Nr. 259 Erscheint täglich außer SonnlagL. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Gießener Familien- tifltter viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck u. 93er* lag der Brüh l'schen Unwers.-Buch-u. Steindrucke ret (Pietsch (Lrben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulst raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanlchlußAr 5L Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 4. November 1008 GietzeimAnjeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen veßaglpret», monatlich 75 Ps., viert eÄ jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstelle^ monatlich 6o Ps., durch die Post Mk. 3.- men* jährl. ausschl. Bcstcllg. Annahme von Anzeige» sür die TageSninnmer diS vormittags 10 Uhr, ZeiienprelS: lokal 18 androärtfl 20 Pjg. Verantwortlich, für den polil. u. aUgent teil; P. Willko: füt „Stadt und Land* und GerichtLsaal*; Lari Plato; sür den Anzeigenteil: HanL Beck. asBBisa Are heutige Yurnmer umfaßt 8 Seiteu. Ktlranntmachuug. Die Bahnhofstraße zwischen Alicestraße und Grabenstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten für den Fuhrwerksverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 4. November 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 2. September l. Js. angeordnete Sperre der Zufahrt der Alten-Ställen von der Neustadt aus wird hier- mit aufgehoben. Gießen, den 3. November 1902. Grohherzogliches Polizeramt Gießen. Hechler. Au den hesst/chen <^anbtagsrval-len. Nachgerade unterliegt es kaum einem Zweifel mehr, baß die Nationalliveralen sieben Landtagsmandate einbüßen werden, und zwar Grünberg, Friedberg und Lauterbach in Oberhessen, ferner die drei Mandate in Darm stabt Stadr und Land und Waldmichelbach. In dem Wahlkreis Tarmstadt-Groß-Gerau, der seither durch den Wg. Backes vertreten war, macht sich eine große Zerfahrenheit geltend. Tie Sozialdemokraten Haden ihre Wahlmänner nur in den Orten Griesheim und Weiterstadt öurchgebracht, in den übrigen Orten machen sich die Stimmen für verschiedene Kandidaten geltend. Während sür Bürgermeister Senßfelder vom Bund der Landwirte ein Teil der Wahlmänner ist, ist dieser wieder einem Teil anderer Wahlmänner nicht recht genehm. Ta ist denn bei verschiedenen Wahlmännern der Gedanke aufgctaucht, einen völlig Neutralen als Kandidaten, Oberamtsrichter Lahr in Darmstadt, aufzustellen. Gr sei ein geborener Groß-Gerauer und vereinigte schon bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Abg. Hechler 12 Stimmen auf sich. Lahr gehört keiner Partei an. Aus Friedberg wird uns heute geschrieben, daß man dort beabsichtigt, gegen die Wahlmännerwahl Einspruch zu erheben, da eine Anzahl N i ch t h e s se n mitgewählt haben soll. In Schotten wird jetzt die Wahl des Oberförsters Dr. Weber- Konradsdors als gesichert angesehen. In Mainz erschien, wie uns von dort geschrieben wird, bei der Wahlmännerwahl auch Bischo f Dr. Brück im Wahllokal, um seine Stimme abzugebcn. Der geistliche Würdenträger konnte indes zur Wahl nicht zugelassen werden, da ihm als Mitglied der ersten hessischen Kammer nach der Verfassung k e i n W a h l r e ch t zu der zweiten Kammer zusteht. Aus Finthen (Landkreis Mainz) wird gemeldet: Nachträglich hat sich ergeben, daß einer der gewählten fünf Zenlrums-Wahlmänner nicht wählbar ist, weil er das notwendige Steuerkapital nicht besitzt. Es rückt somit der höchstbeslimmte sozialistische Wahlmann an seine Stelle. Dieser Vorfall beweist, daß man bei der Aufstellung der Wahlmänner in der Liste nach seh en muß, ob bte Betreffenden auch als Wahlmänner wählbar sind. Tie Majorität für den Zentrnmskandidaten stellt sich einschließlich des Verlustes von Marienborn aus 25 gegen 1b freisinnig- sozialistische und drei illationalliberale. Ueber pen Ausgang der Landtagswahl im Wahlkreise Erbach-Michelstadt läßt sich noch nichts Bestimmtes berichten. Cs werden verschiedene Kandidaten genannt. Eine Einigung der Wahlmänner ist bis jetzt nicht erfolgt. Tie Beteiligung an der Wahl war auch dort sehr gering. In der „Worntser Ztg. lesen wir: Es ist in den letzten Tagen eine angebliche Kandidatur des Wormser Oberbürgermeisters in dein Landkreis Worms erörtert worden. Es lag und liegt hierfür keinerlei Veranlassung vor. Oberbürgermeister Köhler hätte doch selbstverständlich zu einer derartigen Kandidatur nur dann Stellung zu nehmen vermocht, wenn einerseits der seitherige nalwnalliberale Avgeoronete des Waylkreises selbst es als richtig erachtet hätte, auf ein weiteres Mandat zu verzichten, und andererseits dem Oberbürgermeister aus dem Wahlkreis heraus eine Kandidatur angetragen wor- den wäre. Weder das eine, noch das andere war und ist der Fall. Die Frage einer Kandidatur für den Landkreis Worms ist an den Oberbürgermeister überhaupt nicht herangetreten. Eine Gegentauoidalur gegen den seitherigen Abgeordneten wäre sicherlich nicht aceeptiert worden. Patitijche Tagesschau. Uebergaog zur Tagesordnung. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 3. November: Daß mit Hülfe der Geschäftsordnung des Reichstages der Zolltarif von den Mehrheitsparteien rasch durchgebracht werden soll, geht jetzt auch aus den Ausführungen konserv. Blätter hervor. Die „Kreuzztg." kündigt heute abend in einem Artikel an leitender Stelle an, die Majorität des Reichstages werde, wo es darauf ankomme, ihren Millen zeigen. Ein Fingerzeig liege ja schon in dieser Richtung insofern vor, als über einer Reihe aussichtsloser Anträge zur Tagesordnung geschritten wurde. Die „Kreuzztg." bedauert, daß gerade die Anträge der Vertreter beS „Bunds der Landwirte" zuerst dies Schicksal traf — aber die Rechte würde sich mit dem Widerspruch hiergegen die Möglichkeit geraubt haben, in ähnlicher Weise oppositionellen Anträgen gegenüber zu stimmen. Also einfacher Ucbergang zur Tagesordnung, die bisher kaum beachtete und äußerst selten angewandte Bestimmung der Geschäftsordnung wird demnächst in den Zolldebatten eine große Rolle spielen. Selbstverständlich nicht ohne den heftigsten Widerstand der Linken. Es läßt sich voraussehen, daß dieser Widerstand nicht die Oberhand behalten wird. Hier steht Auffassung gegen Auffassung, Auslegung gegen Auslegung — und in solchen Fällen ist von vornherein die Minderheit zur Ohnmacht verurteilt. Bereits morgen, Dienstag, dürfte als Zwischenspiel im Kamvf um die Zölle der Kampf um die „richtige" Anwendung der Geschäftsordnung anheben. Es handelt sich kurz gesagt, darum, ob Uebergang zur Tagesordnung stattfindeu kann über Anträge, die der Antragsteller noch gar nicht begründet hat — was die Linke aufs entschiedenste verneint. Rechte und Zentrum ebenso nachdrücklich bejahen. Tie „Verständigung" über den Zolltarif gilt übrigens als pe^ekt. Deutsches Reich. Berlin, 3. Nov. Tie Abendblätter melden: Bei der gestrigen Mnweihungsfeier der neuen Kunsthochschulen erwiderte der Kaiser, als die Majestäten den Konzert- saal der Hochschule für Musik betraten aus die Ansprache des Professors Joachim etwa folgendes: Sie wissen, welche große erziehliche Wirkung ich der Musik und ihrer Pflege zuerteile. Sie haben sie vornehmlich in ihrer Wirkung auf das Gemüt und auf das ganze Seelenleben zu erfassen. Die Musik erleuchtet, erhebt und formt die Seele. Ich halte mich für überzeugt, daß Sie und das ganze Lehrer-Kollegium ihre Thäitigkeit in solchem Sinne erfassen und ausüben werden. — Ter Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des stellvertretenden Chefs oes CivilkabinettS und später den des Ministers v. Podbielski im Beisein des Kriegsministers und des Oberlandstallmeisters Grafen Lehndorsf, ferner die Vorträge des Kriegsministers und mehrerer Professoren. — Als Nachfolger des Botschafters Fürsten Eulenburg in Wien werden der Botschafter beim Quirinal Graf Wedel und Generalleutnant Graf Hülsen-Häseler genannt. — Wie die „Tägl. Rundschau" hört, gedenkt der kommandierende General des 3. Armee-Korps v. Li gnitz demnächst seinen Abschied zu nehmen. — Wie der „Reichsanz^" amtlich meldet, ist der Ti- rektor im Auswärtigen Amt Hellwig, unter Verleihung des Roten Adlerordens 1. Klasse mit Eichenlaub, seinem Anträge gemäß in den Ruhestand versetzt worden. — Zum Ableben Rickerts wird noch gemeldet: Seit Freitagabend hatte sich der Zustand des Kranken so verschlimmert, daß jede Hoffnung aufgegeben werden mußte. Er lag in völliger Agonie und erkannte die Seinen nicht mehr. Am Sterbelager waren die Gemahlin des Kranken, seine Schwester, ein Sohn und die Tochter anwesend. Tie Leiche wird am Donnerstag in Gotha verbrannt werden. Tie Blätter sämtlicher Parteirichtungen widmen dem Tahin- geischiedenen ehrende Nachrufe. Ter Neichstagspräsident Graf Ballestrem hat an die Witwe ein Beileidstelegramm gerichtet. — In parlamentarischen Kreisen gewinnt die Auffassung Raum, daß das Zustandekommen des Zolltarifs erreichbar wäre, sobald die Mehrheit eine gewaltsame Interpretation der Geschäftsordnung in dem Sinne beschließe, daß die Zusammenfassung ganzer Gruppen von Positionen nicht nur für die Diskussion, sondern auch für die Abstimmung zulässig fei. — Die „KönigSb. Hartungsche Ztg." veröffentlicht eine Zuschrift der Erläuterung, die Herr v. Podbielski seinem Wort vom ,Zau sekanal" gegeben hat. Tarin heißt es: „Tas Eine aber ist Thatsache, daß jenes Wort vom Lausekanal außer in jenem masurischen Oertchen noch an anderer Stelle dem Munde des jovialen LandwirtschaftS- minifters entschlüpft ist, und zwar mit nicht mißzuverstehen- der Beziehung auf den Mittellandkanal." Rheydt, 3. Nov. Hier wurden zwei Zentrumsversammlungen über die Zollfrage wegen geringfügiger Zwischenrufe polizeilich aufgelöst. Magdeburg, 3. 9tov. Ein außerordentlicher Ver- bandstag der Koni umvereine Mitteldeutschlands, beschickt von 154 Genossenschaften und Konsum- Vereinen, beschloß nach sehr stürmischer Debatte, den Aus- tritt des Unterverbanoes aus dem allgemeinen Verband ab zu lehnen. Die Majorität setzte sich namentlich aus ländlichen und kleinstädtischen Vereinen zusammen, während die größeren ausnahmslos für den Austritt stimmten. Letztere traten nach Schluß der Verhandlungen zwecks Gründung einer eigenen Organisation zu einer besonderen Beratung zusammen. Ausland. London, 3. Nov. Offiziös verlautet, daß der Besuch des deutschen Kaisers ein durchaus privater Akt sei. Ter Kaiser begebe sich sofort nach Sand- ringham, wo eine Wildenten- und Fasanenjagd vorgesehen ist, welcher sämtliche Minister als Gäste beiwohnen. — Das Resultat der Gemeinderatswahlen in Males ist bisher folgendes: Von 268 Sitzen erhielten die Liberalen 63, die Konservativen 52, die Arbeiterpartei 27, die Sozialisten 5 und die Unabhängigen auch je 5. — Chamberlain wird wahrscheinlich etwa eine Woche in Natal verweilen, und sich dann nach Transvaal begeben. Ter Minister hofft, der größte Nutzen seiner Reise werde in einer freimütigen, vertraulichen Ansprache mit den Vertretern aller Klassen, Rassen und politischen Parteien bestehen. — Nach einer Meldung aus Kapstadt erwiderte der Attorney-General im Parlamente auf eine Anfrage, die Buschmannland-Borderer, ein Korps von Farbigen, von den zwei Mitglieder wegen Vergewaltigung holländischer Frauen verurteilt sind, seien von der englischen Regierung organisiert und bezahlt; die- Regierung der Kapkolome habe damit in keiner Weise etwas zu thun. — Sir Gordon Sprigg sagte, die Regierung hoffe, die Stadtwachen dazu bestimmt zu haben, daß sie sich zu einer dauernden freiwilligen Truppe formierten, doch lehne sie es ab, Farbigen zu erlauben, einer solchen Truppe beizutreten, oder ihre Waffen zu behalten, selbst wenn solche Farbige im Kriege Dienste gethan hätten. — Unterhaus. Parlamentsuntersekretär Cranborne erklärt, es seien in jüngster Zeit keine Verhandlungen geführt, noch würden solche jetzt in der Absicht geführt, daß die englische Regierung sich die Verwaltung des Delagoahafens und der Eisenbahn von der De- lagoabai nach Pretoria sichere. Premierminister Balfour führt aus, daß der Kanzler der Schatzkammer Ritchie, in der Sitzung am Mittwoch abend einen Kredit zur Erfüllung der Friedensbedingungen beantragen werde. —- Gestern fand im Hyde-Park eine Kundgebung der Reservisten statt. Man führte Beschwerde darüber, daß noch immer kein Geld ausgezahlt oder eine Nachricht eingetroffen fei, daß eine Wiedereinstellung in die, Armee erfolgen werde. Heftige Reden wurden gehalten, in welchen bte Haltung der Militär-Verwaltung kritisiert; wurde. Die Demonstrattten beabsichtigen, die Rekrutierung zu verhindern, falls ihre Forderungen keine Berücksichtigung finden sollten. — Ter Burengeneral Ben Oiljoen hat Lord Roberts seine Dienste für eine Expedition nach dem Somali- lande angeboten. — Ein Dampfer berichtet, die kolumbische Regierung konzentriere Truppen in Colon zum Vormarsch gegen die Rebellen. Die Verhandlungen mit der Union wegen des Kanalbaues sind suspendiert. Tie Kolumbier glauben, daß die Vereinigten Staaten eine permanente Besetzung des Isthmus beabsichtigen. In einem Kampfe zwischen amerikanischen unb ko 1 umbischen Truppen wurden letztere zurückgeschlagen. Die Regierung verlangt die Rückzieyung der amertkanischen Wache. Die Rebellen halten eine Anzahl Bahnhöfe besetzt. — „Daily Expreß" berichtet aus Tanger, der Scheit Mohamä» Moghi ist in Amena, 30 Meilen von Fez eingetroffen, in der Absicht, den Sultan zu stürzen, angeblich wegen dessen Reform-Politik. 4000 Mann Truppen sind gegen ihn entsandt worden. Paris, 3. Nov. Der Abg. Gerault-Richard hat gestern auf die Herausforderung des Abg. de Dijon durch ein Telegramm an die „Petite Republique" geantwortet, und zwei seiner Freunde beauftragt, mit den Zeugen seines Gegners in Unterhandlungen zu treten. R o m, 3. Nov. Ter Besuch oesZaren am italienischen Königshofe ist für Mitte Januar in Aussicht genommen. Kaiser Nikolaus wird vier Tage in Rom als Gast des Quirinals verweilen und auch dem Papste von der russischen Gesandtschaft aus einen Besuch abstatten. Von Italien soll dann die Weiterreise nach Athen erfolgen, und zwar auf dem Seewege. Wien, 3. Nov. Im gestrigen Kronrate wurde bc*. schlossen, die Wehrvorlage zurückzuziehen und dem Parlamente eine neue Wehrvorlage zu unterbreiten, durch die für das nächste Jahr das Rettutenkontingent um 20000 Mann erhöht wird. Sofia, 3. Nov. Tie „Agence Telegraphique Bulgare" meldet: Die in deutschen Blättern veröffentlichte Konstantinopeler Meldung, wonach in Rustschut den macedoni- schen Komitees nahestehende Personen die türkische Bevölkerung mit dem Tode bedroht und die Behörden erklärt hätten, nicht einschreiten zu können, ist vollkommen falsch. In Rustschuk und Umgebung ereignete sich nichts, was zu einer derartigen Beschuldigung gegen die bulgarischen Behörden Anlaß geben konnte. Cs kam wohl e i n M o r d vor, doch wurde dieser von einem Türken an einem muselmanischen Arnauten wegen persönlicher Zwistigkeiten verübt und der Schuldige sofort verhaftet. Euxinograd, 3. Nov. Ans Anlaß der Feier, die kürzlich an Bord des Dampfers „Therapia" der deutschen Levantelinie stattfand, telegraphierte Kaiser Wilhelm aus Blankenburg an den Fürsten von Bulgarien: „Turch meinen Generalkonsul habe ich von Euerer Königlichen Hoheit Besuch auf dem deutschen Levantedampfer „Therapia" gehört und von den freundlichen Worten, die Sie bei dieser Gelegenheit gesprochen haben. Für den Ausdruck der meiner Person hierbei gewidmeten Gesinnungen, sowie für das den wirtschaftlichen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien bewiesene Interesse spreche ich Euerer Königlichen Hoheit meinen aufrichtigen Tank aus." Fürst Ferdinand antwortete: „Für das liebenswürdige Telegramm Euerer Majestät aus Blankenburg spreche ich meinen aufrichtigsten Tank aus. Ich sehe darin mit Genugthuung, daß meine auf der „Therapia" gesprochenen Worte freundlichen Wider- hall gesunden haben." _______________ Aus Stadl und Kand. Gießen, 4. November 1902. •• Hofnachrichten. Aus Darm stabt wird gemeldet: Der Geburtstag der Großfürstin SergiuS •‘Mit! r alleren slreich jlroßfü Ndad nube" 4.Rflen Hon । £ Stfu ‘■zu,tti it Klatt' der nt< xrever kann. Ter Saal ist auch für öffentliche Versammlungen be- stimmt und soll allen Parteien zur Verfügung gestellt werden. Der Bauplan ist bereits bei der Behörde zur Geneh- Mainz, 3. Nov. Ter verstorbene Rentner Franz 3ee* mann hat der Stadt Mainz eine Summe von 50 (XX) Mark hrr^og ^Ifleno sehen tu brow' unsere" üSitbet lvusch, jontim Tochter prallif“ Ir stüd, d Mn tl verlies in äußerst feierlicher Weise. Schon vormittags früh brachte die Kapelle des Dragoner-Regiments Rr. 24 ein längeres Morgenständchen. Alsbald erschienen die Fürstlich- teilen, die Oberhofchargen und Hofchargen zur Gratulation, auch der russische Ministerresident Fürst Kudascheff und Frau, sowie Legationssekretär v. DubenSky. Unzählig waren die Geschenke unb Blumenarrangements, welche von allen Seiten einliefen, die Regimentskommandeure überreichten Kränze mit Regimentsfarben. An der Hostafel waren 28 Gedecke aufgelegt. Herrlicher Maiblumenschmuck, die Lieb- lingSblume der Fürstin, zierte die ganze Tafel. U. a. nahmen daran teil auch Prinz Franz Josef von Battenberg und Frau und deren Schwester Prinzeß Xenia von Montenegro. Die Tafelmusik stellte das Leibgarde- Regiment Rr. 115. Nachmittags fuhren sämtliche Herr- schäften nach Jagdschloß Wolfsgarten und nahmen dort den Thee. Abends waren alle Herrschaften nebst Gefolge im Hoftheater zur Erstaufführung von Masienets Mirakel: „Der Gaukler unserer lieben Frau". Nach dem Theater fand im Schloß Souper statt, an welchem wieder Prinz und Prinzessin Franz Josef, sowie Prinzeß Xenia teilnahmen. Gestern mittag besichtigten Großfürst und Großfürstin Sergius die russische Kapelle; da der Wärter die Herrschaften nicht kannte, erklärte er, daß die Besichtigung nicht gestattet und auch nichts darin zu sehen sei; erst auf die Bemerkung der Großfürstin, daß dem Großfürsten Sergius doch wohl der Einttitt gestattet werde, gab der pflichtgetreue Mann bereitwilligst nach. Gestern fand im Kranichsteiner Wildpark große Hofjagd auf Sauen (Hubertusjagd) statt, an welcher außer dem Großherzog Prinz Heinrich von Preußen, Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe teilnahmen, ferner waren zahlreiche Einladungen ergangen. Das Jagddiner fand nach Schluß im Kranichsteiner Jagdschloß statt. Nachmittags trafen auch Prinz Heinrich zu Reuß j. L. und, von Bonn kommend, Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe zum Besuche hier ein. Wie uns telegraphisch aus Darmstadt gemeldet wird, ist Großfürst Sergius heute vormittag 6.49 zu einem auf mehrere Tage berechneten Besuch nach Ko bürg abgereist. (In Koburg wohnen z. Zt. nur die geschiedene Großherzogin und deren Mutter, die Herzogin von Koburg. D. Red.) — Beim preußischen Gesandten Prinzen Hohenlohe fand gestern abend ein Souper statt, an dem alle gier anwesenden Fürstlichkeiten teilnahmen. *• Verzeichnis der für das 4. Quartal 1902 rusgelo sten Geschworenen des Schwurgerichts: L. Verleit, Johannes, Kaufmann in Hungen. 2. Cloos, Heinrich Wilhelm, Fabrikant in Nidda. 3. Stein, Heinr. I., Landwirt in Stumpertenrod. 4. Wittich, Heinrich, Landwirt m Rendel. 5. Lanz, Ludwig, Landwirt in Großen-Linden. S. Möbs, Georg, Landwirt in Gettenau. 7. Brückmann, Friedrich, Pächter in Birklar. 8. Grünbein, Johannes Heinrich, Rechner in Ober-Widdersheim. 9. Dern, Georg V11L, Landwirt in Leihgestern. 10. Corell, Paul Heinrich, Landwirt in Eudorf. 11. Schrimpf, Jakob, Kaufmann in Butzbach. 12. Brückmann, Heinrich, Müller in Ermenrod. 13. Grünewald, Karl VI., Fabrikant in Alsfeld. 14. Wetz, Balthaser Konrad, Landwirt in Griedel. 15. Haas, Robert, Rentner in Gießen. 16. Kleeberger, Ernst, Landwirt in Melbach. 17. Schuchhard, Wilhelm, Kaufmann in Gießen. 18. Reidel, Jakob, Drechsler in Wieseck. 19. Ruppel, Heinrich I., Färber in Nidda. 20. Schwinn, Philipp, Rentner n Gießen. 21. Möser, Wilhelm XL, Landwirt in Rieder- Erlenbach. 22. Rahn, Georg Heinrich, Landwirt in Angersbach. 23. Haller, Wilhelm, Fabrikant in Friedberg. 24. Wagner, Robert, Kaufmann in Echzell. 25. Koch, Karl een., Müller in Assenheim. 26. Grölz, Kaspar, Kaufmann in Nidda. 27. Jacobi, Georg Konrad Emil, Landwirt in Rodheim v. d. H. 28. Willems, Heinrich Emil, Kaufmann in Grünberg. 29. Jacobi, Wilhelm Robert, Land- wirt in Nodheim v. d. H. 30. Zimmer, Heinrich Konrad, Müller in Grünberg. •* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 26, ausgegeben am 31. Oktober d.I., enthält: 1. Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung des Fonds zur Gewährung von Beihilfen bei Ueberschwemmungen für das Rechnungsjahr 1901/02 betreffend. 2. Bekanntmachung, die Erhebung der in der Gemarkung Schiffenberg, Kreis Gießen, erwachsenen Kosten der öffentlichen Armenpflege betreffend. 3. Ordensverleihungen. 4. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen ftemder Orden. 5. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Am 13. Oktober wurden die Rechtsanwälte Dr. Arthur Osann II. und Dr. Hugo Bender in Darmstadt unter Aufrechterhaltung ihrer Zulassung am Landgericht der Provinz Starkenburg, zur Rechtsanwaltschaft am Oberlandesgericht zugelassen. 6. Dienstnachrichten. Auszeichnungen. Dem Flügeladjutanten des Kaisers, Hauptmann v. Friedeburg, ist die Erlausbnis zur Anlegung des demselben verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt worden. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde den Mitgliedern der Fabrikfeuerwehr der Firma H. Müller u. (Sic. in Offenbach, Heinrich Müller, Franz Jwacz- kiwiez, Konrad Müller, Gustav Müller, verliehen. •* Die Reichsgräfin Sophia von Schlitz-Görtz ist am Sonntag morgen, wie wir gestern meldeten, nach langem Leiden im Charlottenburger West-Sanatorium gestorben. Es ist bekannt, wie eng befreundet der Kaiser und die Kaiserin mit dem Gräflich Görtzschen Paare seit vielen Jahren gewesen waren. Fast in jedem Jahre war der Monarch, mehrfach auch die Kaiserin, zum Besuch in Schlitz, und in den letzten Wochen hat die Kaiserin ihrer herzlichen Teilnahme an dem Geschick der Patientin, die von schwerer Erkrankung Heuung suchte, durch häufige persönliche Nachfrage Ausdruck gegeben. Gräsin Sophia Julia Eamilla von Görtz, dem Hause Cavalcanti de Albuquerque de Villeneuve ent- stammend, wurde 1858 in Remlly geboren und vermählte (ich 1876 mit dem damaligen Erbgrafen Emil Friedrich, der 1885 nach dem "Tode seines Vaters dessen wette Hinterlassenschaft anttat. Die Gräsin war, rote man aus Berlm meldet, bis zum letzten Augenblick bei vollem Bewußtsein. In der Nacht vom SamStag zum Sonntag nahm sie von ihrem Gemahl und ihren sechs Kindern, bic im Alter von 17 bis 25 Jahren stehen, herzbewegenden Abschied. Sie enlschlie sanft und schmerzlos. Auch ihre Eltern (Vater und ©tief Zaren r. N1 M Di r^rheitt geboren, von iHv Srvßsür gab wer yfiritt ui Srol toro ant witbetgi tntfU tainn t Senel teilt tiaentl illexar Mell Zurew als vc taleiüie Mter Pans. Kelsen Pans, ilfftaui Prome »3fll 4N, lugen . 3eieri6u J-3 beka alte C, yttbi fc ball an SroM ’.m vor Annah' I migung eingereicht. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im benachbarten K l e in - L i n d e n I spielten zwei Brüder, Schulknaben, mit ihren Schießbogen, wobei der ältere auf den Rücken des jüngeren zielte. Im Moment, als der Pfeil abflog, drehte sich der jüngere um und der Pfeil flog ihm direkt ins Äuge, welches äußerst schwer verletzt wurde. Der Junge mußte sofort in die hiesige Augenklinik gebracht werden. — In .Großen-Linden wird die Tochter eines dortigen Ein- , ull« ft» 'wobei. •Seh, » , Nitrat mutter) sowie ein aus Paris eingetroffener Bruder waren in Iben Glaubenswechsel der Prinzessen letztge ^Nfew ÄU-r 'S.,™“ fiÄSXi. hatte sie aus ber Hanb ihres Beichtvaters, des Oblatenpro- der Stadt M^ainz eine Summe von 50000 Mark vinzials?. Scharsch-Hünefeld, die Sterbesakramente empfangen. Geschenk gemacht unter der Bedingung, daß die Am Sonntag abend fand in der mit reichern Trauer) chrnuck I - < • - - - -- dekorierten Hauskapelle des Sanatoriums die kirchliche Ein» egnung ber bort aufgebahrten Leiche ber Entschlafenen statt. n bieser Feier nahmen mit den nächsten Verwanbten ber I Kaiser unb bie Kaiserin teil. Kaiser und Kaiserin knieten am offenen Sarge nieder und legten Blumen auf die Tote. Die Kaiserin schluchzte laut; auch ber Kaiser war tief ergriffen. Die Gräsin ist in weiße Seide gekleidet; vom Haupte mit dem reichen braunen Haar breitet sich ein zarter Spitzen- chleier über die wie im Schlafe ruhende Gestalt. Die kirch-1 liche Feier wurde vorgenommen von dem Prälaten Probst I Neuber, dem die Provinzialen Scharsch-Hünfeld und D. van Gulick assistierten. Franziskanerinnen in härenem Ordenskleide halten die Totenwacht. Im Laufe des Montag gingen un- auSgesetzt Beweise innigster Teilnahme auS den Kreisen der hohen Aristokratie ein. Die fürstlichen Familien Henckel v. Donnersmarck und Radziwill, das Regiment der Gardes du Corps sandten herrliche Blumenarrangements. — Aus Schlitz wird uns ferner von unserem dortigen Korrespondenten^ gemeldet: Die Trauernachricht kam um y, 9 Uhr nach Schlitz und wurde von dem amtierenden Geistlichen nach der Predigt I verkehrte seit einigen Monaten ein junger Student ber Medizin, der sich v. Kaminski nannte und angab, gebürtiger Pole zu sein. Tie 17jährige Tochter des Medizinalrats hatte den jungen Studenten in einer Privatgesellschaft fennen gelernt und sich in ihn verliebt. Auf ihre Buten durfte von K. im Hause ihres Vaters verkehren, obgleich der junge Pole dem Medizinalrnt nicht sympathisch war. Tie verliebte Tochter wußte es sogar durchzusetzen, daß der Student, der stets sehr bescheiden auftrat, einen Freitisch im Hause des Vaters erhielt. Vor etlichen Wochen machte nun der Medizinalrat die Entdeckung, daß ihm mehrere teure chirurgische Instrumente sowie eine Anzahl schmuck' Igegenstände von Wert abhanden gekommen waren, und sein Verdacht teufte sich auf den jungen Polen. Um sich darüber Gewißheit zu verschaffen, betraute er ein Privat- I bctelliDburcau mit der Beobacutuug be? ^tiibciucn. - -'N I nach wenigen Tagen teilte ein Tetektiv dem Medizinal- I rat mit, daß der angebliche Pole eine — Polin sei. Begleitung des Medizinalrates begaben sich zwei Tetekuvs am Sonntag zu dem Pseudo-Studenten und entlarvten ihn als — Betrügerin. Bon den gestohlenen Schmucksachen fand man nichts mehr vor, wohl aber |ämttiü)c Instrumente. Tie Hochstaplerin, welche sich unter falschem Namen m Charlöttenburg aufhielt und in Männcrkleidung in der besten Gesellschaft verkehrte, legte ein offenes Geständnis ab und dürfte deshalb nicht den Behörden übergeben werden. ' T i e Gumdinner Soldaten miß Handlung. Zu der gestern von uns wiedergegebenen Meldung der „£ftb. Boltsztg." nach der eine Witwe Baltrusch ihr ge- I'chrieben habe, daß ihr Ehemann, ber als Kanonier beim I ersten Artillerie-Regiment in Gumbinnen gebient hat, am jaiidelt M'P, maßgel ichilder oieldet falle- befand nehmen, daß dem Chor, ber am 26. September 1901 ge- Groyen-Ltnden wird die Tochter eines oortigen crin- gründet wurde b.s letzt 42 Minder Wenn wÄt K man --wagt daß nur Mitglieder des T.-B. Ausnahme finden . kürzlich sein SVjü h r l g es Dienst, können, so ist dies schon eine ganz schöne Zahl. Der Sanger- . bi(äuin bet voller Aüsttgkeit. Er steht im Aller von chor hat sich, wie dies auch bereits ber 1. Sprecher des T.-1 ^0 Jahren und war schon beim Bau der Main-Wescrbahn V., Stabtrat Pirr kürzlich heroorhob, bei den Festlichkeiten l beschäftigt. — Ter Bau des neuen Stationsgebäudes des T.-V. sehr gut eingeführt und trat insbesondere am 19. in Großen-Linden ist bis 1904 verschoben wurden. Oktober a. c. bei Gelegenheit ber Feier seines 1. Stiftungs- ■ ' : '■ ---------------r I Zinsen dieses Kapitals alljährlich im Interesse des fr ä b ti- schen Theaters verwendet werden. — In einem hiesigen Bankgeschäfte wurde vor einigen Tagen ein falscher Zwanzigmarkschein vereinnahmt, welcher fv vorzüglich nachaemacht war, daß er von dem langjährigen Bankangestellten unbeanstandet angenommen worden war. Tas Falsifikat ist von einem echten Schein kaum zu unterscheiden, selbst bie Fasern von Hanf sind in dem Schein ganz genau in derselben Weise angebracht, roie bei einer echten Banknote. 9tur wenn man dem Falsifikate einen echten Schein gegenüber hält, bemerkt man, daß der in dem Schein befindliche Rotdruck „Zwanzig Mark" um einige Nüancen Heller ist, wie bei den echten Zwanzigmarkscheinen. Wer den Schein verausgabte, konnte noch nicht ermittelt werden, es erscheint aber sehr geboten, große Vorsicht bei der Einnahme von Zwanzigmarkscheinen zu üben. Frankfurt, 3. Nov. Der Kaufmännische Verein will fein Vereinshaus vollständig umbauen und ausgedehnte Klubräume für ferne Mitglieder Herstellen lassen. Der Umbau wird auch dem öffentlichen Interesse dienen, denn es soll ein neuer Saal erbaut werden, der 2000 Personen aufnehmen des geistigen Eigentums und seines Schutzes an Kunstwerken jeber Art, ferner im Januar Privatdozent Dr. Nagel über i „Goethe unb Mozart". () Darmstadt, 3. Nov. Zu den Verhandlungen der Landessynode bett. Beerdigung der Selbstmörder, wird uns geschrieben: Pfarrer Eck aus Ofsenbach hat sich nicht „gegen die rücksichtsvolle Behandlung der Selbstmörder seitens der Kirche" erklärt, sondern es vielmehr sehr entschieden ausgesprochen, daß ber Geistliche unb fein Wort ber Gemeinbe unb ben Hinterbliebenen nie nötiger sei, als am Grabe eines Selbstmörders, unb daß er darum unter keinen Umständen fehlen dürfe. Darmstadt, 1. Nov. Ein Korrespondenzbureau meldet: Wer den summus episcopus der hessischen protestantischen Landeskirche kennt, weiß, daß derselbe nicht daran bentt, eine griechisch-katholische Prinzessin zur Gemahlin zu nehmen. Wahrscheinlich wird er sich überhaupt nichtwiederver- mählen. Beiläufig erinnern wir daran, daß im vergangenen Frühjahr die Mitteilung durch die Blätter ging, ber Lanbgraf von Hessen rooUc sich mit berselben Tochter ber Schwarzen Berge verloben, bic jetzt angeblich unser Großherzog zum Weibe küren will. Tas war damals ebenso wenig wahr, wie bic jetzige Geschichte wahr ift Großherzog Erruft Ludwig Hal im Jahre 1891 als Erbgroßherzog ben Ucbcrtritt seiner Schwester Elisabeth zum griechischen Glauben entschieden mißbilligt unb später als Großherzog den geharnischten Protest deS Hessischen Pfarrervereins gegen verkündet. Die Gräsin wirb in Schlitz beigesetzt werden. •* Im Kaufmännischen und Ortsgwerbever- ein Gießen findet morgen Abend der zweiteVorttag dieser Saison statt. Herr Otto Ewald wird im Cafs Leib über die heiligen Lande (Syrien, Palästina und Aegypten) prechen. Der Vortrag wird durch 84 Lichtbilder unterstützt werden. — ** Der Sängerchor des Turnvereins Gießen hielt am Samstag in der Restauration Wigandt seine Generalversammlung ab. Aus dem Bericht ist zu ent» estes vor die Oeffentlichkeit. — Bei der Vorstandswahl ver- rlieb der seitherige Vorstand mit einer Ausnahme in seinen! ö ' •> Aemtern. Dirigent des Chors ist Musiklehrer A. Kasten. * Berlin, 3. 9tob. In der Laubenkolonie bei Rix- ♦* Ph(1naerifehe Arbeiterver- dorf brach heute nachmittag ein durch spielende Üinder ein feiert am Sonntag dem 9. November sein Stiftunas- verursachtes Feuer aus. Es verlautet, zwei Kinder fest. In dem Festgottesdienst, der um 5 Uhr in der Stadt- seren um g ekommen. G mbre kirche stattfindet, wird Pfarrer Küster zu Höchst (Main)I Brussel, 3. 9toü ^^rnL^ikurnat jrebigen. Ter Familienaberid findet in Äein's Karten kommendes Automobil ftieß in de St tz g tatt und wird durch Ansprache, sowie mancherlei theatra- mrt einer Droschke zusammen, die. öeNrumm - lische und musikalische Darbietungen belebt werden. Gäste Tredrei Insa, sen des Automobils erlitten Arm- ^b™affe0TingSü69rtriXbenintlitti8eIb *“ u b a p e ft, 3. «toh. Kr bm Lokalitäten be» fiiefigeu “ - ®et ßjifif*e SrUaeroetbanb Hassia hat KÜnstler v er ein s Ncmzeti Szalon, wo übermorgen bie . er legerDeroano a,,ia yai, ^Eellunq der Werke des verstorbenen ungarischen Malers wie wir von zuoerlasfiger ©eite ^ren, m feiner am ^>onn- £abiMau§ ^aa£ die zumeist aus englischen, französischen tag m Darmstadt abgehaltenen Sitzung beschlossen, em eigenes unb amerikanischen Sammlungen kamen, hätte eröffnet wer- Verbandsorgan vom 1. Januar 1903 ab wöchentlich sollen, geriet heute abend bei ber Beleuchtungsprobe einmal in Darmstadt erscheinen zu lassen. . durch die Unvorsichtigkeit eines ArbetterS die Tekoralion Butzbach, 3. Nov. Der römische Wachtturm auf eines Saales in Brand. Tas Feuer vernichtete sofort dem Schrenzerberg brannte heute Nacht gegen drei Uhr die Dekoration sämtlicher Säle und in einem Saal, wo ,chon n»b:nb=t^tentflci,un98uc,ad,e bes $canbes ift bi8 Homberg b. Ohm, 2. Nom Gestern waren « s^ch-dl-t. Me nenn Bilber sind au» englischem unb 30 Jahre, daß Lehrer Maurer an der Volksschule des ' ^'ueb^r einen nächtlichen Zweikampf weiß benachbarten Appenrod ununterbrochen wirkte. Die (Se- ehte Korrespondenz aus Berlin folgenbes zu melden: Tie meinbe nahm an diesem Jubiläum allgemein teil. Veranlassung bot ein Streit zwischen dem Referendar Nidda, 2. Nov. In eigentümlicher Beleuchtung er- v. L. und dem Landwir t un d Reser v eo f fizi e r B, scheint die .Fleischnot" durch das häufige Angebot von die mit mehreren Herren zusammen gegen 1 Uhr morgens Schlachtgänsen, jeden Tag werden durchschnittlich zwei ange- am Sonntag im Kaiser-Cafs saßen. Ucbcr em politisches boten. Dies- werden nach dem Preis des Schweinefleisches Thema gerieten bie beiben .Verren tn arg« Tisseren^n bo-ahlt. Da dieser Preis gegenwatt.g sehr hoch .st fi- muß un M.e.ch ^rrs^.bcwmr. ?u-h mancher Gansegroßvater ans Messer denn den Gebutts- Q rcDocicren, fügte B. eine noch stärkere Bc- fchein bringt er erst nach, wenn er verzehrt wird. Das Pu- ^idiaung hinzu, sodaß der Referendar aussprang und seinem blikum verhält sich bei dem Angebot etwas zurückhaltend. Beleidiger den H an dschuh i n s Ge s i ch t ro a r f. Sofort Da jetzt der Versandt der Schellfische wieder häufiger wird, verließen sämtliche Herren das Cafs und begaben sich, nacl>- fo tritt dieser als Helfer in der Fleischnot ein, von der man bem sie sich geeinigt hatten, daß wegen der Schwere ber aber, was die Quantität des geschlachteten Viehes betrifft, Beleidigung das Tuell sofort ausgefochten werden sollte, nicht viel bemerkt, nur daß eS eben teurer ist als früher.—I nach ber Wohnung des Herrn M., wo im geräumigen Gestern feierte der hiesige Gemischte Chor sein lOjähr. Korridor der Zweikampf mit schw"en Sabcln Sststungssest durch einen FamMen.Abend ^Ä^nen^7si7^n'Lnte^e7b'"sL Darmstadt, 3. Nov. Vorgeftern starb nach langem,!^ ^fort mittels Troschke nach seiner Wohnung ubergefuhrt fchweren Leiden der Grotzherzogliche Kammerherr, Oberst- werden mußte, wo Herr v. L., der sich nur zum Besuch in leutnant a. D. Freiherr Wilhelm v. Rieou. — Der Berlin aufhielt, schwer krank darniederliegt. Sein Vater Hessische Goethebunnd wird auch in diesem Winter aus Tresden telegraphisch herberufen. eine Anzahl allgemein zugänglicher Vorträge veranstalten. * @in e Hochstaplerin inMännerkleidung. Zunächst wird am 14. November Prof. Dr. Harnack über In der Familie des Medizinalrats E in^Charlöttenburg „klassische und romantische Dichtung" sprechen, sodann im Dezember Ministerialrat Dr. Best über die wichtige Frage Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. jH., 4. November Tendenz: fest. 4*/i% äussere Argentiner Forman (Schnupfenäther) 7738 i6enEoloitie bei ch spielende ÄÜ tet, zwei Hütt 91.80 101.15 99.80 102.90 klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watte (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pfg.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 4°/j Italien. Rente 4*/2% Portugiesen 3°/ Portugiesen. . 156 0. Türken . Türkenloso . . . 4% Oriech. Monopol 3 56 Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 37,% 3% 37,% 3% 87,% Reichsanleihe do. Konsole « do. . . Hessen Bois de la Lmbre er Straße Mrzat zertrüMÄ mrde. tten Arm-Md Dm- *) Wir erfahren heute, daß das Herrn Pirr anonym zugegangene Zeitungsblatt von einer Biertischgesellschaft ausging, die mit einer Randbemerkung nichts als einen kleinen harmlosen Scherz zu machen beabsichtigte. Ter Urheber des Scherzes bekennt sich als einen Wähler des Herrn Pirr. Obgleich die polizeiliche Vorschrift in Gießen besteht, daß in Wirtfchaftslokale von den Gästen keine Hunde mitgebracht werden dürfen, wird dennoch von vielen Hundebesitzern diesem Verbot so gut wie keine Beachtung geschenkt. Es wäre daher von Seiten der Polizei nötig, daß die Wirtschaften häufiger und speziell aus diesem Grunde von den Schutzleuten besucht würden. Tas Publikum würde ein «solches Vorgehen dankbar begrüßen. X. 1902. . 26.10 . 93.00 . 81.00 . 102.25 . 211.08 . 188.50 . 137.90 . 143.20 . 156.70 . 150.70 . 19.60 . 181.00 . 201.00 . 167.75 . 167.40 3% Mexikaner . . 47,70 Chinesen . . Electric, bchuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn , Lombarden . . . Qotthardbahn . . . Lanrahütte . . . . Bochum ..... Harpener . . . . ti, jeder beliebigen Schriftart unv Karton VmllUllLli sorte, sowie mit Sirkeln aller studentischen »P******vi» Vereinigungen, liefert zu mäßigen preisen wrühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulftratze Z . . 102.00 . . 91.8p . . 102.05 sssant, und besonders lassen die lebhaft sprühenden grauen Lugen Intelligenz erkennen .— Besonders viel wurde in Petersburg über Großfürst Paul und Frau v. P. gesprochen, - als bekannt wurde, daß der Großfürst ihr ein kostbares altes Collier geschenkt habe, das er von seiner Mutter geerbt hatte. Frau v. P. legte den Schmuck zu einem Hof- ■ boll an. Die Kaiserin-Mutter erkannte ihn, worauf dem - Ä wßfürsten Vorstellungen gemacht wurden. Dies geschah im vorigen Winter. Großfürst Paul hat von seiner jetzigen 8-emahlin bereits ein Kind. Dieser Fall steht übrigens nicht vereinzelt da. Kaiser Alexander II. schloß seinen rffen, den Großfürsten Nikolaus Konstantinowitsch, den Meren Bruder des Großfürsten Konstantin, schlechter I'lreiche wegen aus dem Heer. Diese Strafe traf auch den Großfürsten Michael, der gegen den Willen Alexanders III. 1891 die Gräfin von Merenberg heiratete, die vom Groß- hLr^og von Luxemburg den Titel einer Gräfin Torby er» Großfürst Michael wurde übrigens vor wenigen fahren vom Zaren empfanaen und wieder in die Armee ausgenommen. Seine Gemahlin ist jedoch bei Hofe nicht ge= se'hen worden. Kunst und Wissenschaft. Dreödeu, 1. Nov. Die fünsaktige Komödie „D ie ©ered)- ,:gkeit" von Otto Ernst erlebte heute im hiestgen kgt. Schau- iv: slhause ihre Erstaufführung. Es ist ein stark humoristisches c: üd, das den Verzwelflungskampf eines aufstrebenden Künstlers je.-zen eine sehr pesnmistljch gekennzeichnete Preßmacht schildert. S ößtenteils infolge vorzüglicher Darstellung errang es einen un° jKtrittenen starken äußeren Erfolg. Der anwesende Autor wurde nchrsach gerufen. — In der soeben erschienenen Nummer 44 der „Garten- onu b e" gelangen weitere Mitteilungen aus Lebenserinner- ingen des Präsidenten Paul Krüger zur erstmaligen ^«cöffentlichung. — Des Odenwälders Dichters C. G. Reuling's »Sch atz- ;»ä der" ist soeben ins italienisch übersetzt und in Neapel zur l«fführung angenommen worden. Rom, 3. Stov. Die Versuche einer Verständigung mittelst )«ahtloser Telegraphie an Bord des Kreuzers „Carlo Merto" von Portland nach Halifax haben ein befriedigen- )cs Resultat ergeben. Marcom foimte sich trotz des schlechten .A.itters mehrmals mit der Gegenstatwn verständigen. entner?lten' . SS. herein •?„„unb «O-Hch •*. ®et Umbau Marn «joa iin Nonen Nammlungen be. gestellt Behörde zur Auch. ^Ile.nundden ^Klein-Linden W ^chießbogen * Mgmn zielte' "b l ich der jüngere ins Auge Junge mußte Wt werden. - In ernes dortigen An- man vermutet, daß LahnarbeiterMül. hriges Dienst- steht im Mer von )ei Muin-Weserbahn tionsgebäudeö irs ch ob en wurden. Unweisttüts-Nachrichten. Halle, 3. Nov. Auf das Huldigungstelegramm der Festoer- bmmlung zur vierhundertjährigen Gedenkfeier der Uni- r«rsitat an den Kaiser ging dem Rektor der Universität c'bgraphisch folgender Dank des Kaisers zu: Der Kaiser und Icnig haben das Gelöbnis der Treue anläßlich der gestrigen Feier )e: Universität gern entgegenzunehmen geruht und lassen für diese lunbgebung mit dem Wunsche vielmals danken, daß die Unwer- itict auch fernerhin stets von ihrer edlen Aufgabe, eine Pflanz- läte deutscher Wissenschaft und Gesinnung, sowie der Liebe zum verlande und seinem angestammten Herrscherhause zu sein, er- ület sein möge. Auf Allerhöchsten Befehl. Geh. Kabinetsrat von luränus. — Unter den zahlreichen übrigen Glückwunschtelegrammen E-nden sich solche von den gegenwärtig versammelten Provinzial- ynoden von Brandenburg und Pommern. — Der Direktor des Berliner städtischen statistischen Amtes, SÄ. Regierimgsrat Prof. Dr. Böckh, beging, wie wir bereits ni Heilten, am 31. Oktober sein bOjähriges Jubiläum als amtlicher ol-atistiter. Zu diesem seltenen Gedenktage ist ihm eine große Zahl !lt*reffen und Glückwunschschreiben von Behörden und Privatper- bntm zugegangen, darunter von der großh. Hess. Zentralstelle für :a»desstatistik. Prof. Böckh hat an seinem Jubiläumstage beim lMagistrat sein Entlassungsgesuch zum 1. Januar 1903 eingereicht. Gerichtssaal. 0 Gießen, 31. Okt. Schöffengericht. Gegen die Obsthändlerin, Witwe S. aus Gießen, war Strafbefehl ergangen, weil sie Sonntags nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr in der Bahnhosstraße Obst feügehalten hat. Gegen diesen Strafbefehl hat sie Einspruch erhoben, weil um diese Zeit Gottesdienst im Sinne des Gesetzes, auch nicht in der katholischen Kirche, abgehalten würde. Tas Ge- richt war nicht in der Lage, die letztere Frage sofort zu entscheiden, weshalb die Sache vertagt wurde. Aus die Entscheidung kann man gespannt sein, da sie für sämtliche an offenen Ständen ihre Waren feilbietenden Verkäufer von weittragender Bedeutung ist. — Der Russesteinmacher Daniel Sch. aus Burkardsfelden hat in der Erregung einem seiner Kameraden ein Bierglas, aus dem er gerade trinken wollte, an den Kopf geworfen. Hierfür erhält er 35 Mk. Geldstrafe. — Der Oekonom Pr. und dessen Knecht hatten sich wegen Tierquälerei zu verantworten. Sie sollen in überaus roher Weise ein am Zügel geführtes Pferd mit der Peitsche mißhandelt und ihm einen großen Stein in die Weichen geworfen Haden. Da dies durch Zeugen, welche dem Angeklagten darüber Vorwürfe gemacht hatten, nachgewiesen werden konnte, erging Urteil auf je zehn Tage Haft. — Der Former Gustav I. aus Magdeburg hatte aus Freude über feine Entlassung vorn Militär etliche Schoppen zu viel getrunken. Im Bahnhofsgebäude beleidigte er aus Hebermut die Beamten, schlug eine Fensterscheibe entzwei und leistete den Schutzleuten, die ihn verhaften wollten, tyätlichen Widerstand, sodaß er gefesselt auf die Arbeiterbewegung. Paris, 3. Nov. Die Delegierten der Bergarbeiter und Grubengesellschaften hielten gestern in Lille eine Versammlung ab. Die Gesellschaft des Nord-Departements erklärte sich im Prinzip mit dem Vorschläge alle strittigen Punkte einem Schiedsgericht zu unterbreiten, einverstanden. Ebenso soll die yrage der Lohn-Auszahlung durch ein Schiedsgericht beigelegt werden. Die Delegierten der Grubengesellschaften lehnten es jedoch ab, die Minimallohnfrage ebenfalls einem Schiedsgericht zu unterbreiten: Der Spruch des Schiedsgerichts soll unwideruflich sein. Carmaux, 3. November. Eine von etwa 3000 Arbeitern besuchte Versammlung beschloß gestern einstimmig die Fortsetzung des Ausstandes, nachdem ihnen die Antwort der Regierung auf das letzte Schreiben der Delegierten auf die Protestnote bekannt gegeben worden war. LenS, 3. Nov. Im Kohlenbecken von Pas de Calais ist vorgestern die Nacht sehr unruhig verlausen. Zahlreiche Patrouillen Ausständiger machten die Runde um die Gruben. An mehreren Stellen mußte die Kavallerie eingreifen, doch ist kein wirklich ernster Zwischenfall zu verzeichnen. Die Arbeit ist noch immer völlig eingestellt. Ealitälen KsWgm , wo übermorgen bie r ungaiifän Maler« Wev, /raiyöMen Qätte eröffnet mer> BeleuchtungHrM ns bie »atioi t vnMM schl! inem Saal, wo schor bet Paals, baruntc rt und drei st ar! > aus englischem tu» qweikamps wch 'M zu melden: De dein Referendar eroeofflzier -qen 1 Uhr morgens Stt eil „ atge ME», dS $■ d°s Sw« srKs wo im I-d-i SÄT»* rufen- ffgibunS- Tochter Sm St. 2re , obM ,rg verkE.-ch tuar. - aiWUm I7 kS» PK Efes# 6c« $ binn^ ö Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Brem en, 31. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampser „Frankfurt", Kapitän P. Albrecht, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Galveston angefonimcn. Bremen, 1. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampser „Willehad", Kapitän! E. Werner, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr mittags wohlbehalten in Balimore angekommen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Im gestrigen Eingesandt muß es im ersten Absatz heißen: Auf Grund dieser Anschauungen habe ich die betr. Mitteilungen gemacht, ohne hierbei einen freihändlerisch rc. Ter Schlußsatz war in dem Manuskript als Nachtrag geführt, hat also mit der Entgegnung auf das „Eingesandt" von Herrn Schiente nichts zu thun. Durch! Hinzusetzung kann der Anschein erweckt werden, als sei Herr Schiente als der anonyme ZeitungsAusender gemeint. Meinerseits ist dieses nicht bezweckt, denn ich habe die Ueberzeugung, daß Randbemerkungen, wie sie mir zugingen, nicht der Ansicht von Herrn Schiente entsprechen?) Pirr. Polizeiwache gebracht werden mußte. Heute erhält er wegen Ruhestörung eine Woche Haft, wegen Widerstands gegen die Staats« geroalt, Beleidigung und Sachbeschädigung eine Gesamtstrafe von 10 Wochen Gefängnis. — Sodann wurde der Taglöhner B. aus Gießen wegen Diebstahls und Hehlerei zum Nachteil des Eisen- bahnfiskus zu einer Gesamtstrafe von fünf Wochen, der Arbeiter Eufebio Maguani wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung, begangen an dem Gastwirt Dreher dahier, zu einer Gesamtstrafe von vier Wochen, die Dienstmagd Anna P. wegen Diebstahls von Kleidungsstücken und wegen Unterschlagung zu einer Gesamtstrafe, von gleichfalls vier Wochen Gefängnis verurteilt. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. Darmstadt, 4. Nov. Prinz Heinrich wird heute abend nach Kiel abreisen. Frankfurt, 4. Nov. Auf dem Bahnhof zu Vilb el wurde gestern abend 10 Uhr der 22 jährige Weißbinders Ickler aus Vilbel von einem Cisenbahnzuge überfahren und sofort getötet. Berlin, 4. Nov. Seitens der politischen Freunde des verstorbenen Abg. Rickert wird am Mittwoch abend im Künstlerhause eine Gedächtnisfeier veranstaltet werden, wobei der Reichstags-Abg. Schrader seinem langjährigen politischen und persönlichen Freunde einen Nachruf widmen wird. Wilhelmshaven, 4. Nov- Ein 22 jähriger junger Mann, der sich mit seiner 16jährigen Geliebten zusammengebunden hatte, stürzte sich in den Ems? Jade-Kanal. München, 4. Nov. Bei einer Konferenz des, Eisenbahnministers Budde mit dem bayrischen Ministerpräsidenten von Crailsheim soll die Erweiterung der Verkehrswege nach Norden, die über Bayern führen, besprochen und da Preußen jetzt bessere Bedingungen als früher gewährt, die Main-Kanalisiert ung von Offenbach bis Aschaffenburg im Priw-. zip feftgelegt sein. London, 4. Nov. Heber die Konferenz zwischen den Vertretern der Kolonien und der Reich s> regierung wird bekannt, daß Chamberlain bei der Eröffnung derselben die Ansicht aussprach, die Reichsfödera- tion auf politischem Gebiete liege in der ganzen Möglichkeit, die Forderung einer solchen Föderation müsse aber von den Kolonien ausgehen. Der Vorschlag, den Kolonien die Vertretung in beiden Häusern des Parlaments einzuräumen, würde die Regierung in günstigem Sinne erwägen, er halte indessen die Errichtung eines beratenden Ausschusses für das Reich für die geeignetste Form einer Vertretung der Kolonien. Earl of Selborne hielt in der Konferenz eine Rede über die maritime Verteidigung nrtb führte aus, daß im Falle eines Krieges die Flotte sich sofort konzentrieren werde, um die feindliche Flotte zu zerstören. Die maritime Verteidigung komme also gar nicht in Frage. Aden, 4. Nov. In Bata geht daS Gerücht, daß Truppen des Mullah einen englischen Posten in. der Nähe von Schotte überrumpelt und zahlreiche Kamele erbeutet haben. Es herrscht große Aufregung-, Wien, 4. Nov. Wie von informierter Seite nkitgeteiU wird, galt die Audienz, welche der Berliner Botschafter von Szögyeny beim Kaiser hatte hauptsächlich der Frage der Handelsverträge. Szögyeny sei der Ueberbringer sehr wichtiger Mitteilungen über Stand und Aussichten des deutschen Zolltarifs gewesen, welche dem Ministerpräsidenten von Körber und von Szell zur Richtschnur für ihr ferneres Verhalten dienen sollen. Infolge dieses Referats dürfte in den allernächsten Tagen ein entscheidender Schritt in den Ausgleichs-Verhandlungen erfolgen. Sofia, 4. Nov. Mehrere Blätter beschuldigen offen Zankoff und Lindstanoff als die intellektuellen Urheber der Ermordung Stambulo ffs und veröffentlichen die diesbezüglichen Briefe Lindskanoffs. Petersburg, 4. Nov. In einem Dorfe in der Nähe von Wologda hat eine 42jäbrige Bäuerin, die mit ihrem Schwager, ein Liebes-Verhäftnis unterhielt, ihre neun unehelichen Kinder unmittelbar nach der Geburt erdrosselt und vergraben. Sechs Kinderleichen wurden bisher aufgefunden. öat Großfürst Paul Rußland verlassen und sich Frau Pisbol- teto an trau en lassen. Daraus ist s. Z. das auch von uns Diedergegebene Gerücht entstanden, daß er aus Rußland entflohen fei. Er ist wohl nicht entflohen, wird aber k«um in die Heimat zurückkehren, da Zar Nikolaus die Genehmigung zu dieser Ehe seines Onkels nicht erteilt hat. Großfürst Paul hat mit dieser geheimen Ehe e igentlich das Beispiel seines Vaters, des Zaren Alexanders IL, nachgeahmt, der sich, wie erinnerlich, un- inittelbar nach dem Tode feiner Gattin mit der Fürstin Hnrewsky-Dolgoruky trauen ließ, um die drei Kinder zu legitimieren, welche fie ihm geboren hatte und die heute alb vollgiltige Kinder des Zaren angesehen und irn Hos- lalenber auch als solche verzeichnet werden. Wie Pariser glätter melden, weilt Großfürst Paul im Augenblick in fiaris. Er tritt dort nicht offiziell auf, während fein gleichfalls in der französischen Hauptstadt weilender Bruder, ^wßfürst Alexis, mit den offiziellen und gesellschaftlichen kieisen verkehrt. Großfürst Paul ist auf der Hochzeitsreise in Paris. Er besucht mit seiner jungen Frau die Theater und iLestauvants, unterhält sich bei den Rennen und auf den Lwmenaden des Bois de Bonlogne. Seine Gattin ist etwa 30 Jahre alt, mittelgroß, schlank. Ihr Gesicht verrät echt ss-wischen Typus; ohne schön zu sein, ist es doch, sehr inter- — DaS durch GerbardtS Tod erledigte zweite Ordinariat für innere Medizin an derBer 1 tner Hochschule hat, wie wir bereits meldeten, Prof. Dr. Friedrich Kraus, Direktor der medizinischen Klinik in Graz erhallen. Die Ernennung von Kraus ist insofern bemerkenswert, als er der erste Deulsch-Oesterreicher ist, der während der ganzen Zeit des Bestehens der Berliner Hochschule ein Ordinariat in der medizinischen Fakultät erhalten hat. Welche Gründe die Wahl der Universitätsverwaltung gerade auf ihn gelenkt haben, entzieht sich, wie wir in der ,Allg. med. Zentralztg." lesen, völlig der Beurteilung, indes Kraus zwar ein tüchtiger Kliniker und Gelehrter, aber schließlich doch nur unus de multis ist. Wenn seine Berufung darauf zurückgeführt wird, daß für die vakante Lehrkanzel ein Mann in den mittleren Lebensjahren gewonnen werden sollte, so haben wir in Deutschland zum wenigstens zwei Dutzend Kliniker von mindestens der gleichen Bedeutung, die sämtlich dieser Bedingung genügt hätten, wie z. B. Käst, Martins, v. Mering, Goldscheider, v. Noorden, Grawitz, Krehl, Romberg, His, Friedrich Müller, Sticker u. A. — Die „Bert. Korr." meldet: Prof. Kraus ist zum Professor an der Universität Berlin unter Verleihung des Charakters als Geh. Medizinalrat ernannt worden. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 3. Nov. Eine Anzahl von Interessenten beschloß heute, hier einen Verein deutscher Tuch- und Wollen- ivaren-Fabrikanten zu gründen. Die Ltadtgemeinde Nürnberg wird demnächst von der 1901 beschlossenen Anleihe von 40 Mill. Alk. weitere 8 Mill. Mk. ausgeben. Entschieden ist noch nicht, ob ein 37, oder 4 pCt. Anlehen gewählt wird. Die von der Deutschen Gasglühlicht-Aktieu-Gcsellschaft für das Jahr 1901/02 festgesetzte Dividende von 7 pCt. — 70 Mark pro Aktie, wird von jetzt ab ausgezahlt. Märkte. Gießen, l.Noo.Mark tbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Psd. 0,90—1,00 Mk., Hühnereier pr. St. 7—8 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneie O—OPfg., Käse vr. Stck. 5—9 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg. Linsenpr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,60—0,80SDlf., Hühner pr. St 1,00—1,30 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,50 M?., Enten pr. Stück 2,00—3,00 Mk., Gänse pr. Psd. 50—62 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—72 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,ob—5,00 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 3,30—3,50 Nck., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Psg. Trauben 00—00 Psg. Die Marktzeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzelt überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiesenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, feilgeboten werden. 47,56 Oesterr. Silberrente 101.30 456 Ungar. Goldrente . . 101.80 - ' ... 103.60 . . 50.45 . . 31.85 . . 28.75 . . 125.00 -Anl. 44.40 & August auf Befehl eines Unteroffiziers furchtbar mißhandelt, auf den Kasernenhof hinabäeworfen und in folg e- Lessen gestorben sei, erfährt die „Nationatztg.", daß an maßgebender Stelle von dem in der „Lstd. Volksztg." geschilderten Vorgänge nicht das Mindeste bekannt sei. Gemeldet i stlediglich, daß Daltrusch infolge eines Unglücks- ffalles Schädelbruch erlitten habe. Vor dem Sturz befand sich Baltrusch in angetrunkenem Zustande. Die „Nat.- Itg." hebt als auffallend hervor, daß die Witwe Baltrusch Lber den Vorfall fast ein Vierteljahr geschwiegen hat. Tas Blatt meldet ferner, daß die nötigen Untersuchungen seitens Ler maßgebenden Stellen bereits veranlaßt find. ♦ Wan erinnert sich des hübschen Schwankes bon Max Trey er ,^Jn Behandlung", in dem ein Arzt eine Aerztin streit. Tas hat fich jetzt in Wahrheit in einem schwäbischen Städtchen zugetragen. In Plienmgen verehelichte fich die Doch ter des dortigen Distriktsarztes, Dr. Sch eif fele, die nraktische Aerztin, Frl. Dr. med. Elise Scheiffele, mit dem ütalienischen Arzt Dr. med. Parlabo. Das Doktor-Ehepaar will fich in Palermo niederlassen. I*TieHeiratdesGroßsürstenPaulAlexan- browitfch. Eine auffällige Petersburger Meldung in rmserem gestrigen Blatte lautete, der Kommandeur des Uardekorvs, Generaladjutant Großfürst Paul Alexandro- witsch, sei aus dem Dienst verabschiedet worden. Der Kommentar zu dieser in so ungewöhnlicher Form voU- zzogenen Entlassung liegt jetzt vor. Wie nämlich aus Rom gemeldet wird, hat vor drei Wochen in Livorno die Ver- rnählung dieses Großfürsten, eines Bruders des verstorbenen ä Zaren Alexander III., mit der Gattin des Jngenieuroberften tu. Pistolkow stattgefunden. Ter Großfürst war mit der L891 verstorbenen Prinzessin Alexandra von Griechenland verheiratet und ist Vater zweier Kinder. Er felbst ist 1860 xeboren. Irn Sommer hat Frau v. Pistolkow die Scheidung Don ihrem Gatten und die Trennung der Ehe durchgefetzt. Ävoßfürst Paul versprach, die Tame nicht zu heiraten, ober g_ib wenigstens Ursache zur Voraussetzung, daß er diesen Schritt nicht unternehmen werde. In aller Stille nun Todes-Anzcrge. Kenn nach kurzem Leiden im Alter von 42 Jahren zu sich zu rufen. Die trauernde« Hinterbliebenen Lollar, den 3. November 1902. 04957 'Werb per sofort gesucht, iheres Wallchorstrave 4. Seltersweg 60, UL 7749 Gießen, den 3. 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Schulhause ab; in bringenden Fällen sind dieselben auch während der Unterrichtszeit m den Pausen zu sprechen. Der Rektor ist in der Regel gegen 12 Uhr in bem Stabtknabenschulhause — Zimmer Nr. 2 — zu sprechen, außerbem auch zu anbercr Zeit in bem Schulhause, tn welchem er gerabc aiiroefcnb ist. Gleichzeitig ersuchen wir alle Behörden, gegebenen Falls mit dem Rektor gefälligst ins Benehmen treten zu wollen. Gießen, beu 3. 9lopember 1902. 7748 Der Schulvorstand: Mecum. Gut. Schönes größeres Gut, eventl. mu Walb, zu taufen ober zu pacht, geiucht. AuSfiilvll Beichrelbung erbitte um. t*. I>. an die ^tnn.-Exped. v. ®. *- Daube 4 I 6».. »ranffort a. Ä. 7744 Elegant möbucrtco Zimmer mit Abendbrot zu mieten gesucht. Anträge unter Nr. 04939 an die Expedition dS. BlcrtteS. 1 bis 2 elegant möblierte Zimmer, ungeniert und ruhig, eovlll. mit Pension, von besserem Herrn zu mieten gesucht. Ausführliche Offerten unt. 9tr. 04958 an die Erpeduton b. Bl._______ ^tuSetu sucht Helles, ruhiges Zimmer. Gefl. 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Antreten präciS 8 Uhr abenM am Turmhaus. ',J* DaS Kommando.