75^ li°tW Samstag 4. OktoLee 1903 158. Jahrgang Viertes Blatt. Etablissement allerersten Ranges. 758 Und nicht berühmten Hof-Möbeifabrik und Kunstsehreinerei von Ludwig Alter in Darmstadt Plaudereien aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.). Zola und die Berliner. — Voltaire und Maupertuis und ihr Berliner Federkrieg vor 150 Jahren. Die betrübende .ftunöe von dem plötzlichen Hinscheiden war nicht gerade fein, als Voltaire die Urheberschaft der Herausgabe ableugnele. In dem Briese an Voltaire, der noch vorhanden ist, heißt cs: „Ich erstaune über Ihre Unverschämtheit. Nach allem, was Sie gethan haben, leugnen Sie noch, statt zu gestehen, daß Sie strafbar sind. Bilden Sie sich nickt ein, die Leute werden iich von Ihnen überreden lassen, schwarz sei weiß. Man sieht nicht immer, weil man nicht immer sehen will. Aber wenn Sie die Sache auf das Aeußerste treiben, so la'se ich alles drucken, und es wird sich zeigen, daß Sie, wenn Sie für Ihre Werke Statuen verdienten, für Ihr Betragen Ketten wert wären." Natürlich wußte der ebenso charakterlose und eitle Pam- phletist sich durch Schmeicheleien und Demütigungen die Verzeihung des großen Königs zu erlisten. Das aber konnte er doch nicht hindern, daß am heilegen Abend desselben Jahres seine Schmähschrift auf den öffentlichen Plätzen Berlins durch Henkershand dem Feuer überliefert wurde. Da Voltaire damals in der Nähe des Gendarmen- merttes — in der Taubenstraße — wohnte, so hatte er das süßsaure Vergnügen, das Auto da fe vom Fenster aus beobachten zu können. Eine oe- und wehmütige Erklärung in der ,Haude und Spener'schen Zeiiung vom 19. Januar 1753", „daß er keinen Anteil an den Schriften habe rc.", schloß die seltsame Affaire, die das damalige Berlin in nicht geringe Erregung versetzt hatte. Der gute Maupertuis aber hatte sich krank geärgert. Er verließ bald darauf Berlin und starb wenige Jahre danach zu Basel, ein Opfer jener bösen Sathre aus der Feder eines Mannes, der in mancher Beziehung interessante Vergleiche mit dem Heimgegangenen Zola herausfordert. In den Dienst dieser niederen Leidenschaften xI)at freilich der große Naturalist seine scharfe Feder nie gestellt. Nr. 833 «rschetut tLgllch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem vesfischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. NolattonSdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.Slein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Kdresse für Depeschen; Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Les berühmten Pariser Romanciers Emile Zola gab einen interessanten Maßstab für die Kenntnis der Werke dieses Sittenschilderers in den verschiedensten Schichten der Berliner Bevölkerung. Es ist merkwürdig, sie kennen ihn alle, Arbeiter und Börsenleute, Straßenvahnschaffner und Barbiere, von den „höheren Töchrern" gar nicht zu reden, etwa nur dem Namen nach und wegen seiner öffentlichen Anklage. „J'accuse" im Dreyfus- nein, sie haben ihn auch gelesen: „Mutter gut wie „Nana" und „Im Bauch von neuer Auslage gebracht hat. Aber Fontane ist ja kein Ausländer mehr! Man muß eben aus Norwegen oder Frankreich sein, wenn man in Deutschland gekannt sein will! Es gab eine Zeit, wo man Zola üorigens überall in Berlin gesehen haben wollte, wie vor kurzem die berühmten Humberts. Das war damals, als Zola der Treyfus-Affaire wegen seinem Vaterlande den Rücken gekehrt harte, und niemand wußte, wo er geblieben war. In Wirklichkeit ist er jedoch niemals an der Spree gewesen. Dagegen sind es in diesen Okrobertagen just 150 Jahre her, daß Voltaire, der in einer ähnlichen Prozeßsache ganz wie Zola ausgetreten war, in Berlin auf der Höhe königlicher Gunst stand und seinen berüchtigten Federkrieg gegen einen anderen Günstling des alten Fritz, den Präsidenten der damals gegründeten Akademie, Maupertuis, eröffnete, um diesen lächerlich zu machen und aus Berlin zu vertreiben. Dieser gelehrte französische Sonderling, dessen wissenschaftliche Bedeutung in der Feststellung der Abplattung der Erdpole besteht, hatte etliche wunderliche Projekte. Er wollte z. B. eine Stadt gründen, in der nur lateinisch gesprochen werden Zollte. Ferner machte er in allem Ernst den Vorschlag, die Aerzre nur dann zu bezahlen, wenn die behandelten Kranken wirklich gesund geworden wären. Auch suchte er Unterstützung für .einen Plan, ein Loch bis zum Mittelpunkt der Erde zu graben, um dort wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen zu können rc. Tas alles war Oel in das Feuer Volialr'schen Witzes, der sich denn auch die gute Geregenheii nicht entgehen ließ, den ehemaligen Freund der Lächerlicdi.nr prers- zugeben. Es erschien, gegen den ausdrnckl!a)en - dien des Königs, der das Manuskript allerdings init i.. m Vergnügen -g-elesen hatte, eine Schrift „H^.oire ; . -acteur Akatia, Medecin du Pape, et du ruttft de St. Mala , Die den armen Maupertuis mit Spott überhäufte. Der alte Fritz Geschäftsmann Namens A. E. Whitcomb seine frühere Haushälterin und deren Ehemann an ihrem Hochzeitstage erschossen und dann Selbstmord begangen. Die Erschossene hatte als verwitwete Frau Notter Mr. Whitcomb, einem Witwer, mehrere Jahre lang den Haushalt geführt. Whitcomb hatte sich in die Drame verliebt und ihr Herz und Hand angetragen, sie hatte ihn aber abgewiesen und war nach Battle Creek zurückgekehrt, um einem gewissen Sarnp- son, der auch schon des Ehestandes Freuden und Leiden kennen gelernt hatte, die Hand zu reichen. An dem Hochzeitstage erschien Whitcomb unvermutet in Battle Creek, zu spät, um die Trauung zu verhindern. Er begab sich nach der Wohnung des jungen Paares, und der erste, der ihm dort entgegentrat, war Sampson. Ohne ein Wort zu sprechen, zog Whitcomb den Revolver und feuerte. Tie Kugel traf Sampson ins Bein. Als dieser sich zur Flucht wandte, schoß Whircomb ihn in den Rücken und tötete ihn auf der Stelle. Dann drang er in das Zimmer, in dem Frau Sampson sich noch im Brautkleide befand, und erschoß sie eckensalls. Neben ihrer Leiche machte er dann seinem Leben ein Ende. Frau Sampson hinterläßt ein Kind erster Ehe und Sampson zwei, wahrend Whitcomb mehrere er- wachsene Kinder besaß. Hochfeine, stilvolle Einrichtungen | (SeridjisfofiL Berlin, 1. Okt. Ter frühere Wärter Kristen, welcher beschuldigt war, einen seiner Pflege Anvcrlrauten, den Kansmanu Both, in der städtischen Irrenanstalt d e r a r i mißhandelt zu haben, daß der Tod eintrat, wurde heute vom Schwurgericht beim Landgericht n zu 9 Monaten Gesang- n i s verurteilt. Am Morgen des 10. April hatte Voll; jein Bett verunreinigt. Der Angeklagte jagte aus, er habe ihm besohlen, auizustehen und nach dem Closet zu gehen, daum in der Zwischenzeit jein Lager mit reiner Wäsche versehen werden tonne. Both habe weder geantwortet noch Miene gemacht, auszustehen, woraus der Angeklagte ihn gepackt und zum Belt h i n a u s g e z o g e n habe. Tann hat er ihn vor sich hergeschoben nach dem Closet, drei oder vier Stöße mit der Faust gegen den Magen gegeben, sodaß Both den Halt verlor, hintenüber sank nnb gelungen war, sich zu setzen. Dann sei er zurückgegangen, um das Bett oes Kranken wieder Hermstellen. Nach etwa einer halben Stunde sei Both verstorben. Medizinalrat Dr. Pfleger giebt sein Gutachten dahin ab, daß er Schwellungen an den Schläfen wahrgenommen habe. Es sei anzunehmen, daß Schläge mit einem stumpfen Gegenstand die Blutergüsse hervorgerufen. Ter Tod sei dnrch eine Gehirnerschütterung eingetreten. — Der Heilbronner Gewerbebaukkrach vor Gericht. Am Mittwoch begannen vor dem Schwurgericht in Heilbronn die auf 10 Tage berechneten Verhandlungen gegen die Direktoren der Heilbronner Gewerbebank, Wilhelm Fuchs und Gotthilf Keefer, und ihren Prokuristen Eugen Krug. Am 13. September v. Js. hatte Direktor W. Fuchs in einer Generalversammlung dem Aufsichtsrat plötzlich erklärt, die Hälfte des Aktienkapitals fei verloren, sonst seien die Bestände intakt. Der Versuch einer Rettungsaktion mißglückte. Auch alle Anstrengungen, den Konkurs zu verhüten, waren vergeblich. Es stellte sich nämlich alsbald heraus, daß das gesamte Aktienkapital nebst dem buchmäßigen Reservefonds mit zusammen mehr als 31/? Millionen Mk. verbraucht und daß auch die Guthaben der Gläubiger angegriffen waren. Es erfolgte daraus die Verhaftung der drei Ang'ellagten, sodanndie Konkurseröffnung am 11. Oktober und die Einleitung des Strafverfahrens gegen die Schuldigen. Die Voruntersuchung erstreckte sich zunächst nur aus den Verdacht der Untreue und der Bilanzverschleierung; sie förderte indessen immer mehr Rechtswidrigkeiten zu Tage, wegen deren die Angeklagten sich jetzt zi> veraiitworlen haben. Sie haben ein starkes Jahr in Untersuchungshaft zugebracht. Die Verteidigung haben drei Stuttgarter übernommen, und zwar für Juchs Regiernngsrat Dr. Schmal, für Keefer Tr. Milczewski und für Krug Dr. Reis. Als Zeugen sind gegen 70 Personen geladen, zumeist geschädigte Aktionäre, die durch die Aussicht auf eine O’/.projentige Dividende verführt worden waren. — Des Gattcumoroes geständig und freigesprochcu. In Wien haben die Geschworenen in einem Mordprozeß ein Verdikt gefällt, das psychologisch wohl verständlich ist, aber m Oesterreich ungewöhnlich erscheinen muß. Ein wegen Gattenmordes angeklagter Handwerksmeister wurde trotz des Geständniffes, seine Ehe- sran getötet zu haben, gänzlich steigesprochen. Ter Angeklagte, em fleißiger, sparsamer Mensch, war 17 Jahre verheiratet, hatte drei Kinder und mußte eines Tages erfahren, daß seine Frau sich einem jungen Gesellen zugewendet habe. Er suchte sie aus den Weg zur Pflicht zurückzuführen, doch sie verlachte, verhöhnte, schlug ihn, setzte ihn bei jeder Gelegenheit vor ihrem Geliebten herab und wollte ihn schließlich aus dem Hause werfen. In dieser Situation befand sich der von seiner Frau gepeinigte Mann, als er in einem plötzlichen Anfall von Wut nach einer Hacke griff und die Fran, die ihn eben noch beschimpft hatte, niederschlug. Ter Angeklagte leugnete dies nicht. Tie bewegte Verhandlung entrollte die klägliche Rolle, die er feiner Frau und deren Liebhaber gegenüber gespielt hat. Tie Vernehmung des letzteren und sein Auftreten erregten den Unwillen der Geschworenen und des Publikums; dagegen bemächtigte sich große Rührung der Zuschauer, als die un- fchuldigen Kinder des Angeklagten im Saale erschienen. Dem Verdilt der Geschworenen und dem Freispruche folgten laute Kundgebungen des Beifalles, die der Präsident rügte; am Schluß der Verhandlung waren die Geschworenen Gegenstand von Ovationen, die namentlich von den Frauen im Zuschailerraume ausgingen. Dichte, preiswürdige, schöne, dauerhafte S ® N stelle man her aus den BbAho S ®ächten Andernachs Fahrt lüarta WÄwlIöl A sphaW- Steinpappen aus der Fabrik von A.^Af. Ändernd Ch in Beuelam Rheth . Rasier. Anlegung, beweise über Bewährung postfrei und umsonst Zu haben in Gießen auf dem Fabrillager bei Herrn Umil Horst, Riegelpfad. 170 Vari s". Die Triebfeder für diese Lektüre ist freilich leider bei den meisten nichts weiter als eine ungesunde Freude am Lüsternen. Tie wahren Absichten des großen Moralisten, der dem verdorbenen Paris sein abschreckendes Bild im Spiegel zeigen wollte, gehen die Tausende nichts an, die in den Riesenbazaren die ebenso billigen wie schlechten Uebersetzungen seiner Werke kaufen und daheim ver- schlingen. Ich machte mir das Vergnügen tit diesen Tagen, alle die klugschwatzenden Leute, die Zola gelesen hatten und sich natürlich mehr oder minder über die „unerhörten Szenen" in seinen Romanen entrüsteten, nach unserm lieben alten Fontane zu fragen, der den Märkern doch wahrhaftig ein gut Teil näher liegt als der unerbittliche Richter des modernen Frankreich — aber von Fontane wußten sie nichts, obwohl erst neulich die Pottasche Buchhandlung in Stuttgart einen seiner ck irren Romane „Un- wiederbrinalich!", auf den TageSbüHermarkt in Landwirtschaft. )( Atz bach, 2. Okt. Tie Vorbereitungen für die vom 4. bis 6. Okt. stattfindende Obst- und Gartenba u-Aus- ftellung werden eifrig betrieben. Seitens der Gemeinde ift das Rathaus zur Verfügung gestellt worden, dessen schöne, große Räume sich vortrefflich zu Ausstellungs- zwecken eignen. Tabakbau und Tabakernte. Tas 3. Viertel- jahrshest zur Statistik des Deutschen Reiches, Jahrgang 1902, bringt einen Nachweis über den Tabakbau und die Tabakernte des deutschen Zollgevietes im ^ahre 1901, wonach 120 490 Pflanzer eine Gesamtfläche von 16 903 Ha. mit Tabak bepflanzt (1900: 114650 Pflanzer, 14 751 Ha.) und 40013 Tonnen Tabak in dachreifem, trockenem Zustande, also durchschnittlich 2359 Kg. auf 1 Ha. geerntet haben (1900: 34 790 Tonnen, 2359 Kg. auf 1 Ha). Ter Durchschnittspreis für 1 D.-Z. dieser Ernte betrug 85,43 Mk. (1900: 89,13 Mk.) einschließlich der Steuer, sodaß der Gesamtwert der Tabakernte sich auf 34,2 Millionen Mk. (1900: 31,0 Millionen Mark) berechnet. Warnungl Die meisten Nachahmungen von Di. Hoirunela Raematogen werden, um das D. K. V. No, bi,Bat zu umgehen, mit Zuhiifeuanme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetberfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Rommel'8 Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säuge u de Löwin.“ 5410 Vermischtes. * Ein sensationeller Mord beschäftigt seit Sonntag N e w y o r k. Einer der bekanntesten Maschinen- fabrikanten der Stadt, Benjamin Krafft, wurde nachts in einem der berüchtigsten „Salons" Newyorks betäubt, enthauptet und sein Leichnam verbrannt. Krafft war keineswegs ein Gewohnheitsbesucher dieser Art Lokale. Tas „(Empire", wo er ermordet wurde, schloß scheinbar zur gewöhnlichen Polizeistunde, aber eine Anzahl Gäste blieb nn Lokal: drei bis vier Mädchen und zwei Student en, denen der Fabrikant, etwas angetrunken, Getränke spendierte. Alle diese sind verhaftet, ebenso wie das Personal. Gegen morgen erschien ein Ausschänker auf der nächsten Volizeistation und sagte aus, der Geschäftsleiter Kelly habe Krafft durch in seinen Wein gethane Drogen betäubt, um ihn zu berauben, dann sei der Bewußtlose zwei Treppen hinab in den untersten Keller des Hauses geschleppt und ihm dort der Kopf abgeschnitten worden. Man sei gerade im Begriff, die Leiche zu verbrennen, um die Spuren der That zu verwischen. Die Polizei sperrte sofort den Eingang zum Lokal, das mit stinkendem Qualm gefüllt war. Kelly that, als schftefe er. Im Keller fand man den brennenden Leichnam, löschte schnell das Feuer, fand aber den Kopf schon so verkohlt, daß der herbeigeholte 19jährige Sohn Kraffts den Vater nur noch an der goldenen Fassung seines falschen Gebisses itendifizieren konnte. Auch die Kleidungsstücke waren bereits verbrannt, der Körper stark versengt und teilweise verkohlt. In den Taschen der verhafteten drei Atänner wurden Kraffts Papiere gefunden. Die Angeklagten versuchen gegenseitig die Schuld von einander abzuwälzen, und klagen sich gegenseitig an. Der Hauptschuldige ist offenbar der Geschäftsführer Kelly, in welchem die Polizei einen der berüchtigsten Einbrecher und Straßenräuber erfanntc, der erst kürzlich aus dem Zucht- Hause von Sing Sing entlassen war. Die ganze Beute der Mörder bestand ans 50 Dollars. * Die That zwei.er Wilderer. Aus Salzburg wird berichtet: Ein wahrhaft barbarischer Vorfall hat sich auf dem 1900 Meter hohen Ameismoos bei Rad- stadt ereignet. Zwei Wilderer, Anton Brandstetter und Joseph Steinlechner, pürschten im Walde, wobei sie dem Wildhüter Franz Falb begegneten. Um einer Anzeige zu entgehen, üb er fielen die beiden Wilderer den unbewaffneten Wildhüter und schlugen mit ihren schweren, eisenbeschlagenen Bergstöcken auf ihn so lange los, bis er besinnungslos zusammenstürzte. Dann kniete der eine der beiden Wilderer, Brandstetter, auf die Brust des unglücklichen Opfers und versuchte, den Wildhüter zu erwürgen. Er scheint jedoch plötzlich anderen Sinnes geworden zu sein, denn er erhob sich wieder, um neuerdings auf Falb loszuschlagen. Schließlich packten die beiden Wilderer den Bedauernswerten bei den Füßen und schleiften ihn ungefähr 200 Mter weit über einen ft einigen Weg. Hier warfen sie den Mißhandelten in eine Boden- versenkung und Brandstetter versetzte chm abermals mehrere Hiebe auf den Kopf. Die Unmenschen hielten Falb für tot. Dieser aber hatte die Besinnung nicht verloren und besaß noch so viel Geistesgegenwart, um seine Peiniger in ihrem Glauben zu belassen. Die beiden Wilderer ließen nun von ihm ab, banden ihn jedoch mit einer Schnur an einen Baum. Hieraus entfernten sich die Wilderer. Unter unsäglichen Anstrengungen gelang es nun Falb, sich seiner Fesseln zu entledigen, und sich zu einem Berghäuschen zu schleppen, wo ihm Hilfe zuteil wurde. Der Gendarmerie und mehreren Jägern gelang es, die zwei Wilderer auszuforschen. Falb ist so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. * Am Hochzeitstage ermordet. In dem Städtchen Battle Creet im Staate Michigan hat ein Chicagoer Ä _ Bezugspreis: W ßW TJT O monatlich75P1., viertel- GiehenerAilzelgerW ” General-Anzeiger " ** "ES v w für denpolil. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW W geigenteil: Hans Beck. Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Haupt-Kollektion - WlM liesse« Unteri* Mrachl! MiW terstfe$ * iM ü®1 ^rUIM ujiv.* t.TM Halz. unb Würze, in, Maertnueu, ^en medizinischen vigftraße 55, Iiouis Treff <& Conap» Grösste Auswahl Wallthorstrasse 17. Tuch-Geschäft ZklkIkmeriiägs-MMillkv srdn Art. tcinbrcifunafifjincn Tie Schulleitung. Nächste Woche Jiohimri den 8. Oktober:UullUlllJ der Mk. 36 6364 Vorherige Anmeldungen, sowie Auskunft erteilt 6424 Darmstädter Pterde-Lotterie vervollständigter Neuester 1 LM nnr 1 Mark. Ziehvllg am 8. Situier. Plakat-Zahrplan (Ziehungsliste und Porto 20 Pfg.) 6668 die Die Schulkommisfion. 6622 Emil Pistor Nchf„ Giessen Kaufmännische Fachschule I. II. III. Moilellhüte 5 3.50 3.50 6.50 12.— A. C. Müller, Lauggöns. Aug. Seibert, Wieseok. W. Brück, Wiesmar. Aupferkessel. KisschränKe. Der Aufsichtsrat. Heyligenstädt. Gebr. Adami, Mäusburg. Jao. Friesleben, Bahnhofstr. H. Belloff II., Alice Strasse. W. Möser, äeltersweg. Ferdinand Zimmer, Lieh. Kartenmöbel. Bügeleisen. Schneider-Kursus Bügeln und Kunstwäscherci Kochkurs, 50 Vormittage Weiß- und Buntstickcn Stuhlstechtrohr. Mangen. 1 Monat Jl 2 Vs Monat JC 16.— 20.— 12.— Brandmalerei, Schnitzerei, Lcderarbeiten Buchführung Schreibmaschine o Monat 50.— 30.— 30.— 15.— 15.— 20.— 10.— Niederlagen bei. 11 Konsum-Halle, Hcncbelbeim. Fahrzeiten der Vreberthalbabn zum Preife von 20 pfg. in der Expedition der Gießener Anzeigers vorrätig. — Per Fahrplan kann auch durch die Austräger des Gießener Anzeigers bezogen werden. (Staatlich anerkannte Unterrichtsanstalt.) Montag, den 6. Oktober, abends 8 Uhr beginnt an unserer Schule der Stenographie-Unterricht und zwar ein Kursus für Anfänger und ein Fortbildungs-Kursus. Schulgeld beträgt 6 Mk. Gleichzeitig soll an demselben Tage ein neuer Schrcibmaschinen-Kursus eröffnet werden. Schulgeld beträgt 10 Mk. Außerdem wird in diesem Winter — beginnend Dienstag, den 7. Oktober, abends 9 Uhr — wieder cm BortragS-KursuS in einfacher und doppelter Bnchführung abgehalten, woran Kominis, selbständige Kaufleute und Herren an§ anderen Bcrufsarten teilnehmcn können. Schulgeld beträgt 10 Mk. 6621 Anmeldungen zu ad. I, II und III können täglich Ernst Muth, Brod- und Feinbäckerei, Ludwigftraße 44. sowie sämtliche Neuheiten der Saison in Damen-, Mädchen- und Äuabcnhütcn, Hntfournituren, Federn, Bändern, Stoffen sind in großer Auswahl emgetroffen. A. Fangmann, 29. nachmittags von 1 bis 2 Uhr in unserer Schule — Nord- anlagc 15 — erfolgen.Die Schulkommission. Ich war kahl. eil ich kahl war. kam ich tv veiitz darf Rkceptkl zar Hcdiellaag dott echten Haar- wnch»«ittrl». Md» Haar woch« so, wie tl jetzt ist, tu ungdäbt *0 Tatzen. Haoberl aibert Lhollche FLlle. Ich verkaufe biesrtz oorzögliche Präparat. Ziuo Bersach seid« ich Ihnen r'me Dose bi lad gegen Eiosendoog een 20 Pfg. in Sndmarfen. versuchen 6U es, wie ich, imb über,engen €U sich. Lchrdb« Eie bitte unter «ngabe diese« Blatte« a J. Craven-Burleigh, Berlin SW. 375 Leipzigers^. 84. 8.— 8.— Homburg v. d. II. Cognac „Greil aal Globus" 7, Fl. JL 1.80, Z.-tO, 3. 4 , 5, n- verhältnismässig. Litern. JL 1 80 a. 2.—. Gegründet 1843. Cognac aus französ. Wein gebrannt V, Fl. JL 8—. 4—, 5.— Vr u. 1 \ Fl. verhältnismässig. Großh. Gewerbeschule Gießen. Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großherzoglicher Lcntralstelle für die Gewerbe stehenden Gewerbeschule — mit Fachunterricht für die später abzulegenden Meisterprüfungen — beginnt am 13. Oktober d. IS. und schließt Ende März k. I. Nähere Auskunft über Programm, Lehr- und Stundenplan durch die Schulleitung. Anmeldungen haben schriftlich zu geschehen und sind Zeugnisse über die erforderliche Vorbildung beizufügen. Gießen, am 24. September 1902. 6868 Alice - Schule Hießen, Kessen. Beginn der Winter-Kurse: 13. Oktober 1902. Aufnahme der Schülerinnnen: 10. Oktober, morgens 10 Uhr, im Schullokal. Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen Weißnähen, Hand nnb Maschine Hbst- u. Hartenöcm-Ausstellung veranstaltet vom Obst- und Gartenbaiwerein für den Kreis Wetzlar vom 4, bi d (>. Oktober 190?) im Rathausc in -ltzbach. Die ZluSstellung ist geöffnet am Samstag dem 4. Oktober, von 2—6 Uhr nachmittag?, am Sonntag dem 5. Oktober, von 11—6 Uhr, am Montag dem 6. Oktober, von 9—6 Uhr. Eintritt ä Persou 20 Pfg. Zu regem Besuche ladet ein 6873 Die AuSstcllnngS-Kommissiou. Für den Vorstand: Die Oberlehrerin: Frau B. Gebhardt. Fräul. L. Möser, Gartenstr. 30. Wagen und Gewichte. Leitern. Lbstpresseu. Fleischhackmaschineu. Einmachebüchsen. ^Urinotrhanf in la. Portlaud-(5cmcnt pop vylherhiß 4 für Straßen- und Eisenbahn-Schotter, besonders krästtg gebaut. Brut Silklßor-Kchratmühltt für Landwirtschaft und Industrie. Krcelfior-^oö- und Kerbstoff-Wüölen Patent-Kugelmühlen nut stetiger Ein- und Austragung für Farbstoffe, gebrannten Kalk, Ziegelbrocken, Phosphate, Ton rc. 1 eleganter Wagen, Zweispänner, mit 2 Pferden und lompL Geschirr i. W. von Mk. 6000.— 1 Reitpferd mit Sattel und Zaum i. W. von ca. Mk. 2000.— 1 Stuhlwageu mit 1 Pferd u. Geschirr L W. v. ca. 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Das Schulgeld beträgt für alle Lehrfächer — einfache Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Wechsellehre und Schönschreiben — zusammen 20 Mk. Außerdem ist auch Gelegenheit geboten, Maschinenschreiben zu erlernen, ivofür pro Kursus 10 Mk. zu zahlen sind. Anmeldungen können täglich nachmittags von 1 bis 2 Uhr in unserer Schule — Nordanlage 15 — erfolgen. Arelsdüchrr loflctwrei. Fried. Krupp Grusonwerk, Magdebnrg-Buckau. Vertreter: Carl Daub, Betzdorf a. Sieg. enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Gießen, Frankfurt a. M., Lasset, Marburg, Friedberg, Lollar, Londorf, Fronhausen, Wetzlar, Loblenz, Löln, Fulda, Alsfeld, Grünberg, Gelnhausen, Nidda, Schotten, Hungen, Laubach, Lich, Stockheim und Gedern ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge, sowie Durch Gegenwärtiges mache ich meine werte Kundschaft darauf aufmerksam, daß von heute ab mein Geschäft sonntags nur noch bis 2 Uhr nachmittags gröünet ist und bitte ich, die Einkäufe bis dahin zu erledigen. 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