Nr. 78 Erscheint täglich außer Sonntags. 6em Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Ktsfischev Landwirt die Siebener Kamilien- -lätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unioers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erbe«'» Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Freitag 4. April 1903 GietzenerAmeiaer General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen Bezugspreis: monatlich7bPs.,viertel jährlich All. 2.20; drirch Abhole- u. Zweigstellen' monatlich 6ö Pf.; durch' diePost Mk. 2.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesiiurniner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprcis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil:'P. Wittko: für „Stadt und £antr und „Genchtssaal":R.Ditt- lnann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Getreidezölle. Getreidebau und Viehzucht bilden das Rückgrat der Landwirtschaft. Beide sind betriebstechnisch und in Bezug auf Rentabilität abhängig von einander. Der Getreideboden umfaßt den grüßten Teil der deutschen Kulturfläche, und so ist der Preis seiner Produkte bestimmend für den der übrigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse, zum mindesten für die Viehzucht. Der weitaus größte Teil der Bauernbetriebe hat direkten Vorteil von einer Erhöhung der Getreidepreise, der Rest mittelbaren Nutzen durch Hebung der Viehpreise. Die Zahlen des Herrn Dr. König sind unbequem, sehr unbequem. Der Mantel der Volksfreundlichkeit bekommt Risse und Löcher. Die Tendenzdichtung der liberalen Preßmacht wird als solche erkannt. Das ist ein frischer, erfreulicher Märzwind. Herr Professor Biermer ist über Königs Feststellungen erstaunt, und klarer wie zehn Bände preßpsychologischer Betrachtungen beleuchtet das die Voreingenommenheit, mit der die heutige Nationalökonomie fast ausschließlich an die Agrarfrage herantritt. (Siehe Lotz, Brentano, Konrad.) „Wissenschaftlich neu" erscheinen Herrn Professor Biermer diese Feststellungen. Und doch hätte ihn ein Tag statistischer Arbeit, oder die Teilnahme anKlein- ba u e r n kundgebungen längst davon überzeugen können. Die Zahlen, die König bringt, sind vernichtend für die „Brotwuchcr"-Agitation. Drum werden die Herren nervös. Der Industriestaat ist in Gefahr. Die „quantite n6giigeable" im Freihandelsprogramm, die deutsche Landwirtschaft macht sich bemerkbar. Der Tritt dc§ Bundschuhs kommt näher und näher. Das Kartenhaus der Entstellungen ist umgeblasen. Zwar haben früher in Hessen (siehe Gießener Handelskammer!) nur 7 Prozent der Landwirte Vorteil an den Getreidezöllen gehabt. 9hm ist es nach König der weitaus größte Teil. Jetzt ist Hessen, das erst zur Grundlage monatelanger Agitation diente, auf einmal nichts mehr. Wetterfahnen! „Die kleinen Bauern verkaufen überhaupt nichts. Die müssen zukaufen." So hieß eL früher. Wovon diese Leute ihre Steuern, ihre Zinsen, Kleider, Schuhe, Geräte, Schulgelder bezahlen, bevor schwieg des Freisinns Höflichkeit. Doch nun kommen Dr. Königs Beweise. Zu ändern ist da nichts. Das ist nun mal so. Jetzt gelangt man pfiffiger Weise zur Frage nach der Stellung des Getreideoerkaufs im kleinbäuerlichen Haushalt. Wenn aber in Betrieben von 7V2—20 Morgen, wie sie König untersucht hat, der Getreideverkauf bis zu 547 Mark beträgt, so ist seine Stellung im Kleinbetrieb doch außerordentlich und absolut bedeutend. Gewiß ist es Getreideoerkauf nicht allein, wovon er besteht. Es ist ja gerade die Vielseitigkeit des landwirtschaftlichen Gewerbes das Erstrebenswerte. Kein Zweig der Produktion soll ungeschützt bleiben. Und wenn man dem Kleinbauern sagt, er falle Bienen- und Geflügelzucht treiben, er solle Genossenschaften bilden, so wird er nicht auf den Rat seiner Freunde herein- fallen. Galizisches Geflügel, russische Eier, dänische Butter überschwemmen unser Land, galizischer „Bienenhonig" kommt massenhaft herein. Ueberall, auf allen Gebieten gedrückte Preise durch die Schleuderkonkurrenz des Auslandes! Woher also das Kapital, um rationeller wirtschaften zu können, wie die Linke sachverständig orakelt? Und in Berlin gründen die Landwirte eine Milchverkaufsgenossenschaft, um gute und um weniges teurere Milch zu liefern als die bisher in den Handel gebrachte Halbmilch. Und vom Tage ihrer Entstehung an wird sie vom Berliner Freisinn unablässig bekämpft! Hüte sich die Landwirtschaft vor solchen „Freunden"! Ihr Grundsatz ist: „Teile und herrsche!" Haben sie Getreidebauer und Viehzüchter entzweit, so werden sie leichter mit der Landwirtschaft fertig. Was sie aber für den kleinsten Landwirt übrig haben, den Schweinezüchter, das haben sie beim Fleischbeschaugesetz bewiesen, werden sie bei den Viehzöllen des neuen Zolltarifs beweisen. In seinem „Eingesandt" redet Herr F. 8. von den Millionen, die gewisse Landwirte durch den Zolltarif verdienen würden. Das beweist gar nichts! Der landwirtschaftliche Betrieb, der mehrere Millinen abwirft, liegt auch nach dem Eintreten des Tarifs nicht in Deutschland, überhaupt nirgends. Vielleicht auf irgend einem Planeten. Wer weiß? Aber wenn der Körnerbau so rentabel ist, weshalb gründet man darin keine Aktiengesellschaften? Ich bin überzeugt, die Herren vom Handelsvertragsverein, die in Geldsachen eine so feine Witterung haben, würden keinen Augenblick zögern, die Waffen gegen den „Junker" zu begraben und selbst einmal den „Raubzug auf die Taschen des arbeitenden Volkes" mitzumachen. Sie wissen aber, daß in der Landwirtschaft goldene Berge nicht zu holen sind. Auch durch den neuen Tarif nicht. Die Getreidezölle sind ein unvollkommenes Mittel, gewiß. Aber sie helfen doch rasch. Bodenreform nützt erst den Enkeln der heutigen Generation. Gleichmäßige, mittlere Preise, wie sie der Antrag Kanitz wollte, den die meisten bekämpfen ohne ihn zu kennen, sind weder im Reichstage noch im Bundesrat durchzubringen. Vorläufig wenigstens. In der Zukunft wird man doch zu Kanitz kommen müssen. Bleiben also nur die Zölle. Vier Fünftel der industriellen Produktion werden im Inlands abgesetzt. Die Exportindustrie hält sich kaum über Wasser. Amerika droht auf der ganzen Linie. Wer der Industrie helfen will, muß d'ie Landwirtschaft stützen. Fallende Preise landwirtschaftlicher Produkte aber bedeuten Rückgang des Bauernlandes, Wachsen der großen Güter. Beweis: Rom und England! Niedergang des Bauernstandes heißt aber Vernichtung der gewerkschaftlichen Errungenschaften der Arbeiter durch lohndrückenden Zustrom'aus den Dörfern, heißt Ueberproduk- tion, Krisis, Verelendung, Erschütterung des Staatskörpers. Das sind einfache, klare Thatsachen, die sich dem vorurteilsfreien Denken von selbst ergeben. Zu ihnen gibt uns Herr Dr. König unumstößliche, wissenschaftliche Zeugnisse. Die Gegner der Landwirtschaft, die Unduftrieslaatsphantasten fallen aus sieben Himmeln und helfen sich wie die Sozialdemokraten gegen Bernstein mit dem reservatum ecclesiasucuiu der „Relativität". Wir begnügen uns mit Ooid: Quam vis eint sub aqua ...... F. Fr. Werner, Lauterbach. Volilische Tagesschau. Zam Gescheutwurf über die Veränderung des Rechtsstudiums in Preußen äußert sich jetzt in der „Dtsch. Juristen-Zeitung" auch der Straßburger Rechtslehrer Paul Lab and. Er verwirft besonders den Zwang zu praktischen Ucbungen, für die Ccnsuren erlangt werden sollen. Er schreibt: „Es i|t durch kein Mittel zu erzwingen, daß die Professoren einen übereinstimmenden Maßstab onlcgcn; eS wird nach der Individualität derselben immer eine große Verschiedenheit hinsichtlich der Anforderungen bestehen, und die Studenten, deren Zulassung zum Examen von der Erlangung genügender Eensuren abhängt, werden dem „leichteren" Dozenten den Vorzug geben. Daß dies zum unlauteren Wettbewerb, namentlich an den großen Universitäten, führen kann und wird, ist klar. Um dem vorzubeugen, hat man den unglücklichen Gedanken, daß die Professoren hinsichtlich ihrer Anforderungen an die Arbeiten und hinsichtlich ihrer Art, die praktischen Hebungen zu halten, einer Kontrolle unterworfen werden sollen. Diese Einrichtung von „Schulinspektoren" für die juristischen Praktika ist der schwerste Eingriff in die akademisch e Lehr> sreihe it und seht die Universitätslehrer aus die Stufe d^er Elementarjchullehrer herunter. Wie sehr dadurch das Strebertum und Kriecherlum begünstigt und die Individualität dar einzelnen Lchrer in ihrer Entfaltung gehemmt, der wissenschastliche Geist durch das Cchulregiment verdrängt wird, hat Pros. v. Liszt schon dargelegt. Zur Ergänzung möge nur noch ein Gesichtspunkt hervorgehoben werden. Tie Kontrolle kann sich nur ans die preußischen Universitäten erstrecken; nur die preußi- scheu Mehrer werden also von der Prüfungsftelle auf den richtigen Weg geleitet, oder aus demselben erhalten iverden; nur sie werden approbiert sein, und die Studierenden werden nur hinsichtlich der von ihnen erworbenen Eensuren mit Sicherheit auf Anerkennung seitens der Prüfungsbehörde rechnen tonnen. Ob auch die praktischen Uebungeu an außerpreußischen Universitäten und die vo>i nicht- preußischen und daher nicht kontrollierten Dozenten erteilten Eensuren von der preußischen Prüfungskommission sür genügenb erachtet iverden, wer .kann dies voraussehen? Tie preußischen Studenten werden daher klug thlln, den Besuch außer- preußischer Universitäten zu vermeiden imd sich an die kontrollierten, approbierten und privilegierten preußischen Dozenten zu hallen. Tamit hört die akademische Freizügigkeit unter den deutschen Universitäten auf. Turch diese Erwägung öffnet sich der Btick auf die politischen Nachteile, welche die geplante Aenderung des Reclstsstlidiums zur Folge haben mußte." Die flflttnenfdjtn Zölle. In den Kreisen der deutschen Handclsgärtner haben die Erklärungen des Staatssekretärs Frhrn. v. Richthofen in den beiden letzten Sitzungen der Zolltarif-Kommission, daß Zölle auf Gemüse, Blumen u. f. w. in Rücksicht auf das Ausland, besonders Italien, für die Reichsregung unannehmbar seien, große Erregung hervorgerufen. Von beteiligter Seite schreibt man dazu: „Taß die Neichsreglerimg über die schwierige Lage der deutschen Gärtner auch heute noch nicht genügend unterrichtet ist, hat sie durch die Begriindung zu den gärtnerischen Positionen des Zolltarifs bewiesen, trotzdem die zahlreichen gärtnerischen Vereinigungen an Aufklärungsarbeit das Möglichste geleistet haben. Ganz ohne Berücksichtigung sind bei dieser Frage auch die Interessen der mit der Gärtnerei und ihren Bedürfnissen in Verbindung stehenden zahlreichen industriellen Betriebe geblieben. Man will deshalb in gärtnerischen Kreisen immer noch nicht glauben, daß die Regierung uur der Interessen Italiens wegen einen zahlreichen Erwerbsstand preisgeben wird. Alan hofft auch, daß die Mehrheit des Reichstages ein derartiges Unrecht nicht zugeben wird, und ivill es an einer ausgedehnten Agitation nicht fehlen lassen, damit die Kommission in der zweiten Lesung des Tarisentwurfs zu anderen Be- chlüsien gelangt." Die Grast. Solms'Laubach'sche Renilammer und der „Vorwärts". Unsere Leser erinnern sich der Erklärung der Gräfl. Solms-Laubach'schen Rentkammer in unserer Nummer 63. In einem gewissen Zusammenhänge damit steht folgendes Vorkommnis. In Nr. 60 des „Vorwärts" wurde der Gräfl. Solms-Laubach scheKammerdireklor Schön angegriffen. Es wurde ihm vorgeworfen, daß. er aus seiner Stellung im Tienst des Fürsten zu Solms-Braunfels wegen ungeeigneter Llmts- Feuilleton. . — Ucber Zwecke unb Ziele der Zahuhhgieue hielt in m i r e i n 5 e H i f cb e r 5 a b n d r 31 e in Darmstadt Zahnarzt v ~r’. Rose einen Vortrag. Prost Röse erläuterte zunächst öte Entwicklung des menschlichen Gebisses von frühester Jugend an, um sodann auf die krankhaften Erscheinungen der Zähne zu sprechen zu kommen. Von diesen sind es hauptsächlich zwei, die dem Kulturmenschen zu schaffen machen, die Zahnfäule, Earies, und die o Q r,1 Bc 11 c n e 11 e r u n g. Die Earies, die bei weitem häufigere Rranrbeit, wird erzeugt durch Spaltpilze, die aus den an den ^zaynen zurückgebliebenen Speiseresten organische Säuren bilden kLms tC 11 eine Entkalkung der Zähne und da- durch deren Zeriall herbeiführen. Sie setzen sich zuerst an schad- hasten Stellen des Schmelzes fest, durchdringen diesen allmählich, nehmen alsdann das Zahnbein in Angriff und nach dessen Durchbohrung da^ Zahnmark. In diesem entsteht durch den fortwährenden Reiz eme außerordentliche Erweiterung der hier liegenden Blutgefäße, wodurch die befannten Schmerzen hervor- gerusen werden. Häufig tritt eine eiternde Entzündung der Wurzelhaut hinzu, sowie Eiterungen der Kieferhöhle, wodurch, ganz abgesehen von den Schmerzen, die Gefahr einer Blutvergiftung, ja selbst Todesgefahr, hervorgerusen wird. Diese Zahnkrankheit ist also durchaus nicht so harmlos, wie man gemeiniglich annimmt. 3m allgemeinen ist es die verfeinerte Lebensweise der heutigen Kulturmenschen, die die Ausbreitung der Earies unterstützt, und Redner findet em Hauptmoment in dem Genuß des weichen, weißen Brodes. Er hat festgeftellt, daß in kalkreichen, fruchtbaren Gegenden, wo noch das selbstgebackene harte Brod gegessen wird die Zahne noch wesentlich gesünder sind. Indessen ist dies z. B. m der Gegend von Worms, Bechtheim der Fall, während in den kalkarmen Gegenden z. B. des Odenwaldes die Earies in erschreckendem Maße verbreitet ist. So fanden sich in Höchst i. O. unter 300 Schulkindern nur 5 mit gesunden Zähnen, und mich dieser Prozentsatz wird nach Ansicht des Redners noch verloren gehen, sobald die Kinder in die Stadt kommen und dort weiches Brod essen werden. — Von weiterer Bedeutung ist die Stittunqs- srage, sowie die Kopf- und Gesichtsbildung. Bei schwach entwickelter Kaumuskulatur entwickeln sich auch die Kiefer erfahrungsgemäß nur schmal, die Zähne finden keinen Raum zum Wachstum und drangen sich gegenseitig aus der Reche, es entstehen tote Winkel, die das Ansetzen von Speiseresten begünstigen, ivodurch wiederum der Entwicklm^g der Earies Vorschub geteilte! wird. — Die zweite der meist verbreiteten Zahnkrankheiten besteht in einer Eiterung der Zahnzellen und des Zahnfleisches; die Zähne fallen in ihrem Verlaufe, da sie nicht mehr gebraucht werden, allmählig aus. Auch diese Krankheit läßt sich hauptsächlich in Weißbrodgegenden feststellen. Bei der in Darmstadt vorgenommenen Untersuchung von 50 Schulkindern sanden sich nur2oder3mit aesundem, straffem Zahnfleisch. Was nun die Pflege der Zähne und oie Aussicht auf eine Besserung der herrschenden Zustande anlangt, so nimmt Prof. Tr. Röse einen wenig optimistischen Standpunkt ein, indem er auf Grund eingehender Untersuchungen in den verschiedensten Teilen Deutschlands der Ansicht ist, daß inan zufrieden sein müsse, wenn es nur gelänge, die rapid zunehmende Verschlechterung aufzuhalten und den jetzigen Zustand zu erhalten. Peinliche Reinlichkeit ist hierzu vor allem erforderlich, und zwar ist bei der mechanischen Reinigung darauf zu achten, daß die Bürste nicht, wie üblich, horizontal vor den Zähnen her, sondern in senkrechter Richtung auf und ab geführt wird, ferner, daß die Mahlzähne nicht nur von der Seite, sondern auch an der Kaufläche bestrichen werden. Tie Innenseite des Gebisses darf hierbei nicht vergessen werden, auch empfiehlt sich eine gleichzeitige Reinigung der Zunge. Aus dem Gesagten ergiebt sich für die Behörden die doppelte Pflicht, einmal für eine allgemeine Belehrung über den Wert der Zahnpflege in Schule und Heer zu sorgen und dann zu bewirken, daß auch der ärmeren Bevölkerung die Möglichkeit guter zahnärztlicher Behandlung geboten wird. Ter Vorsitzende brachte im Namen des Vereins und der Erschienenen dem Vortragenden den Tank der Versammlung zum Ausdruck und machte sodann die Mstteilung, daß der Verein hessischer Zahnärzte den Beschluß gefaßt habe, in Darmstadt eine Poliklinik für arme Schulkinder zu schaffen, wozu ein Wokstthäter die Einrichtung gestiftet habe, während die hiesigen Zahnärzte unentgeltlich ihre Dienste zur Ver- sügung gestellt hätten. Neue Romane. Sveu Lauge, Hertha Juncker. Roman. Einzig berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von Mathilde Mann. München, Albert Langen. Tie dänische Litteratur ist uns Deutschen nahezu gänzlich unbekannt. Wer von uns kennt die Werke eines Baggesen, Gründung, Oehlenschläger (dieser ist den meisten von uns nur aus Dem Leben Hebbels her bekannt), Bredahl, Sötost, Paludan-Müller, Oersted, Sibbern, Hauch, Heiberg, Kirke- garnd, wer Trachrnann, Schandorph, Jacobsen, Skrarn re. Und doch verdiente mancher von ihnen auch in Deutschland gelesen zu werden, namentlich Jacobsen. Sven Lange ist einer der Jüngsten unter den dänischen Poeten, aber zweifellos einer der talentvollsten. Seine Roman „Hertha Juncker" ist ja durchaus undeutsch. Von dem Einflüsse Goethe's, der nach Brandes in Dänemark so bedeutend feilt soll, nimmt man nichts wahr. Eher ist eine Ein- wirkuna Guy de Mcuipassants bemerkbar. Lange spürt mit besonderer Vorliebe menschlichen Perversitäten nach, in jeglicher Art. Tie meisten Menschen, die er in seinem glänzend getriebenen, außerordentlich spannendcen Roman schildert, sind nicht ganz normal, haben einen geistigen oder körperlichen, einen moralischen oder sexuellen Defekt. Ter Tichter führt uns die „Gef'ellschaft" von Kopenhagen vor; ist sie, wie er sie uns darstettt, dann ist diese Stadt dem Rom der alten Kafferzeit vergleichbar, verlottert und bis zum Grunde verdorben. Diese Leute schwelgen förmlich in Lastern. Daß die injier Menge verschwindenden Einzelnen, denen noch gesundes Blut, Thatkrast und Frische in den Adern rollt, in diesem Pfnl des Verderbens schmählich untergehen, versteht sich von selbst. Man wird dem scharf beobachtenden, aber doch wohl allzu sehr zur Karrikatur neigenden Dichter nachrühmen müssen, bag er nicht nur Humor, sondern auch Geist und umfassende Bildung besitzt. Aber wehe dem Lande, in dem eine solche Kunst hoch kommt. Es muß gar Vieles faul sein im Staats Dänemark! Jonas Lie, Böse Mächte. Roman. Geheftet 2 Mark. Verlag Albert Langen, München. In diesem Roman gibt uns der große norwegische Romancier ein psychologisches Sittenbild von großer Feinheit und bestrickendem Reiz. Er stellt den Vertretern alter ererbter Familienkultur den Emporkömmling entgegen, der es fühlt, daß er den anderen gegenüber innerlich in einem Nachteil ist und den deshalb ein Neidgestihl plagt, trotz aller Bewunderung, die er für die große Vornehmheit emvnndet. Wie dieser Emporkömmling seinen innerlich mehr als empfindlichen Freund ans diesem Neidgefühl heraus quält unb peinigt, wie er ihm das Leben verdirbt und nach außen hin doch immer nur sich selbst, nicht dem anderen schadet und dabei fast das Glück seiner eigenen Tollster zerstört, das tft meisterhaft geschildert. Dabei ist dieser Emporkömml-.ng durchaus kein schlechrer Mensch, er ist nur schwach gegen die bösen Mächte, die ihn umstehen und ihn lenken gegen seinen Willen. Erst am Totenbett seines Freundes scheinen führung geschieden sei und daß er auch in seiner neuen,' Stellung als Leiter der Laubach'schen Rentkammer sich wenig den humanen Traditionell der letzteren an zupass en verstünde. Insbesondere wurde ihm vorgeworfen, daß er bei Neuverpachtungen mit Rücksicht auf die aus dem neuen Zolltarif sich ergebenden Mehreinnahmen eine Pachterhöhung von 4 Mark pro Morgen herauszuschlagen versuche. Die Rentkammer zu Braunfels hat nun dem „Vorwärts" eine Berichtigung zugestellt, die ergiebt, daß das Verhältnis des Herrn Schön zu dem Prinzen Friedrich zu Solms das denkbar beste ist und daß von einer Uebervor- teilung der dortigen Pächter mm so weniger die Rede sein könne, als das einzige zur Amtszeit des Herrn Schön verpachtete Gut ihn Pachtpreise von 17 Mark pro Morgen aus,13 Mark heruntergegangen ist. Der „Vorwärts" hat diese Berichtigung nicht ausgenommen, ebenso wenig die nachstehende Berichtigung der Gräfl. Rentkammer zu Laubach, die setzt von der „T-tsch. Tagesztg." veröffentlicht wird: „Es widerspricht den Thatsachen, daß bei dem Verfahren betreffend Neuverpachtung des Gräfl. Solms- Laubach'schen Hofgutes Utphe der alte Pächter zurückgesetzt, oder daß von dem allgemein üblichen Verfahren abgewichen wäre. Dem in der Laubach'schen Verwaltung früher und jetzt beobachteten Verfahren gemäß ist den Pächtern Fülberth sen. und jun. das Gut durch lange Monate vergebens zur Neuverpachtung von uns angetragen. Fülberth jun. hat darauf wiederholt erklärt, sein Vater verzichte, und ihm selber liege sehr wenig an der Pachtung, es sei denn, er erhalte sie für 16,50 Mark pro Morgen, nebst anderen Vergünstigungen. Tie Angaben über den früheren und jetzigen Pachtpreis sind unrichtig. Fülberths Pachtvertrag lautet seit 24 Jahren auf 20 Mark jährlich für den Morgen. Gegen dessen (Afterverpachtung verbietenden) Wortlaut war in den letzten fünf, sechs Jahren Fülberths Begehren, Gelände afterverpachten zu dürfen, entsprochen worden. Fülberth hat dabei, angesichts der dortigen starken Nachfrage und des dortigen Ackerwerts, von kleinen Ackerbauern für den Morgen durchschnittlich 29 bis 30 Mark vereinnahmt und »Lin diesen uns entgehenden Mehrerlös von 5OpCt. seine Pacht mehr und mehr verbilligt. Für die Neuver- pachtung forderten wir von Fülberth, an dem allgemeinen Verbot der Afterverpachtung festhaltend, den alten Pachtpreis von 20 Mark. Als Fülberths trotz mehrfacher Verhandlungen ablehnten, den alten Pachtpreis zu zahlen, ist von uns die Konkurrenz anderer Pachtliebhaber durch öffentliche Ausschreibung veranlaßt. Deren Ergebnis hat unsere richtige Bewertung des Gutes bestätigt: Mehrere Pachtliebhaber boten uns, zu günstigeren Nebenbedingungcn, mindestens 20 Mark und banden sich für gewisse Fristen an ihre Gebote, unter der Bedingung der Kenntnisgabe evcnt. anderweiter gleicher oder höherer Gebote, um event. nachbieten zu können. Die Erfüllung letzterer Bedingung konnte in diesem Stadium ernstlicher Konkurrenz nicht mehr verwehrt werden. Tas Ergebnis der öffentlichen Konkurrenz, an der auch Fülberths sich zu beteiligen Gelegenheit geboten war, ist der Zuschlag der Pachtung an einen uns genehmen Packtliebhaber für 22 Mark pro Morgen, einen Preis, der in der Wetterau für Hofgüter vielfach gezahlt, vielfach auch, erheblich überschritten wird. Die jüngste Encyclica des Papstes, >die er selbst .als sein Testament betrachtet wissen will, das er, nahe an der Pforte der Ewigkeit stehend, den Völkern hinterlasse, wird nunmehr vollständig in deutscher lleber- seyung von den Organen der Zentrumspartei veröffentlicht. Nach einem historischen Rückblicke auf die Kämpfe, welche die Kirche im Altertum und Mittelalter auszusechten Hatzte, fährt das Rundschreiben fort: „Und doch, trotz so offenbarer, lang andauernder und durch ihre innere Vortresflichkeit erhabener Proben sehen wir die Kirche in einem uns näher liegenden Zeitalter nicht weniger als im Mittelalter und im Altertum in Kämpfe verwickelt, die in gewisser Hinsicht noch härter , und mühevoller waren. Aus einer Reihe historisch be- ' kannter Ursachen erhob die sogenannte Reformation des 16. Jahrhunderts das Banner der Auflehnung, um sie ins Herz zu treffen, indem sie das Papsttum grimmig angrifs. Nachdem das Band der alten Änheit in Recht und Glauben, das die Völker in dem einen Schafftalle unter der mütterlichen Aussicht zusammenhielt und oftmals bei der Uebereinstimmung der Unternehmungen Kraftentfaltung, Einfluß und Ruhm verdoppelte, zerrissen war, führte die Reformation unter den christlichen Stän- :fte zu fliehen, er erkennt alles und bereut alles, was er dem .Freunde gethan. Aber keine Gemütsbewegung kann den Menschen anders machen, als er ist. Die bösen Mächte sind schon nach ein paar Stunden wieder zurückgekehrt, die Selbsterkenntnis ist tot, und Die Reue ist fortgetrotzt. Aber den Sieg haben doch die Feinen davongetragen. Bernt Lie, Zauber. Novelle. Geheftet 1 Mark 50 Pf. Verlag Albert Langen, München. „Zauber" ist ein Liebesidyll von einer Schönheit und Poesie, die in allen Litteraturen ihres gleichen suchen. Geschildert ist die Liebe zwischen einem braven, resignierten, glücklich verheirateten Mann und einem starken, freien jungen Mädchen. Es sind nur wenige sonnenglückliche Tage, es ist 'für beide die Stunde des feurigen Glücks, die auf ein ganzes langes graues Leben ihren Abglanz werfen kann. Als er aber in sein Heim, §n seiner Frau zurückgekehrt ist, da packt ihn die Sehnsucht nach dem Verlorenen, die Reue über das Geschehene mit Gewalt. Diese Ge- ftihle packen ihn so, daß er dem Wahnsinn nahe kommt. Erst als er eine Geliebte aus der glücklichen Stunde wieder aufsucht, als er sie als die brave Frau eines braven Mannes wiedersindet, als er sieht, wie stark und wie schön und glücklich in ihrer Stärke sie ist, erst da wird er auch wieder stark und zwingt die bösen Dämonen in sich. Und ruhig und froh kehrte er in sein Werktagleben zurück, er hat einmal das Glück gesehen und das macht es ihm möglich, in schönerer Weise weiterzu- leben, als damals, da er es noch nicht gekannt, noch nicht daran geglaubt hatte. Herm. Hchermans, Tri nette. Skizze. Berlin, S. Fischer. -Ein etwas umfangreiche „Skizze", dieses ca. 270 Seiten zählende Buch. Es ist auch keine bloße Skizze, sondern ein echter und rechter Roman, in kurzen Kapiteln skizziert. Heyermans, der Verfasser des -vortrefflichen, uns Gießenern von einer ausgezeichneten Aufführung in unserem Theaterverein wohl bekannten Dramas „Hoffnung", be- ,roät)Tt sich auch hier wiederuin als ein höchst talcmvoller Schüler 'der großen niederländischen Maler. Dramatische Szenen aus dein 'Volksleben, wie sie Kirmes, Zirkus, öffentliche Aufzüge imi) dergl. bieten, weiß er mit staunenswerter Anschaulichkeit, mit kecker, flotter Pinselsührung, mit eminentem Farbensinn zu schildern. Nur wiederholen sich leider derartige Vorgänge allzusehr in dem Buche, ■ober vielmehr sie Hausen sich zu sehr, und gehen gar zu sehr in die Breite, um immer das Interesse wach halten zu können. Als Charakterschilderer besitzt Heyermans die kräftige Hand des großen Bildhauers und Malers Meunieur. Jedenfalls ist auch dieses Buch rein Werk echter Kunst. den eine bedauernswerte und verderbliche Entzweiung herbei. Wir wollen hiermit nicht sagen, daß von dem ersten Anfänge der Bewegung an man im Sinne gehabt hätte, aus der Welt das Reich des Uebernatürlichen zu verbannen, aber nachdem einmal einerseits die Prärogative des römischen Stuhles, die Grundursache der Einheit, bestritten und andererseits das Prinzip der freien Forschung aufgestellt war, wurde der Gottesbau in seinen Grundvesten erschüttert und für zahllose Aenderungen, Zweifel und Negation auch in Dingen von höchster Bedeutung, der Weg geöffnet, welche die Voraussicht der Neuerer selbst weit überschritten." Sodann bespricht der Papst die Philosophie des 18 Jahrhunderts, tue Einwirkungen von Nationalismus und Pantheismus und folgert aus dem System des praktischen Atheismus die völlige Verwirrung der moralischen Ordnung. Wenn nicht rechtzeitig Heilmittel angewendet würden, heißt es weiter, stürzten die Fundamente des bürgerlichen Zusammenlebens, da auch die erhabenen Grundsätze des Rechts und der Sittlichkeit aus ihren Angeln gehoben würden. Darunter hätten alle Teile des sozialen Körpers zu leiden, angefangen mit der Familie. Denn der Staat habe schon die Hand ausgestreckt, das Band der Ehe zu entheiligen, indem er sie ihres religiöse« Charakters entkleidete; auch das natürliche Recht der Eltern auf die Erziehung der Kinder würde von ihm verletzt und sogar die Unauflöslichkeit der Ehe angetastet durch Gesetze, welche die Ehescheidung gestatten. Der Papst fomr.it dann auf die Mittel zur Besserung der jetzigen Verhältnisse zu sprechen und sagt darüber u. a.: „Die Rückkehr zum Christentum ist kein wahres und vollkommenes Heilmittel, wenn sie nicht die Rückkehr und Liebe zur einen, heiligen, katholischen, apostolischen Kirche bedeutet, da das Christentum sich in der katholischen Kirche bethätigt und verkörpert, dieser souverän geistigen und vollkommenen Gesellschaft, die der mystische Körper Jesu Christi ist und zum sichtbaren Oberhaupte den Papst hat, den Nachfolger des Apostelfürsten." Weiter tritt der Papst der Behauptung entgegen, daß die Kirche eine Feindin der Freiheit sei, und meint, bei diesen Verleumdungen thue sich vor allem die Freimaurerei hervor, diese ständige Verkörperung der Revolution, deren Daseinsgrund der Kampf gegen Gott und die Kirche sei. Die heftigen Angriffe gegen die Kirche, namentlich in neuerer Zeit, gingen von der Freimaurerei aus; die Uebereinstimmung Der Hetze in Zeitungen, Versammlungen, Theaterstücken, die gleichmäßig angewandte Verleumdung und Aufreizung des Volkes zeigten die Einheit des Zieles und der ausgegebenen Losung. Besonders fanatisch greife man den Klerus an und verleumde ihn immer stärker im Verhältnis zur Straflosigkeit; so komme für diesen neues Leid zu sd'em Militär zwang und zu dem Verlust des kirchlichen Eigentums, das aus freiwilligen Gaben der Gläubigen entstanden sei. Und unter dem Klerus nehme man ganz besonders die Orden zum Ziel der Angriffe, diesen Ruhm der Gesellschaft nicht minder, wie der Kirche. Ohne Frankreich ausdrücklich zu nennen, beklagt der Papst den Ostraeismus, dessen Opfer Die Kongregationen gegen alle Verdienste, alles Recht und alle Billigkeit geworden seien. । Zum Schlüsse wendet sich der Papst mit einem Appell an den Episkopat und den Klerus und verlangt vor allem vollkommene Unterwerfung unter die Weisungen des päpstlichen Stuhles. Der 31. Kongreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie, IL Tie Abendsitzung des Mittwoch brachte eine Reihe bemerkenswerter Vorführungen an dem großen Projektionsapparat. Tr. Joach ims th al-Berlin sprach über die Struktur und Lage der Kniescheibe und über gewisse abnorme Verhältnisse derselben. Es giebt Menschen, die feine Knies cheib e besitzen und dennoch vorzüglich gehen, reiten, schwimmen können — ein Beweis dafür, daß die Kniescheibe nicht unbedingt nötig ist. Dr. Albers- Schönberg (Hamburg) zeigte einen Apparat, welcher den Nachweis von Nierensteinen mit Hilfe von Röntgen-Strahlen ermöglichen soll. Recht originelle Röntgenaufnahmen von den verkrüppelten Füßen der Chinesinnen zeigte Dr. Perthes-Leipzig. Die Füßchen der holden Zopfträgerinnen werden bereits in früher Kindheit jener entsetzlichen Prozedur unterzogen, welche dem Fuße eine ganz unnatürliche Wölbung giebt. Der vordere Teil mit den Zehen wird gegen die Ferse angenähert, und in die Fersen kappe des Schuhes wird eine Einlage gethan. Auf diese Weise wird die ganze Last des Körpers von den Fersen getragen. An den Röntgenbildern ist die dadurch bedingte Verkrümmung der knöchernen Teile deutlich zu erkennen. Einen ,unfreiwillig komischen Anstrich hatte eine Demonstration von Dr. I. Joseph, der es unternommen hat, die abnorm geratenen Nasen und Ohren seiner Mitmenschen zu verschönern. Er führte eine ganze Galerie dieser verschönerten Organe vor. Eine andere Methode, äußere Defekte, Schönheitsfehler, entstellende Narben usw. auszugleichen, besteht in der Einspritzung flüssigen Paraffins unter die Haut oder Schleimhaut. Dieses Verfahren ist von dem österreichischen Chirurgen Professor Gerfuny angegeben worden. Tr. A. Stein hat Versuche dieser Art an einer Reihe von Kranken angestellt und damit recht günstige plastische Resultate erzielt. Tas Paraffin erhält jede gewünschte Form und heilt, wie es scheint, ohne Störung ein. An einem mikroskopischen Präparate zeigte Dr. Stein die allseitige Durchwachsung des Paraffins mit organischem Gewebe. Ten Schluß der Sitzung füllten die Demonstrationen ton Professor Doyen-Paris aus, welcher den dwtzen des Kinernatographen in der Chirurgie darzulegen suchte. Man konnte in aller Muße und in überraschender Deutlichkeit die schwierigsten Operationen in ihren Einzelphasen verfolgen, z. B. eine Schädelöffnung, eine Kniegelenksresektion, die Entfernung einer Bauchgeschwulst, die Ausschälung eines Kropfes u. a. m. Ten Beschluß machte die Darstellung der vielbesprochenen Operation, welche die beiden Hindumädchen Radica und Toodica trennte. Erst kurz vor Mitternacht endete die Sitzung; es war die dritte im Verlauf von zwölf Stunden. Tie Vormittagssitzung des Donnerstag war von den Erörterungen über den gegenwärtigen Stand der Krebs- srage ausgefüllt. Nach Ansicht von Professor Gussen- b au er-Wien, der den ersten Vortrag über die Entstehung des Krebses hielt, sind die Beweise für die parasitäre Natur der Krebsbildung zur Zeit noch nicht überzeugend genug; Gussenbauer bekennt sich als Anhänger der parasitären Theorie und ist überzeugt, daß der Krebs zu den Infektionskrankheiten gehöre. Um genauere Ausschlüsse über die Entstehung und Entwickelung der Krebsgeschwulst zu gewinnen, hat Gussenbauer ganze Rechen mikroskopischer Serienschnitte angefertigt, welche die Beteiligung der einzelnen Gewebe klar legen sollen. Von besonderer Wichtigkeit ist es, die Grenzen der Geschwulst zu bestimmen, schon um dem Operateur den richtigen Weg für seinen (Ängriff zu weisen; denn unter allen Umständen soll die Ausschneidung der Krebsgeschwulst weit im gesunden Nachbargewebe erfolgen. Sonst ist die Gefahr eines Rückfalles gegeben. Interessante Angaben über die Frage der Krebsrecidive machten die Professoren v. K a h lden-Freiburg und Petersen -Heidelberg. Eine Wiedererkrankung in ursächlichem Zusammenhänge mit dem ursprünglichen Eeschwulst- herd kann auf verschiedene Weise erfolgen: entweder sind bei der Operation Krebsteile zurückgelassen worden, oder das Lymphgefäßsystem in der Nähe der Geschwulst ist bereits erkrankt. Andere Möglichkeiten für eine Wiederkehr der Erkrankung kommen weniger in Betracht. Es folgten einige Borträge über die Behandlung des Krebses. Professor v. Mikuliez-Breslau berichtete über 106 Fälle von Darmkrebs, die zur Behandlung kamen. Vier Fünftel der Fälle betrafen Männer. Stets wurde die Operation in zwei Sitzungen vorgenommen; dabei stellte sich das Resultat günstiger, als wenn die Operation in einem Zuge aus geführt wurde. Nicht ganz 30 Prozent der „zweizeitig" Operierten starben hinterher. Auch Dr. H o ch e n e g g empfahl, die Operation in zwei Abschnitten vorzunehmen. Er verfügt über ein Material von 282 Fällen; 174 Fälle von Tickdarmkrebs ergaben im ganzen 30 Dauer- Heilungen, d. h. die Heilung hielt mindestens drei Jahre an. Von allgemeinstem Interesse war ein Vortrag von Professor K r ö n l e i n - Zürich, welcher an der Hand der Statistik das Schicksal jener Unglücklichen verfolgt hat, die an Magenkrebs 'erkrankt waren. Wie steht es mit der Lebensdauer des Kranken, wenn operiert und wenn auf einen operativen Eingriff verzichtet wird? Ist die Operation imstande, den Patienten zu retten, verlängert sie sein Leben, oder schafft sie dem Patienten nur für gewisse Zeit eine Erleichterung? Professor Krönlein verfügt über ein Material von 264 Fällen, von denen 67 ohne Operation behandelt worden sind; in 251 Fällen ist es Krönlein gelungen, genauen Aufschluß über den Verlauf der Krankheit zu erhalten. Gewöhnlich vergingen acht bis neun Monate, bis die Patienten in die Klinik kamen. Im Tnrch- schnitt betrug die Dauer ixr Krankheit vom Anfang der ersten Symptome bis zum Tode etwa ein Jahr. Von den Operationen verlängert die Gastro-Enterostomie (Eröffnung des Magens und Vereinigung von Magen und Darm) das Leben durchschnittlich um drei, die Gastrektomie (Her- ausschneidung des erkrankten Magenabschnittes) um etwa 14 Monate. Unter den mit Gastrektomie Behandelten verfügt Krönlein über 13 Tauerheilungen; ein Patient lebt jetzt acht, ein ictnberer vier, zwei Patienten drei, drei Patienten zwei und sechs Patienten ein Jahr nach der Operation Man muß indessen mit der Annahme einer Dauerheilung vorsichtig sein; denn es kommen noch nach einer ganzen Reihe von Jahren sogenannte Spätreeidive vor. Jedenfalls haben die operativen Eingriffe einen nicht zu unterschätzenden Wert; die Gastrektomie insbesondere verlängert wesentlich das Leben und schafft in einzelnen Fällen radikale Heilung. Deshalb muß diese Operation — wie es heute bei der operativen Entfernung des Wurmfortsatzes der Fall ist — populärer werden, nicht nur bei den Aerzten, sondern auch beim Publikum. Einen breiten Raum nahmen die Erörterungen über die parasitäre Natur des Krebses ein Während Dr. Nöske (Leipzig) es nach dem gegenwärtigen Stand der mikroskopischen Technik für ausgeschlossen hält, daß irgendwelche Parasiten als Erreger des Krebses nachzuweisen sind, glaubt Professor Doyen (Paris), einen bestimmten Krebsparasiten gefunden zu haben, den er Microcoecns neosvrmanss nennt. Er hat diesen kleinen Schmarotzer in mehr als 400. Fällen von Krebsgeschwülsten, insbesondere vor krebsig erkrankten Lymphdrüsen, einen runden Organismus, entdeckt, den er angeblich sogar in Reinkulturen züchten und auf Tiere überimpfen konnte. 9ticht unmöglich ist «es nach Doyens Ansicht, daß die sogenannten Krebsgeschwülste der Tiere mit dem Krebs des Menschen übereinstimmen. Der Pariser Chirurg hat aus seiner Entdeckuüg sogar schon die Anregung zu gewissen Behandlungsversuchen geschöpft. Professor Schüller (Berlin) will einen besonderen Krebs- erreger entdeckt haben, dessen Existenz allerdings bald nach seiner vermeintlichen Geburt angezweifelt ist. — Im Zusammenhänge erörterte Professor O. Israel (Berlin) die Probleme der Krebsforschung. Er HÄt den Kampf gegen den Krebs nicht für aussichtslos; doch, ist davor zu warnen, die Nachforschungen allzu sehr nach der Seite des Para- sitismus hin zu richten. An die Vorträge schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in welcher die Anhänger und Gegner der parasitären Theorie ziemlich scharf aufeinander prallten. Aus Stadt und Sand. Gießen, 4. April 1902 ** Prof. D r. Pfannen stiel von der Universität Breslau, der als ordentlicher Professor für Frauenheil> künde an die Universität Gießen berufen worden ist, tritt bekanntlich an die Stelle des Pros. Löhlein. Mit der Professur übernimmt er die Leitung der Universitäts- Frauenklinik. Johannes Psannenstiel wurde 1862 in Berlin geboren. Auf dem Berliner Wilhelms-Gymnasium vorgebildet, machte er seine medizinischen Studien von 1880 bis 1885 an der Universität Berlin. Nachdem er 1885 zum Doktor promoviert und die Staatsprüfung bestanden hatte, trat er beim Stadtlazarett in Posen als Hilfsarzt ein. 1887 ging er, um sich ganz der Frauenheilkunde zu widmen (die erste Unterweisung darin erhielt er während seiner Berliner Zeit durch Gusserow und Wyder) an die Universitäts-Frauenklinik in Breslau, die damals H. Fritsch leitete, über. Von dort aus habilitierte er sich 1890 als Privatdozent an »Der Universität Breslau. 1896 erhielt er den Professortitel. Im selben Jahre wurde er zum leitenden Arzt der gynäkologischen Abteilung der Elisabetherinnen berufen. Die wissenschaftlichen Arbeiten Vfannenstiels beziehen sich auf die Klinik der Frauenkrankheiten, die pathologische Anatomie und die Entwickelungsgeschichte. Hervorzuheben sind Untersuchungen über die Ovarialkrankheiten, über die Einbettung und Plaeentarbildung, Beiträge zur Lehre von Geschwülsten, Beobachtungen über Kindbettfieber rind andere.Wochenbetterkrankungen, über künstliche Frühgeburten. Die Arbeiten Pfannenstiels finden sich zumeist in Virchows „Archiv", im „Archiv s. Gynäkol." und im „Zentralbl. f. Gynäkol." ** Ernennungen. Der Großherzog hat den Land- gerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Tasche zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Bensheim mit Wirkung vom 1- Mai und den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Zwingenberg Kies er zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Bensheim, mit Wirkung vorn- I Mai ernannt. — Gerichtsassessor Minnich in WorrnS wurde zum stellvertretenden Amtsrichter am dortigen Amtsgericht ernannt. ♦* Von der Eisenbahn. Bekanntlich wird seit kurzer Zeit znr Erneuerung der Bettung der Eisenbahn- aeleise Klernschlag verwendet, ftür die Steinbruch- Besitzer hat sich dadurch ein recht lohnendes Absatzgebiet eröffnet. Allerdings hat diese Neuerung auch zur Folge, daß Steinbrüche wie Pilze aus der Erde schießen und die Angebote überaus zahlreich einlaufen. Immerhin aber ist nicht zu erkennen, daß sich gerade für unsere Provinz Ober- Hessen dadurch gewissermaßen ein neuer und für viele Jahre lohnender Erwerbszwcig hcrausgebildet hat. In erster Linie kommen da der Vogelsberg und das Lumda- Hal in Betracht, die bisher nur wenig Industrie hatten . ♦* Die statistischen Nachweise der Selbstmorde in den Jahren 1898 bis 1900 und in dem Jahrzehnt 1891 bis 1900 ergeben für das Jahr 1900 die höchste Selbstmordziffer innerhalb des Jahrzehnts — 11393 —, nachdem in den beiden Jahren 1898 und 1899 die Zahl der Selbstmorde zurückgegangen war. Auf je 100000 Einwohner entfallen 1900 20,3 Selbstmorde. Mir diesem Prozentsätze steht das Jahr 1900 zurück gegen das Jahr 1894, in dem 21,7 Selbstmorde auf je 100 000 Einwohner fielen. Hinsichtlich der absoluten Zahl der Selbstmorde steht das letztere Jahr mit insgesamt 11135 dem Jahre 1900 am nächsten, demnächst folgt das Jahr 1897 mit 11013 Selbstmorden. Nach Geschlechtern unterschieden zeigt die Selbstmordstatistik des Jahrzehnts nur geringe Schwankungen, die der Männer bewegte sich zwischen 31,3 und 35,3, die oer Frauen zwischen 8,2 und 8,8 auf je 100 000 Personen desselben Geschlechts berechnet. *• Ein „in Gedanken stehen gebliebenes" Theater wird binnen kurzem der französische Staat erben. Daß man ein Portemonnaie, einen Regenschirm, einen Handschuh, einen Koffer, eine Cigarrcntasche oder einen Pompadour liegen läßt oder verliert, das konnnt alle Tage vor, nicht nur in Paris, nicht nur auf einem französischen Bahnhof. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist, die bald vorüber ist, nach den behördlichen Vorschriften über den Aufruf verlorener Gegenstände in den Zeitungen, an den Plakatflächen des Polizeigebäudes u. s. w. wird es sich darum handeln, ein auf dem Bahnhof zu Jvry herrenlos zurückgebliebenes Markt- Theater, eine fahrbare Bühne — der Wagen zu dem Theater ist allerdings nicht dabei stehen geblieben — meistbietend zu versteigern. Da der französische Staat genug damit zu than hat, die Große Oper, die Komische Oper, die Comsdie ftan^aise und das Odeon zu subventionieren, und die Behörde nun nicht weiß, was sie mit dieser chr aus heiterem Himmel zugefallenen Bühne machen soll, so wird nichts übrig bleiben, als sie unter den Hammer zu bringen. Das wird nun geschehen, und da dieses Theater vielleicht doch noch dem Gießener Stadttheatersaale vorzuziehen ist, so empfehlen wir, eine städtische Deputation zum nächsten Donnerstag nach Paris zu entsenden, nach dem staatlichen Speicher, wo diese sonderbare Auktion stattfindet, um da§ in Gedanken stehen gebliebene Theater für Gießen zu erstehen. -o- Launsbach, 3. Llpril. Hier wird am 7. April eine Posthilfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Lehrer Bender übertragen worden ist. rt Friedberg, 3. April. Am 1. April fand im Prediger-Seminar die feierliche Entlassung von neun Kandidaten statt. Es schieden vom Seminar folgende Kandidaten: Emmel vom Warthofe bei Grünberg; öleller aus Offenbach a. M.; Laut aus Laubach; Michel aus Gonterskirchen bei Laubach; Schmoll aus Langgöns; Staubach aus Ossenheim; Wahl aus Hausen bei Gießen; Zilles aus Hofheim bei Worms und Hofkaplan Palmer aus Schönberg (Bergstraße). Im Seminar verbleiben noch 7 Kandidaten, sodaß mit den am 1. April neu ein tretenden im Sommer- Semester 1902 die Gesamtzahl auf 12 steigen wird. Direktor Professor D. Weiffenbach knüpfte seine Entlassungsansprache an Richter 8, 21: „Darnach der Mann ist, ist auch seine Kraft." Im Namen der abgehenden Kandidaten sprach cand. Laut im Anschlüsse an Johs. 10, 22—30. Ober- konsistorialrat D. Florin g sprach unter Zugrundelegung von Johs. 16, 33 „in der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden" tiefe und ernste Worte. Um i/22 Uhr fand im Hotel Trapp das Festessen statt, an dem auch sehr viele Geistliche aus der Umgegend teilnahmen. Im Verlaufe desselben begrüßte Direktor Weissenbach in warnten Worten den Vertreter des Ober- konsistoriums. Oberkonsistorialrat Flöring feierte den Direktor des Seminars als treuen, pflichteifrigen, zuvorkommenden Diener der Lckirche, der am 1. April 20 Jahre am Seminar wirkend, sehr viel an der Anstalt in feder Hinsicht gethan habe. Im Namen der Kandidat en sch ast sprach cand. Keller dem Professorenkollegium den Dank für all die geistigen Anregungen während des Aufenthaltes aus und begrüßte die zur Feier so zahlreich erschienenen Geistlichen. Im Namen der letzteren dankte Pfarrer Lic. Tr. Dickmann von Rodheim v. d. Höh. An das Festessen schloß sich noch eine gesellige Zusammenkunft im Hotel Weith an. — Am 1. Ostersecertagc fand in der Stadtkirche unter Mitwirkung von Frl. Jenßen aus Frankfurt a. M. (Sopran), Lehrer Atörschard aus Fauerbach bei Friedberg (Bariton), Pfarrer Wolf von Ossenheim (Violine), Wirt Hertel (Posaune), Zahnarzt Winkler (Piston) ein Volks- kirchenkonzert statt, das so stark besucht war, daß die große Stadtkirche kaum alle Zuhörer fassen konnte. Ein Tamenterzett brachte verschiedene Gesänge zum Vortrage. Veranstaltet war das Konzert von Pfarrer Kleeberger und Lehrer Müller. Kandwirtschaft. — Max Maercker, Fütteruugslehre. Herausgegeben von Dr. F. Albert, ord. ösfentlichen Professor und Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen. Berlin, Paul Parey, 1902. Preis geb. 4 9)tf. — Die Bearbeitung feiner Fütlerungslehre zu vollenden ward Maercker durch zu frühen Tod verhindert. Der Herausgeber hat sich angelegen fein lassen, das Werk möglichst in der Eigenart des Verfassers erscheinen zu lassen, was alle Anerkennung verdient. Er hat nur wenige Ergänzungen und redaktionelle Zusatze hinzugefügt. Knappe aber klare AuS- drucksweife ist der besondere Vorzug des Verfassers, der sich angelegen sein ließ, der Praxis möglichst brauchbare Anleitungen zu geben. Höchst beachtenswert erscheinen u. a. seine Berechnungen über den Verlu st, den d,e F u t t e r m i r t e l beim Einsäuern erleiden, und über das vielfach noch in nachteiliger Weise geübte Anbrühen von Futterstoffen mit beiße m Wasser und gespanntem Dampf. Auf den UMersuchungen von Holdefleiß und Kühn fußend, weist er nach, daß die Verfahren nur unter ganz bestimmt en Umständen ratsam, meist aber verlustbringend erscheinen. Tie Praxis wird die Richtigkeit der Maercker- schen Lehren und Ratschlägen um so lieber durch Versuche nachprüfen, als bau Landwirt mehrfach Ausgaben erfpart werden sollen. So z. B. sollen die Mastrationen durch protein- ärmere Fütterung sich „gairz anders als früher" gestatten. Der Futter wert der Lupinen wird von Maercker sehr hoch eingeschätzt und er giebt vier Verfahren an, aus diesen den Giftstoffe zu auienieiL Zandcl und Verkehr. Dolksvnrrschast. Hamburg, 3. April. Tas Geschäft blieb sehr still. Mehrere Lokopartieii Brasil- imb St. Felir Tabake, welche schön aussielen, gingen zii bestehenden Preisen in Versenders Hände über. Gegen Kaute auf Lieferung bleibt nach den trüben Erfahrungen der letzten Jahre die bisherige Abneigung bestehen, doch dürfte bei Eintreffen der Ware, welche anscheinend dein Bedarf der Fabritaiiten ent- sprechen wird, bei dem mäßigen Preisstand sich verntel)rre Kauflust eiitftcl(ciL In anderen Sorten warai ferne Zufuhren am Markt. Türkische Tabake waren ruhig, ohne daß sich die feste Stimmung des Marktes änderte, nur iuaugclube5 Angebot verhinderte feste Abschlüsse. Verkauft wurden ca. 1400 Ballen verschiedener Pro- venienzen zu mäßigen Durchschnittspreisen. Ein Teil dieser Partien, berat Alter nach Jahrzehnten zählen mag, besteht allerdings mir noch aus (staub. Angemeldet sind weitere kleinere Partien Aenidze, Basmas und Basn,as Swaren. Dilles per ^/».Kilogramm. Havanna-Deckblatt gut und fein braun 6—15 Mk., Einlage 0,65 bis 2,60 Mk., Dtlrchschnittspartien 1,50—4,50 Mk. Kuba: Jiguani usw. B. 1,50—2 Alk., do. D. 1,00—1,50, Gibara und Eusenada B 0,80—1,20, do., do. 1). 0,60—0,90, Yara C. 1,50—2J0. do. T. 1,00—1,60 Mk. Domingo: 8, Sb, btiS 0,45—0,55, FF. 0,80—0.45, F. 0,25—0,40, A. 0,20—0,35. (Columbia: (Sannen prima 0.40 bis 0,55, do. lertia und sekunda 0,25—0,40. Mexiko 0,50—3,00. Brasil: Patent und Patent fino 0,65—1,10, prima 0,60—0,70, sekunda 0,50 bis 0,60, tertia 0,40—0,55, St. Felix Patent und Patent fino 1,00 bis 1,60, prima 0,75—0,95, sekunda 0,65—0,85, tertia 0,55—0,70. Portorieo: Durchschnitts-Partien 0,35—0,45. Türkischer und griechischer 0,25—4,00. Nordamerika: Seadleaf-Umblatt LOO bis 0,50, Filler 0.30—0,45. Sumatra und Java 0,20—5,00. Borneo 0,40—5,00 Mk. Schisssnachtichtcn. Norddeut scher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Bremeti, 1. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser „Gera", Kapitän A. Koenemann, vom Nord- deutscheii Lloyd in Bremen, ist am 29. März 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 1. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer „Batavia", Kapitän P. Reessing, vom Norddeutschen in Bremen, ist heute 2 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork Gegen Schnupfen hilft Forma«. 2123 C Ci Jd g c o ti> ,—- 3.2 85 g CD CD o = p— c " c-> <3 — PC y g- s & .a .a o <-> t*~* _ XD vo o ~ — St IS 5 o Q.S 2 E SH. g S p- CD ’S* ” s e p L» p S> an j.5 — V j-S' s o o .(2 — c p «n p o £ s ” c c .P co cd m — o o — oK 1^- — iSS g VD Z g ~CD,-«-* S"" ’p 12 CD° < «ä — CD t* P C HZ 44 P c c c Ü ro ~ OK cSS. cd 5 p ."b-n ä c z c c ’p Z " “ w 5 art p £ 2 -- 5 o - c ^C VZ, -2 ,E 's" s c cd S 2 P C 5 K ciioff o - g L CD *5 ° * CD zS.^^^5, O CD yQ ca jXP' —• C_» Sd CO ® ^5? ig'S’ OSt T-1 O o G> & L . K w " 2 p Z co Q B p'o-— P c S SS Ä H P o UV GP C=L i-» a CD § CXD oj, >-» 42 pr CP «sä Z. c — jQ «-> DJ CC £ oa - CD 4-. <*D CD e o K og' St o -Z .<£-2 £ 2S| uO "2 gSg^ » g s O & 89 2 Zf üä =: <= ■— Ä" O O =.G O CD « O P Eco c c: o — uO « 'S «4—» U» s tc uO CD w X 5.2 C ’S" E •*r « ’Ä 5 » g art = - "o --c ® C -P COO 2 cd KQZg 2 . CD C >O S3 iS «DOR , CD '■*T c. o o cP o q » 2 Ä CD CD T' s VD —, K § oyg' P-S 5 C- S - co ^-C x S'g) d 5 £ *2-'c ^ 2 _ empfiehlt 2644 Wilhelm Klee Mtstrasse 2. Zu haben bei 2707 fiSmil Fischbach. Bett: 1264 Fritz KowacK, Belten-fiesehiilt WLLLW 0 2706 s 2596 o Festsetzung des Stundenplanes vormittags 11 Uhr. Gießen, den 27. März 1902. 2518 la. 2015 0 B Versendet franko gegen Nachnahme: 2132 6. ff ff ff ff ff ff i).- lür. r.Schließkorb,sow.l Kinderwg. fLandzwz.verk. Kirchcupl.3,lIL ff ff L. Heyligenstaedt. 2471 2629 Zu haben bei 270? Wilh. Haas. TL ?.n verlmufeu ■■X: -V;'- ,/ : ■:.E 6. 7. Der Großherzogl. Direktor: Geh. 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