein, behielten sich aber das Recht vor, Shanghai wieder zu besetzen, wenn eine andere Macht dies thue. Die deutsche Regierung fügte noch die besondere Bedingung hinzu, daß die Regierung in Peking und die Panatse-Vizekönige sich verpfiichteten, keiner Macht irgendwelche besondere Vorteile militärischer, maritimer oder ökonomischer Art zu gewahren, auch nicht zu gestatten, daß eine Macht irgend welche, den Fluß beherrschende Punkte unterhalb ober oberhalb Shanghais besetze. Die Regierung widersetzte sich diesen Bedingungen nickt, weil es ihr nicht darum zu thun war, das Prinzip der offenen Thür und Chinas Souveräne- tat zu bewahren, sondern weil sie keinen Grund sah, warum die Räumung Shanghais Anlaß geben sollte zu einer neuen Betonung jener anerkannten Prinzipien oder toarum ein Verzicht ausgesprochen werden sollte, der, wenn er überhaupt eine Bedeutung habe, besonders gegen England gerichtet scheine. Prinz Tsching behauptete, er habe gamichts von den deutschen Bedingungen gehört. Sir Ernest Satow telegraphierte aber an Lord Lansdowne, die chinesische Regierung habe die deutschen Bedingungen angenommen. Die englische Regierung teilte dann Prinz Tsching mit, sein Verhalten sei sehr übel ausgenommen worden. Infolge seiner Doppelzüngigkeit sei England gezwungen, seinen Standpunkt zu ändern und könne nun keinerlei Versprechungen der französischen Regierung oder der Vizekönige an erlernten, durch welche Englands Aktionsfähigkeit bei Aufrechterhaltung der Ordnung und des Schutzes der britischen Interessen im Pangtsegebiet beschrankt wurde. Tie deutsche Regierung erhielt eine ähnlich lautende Mitteilung. In der letzteren, vom 16. November datierten Depesche erklärte Lord Lansdowne, es würden für die Zurückziehung der britischen Truppen Vorkehrungen getroffen werden. Sturm in der belgischen Kammer. In der gestrigen Kammersitzung in Brüffel kam es über die Lex Woeste zu sehr lebhaften Szenen zwischen den Sozialisten und dem Präsidenten und der Rechten. Als der Präsident die Sitzung geheim erklären wollte, weil Temblon sich anschickte, obscöne Stellen aus der Bibel und den Schriften der Heiligen zu verlesen, protestierte die gesamte Linke gegen dieses von Pfaffenfurcht ein- gegebene präzedenzlose Vorgehen. Schließlich willigte der Präsident ein, daß sein Vorschlag erst morgen in geheimer Sitzung beraten werden soll. Temblon erklärte zum Schluß „Ihr, die Totschießer von Loewen, sollt mich nicht als Paria behandeln. Ihr erklärt mir den Krieg. Ich nehme ihn an. Allen Präsidenten zum Trotz werde ich morgen aus dem heiligen Alphons von Signori vorlesen." Aus HiM und Land. Gießen, den 4. Dezember 1902. Gedenket der hungernden Vögel! •* Gedenktage. Vor 260 Jahren, am 4. Dezember 1642, starb der größte Staatsmann des alten Frankreichs Jean du Richelieu. Im AuSwättigen war er, scharf und geschmeidig, jedes Mittels Meister, von großattiger Kühnheit; *• Unbestellbare Postsendungen. Rach der Statistik der Reichs-Postverwaltung für daS Jahr 1901 haben von den unbestellbaren Briefsendungen 1327 318 Stück (und zwar 295 721 Briefe, 923 533 Postkatten und 108 064 Drucksachen) den Absendern nicht zuruckgegeben werden können und vernichtet werden müßen. Wie in früheren Jahren, nehmen auch diese? mal die Postkatten wieder den Löwenanteil für sich in Anspruch; auf 1 Million aufgefieferte Postkatten entfallen durchschnittlich 990 unanbttngliche. Von den dem Feuettode veffallenen Postkatten haben allein 692 650 (b. t 75 0/e) lediglich deshalb nicht angebracht werden können, weil der Absender sich auf der Sendung gar nicht, oder bloS mit dem Vornamen genannt hatte. Dem Publikum empfehlen wir daher im eigenen Interesse immer wieder, in den Briefen und auf den Postkatten stets den vollen Namen und die Wohnung deS Absenders, fei es handschriftlich, sei eS durch Albdruck eines Stempels, anzugeben, damit ihm, falls der Empfänger nicht ermittelt wird, die Sendung zurückgegeben werden kann. ** gr. Friedberg, 3. Dez. Gestern vormittag 10 Uhr erbrach und leerte ein hiesiger 19jähriger Bursche die Kaffe drS Bäckermeisters Rosenschon, welche zwischen 30 und 40 Mk. enthielt. Zufällig sah die Milchfrau vom HauSgang auS, daß sich ein ihr Unbekannter an der Ladenkaffe zu schaffen machte. Der rasch herbeigerufene Meister konnte den Dieb noch erwischen und der Polizei übergeben. Man vermutet, daß der Verhaftete am SamStag die 8 Sammelbüchsen in hiesigen Wirtschaften mit ca. 100 Mk. Inhalt gestohlen hat. Der Bursche hat hier schon mehrere Diebstähle verübt. — Heinrich Sang III. und seine Ehefrau feierten dieser Tage das Fest der goldenen Hochzeit. — Das MatHilden- ftift (Spattaffe) Friedberg-Butzbach wird am 11. Dezember im RathauSfaal eine Generalversammlung abhalten. Außer der Rechnungsablage, dem Voranschlag und der Vorstandswahl steht die Erwerbung eines Bauplatzes für den Neubau des Sparkassengebäudes zu Butzbach auf der Tagesordnung. ps. Grün berg, 3. Dez. Die der Zweiten Kammer vorliegende Drucksache Nr. 12 enthält den Protest gegen die Wahlmännerwahl in Atzenhain, Groß-Eichen, Merlau und Weickartshain. Als Begründurrg des Protestes ist angeführt: 1. bei Atzenhain: „Einige Tage vor der Wahl der Wahlmänner hat der Wahlmann Heinrich Zulauf in Atzenhain einige Faß Bier und mehrere Liter Branntwein in verschiedenen Wirtschaften an seine Wähler verabfolgen lassen mit der offen erkermbaren imb auch erreichten Absicht, die Wähler für sich günstig zu beeinfluffen. Auch am Wahltage selbst, während der Wahlstunden und vorher, hat der genannte Wahlmann in der Wirtschaft von I. W. Reichel Speisen und Gettänke gespendet, sodaß tü mehrere Angetrunkene gab." Daß der Wahlmann Zulauf selbst Drohungen zur Beeinffussung gebrauchte, wird bewiesen durch: . . . (folgen Namen). Nur durch diese systematische Beeinffussung der Wähler konnte das Resultat in Atzenhain erzielt werden. 2. bei Groß-Eichen: In diesem Orte hat der für Otto Hirschel thätige Agitator Thomas Reuther ans Offenbach gelegentlich einer Wahlversammlung Gettänke zum Besten gegeben, mit der bereits bei Atzenhain bezeichneten Absicht: 3. bei Merlau: Der Vorsitzende der Wahlkommission, Bürgermeister Magel, hat nach Ablauf der festgesetzten Wahlstunden die rwch anwesenden Wähler aus dem Wahllokal gewiesen, bevor bad Resultat der Wahl festgestellt war und auf dieser Ausweisung bestanden, trotzdem von den Anwesenden dagegen sofort Protest eingelegt wurde, fcerr Thomas Reuther au8 Offenbach hat in der Gastwirtschaft von Schlosser in Merlau gelegentlich bezw. nach einer WahlversammluTrg, aber vor der Wahlmännerwahl, durch Verabreichung von Gettänken an die Wähler Stimmung für Hirschel gemacht; 4. bei Weickartshain: Bei der Wahl des WahlmannS für Weickartshain und Stockhausen hat fich der Lehrer Knöpper in Weickartshain erlaubt, am Wahltage während der Wahl, vor dem Wahllokale, den einzelnen Wählern, in welchen er geeignete Objekte für seinen Thatendrang vermutete, die Sttmmzettel zu vertauschen, und zwar solche von dem Wahlmann Knöß ffür Herrn Moll) in solche für den Wahl- manu ioirsckels. Am Abend vor der Wahlmännerwahl bearbeiteten Lehrer Knöpper und der Wahlmann Schneider Tröller (für Hirschel) den er*ft vor einigen Monaten gewählten Bürgermeister Knöß (Wahlmann für Moll) in einer Weise, daß er sich veranlaßt fühlte, einigen feiner Wähler am Morgen der Wahl zuzurufen: ,^ZHr braucht nicht zur Wahl zu kommen, ich neunte dieselbe nicht an!" Den von der Arbeit zur Wahl heimkehrenden Bergwerks-Arbeitern wurde von der Partei des Wahlmanns Tröller (für Hir- Hrn Branntwein in einem Kruge und Sttmmrettel für Böller entgegen getragen. Aus Grund der vorstehenden Angaben wird ersucht, die Wahl des Abg. Hirschel für ungiftig zu erklären. o. Laubach, 3. Dez. An der im Bau befindlichen neuen Bahnstrecke Laubach —Mücke logen, wie un§ ge- cf)rieben wird, die Hauptgeländeschwierigkeiten zwischen hier und dem etwa 6 Klm. entfernten Freienseen, wo ein Basalt- rfiefen, der Kaff, zu durchstechen war. Ein tiefer Einschnitt und ein Tunnel mußten hergestellt werden. Von Freienseen Allgemeiner Deutscher Versicherungs-Verein in Stuttgart. Anf G^gfnspitigkpit Gegründet 1875. Mit Aktipn-Garantie. Haftpflicht-, Unfall- und Lebens-Versicäierinij*. 945 Gesamtreserven über 27 Millionen Mark. Gesamtvertichprun gestand mehr als 490 000 V7ersichernn«*en. Monatlicher Zuzanz iib^r 6000 Mitglieder Zum Abschluß von Versicherungen werden allerorts Mitarbeiter ans allen Ständen angenommen und bei berufsmäßiger Thätigkeit dauernd gegen feste Bezüge angestcllt. 06, wo die Bahn in daS Thal des Seenbachs tritt waren die Terrainschwieriqkeiten gering. Die Balm führt von hier nordöstlich durch herrliche Buchenwälder nach Freienseen und an den Orten Weickartshain, Lardenbach, Stockhausen, Flensungen vorbei nach Station Mücke. Die Stationsgebäude find im Rohbau fertig. Die Gesamtsirecke hat eine Länge von etwa 3 Stunden. Man gedenkt in Kürze mit der Herstellung deS Oberbaues zu beginnen. Die Eröffnung der Bahn dürfte nicht vor Nachsommer 1903 erfolgen. () Darmstadt, 2. Dez. Dem Gedächtnis des verstorbenen Rudolf von Bennigsen war die Feier des Nationalliberalen Vereins des heutigen Abends gewidmet. Dieselbe wurde eröffnet durch den Rechtsanwalt Geh. Justizrat Schmeel, der den Heimgegangenen als Begründer des National-Vereins und der nationalliberalen Partei feierte. Jedoch nicht ein Parteimann im engeren und engsten Siwne sei er gewesen, sondern mit einem weit- schauenoen Blick ausgestattet, habe er stets das Wohl unseres weiten Vaterlandes im Auge gehabt. Hierauf ergriff Rechtsanwalt Geh. Justizrat Dr. Osann L das Wort. Er führte aus, daß es ihm eine besondere Freude bereite, das Andenken des Tahingeschiedenen zu ehren, da er ihn als Freund kennen gelernt hätte, und auch als solchen verehre. Er erinnerte daran, daß es ein merkwürdiger Zufall sei, daß drei so bedeutende Männer, wie Miguel, Plank und Bennigsen, erst in ihrer Heimat in Hannover, und dann im Reiche eine so hervorragende Rolle gespielt hatten. Er beleuchtete dann die parlamentarische Thätig- keit Miquels. Er sei mit Bennigsen, der 32 Jahre damals alt war, in die Hannoversche Kämmer ein getreten. Bennigsen sei von seiner ihn damals vorgesetzten Behörde der Urlaub zum Eintritt in die Kammer versagt worden. Im August 1858 habe er den National-Verein mitbegründet. Er hatte die Idee einer Vereinigung der sämtlichen deutschen Staaten unter dem Vorrange Preußens, ein Ziel, dessen Verwirklichung ja Bennigsen noch erleben konnte. Viele Vereine seien dazu berufen gewesen, eine Stütze für die deutsche Sache zu sein, iedoch in erster Linie verdient dem von Bennigsen ins Leben gerufenen Nationalverein dieses Verdienst. Der Konkurrenzkampf zwischen Preußen und Oesterreich habe damals schon gespielt. Eine Bennigsen angetraaene Stellung an leitender Stelle habe er damals ausgeschlagen, um nicht den Verdacht zu erwecken, daß er an einer etwa eintretenden Katastrophe schuld sein könnte. Bennigsens Streben wäre es gewesen, die Annexion zu verhindern; er sei eS gewesen, der den König von Hannover zum Anschluß an Preußen hätte 6c- wegen wollen. Wenn der König damals Bennigsens Rat gefolgt wäre, könnte jetzt noch Hannover, ebenso geachtet wie die übrigen Bundesstaaten als selbständiger Staat existieren. Mannigfaltig seien die Verdienste Bennigsens um die Gesetzgebung gewesen; so gebühre ihm ein großes Verdienst am Mstandekommen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, da er es verstanden hätte, die im Reichstag bestehenden Gegensätze auszusöhncn. Oft schon habe man sich zu den Zeiten der Herrschaft der nationalliberalen Partei gefragt, warum man Bennigsen nicht zum Minister gemacht habe BiSmarck habe ihn 1877 zum Minister machen wollen, Bennigsen sei aber keine persona grata bei Kaiser Wilhelm I gewesen. Doch habe Bismarck es dnrchgesetzt, daß Bennigsen ausersehen wurde. Damals wie später habe er jedoch ab gelehnt oder doch seine Berufung abbänaig gemacht, daß noch andere F-reunde der Partei, wie Forkenbeck ins Ministerium ebenfalls berufen würden. Davon habe jedoch der Kaiser nichts wissen wollen. Im Anfang der 80 er Jahre bis 1887 sei dann Bennigsen von der parlamentarischen Thätigkeit zurückgetreten, und berrm habe er wieder bis 1889 dem Reichstag angehört. Bennigsen sei ein sehr bedächtiger, ruhiger Mann gewesen. Einmal habe ihn Redner erregt gesehen und zwar damals, als er von Graf Kanitz wegen seiner Stellung zum Antrag Kanitz angegriffen, da er als Oberprälident gegen die Meinung der Negierung gestimmt hätte. Bennigsen sei niemals ein Parteiführer im eigentlichen Sinne des Wortes gewesen. Er habe die Partei nur als Mittel gebraucht und gebrauchen wollen, um Großes zu erreichen. Persönlich sei er ein sehr liebenswürdiger und herzlicher Mensch gewesen, und jeder, der mit ihm in Berührung kam, hatte die Ueberzengung gehabt, daß er nicht dozieren, sondern lernen wolle. Bennigsen sei, anders als Bismarck, im Jahre 1898, von seinem Amte geschieden, jedoch schon in Voraussicht des kommenden Kampfes der wirtschaftlick^en Interessen. Er sei der Ansicht gewesen, daß der Reichstag zu hoch stehe, um nur wirtschaftlichen Interessen nachzugehen und zu erörtern. Zu den großen Männern, die Bismarck gebraucht habe, um Tmtschland groß zu machen, gehöre auch Bennigsen Viele Männer seien der Vergessenheit anheimgefallen, Bennigsen sei aber eine Leuchte gewesen; auch Bismarcks Gedächtnis sei schon stark erblaßt und man wisse nicht, wie dies in 40 bis 50 Jahren stehe. Bennigsens O^edächtnis müsse jedoch hoch gehalten werden von den Freunden der Partei, wenn er auch nicht an Bismarck heranreiche. Schwer erschüttert sei er durch den anfangs des Jahres erfolgten Tod seines Sohnes worden. Zuletzt habe er sich ganz vom politischen Leben zurückgezogen, und zwar dies vollständig, und sich wieder wissenschaftlich beschäftigt. Wenn Deutschland von Bennigsens Geist beseelt, sei es im stände, die wirtschaftliche Krisis zu überstehen. — Der beifäEig aufgenommene 9?nT. traa dauerte en. V/a Stunden und dankte am Schluß Rechtsanwalt Justizrat Schmeel dem Redner für die eingehenden und interessanten Ausführungen. Vermischtes. "Meißen, 2. Dezember. Der Hauptgewinn der Meißener Dombau-Lotterie von 40000 Mk. fiel heute nach Bochum aus Nr. 99 488. "Mailand, 2. Dez. Im Hafen von Genua ist ein Ponton mit über 1000Baumwollballen abgebrannt. Der Schaden beträgt eine halbe Million Lire. " Der zweimal zum Tode verurteilte Tischler Leßnow, der Urheber der Kindermorde in Lechtingen bei Osnabrück und Göhren auf Rügen, hatte beantragt, das Verfahren nHeber aufzunehmen. Dieser Antrag ist, wie man unS schreibt, jetzt abschlägig beschieden worden. " Wie sich Minister unterhalten. AuS München wird der „N. Fr Pr." vom 28. Nov. berichtet: In der Wohnung deS Ministerpräsidenten Grasen Crailsheim fand gestern anläßlich des 25jähr. Ministerjubiläums deS Finanzministers Freiherrn v. Riedel eine Abendunterhaltung statt, woran sämtliche Staatsminister mit ihren Familien teil- nahincn. Durch eine melodramatische Aufführung unter dem Titel „Leiden und Freuden eines Finanzministers", Tert von Benno Rauchenegger, wurde das Wirken Riedels aus legislatorischem und administrativem Gebiete veranschaulicht, wobei die Rollen zum Teil in den Händen der Ministerkollegen deS Jubilars lagen. Der scheidende Justizminister Freiherr v. Leonrod stellte sehr humorvoll einen Steuerboten dar. * Ein heiteres Abenteuer ist vor kurzem Sir Hiram Maxim, dem Erfinder der Maxim-Kanone und Ti- rektor eines der größten Etablissements in England zu- gestoßen. Er befand sich mit seiner Frau an der See, und als der Wirt ihm bei seiner Abreise die Rechnung vorlegte, wollte er ihm einen Check geben. Tie Gastwirte sind jedoch mit Checks so oft betrogen worden, daß sie beschlossen hatten, keine mehr von Leuten anzunehmen, die sie nicht kannten. So weigerte sich auch dieser Wirt mit größter Höflichkeit, aber entschieden, eine andere Bezahlung als bares Geld anzunehmen. „Sehen Sie", sagte er, „wir sind so oft angeführt worden; ich weiß ja nicht, ob Sie wirklich der Sir Hiram Maxim sind." Ter berühmte Erfinder mußte anerkennen, daß der Mann im Recht war; aber da er kein Geld bei sich hatte, wurde die Lage für ihn sehr peinlich. Ta hatte seine Frau einen großartigen Einfall. „Gehen Sie zum Ouai", sagte sie zum Wirt; „dort steht ein Mutoskop, stecken Sie einen Penny hinein und drehen Sie, dann werden Sie Sir Hiram Maxim sehen, wie er vor dem Schah von Persien eine Maxim-Kanone abschießt!" So geschah es auch. Als der Wirt einige Augenblicke darauf zurückkehrte, beeilte er sich, den Check unter vielen Entschuldigungen anzunehmen. Er hatte nicht den geringsten Zweifel mehr über die Persönlichkeit seines Gastes. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft — Helios Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. An die Aktio- nä're ergeht die Aufforderung, gemäß den Beschlüssen der Generalversammlung, ihre Aktien behufs Zusammenlegung spätestens bis 17. Dezember einzureichen. — Italienische Mittelmeer-Eisenbahngesellschaft. Vom 2. Januar ab wird gegen Abgabe der Couvons Nr. 34 als erste Nate auf die Dividende 1902/03 der Betrag von Lire 7.50 aus- bezahlt. — Brauerei Pfefferberg. Die pro 1902/03 auf 14 Prozent — 140 Mark per Aktie festgesetzte Dividende wird von heute ab ausbezahlt. —- Türkcu-Lose. Bei der am 1. Dezember er. stattgehabten Ziehung entfielen auf Nr. 1 438 856 600 000 Franks, Nr. 739 918 60 000 Fr., Nr. 922 993 und Nr. 1837 785 je 20 000 Fr. (Ohne Gewähr.) — Fortsetzung der Ziehung der Oesterretchischen 1864er Lose. 300 000 Kr. sielen auf Ser. 1062 Nr. 91; 40 000 Kr. sielen auf Ser. 3530 Nr. 89; 20 000 Kr. sielen auf Ser. 2835 Nr. 98; je 10 000 K. sielen auf Ser. 915 Nr. 57 und Ser. 1062 Nr. 100; je 4000 Kr. sielen auf Ser. 957 Nr. 27 und Ser. 2379 Nr. 19; je 2000 Kr. sielen auf Ser. 515. Nr. 36, Ser. 2379 Nr. 24 und Ser. 3740 Nr. 71; je 800 Kr. fielen auf Ser. 434 Nr. 39, Ser. 490 Nr. 53, Ser. 709 Nr. 31, Ser. 826 Nr. 52, Ser. 826 Nr. 92, Ser. 1442 Nr. 17, Ser. 1442 Nr. 52, Ser. 1442 Nr. 82, Ser. 1618 Nr. 36, Ser. 1637 Nr. 2, Ser. 2077 Nr. 47, Ser. 2085 Nr. 36, Ser. 2252 Nr. 42, Ser. 2252 Nr. 70, Ser. 2318 Nr. 2, Ser. 2318 Nr. 32, Ser. 2379 Nr. 76, Ser. 2779 Nr. 9, Ser. 2779 Nr. 60, Ser. 2779 Nr. 89, Ser. 2835 Nr. 38, Ser. 2835 Nr. 83, Ser. 2913 Nr. 29, Ser. 2933 Nr. 31, Ser. 2933 Nr. 93, Ser. 2962 Nr. 90, Ser. 2978 Nr. 93, Ser. 3294 Nr. 86, Ser. 3341 Nr. 72, Ser. 3530 Nr. 58, Ser. 3554 Nr. 39, Ser. 8554 Nr. 41, Ser. 3753 Nr. 26, Ser. 3753 Nr. 9', Ser. 3788 Nr. 40, Ser. 3788 Nr. 58, Ser. 3982 Nr. 20, Ser. 3982 Nr. 93, Ser. 3988 Nr. 1, Ser. 3996 Nr. 83. Alle übrigen in den gezogenen 44 Serien enthaltenen 4350 Nummern sind mit je 400 Kronen gezogen. Ohne Gewähr. Märkte. Limburg a. d. L., 3. Dez. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.30 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., altes Korn 10.53 Mk., neues Korn 10.60 Mark, Gerste 8.60 Mk., alter Hafer 6.85 Mk., neuer 0.00 SDIL, Erbsen 0.00 SDlf., Kartoffeln 0.00 Mk. Eingesandt. Für Form und Jnbu' aber urner 0 er Rubrik stehende, Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber leinerfei Verantwortung.) Lnmdathalbahn. Die vorgestrigen Ausführungen über die Zugverbindungen der Lumdathalbahn find ganz zutreffend. Zu bcinerken vt noch, daß die feblenden Anschlüffe jedeusalls nur dann geschaffen werden können, wenn die bestehenden in Grünberg teilweise aufgehoben werden. Letztere (in der Richtung nach Gießen! find für alle Bewohner des Lumdathales DoUftänbia überflüssig und begehen sicherlich nur deshalb, weil die Strecke Londors-LoÜar der früher eröffneten Bahn Londorf-Grünberg angeschloffen wurde. Nachdem nun IN erfreulicher Weise die Zi'ge der vereinigten Linien sogar bis Gießen durchgehen, wäre im allgemeinen Jntereffe zu wünschen, daß der erste Zug von Londorf nach Grünberg ginge, dort wo- KrieskaHen der Urdaktian. (Anouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) I. 12. Ter einschlägige § 63 des L.-G.-B. lautet: „Wird der Handlungsgehilfe durch unverschuldetes Unglück an der Leistling der Dienste verhindert, so behält er seinen Anspruch auf Gehalt und Unterhalt jedoch nicht über die Dauer von 6 Wochen hinaus; der Handlungsgehilfe ist nicht verpflichtet, sich den Betrag ante d) n e n zu lassen, der ihm für bte Zeit der Verhinderung aus einer Kranken- oder Unfallversicherung^ zukommt. Eine Vereinbarung, welche dieser Vorschrift zuwiderlällft, ist nichtig." Diese Bestimmung, die auch ferner Rechtens ist, gibt direkte Auskunft über Ihre Frage. Tie entgegengesetzte Beslimmiing existiert übrigens im H.-G.-B. für a u ß e r k a u f m ä n n i f ch e Tienstver- hältnisse. — Interessieren dürfte Sie noch, daß, falls der Prinzipal dein Handliingsgehilfen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigt, weil dieser durch unverschuldetes Unglück längere Zeit an der Verrichtung seiner Dienste verhindert ist, der Gehilfe seine Ansprüche an5 dem oben zitierten § 63 H.-G.-B. behält. möglich Anschluß an den „Ardeiterzng* hätte tmb barm alS für die meisten Reisenden sehr gelegener Zug, die aanie Linie durchlaufend, im Sommer etwas vor 7 Uhr, im Winter eint Stunde fväter in Gießen einträfe. Die mit dem 1. Oktober füt die Arbeiter neu eingelegten Züge verkehren nur abends zwischen Gießen und Londorf. Morgens dürfte aber ein sogenannter Arbeiterzug von größerem Vorteil sein. Da jetzt der von den Arbeitern zu benutzende Zug fast drei Stunden vor Tagesanbruch schon in Gießen ist, haben viele Arbeiter das Fahren ganz eingestellt, und andere haben es aus demselben Grunde überhaupt nicht begonnen. Daß von maßgebender Seite derFahrvlan im nächsten Jahre geändert werde, wiirde bisher schon allgemein angenommen, da eine Aenderung in der angebenteten Art nicht nur im ?h> tereffe deS reisenden Publckums liegt, sondern auch in dem der Bahn erwünscht ist. Arbeiterbewegung. Wien, 3. Dez. Nach einem der hiesigen Arbeiterzeittrng aus Rußland zugegangenen Vrivatbericht wurde der in den Werkstätten der Wladikawka-Eisenbahn auSgebrochene Streik vom Lokal- Komitee der ruffis chen sozialistischen Arbeiterpartei organisiert und bezweckte die Durchführung von 30 Forderungen, die sich auf die Fabrik, die Schule und die Krankenhäuser beziehen. Marseille, 3. Dez. Der A u s st a n d scheint in ein neues Stadium einzutreten. Admiral Rouvier hatte heute früh eine Be- svrechung mit dem Präsidenten und dem Sekretär der Ausständigen. Dieselben nahmen die Vermittlung des Admirals an, um die Rheder zu veranlaffen, in Besvrechungen mit den Abgeordneten der Ausständigen einzutreten. Die Rheder halten eine Versammlung ab, um sich über diese Angelegenheit schlüssig zu machen. Kirchliche Nachrichten. Hoürrdirnff brr israelitische ßeliytonsqesrllschast. Sabbathfeier am 6. Dezember 1 902. Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. SabbathauSgang 5.15 llhr. Wochengottesdienst: Morgens 7 Uhr, abends 4.00 Uhr. Gottesdienst in der gqnagoge, Züdantage. Israelitische Neliqiansgemeinde SamStag, den 6. Dezember 1902. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens tt Uhr. Haphtarah-Erklärung. Nachmittags 3.80 llhr. Sadbathansgang 5.15 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. ochste Temperatur am 2.-3. Dezember 4- 5.4° C. fiebrigste , , 2.-3. , — 8,2' C. 3, Dezember D 2 Wetter ■e B Schnee Bern. Himmel 749,5 753,7 L Q 746,4 — 6.0 -8,2 — 9,0 2” 9" 2,4 2,0 9,0 NE. N. N. 75 75 78 Wödjrntlidif yrbtrfidjf brr ffobrefäHr in brr ?!nbf Citfn. 48. Woche. Vom 23. bis 29. November 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infl. 1600 Mann Militßr) Sterblichkeitsziffer: 24,09, nach Abzug von 3 Ortsfremden: 18,06 / n. Kinder Anm.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wu tnfl der Todesfälle in der betreffenden KrankheU auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke fommen. ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Masern 1 1. Lebensjahr: 2.-1 b. Iah, 1 Keuchhusten 1 1 Tuberkulose der Lungen 1 —- 1 —- Tuberkulose deS Gehirns 1(1) 1(1) Evilepfie 1 — 1 Magenkrebs 1 1 —. — Gehirnschlagfluß 1 1 —— Herzleiden i m 1 fl) — ■V Nierenentzündung 3(D 3(1) —- — Altersschwäche 1 1 — — Summa: 12 (3) 8 (3) 1 3 II । A ■ I nur direkt! - schwarz, Hemberg-Seide bbs U Franko n. s»ou »er- zollt ins HauS geliefert. Reiche Musterauswahl umgehend. Meld#*«- la bi 1k H-nn. berg, ZäricU. h Wciljnatefnuhc für dik fiiM jedermann sollte nur die alS belle Toilette- und Sck'onheits-Leite in Feinheit und Milde unerreichte Tat. Mvrrbolin-^eüe berunrn, denn wer 12 Umhüllungen dieser Seife an die Mnrrholm-^e'eu- fchaft in Frankfurt a. M. einsendet, erhält gratis und frauke bM Vracht-Sammel-Album I Europa, welches sich in hervorragender Weise ais Weihnachtsgeschenk für Kinder eignet. Die dazu aehrrmen 400 hochinter-effauten und belehrenden Ansichten aus ganz Euiooa verlange Jedermattn unentgeltlich in den Apotheken, ^roaen^ Varfümerie- und Frifeur-Gelchaften. vieeee Schlafzimmer in Satin - Nussbaum bestehend ans: kostet nur Mk. 8162 2 Bettstellen innen Eiche, 1 zweit hiirignr Kleiderschrank mit Fa^ptten-Glas, 1 Waschtisch mit Marmorplatte. 1 Spiegel-Aufsatz mit Kacheln und Fa^etten-Glas, 2 Nachtschränke mit Marmorplatte 1 Handtuchhalter Sämtliche Gegenstände dieses Zimmers sind auch einzeln verkäuflich. Fritz Nowackj Spezial-Geschäft für Betten und Schlafzimmer-Einrichtungen ■ 'tt. Sonnenstrasse 25. Siinnenstrasse 25. Grosse Wcihnachts-Ausstellung in Kinder-5pielwaren und 81 oa Kaufmännischer Verein Die Vorstände, insbesondere 7976 «4S!2 05357 empfiehlt Heinrich Klotz, MäuSburg 17. 17 8255 empfiehlt är&Ä preisen 7906 Kluß- und Seefische von 90 Pfg. an per Pfund und höher. 7057 Lromoier Lerlandl nach euiftro. * Adler-Drogerie Otte Schaaf. • 7,-1. 4*'?* ■ja -i -■ Frisch geschosskm Susen Pariser Kopfsalat vorzüglich bewährt bei Husten L Mandeln, Haselnnßkerne, Rosinen, Sultaninen, Corinthen, selbstgeftostenen Zucker, fst. Puderzucker, Streuzucker, Citronat, Orangeat, Anis, Oblate«, Citronenöl, Rosenwasser, Ammonium, .tK.'Lkvv rik$y? Eine hocharmige Famlllen-Tretmaschlne mit gebogenem Vei>d luwikasten (keine Berliner) J. H. Fuhr. Puppen-Sport- und -Drückwagen massive Leiter- und Kastenwagen Läden, Festungen, Ställe, Theater Hile Arten Selbstbeschäftigungs- u. Gesellschaftsspiele nach Dr. Georgen« Froebel Dr. Richter’sche Holz- und Steinbaukasten Laterne magicas und Kinematographen (Lebende Bilder) Schaukel- und Rollpferde Trommeln, Trompeten, Säbel nnd Gewehre. Unfluenza u.fleiserl$fc ^fryaes.gesch Deutschen und französischen Cognac Rum, Arak Punschessenzen sf. Liqeure, Advocad Kirschwasser etc. J. H. Fuhr, Tmtchaße 25. NB. Stricken von Strümpfen, Aöckrn etc. rof b villigk vesorat. —. Auch liehen Mnilerröckc zum avdricken ratis zur Verfügung. Freie 40 Pfg?. Engroa-Vertrieb: Gustav Weth, Frankfurt a. M. Sämtliche MMM sm ftinbidimi Sämtliche Bachuthaten in reinen, besten Qualitäten empfiehlt 8354 Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie, Marktstrabe 5. Schellfische Kabeljau 'N la. feinster, blutsrischer War, •'neben eingetroffen bei 339 A.&G. Wallenfels. Markt 21. — ssernivre=c@ral B°nbon-5 Sfoderal llationallibnalrt yetrin. Vortrag* des Herrn Professor Dr. Sievers über: „Deutsche Interessen in Wittel-Amerika" Donnerstag den 4. Dezember, abends 8% Uhr, im oberen Saale des Cafä Ebel. 8386 Auch Nichtmitglieder des Vereins sind willkommen. Steins Saalbau. Sonntag den 7. Dezember 1902, nachmittags 5 Uhr: Eiedtf-Vorträge des Aauer'schen Gesangvereins. Eintrittskarten h 50 Pfg. sind im Vorverkauf bet Herrn Ernst Challier und an der klasse zu haben. 8884 - von denen bereite 180 Stück verkauft, bringe loh In empfehlende Erinnerung. Vollste Garantien in jeder Beziehung. Alleinverkauf E°ritz Eccarius Wilhelm Orbig Nachfolger 7* Markt 7 7075 7 Markt ätechira kauft man am besten und billigten beim Fach manne, der auch ein reichhaltiges Lager unterhalt in Fahr katen von: H. Koch <6 Co., Akt.-Gesellsch., Bielefeld. G. Wlnselmaun, Altehhnrg. Tittel & Klees, Saalfeld. Eine erstklassige, hocharmige Tretmaechlne (Präzisionsarbeit > mit gebogenem V. rschlne«kanten mit 6jähr. Garantie, d«8 Feinste am Markte Mark 75.- climidt als passende Weliinaclits-Geschenke WW Werkzeuge für KerbiehnltxereL Besuch erbeten ohne jeden Kaufzwang Frlster & Rossmann. Koch L Co^ Bielefeld. Werkzeugkasten und -Schränke Laubsägekasten für Kinder und Erwachsene in groeeer Auswahl. Blumentische Mrübestiuder Sthirmsländer Inhaber: Franz Schmidt empfehlen Seide! L Naumann. Junker & Ruh. Grltzner. Tischmesser und Gabeln nur in beeten Solinger Fabrikaten. Löffel in Britania, Alpaoca und AlpaecasiTber. per Stack O-IOO Mk. Weitgeben data Garantie Kaffee- und Thee-Service In Reinnickel, Albold etc. nur haltbare und ira Gebrauch bewahrte Qualitltaa. Mangeln und Wringmaschinen. Waschmaschine Karin. Grossartig™ Leistung und unübertroffen. Bei Anschaffung einer Nähmaschine, welche als schönstes Weihnachts- Geschenk au betrachten ist, wolle man sich unser Lager anseLen, ohne jeden Kauft wang. Mmzekme» nur erstklassige deutsche Fabrikate Wclie»- Md Haushaltungs-Gegenstände jeder Art Schlitten und Schlittschuhe 1» grosser Auswahl, f t~- /rv ( tXr/ nCvCixr**\ A 1 ■ ck i H ... ■ -1 /' I i N MM V ) ■ - LW MW ‘Vjl -z"