Nr. 307 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 4. September 1902 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilten- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Üntvers.-Buch- u.Stein- druckeretlPietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, monatlich 75Ps^ viertelt jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel* jährt ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittag- 10 Uhr, ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: 1 für den volit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Sanb* und .Gerichtssaal': (5urI Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Kie heutige Kammer umfaßt 8 Seiten. An neuesten Meldungen über die Fleischteueruna liefen folgende vor: Berlin, 3. Sept. Tie alte Linke, die neue AJinfe und dne freie Fraktion Mommsen unterbreiten der Stadtverordnetenversammlung folgenden dringlichen Antrag: Mit Rücksicht auf die durch die Hemmung der Einfuhr entstandene, die Berliner Bevölkerung und namentlich die minderbemittelten Klassen der- elbcn in ihrer Ernährung schwer schädigende Fleischteuerung ersucht die Versammlung den Magistrat in Gemein- chaft mit ihr bei den zuständigen Reichs- und Landesbehörden auf Beseitigung der Einfuhrverbote vorstellig zu werden. — Gegen die Fleischnot in Mitteldeutschland werden die größeren Städte Sachsens und Thüringens Milte dieses Monats gemeinsam bei den Reichs- und Landesbehörden Schritte unternehmen. T a r m st a d t, 3. Sept. Auch die hiesige Stadtverwaltung wird sich dem Vorgehen anderer Städte wegen der hohen Fleischpreife anschliefzen und hat die Stadtverord- Zur Aleijchteuerung Tie städtischen Körperschaften von Königsberg i. Pr. hatten eine Bittschrift an die preuß. Staatsregierung gerichtet, allwöchentlich die russische Grenze für die Einfuhr von 1000 Schweinen zu öffnen. Tie Petition wurde ab sch täglich beschiedcn. Aus der von dem Landwirtschaftsminister v. Podbielski beigcfügten Begründung heben wir, nach Mitteilungen aus KöniAberg, folgendes heraus: „Tie Preise für lebende Schweine sind zwar in ganz Teutschland aus den verschiedensten Gründen gestiegen, ich vermag aber nicht anzuerkennen, daß dadurch eine derartige Beeinträchtigung des Nahrungsstandes der hauptsächlich auf den Genuß von Schweinefleisch angewiesenen Bevölkerungsklassen herbeigeführt worden ist, daß vor der Befriedigung dieses Bedürfnisses die Sorge für die Gesunderhaltung der heimischen Viehbestände zurücktreten müßte. In den letzten Monaten sind die Schweinepreise auch bereits erheblich heruntergegangen. Es ist zu erwarten, daß sie infolge der vermehrten Schweinehaltung in nicht ferner Zeit wieder einen normalen Stand erreichen werden." Zum Schlüsse verweist der Minister auf den Unterschied der Untersuchungsgebühren für auf dem Königsberger Schlachthof geschlachtete Schweine (75 Pfg.) und für die Untersuchung eines auswärts geschlachteten Schweines (2 Mk.). Tie Steigerung der Gebühr für das auswärts geschlachtete Fleisch bis fast auf den dreifachen Betrag der Gebühr für Schlachthausfleisch überschreite offenbar das gesetzlich zulässige Maß. Eine Herabsetzung der Gebühren werde auf die Zufuhr auswärtigen Fleisches nicht ohne Einfluß bleiben. Ter Minister schließt: „Es muß jedenfalls der Versuch gemacht werden, auf diesem Wege dem Mangel an Schweinefleisch abzuhelfen, ehe der nur unter Hintansetzung wichtiger Interessen der deutschen Landwirtschaft möglichen Zulassung von Schweinen aus Rußland näher getreten werden kann." Dazu wird von freisinniger Seite bemerkt: Seit dem 1. Juli, dem Tage der Ablehnung der Pe» tition der Königsberger Bürgervertretung, ist das Schweinefleisch mct)t im Preise gesunken. Tie Tifferenz der Untersuchungsgebühr für Schweine, die auf dem dortigen Viehhof geschlachtet werden, und für die, welche auswärts geschlachtet zur Untersuchung gelangen, beträgt 1.25 Mk. „Zur Parade des 5. Armeekorps sind mit Genehmigung des Kaisers von Rußland der Generalgouverneur von Warschau und Teputationen der Regimenter erschienen, von denen ich Chef bin. Ich begrüße die Herren von Herzen und gebe der Freude Ausdruck, daß dieselben am heutigen Tage erschienen sind, dadurch, daß ich Sie auffordere, mit mir auf das Wohl des obersten Kriegsherrn der mit uns in treuer Waffenbrüderschaft verbundenen russischen Armee, Seiner Majestät des Kaisers Nikolaus zu trinken. Hurra, Hurra, §urra!" Die Musik spielte die russische Hymne. — Im weiteren Verlaufe des Mahles erhob sich der Kaiser zu folgendem Trinkspruch: „Dem 5. Armeekorps spreche ich zum heutigen Tage von ganzem Herzen meinen Glückwunsch aus, es hat bei der Parabe eine Probe auf seine Entwickelung im Frieden gegeben. Ich kann wohl sagen, daß, als die Reihen der Regimenter an mir vorbeizogen, mir die Geschichte des Korps wieder lebhaft vor Augen getreten ist. In ernsten Zeiten haben die gelben Achselklappen sich bewährt. Vor allen Tingeu ist mir dabei das Bild meines unvergeßlichen Herrn Vaters wieder vor Augen getreten. Ich glaube nicht, zuviel zu sagen, wenn ich dem Korps mit einen Teil des Verdienstes zuschreibe, daß es in den Kriegen, wo es unter dem Oberbefehl meines Vaters gefochten, durch seine tapfere Haltung mit dazu gewirkt bat, daß er sich den Marschallstab erwerben konnte. Niemand, in dessen Busen ein Preußenherz schlägt, wird der Königsgrenadiere vergessen, niemand wird vergessen den Moment, als frer Kronprinz auf dem Gaisberge den sterbenden Kaisenberg in seinen Armen hielt. Ich würde aber bei dem Trink-pruch auf das Armeekorps nur zur Hälfte seinen Leistungen gerecht werden, wenn ich nicht zugleich an das andere Armeekorps dächte, was heute im schwarzen Rock, den Hut in der Hand, mit seinen Fahnen vor uns stand, an die 8000 Krieger, die an der Straße aufmarschiert standen. Auch sie haben zu. meiner Seele gesprochen. Es reihte sich dort Kreuz an Kreuz, Schnalle an Schnalle; das sind die Leute, welche die Geschichte des Korps geschrieben, die mitgeholfen haben, unser Vaterland zu einigen, das sind die Kämpfer, die meinem .Vater in die blauen Augen geschaut haben, als sie ihm den Sieg erfochten. In den Glückwunsch an mein Korps möchte ich daher auch die Freude mischen über die vorzügliche tadellose Haltung der Kriegervereine, die ich heute gesehen habe. Mögen diese Leute den jungen Soldaten als Vorbilder dienen, daß der alte Geist jener Kriegskameraden sich immerdar bewähren möge. Ich trinke auf das Wohl des 5. Korps. Hurra, Hurra, Hurra!" Tie Musik spielte den York'schen Marsch. General von Stülpnagel erwiderte mit einem Hoch aus den Kaiser. Ter Kaiser übergab dem neuen Provinzial-Museum in Posen die Statuen Friedrichs des Großen und Friedrich Wilhelms II. aus der Berliner Siegesallee im Gyps-Abguß als Geschenk. Tie Statuen sind im Vorhofe des Provinzial-Museums bereits auf gestellt. Tie Illumination der Stadt am Abend war allgemein. Bon öffentlichen Gebäuden prangten int herrlichsten Schmuck das erzbischöfliche Palais, das Priesterseminar und sämtliche Häuser der Domherren. Tie Anfahrt und Abfahrt nach und von dem Museum veranlaßte stürmische Kundgebungen. Vorder Wohnung des Kaiserpaares waren viele Tausende versammelt, die diem Konzerte zuhörten und in den Pausen lebhafte Huldigungen darbrachten. Um halb 10 Uhr war Zapfenstreich. * * rieten zur Stellungnahme veranlaßt. Offenbach a. M., 3. Sept. Eine von ca. 3000 Personen besuchte Volksversammlung im Saalbau, in der Redakteur Philipp Scheidemann referierte, nahm gestern abend einstimmig eine Resolution an den Reichskanzler und die hessische Regierung an, morm ersucht wird, beim Bundesrar auf schleunigste Oeffnung der Reichsgrenzen für die ungehinderte Einfuhr von lebendem Schlachtvieh mit aller Energie hinwirken zu wollen, damit der Fleisch- not gesteuert werde. M a i n z, 3. Sept.^ Auf Anlaß des Oberbürgermeisters Tr. Gaßner hat die Stadtverordnetenversammlung zur Fleischteuerung einstimmig beschlossen, zur Linderung der bestehenden Notlage bei der hessischen Regierung und beim Bundesrat dahin vorstellig zu werden, daß die ausreichende und dauernde Versorgung der deutschen Märkte mit -Lchlachtvieh mit allen Mitteln gesichert wird, wozu man die Beseitigung frer Einfuhrbeschränkungen und die Oessnung der Grenzen für allein geeignet erachte. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, das L t l roi auf lebendes Vieh und Fleischwaren vorläufig zu f i ft i e r e il- wurde dem Finanzausschuß überwiesen. Die Kenner der Posener Verhältnisse urteilen übereinstimmend, daß der Kaiser der Bevölkerung der Provinzialhauptstadt Posen kein schöneres und mehr willkommenes Geschenk machen konnte, als es durch die Aufhebung des Ravongesetzes geschehen ist. Tie Posener können sich zu der schnellen Lösung der Rayonfrage in der Thal beglückwünschen. Andere Festungen im Reiche, deren Entwicklung als Stadt unter dem Einfluß der strengen Rayongesetz-Bestimmungen offensichtlich gehemmt wurde, mußten oft jahrelange Verhandlungen mit der Militärverwaltung ühren, ehe, selbst wenn bei letzterer grundsätzliche Geneigtheit für die Aufhebung der Rayonbeschränkungen bestand, eine Einigung bezüglich des Preises der vom Fiskus aufzulassenden Terrains erzielt wurde. Man kann es ja der Militärverwaltung nicht verdenken, daß sie auf Preise hält, und diese kommen schließlich auch den Bürgern von Reichs wegen wieder zu gute, indem die Einnahme-Positionen des Reichshaushaltsetats dadurch eine Erhöhung erfuhren, Geldorderungen für Militärzwecke also zum entsprechenden Belage rechnungsmäßig beglichen werden können. Toch die nächste und bedeutendere Wirkung solcher Preisforderungen eitens der Militärverwaltung ist eine in sozialer Hin- icht ungünstige: die oft dringend gebotene Besserung der Wohnnngsverhültnisse der betreffenden Festungstadt durch Erschließung neuer Bebauungsflächen und Errichtung moderner Häuser verzögert sich. Vielleia)t giebt der Posener Fall Veranlassung, daß die Militärverwaltungen ich bestreben, aus eine möglichst schnelle Erledigung solcher Verhandlungen mit kommunalen Behörden hinzuarbeiten^ Zu der heutigen Frühstückstafel bei dem kaiserlichen Paare im Generalkommando waren außer der im Hause wohnenden Umgebung der Kronprinz, sowie General v. Stülpnagel mit Gemahlin und Tochter geladen. Am Nachmittag fand bei der Kaiserin großer Empfang der Damen und Herren der Gesellschaft statt, hierauf Empfang der Generalität beim Kaiser, zu dem auch der Warschauer Generalgouverneur Tscher tkoff sowie das Offizierkorps seiner beiden russischen Regimenter erschienen. Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit mit jedem einzelnen der Herren und richtete schließlich an diese folgende Ansprache: „Ehe ich von Ihnen, meine Herren, Abschied nehme, drängt es mich. Ihnen meine Freude auszusprechen, die Offizierkorps zweier meiner russifchen Regimenter, deren Uniform ichmitStolz trage, in Posen bei unserer Parade habe begrüßen zu können. Ihre Anwesenheit verdanke ich der Güte Sr. Maj. des Kaisers Nikolaus, welcher mir bei meinem Besuch in Reval freudige Zustimmung zu Ihrer Einladung gewährte. Ihre Anwesenheit in Posen bedeutet nicht nur einen Besuch der Offiziere meiner schönen russischen Regimenter, sondern ist auch ein Beweis der alten Waffenbrüderschaft, welche seit einem Jahrhundert unsere Heere miteinander verbündet, und daß dieselbe noch lebend ist. Das mögen noch zwer Dhatsachen erläutern. Am Tage Ihrer Ankunft habe ich das Rayongesetz für Posen auf gehoben, wodurch eine friedliche Entwickelung der alten Festungs- stadt ermöglicht wird, zum anderen habe ich die Ehre, heute zum ersten Male vor den Offizieren meiner beiden russischen Regimenter die Schnüre an legen zu können, welche Seine Majestät der Kaiser Nikolaus mit mir als Zeichen unserer persönlichen Freundschaft auSgetauscht hat. Sie sollen, nach den eigenen Worten Ihres allerhöchsten Herrn, ein Glied in der festen Kette dar st eilen, welche unsbeide in treuer Freund schaftum- schlingt. Gott gebe seinen Segen dazu, daß es immer jo bleibe." Ter Kaiser verlieh dem russischen Generalgouverneur T s ch e r t f o f f den Schwarzen Adlerorden und dem Generalmajor Becker, Kommandeur des Petersburger Leibgarde-Infanterieregiments König-Friedrich Wilhelm III., den Kronenorden 2 .Klasse mit Litern. Prinz Ludwig von Bayern besuchte heute nachmittag den Reichskanzler, der am Vormittag dem kommandierenden General, dem Erzbischof v. Stablewski, dem Generalsuperintendenten, Oberbürgermeister Witting, jowie dem Landtagsmarschall Frhrn. o. Wilamowitz-Möllen- dorf und Landeshauptmann v. Tziembowski Besuche ab- gestattet hatte. Heute abend 7 Uhr fand in den Räumen des Provinzialmuseums Paradediner statt. Tabei saß der Kaiser rechts von der Kaiserin, gegenüber saß General v. Stülp- nagel, rechts vorn Kaiser folgten an der Haupttafel der Kronprinz, Gräfin Brockdorf, Prinz Friedrich Leopold, Reichskanzler Graf Bülow, der russische Gras Tscherttosf, Generaloberst v. Höhnte, Graf. .Schliessen, links, von dar , Kaiserin Prinz Ludwig von Bayern, Fräulein v. Gersdorff, Prinz Albrecht, Gräfin v. Stolberg-Wernigerode, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, Fürst Radolin und General Edler von b er Planitz. General v. Stülpnagel saß zwischen dem Generalleutnant v. Eichhorn und General Richter rechts!und dem Generalleutnant Siemens und Generalmajor Hesse links. An der Tafel nahmen ferner die hier weilende Umgebung, die russischen Offiziere, Kriegsminister u. a. teil. Beim Paradediner brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch auf den Kais er von Rußland aus: und auch das sozialpolitische Moment im Auge behalten. Tie die hohe Politik behandelnden neuesten Kaiser reden werden ihre günstige und erfreuliche Wirkung im In- und Auslande nicht verfehlen. Ter „Germania" wird von angeblich maßgebendsterSeite mitgeteilt, daß es er ft in letzter Stunde gelungen ist, den Kaiser zu dem Entschlüsse betreffs der Niederlegung der Wälle in Posen zu b estimmen. Es sei dies ein Berdienst des Oberbürgermeisters Witting, der seinen ganzen Einfluß in dieser Richtung verwandte. Tas „Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht eine Ordre an das Kriegsminister ium, datiert Posen, 3. September/ die folgendermaßen lautet: Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich: die Stadtumwallung von Posen auf dem linken Wartheufer einschließlich des Forts Hake, wird aufgelassen. Tas Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlassen. Aas Kaiserpaar in Kosen. IL Posen, 3. September. Das Kaiserpaar traf kurz vor 9 Uhr auf dem Parade seid bei Lawiea ein. Die Kaiserin, in der Uniform ihres Kürassierregiments, stieg zu Pferde, der Kaiser ritt mit den Fabnen vor die Front der Parade, wo General v. Stülpnagel den Fronttapport meldete. Der Kaiser übergab mit einer Ansprach e den Obersten der Regimenter die neuen Fahnen. Alsdann ritten der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Albrecht von Preußen, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Prinz Ludwig von Bayern. Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein, sowie der Gouverneur von Warschau, General Tschertkoff die Front ab. Es fand zweimaliger ÄÄrbei- marsch statt. Der Kaiser führte beide Male das 7. Königs- Grenadierregiment vor. Prinz Ludwig von Bayern fein 47. Regiment. Von nicht zum Korps gehörenden Truppenteilen nahmen die Danziger Totenkopf-Brigade, die Rati- borer Manen und die Leobschützer grünen Husaren an ihr teil. Die Kaiserin blieb während der ganzen Parade zu Pferde. Prinz Ludwig von Bayern war zumeist in Gesellschaft des Kronprinzen und des Herzogs Ernst Günther, mit denen er sich angelegentlichst unterhielt. In militärischer Hinsicht war dre Truppenschau insofern bemerkenswert, als auch die neuen seit 1897 bestehenden Regimenter diesmal in der Ausstellung zu drei Bataillonen erschienen und ferner dem Armeekorps eine Maschinengewehr-Abteilung gugeteilt war. Die Parade befehligte der kommandierende General v. Stülpnagel, neben welchem der Ches des Generalstabes des 5. Armeekorps, v. Kurowski, hiett. Die Haltung der Regimenter war durchweg tadellos. Am Schlüsse war die Staubentwickelung ziemlich arg. Die Kaiserin ritt, bevor sie zur Stadt zurückkehrte, die Front der Kriegervereine, der Kaiser die der Totenkopf-Brigade ab. Tie polizeilichen Anordnungen betreffend den Verkehr waren muft er gütig. Nach der Parade des fünften Armeekorps und der Kavalleriedivision B kehrte das Kaiserpaar, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt, nach der Stadt zurück, die Kaiserin zu Wagen mit einer Eskorte, der Kaiser wiederum an der Spitze der Fahnenkompagnie. Tie Schulen und Vereine bildeten Spalier. Kurz nach iy4 Uhr traf der Kaiser vor dem Generalkommando ein. z i al d e m o kr ati e gegenüber den Konsumvereinen em* nimmt. Der Bericht schließt mit der Mitteilung, daß dem Allgemeinen Verbände angehören: 904 Kreditgenossenschaften, 23 Handwerkergenossenschaften, 15 Produklivgenosfenschaf- ten, 638 Konsumvereine, 171 Baugenossenschaften. Die Gesamtzahl der Mitglieder beträgt bei 1749 Genossenschaften 1 207 573. Heute nachmittag begann die Versammlung der Delegierten der deutschen Genossenschaften, in Lachen der Deutschen Genossenschaftsbank. Auf Vorschlag des Anwalts Tr. Crüger wurde Verbandsdirektor Tr. Feld- heim-Burg zum Vorsitzenden gewählt. Dr- Crüger bemerkte danach: Cs sei die Frage aufgeworfen worden, weshalb der Rechenschaftsbericht der Deutschen Genossenschaftsbank noch vor dem Genossenschaftslage veröffentlicht worden sei. Tie Veröffentlichung sei nötig gewesen, um jedem Vorwurf zu begegnen, man wollte alles verheimlichen. Jedenfalls fei kein Grund vorhanden, die bekla- genswerlen Vorkommnisse eine Katastrophe, einen Zusammenbruch zu nennen. Er sei erst 1898 in den Aussichtsrat getreten. Bled, Dr. S^Lider zijkv,. [eien sämtlich erst seit — Nach dem vom Admiral Taylor ausaearbeiteten Plane zurVerstärkungdernordamerikanifchen Kriegsflotte soll deren Bemannung in der Zeit bis zum 1. April 1904 um 22500 Mann vermehrt werden. Tie Gesamtstärke der Marinetruppen würde damit auf 47 000 Mann erhöht werden. 43. Henoffeuschaststag. Kreuznach, 2. Sept- -Zu dem heute abend beginnenden 43. Genossenschaftstage des Allgemeinen Verbandes der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen- chaften sind etwa 700 Delegierte von Borschußvereinen, Landwirtschaftsbanken, Volksbanken, Großeinkaufsgenossen- 'chaften, Rohstoff-Produktiv-, Baugenossenschaften, Eften- bahnbauvereinen und Konsumvereinen aus allen Teilen Deutschlands anwesend. Es sind außerdem durch T-elegierte vertreten: die Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, sZarisius L Co., Kommanditgesellschaft auf Attien (Berlin) und die Zentralgenossenschast ostpreußischer landwirtschaftlicher Genossenschaften (Insterburg). In dem von dem Anwalt Aüg. Tr- Crüger verfaßten Geschäftsbericht heißt es u. a.: Tie Jahre 1889 und 1895 bedeuten einen Wendepunkt in der Geschichte des deut- chen Genossenschaftswesens. Heute besteht in einzelnen Gebieten ein Gewirr von Zentral-Genossenschaften und Zentral-Gesellschaften, in dem sich weder die beteiligten Mitglieder noch die Gläubiger zurecht finden können. Es herrschen Zu stände, daß eine amtliche Unter- uchung geboten erscheint. Tie gewichtigsten Bedenken müs;en sich geltend machen, wenn unter solchen Verhältnissen sich Zentralkassen noch zu einer — Reichs- genossenscyaftskaise einigen sollten. Tie staatliche Förderung des Genossenschaftswesens hat zum Teil nicht bloß zu einer treibhausartigen Entwickelung geführt, wobei vielfach Genossenschaften gegründet worden sind ohne Existenzberechtigung, ohne Prüfung, ob die geeigneten Personen für die Leitung vorhanden ftnd^— sie hat auch eine Gegnerschaft gegen die Bethätigung zur Selbsthilfe herausgebildet. „Selbsthilfe ergänzt dutch Staatshilfe" war die wirtschaftliche Weisheit, mit der das moderne Genossenschaftswesen in Szene gesetzt wurde. Tie Genossenschaften sind Schöpfungen der Selbsthilfe, und in den Kreisen der Landwirtschaft und des Handwerks werden heute die Männer, die durch Jahrzehnte ihre ganze Arbeit in den Dienst des Genossenschaftswesens gestellt, die das genossenschaftliche Gebäude ausgebaut haben, aufs lebhafteste bekämpft, weil sie die Selbsthilfe vertreten. Tie Genossenschaft soll ihren Mitgliedern die Beschaffung der Lebensmittel erleichtern, sie soll den Gewerbetreibenden aller Art die Produktionsbedingungen günstiger gestalten, doch fremd ist cs der Genossenschaft nach ihrer ganzen wirtschaftlichen Natur, einen Einfluß zu gewinnen aus die Preisfestsetzung oder die Beschränkung der Produktion, wie sie Zwecke der Kartellbildung sind. Deshalb müssen auch unter allgemeinen genossenschaftlichen Gesichtspunkten Genossenschaften bekämpft werden, wie die in einigen Städten gebildeten Milchzentralen, die eine monopolistische Festsetzung der Milchpreise erstreben, Genossenschaften, wie die die deutsche Vieh Verwertungs-Genossen schäft, die den gesamten deutschen Vieh handel zentralisieren möchte, um zur Preisbestimmung des Fleisches ju gelangen. Jene K o r n h aus - Gc n o s s e n s ch af t en, die sich nicht damit begnügen, den Getreideabsatz für ihre Mitglieder zu erleichtern, sondern deren Endziel es ist, ein Getreidehandelmonopol in der Zentralisation der Kornhaus-Genossenschaften zu bilden, und die sich, um einen Einfluß auf die Preisbildung zu erlangen, zu verfehlten und verkehrten geschäftlichen Manipulationen verleiten ließen. Die Staatshilfe verleitete zu unwirtschaftlichen Geschäftsgebahren. Aus Verkennung der wirtschaftlichen Aufgaben der Konsumvereine entwickelte sich die Agitation gegen die Konsumvereine. Diese Gegnerschaft hat der Entwickelung der Konsumvereine keinen Schaden zugefügt, obgleich selbst der Staat Partei gegen die Konsumvereine nahm. Bald aber stellten die Regierungen den l ä n d l i ch e n D a r l e h n s k a s s e n, die zum Teil auch thatsächlich nur Konsumvereine sind, Mittel zum Betriebe zur Verfügung. Staatsmittel wurden auch Handwerker-Genossenschaften gewährt. Ebenso unterstützte der Staat Genossenschaften bei der Beseitigung des Zwischenhandels. Jede Genossenschaft schaltet Arbeitskräfte aus und diese Arbeitskräfte sehen naturgemäß in der Genossenschaft einen Konkurrenten. So lange der Konkurrent unter den gleichen Bedingungen arbeitet, können jene Arbeitskräfte keine berechtigte Klage führen, denn wir leben nicht mehr in der Zeit der Zwangs- und Standrechte. Anders wird es, wenn der Staat eingreift, den Genossenschaften Mittel zum Betriebe zur Verfügung stellt. Dann können die durch die Genossenschaften ausge,chalteten Arbeitskräfte durch die Betriebe der genossenschaftlichen Organisation eine wirtschaftliche Beeinträchtigung von Staatswegen empfinden. Sie erblicken in den staatlicherseits subventionierten Genossenschaften vom Staat privilegierte Konkurrenten. So hat sich denn auch eine Gegnerschaft gegen landwirtschaftliche Genossenschaften und Handwerker-Genossenschaften entwickelt, die nicht blos lebhafte Agitation hervorgerufen, sondern auch eine bedenkliche Verwirrung zur Folge hat. Und um die Verhältnisse immer verworrener zu gestalten, werden nur Genossenschaftssysteme erfunden, deren Eigenart hauptsächlich darin besteht, daß die genossenschaftliche Organisation zur Trennung der verschiedenen Berufsarten gebraucht wird. Von besonderem Einfluß auf die Gestaltung des Genossenschaftswesens^ ist schließlich die Haltung geworden, die ein Teil der So- Ausland. Haag, 3. Sept. Tie Professoren Erb-Heidelberg und Winkler-Utrecht hatten hier eine Besprechung über den Zustand des Expräfidenten Steijn. Ter Zustand wurde zufriedenstellerft» befunden. Erb ist der Ansicht, Steijn werde, wenn auch langsam, wiederhergestellt werden. Paris, 3. Sept. Gerüchtweise verlautet in Brest, Oberst Stoffels habe an den Präfekten einen Brief, in welchem Beleidi gungen des Kabinettschefs enthalten waren, gesandt und sich deswegen heute vor dem Untersuchungsrichter zu verantworten. Ter Untersuchungsrichter Fernoux hatte gestern eine längere Konferenz mit dem Prokurator der Republik in Brest. Fernoux hat das Studium der Akten betreffend den Widerstand in Bloudaniel, St. M6en und Folgoet beendigt. Gestern wurde ein weiterer Haftbefehl gegen eine Tienftmagd erlassen, welche thätlick)er Angriffe gegen einen Regierungs- Vertreter beschuldigt wird. Wegen der Säkularisierung des kongreganistischen Asyls in Concarneau legte der Stadtrat sein Amt nieder. — Mehrere hundert Personen veranstalteten gestern abend in Brest eine Straßen kund geb ung, indem sie fromme Lieder anftimmten und Hochrufe auf die Freiheit ausbrachten. Sofia, 3. Sept. Außer dem General Zontschew, dem Vize-Präsidenten des alten obersten macedonischen Komitees, ist gestern noch der Oberst N i e o l o f f, ein Mitglied dieses Komitees, wegen Bandenbildung polizeilich festgenommen worden. Tie Verhaftung beider fand bei Tubuitza, nicht weit von der Grenze, statt. Tie Verhafteten wurden unter starker Bewachung nach dem Norden Bulgariens gebracht, vermutlich zwecks vorläufiger Internierung in Trenowo und Baltschik. New York, 3. Sept, lieber den neuen Fleisch- Ring werden Einzelheiten gemeldet: Die Hauptfirmen hatten vergangenes Jahr folgende Reingewinne: Armour 40 Mill. Mk., Swifts 20 Mill. Mk., Schwarzschild 6 Mill. Mk., Morris 15 Mlll. Mk., Cudahi 4 Mill. Mk. Ter Gesamtumsatz wird auf jährlich fünftausend Mill. Mark geschätzt. Tas englische Haus Lipton ist dem Ringe gleichfalls beigetreten. Ter Ring beabsichtigt, sämtliche großen Vorrats- und Fleisch-Pack-Häuser Amerikas aufzu nehmen uni) so den ganzen Weltmarkt zu beherrschen. Jede der beigetretenen Firmen erhält den 25 fach en Betrag des letztjährigen Reingewinns in Aktien des neuen Ringes. Vorsitzender wird Mr. Armour, Präsident Gustavus Swift, Schatzmeister Eduard Nlorris und Geschäftsführer Eduard Eudayi. Deutsches Wich. Berlin, 3. oept. Der Kaiser wird sich in diesem Jahre zum ersten Male persönlich an den Segelwettkämpfen der Berliner Woche beteiligen; er hat feine neuerbaute Sonderklassen-dacht „Unite Sam" melden lassen. — Wie der „Post" mitgeteilt wird, beabsichtigt der König von Sachsen im Laufe dieses Monats dem Kaiserpaar im Neuen Palais seine Antrittsvisfte ab* zustatten. " — Der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Oberst Leut wein, der gegenwärtig hier weilt, gedenkt, seinen Urlaub in Deutschland zu verbringen und bann auf seinen Posten zurückzukehren. Dadurch erledigen sich die Gerüchte, wonach er die Absicht habe, seine Stellung aufzugeben. — Wie aus Kiel gemeldet wird, ist die Z a r e n y a ch t „Standart" über England nach Livadia abgegangen, um im Herbst zur Verfügung des Zarenpaares zu stehen. Der „Standart" kehrt im nächsten Jahre nach der Ostsee zurück. — Nach einer parlamentarischen Korrespondenz ist es als ausgeschlossen zu betrachten, daß der preuß. Landtag vor Januar nächsten Jahres zusammentritt. F r e i b u r g i. B, 3. Sept. Heute wurden hier die dreitägigen Verhandlungen des Ver eins deutscher Eisenbahnverwaltungen unter dem Vorsitz des Wirkl. Geh. Ober-Regierungsrats Kranold-Berlin eröffnet. Aus Stadt und Sand. Gießen, den 3. September 1902. ** Pferdemarkt. Die Pferdemarktkommission hat beschlossen, gleichwie bei dem Frühjahrsmartte auch bei dem am 10. September stattfindenden Herbstmarkte Pferde, jm Privatbesitz befindlich, zur Vorführung bezw. Prämiierung zuzulassen. Und zwar sind hierfür vier Abtellungen vorgesehen: 1. Reitpferde unter dem Reiter gezeigt. 2. Wagenschläge einzeln oder paarweise im Geschirr oder vorgeführt. 3. Arbeitsschläge einzeln oder paarweise im Geschirr ober vorgeführt. In jeder Abteilung wird ein Ehrenpreis gegeben. — Anmeldungen xur Prämiierung haben bei dem Oekonomierat Sch len ke, Hardthof bei Gießen bis zum 7. September zu erfolgen; die Vorführung der Privatpferde beginnt vormittags 11 Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring. Die Prüfungskommission besteht aus den Herren: Oekonomierat S ch l e n l e, Hardthof bei Gießen als Vorsitzender, Oberstleutnant Freiherr von Normann, Kommandeur des Gendarmeriedistrikts Oberhessen als Stellvertreter, Gutspächter A Bene, Oberweimar b. Marburg, Oekonomierat Hoffmann, Hofgüll b. Lich, Schlachthofbirektor Dr. Liebe, Gießen, Gutsbesitzer Müller, Neuhof b. Gießen. Für bie Zuschauer ist ein besondrer abgeschlossener Raum geschaffen; für bie gelabenen Gäste eine klerne Tribüne in Aussicht genommen. • Ihren 83jährigen Geburtstag feiert heute bie älteste Gießnerin, Frau Obsthändlerin Margarethe Dampf, mann. Die alte Dame versieht ihr Geschäft noch in überaus rüstiger Weise. mn. Landtagswahlen. Aus ©rünberg wird uns von unserem dortigen Korrespondenten geschrieben: Am 2. September, ab'ends, fand eine Wahlversammlung in der Wirtschaft „zur Pinn" statt, in welcher em Vertreter für den Wahlkreis Grünberg zur bevorstehenden Landtags- wähl ernannt werden sollte. Dieselbe war schwach besucht. Ter Einberufer, Karl Georg Jöckel, eröffnete bie 33er- sammlung. Er führte aus, daß es für uns notwendig fei, einen Mann aus dem Wahlkreise selbst aufzustellen, der mit den ländlichen Verhältnipen vertraut fei, und empfahl als solchen den Kaufmann Moll von hier. Niemand wider- sprach diesem Vorschlag, und es wurde ein Komitee bestimmt, welches weitere Schrille in der Wahlangelegenheit verfolgen soll. Wie man hört, soll auch Herr Apotheker Welker in Allendorf a. d. Lda., sowie Herr Mühlenbesitzer Neeb in Nieder-Ohmen anderseits als Kandidat ausgestellt werden. § Für Ortsgerichtsvorsteher und Geometer in Hessen. Zufolge Entscheidung Großh. Justizmimsle- nums sind die Ortsgerichte berechtigt, die in der neuen Dienstanweisung Anlage V. unter A. 3 für die Vorlegung von öffentlichen Büchern und Urkunden festgesetzte Gebühr von 50 Psg. auch zu verlangen, wenn ein Geometer sich daS Ortsgrundbuch oder bie zugehörigen Karren zwecks An- MMschr Tagesschau. Kroaten und Serben. Nachdem sich die Lokalbehörden in Agram vollständig unfähig erwiesen haben, wird nicht nur der Bürgermeister, sondern auch der Polizeichef und Staatsanwalt demissionieren müssen. Allgemein ist auch die Klage, daß das Militär sich sehr reserviert verhalten habe, was die Arrangeure der Exzesse ausznnutzen suchten. Allgemein wird die Partei des B i s ch o f s S t r o ß m a y e r, die schon seit Jahren gegen die Ungarn und die Serben in maßloser Weise gehetzt habe, für die Exzesse verantwortlich gemacht. Es wurde die Zuziehung von drei weiteren Bataillonen Militär beschlossen. Trotz der militärischen Intervention wiederholten sch Tag und Nacht die Exzesse in verstärktem Maße. Die Menge besitzt förmliche Proskriptionslisten mit dem Verzeichnis der in Agram wohnenden Serben, die der Reihe nach beimgesucht werden. Der greife Hauptmann Witas wurde dermaßen mißhandelt, daß er bewußtlos auf dem Pflaster liegen blieb. Er ist inzwischen verstorben. Besonders arg hauste die von Bauern aus der Umgebung verstärkte Menge im Villenviertel und an der Peripherie der Stadt. Alle Serben haben sich mit Revolvern bewaffnet und zwei Damen haben auch schon von denselben auf offener Straße Gebrauch gemacht. Zahlreichen Hausbesitzern, auch nichtserbischen, tarnen Drohbriefe zu, daß Angriffe gegen sie vorbereitet seien. Die Gefängnisse sind überfüllt. Ein Versuch der Exzedenten, bie verhafteten Rädelsführer zu befreien, wurde vom Militär rechtzeitig zurückgeschlagen. Von vielen serbischen Bürgern unterschriebene Plakate wurden affichiert, in denen das troatischeVolkum Ve r - zeihung gebeten wird für die ihm zugefügte Beleidigung. Darob geriet die Menge in einen förmlichen Taumel, als ob ein großer Sieg errungen wäre. Sofort begann man überall die Häuser zu beflaggen, mit der Erklärung, wer nicht beflagge, sei kein Kroate und werde dafür in der Nacht bestraft werden. In Agram und den Nachbargemeinden wurde das Standrecht publiziert. Daduych ist Ruhe eingetreten. Der Budapester Scharfrichter ist in Agram eingetroffen. Der Magistrat regte an, daß die Kroaten ihre serbischen Angestellten entlassen. Nachts 12 Uhr herrschte in der militärisch besetzten Stadt vollkommene Ruhe. Im Dorfe Vrabese sind ebenfalls Unruhen aus- gebrochen. Die Gendarmerie wurde von den (Siebenten mit Steinwürfen empfangen und gab eine Salve ab. Einer der Exzedenten wurde getötet, mehrere sind verwundet. In Agram sind alle Verkehrspunkte militärisch besetzt. Die oppositionellen Blatter wurden beschlagnahmt- Die Zeitung „Sobobran", deren Artikel die Unruhen oer- anlaßten, stellte ihr Erscheinen ein. verhältnismäßig kurzer Zeit Mitglieder des Aufsichtsrats? Tie T-eutsche Genossenschaftsbank bestehe aber seit mehreren Jahrzehnten und seine Organisation entsprach nicht ganz der Tendenz des deutschen Genossenschaftswesens. Tie neuen Aufsichtsratsmitglieder konnten nicht sofort eine durchgreifende Aenderung treffen. Den neuen Aufsichts- ratsmitgliedern konnte die Einsetzung einer Untersuchungskommission nur recht sein; es war aber andererseits zu bedenken, daß dadurch der Bank großer Schaven zugefügt erorbe. Eine Kommanditgesellschaft auf Attien nnt persönlich haftenden Gesellschaftern sei nichts weiter als eine offene Handelsgesellschaft. Aus der Kommanditgesellschaft werde nunmehr eine Attiengesellschaft, aus persönlich haftenden Gesellschaftern, Direktoren, und der Aufsichtsrät werde. Eine Kommanditgesellschaft auf Attien mit persön- werde, genaue Revision vorzunehmen. Der Vorwurf der Vertrauensseligkeit gegen die neuen Aufsichtsratsmitglieder sei vollständig ungerechtfertigt. „Wir haben alle Konti aufs eingehendste geprüft, sie waren aber falsch eingerichtet, ganz besonders fehlte es den Aufsichtsratsmitgliedern an einer Unterlage zur Prüfung der Rentabilität der Unternehmungen. Tie Genossenschaftsbank hat sich allerdings in Unternehmungen eingelassen, die ihr fern liegen, zu bereit Leitung ihr die geeigneten Persönlichkeiten fehlten. Eine Verleumdung ist es, zu behaupten, daß die Bilanzen gefälscht waren. Fehler seien begangen worden, von einer Bilanzfälschung kann aber in keiner Weise die Rede sein. Es wird nur vorgeworfen, daß ich für Erhöhung des Aktienkapitals gestimmt habe. Diese Erhöhung ist längst beschlossen gewesen, als ich in den Aufsichtsrat eintrat. Cs wird nun gefragt: Welchen Lchutz haben denn die Aktionäre, wenn sie durch den Auf- ichtsrat nicht vor Verlusten geschützt werden. Ich erwidere daraus: einen absoluten Schutz der Aktionäre giebt es nicht, und wenn der Aufsichtsrat aus den idealsten Menschen besteht. Höchst bedauerlich ist es, daß das Vorkommnis von der gegnerischen Presse zu gemeinen Angriffen auf bie Schulze-Telitzschen Genossenschaften benützt werde. Eine Zeitung schrieb: „Ter Zusammenbruch der Deutschen Ge- nossenschaftsbank ist der Anfang vom Ende der Schulze- Telitzschen Genossenschaften". So bedauerlich das Vorkommnis ist, so hat es mit den Schulze-Telitzschen Genossenschaften als solche gar nichts zu thun. Man kann von einem Aufsichtsratsmitglied nicht verlangen: es solle sofort bei seinem Eintritt einen genauen Heb erb lick hoben. Direktor Gmünder-Darmstadt: Ich kann dem Anwalt, der erst 1898 in den Aufsichtsrat eingetreten ist, nicht einen Borwurf der Pflichtverletzung machen. Aber ein Vorwurf trifft die Herren Weilt und Sieber, bie die Statuten der Gesellschaft verlangt haben. Einen Vorwurf mache ich Herrn Parrisius, der auf seinen Millionen sitzt. (Beifall.) Das Vorkommnis ist sehr bedauerlich, da man bereits an fängt, Wechsel der Genossenschaftsbank zu beanstanden. In Tarm- stadt hat ein Bankier einen Wechsel der Deutschen Genossen- chastsbank in Höhe von 500 Mark beanstandet. Direktor Vollborn-Eisenach: Unser Vertrauen ist zur Genossenschaftsbank in keiner Weise erschüttert. Wenn wir in dieser Weise hinter unserer Bank stehen, dann wird der Schaden sehr bald wieder gut gemacht werden. Nach einer längeren Aussprache beantragte Direktor Gmündner, zu beschließen: Die Versammlung spricht der Deutschen Genossenschaftsbank ihr Vertrauen aus und erklärt, für ihre Fortentwickelung eintreten zu wollen. Es gelangte jedoch nur der erste Satz zur Annahme. Der Gcnossen- schaststag beschloß ferner noch Längerer stürmischer Erörterung in namentlicher Abstimmung mit 268 gegen 84 Stimmen, 29 Konsumvereine vo m Ver b an d e au s- zusch ließen, da sie sozialdemokratische Ten- denzen in den Verein trügen. (**) Darmstadt, 4. Sept. das zu diesem des Ministeriums jetzt auch das Recht erha artige Fall, daß über den Nachlaß des verstorbenen in Frankfurt sind dem Beispiel der Schweinemetzger rasch gefolgt, nach Bekanntmachung der Fleischerinnung ist dev Preis des Ochsew auf dem nächsten Sonntag unserm historisch bekannten Die Darmkrankheit, an der der ürigent der Gürzenichfleisches von 75 auf 80 Pfg. das Pfund erhöht worden. — Homburg fängt an, sich langsam zu leeren. Der Herzog von Cambridge, der Großherzog von Mecklenburg sind abgereist, am Freitag kehrt Lord Salisbury nach London zurück. Die Abreise dieser drei Herren gilt so ziemlich als Signal ;um allgemeinen Aufbruch.. „Gieß.Anz.") Dem ständigen Hilfsarbc er in der Abteilung für Bauwesen des Finanzministeriums ftauinspektor Adam Paul ist der Titel Baurat verliehen wöden. Mainz, 2.Sept. Der Süddeutshen Eisenbahn- Gesellschaft in Darmstadt, der unter lern 17. Juli d. I. von der hessischen Regierung die Konzesfon zum Bau und Betrieb einer elektrischen Nebenbahn von Minz nach Wiesbaden verliehen worden ist, hat durch neujliche Entscheidung Nachbarstaaten. Die Ochsenmetzger fertigung von Auszügen vorlegen ißt. Diese Taxe kann an einem Tage jedoch nur einmal lansprucht werden, wenn auch der Geometer zur Mittagszeijseine Thätigkeit zu unterbrechen und am Nachmittag fottzu'tzen genötigt ist. § Münzenberg, 3. Sept. Heute fand hier eine gemeinsame Sedanfeier für unsere militärischen Gäste und die hiesige Bürgerschaft, statt; hierbe wirkte die bei uns einquartierte Kapelle der 115er nt. — Der Friedberger TaunuSklub „Wetterau" wird stattfindenden Vereinsausflug Flecken einen Besuch abstatten. Braunfels, 3. Sept. Prof. Dr. Franz Wüllner, Bahnbau erforderliche Gelände innerhalb, der Gemarkung Kastel unter der Beobachtung der Bestin ^ ungen des Enteignungs-Gesetzes zu erwerben. —Wegen Münzfälschung wurde heute ein aus dem Vürttembergischen stammender Schneider, der seither in Wormss wohnte, gefänglich hier eingebracht. In seiner Wohnun wurden außer einer Anzahl Falsifikate auch eine Gießpfan e konftszirt. * * Marburg. Viel besprochen wird der gewiß eigen- des Festzuges, der sich dann auf dem Marktplätze in gehobenster Feststimmung auflöste. (D:ahtbericht des Universitätsprofessors Dr. Kraetschmar von hier das Konkursverfahren eingeleitet ist. ^Auf Grund zuverlässiger Informationen ist mitzuteilen, da; die Forderung, welcher der Nachlaß des sehr soliden und in geregelten Verhältnissen gewesenen Verstorbenen nicht gewachsen war, von einem Mitgliede seiner Familie geltend gemacht wurde. * * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Konzerte und Direktor des Konseroatciums für Musik, seit langer Zeit leidet, hat eine ernste 3Ändung genommen, die das S ch l i m m st e befürchten läßt) Nachdem Dr. Wüllner mehrere Monate lang in Wiesbadener Kur gewesen, befindet er sich, wie wir bereits meldM, seit einigen Wochen hier, wo er Besserung zu finden hofft und erst vor Kurzem in diesem Sinne einigen Herren Antrvrt gab, die ihn bestimmen wollten, in anbetracht seine! geschwächten Gesundheit von seinen Aemtern vor Beginn fer Wintersaison zurück- jutreten. In den letzten Tagen erlii der Kranke so starke Blutungen, daß er dadurch das Bewußtsein verlor. Heute wurde Wüllner's Zustand von bestinterrichteter Seite als „außerordentlich schlecht" und der baldige Eintritt einer Katastrophe als wahrscheinlich lüeichnet. L.R. Lauterbach, 3. Sept.! Schon seit einigen Jahren wird in unserer Stadt at Sedantage ein Jugendfest gefeiert, das gar rash zu einem wahren Volksfest geworden ist. So wandelen auch gestern die Kinder unserer Stadtschule in farbedchtigem Zuge, unter Begleitung unserer Schüler- sowie devStumpf'schen Kapelle durch die Straßen der Stadt nach dem ilehrwurdigen Hainig. Vaterländische Gesänge, eine packende Festrede, die in überzeugender Weise den Wert solcher Jugeidseste für die körperliche und geistige Entwickelung unserer Kinder, sowie deren Bedeutung für eine soziale Gesundung! unseres Volkes hervorhob, turnerische Aufführungen und httere Spiele der lieben Jugend ließen die Stunden im Flugs verschwinden. Die Eltern unserer Schüler und Freundei unserer Volksschule hatten sich über Erwarten zahlreich empfunden, was angesichts der jetzt drängenden Arbeiten in^eld und Wiese um so anerkennenswerter ist. Um 61/, Uhü erfolgte unter den Klängen der Musik und unter fröhlichen iLiedern der Jugend, in welche die Erwachsenen gerne cinstimMen, die Heimkehr Vermischtes. * Kiel, 3. Sept. Durch eine Kesselhavarie des Torpedoboots 8 98 wurden drei Mann schwer verletzt. Das Boot ist heute abend hier eingelaufen. Die Namen der Schwerverletzten sind: Feuermeistersmaal Tausch, Oberheizer Goch, Heizer Mordhorst. Leichtverwundet wurde Heizer Schmiedendorf. * Leipzig, 3. Sept. Bei Schloß Schönefeld stürzte heute nachmittag der Neubau eines Wasserthurmes ein. Von 50 dort beschäftigt gewesenen Arbeitern sind 10 umgekommen, 17 schwer und 4 leicht verwundet. * Brüssel, 3. Sept. Im Bahnhof Manage stieß oeute ein Personenzug mit einer Rangiermaschine zusammen, wodurch eine Anzahl Passagiere verletzt wurde. — Wie aus Brügge gemeldet wird, vernichtete gestern abend in der Umgegend von Thouront ein Cytlon die gesamte Ernte. Außerdem wurden ' 12 Wohnhäuser abgedeckt und /, pGt. Dividende zu verteilen und 37042 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Unter den Aktiven der Bilanz figuriert das Bahnanlagekonto mit 29 928 755 M. (28 929 921 i. V.), das Konto Neubauten und Erweiterungsbauten 4 276 842 Mk. (3 797 767 Mark). Kassa- und Bankguthaben, die in der vorigen Bilanz mit 1 245 699 Mk. gestanden haben, sind auf 41659 Mk. zurückgegangen. Das Obligationenkonto hat fich um 350000Mk. auf 13500000Mk. erhöht. Die Generalversammlung ermächtigte die Direktion zum Erwerb der Konzession für eine normalspurige Nebenbahn von Ingelheim einerseits nach Frei-Weinheim an den Rhein, andererseits nach Jugenheim und Partenheim in Rheinhessen (Selzthalbahn) und einer normalspurigen Nebenbahn von Station Hetzbach- Beerfelden der Odenwalobahn nach Beerfelden. Sie ermächtigte den Aufsichtsrat und die Direktion, außer der in der Generalversammlung vom 10. April 1901 bewilligten Aufnahme einer Obligationenschuld bis zum Betrag von 3 500 000 Mk. den sonstigen Geldbedarf durch Aufnahme einer weiteren Obligationenschuld bis zum Betrag von höchstens 3 500 000 Akk. zu decken. Gerichtssaal. Darmstadt, 3. Sept. Vor der Ferienstrafkammer des Landgerichts erschienen heute die Schreiner Andreas Wagner und Julius Schaaf von Neu-Isenburg, die an dem im Frühjahr daselbst ausgebrochenen Streik beteiligt waren. Schaaf wurde von der Anklage der Beleidigung Arbeitswilliger in idealer Konkurrenz mit einem Vergehen gegen § 153 der Gewerbeordnung freigesprochen, Wagner zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Handel und Verkehr. UMswirlschasl. Börse. Die kräftige Anregung, welche der hiesigen Spekulation heute einerseits durch günstige Kurse der New-Äorker Börse, andererseits durch die Auslassung des Präsidenten Roosevelt betreffs der Bedeutung des amerikanischen Trust's gegeben war, blieb für den Beginn des Börsengeschäftes ohne Wirkung. Der Teil der Spekulation, welcher in jüngster Zett eine Besserung der wirtschaft- liehen Verhältnisse in Aussicht genommen und dementsprechend auf eine Steigerung der Kursniveaus hingearbeitet hatte, führte Realisationen aus, weil das Privatpublikum den hoffnungsvollen Ansichten noch nicht beipflichtet und vom Geschäft fernbleibt. Im Verlaufe des Geschäftes stellte es sich jedoch heraus, daß die amerikanischen Meldungen doch nicht ohne Beachtung geblieben waren, und da auch von den übrigen auswärtigen Börsen.feste Tendenz gemeldet wurde, so ließen Realisationen und Blanko-Abgaben sehr bald nach und die allgemeine Sttmmung erhielt wieder einen zuversichtlichen Charakter was auch verschiedentlich in Kursbesserung zum Ausdruck kam. Rentenwerte, wie Türken, Rumänen und Serben wurden wieder in großen Beträgen gehandett, auf dem Monatmattte wurden die anfangs abgegebenen Eisenwerte, Bochumer und Laurahüt'te, zurückgekauft und eine besonders umfangreiche Bewegung vollzog sich m den 0 - Aktien d er Dortmunder Union, welche von grotzfmanzieller Sette gekauft werden. Bahnen fest. Die Befestigung der adgememen Tendenz wirkte auch auf den Kurs der Tiskonto-Kommandit und Oesterr. Kreditaksien ein. p w Preuß. Hypothek-Aktienbank. Der Vorstand der Schutzvereinigung der Inhaber von Pfandbttefen der Preuß. Hyp.-Akiien- dank fordert die Besitzer von (Sertififaten in geringerem Betrage als nom. 8000 Mk. auf, ihre Cettifikate bis spätestens 81. Dezember 1902 entweder durch Zukauf auf nom. 8000 Alk. zu ergänzen ober dieselben zu verkaufen. Die Einreichung kann vom 2. September ab erfolgen. . , Leipzig, 3. Sept. Die dem Aussichtsrate der Allgemei. nen Deutschen Kreditanstalt oorgelegte Uebersicht deS Standes der Gesellschaft per 30. Juni zeugt von weiterer günstiger Entwicklung der Geschäfte. Trotz des niederen Zinsfußes konnte im ersten Halbjahre ein Gesamtresultat erzielt werden, das in den Endergebnissen die Gewinnziffer des entsprechenden Vorjabrs-Zett- raumes noch übersteigt. Die Filialen in Chemnitz, Altenburg, Gera und Greiz arbeiteten gleichfalls befriedigend, namentlich erstere erfreut sich eines steten Zuwachses an Kundschaft. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Skagen, 4. Sept. Zu dem Unfall auf dem Torpedoboot 8. 98 wird gemeldet: Als sich der Unfall ereignete, herrschte schweres Wetter. Ein großer Teil der Besatzung war seekrank, sodaß anfangs allgemeine Verwirrung entstand. Durch Zufall befand sich auf dem Boote ein Arzt, sodaß die Schwerverletzten sofort Hilfe fanden. Eß wnrde ihnen das Zeug vom Körper geschnitten. Nach Anlegung eines Notverbandes wurden sie auf das Linienschiff Kaiser Wilhelm II. überführt und dort behandelt. Berlin, 4. Sept. Tie Berliner Morgenpost berichtet ans Budapest: Gestern nachmittag fand hier ein blutiges SäbeldueN zwischen dem Uerikalen Redakteur Benitz ky und dem Champion des ungarischen Athletenttubs Eugen Asb oth statt. Ersterer erhielt einen wuchtigen Hieb, der ihn zu Boden schleuderte, während Asboth durch einen scharfen Kopfhieb lebensgefährlich verwundet zusammensank. Leipzig, 4. Sept. Das Kttegsgericht veruttellte den Leutnant vom 107. Jnf.-Regt. Weiß aus Berlin wegen Fahnenflucht und schwerer SittlichkeitSver- brcchen zu 13 Monaten Gefängnis und Ausstoßung aus dem Heere. London, 4. Sept. Tie Generäle Botha, Dewiett und Telarey wurden heute im Kolonialamt von Chamberlain empfangen. Sie haben gestern chr Hobel nicht verlassen und auch niemanden empfangen. Die Gerüchte, wonach Chamberlain sich weigere, den Forderungen der Generäle Folge zu leisten, werden nicht als ernst betrachtet. Wie es heißt, verlangten die Burenführer außer der Zubilligung politischer Rechte ihrer Mitbürger auch, eine Erhöhung der Summe zum Wiederaufbau der Farmen von drei Millionen Chamberlain hatte Kitchener zurückberufen, um an den Verhandlungen teilzunehmen. Wien, 4. Sept. Der Zeichner Humbett Dimin ich, welcher an Italien Pläne von Panzerschiffen geliefert hatte, wurde zu 16 Monaten schwerem Kerker verurteilt. Lienz a. d. Drau, 4. Sept. Auf den Eisenbahnzug, mit dem sich Erzherzog Eugen ins, Manöver begab, wurhe während der Fahrt ein Stein geschleudert, welcher das Fenster des Coupes traf, in dem der Erzherzog Platz genommen hatte. Der Erzherzog blieb unverletzt. Agram, 4. Sept. Wegen Abreißens des Standrechtplakates wurden mehrere Personen, wegen abfälliger Kritik des Standrechtes, eine andere Person vor das Standgericht gestellt. Die Bevölkerung ist ruhig. Telephonischer Kursbericht» 3* */a% Reichsanleihe . . 102.40 3°/o do. ... 92.60 3Vi% Konsols .... 102.40 3% do. ..... 92.25 31/a% Heesen .... 100.45 3% Öberhessen . . , 99.50 4% Oesterr. Goldrente . . 103.80 4‘/2% Oesterr. Silberrente 102.20 4% Ungar. Goldrente . . 102.20 4% Italien. Bente . . . 103.60 4‘/a% Portugiesen . . . 52.00 3°/j Portugiesen. .... 31.60 1% C. Türken .... 29.85 Türkenlose..... 125.80 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.25 4’/a% äussere Argentiner —.— 8% Mexikaner .... 26.85 4,/29/q Chinesen .... 92.70 Electric, ßchuckert . . . 92.20 Nordd. Lloyd . . . . 108.50 Kreditaktien.....216.80 Diskonto-Kommandit. . . 189.10 Darmstädter Bank . . . 138.90 Dresdener Bank .... 145.40 Berliner Handelsges. . . 158.00 Oesterr. Staats bahn , . . 156.20 Lombarden . , . , . 20.20 Gotthardbahn ..... 17740 Laurahütte ...... 202.00 Bochum.......185.30 Harpener......167.00 Tendenz: fest. — Biel begehrt mit ihren 100 000 Mk. als Hauptgewinn sind die Wohlfahrtslose; sie sind deshalb auch stets rasch ausverkaust. Darum ist zu empfehlen, mit dem Ankauf nicht zu säumen. Dieselben sind bei dem Haupt-Debit Ad. Müller u. Co^ Bankgeschäft in Darmstadt, Neckarstr. 11, Hamburg, Gr.Johannisstraße 21, und auch bei hiesigen Verkaufsstellen jetzt noch zum amtlichen Preise ä Nck. 3.30 zu haben. 6156 Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute bezüglich des Spar- und Vorschußvereins Aktiengesellschaft Großen- Linden eingetragen: Die Verttetungsbefugnis des Vorstandes ist dahin geändert, daß 2 Vorstandsmitglieder allein berechtigt sind, die Gesellschaft zu vertreten. Gießen, am 1. September 1902. 6160 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das hiesige Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich des Spar- und Vorschußvereins Alten-Buseck e.G.m.u^). eingetragen: Landwirt Ludwig Becker IV. zu Alten-Buseck ist an Stelle des ausgeschiedenen Heinrich Vogel III. zum Kontrolleur gewählt. 6161 Gießen, am 2. September 1902. Großherzogliches Amtsgericht. Vergebung Von Bauarbeiten. Für den Neubau der katholischen Kirche zu Gießen sollen die W- unö Miimnrbeiteii, sowie die LteiMetznrbeite« vergeben werden. Bedingungen und Zeichnungen in 1:100 liegen im kathol. Pfarrhause zu Gießen und beim Architekten L. Becker in; Mainz, Pfandhausstraße 5, Detail-Zeichnungen nur beim Architekten offen. Angebotsformulare sind gegen vorherige Einsendung des Betrages (2 Mk. für die Erd- und Maurerarbeiten, 1.50 Mk, für die Steinmetzarbeiten) vom Architekten zu beziehen. Angebote sind bis zum 18. September einzuscnden an den 6169 Kathol. Kirchcnvorstaud zu Gießen. Kaisem haben, । brt (3c itutl ‘‘6 en, owibua verrint Crbe -ichtent um in breit ® earr Kaise Er e Fried Denkr bild es für d im E roarm Ä Der 1 Bitt in se das ci bis i Provi S Benin Printe mal ur Äesyrac brM Neri % der K Minis stände Frhr. blgun Lais ainistt des 3r die LP' leiten, Geistln den a Phire wesen die s Beeil Vrov Witten wird ni fidlunc z'n r vtamr juffni Lü 7 e r i deforg Mptet ^chwie gemacht 0 2Q4t sich l?,bteg Num SB» g» b- S."e | *Jh K ätjen Derjenige Herr welcher am Sonntag sowohl wie am Werktag schön gewichste Schuhe tragen will, lasse sich dieselben nur mit dem neuen Glanzsetl Pole putzen und er wird von dem wunderbaren Glanz überrascht sein. Zu haben in den meisten Kolonialwaren-, Schuhwaren- und Trogengeschäften. 4220 03882 uch. Rot-u-WeisskohLWirsin^BlumeßkoE l||J äbdjen finden stets gute Stell. "I Teuselslustgartchen 26. Loberslraße 22. 6157 4172 Näheres Markt 15. abzugeben. 6170 Unerreicht tu Güte und Wohlgeschmack sind Hochfeine UnmobL Zimmer Mr einz. Pers, zu vrm. 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