Zweites Blatt. Mittwoch 4. Juni 1903 153. Jahrgang GietzenerAnzeiger Kf' General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 128 Deschetnt tLgttch außer Sonntags. Den, Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesflschen Landwirt die Gtedener FamUien- blLtler viermal In der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Untoers.-Buch- u.6tein- druckeret (Pietsch Erbe«) Redaktion. Erpedttton und Druckerei: Schul st ratze 7. Vldreffe für Depeschen: Vuzetger Otetzeu. Fernsprechanschluß Nr. 51. vezuglpret», monatlich 7b Pf., viertel-, jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Alk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ßetlenpretd: lokal 18 Pf* auswärts 20 Pig. Verantwortlich! für den pohL u. allgem. teil; P. Wittko; für „Stadi und 2anb* und ^GerichlSsaalE; R.TN1- mann; Mr den Anzeigenteil; Hans Beck, Nie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. Politische Tagesschau. Die Erklärung deS Grafen Bülow, daß die preußische Regierung es ab lehne, an der Beratung der bekannten Zolltarif-Anträge Graf Limburg- Stirum, Dr. Porsch und Frhr. von Zedlitz im preußischen Abgeordnetenhause teilzunehmen, erfährt eine herbe Kritik durch die „Deutsche Tageszeitung". Das genannte Blatt schreibt u. a.: Unsere Auffassung über das negative Verhalten des preußischen Staatsministeriums ist mit wenigen Worten festgestellt. Wir sind der Meinung, daß Prüf Bülow nicht im Sinne der Reichs Verfassung gehandelt hat und daß seine Ausführungen, welche die Materie der ausschließlichen Kompetenz des Reichstages zuweisen wollten, unhaltbar sind. Woraus besteht denn der Bundesrat? Er ist die Vertretung der Regierungen der das Reich bildenden Einzelstanten. Diese Regierungen haben selbstoerständ- licb ihre Stimmen im Interesse und nach genauer Prüfung der Bedürfnisse ihrer Staaten abzugeben. und es ist klar, daß die Landtage ein gutes Recht haben, auf die Instruktion, ivelche die Regierungen an chre Vertreter im Bundesrate erlassen, durch Beschlüsse, Interpellationen rc. nach Möglichkeit Einfluß zu üben. Ja eL euchtet ohne weiteres ein, daß diesem Rechte der Landtage die V cht der Regierungen entspricht, die Anschammgen der Landes- tretungen auf das genaueste zu erforschen. Diesen Standpunkt ^-ben beim auch in der vorliegenden Frage die Regierungen von Sachsen, Bayern und Hessen eingenommen und sich nach de Anschauung des Reichskanzlers 'augenscheinlich dadurch eine , chlechte staatsrechtliche Zensur zugezogen. Denn wie soll man die schroffe Erklärung des Grafen Bülow in Verbindung mit dem ebenso schroffen Verlaßen des Hauses anders deuten denn als eine Desavouierung derjenigen einzelstaatlichen Regierungen, welche es für ihre Aufgabe hielten, die Interpellationen aus ihren Landtagen eingehend zu beantworten und ihre derzeitige Auffassung der Lage klarzulegen? Der Vorstand des Bundes der Industriellen hat einstimmig beschlossen, nachstehende Erklärung zur Abwehr der Forderungen des Bundes der Landwirte und des Zeutralverbandes deutscher Industrieller dem Bundesrate, dem Reichstag und den Reichs- und Staatsbehörden zu unterbreiten: „Der Vorstand des Bundes der Industriellen erblickt in den Zöllen, welche der Bund der Landwirte für Getreide sowie für V i e h und wichtige Nahrungsmittel verlangt, eine schwere Schädigung der G es a m t in t e r e f s e n der Nation, insbesondere aber der Industrie. Er spricht deshalb die Erwartung aus, daß die Reichsregierung und der Reichstag die den Interessen einer stetigen Entwickelung des deutschen Erwerbslebens und den notwendigen Abschlüssen langfristiger brauchbarer Handelsverträge entgegenstehenden Forderungen der Agrarpartei mit Ent- ichiedenheit ablehnen werden. Gleichermaßen spricht der Vorstand des Bundes der Industriellen die Erwartung aus, daß auch eine Erhöhung der Zölle auf Rohstoffe und Halbfabrikate, welche die Produktion der Fertigindustrie belasten und zum Teil in ihren Lebensbedingungen bedrohen würde, von der Reichsregierung und dem Reichstag verweigert werde." Zur Frage der Eheflocht. Die Zusammenstellung der Ergebnisse der letzten Volkszählung bestätigt die Tl)atsache, daß ein numerisches Ueberwiegen der ledigen weiblichen Bevölkerung über die ledige männliche nicht stattfindek. Im Gegenteil, die Zahl der ledigen männlichen Wesen ist größer als die der weiblichen. Wenn die Zahl des weiblichen Geschlechts im allgemeinen die des männlichen überwiegt, so ist dies Ueberwiegen auf die größere Zahl der Wittwen zurückzuführen. Sehr interessant ist ein Vergleich der Ergebniffe der Volkszählung von 1850 und 1900 in dieser Beziehung. Darnach ist in sämtlichen Altersstufen die Zahl der Verheirateten und Verwittweten beiderlei Geschlechts verhältnismäßig gestiegen, die Eheflucht scheint also abzu- nehmen. Zleichsparlamentarrsches. Berlin, 3. Juni. Im Seniorenkonvent des Reichstages schlug Graf Ballestrem vor, zunächst, nachdem das Sü ßsto f f g e s e tz, wie vorauszusehen, an die Zuckerkommissiion verwiesen ist, das Branntwein st euer g.e setz ausschließlich zu erledigen und hierauf die Brüsseler Konvention und das Zucker st euergesetz. Tie Schflußabstimmung über die Branntwein-und Zuckersteuer soll an einem Tage stattfinden. Ferner sollen erledigt werden das Uebereintommen über den Schutz der für «die Landwirtschaft nützlichen Vögel, die Aufhebung des Diktaturparagraphen, die südafrikanische Bahn und einzelne Rechnungssachen. Aus der Mitte des Seniorenkonvents wurde angeregt, den Toleranzantrag zwischen der Branntwein- und der Zuckersteuer einzuschieben. Diese Vorschläge sanden die Billigung des Seniorenkonvents. Man hofft dieses Arbeitspensum bis Mitte nächster Woche zu erledigen, und sodann die Vertagung des Reichstages eintreten lassen zu können. Die Z u ck e r st e u e r k o m m i s s i o n des Reichstags nahm den Hauptantrag des Tr. Paasche an, wonach die Verbrauchsabgabe 12 Mk. ab September 1903 und 10 Mk. ab September 1905 betragen soll. Zur Frage der Steuerkredite beantragt Abg. Müller-Fulda, den Inhabern von Zuckerfabriken gegen Sicherstellung für eine Frist von sechs Monaten die Zuckersteuer zu stunden. Staatssekretär von Thielmann spricht sich entgegenkommend aus, meint aber, es sei nicht erforderlich, eine solche Bestimmung gesetzlich sestzulegen. Abg. Müller-Fulda beharrt bei seinem Verlangen. Erfülle die Regierung dieses nicht, werde das Zentrum mit den Sozialdemokraten für die Aufhebung der Zuckersteuer stimmen. Der Antrag Müller-Fulda wird sodann mit einigen Aenderungen einstimmig angenommen. Es folgt die Beratung der Zollsätze und des Antrages Speck (Ztr.), welcher einen Ueberzoll von 4.80 Mark für raffinierten und von 4.40 Mark für anderen Zucker in das Gesetz einschicben will. Dir. Barth beantragt Ermäßigung des Ueberzolles um 2 Mark, die Sozialdemokraten Streichung des Ueberzolles. Nach erregter Debatte wird derAntragSpeck mit 18 gegen 8 Stimmen angenommen. Morgen Weiterberatung. Die Z o l l t a r i f k o m m i s j i o n setzte die Beratung bei den Pos. 185 Essig in Fässern 10 Mk., in anderen Behältnissen 48 Mk. pro Doppelzentner, Pos. 275 Essigsäure über 20 Kgr. 12 Mk., darunter 48 Mk., Pos. 307 essigsaure Salze zollfrei, Pos. 347 roher Holzgeist frei, Pos. 348 gereinigter Holzgeist 15 Mk. pro Doppelzentner fort. Es liegt eine Anzahl Anträge vor, deren mehrere in einen Kompromißantrag Gamp, Herold, Schwerin, Müller-Fulda, Kanitz^und Speck zusammeugesaßt find, nach welchem essigsaure Salze 1 Mr., roher Holzgeist 5 Mk., gereinigter Holzgeist 20 Mk. zahlen sollen. Schließlich wird Pos. 185 unverändert nach der Vorlage angenommen, desgl. Pos. 275 mit dem Zusatz des Wortes Essigsäure-Anhydrit, wie ein Antrag Lurz es verlangte. Pos. 307 wird nach dem Antrag Gamp mit dem Zollsatz von 1 Mk. unter Einfügung des Wortes Acetonöl angenommen, ebenso die Positi.onen 347 und 348 nach dem Antrag Gamp. Sodann werden die Positionen 308 Bleizucker, 309 Weinstech, 370 Brechweinstein, 311 kohlensaure Magnesia, 312 kohlensaurer Stron- tian, 313 Zinksalze nach der Vorlage genehmigt. Morgen Weiterberatung. Die konservative Fraktion hat sich heute in mehrstündiger Beratung über die Interpellation Kanitz betreffend den deutsch-amerikanischen Schisf- sahrtsvertrag schlüssig gemacht. Die Interpellation hat folgenden Wortlaut: Tie Unterzeichneten erlauben sich, an den Reichskanzler folgende Frage zu richten: Welche Bedeutung für den deutschen Seehandel ist nach Ausfassung der verbündeten Riegierungen dem amerikanisch-englischen Schiffahrtstrust und den von deutschen Schisfahrts-Gesellschaften mit demselben getroffenen Vereinbarungen beizumessen? Aus Stadt und Kaud. Gießen, den 4. Juni 1902. ** Oeffentliche Lesehalle. Im Zeitungszimmer der öffentlichen Lesehalle sind Karten der Umgegend von Gießen und Touristenführer zur Einsicht dauernd aufgelegt. Wi,r hoffen, Einheimische und Fremde werden von dieser Einrichtung im Sinne des freundlichen Stifters fleißig Gebrauch machen. Wiederholt sei daraus hingewiesen, daß das Zeitungszimmer an den Werktagen von 6—10 Uhr abends, Sonntags von 11 vorm. bis 10 Uhr abends jedem Erwachsenen offen steht. Man findet dort Tagesblätter aller Richtungen, illustrierte Zeitschriften, Meyers Konversationslexikon und andere Nachschlagewerke. Im Mai wurden 2041 Bände ausgeliehen. Von diesen Bänden kommen auf: Erzählende Litteratur 980, Illustrierte Zeitschriften 575, Jugendschristen 198, Litteraturgeschichte 18, Versdichtungen 26, Länder- und Völkerkunde 31, Kulturgeschichte 12, Geschichte und Biographien 82, Naturwissenschaft, Technologie 59, Seewesen 9, Hauswirtschaft 11, Philosophie und Religion 20, Staatswissenschast 7, Fremdsprachliches 13 Bände. Nach auswärts kamen 48 Bände. Nidda, 3. Juni. Bei der am Sonntag im Gambrinus abgehaltenen Gesellenprüfung wurden vier Lehrlinge zu Gesellen erklärt, ein Schreiner aus Wenings, ein Schreiner aus Betzenrod, ein Glaser aus Nidda und ein Buchbinder aus Ober-Mockstadt, Tie geringe Anzahl der Prüflinge erklärt sich aus der mindestens aus drei Jahre festgesetzten Lehrzeit der jungen Leute. Darmstadt, 3. Juni. Das Ergebnis der Abrechnung über die Ausstellung der Künstlerkolon ic 1901 schließt mit einem Fehlbeträge von 252 288 Mk. ab. Da die Höhe des Garantiesonds 262 800 Mk. beträgt, so wird wie das „D. Tgbl." schreibt, den Garantiezeichnern angesonnen, 96 Prozent des gezeichneten Betrages zu zahlen. Bekanntlich hat schon ein Teil derselben früher 50 Proz. gezahlt; diese sollen jetzt also noch 46 Proz. nachzahlen. In den Ausgaben sind (mit Hinweglassung der Pfennige) u. a. folgende Ueberschreitungen des Voranschlags zu kon statieren: Provisorische Bauten 141 702 Mk. (gegen 107 000 Mark im Voranschlag), also mehr 34 445 Mk., Musik und Lustbarkeiten 46 383 Mk. (gegen 20 000 i. V.), also mehr 26 383 Mk., Gartenanlage und Nivellierungen 35445 Mk. (gegen 12 000 Mk. i. V.), also mehr 23 445 Mk. Ferner wurden beispielsweise gegen den Voranschlag mehr verausgabt: für Gehälter und Löhne 19 847 Mk., Reklamen rc. 19 063 Mk., Theaterbetrieb 11526 Mk., Inventar 21055 Mk., Ueberdokument 5419 Mk. rc. Im ganzen betrug die Mehr' aus g a b e gegen de n Vo ra n s chl a g 211 948 M k., dem nur eine Ersparnis an Ausgaben von 29 308 Mk. gegenübersteht, darunter sind 25 879 Mk. Ersparnis an Lw norar für die Künstler, welche 14121 Mk. gegen früher beanspruchte 40000 Mk. erhalten sollen. In den Ein- nahmen war gegen den Voranschlag aus den Eintrittsgeldern, Festen und Konzerten die sehr bedeutende Mehreinnahme von 58 126 Mk. zu verzeichnen (198126 Mk. gegen 140 000 Mk. i. V.); trotzdem betrug der A!l s f a l l a n E i n - nahmen gegen den Voranschlag 132140 Mk.; darunter sind 44 520 Mk. Miendereinnahme aus der Lotterie (eingestellt waren 55 000 Mk., eingenommen sind 10 840 (!) Mark), 23 787 Mk. Mindereinnahme aus Schriften und Katalogen rc. (6213 Mk. gegen 30000 Mk. i. V.), 15 000 Mk. Mindereinnahme aus der Restaurationsverpachtung (5000 Mark gegen 20000 Mk. i. V.), 10 000 Mk. Minderem-- nähme aus dem Theaterbetrieb, 9980 Mk. Mindereinnahme aus Ansichtspostkarten und Photographien (4020 Mk. gegen 14 000 Mk. i. V.), 9607 Mk. Mindereinnahme aus der Garderobe (393 Mk. gegen 10 000 (!) Mk. i. V.). Das Defizit von 252 288 Mt. setzt sich somit zusammen aus 182 640 Mk. Mehrausgaben und 69 648 Mk. Mindereinnahmen. Die Gesamtausgabe betrug 496639 Mark, die Ge s am t e in n a h m e 244 351 Mk., im Voranschlag balancierten beide mit 314 000 Mk. Am Freitag, 6. d. M., nachmittags 4 Uhr, findet eine Versammlung der Garantie- fondszeichner statt. — Angesichts dieser Ziffern, und da der über alles Erwarten zahlreiche Besuch der Ausstellung und das prächtige Wetter noch eine Mehreinnahme von 58000 Mark gebracht haben, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, schreibt das genannte Blatt, da.ß der Voranschlag mit einem unbegreiflichen Optimismus ausgestellt worden ist, der einen nüchternen und praktischen Geschäftssinn gar sehr vermissen läßt, wie die Abrechnung andererseits die Frage nayelegen muß, ob man sich von allem Anfang an in den Ausgaben nicht hätte einer weisen Beschränkung befleißigen sollen, anstatt einen vertrauensvoll für Ausnahmejälle gezeichneten Garantiefonds ohne weiteres als zu oerlaborierendes Kapital zu betrachten. Auch kann man die Frage nicht unterdrücken: Wie würde sich wohl erst das finanzielle Verhältnis gestaltet haben, wenn die Ausstellung nicht von einem so beispiellosen Wetterglück begünstigt worden wäre. Gerichts I aal. D. Gießen, 3. Juni. Strafkammer. Den Vorsitz führt Landgerichtsdircktor Tr. Günaerich. Zur Verhandlung stehen verschiedene Privacklagesachen. Maurermeister Reuß aus Friedberg hatte Prioatklage gegen den Maurermeister H o 11 e s von da vor dem Amtsgericht Friedberg erhoben, dieser gegen ersteren Widerklage. Beide halten Arbeiten an einem Neubau übernommen. Eine Aet'.ßerung des Reuß über Arbeiten des Hottes bezw. dessen Arbeiter ivar diesem in übertriebener Gestalt zu Ohren gekommen und gab Anlaß zu einem Streit zwischen beiden, bei welchem beiderseits beleidigende Aeußerungen fielen. Durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg war Hottes zu einer Geldstrafe von 30 Mk., Reuß zu 5 Alk. verurteilt worden. Dem Prioatkläger war außerdem die Befugnis zugesprochen worden, das Erkenntnis gegen den Beklagten zu veröffeiitlichen. Beide Angeklagte hatten Berufung eingelegt. Tas Berufungsgericht verwirft die Berufuilg beider Teile mit der Maßgabe, daß auch dem Angeklagten und Widerkläger die Befugnis zugesprocheu wird, die Verurteilung des Privatklägers und Widerbeklagten zu veröffentlichen, da beiderseits die Beleidigung eine öffentliche war. — In der Strafsache gegen den Gärtner Gustav Adolf Jung atls Tarmstadt, gegen den tvegen Sachbeschädigung Anklage erhoben wordeli war, weil er im Februar Reben an dem Park-Hotel in Bad-Nauheim böswillig abgeschnitten haben soll, wird das Urteil verküildet: Der Angeklagte wird der zur Anklage stehenden Begangenschaft für nicht schuldig erkannt und von Strafe und Kosten sreigesprochen. Es erfolgt Freisprechung, obwohl es sehr wahrscheinlich ist, daß eine Sachbeschädigung, wie sie die Anklage behauptet, von dem Angeklagten begangen worden ist. Ein ausreichender Beweis hierfür liegt jedoch nicht vor; festgestellt ist nur das Vorliegen eines als Feldfrevel zu bestrafenden Deliktes, wegen dessen eine Bestrafung nicht erfolgen konnte, da bezüglich dieses Deliktes Verjährung eingetreten ist. — Heinrich Keil XII. ans Ettingshausen war durch Urteil des Amtsgerichts Laubach wegen Beleidigung des Joh. Opper LI. von da auf erhobene Privatklage desselben zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er gelegentlich eines Wortwechsels mit der Ehefrau des Prwatklägers sich über diesen beleidigend ausgesprochen hatte, insbesondere ihm auch 'Meineid vorgeworfen, ferner in der Wirtschaft des Steil zu Ettinghausen anderen Personen gegenüber diese Aeußerungen wiederholt und bekräftigt hat. Es waren ca. 20 Zeugen geladen, von denen der größte Teil vernommen wurde. Nach längerer Verhandlung verkündete das Gericht das Urteil dahingehend, daß die Berufung des Angeklagten als unbegründet kostenfällig verworfen wird. Die von dem Angeklagten versuchte Beweisführung für die Wahrheit seiner Behauptungen mißglückte vollständig. Mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigungen und mit Rücksicht daraus, daß Angeklagte gänzlich imveranlaßt die schiveren Vorwürfe gegen den Prtvatklager erhoben hat, hielt das Gericht die erkannte Strafe in ihrer Höhe für durchaus angemessen. — Vertagt wurde die Verhandlung in der Privatklagesache Stöpler gegen Wallach. — Wegen Gefährdung der Sittlichkeit wurde die Beleidigungsklage des Heinrich Hitzel II. aus Münzenberg als Vertreter seiner minderjährigen Tochter gegen Tobias Wagner von da unter Ausschluß der Oessentlichkeit verhandelt. Beide Teile haben gegen ein schöffengerichtliches Urteil Berufung eingelegt. Kläger beantragt Erkenntnis auf eine höhere Strafe gegen den Beklagten, der zu 3 Mark Strafe verurteilt worden war. Angeklagter bittet um Freisprechung. Reiches Zellgenmaterial war aufgevoten worden. Ta der Wahrheitsbeweis, den Angeklagter für feine Behauptung antrat, mißglückte, wurde seine Berufiing als unbegründet zurück- gewiesen, dagegen der Berufung des Privatkläqers stattgegeben, und der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 50 Mark eoent. zehn Tagen Gefängnis und zur Tragung auch der nicht unbeträchtlichen Kosten der Berufungsinstanz verurteilt.____' Eingesandt.^ Für Form und Jnhmt ut.i. u.uei ow,er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Tier und Mensch im Lahnbad. Hat ein Mensch zum Klagen Grund, Sagt man: Der kam auf den Hund! Doch wer in der Lahn geschwommen, Ter ist unter’n Hund gekommen! Es ist in letzter Zeit bedauerlicher Weise wiederholt vor- gefommen, daß Damen, die im Philosophemvald spazieren gingen von jüngeren Herren (?) angeredet und behelligt wurden. Es wäre wünschenswert, daß die S'.cherheitsbehörde ihre Organe anwiese auf derart Zudringliche zu fahnden. _______ o. ' Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einricht.), Preisl. grat. 3821 lli-o ne, ß iscuits Cakes-Tabrilt § virbn jetfui L verkaufe ich nicht so 4144 4141 £ SR Ausstattungs-Geschäft Po 4142 L 5$ wie folgt: Sei Eutuahme von mindestens 200 Gentnern Mk. ® 38 [3000] 49 50 67 76 90 567 624 [300] 88 808 12 37 950 93 327 20133 55 [200] 64 70 261 308 40 49 96 446 519 86 630 >200] 791 855 64 919 21059 146 80 217 30 69 72 422 42 518 603 66 789 22178 304 41 83 416 25 530 40 53 633 54 94 [200] [400] 14 161 95 242 397 538 644 726 57 907 50 8: 12 94 60 493 528 611 708 26 857 48 57 75 783 899 914 40 73 35276 302 422 24 541 57 62 74 600 16 18 24 92 777 853 938 69 104 51 78 261 68 308 52 95 97 98 459 635 80 99 819 18 453 69 553 625 741 820 43108 65 78 82 211 12 a ifi WWWW« 71 41 516 78 i,25 m 1,30 Mk. 19 23 989 959 23011 633 835 40 911 96 766 69 876 80 977 | 682 806 .5 77 814 57 89 806 808 294 98 300 [200] 68 92 333 400 19 520 80 97 612 20 627 60 710 23 814 85 867 82037 48 31022 184 11 40 41 52 63 § tfb 5 *» rX ® 933 109 719 'S) 13 ® Ö rS 1 i«che u. 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Mecum. 45033 87 [300| 148 55 65 91 218 39 53 79 314 22 401 47 542 54 92 95 633 736 833 [300] 913 24 46008 101 93 94 211 87 316 492 507 13 22 63 64 [250] 684 87 740 818 91 983 47033 102 27 255 72 80 99 319 48 415 29 589 622 708 821 28 936 52 48283 90 333 446 509 43 [2001 613 748 71 85 91 49111 60 84 351 99 422 609 703 801 14 33 50054 70 72 280 319 569 83 628 54 76 750 839 82 994 51006 108 87 244 312 24 54 12001 72 81 471 78 536 41 59 76 608 33 80 93 702 925 52002 6 29 83 116 39 48 61 205 9 88 305 412 577 615 43 728 816 41 70 53105 [300] 34 269 99 360 [250] 487 534 60 676 91 820 73 54009 115 332 456 81 84 531 78 97 [200] 725 45 59 [250] 68 84 86 805 13 66 80 910 20 25 Die Besichtigung meiner Lagerräume ist ohne Kaufzwang gestattet! !1 Coulanteste Zahlungsbedingungen nach Uebereinkunft Lieferung durch eigenes Fuhrwerk frei ins Haus, 24023 105 16 258 301 9 459 530 39 628 64 72 734 57 97 931 60 25107 52 64 204 32 60 79 301 57 422 25 49 97 [200] 783 849 934 2601/ 19 33 40 95 139 212 313 509 93 683 767 76 836 98 909 11 38 79 87 27069 86 99 136 72 246 [200] 52 339 74 495 555 639 783 [200] 861 99 989 28039 40 269 92 304 18 20 87 469 82 93 671 703 59 67 86 860 beS Gießener Stadtwaldcs soll Samstag den 7. d. Mts., vormittags 11 Uhr, im Hofe bei dem Bürgermeisterei-Gebäude öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. Juni 1902. 36079 128 207 34 97 365 [200] 463 544 600 49 64 729 [200] 43 826 921 87170 240 [200] 61 85 329 94 509 90 636 [200] 45 66 777 805 93 920 [400] 89 38040 ------------------- ------------- felöah .gtßisc, etc. Weichen, Drehscheiben, Patent'Bitgel-Ronenlager mit 50 pCt. Zugkraft -Ersparniss. Patent-Mulden-Feststellung selbstthätlg wirkend, Unfälle verhütend. Elektrisch. Lokomotiven Grosse Lagcrvorräthe. — Kataloge gratis und franco. — Musterglelsanlage nebst Wagen auf der Industrie- und Gewerbe- Ausstellung Düsseldorf 1902. Stück-Cokes.............. Nuß-Cokes, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe 9tr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthraeit, gang« barste Sorte . . . . . . . . . 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(Ohne Bewähr.) 53 71 149 363 74 99 435 513 36 [200] 45 64 607 57 826 [200] 60 1036 45 62 66 74 [200] 165 267 327 61 87 433 91 540 814 39 43 [400] 71 97 2095 206 16 [250] 50 305 69 88 401 45 82 559 650 64 80 707 9 14 35 57 [200] 60 [200] 888 953 3042 83 199 [200 1 231 79 86 365 513 [200] 81 48 694 731 [250] 809 10 26 37 931 48 85 4042 55 61 128 [400] 35 42 [300] 253 324 471 73 [200] 512 49 53 78 775 825 78 943 87 93 5027 57 143 224 83 445 67 70 553 79 94 639 788 90 860 905 56 6052 56 176 213 28 325 26 40 48 49 60 98 409 608 751 98 836 63 935 89 7013 163 72 259 311 53 454 65 73 757 58 819 66 922 52 8028 117 39 75 76 238 47 89 311 496 573 604 41 730 81 97 810 35 39 929 46 0036 45 71 85 94 163 200 26 42 91 330 87 487 [200] 96 534 70 83 723 51 807 89 906 37 10000 2 9 83 173 [200] 81 257 67 81 338 [200] 63 74 81 463 92 527 40 99 674 96 728 49 889 92 902 11050 112 18 34 42 232 46 74 91 313 34 [200] 403 526 49 56 90 646 86 749 806 21 46 48 917 12008 80 94 107 46 328 [200] 80 407 24 66 535 54 614 878 80 928 66 1 3009 14 51 65 134 42 72 82 217 98 327 466 [200] 508 13 33 56 625 731 806 7 19 30 41 95 906 12 55 14144 282 493 534 47 [1000] 49 86 89 731 33 84 852 66 932 64 79 sondern nur aus Interesse, meiner Kundschaft das zu bieten, was Konkurrenz zu bieten nicht im Stande ist. 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