Nr. 128 Vrschetvt tSgltch außer Sonntag-. Dem «Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Seffischeit Landwirt die (Siebener Zamiliew blätter viermal in der Woche bet gelegt Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univerf.-Buch- u.Stem- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpedttton und Druckerei: Schnlstrabe 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gictzen. Fernsprrchanschluß Nr. bl. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 4. Juni 1902 _ Vezng-pret-r W*' IIV w I w General-Anzeiger e—— Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM 0/ Ab? * ^etgenteil: bans Beck. monatlich 75 Ps., otertel* sährlich Tlt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Ps.; durchs diePost Mk.2.— mertel* fährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr,, ZetlenpretS: lokal 12 Ps« auswärts 20 Pfg. Gießen, am 31. Mai 1902. Betr.: Ausführung des Faselviehgesetzes; hier: Formulare für Sprungregister und Faselhaltungsverträge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 80. Mai l. I. (Gieß. Anz. Nr. 116) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von 8 Tagen erinnert. v. Bechtold. John Kull und Hhm Faul. Alle Parteigeaensätze sind für den Augenblick in England verstummt, so weit die Beurteilung der von Mchener durchgesetzten Uebergabebedingungen in Frage kommt. Die Freude der Bevölkerung kam am Montag abend in merkwürdigen Straßenszenen zum Ausdruck. Frauen und Döänner tanzten auf den Straßen und Damen wurden, wie anläßlich der Meldung von der Entsetzung Mafekings angehalten und abgeküßt. Wie die Zukunft über die Mittel aburteilen wird, durch welche dieser Erfolg errungen wurde, kümmert die öffentliche Meinung des Jnselreiches zur Zeit nicht. Die Gegenwart freut sich der nach hartem Kampf erfochtenen Ausdehnung der Grenzen und der Machtstellung des Reiches. Sämtliche Londoner Blätter kommentieren die Friedensbedingunaen. „Morning Post" ist der Ansicht, daß die Zurücknahme der Verbannungs-Proklamation Kitcheners einen schlechten Eindruck aus die Afrikander machen wird. Sie werden glauben, daß England seine Drohungen nicht auszuführen pflege. Das Blatt ist erfreut, daß die Regierung in der Frage der Rebellen nicht nachgegeben hat Im großen und ganzen findet das Blatt die Bedingungen günstig. „Daily Mail" meint, daß die finanziellen Bedingungen sehr großmütig seien, besonders dadurch, daß die Buren von jeder «Spezial-Steuer befreit sind. Es werden also die Uitlanders sein, die neben den Engländern in der Heimat die Kriegsfteuer in gewissen Proportionen zu zahlen hätten. „Daily Mail" billigt vollständig das Geschenk von drei Millionen Pfund an die Buren und glaubt, daß die Erlaubnis, die holländische Sprache in den «Schulen zu lehren, sehr viel zur Beruhigung der Gemüter beitragen werde. „Daily News" sagen, die weitgehenden finanziellen Konzessionen waren notwendig, um die Buren für die übrigen Bedingungen zu gewinnen, insbesondere für die Bestrafung der Kap-Rebellen. Die Absicht Chamberlains gehe jedenfalls dahin, durch diese Klausel die Burenund die Kaprebelle n gegen einander zu verhetzen. „Morning Leader" kann es nicht begreifen, daß die Buren die englischen Bedingungen annehmen tonnten, wenn sie nicht die Gewißheit erhalten hätten, daß die Kaprebellen bald amnestiert würden. Die Krönungs-Feierlichkeiten würden hierüber Aufschluß geben. Trotz des unzweifelhaften Erfolges, den die englische Regierung mit dem Friedensschluß errungen hat, glaubt man aber in Londoner politischen Kreisen, daß sie damit aus einem Höhepunkt angelangt ist, von dem sie vielleicht ziemlich schnell den Weg aller Parteiregierungen gehen wird. Deün insofern ein großer Teil der Bevölkerung das Kabinett hauptsächlich deswegen unterstützt hat, weil sie einen Systemwechsel während des Feldzuges sür verderblich hielt, beraubt der Friedensschluß das Ministerium seiner zuverlässigsten Stütze. Der über die Kapaufständigen verhängte W a h Ire chts v er lust wird, wie tu gut informierten Kreisen angenommen wird, bereits anläßlich der Krönung eine erhebliche zeitliche Reduktion, vielleicht bis auf sieben oder zehn Jahre, im Gnadenwege erfahren. Man rechnet, daß von dieser Friedensklausel in der Kapkolonie zwölf- bis sünszehntausend Mann betroffen werden. Der König wird sich am Sonntag in die St. Paul Kathedrale begeben, um an den Dankgebeten für den Abschluß des Friedens teilzunehmen. Er telegraphierte Sonntag nacht an Milner: „Bin über die Nachricht von der Uebergabe der Burenstreitkräste äußerst erfreut Beglückwünsche Sie auss Wärmste zu der geschickten Art, in der Sie die Verhandlungen sührten". An Kitchener telegraphierte der König: „Meinen herzlichsten Glückwunsch zur Beendigung der Feindseligkeiten. Beglückwünsche auch meine tapferen Truppen unter Ihrem Befehl auf das Herzlichste dazu, daß Sie diesen langen Feldzug zu so ruhmvollem, erfolgreichen Abschluß gebracht haben. Milner und Mchener sprachen dem König telegraphisch ihren Dank aus. Im U n t e r h a u s e erklärte am Dienstag Brodrick, am 3 Mai betrug die Gesamtzahl der bis dahin gefangenen B u r e n 25 555. Balfour sagte, er wolle nächsten Donners- den Antrag stellen, den britischen Truppen in Südafrika den Dank der Nation auszudrücken. Die Beratung des Etats solle bis Montag verschoben werden. Schatzkanzler Hicks Beach teilte mit, daß er gelegentlich der dritten Qefunn der Bill über die Kriegsanleihe sich über dre derzeitige finanzielleLage desLandes äußern werde. Nach einer Utrechter Depesche menten ine Herren aus Krügers Umgebung, daß der Präsident.wenn:die englische Regierung ihm solches gestattet, nach Sudafrtka bald zurückkehren wtrd, um dort seine letzten Tage zu verbringen. , , ,,L R In Utrecht hat am Dienstag nachmittag eine Konferenz bei Krüger stattgefunden, die Dr Leyds, Fischer Wessel, Wolmarans, Boeschoteu, Debruyn und Grobler etwa eine Stunde zusammenhielt. Hierauf wurde noch etwa eine halbe Stunde ohne die beiden verhandelt Um 8 Uhr reiften Wolmarans und Wessels Ausland. L o n d o n, 3. Juni. Unterhaus. Aus eine Bemerkung Nannettis, der "anregt, der «Schatzkanzler solle statt Getreide einen anderen Artikel zum «Steuerobjekt wählen, erwidert Schatzkanzler Hicks Beach: Ich bin nicht bereit, diese Anregung anzunehmen. Paris, 3. Juni. In dem im Elysee abgehalteneu Ministerrate überreichte Ministerpräsident Waldeck- Rousseau dem Präsidenten das Entlassungsgesuch des Kabinetts und häufte ihm für sein beständiges Wohlwollen und ermutigendes Vertrauen. Präsident Loubet sprach dem Kabinett sein Bedauern über die Demission aus, dankte sür die ihm in schwierigen Zeiten durch das Kabinett zu teil gewordene Uliterstützuna und gab seiner Freude über das von den Ministern während langer Zeit gegebene Beispiel von Einigkeit Ausdruck. — Wie man aus Kopenhagen meldet, beabsichtigt Waldeck-Rousseau Mitte Monats daselbst einzutreffen und reist dann nach Stockholm, einer Einladung König Oskars folgend. — Konsularberichte schildern die Situation in Marokko als höchst ernst und stellen ein allgemeines F r e m d e n m a s s a c r e in Aussicht. Zürich, 3. Ingi. Der internationale Textil- a r b e i t e r k o n g r e ß nahm eine Resolution auf Abschaffung der Akkordarbeit an. Dafür stimmten die Delegierten von Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien und der Schweiz, dagegen diejenigen von England, Belgien und Holland. Eine Spezialkommission entschied mit 4 gegen 4 Stimmen, z.u dem gegenwärtigen Kongreß auch die ch r i st l i ch e n Gewerkschaften, weil sie eingeladen sind, zuzulassen. Wien, 3. Juni. Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident v. Ko erb er gab eine amtliche Darstellung der gestrigen Vorgänge in Lemberg. Tie Militärassistenzen wurden von der Menge mit Steinen beworfen und auch angeschossen, sodaß sie von den Waffen Gebrauch machen mußten. Von 14 in Spitalsbehandlung Übernommenen Personen sind bis heute mittag drei gestorben, 10 Husaren wurden verletzt; 24 Verhaftungen wegen öffentlicher Gewalt- thätigkeit wurden vorgenommen. Ob die Anordnungen der «Sicherheits'behörden ausreichend und zweckmäßig waren, wird die strenge Untersuchung ergeben. Der Minister weist die Angriffe auf die Armee zurück. Diese stehe zu hoch, als daß sie durch Derartige Anwürfe getroffen werden könnte. (Zustimmung und Zwischenrufe. Taszynsky ruft Lobgesang auf die schießende Soldateska!'! Die Regierung und die Armee sind mindestens ebenso friedlich gesinnt, als die Sozialdemokraten, und beklagen ebenfalls tue Vorfälle und die Opfer, lic Arbeiter mögen von ihren Rechten nur einen derartigen Gebrauch machen, daß es zu solcher Abwehr nicht liuni.J. Die Führer solcher Bewegungen haben nicht die Kraft, die Massen im entscheidenden AuAenblick nach dem Haag, Fischer und Leyds blieben in Utrecht. Ganz im Gegensatz zu früher halten die Delegierten streng mit jeder Aeußerung zurück. Dr. Leyds empfängt keinen einzigen Journalisten. Bei Krüger melden sich zahlreiche Besuche, doch niemand wird zngelassert. Selbst der Umgebung des Präsidenten fällt es schwer, Krüger zu sprechen. Ein Beamter Krügers erklärte leidenschaftlich, daß er, der Beamte, niemals nach Südafrika zurückkehren werde. Es macht den Eindruck, als ob man in Krügers Umgebung noch an die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit geglaubt habe, als sich die Delegierten über bereit Preisgabe bereits klar waren. Daß Krügers Einflußvorbeiist, wurde von einem Burenstaatsmann zugegeben. Jedenfalls ist er von den letzten Friedenskonferenzen nicht unterrichtet gewesen, durch den Friedensschluß also überrascht worden. Die im Felde stehenden Burenführer mögen sich die praktische Bedeutungslosigkeit einer entsprechenden Auseinandersetzung mit ihm vergegenwärtigt haben. Sowohl der Expräsident, als auch der Staatssekretär der früheren südafrikanischen Republik, Dr. Leyds, würdey jetzt englischer- eits als Privatpersonen betrachtet, so zwar, daß eine Verwendung auch des letztgenannten Herrn in der neu einzurichtenden Verwaltung der einstigen Freistaaten kaum in Frage kommen dürfte. England legt eben dem sogenannten holländischen Buren-Zentrum keinen offiziellen Charakter bet Der Brüsseler „Petit bleu" weiß mitzuteilen, daß während des Krieges ein regelmäßiger Kurierdienst zwischen Krüger und den im Felde stehenden Burenführern seit Ende 1901 bestanden hat. Die mit der Ueberbringung von Nachrichten betrauten Personen hätten, wegen der Be- fürcktung von den Engländern gefangen genommen zu werden, keine schriftlichen Aufzeichnungen bei sich getragen, vielmehr die zu überbringenden Meldungen auswendig gelernt Auf Antrag eines Mitgliedes beschloß der Pariser Gemeinderat, Krüger und Steijn eine Sympathieadresse zu senden. Die königl. belgische Pacht „Alberta" trägt aus Anlaß des Friedens Flaggenschrnuck. Die alldeutsche Vereinigung (Schönerer-Par- tei) brachte im ö st er r eichi s ch e n Abgeordneten- hause einen Antrag ein, nach dem das Llbgeordnetenhaus eine Genugthuung ausdruckt, daß dem Kamps in Südafrika nunmehr Einhalt gethan sei, und dadurch die brutale englische Kriegführung ein Ende gefunden habe. Ter Antrag besagt weiter: Das Haus spricht fein Bedauern über die Härte der Kapitulations- artikel aus, weil durch die mit allen Mitteln erzwungene Anerkennung der englischen Uebermacht gegenüber dem tapferen Burenvolk im Herzen dieses Voltes eine Wunde zurückbleiben muß, deren Vernarbung in absehbarer Zeit nicht erwartet werden kann. Das Haus beklagt, daß reine der Mächte innerhalb und außerhalb Europas sich veranlaßt sah, den streitenden Teilen ihre Vermittelung anzutragen und für eine entsprechende Lösung des «Streitfalles einzutreten, wodurch für die gerechte Sache der Republiken ein entschieden besserer Abschluß herbeigeführt worden wäre, als es jetzt der Fall ist. Dolilische Cuges schall. Herrn, der den Stempel seiner gewaltigen Persönlichkeit unserem Zeitalter aufdrückt, hat es der deutsche Schiffbau zu seiner hohen Blüte gebracht. Möge unser Kaiser seinen Schützling auch weiter bewahren vor jenen Doktoren, die ihn ängstlich vor Sturm und Wetter schützen und an seinem Körper herumkurieren wollen! Es ist überhaupt in solchen Fällen ein eigenes Ting mit der staatlichen Fürsorge. Wenn mir heute gemeldet würde, oaß über Nacht die Schiffahrtssnbsidien geraubt seien, ich würde aufatmend sägen: die hätten mir schon längst gestohlen werden können." — Während die Vereinigten Staaten von Nordamerika owie England bereits die Proklamierung der neuen kubanischen R e p u b li k durch Errichtung eines Konsulats in Havana Rechnung getragen haben, ist von Seite der deutschen Regierung ein solcher Schritt noch nickt gefolgt. Auch eine offizielle Anerkennung der kubanischen Republik von eiten Deutschlands hat uo ch nicht stattgefunden. Die deutsche Regierung hat zu der staatsrechtlichen Veränderung auf Kuba noch keine Stellung genommen, weil eine Nott- sikation der neuen Republik hier noch nicht eingetroffen ist. — Tie juristische Kommission des preuß. Abgeordnetenhauses nahm den ersten Paragraphen des Gesetzes über die juristis chen Prüfungen, wodurch die Studienzeit auf sieben Semester erhöht wird, mit 11 gegen 10 und darauf das ganze Gesetz mit allen gegen ( Stimmen an. Schwerin, 3. Juni. Der Kronprinz von Siam traf heute mittag hier ein und wurde vom Großhepzog und dem Herzog Johann Albrecht empfangen. Düsseldorfs. Juni. In der heutigen Verhandlung der Schiffsbautechnischen Gesellschaft, welche wieder Geheimrat Busley leitete, sprach zunächst Frhr. von 9tolf üb er Len Rheinstrom und die Entwickelung seiner Schifffahrt, und darauf Direktor (Schleifenbaum über das Drahtseil im Dienste der Schifffahrt. Alsdann dankte der PrL- jident der Institution of Naval Architekts für die Ausnahme in Düsseldorf. Dresden, 3. Juni. In der Ersten Kammer erklärte Pros. Tr. Wach, die juristische Fakultät der Universität Leipzig stehe auf dem Standpunkte, daß die humanistische Vorbildung für das Studium der Jurisprudenz unerläßlich fei. Staatsminister von Seydewitz gab in dieser Beziehung keine Erklärung ab. — Ter Gesamtvorstand hes Verbandes sächsischer Industrieller richtete ein «Schreiben an den Ministers v. Metzel, in dem er die Staatsregierung davor warnt, den landwirtschaftlichen Forderungen weiter entgegenzukommen. — Wie das „Dresdener Journal" aus Sybillenort erfährt, ist der König, beä dem das alte Leiden wieder auftritt, gezwungen, einige Tage das Bett zu hüten. Deutsches Reich. Berlin, 3. Juni. Ter Kaiser hörte gestern nackp mittag im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts v. Senden-Bibran und heute die Vorträge der Chefs des Militärkabinetts und des Marinekabinetts. — Kpis er Will) elm sandte dem Lord-Leut nani von Irland folgendes Telegramm: „Ich bitte Eurc Exzellenz, meinen aufrichtigsten Tank für den meinen Br ud er und feinem Geschwader bereiteten glänzenden Empfang und die gütige Gastfreundschaft entgegenzunehmen Möge der Besuch sich als noch ein Band mehr in den Beziehungen beider Länder erweisen." — Generaldirektor B al lin von der Hamburg-Amerika- Linie hat beäi der Probefahrt des Doppelschrauieil-Posk dampfers „Blücher" eine Rede gehalten, in der er u. a sagte: „Unter der weisen Fürsorge des kaiserlicher Vormusterung des Pferdebestandes im Frieden. Der Kaiser hat an den Minister v. Goßler eine neue Pferdeaushebungs-Vorschrift erlassen, die u. a. folgende Bestimmungen enthält: „Die Vormusterungen werden durch militärische Pferde- Vormusterungs-Kommissare abgehalten, deren Zahl für die einzelnen Korpsbezirke (nicht PferdegestelNulgsbezirke) nach dem Pferdebesland und unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse besonders bestimmt ist. Jedem Komnnssar wird ein Vormusterungsbezirk zugewiesen. Die Vormuslernngs-Kommissare haben im Lause von 18 Monaten sämtliche Pferde ihres Bezirks em mal zu mustern. Die Kommissare teilen hierzu ihre Bezirke in Ihunlichst kleine llnter- bezirke, damit in erster Linie eine möglichst geringe Belästigung der Pferde haltenden Bevölkerung verursacht wird. Ein Zusammenziehen der Pferde aus mehreren Orten ist, wo nicht ganz besondere Verhältnisse dies zweckmäßig erscheinen lassen, zu vermeiden. Größere Orte sind in mehrere Ortsbezirle 511 zerlegen, innerhalb welcher die Aiusterungen örtlich und zeitlich getrennt stattzusmden haben. Bei Ansehung bei Musterungs-Orte und -Zeiten ist nach Aiöglichkeü Rücksicht auf die örtlichen und jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse zu nehmen. Insbesondere ist während der l a n d iv i r t j ch a f 11 i ch wichtig- st e n Zeiträume der einzelnen Bezirke die Aiusterung in denselben möglichst auszusetzen. 9)lan roirb allgemein mit diesen Bestimmungen einverstanden sein können und hoffen dürfen, daß allenthalben ihnen entsprechend gehandelt ivevbe. im Zaume zu halten. Die Rede des MinisterprSftdenLen wurde von den Sozialdemokraten st ü r m i s ch unterbrochen. Am Schluß herrscht lebhafte Bewegung. Am Schluß herrscht lebhafte Bewegung. Der Sozialdemokrat P e r n e r st o r s e r beantragt die sofortige Eröffnung der Debatte über die Erklärungen des Ministerpräsidenten. Der Antrag wird abgelehnt. Die Abstimmung gestaltete sich infolge der lärmenden Zwischenrufe seitens der Sozialdemokraten bewegt. Taszynski ruft den Polen zu: „Der Polenklub stst zufrieden, daß man Polen mord-et. Tie schamlosen Kerle sitzen alle; die werden durch vergossenes Blut nicht berührt." L e m b e r g, 3. Juni. Die gestrigen Exzesse dauerten bis spät nachts. An ihnen sollen aber weniger streikende Bauarbeiter als andere unruhige Elemente teilgenommen haben. Soweit bis jetzt bekannt, sind über 4 (-Personen durch Säbelhiebe und Schüsse verwundet worden, darunter 29 lebensgefährlich. Auf feiten des Militärs sind drei Husaren schwer und mehrere Soldaten durch Stein- Würfe leichter verletzt worden. Verhaftet wurden 26 Personen. Außerdem haben zahlreiche Kinder durch die Kavallerie-Attacke Verletzungen davongetragen. Die Zahl der Kinder ist jedoch nicht zu eruieren. Ta für heute weitere Exzesse befürchtet werden, durchzogen während der ganzen Nacht Militär-Patrouillen die Stadt. Kolonialpost. Ueber die Ermordung des Oberleutnants Nolte berichtet der Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun Oberstleutnant Pawel: Oberleutnant Nolte war am 25. Januar mit einem Teil seiner Kompagnie in Banyo eingetroffen und hatte durch Tibatihäuptlinge die Warnung erhalten, daß die Station eines Tages von der dort bestehenden Kriegspartei überfallen und er selbst ermordet werden sollte. Um diesen Plan ungestörter ausführen zu können, war auch versucht worden, meine Expedition von dem Wege nach Banyo abzulenken, und als ich am 27. Januar den Marsch nach Tibete, der mich zwei Tage Zeitverlust kostete, wäre immer feindlicher geworden. Auch ohne diesen Abmarsch nach Tibete, der mich zwei Tage Zeitverlu stkostete, wäre ich indessen zu spät gekommen, um das Unglück in Banyo zu verhindern, da Nolte bereits am 1. Februar 6i/2 Uhr vormittags ermordet wurde. Nolte hatte die Absicht, um allen Treibereien ein Ende zu machen, das Haupt der Kriegspartei, Jerima Jhsa, zu verhaften. Er verlangte daher am 1. Februar morgens mit dem Lamido und seinen Großen eine Beratung in der Königsfenz. Dazu nahm er zehn Soldaten mit in das Beratungszimmer hinein und ließ Leutnant Sandrock mit 30 Soldaten außerhalb, der Fenz Aufstellung nehmen. Das Lager der Station selbst blieb durch Sanitätssergeanten Hollenbeck und drei Soldaten besetzt. Genaue Instruktionen für alle Teile waren ausgegeben' worden. Als im Laufe der Beratung Jerima Jhsa für verhaftet erklärt wurde und ihm dies durch Auflegen der Hand von Nolte bemerkbar gemacht wurde, sprang der dem letzteren gegenüberfitzende Lamido Omaru auf und stieß feinen im Aermel verborgenen Dolch dem Oberleutnant Nolteins Herz. Letzterer hatte noch die Kraft „Feuer" zu rufen, und es entspann sich nun ein lebhaftes Gefecht in und vor der Königsfenz, bei dem der Lamido Omaru, der zu fliehen versuchte, erschossen wurde. Sandrock wurde sehr bald Herr der Situation, nachdem eine Anzahl Fullahs gefallen und der Rest geflohen war. Zu letzteren gehörten auch Jerima Jhsa und einige andere Häupter der Kriegspartei, wie der Sarikin Saggi und Kaigama Pettepette. Gleichzeitig war das Lager überfallen worden, doch der Angriff durch Hollenbeck abgewiesen. Bei diesem Gefecht ist sowohl die Königsfenz, wie die Moschee und ein großer Teil der Stadt in Flammen aufgegangen. Es wurden eine Menge Gewehre und Patronen, Pferde und Vieh erbeutet. Die englische Meldung, wonach in dem Zusammenstöße noch ein zweiter Offizier gefallen fei, bestätigt sich also erfreulicherweise nicht. Ans Kindt und Kand. Gießen, den 4. Juni 1902. • • Lotterie. Bei der heutigen Ziehung der 3. Klasse der Hessischen Landeslotterie fiel die Prämie von 50 000 Mk. auf Nr. 11726, die mit dem höchsten Treffer von 20 000 Mk. zuletzt gezogen wurde, sie kam nach Heldenbergen; ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 36828 (nach Darmstadt), ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 31444 (nach Mainz), ein Gewinn von 1000 Mk. auf Nr. 49577 (nach Oldenburg), ein Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 8206, zwei Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 15027 38624, neun Gewinne von je 250 Mk. auf Nr. 7038 11651 15088 25885 31624 32408 33209 45827 53154, 23 Gewinne von je 200 Mk. auf Nr. 1205 1512 2179 2713 4382 6121 6626 14516 19421 20779 21278 24338 28113 28411 29141 31718 32840 33578 33959 35634 35653 36410 38802 (Ohne Gewähr.) * * Die Abonnements-Konzerte unserer Regirnentstäpelle, die in dem Stein'schen Garten morgen wieder ihren Anfang nehmen, wurden in den früheren Jahren stets von Jung und Alt besucht. Sie haben sich gewissermaßen zu einem Bedürfnis für unsere Gießener Bevölkerung herausgebildct. und wer sich eine Erholung, gleichzeitig aber auch einen hohen Kunstgenuß gönnen wollte, besuchte diese Konzerte. Die vortrefflichen ßeiftungen unserer Regimentskapelle auf dem Gebiete der Militärmusik sind ja bekannt. Musikdirektor Krauße sorgt in jeder Beziehung für angenehme Abwechselung. Auch in dieser Saison werden wir die neuesten Erscheinungen, die neuesten „Berliner Schlager", wie „O du mein Girl", „In der Venus-Grotte", „Als ich kam", „Eine lustige Fahrt durch die musikalische Welt" 2C. re., zu hören bekommen. Aber neben diesen sog. Berliner Süßigkeiten wird auch gediegene Musik (Wagner re.), die unsere Regirnentstäpelle in vollendeter Form beherrscht, nicht fehlen, und so werden diese Konzerte gewiß wie seither ihre altbewährte "Anziehungskraft ausüben. • * Leichenfund. Gestern nachmittag wurde in einer Feld- scheuer an der Rodheimerstraße die Leiche eines Taglöhners aus Frankenbach aufgefunden. Sie wurde in die Leichenhalle gebracht. • * Plötzlicher Tod. Ein hiesiger Taglöhner konnte gestern abend infolge eines plötzlichen Krankheitsanfalls in der Westanlage nicht mehr weiter gehen. Er ließ sich an dem Eisenbahndamm nieder. Da sein Zustand sich immer mehr verschlimmerte, mußte er m die Klinik gebracht werden, wo er im Laufe der Nacht starb. * * Schlägerei. In der vergangenen Nacht fanden zwischen Studenten am Seltersthor und am Bahnhof Schlägereien statt; die Beteiligten wurden in beiden Fällen zur Anzeige gebracht. Ebenso wurden mehrere Personen wegen Ruhestörung, verursacht durch Klavierspielen bei offenem Fenster, zur Anzeige gebracht. ** Dienstnachrichten. Dem Geometergehilfen R am speck aus Alsfeld wurde das Patent als Geometer 1. Klaffe für den Kreis Alsfeld erteilt; der Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Karl Ost wurde zum Lehrer an der Realschule zu Michelstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer ernannt; dem Hilfslehrer an der Blindenanstalt zu Friedberg Christian Schmidt wurde eine Lehrerstelle an dieser Anstalt, dem Schullehrer Wilhelm Diehl zu Rendel eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bad-Nauheim, dem Schullehrer Friedrich Karl T y ö t zu Oberau wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Harbach übertragen; der Schulamtsaspirant Jakob Buß aus Gambach wurde zum Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Schotten ernannt; dem Schulamtsaspiranten Karl Roth aus Zeilhard wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burkhardsfelden übertragen; der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Butzbach Otto Weide wurde zum Lehrer an der höheren Bürgerschule daselbst, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt; dem Schulamtsaspiranten Heinrich Brück el aus Lich wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bisses übertragen; der von dem Grafen zu Solms- Laubach auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Inheiden präsentierte Schulamtsaspirant Ludwig Sommer aus Watzenborn wurde für diese Stelle bestätigt. ** Vortrag. Ter Waldenserpastor Howard Toofilo Gay aus Mailand wird, wie wir hören, am Freitag den 13. Juni, abends 81/2 Uhr int großen Saale von Steins Garten einen Vortrag halten über: „Die Waldenser in Vergangenheit uub Gegenwart." Der Vortrag wird durch Vorführung einer großen Anzahl farbenprächtiger Lichtbilder aus den wunderbar schönen piemontesischen Wald- und Gebirgsthäleru unterstützt werden. Der Eintritt ist frei für jedermann. Schon jetzt sei auf diesen interessanten Abend aufmerksam gemacht. Wir werden auf die Waldenfer- bewegung noch einmal in diesen Tagen zurückkommen. ** Evangelischer Kirchengefangverein für Heffen. Unserem gestrigen Bericht über die Hauptversammlung des Evangelischen Kirchengefangvereins für Hessen, die in Schwabs- burg ftattfanb, tragen wir nach der „D. 3tg? noch folgendes nach: Als Vertreter des Großh. Oberkonsistoriums wohnte der Superintendent der Provinz Rheinhessen, Ober- konsistorialrat D. Walz, dem Feste bei. Oberkonsistorialrat D. Flöring, der in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Wirkt. Geheimerats I). Hallwachs Exz. den Vorsitz führte, begrüßte die Erschienenen und erstattete sodann den Jahresbericht. Die Zahl der zu dem Evangelischen Kirchengefangverein für Hessen gehörigen Ortsvereine betrug im abgelaufenen Vereinsjahr 1901/02 in der Provinz Starkenburg 34 Vereine und 7 Chorschulen, in Ober- Hessen 29 Vereine und 1 Ehorschnle, in Rheinhessen 35 Vereine, zusammen also 98 Vereine und 8 Choischulen. Das Bestreben muß mit aller Energie darauf gerichtet bleiben, eine steigende Bewegung für die Vereinssache wieder in Fluß zu bringen, da mit seiner Zahl das Wachstum des Einflusses des Vereins auf das gesteigerte kirchliche Leben der evangelischen Gemeinden naturgemäß eng verbunden ist. An die in vielen Orten unsres Landes bestehenden Vereine, die sich auch in den Dienst der musica sacra stellen, sich aber bisher dem Landesverbände noch nicht angeschloffen haben, ergeht daher wiederholt das dringende Ersuchen, diesen Anschluß nunmehr zu vollziehen. Die anzurufende Mithilfe der Superintendenten, Geistlichen und Kirchenvorstände dürfte- sich für diese Anschlußbestrebungen in vielen Fällen als besonders wirksam erweisen. Diese Mithilfe erhofft man auch von den Gemeinden. Es bedarf an vielen Orten gewiß nur einer Anregung der kirchlichen Behörden und Organe, die Gemeinden dazu zu bewegen, den Kirchengesangvereinen die pekuniäre Last ihrer Thätigkeit wenigstens teilweise zu erleich- tern. Wünschenswert ist ferner eine Steigerung der Geldmittel durch die ©eroinnung neuer Einzel Mitglieder. Die für 1901 aufgestellte Rechnung ergiebt cme Gesamteinnahme von 647 Mk. 52 Pfg., der eine Gesamtausgabe von 558 Mk. 4 Pfg. ^egenübersteht. Am Schluffe des letzten an die Vercinsmitglieder erstatteten Berichts war auch die Neuregulierung der Kantoren- und Organisten- Geh älter erwähnt und darauf hingewiesen worden, daß der Evangelische Kirchen-Gesang-Verein für Deutschland feit dem Vereinstag von Nürnberg im Jahre 1885 wiederholt die Notwendigkeit dieser Neuregulierung in Anregung gebracht hat. Der Vorstand möchte die heutige Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, diese Notwendigkeit von neuem zu betonen und der obersten Kirchenbehörde ihre baldige Erledigung dringend an das Herz zu legen. Was die durch die vorjährige Hauptversammlung in Büdingen angeregte Verfügung des Oberkonsistoriums bezüglich einer wesentlichen Herabsetzung des Preises für das hessische Gesangbuch mit Noten betrifft, so kann man mit großer Freude feststellen, daß dieses dankenswerte Vorgehen der Behörde vom bestem Erfolge begleitet gewesen ist. Die Verbreitung des Gesangbuches hat in der neuesten Zeit eine sehr wesentliche Zunahme erfahren, und man darf sich der begründeten Hoffnung hingeben, daß damit zur Förderung der Melodienkenntnis und Verbesserung des Kirchengesanges ein sehr wesentlicher Schritt vorwärts gethan roori^n ist. — Ter Jahresbericht ermahnt schließlich die Ortsvereine und Einzelnntglieder im Interesse einer geordneten Rechnungsführung zu möglichst pünktlicher Einsendung der Jahresbeiträge und erwähnt noch die Thatsache, daß sich (wie bereits erwähnt) die Vereine von Heppenheim a. d. W., Horchheim, Leiselheim, Monsheim, Pfeddersheim und Pfiffligheim zu einem engeren Verbände zur Förderung und Vertiefung des Interesses ihrer Gemeinden an den Bestrebungen der Kirchengesangvereine zusannnengeschlossen haben, was mit Freuden zu begrüßen ist. Eine angeregte Diskussion über Wesen und Aufgabe der Evangelischen Kirchengesangvereine und ihr Verhältnis zu dem geselligen Leben der Gemeinden schloß sich an den Jahresbericht an. Es wurden zwei Resolutionen gefaßt, von denen die erste die pekuniäre Unterstütziing der Kirchengesangvereine durch die Kirchenvorstände anregt, während die zweite die Aufbesserung der Or- ganistengehalte als im Interesse der Kirchenmusik, zu deren Pflege der Verein berufen ift, gelegen, für dringend wünschenswert bezeichnen. *• Der Verband der Eabelsberger Stenographen des Main- Rhein-Ganes und von Heffen-Naffau beging am Samstag und Sonntag sein 23. Verbandsfest m Wetzlar, das vom herrlichsten Wetter begünstigt war, unter überaus zahlreicher Beteiligung seitens der Verbandsmitglieder und der gesamten Bevölkerung Wetzlars. Schon zum Kommers am Samstag abend hatte sich eine stattliche Zahl auswärtiger Stenographen eingefunden, sodaß der Vorsitzende des Wetzlarer Stenographenvereins, Lehrer Velten, mit Recht seiner Befriedigung über den zahlreichen Besuch in beredten Worten Ausdruck verleihen formte. Ter Hauptteil des Festes am Sonntag den 1. Juni begann mit einem Verbandswettschreiben in 6 Abteilungen von 80 bis 220 Silben im König!. Gymnasium, während für diejenigen, die an dem Weltschreiben nicht teilnahmen, ein Frühschoppen im Garten des „Römischen Kaisers" stattfand. Bei der akademischen Feier, die im „Schützengarten" abgehalten wurde, begrüßten Bürgermeister u. Zen gen namens der Stadt Wetzlar, der Verbandsvor- sitzcnde Lehrer Zieprecht-Gießen, namens des Verbandes und Lehrer Velten-Wetzlar namens des Wetzlar-er Steno- graphe'nvereins die stattliche Festversammlung. Dr. G a n t t e r- Franksiirt sprach in einem einstündigen, mit großem Beifall aufgenommenen Festvortrag über die „Schnellschrift Gabelsberger im Kampfe der Stenographensysteme". Im Anschluß an die akademische Feier nahm der Vorsitzende des Stenographenvereins Gießen, Kreisamtsbüreailvorsteher Schiff nie, un Namen des genannten Vereins die Gelegenheit wahr, dem ehemaligen Verbandsvorsitzenden, Realschuldirektor Professor Dr. Pitz-Alsfeld, seine Ernennung zum Ehrenmitgliede des Stenographenvereins Gießen, dessen langjähriger Vorsitzende derselbe war, bekannt zu geben und ihm eine prachtvoll ausgeführte Urkunde hierüber zu überreichen. Nach dem hierauf stattfindenden Festessen wurden unter Führung des Rektor Lu er ss en die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt, von denen hauptsächlich das Lottezimmer, der Dom, der Goethe- brunnen, das Goethedenkmal und der Kaismunt lebhaftes Interesse erweckten. Den Schluß des Festes bildeten ein Konzert im Schützengarten, zu dem der Zudrang der Wetzlarer Bevölkerung em äußerst großer war, und ein Festball, der die Teilnehmer noch recht lange zusammenhielt. In einer kurzen Besprechung der Vereinsvertreter wurde Erbach i. O. als Ort für den nächsten Verbandstag aus- ersehen. ** Achtung — Bahnsteigkarten! Vom 1. Juni ab wird die Giltigkeit der Bahnsteigkarten allgemein auf den Kalendertag beschränkt, an dem die Karte benutzt und von dem Bahnsteigschasfner mit der Lochzange entwertet wird. Die zwischen 11 und 12 Uhr nachts zum Betreten des Bahnsteigs Entwerteten Bahnsteigkarten gelten noch am nächstfolgenden Tage; diese Karten werden durch zweimalige Lochung besonders gekennzeichnet. Wer den Bahnsteig mit ungültigen Bahnsteigkarten betritt oder verläßt, hat, falls nicht etwa gegen ihn wegen Betrugs einzuschretten ist, den im § 21 Ms. 5 der Eisenbahnverkehrsordnung festgesetzten Betrag von 1 Mk. verwirkt. Bei Entdeckung derartiger Unregelmäßigkeiten soll genau untersucht werden, ob ettva der Betroffene sich auch einer Fahrgeldhinterziehung schuldig gemacht hat. E. Lich, 3. Juni. Tie hiesige freiwillige Feuern wehr feiert am Sonntag, 8. Juni, das 25jähr. Stiftungsfest. Von 8 Uhr Dorrn, ab findet Empfang der auswärtigen Wehren, um 12 Uhr eine Hebung mit Brandangriff auf dem Schloßplatz, nachmittags halb 3 Uhr Ausstellung des Fest^ zuges, um 3 Uhr Festzug nach dem Festplatze statt. Nach Ankunft aus dem Festplatze wird 5 Mitgliedern das Ehrenzeichen für 25jähr. Tienstzeit und 3 Mitgliedern das Diplom für 15- bezw. 17jähr. Dienstzeit überreicht. Hierauf folgt Festrede, Konzert und am Wend Tanz. L a u b a ch, 3. Juni. Dem Grafen Wilhelm zu S 0 l m s- Laubach ist anläßlich der Anwesenheit des Großherzogsj von Mecklenburg-Schwerin zu den Hochzeitsseier- lichkeiten, das Großkreuz des Greifen-Ordens verliehen worden. k. Ranstadt, 1. Juni. Bei der gestrigen Beigeord- netenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Wilhelm Stiebe l i n g II. einstimmig wiedergewählt. e. Wallern Hausen, 2. Juni. Dem Landwirt Jung von hier ging heute beim Futterholen in einer steilen Stelle das Pferd durch Er kam unter den Wagen und trug schwere Verletzungen davon. Das wertvolle Tier stürzte unb blieb auf der Stelle tot t. Düd elsh e im, 1. Juni. Bei der heutigen Bürgern meisterwahl wurde Postagent Theodor Alb rech t^mit 162 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat erhielt 60 Stimmen. Bad Nauheim, 3. Mai. Von der I. 3^proz. Anleihe vorn 1. Juli 1888 gelangten zur Auslosung von Lit. A 1 Stück, Lit. B 1 Stück und Lit. C 2 Stück zusammen 4000 Mark. Ausgelost wurden Lit. A Nr. 8, Lit. B Nr. 92, Lit 0 Nr. 41 und 163, deren Rückzahlung am 1. Oktober 1902 zu erfolgen hat — Fürst Heinrich XIV. von Neuß j. L., Regent des Fürstentums Neuß ä. L., ist in Begleitung des Flügeladjutanten, Majors Graßinann, zum Kurgcbrauch hier eingetroffen. Er stieg bei Medizinalrat Professor Dr. Groedel ab. Darmstadt, 2. Juni. In einem Hörsale der Tech irischen Hochschule hielt am Samstagnachmittag Prof. Dr. B e r g h 0 f f-I sin g vor nahezu 400 Volksschule lehrern aus allen Teilen Hessens einen Vortrag übet Volkswirtschaftslehre. Dem sehr interessanten und belehrenden Vorträge folgen an den nächsten fünf aufeinanderfolgenden Samstagen jedesmal nachmittags von 1/26—1/48 Uhr fünf weitere Vorträge über denselben Gegenstand. Jeder Teilnehmer entrichtet hierfür einen einmaligen Beitrag von 4 Mk. zur Bestreitung der Kosten. Ter Ueber- schuß ist für wohlthätige Zwecke bestimmt. — Ein ähnlicher Vortragszyklus findet im Herbste statt, wobei ein Professor aus Straßburg über Pädagogik sprechen wird. Tie letzteren Vorträge werden an 6 aufeinanderfolgenden 'Tagen abgehalten. Für beide Vortragszyklen haben sich bereits 600 Lehrer gemeldet. ’• Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Beim Exerzieren in einer Hitze von 23 bis 26 Grad Reaum. im Schatten auf dem vor der Kaserne gelegenen Kämpsrasen in Marburg stürzte eine Anzahl Mannschaften des dortigen Jägerbataillons zusammen. — Einem Offenbacher Wirt, der im Sommer vorigen Jahres bei dem Lokalbahn-Unfall auf der Station Obenad innere Verletzungen erlitt, ist von der kgl. Eisenbahndirektion eine Entschädigung von 25 000 2)#. gewährt worden. 4% Oesterr. Goidretne > Schlammvulkans Kanonenschuß ähnlichen! Tendenz: ruhig. zangvjCA caEwcat« | Knaben- und W8ädchen°8Ba»sen. | Neue Sendungen eingetroffen. A. SölMWg Giessen, Seitesweg 20. 4161 zu ganz billigen Preisen Mk. von 1. PflasterarLeiten c/& 91.— n Prang Heumeyer Mainzlar, 3. Juni LDoiotbeenbad, Gotha i. Thür., disohe und pbysikä- — liech—diätetische Heilanstalt 2 Aerzte. Prospekte. ■ Sonnenstraße 20. Sonuenstraße 22. 102.00 93.20 101.95 92.75 100.00 99.20 102.90 102.70 45.35 29.20 113.00 44.30 2. Umpflastern 3. Lieferung von zerkleinerten Decksteinen 4. 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Tie Erscheinung dauerte gegen 5 Minuten, eine Schafherde wurde vernichtet, 4 Hirten trugen schwere Brand- wunden davon. Aum südafrikanischen Ariederr. Pretoria, 3. Juni. (Reuter.) Bei der Fried en 3- besprechung der Buren in Vereeniging am 30. Juni, stimmten 54 für die Annahme der englischen Be«, dingungen und sechs dagegen. London, 4. Juni. Die „Dimes" melden aus Pretoria: Unter den Buren in Vereeniging riefen die endgiltigen Vorschläge der englischen Regierung eine lebhafte Erörterung hervor. Obgleich die meisten Redner heftigen Widerspruch erhoben, wurde dem Vernehmen nach der Antrag, die Friedensbedingungeu anzunehmen, sofort einstimmig genehmigt. Pretoria, 3. Juni. Die _ Friedens-Ankündigung wurde von den Einwohnern mit Enthusiasmus und Hochf- rufen auf Kitchener und Milner begrüß!. Ueberall, besonders unter den Burghers, wurde die Nachricht mit der größten Freude ausgenommen. In allen Staaten Süd- afriaks, besonders in Kapstadt und Johannesburg, wird der Friede mit großem Jubel gefeiert. Die iltachricht vom Friedensschluß wurde von den gefangenen Buren im Lager zu Eongelia bei Durban mit unverhohlener Freude be^ grüßt. Der Kommandant wurde auf den Schultern herum-, getragen. Utrecht, 4. Juni. Es verlautet, Krüger, Dr. Leyds und Fischer beabsichtigen eine Veröffentlichung einer dokumentierten Protestnote an die Mächte. London, 4. Juni. Die Morgenblätter berichten, daß Sir Green, englischer Gesandter im Haag, gestern eine Unterredung mit dem holländischen Kabinettsches Dr. Küppers hatte. Er ersuchte um die Vermittelung Dr. Küppers, um dem Präsidenten Krüger die offizielle M'ck- teilung von dem Friedensschluß machen zu können. Man glaubt, daß die englische Regierung Krüger und seinen Ratgebern mit Ausnahme des Dr. Leyds freies Geleit nach Südafrika geben wird. Die Bedingungen, die Krüger gestellt werden sollen, gehen nur dahin, daß Krüger sich auf seiner Farm als Privatmann-aushalten soll. Wenn die Buren hiermit einverstanden seien, werde Krüger und den übrigen Buren-Vertretern ein Kreuzer zur Ver^ fügung gestellt werden. — Die liberalen Blätter kommentieren die wahrscheinliche Rückkehr Krügers und die Ausgabe der Politik der Repressalien und bemerken hierzu, daß in dieser Beziehung ein starker Druck aus Chamberlain, der früher stets für die härtesten Bedingungen eintrat, aus geübt worden sein müsse. - Aus Pretor ia wird gemeldet: Kitchener hielt in Bert eeniging eine Ansprache, wobei er der Ueberzeugung Aust druck gab, daß die Engländer und die Buren nunr mehr Freunde sein werden. Seine Worte ernteten großen Beifall. Tie Buren erklären, daß die UeBergäbe der verschiedenen Kommandos ohne Schwierigkeit erfolgen würde. Zur Einbringung der Waffen waren drei Zentren errichtet worden, im Osten Transvaals unter Hamilton, im Westen unter Walter Kitchener und im Oranjestaat unter General Elliot. — Aufregende Szenen spielten sich in den Konzentrationslagern von Irene ab. Beim Empfang der Nachricht vom Friedensschlüsse versammelten sich die Bewohner und gäben ihrer Freude Ausdruck. Neueste WewuiuM. Originaldrahtmeldungen des Giessener Anzeigers. 8. Taimstadt, 4. Juni. Die Zweite Kammer begann heute die Beratung der Vorlage betr. den Main-Reckar- bahn-Vertrag. Finanzminister Dr. Gnauth empfiehlt die Annahme des Antrags, der lediglich eine Folge des preußisch-hessischen Vertrags von 1896 sei, der für Hessen in jeder Hinsicht gute Folgen gehabt habe. Abg. Schmitt (Ctr.) kritisiert scharf den Ausschußbericht, der die Annahme des Vertrags empfiehlt. Hessen sei durch den Gemeinschaftsvertrag mit Preußen schon genug geschädigt. Die damaligen Unterlagen, auf Grund deren der Vertrag geschlossen worden sei, entbehrten der Richtigkeit. Er werde mit seinen Freunden für den Vertrag nur stimmen, wenn der 1896er Vertrag einer neuen Prüfung unterzogen werde. Berlin, 4. Juni. In parlamentarischen Kreisen wird das Zuckersteuer-Gesetz als gefährdet angesehen infolge des gestrigen Beschlusses der Kommission, wonach die Verbrauchs-Abgabe bis zum Jahre 1905 auf 12 Mk. und von da ab auf 10 Mk. herabgesetzt werden soll. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes Frhr. v. Thielmann hatte erklärt, daß die Regierung höchstens einer Ermäßigung der Verbrauchs-Abgaben von 16 auf 15 Mk. zustimmen könnte. Gumbinnen, 4. Juni. Der ehemalige Unteroffizier Marten ist gestern aus dem Gefängnis in Danzig entlassen worden. Bei seinem Eintreffen hier wurde er von seinen Verwandten empfangen. Zahlreiche Kinder und Erwachsene, die von einem Schul-Ausfluge zurückkehrten, begrüßten ihn mit Hurrahrufen und warfen in die Droschke, in der er fuhr, Blumen und Sträuße. Karlsbad, 4. Juni. Nachdem der Schah von Persien gestern nachmittag einer Einladung des Grafen Hohen- thal-Bergen nach Knautheim gefolgt war, reiste er abends nach Karlsbad ab, wo er heute früh eintraf. Er wird hier mehrere Wochen zum Kurgebrauch bleiben. Serajewo, 4. Juni. Zwischen einem Serajewoer hohen Beamten und einem Leutnant in Pojepolje (in Bosnien) fand ein Revolver-Duell statt, bei dem der Leutnant tätlich verwundet wurde. Der Beamte überraschte^seine junge Frau, eine bekannte Schönheit, Tochter eines Stuttgarter Bankiers, bei einem Stelldichein mit dem Leutnant. Er stürzte sich mit dem Revolver auf ihn, wobei es dem Leutnant gelang, dem Gatten die Waffe aus der Hand zu schlagen. Kurz darauf fand das Duell statt. Belgrad, 4. Juni. Der Redakteur des Witzblattes Kukurek wurde wegen Beleidigung des Kaisers von Oesterreich zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Peking, 3. Juni. Gestern brachen in den französischen, heute in den österreichischen Baracken Feuersbrünste aus, ohne großen Schaden anzurichten. Man vermutet Brand st iftung. Vor dem Gesandtschafts- viertel sammelten sich Mengen von Chinesen, die sich zu freuen schienen. Baku, 4. Juni. In der Nahe des Torfes Kobi (Kreis Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. m., 4. Jurü 1902. 215.7C 186.2c 141.50 148.00 159.50 149.10 18.10 168.00 208.00 201.80 180.75 Eine leistungsfähige B©id®nsto££w&,berei sucht für die Plätze Marburg und Gießen, mit dem Sitz in Gießen, einen gut eingesührten durchaus branchekundigen Vertreter gegen Provision. Offerten mit Angaben über seitherige Thätigkeit unter Chiffre 8. L. 2077 an Rudolf Moste, Frank- furt a. 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Der Sohn der Beklagten beantragt Klagab- weisunq, weil der Kläger mehrfach unpünktlich zur Arbett erschienen sei uiid am 27. Mai vormittags die Arbeit unbefugter Weise verlassen habe. Die Entlastung erscheine darnach gerechtfertigt. Der Kläger wendet ein, daß er rein zufällig gerufen worden sei und daß er seinen Mitgesellen gebeten habe, es der Arbeitgeberin zu sagen. Das Gericht erläßt wegen der beiderseitigen Vorbrmgungen Beweisbeschluß, in dessen Erledigung Zeugen vernommen werben sollen — Der Dienstmann Kaspar E i s e n b a ch hier verlangt von dem Pflastermeister Johannes H o tfn a n n hier 52 Psg. Reftlohn mit der Begründung, daß ihm Hofmann diesen Betrag zu viel als 1655 4*,,% Oesterr. bilberrente 101.70 101.60 Krankenkastenbeitrag abgezogen habe. Dofmann habe ihn nach seinem Verdienste eine Klasse zu hoch versichert gehabt. Hofmann ist nicht erschienen, trotzdem er ordnungsmäßig geladen ist, und es mußte auf Klägers Antrag Versäumnisurteil gegen ihn ertasten werden. Der Kläger verlangt für Versäumnis bet der Klageer- Hebung und Abhaltung des heutigen Termins je 50 Psg. Entschädigung. Das Gericht billigt jedoch nur 50 Psg. für die Verfaumms bei der Klagerhebung, weil der Beklagte dem Klager den emge- klagten Betrag vor dem Termin reell hatte anbieten lassen. Krieskasten der Kedaktian. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Nach Marburg. Wir geben bereitwilligst zu, daß Ihre nach schamhafter Pharijäerart die eigene strotzende „Charakterhaftigkeit" zwischen den Zeilen anpreisende „Hess, Landesztg." wieder einmal „in die Fixigkeit" des Urteilens und Verurteilens manchen „über' ist. Aber darum hapert's desto mehr „in die Richtigkeit", um mit Unkel Bräsig zu reden. Ganz ohne Kenntnis der Sachlage zu urteilen ist überaus klug und weise und windig des „Volksblattes für West- und Südwestdeutschland". Arbeits- Versteigerung. Dienstag den 10. Juni 1902, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem Bürgermeisterei- Büreau zu Mainzlar nachbenannte Arbeiten an den Wenigst. Versteigerung Donnerstag den 5. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen dahier Neuenweg 28 diverse Möbel, 1 Faß Krystall- öl, eine Ladeneinrichtung, eine Schreibmaschine u. v. a. gegen bar versteigert werden. Gießen, den 4. Juni 1902. 02491 Seipel, Gerichtsvollzieher. StäM. Schlachthaus. Freibank. Heute uud morgen: HqlkBrkH 50 psg. Kuhgeish 40 Psg. 7/isitenAarten liefert rasch und billigst Briihl’sche Univ-Druckeret Vermischtes. ♦ Berlin, 3. Juni. Das Opfer efner überaus anstrengenden Marschübung ist der Gefreite Paul Zenker von der 4. Kompagnie des Potsdamer Garde- Jäger-Datalllons geworden. Infolge der großen Hiße wurden etwa 60 Jäger marode. Mehrere sielen vor Hitze um und kamen ins Lazarett. Während Zenker etwa zehn .Minuten von Döberitz einen H itz s chl a g bekam, an dem er abends 7i/2 Uhr im Döberitzer Lazarett verstarb. * Paderborn, 3. Juni. Als gestern vormittag um ;iO Uhr das 1. Bataillon des hier garnisonierenden Jnfan- iterie-Regiments Nr. 158 von einer Hebung zurückkehrte, wurde Leutnant Graf v. Sparr von einem Hitzschlag getroffen. Obwohl ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war», erlangte der Verunglückte das Bewußtsein 'nicht wieder, sondern starb gegen 7 Uhr abends. Graf Sparr hatte im 6. ostasiatischen Infanterie-Regiment in der China-Expedition teilgenommen. Amsterdam, 3. Juni. Einem Diamantenhändler wurden gestern während er sich zur Börse begab, 95000 Francs gestohlen. * Lissabon, 3. Juni. Die Polizei verhaftete zwei Reisende, welche Checks über hohe Summen bei sich führten. Man glaubt es mit Freunden der Familie Humbert zu thun zu haben. * Rom, 3. Juni. Auf dem Dampfer „Montenegros, welcher italienische China-Truppen heim befördert, ist die Cholera ausgebrochen. Es sind bereits mehrere Todesfälle zu verzeichnen. Linz, 3. Juni. Der Marktflecken Hofkirchen ist größtenteils niedergebrannt. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Aus der Pfalz. In dem Saale des Gasthauses „Zum wilden Mann" in Schifferstadt tagte die Generalversammlung der Pfälzischen Tabak-Verkaufs-Genossens chaft, die sehr zahlreich besucht war. — Im Jahre 1897 zählte die Genossenschaft 18 Vereine mit 739 Pflanzern, 1898: 33 Vereine mit 701 Pflanzern, 1899 : 44 Vereine mit 1987 Pflanzern, 1900 : 51 Vereine mit 1846 Pflanzern, die 21500 Zentner Tabak für 620000 Mark verkauften, 1901: 52 Vereine mit 2439 Pflanzern, welche 30100 Zentner um 800000 Mark lieferten. Bis jetzt wurden von den Pflanzern ms- gesamt gekauft 95000 Zentner im Werte von 2*/e Mill. Mk. — Deutsche Anleihe«. Auch an der heutigen Börse waren deutsche Anleihen auf Auslandkäufe gefragt und steigend. — Südafrika und das Warengeschäft. Der „Konfektionär meldet, daß eine größere Berliner Weißwaren- und Konfekttons- Firma beträchtliche Ordres zur Lieferung nach Friedensschluß erhalten hat. Auch eine große mechanische Kleiderfabrik hat bedeutende Aufträge erhalten. — Rhederei vereinigter Schifferin Breslau. Zwischen den Hauptgläubigern und der Konkursmasse ist bezüglich der Ueber- ttlssung des Unternehmens an eine neu zu gründende Gesellschaft eine Verständigung erzielt worden. — Bon der Londoner Börse. An der Londoner Borfe herrscht ein Haussetaumel sonder Gleichen. Die Minenaktien steigen fortgesetzt. Täglich kommen neue Werte heraus, deren Namen vielfach gewählt sind, um besonders die Dummen auf dem Kontinent zu ködern. Es ist also, wie man dem ,B. T." meldet, die größte Vorsicht zu beobachten. — Wir möchten hinzufügen, daß es Überhaupt geboten scheint, sich in Betreff der Aussichten, welche die geänderten Verhältnisse mit sich bringen, feinen zu großen Hoffnungen hinzugeben. Es ist wohl möglich, daß das Ende des unheilvollen Krieges einen neuen Aufschwung, besonders auf industriellem Gebiete mit sich bringt, aber das kommt doch alles nicht über Nacht. Jede Ueberstürzung hat sich noch bitter gerächt und die Zeiten liegen gar nicht weu hinter uns, da eine Forcierung der Kurse sich bitter rächte. ^71 r-M jObenM f |oll ir 4lÜ bl als e Mlchi Landl bet 2 daß rctun Stirn Slbge durch fchreii U Staad der 3 Seid «eiche b eu F d). lre u>ben (.ach A und l vettrc schiede des B Erhi fabr unb in btt & dein-' Men dieses ^dig lll8eg . Ti '-«bitt s W h)ie v das < ledlgk Zuck Bran Fern, oen ( d'e fi lachen Fflr ftitmrMer MM iäitoleplieil Am Oswaldsgarten Neustadt 79 en dtitail. en gros Wir bringen unser reich assortiertes Lager in empfehlende Erinnerung und empfohlen besondere: Herren- und Knabenkleider Tuche und Buxkins 4.56 Feste Preise Streng reell. Feste Preise Anfang 8 Uhr, Eintritt 50 Pfg. trauernd mitteilen. 4166 Die Abonnements liste zirkuliert. 4188 Krxnsee, Groseh. Musikdirektor. \ Geometer L Klasse Volz Und Frau geb. Linn Giessen, den 3. Juni 1902. 02493 furt a. 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