152, Jahrgang Erstes Blatt W$= Md Znzeigeblatt für den Kreis Gießen inonatlid) 65 Pf,; durch die Post Mk. 2.— viertel- läl)rl. ausjchl. BesteUg. Annahme von Anzeige» für die TageSnummec bis vormittags 10 Uhr. (jeilcnpreid: lokal uusipätts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wiltko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal":R.Ditt« mann; für den Anzeigenteil: Hans Beek. Nr. 53 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem yefflschen Landwirt bte Gießener Familien« blätter viermal in der Woche deigelegt. Rolcttionsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwerf.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: * Gchnlstraße 7. Adresie für Depeschen: «uzetger «ießeu. Fernsprechanschluß Nr. 51. M Dienstag 4. März LNOS Bezugspreis: Monatlich 7oPf.,viertel* jährlich Mk. 2.20; durch A Abhole» u. Zweigstellen Auflage 7900. BekauutmachtMA. Es wird hiermit Folgendes zur Kenntnis der Mann- -schasten des Beurlaubtenstandes gebracht: 1. In diesem Jahre erfolgt die Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen in der Zeit vom 10. bis 2 5, März und zwar für die Stadt Gießen durch Ordonanzen, für die übrigen Ortschaften durch Vermittelung der Ortsbehörden. 2. Die bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnungsveränderungen — auch diejenigen innerhalb der Stadt Gießen — sind sofort dem Bezirksfeldwebel zu melden. 3. Die Mannschaften der Reserve, Ersatzreseroe, Landwehr 1 und Landwehr II, welche in Gießen ihren Wohnsitz haben, beauftragen — falls sie selbst nicht zu Hause sein können — einen erwachsenen Anv er- wandten, den Hauswirt oder einen zuverlässigen Mitbewohner mit der Empfangnahme der Kriegs- beorderungen bezw. der Paßnotizen. 4. Jeder Mann — ausgenommen die als unabkömmlich Bezeichneten, die vorläufig vom Waffendienst Zurückgestellten und die ungeübten Ersatzreservisten — der bis zum 25. März, abends, keine Kriegsbeorderung oder Paßnotizen erhalten hat, meldet dies sofort schriftlich oder mündlich dem Bezirksfeldwebel. 5. Die vom 1. April ab nicht mehr gültigen alten gelben Kriegsbeorderungen und die weißen Pah- notizen sind ani 1. April durch die Mannschaften selbst zu vernichten, die neuen roten Kriegsbeorderungen bezw. die neuen weißen Paßnotizen sind einzuklebeu und zwar nach dem Muster, welches für die Stadt Gießen jede der austragenden Ordonanzen in Händen hat, für die übrigen Ortschaften dem betreffenden Bürgermeister vom .Hauptmeldeamt Gießen übersandt wird. Gießen, den 26. Februar 1902. Großherzogliches Bezirks-Kommando Gießen. Kohe AolitrK im Reichstage. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt rmterm Unter Vorantritt des Grafen Bülow batte sich ein stattliches Kontingent von RegierungÄnitglieoern zur heutigen Reichstagssikung.eingefunden. Die Tagesordnung galt der hohen Politik. Zunächst kam „China" an die Reihe, im Anschluß an den Etat für das ost asiatische Expeditionskorps. Der Zentrumsabg. Frchr. v. Hertling leitete die Erörterung mit einer längeren Rede ein, die in zwei Anfragen an den Reichskanzler gipfelte. Einmal wünschte Prof. v. Hertling zu wissen, wie es mit der Ber- r^n Gerung des deutschen ExpeditionALorps bestellt sei, urü) sodann suchte er die Ansicht des leitenden Staatsmannes über die Bedeutung des englisch-japanischen Abkommens für Deutschlands Interessen zu erkunden. Der Redner hegte für seine Person zwar die Zuversicht, daß „China" den Ausgangspunkt für weltpolitische Unternehmungen nicht bilden werde, sehnte aber doch den Zeitpunkjt herbei, an dem der letzte deutsche Soldat aus China zurück- gezogen werden könnte. Abg. Richter (sreis. Bolksp.) vertrat diesen Standpunkt mit noch größerer Entschiedenheit, r Sa?8-eIIcn danken in den Vordergrund stellend. Bezüglich des englisch-japanischen Bündnisvertrages glauben Parlamentarier, daß Deutschland Nachteiliges davon Nicht zu besorgen habe, eher sei eine günstige Wirkung zu erwarten. Auch Abg. Dr. Hasse (nt), der Wortfchr^ ' ^dieser Meinung. Im übrigen erachtet Sp ^L^nis der ganzen China-Expedition die Thatfache, daß Deutschland nunmehr das Recht habe, in Shanghai eine Garnison zu unterhalten. Jetzt hielt es Gras Bülow für angezeigt, in die De- ^Ebbinzu greisen und die „Uferlinien" der deutschen China- }u zeichnen. Die Rede war mit wirksamem Humor gewürzt. Neues sagte Graf Bülow nicht, wenn mSe Nig lisch er Blatter, wohin auch die Bemerkung des Grafen ^^örelte, dag Deutschland nirgens in China besondere Vorrechte haben wul. Der Reichskanzler hielt sich für ver- pflichtet, „dieser Zeitungsente ohne weiteres den Hals umzudrehen", was auf allen Seiten mit beifälliger Heiterkeit ausgenommen wurde Die v. Hertling - Richter-Hasse'sche Kennzeichnung der Bedeutung des englisch -japanisckLr Bündnisses sur die deutschen Interessen erklärte Graf Bu^ sur zutreffend. Im übrigen gab er erneut bevuhigende und tröstliche Versicherungen über die China- und „Welt"-Politik der Regierung: nicht phantastische Ideen, sondern maßvolle und vernünftige Erwägungen seien entscheidend. Mit der ^wurden sowohl die restlichen Legionen, als auch die Millionen aus China zurückkehren. Das erstere hänge wesentlich von den schwebenden internationalen Verband-- lungenab. r e. . ^er Vertreter Bremens, Abg. Frese (Frs. Verg.) steht diesen VerjiQ)erungen weniger sreptisch gegenüber, als Aba S> u g c r (eoj.), der mit beißender Satire von der Möglich- k^t sprach da^ zur Eintreibung der chinesischen Kriegsent- schadigungsraten eine neue Expedition erforderlich werden wird, und in der ostasiatischen Besatzung^ /brigade die Ur- Organisation für eine Lbolonialarmee erblv It. Die Mehrheit der Volksvertretung stellte sich bei der Abstimmung auf die Seite der Regierung und bewilligte an einmaligen Aus- aaben im außerordentlichen Etat 201/2 M tllrvnen Mark für das ostasiatische Expeditionskorps. 2Jer gewissenhafte Chronist darf jedoch nicht unerwähnt L^ffcn, daß der Begriff „Mehrheit" relativ zu verstehen ist; die ge^tzgebende Versammlung war auch bei diefec wichtigen Debatte und Entschließung nicht entfernt deschlußfliü ig. Der alsdann folgenden Erörtetmug,oes Etats des Auswärtigen Amtes war durch diese Chinadebatte zum Teil der Wind aus den Segeln genomr nen. Doch es fehlte auch hier nicht an interessanten Mome nteit So fand beispielsweise die Amerika fahrt des Prinzen Hein- r i'ch Erwähnung und freudige Billigii ng seitens des^ Abg. Dr. Hasse; Abg. Dr. Gradnauer (2wz.) jedoch hielt eine parlamentarische Stellungnahme gegen die „in Mode gebrachte Reisepolitik" für äuge zeigt. Dann schnitt der sozialdemokratische Redner, ein s rHr temperamentvoller Herr, die Burenfrage an; seine 'Kritik verdichtete sich zu einem scharfen Tadel der .Haltung,, der deutschen Regierung in Sachen der Wahrung des Vi'ttLerrechts. Schließlich, führte Herr Gradnauer das hohe Hau r> — auf dem ilmwege über die Türkei — nochmals nach tlhina, die Resolution Albrecht (Soz.) begründend, der zuisolge die aus Peking mitgeführten astronomischen Instrumente aus Reichskosten nach China zurnckaeschaff s werden sollen. Der Ausdruck „Denkmal der schände" tru g dem Redner einen Ordnungsruf ein. Graf Bülow erwide rte sofort, scharf und schneidend. Er drehte den Spieß um unt- konstatierte, Herr Gradnauer habe mit seinem Vcwlaugen, Deutschland möge allenthalben auf dem Erdball intervenieren, die Weltpolitik saus Phrase proklamiert. Der ReickManzler erntere wiederholt Beifall, den stärksten, als. er j#eineni Bedauern Ausdruck gab über die Art, mit der SQjg, Gr ad nauer den gastfreien und glänzenden" Empfang des Prinzen Heinrich durch die Amerikaner glossiert habe. Den Vorwurf zu entkräften, die Sozialdemokratie zeige fick) in der Pekinger In- sttumentensrage chinesischer als die Chinesen, mrternahm zu später Stunde Abg. Ledebour (^Soz.(. Er bezeichnete die Auffassung des Reichskanzlers als die eines „chinisi- schen Ceremonienmeisters". Am bester, kam bei dieser Aus- einandersetzung die Kai serin.-Witt.w e von China weg. Ihr wurde unbestritten eine hohe Intelligenz nachgesagt. Zur Frage der Getr eidezölle. Unter dem Titel: „Statistische Mitteilungen aus 6 2 kleinbäuerlichen Betrieben über Erzeugung und Verbrauch, Verkauf und Zukauf von Getreide" hat Dr. Rudolf Koenig kürzlich im Verlag von Gustav Fischer in Jena eine Arbeit erscheinen lassen, für deren Ergebnisse viele unserer oberhessischen Leser sich interessieren werden. Der Verfasser, früher Pächter der Domäne Konradsdorf bei Ortenberg, hat mit diesen Untersuchungen einen dankenswerten Beitrag geliefert zur Lösung der vielumstrittenen Frage, von welcher Betriebsgröße ab der deutsche Land - wirt mehrGetreide erzeugt, als er in dereigenen Wirtschaft verbraucht. Es wird mit ziemlicher Uebereinstrmmung angenommen, daß die 3,24 Millionen Betriebe unter 2 Hektar, bei sogen. Parzellenbetriebe, in der Regel auf Eigenproduktion beschränkt sind; daß ferner die 1,3 Mill. Betriebe über 5.. Hektar, die sogen, mittelbäuerlichen, großbäuerlichen und Groß-Betriebe, über den eigenen Bedarf Getreide produzieren; daß also die Grenze gesucht werden muß in der Klasse der 1,02 Mill, kleinbäuerlichen Betriebe (2 bis 5 Hektar). Eine Entscheidung kann offenbar nur gewonnen werden auf Grund statistischen Materials. Man bedarf genauer Angaben über den Verkauf von Getreide einerseits und den Zu-, kauf von Getreide und Getreide-Erzeugnissen andererseits autz einer möglichst großen Anzahl kleinbäuerlicher Betriebe, welche sich auf möglichst verschiedenartige Bezirke verteilen. Was bisher von solchen Rachweffen erschienen ist, giebt keine brauchbare Unterlage, entweder weil die Zahlen veraltet sind — so die Enqueten in Baden und Hessen aus den Jahren 1883 bezw. 1884 —, oder weil die Zahlen nicht genügend spezialisiert sind — so in der vom Deutschen Landwirtschaftsrat in Angriff genommenen, im Druck noch nicht vorliegenden Umfrage über die Rentabilität kleinerer Güter. Die erklärliche Folge dieses Mangels ist eine auffallende Unsicherheit des Utteils über die vorliegende Frage, selbst in den Schriften anerkannter Autoritäten der Agrarpolitik. Geh.-Rat Conrad-Halle bringt (in den Beiträgen zur neuesten Handelspolitik Deutschlands, Bd. I, S. 115) eine gelegentliche Anmerkung, daß im Kreis Lauterbach erst von 10 Hektar ab Getreide verkauft werde — eine Behauptung, welche nach Dr. Koenig den thatsächlichen Verhältnissen widerspricht, und, wie dieser sagt, auch durch ihre Form zu Verallgemeinerungen verleitete, wie denn die Gießener Handelskammer in einer Petition gegen den Zolltarif (vergl. Gießener Anzeiger 1901, Nr. 54) auf Grund der Conrad'schen Mitteilung berechnet, daß nur 7 Prozent der hessischen LandwirteVor- teil von den Zöllen hätten. König bringt nach einer kurzen Einleitung, welche das Programm der Enquete entwickelt, im ersten, möglichst objektiv gehaltenen Teck der Arbeit, die Resultate seiner in 9 hessischen Kreisen vorgenommenen Umfrage. Er kommt zu dem Ergebnis, daß in den fruchtbarsten Strichen des Großherzogtums, Nheinebene, und Wetterau, bereits 2 Hektar ausreichen zur Erzielung eines ' kleinen Ueberschusses von Getreide, und zwar nach gänzlicher Deckung des eigenen Bedarfs. Dieses bemerfenSroette Ergebnis der König'schen Umfrage wurde auch im Reichstag zur Sprache gebracht, vergl. Rede des Freiherrn v. Heyl in der Sitzung vom 6. Dezember 1901. Mit abnehmender Güte des Bodens und Gunst des Klimas verschiebt sich die Grenze des Getreide-Mtivsaldos nach oben. Im hinteren Odenwald, im Rodgau und auf den Abdachungen des Vogelsbergs sind bereits 4 Hektar zur Deckung des Hausbedarfs notwendig; im Vogelsberg selbst reichen 5 Hektar kaum aus und in besonders rauhen Lagen (Herchenhain, Bermutshain, Niedermoos re.) sind erst zehn Hektar als Minimal-Ernährungsstäche einer normalen Familie anzusehen. Der zweite Teil der Schrift versucht eine deduktive Verwertung der Ergebnisse. König gelangt zu dem Resultat, daß von den 2 8501 kl ein bäuerlich en Betrieben, welche nach Ausweis der 1895er Statistik im Großherzogtum Hessen vorhanden sind, 5 6 7 9 weniger Getreide erzengen, als sie verbrauchen, 6013 etwa den Eigenbedarf decken und 16809 über ihren Bedarf Getreide erzeugen. In einem weiteren Abschnitt unternimmt der Verfasser eine Schätzung der Saldogrenze fiir das ganze Reich. Es ist sehr fraglich, ob die hier befolgte Methode verteidigt roerben kann; indeffen ist das Resultat, daß nämlich, im Durchschnitt des Reiches bettachtet, die gesuchte Grenze bei etwa 3 Hektar l^egt, durchaus einleuchtend und wurde in Rezensionen mehrerer Zeitungen als richtig anerkannt (vergl/ „Deutsche Tageszeitung" vom 27. 9iovember 1901t „Köln. Zeitung" vom 80. Dezember 1901, „Wormser Tageblatt" vom 24. Dezember 1901 re.). Es Noären demnach int ganzen Reich 1 87 3 617 Betriebe, von welchen' 1 848 556 auf den bäuerlichen Besitz entfallen*-;! an der Höhe der Getreidepreise unmittelbar in-' teressiert (von dem Interesse des ganzen Bauernstandes an' den Zöllen wird in der Arbeit nicht gehandelt). Wenn diese 1 873 617 Betriebe nur ein Drittel der in 1895er Statistik nachgewiesenen 5,5 Millionen Betriebe über». Haupt bilden, so darf nicht übersehen werden, daß sich unter jenen 5,5 Millionen nicht weniger als 3,3 Diill. Bettiebe unter 2 Hektar befinden, deren Bewirtschaftung selten den Hauptberuf, manchmal einen Nebenerwerb, gewöhnlich aber nur eine Nebenbeschäftigung darstellt; daß ferner jenen 5,5 Mill/ Betrieben nur 2,5 Mill, selbständige Landwirte im Haupt-, beruf entsprechen; daß also die weit überwiegende Mehrzahl dieser selbständigen Landwirte im Hauptberuf auch unmittelbar an den Zöllen interessiert sind. In einem Nachwort folgen zerstreute Bemerkungen agrar- politischer Natur. Ms Weizenzoll wird verlangt die Differenz zwischen den durchschnittlichen Erzeugungskosten im Inland (Mk. 16 pro 100 Kilo) und demjenigen Preise, zu welchem der Weizen vom Ausland an die Zollgrenze geliefert werden kann, speziell geliefert werden kann von den billigsten und leistungsfähigsten Konkurrenten, von Argentinien (Mk. 10 pro 100 Kilo), also sechs Mark. Wenn von vielen Seiten, insbesondere von Brentano, behauptet wird, daß nur von einer Reduktion der übermäßigen Bodenpreise sichere Heilung der Agrarpreise ermattet werden könne, so berechnet Koenig, daß selbst eine Reduktion auf 0 nur einem Zoll von Mk. 2 gleichkäme. Die Frage, ob Denffchland int Stande sei, seinen Bedarf an Brotgetreide selbst zu erzeugen, wird von Koenig verneint. Doch sei es denkbar, daß die Weizen-Einfuhr mit einer Hafer- und Gerste-Ausfuhr bezahlt werde. Es müsse von der deutschen Landwittschaft ertvattct werden, daß sie die Zeit relativer Erholung, welche ihr der neue Tarif bringe, zur Erreichung dieses Zieles benutze. Die projektierte Zollerhöhung bedeutet nach der Rechnung des Verfassers eine Mehrbelastung von Mk. 4 auf den Kopf der Bevölkerung. Dr. Koenig sucht das zu recht- fettigen durch eine vierfache Erwägung: der Staitd der Ge- tteideproduzenten, der von keinem anderen Stand an Zahl und Bedeutung erreicht tverde, solle aus einer unbestrittenen Notlage befreit werden; die Zoll-Erhöhung habe eine Erhöhung der Reichs-Einnahmen, also eine Verminderung der Umlagen zur Folge; die Brotpreise blieben auch nach der vorgeschlagenen Zollerhöhung immer noch niedriger als in der ganzen zweiten Hälfte des verflossenen Jahr- hundetts; auch bei einem Zoll von sechs Mark sei die gesamte Lebenshaltung in Deutschland mindestens nicht teurer, als in ben übrigen europäischen Staaten. „We n n endlich", so schließt der Verfasser, „auf die vielfachen mittelbaren Vorteile, welche das Gedeihen der Land- „wirtschaft einem großen Teil der übrigen Bevölkerung bringt, pflichtmäßig Bedacht gekommen wird, so muß die geplante Zoll er Höhung „dem Unbefangen ohne Zweifel anders erscheinen, „als im Licht der einseitigen Darstellung, welche „den Tagesblättern der Parteien beliebt. Ueber- „triebene Hoffnungen auf der einen, Vorurteile «aller Art auf der anderen Seite, verhetzte In- von einem in Abrede, 3. März. Merkens ri P. Gich.cn, Verhandlung gegen Jakob Geyer aus »teresfcnpolitik auf beiden Seiten zu bekämpfen, „ist die schwere Aufgabe, welche die Ncichü- „regierung in den bevor st eh en de »Verhandlungen „zu erfüllen bat." Gewiß wird sich durch den Verfasser nicht jeder über- zeugen lassen; doch scheint die Lektüre der besprochenen Schrift wohl geeignet, zu einer Verständigung Über manche ungeklärte Frage der Zollpolitik einiges beizutragen. verlebten Frau Geyer zu Hilfe kamen, haben von die bald nach der Thal die Besinnung verlor, und starb, nichts für den Angeklagten Belastendes erfahren. Dre Stieftochter des Angeklagten, Ehefrau Kließ, geb. Magner, hat ihre Mutter nicht mehr bei Besinnung an- aetroffen. Sie deponiert jedoch, Marie Geyer habe ihr gegenüber behauptet, der Angeklagte habe seinem Opfer nicht in der Stube, sondern als diese die Treppe hinaus gewollt, mit dem Messer den verhängnisvollen Stich beigebracht. Die Verwandten des Angeklagten verweigern, ,so weit sie gesetzlich dazu berechtigt sind, ihr Zeugnis. Tte an die Geschworenen gestellten Schuldfragen sind auf Totschlag und bei Verneinung desselben auf Kör- -er Verlegung mit tätlichem Erfolg gerichtet. 3it beiden Fragen wird auf Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalts Raab, die Nebenfrage nach mildernden Umständen gestellt. Oberstaatsanwalt v. Dessert begründet die Anklage und plaidiert in erster Linie auf Totschlag. Es bleibe ich ganz gleich, wo der tätliche Stich gefallen. Marie Geyer, bic einzige Zeugin der That, habe zwar des Zeugnis verweigert, ihre Stiefschwester aber, Frau Meß, betätige, was die Anklage behauptet. Wenn die getötete Frau ihrem Manne den Ein sitz in dem ihr und ihren Kindern erster Ehe gehörenden Hause nicht gewahren wollte, so hatte sie Recht, denn Geyer hat nichts gethan, um dieses Recht zu verdienen. Er hat nichts gearbeitet und ist ein Trinker geworden. Der Angeklagte hat mit uw- begreiflicher Rohheit gehandelt und seine eigene Frau mit dem Messer umgebracht; er mußte sich auf alle Fälle sagen, daß der Ausgang der Tod sein könne. Der Angeklagte hat sich auch gesagt, um in seiner Sprache zu reden: „Ich gebrauche das Messer, und wenn meine Frau auch die Kränke davon kriegt." Wenn die Ge- jchworeiien nicht überzeugt sind, daß hier ein Totschlag vorliegt, so müssen sie die Schuldfrage wegen-Kör per- Verletzung mit tätlichem Erfolg bejahen. Ganz entschieden aber seien dem Angeklagten mildernde Umstände in beiden Fällen zu versagen. Geyer hat seine Ehefrau mit dem Messer niedergestoßen, er hat sich dann um die todwniide Fran nicht im geringsten gekümmert. Als die Frau bereits im Todeskampf lag, hat er in Begleitung des Gendarmen das Sterbe.zimmer betreten, und wie die Zeugen bekunden, nicht die leiseste Spur von Reue gezeigt. Der Umstand, daß der Angeklagte geständig ist, kann ihm angesichts des Umstandes, daß er die That nicht leugnen konnte, nicht hoch angerechnet werden, und seine Angetrunkenheit bei der Thal war nicht weit her. Der Gerichtshof werde auch bei Zumessung der Strafe innerhalb des vom Gesetz gewollten ordentlichen Strafmaßes mildernde Momente zu Gunsten des Angeklagten nicht in Betracht ziehen dürfen. Der Verteidiger. Rechtsanwalt Raab, betonte, daß man die That des Angeklagten nur beurteilen könne nach seinem vorliegenden Geständnis; es mangele an einem Zeugen, der den Vorgallg, mit angesehen habe, da die Tochter Marie vom Recht der Zeugnisverweigcrung Gebrauch gemacht habe. Sein Klient habe seine Frau icicht täten wollen. Ebensewenig liege der voni Oberstaatsanwalt herangczogenc Dolus eventualis zur Annahme des Totschlags vor. Dem Angeklagten falle Körperverletzung mit tötlichein Erfolg zur Last, er bitte die Geschworenen, ihm mildernde Umstande zuzubilligen, da auch dann noch das Strafmaß hoch genug bemessen sei, um die That des An- Zeugnisverweigerung Gebrauch. Die Zeugen, die der schwer horftmt-nn strftm (Heuer ru .Dille kamen, haben von dieser, geklagten zu sühnen. Nach der Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden, Landgerichtsrat Sandmann, beraten die Geschworenen etwa 20 Minuten, worauf ihr Obmann, Professor Dr. Haupt- Gießen, den Mahrjpruch verkündet: Die Sch n l d f r a g e wegen Totschlags wurde verneint, dagegen wird der Angeklagte der Körperverletzung mit tödlichem Erfolg unter V e r n e i n u n g der Frage nach mildernden Umständen für schuldig befunden. Oberstaatsanwalt v. tzessert beantragt, auf 8 I a h r c Zuchthaus zu erkennen. Tas Gesetz lasse zwar e ine Gefängnisstrafe nicht unter drei Jahre im vorliegenden Falle zu. Der Angeklagte aber verdiene diese Milde nicht, er habe nicht nur roh und brutal an seiner Ehefrau, gehandelt, sondern es ermangele auch an jedem Grund, der den Angeklagten zu der That veranlaßt haben könne. Seine Handlungsweise sei auch uu höchsten Maße ehrlos, und deshalb stelle er auch den Antrau, auf Werkeunuug frau das Krersamr den Wirten in Merkenfrrtz verbotM habe, ihm fernerhin Schnaps zu verkaufen; dadurch habe er gegen die Frau noch mehr Groll bekommen. Geyer erklärt vor etwa 20 Jahren wegen Körperverletzung zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt zu sein. Ter Angeklagte behauptet, am 21. November morgens um 9 Uhr noch nüchtern d. h. ohne das Geringste gegessen zu haben, nach Gedern gewandert zu sein, um dorr Glas zu einer ihm bestellten Fensterscheibe zu holen. Auch in Gedern will er nichts gegessen haben, wohl aber hat er an drei Stellen Schnaps getrunken. Lediglich, weil, er sich nicht sicher aus den Beinen gefühlt, habe er den Glaseinkauf in Gedern unterlassen, obschon er das Geld dazu in der Tasche hatte. Er sei dann nach Merkensrrtzt zurück gegangen. Als er dort seine Wohnung betrat, habe )ie Frau geschimpft. Er will dann noch etwas zu essen verlangt, aber die Antwort erhalten haben, „wo Tu ge- offen hast, da kannst Du auch fressen". Er will dann me Tischschublade geöffnet, und ein darin liegendes Trsch- messer genommen haben, um sich Brot abzu schneiden. Ta sei die sehr erregte Frau auf ihn zugesprunaen, habe ihm mit beiden Händen in den Vollbart gegriffen und ihn nach unten gezogen. Er habe davon Schmerzen gehabt, weshalb er seine Frau mit der linken Hand nach unten gedrückt, und ihr mit der anderen Hand mit dem Tischmesser einen wuchtigen Stoß über die Schulter in )ie linke Seite verletzt habe. Zu Anfang der Szene fei eine 16 Jahre alte Tochter Marie gegenwärtig gewesen; ob diese im Zimmer geblieben sei, wisse er nicht. Die getroffene Ehefrau habe das Zimmer zuerst verlassen; er sei ihr sofort gefolgt und habe sich aus Angst eine Treppe höher in sein Zimmer begeben, ohne sich um die schwer Verletzte zu kümmern. Das Messer, nut dem er die Ä)at ausgeführt, will er mit nach oben genommen haben, ohne aber zu wissen, wo er es dort gelassen hat. Geher hat sich dann in seinem Zimmer von innen em- gerieglt. „ . Tie Beweisaufnahme bestätigte int großen und ganzen, was Geher über sein Verhältnis zu seiner Ehefrau gesagt hat. Tie Frau wird allgemein als eine ruhige Person geschildert, die bestrebt war, das schlechte eheliche Verhältnis zu dem Angeklagten nicht bekannt werden zu lassen. Die einzige Zeugin, die bei der in Frage tehenden That zugegen war, die Tochter Marie des Angeklagten, macht von dem Rechte der Gegenden beilegt, ab. Aus sandigem Boden oder sandigem Lehm, aus großen Flächen stellt man auch die Pflanzlöcher, in welche die Kartoffeln eingesteckt werden sollen, dadurch her, daß man über das gut eiugeebnete Feld eine walzeuartige Maschine fährt, deren Walzen in angemessener Entfernung hölzerne Bolzen trägt, welche beim llmbrcljcn der Walze Löcher in die Erde drücken, in welche die nachfolgenden Arbeiter die Pslanzkarlosseln einstecken und leicht mit Erde bedecken. Diese Pflanz methode ist mir aus leichtem sandigen Boden auf großen Flächen angebracht und geht rasch und gut von statleu. Man Hal auch KartoffellegemLschiuen eingeführt, die selben leisten aber bei der verschiedenen Form und Größe der Pflauzl'arlofseln vorläufig noch ungenügende Arbeit. Bei allen Pslauzmethodcn ist daraus zu achten, da; die Pflanzkartossel nicht zu tief in den Boden kommt. Tic Erdschicht, die auf der einzelnen Kartoffel liegt, soll nicht dicker sein, als die. .^rrtosfel selbst. Tas Kartoffelpslanzen im großen im Felde, lmbe ich hiermit geschildert, und wende mich nun dem Pflanzen und der weiteren Behandlung der ansgegaugeneu Mar- fe|Mn iui Garten oder auf kleineren Grundstücken in der Rahe der Stadt zu. So manckier Mann und so manche Frau, die der Beruf oder Lebensschickiale vom Lande in )tc Stadt geführt haben, und die die hosfnungsfrohe Jugend auf dem Lande in frischer Luft, im grünenden und blühenden Gelände verlebt haben, sehnen sich heraus aus ')cm Gedränge der Straßen, aus Staub und Hitze, hinaus auf ein Fleckchen Land, auf dem sie nach eigenem Ermessen schalten und walten dürfen. Wenn die Früh- lingslnft weht, möchte jedes hiuauszielien, wie vor Jahren und den Garten bestellen. Tas Notwendigste für die Küche: Suppengrünes, Gemüse, die ersten frischen Kartoffeln selbst Heranziehen, wenn möglich auch ein paar Stachelbeeren und ein bescheidenes Blumenbeet. Bel unserer heutigen Besprechung sollen nur die Kartoffeln heraugezogen werden Hier kommen nach meinem Dafürhalten nur die Frühkartoffeln in Betracht. Die vorjährigen Kartoffeln ans deiii Keller wollen nicht mehr recht munden, sie sind auch tvohl alle geworden. Da unb dort werden Früh- Kartoffeln angeboten, sie sind aber schändlich teuer und chlecht, weil sie uoch unreif sind. Könnten wir uns doch ür diese Zeit ein paar Kartoffeln bauen, sagt sich die orgende Hausfrau. — Im August sind die Kartoffeln choii wieder billig, da lassen sich schon ein paar Zentner .etukaufeu, ohne daß die Lücke im Geldbeutel zu groß Also wer nur über ein kleines Stück Gartenland für Kartoffeln verfügt, wird nur Kartoffeln bauen wollen ür die Zeit, wo käufliche Kartoffelu teuer und schlecht ind, für die Zeit vom 1. Juli bis 1. August. Das sind 30 Tage, und für diese 30 Tage reichen je nach dem Ertrag und nach der Größe der Familie zirka 100 Kartosselstücke. Wie fangen wir es an, recht frühe und auch recht gute Kartoffelu in dieser Menge zu erzeugen? Ich nehme au, daß das ganze Gartengrundstück im Herbst gut umgegrabeu und dabei gedüngt ist. Mit dem Stalldünger wird es einen Haken haben. Wenn es auch n größeren Städten Dünger genug giebt, so ist das Her- beischafsen des Düngers wohl sehr umständlich und kost-- pielig. Billiger wird der kleine Gartenbewirtschafter wohl leben falls mit künstlichem Dünger auskoiumen. Aus der Stadt bei Horndrechölern erhielt man die für den Gartenbau so wertvollen Hornspäue. Beim Beschlagschmied giebts ebenfalls Horuabsälle. Da derartige Düngemittel nicht genügend vorhanden sind, so rate ich, aufgeschlossenen Beruguauo zu kaufen, der ist zentnerweise zu haben. Vs Pfund auf den Quadratmeter jedes Jahr gegeben, ist eine clir reiche Düngung für alle Gartengewächse incl. Kar- offeln und kostet pro Quadratmeter zwei Pfennig. Das Gartenland für Kartoffeln wird im März, wenn der Boden gehörig abgctrocknet ist, nochmals gegraben unb dabei wenn nötig, mit dem Rechen geebnet. Tie Pslanzkartoffelu sind aiifbewahrt wie ich es oben geschildert' Der 15. März kommt heran, das Wetter ist chon frühlingsmäßig, wenn eS hier und da auch uachts noch Eis giebt ober tagsüber ein lustiges Schneegestöber. — Mir suchen unö die zum Pflanzen bestimniten 100 Kartoffeln sorgfältig ans, legen dieselben je eine, wenn wir das möglich machen können, in einen mit gewöhnlicher Gartenerde gefüllten Bluiueutopf, decken sie leicht mit Erde und stellen die Töpfe in 'einen Raiirn, in den die Sonne scheint, das mäßig warm ist und gut gelüftet wird. Können wir statt der teuren Blumentöpfe alte Spahnkörbe aus Fischhandlungen ober ähnliche Behälter bie nichts kosten, haben, um so besser. Fehlen uns alle derartigen Behälter, so nehmen mir eine flache offene Kiste mit chua handhohen Seitenwänden, durchlöchern, den Boden mit einem stärkeren Bohrer, füllen die Kiste mit sandiger Oartcncrbc unb legen auf biefe die aus- gewähllen Pslanzlarlosfeln für unser Frühkarloffelbeet. Da bie Kartoffeln nicht nahe aneinander liegen dürfen, so sind wohl einige solcher flüchtig husarnmeugenagelter Kisien notwendig. Tie Kisten werden in einem mäßig warmen Raum ausgestellt, die Kartoffeln leicht mit Erde überdeckt unb biefe mäßig angegossen. Die Kartoffeln beginnen alsbald zu keimen und Wnrzelii zu bilden. Blättchen entwickeln sich, und nun wird es Zeit die Kartofsetti ins freie Land zu bringen. Am besten tragt man die so heran- gezogenen Pflänzlinge in der Kiste auf das zu bepflanzende Gruiidstück, gräbt in angemessenen Zwischenräumen flache Pflanzlöcher aus und setzt in jede.; eine der aus der Kiste genommenen Pflanzen. Da diese mit ihren Wurzeln schon etwas ineinander gewachsen sind, so trennt man ie mit einem Messerschnitt, so daß der Ballen der Pflanze möglichst ganz bleibt. Ein AnSeinanderrctßen der Pflanze würbe nachteilig sein. Jede einzelne Pflanze wird sorglich in ein Pflanzloch eingebettet, mit der Hand lose Erbe herangezogen und der Wurzelballen mit Erde bedeckt, bis zu den Blattspitzen. Hat die Märzluft die Erde sebr trocken gemacht, jo ist ein mäßiges Au gießen vorteilhaft. Tie Pflanzen wachsen bei sorgfältigem Verfahren rasch und gut an. Vor Nachtfrösten muß man natürlich diese frühe Pflanzung schützen. Man bedecke ;ie abends, auch wenn lein Frost zu drohen scheint, mit Fitzen von alten Säcken, sonstigen ganz dünnen Stoffen von allen Kleidern uhu. zu. Für 100 Kartoffelpflanzen braucht man 100 Lappen, die ca. 25 Zentimeter lang unb ebenso breit sind. Tie lassen sich beschaffen und wiederholt benutzen. Sie schützen die Karloffelpslauzeu vor den leichten Nachtfrösten Ende März, im April und im Mai. Der Vorsichtige schützt auf diese Weise mit wenig Zeitaufwand seine Pfleglinge und hat bann bic Freude des Erfolges. ___________Schluß folgt.___ Unter die „Wunder auf der Reife des Prinzen Heinrich" zählt die freifinnige „V v s s. Z t g." die Begegnung des Prinzen mit Karl Schurz unb das Pressebankett bei Anwesenheit des Drilders des Kaisers: Prinz Heinrich von Preußen ist ein Hohenzoller, und er trug das Verlangen, sich in Newyork Karl Schurz vorstellen zu lassen unb ihm bewundernd die Hand p drücken. Der Bruder des Kaisers dem alten Revolutionär, der Vertreter einer mächtigen Dynastie beut steckbrieflich verfolgten H o ch verrät c r! Dieser Hochverräter wurde einer der ersten Staatsmänner bet Vereinigten Staaten, einer ihrer glänzendsten Redner, Advokaten und Zeitlinas- schreiber, ein tüchtiger General, ein ausgezeichneter Ge- • sandter, Senator, Minister des Innern. Karl Schurz ist der erste Deutsche, der nicht mir in die Geschicke der Vereinigten Staaten beslinimend eiiigegriffen, sondern auch ein Ministeramt erreicht und tadellos geführt hat. Er hat wte kein anderer dazu beigetragen, das Ansehen des deutschen Namens in den Vereinigten Staaten zu erhöhen unb gute Beziehungen zwischen seinem alten Vaterlaude und seiner neuen Heimat zu pflegen. Der Hoheuztoller hat ans der Geschichte gelernt; er ist frei von jener Engherzigkeit, die in geschichtlichen Ereignissen noch nach Meuschenaltern nut persönliche Schuld und die Schuld nur bei den politischen (.Wegnern sucht. Daß Karl Schurz für die deutsche Einheit kämpfte, daß er einen deutschen Dichter, der im Zuchthaus Wolle zupfen, die eutwürdigeudste Behandlung erdulden und sich mit Prügelstrafe bedrohen lassen mußte, mit Lebensgefahr der Freiheit uub der Wissenschaft und Kunst wiedergab, das wird ihm heute der Bruder des Kaisers nicht als Ver> brecheu, sondern als Verdienst aurechneu, wie sich gebührt. Soll aber die Gerechtiakeit des Urteils nur denen gegneniiber am Platze fein, bie in Amerika leben und zu Ehren gekommen sind, nicht auch denen, bic längst unter dem grünen Rasen in heimischer Erde ruhen?" Die „Hamb. Nachr.", das bcfaniitc Bismarckblatt, ' meinen dazu: ,/Diese etwas stark aufgctragciic Schmeichelei wird ihren Zweck, in Amerika Stimmung zu machen, nicht verfehlt haben. Wir fürchten nur, baß die Eloge manchen drüben wie hüben zu Kopfe steigen und darin allerlei Unheil in Gestatt von Wahnvorstellungen anrichten wird." Daß aber bic deutsche Presse nicht Grund hat, auf die Behänd, hing seitens der Regierung in Deutschland stolz zu sein, betonen die „Leipz. N. Nachr.": Wenn di.se 'seltsame unterscheidende Wü.dig.ng nicht ausschließlich zurückgeführt lucrocn |oh aui die dem Deutschen innewohnende Bewunderung für alles Fremde, so ließe sich nur bic Erklärung finden, daß vielleicht in den letzten zwölf Jahren sich auch das Urteil des Kaisers über die deutsche Presse geändert hat, und schon sehen wir die Morgenröte des Tages Heraufziehen, an dem Prinz Heinrich an einem Festmahle der deutschen Presse tcihilmmt und, wie er in Amerika von den tapferen Farragut sprach, so hier daran erinnert, daß der größte bcu 11 rl) e I o n r nalist Otto v. Bis marck h ie ß,und daß in bi r Ehrentafel der deutschen Presse sich auch Namen wie Gustav F r e y t a g uub Heinrich von Treitschke befinden. Zunächst freilich bescheiden wir uns unb harren der kommenden Tinge. Und, ganz leise ins Ohr geflüstert, wir bezweifeln noch, ob je der Tag vommen wird, da unsere ersten Redakteure unter bic Excellcnzen rangierkm unb die Lokalredakteurc MajorSraug erhalten. Wenn es nun auch Gewäsch ist, wenn ein Berliner Blatt selbstbewußt in Anlehnung an das Wort beS Kaisers sagt, baß „ein Tiageö sch rifr steiler, der Jahrzehnte lang Millionen Lesern daS HorständniS des öffentlichen Lebens, der Politik unb der Sozialpolitik vermittelt unb unablässig Belehrung unb Meinungsausvitdung gcfäct hat, ein kommandierender General des großen Kultur ka mp f es de r sDt ensch hc i t sei, demgegenüber auch bic strahlendste Militär- und Höslingsunisorin nichts besagen will, so ncnß doch erwünscht werden, baß unserer hcnnischen Beanttenhicrarchic der Linic der kaiserlichen Liebcnswürdigtcit gegen bic Presse nicht nur für Amerika, fonbern auch für bas beutsche Vaterland ausgehe. Wenn ber Prinz Heinrich den Zeitungsmännern bie be|onoerc Liebenswürdigkeit sagt, fein Bruder, der Kaiser, meine, daß Paeß- leutc in Amerika beinahe mit seinen kommanbierenden Generalen rangieren, so mögen auch für und Brosamen von des Herrn Tische abfallen. Wir könnten sie gebrauchen, fo lange noch ZeugniSzwang, fliegender Gerichtsstand, die im Falle Bredenveck herrfcheude Preßauffaffung unb manches andere befteht. Aever den Anöau der Kartoffel tat Kette unb im Karten (Fortsetzung statt Schluß.) Alle biefe Pflanzmclhobcu haben ihre Mingel und ihre Vorzüge. Welche Methode man bevorzugt, hängt von der Bodeuveschasseuheit, von der Geschicklichkeit der Arbeiten in der betreffenden Gegend und von der Bedeutung, die inan einer sorgfältigen Arbeit in den verschiedenen wegen Totschlag S.' . Ter Angeklagte, ein Mann, dessen Gesicht mächtigen Voltbart umrahmt ist, stellt nicht den Tod seiner Ehefran durch einen Messerstich herben geführt zu Hatzen. Auf Veraulassnug des Vorsitzenden sclnl- bert Geher seine persönlichen Verhältnisse. Er hat vor etwa 20 Jahren seine acht Jahre ältere Ehefrau, die da nuils Witwe mit zwei Kindern wär, geheiratet. ^ie besä in Mer teuf ritz ein Hänschen. Aus Gehers Ehe entflammen drei Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahre, von denen die jüngste Tochter Marie noch im Hause war, als der Angeklagte das ihm zur Last gelegte Verbrechen an seiner Ehefrau beging. Zwischen beit Eheleuten Geyer bestand bis vor ctiua 5 bis 6 Jahren ein leidliches Verhältnis. Geyer verlangte vor sechs Jahren, daß ihm die. Ehefrau das Recht des Einsitzes in dem ihr unb den Andern aus erster Ehe gehörenden Hause eiuräiouen sollte, wozu bic Ehefrau sich angeblich nicht verstehen wollte. Hierdurch sei Zank uub Hader zwischen ihnen entstauben, er habe ich nach und nach dem Trunk ergeben, und habe auch leine Lust mehr ^ur Arbeit gespürt. An saug November v. I habe er erfahren, daß auf Veranlassung der Ehe- der bürgnlicheu Ehrenrechte auf die Tauer von fünf Mchtsunwa^Raab^tt dafür ein, den Angeklagten nicht ins Zuchthaus zu schicken rurd ihn mit Gefängnis zu bestrafen, damit i m die Möglichkeit bleibe, sich zu belfern und spater ein" anderes Leben zu beginnen. Jedenfalls aber bitte er lAeriäü^'hof, einem Klienten, der über drei Monate ü* in Untersuchungshaft befindet, diese auf die zu erkennende Strafe als verbüßt in Anrechnung zu bringen. $ Xer wird zu sechs Jahren Zuchthaus, unter Anrechnung von zwei Monaten der Untersuchungshaft, verteilt Außerdem werden ihm die bürgerlichen Ebrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Der Angeklagte erkennt die Rechtskraft dev Urteils sofort an. ______ Vermischtes. Posen 4. Mär^. Aus die von Posen nach Muro- wana-Goslin führende Person en post wurde in der Sonntag-Nacht ein Ueberfall verübt, da sie eine arvße Geldsumme beförderte. Der Ueberfall mißlang. Ein Thäter wurde verhaftet. Posen, 3. März. Dem „Posener Tageblatt" wird aus Gnesen gemeldet, am gestrigen Sonntag früh 7 Uhr wurde auf dem Wege zwischen Napeleouowo uiü> Groß-Srowntnik die Leiche des Grundbesitzers und Schulkassenrendanten Burdzinski aus dem letztgenannten Orte mit tiefen Mesjerstichen im Kopfe gefunden. Tie sofort angestellte Untersuchung habe ergeben, daß Burdzinski aller Wahrscheinlichkeit nach bereits auf seinem Hvse ermordet und mit seinem eigenen Wagen nach der Fundstelle gebracht ist Als der That dringend verdächtig ist der 20jährige Marikin Jagodzinski verhaftet worden. Hamburg, 4. März. Der Dampfer „Hartfell" ist unweit Peterhead infolge Nebels gestrandet und vollständig wrak geworden. Der Kapitän und drei Mann sind ertrunken. Mons, 3. März. Auf dem hiesigen Bahnhof stießen zwei Güterzüge auf einem Nebeugeleise zusammen wobei zwei Dahn beamte getötet wurden. Der Mate^ rialschaden ist ziemlich erheblich. Budapest, 3. März. Zwischen den Abg. Grafen Stefan T^-sza und Stefan Rakovszky fand heute nachmiUaa anläßlich der Vorgänge in der Sitzung des Abgeordneten- hau,es vom Samstag ein Duell statt, bei dem Rakovszkn am rechten Oberarm schwer verwundet wurde. Aus Stadt und Land. Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten stnurunttr genauer Quellenangabe: „Gre«. Auz. gestattet.» Gießen, 4. März 1902. •• Gießener Bolksbad. Im Februar wurden 6339 Bäder verabreicht gegen 7863 im Januar 1902 und 5092 im Februar 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 249 Bäder gegen 281 im Januar 1902 und 208 im tfcbruav 1901. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3212 Männer, darunter 486 zu 10 Psg., 538 Frauen, „ 62 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 219 Männer, 59 Frauen, 2. „ 581 „ 351 Dampf- und Heißlustbäder, sowie Massage zusannnen 118 Männer, 22 Frauen. Brausebäder 1153 Männer, 86 Frauen. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt. Das Bad von einer Person besichtigt. * • Frühlingsanfang. Zwar trennen uns noch 3 Wochen von dem Tage, an dem nach dem Kalender der Frühling beginnt. Die Natur jedoch hat in diesem Jahre schon jetzt, wenigstens teilweise, ihr Frühlingsgewand angelegt. Erst kürzlich konnten wir von einem Birnbäume berichten, der schon jetzt in voller Blüte steht; heute brachte man uns einen völlig entwickelten Citronenfalter, der munter in unseren Redaktionsräumen uinherslatterte. Und auch der übliche Schmutz, der sich alljährlich bei Frühlingsanfang einzustellen pflegt, fehlt nicht. * ♦ Die hessischen Oberförster zu Pferde. Unter Bezugnahme auf eine Bemerkung in unserer gestrigen „Politischen Wochenschau" wird uns von beteiligter Seite folgendes freundlichst mitgeteilt: Unsere hessischen Oberförster haben seither eine Pferdesourage von 800 Mk. bezogen und merdeii diese auch fernerhin beziehen. Es waren von der Regierung statt 800 Mk. 900 Mk. angesordert und nur diese 100 Mk. mehr sind gestrichen worden. Unsere Oberförster werden also auch in Ziüunft, und hoffentlich recht häufig, ihr Rößlein im Wald und auf der Heide tununeln, zum Nutzen und Frommen unseres schönen hessischen Waldes! * * Die „Tauzliude" auf dem Gleiberg. Zu Deutschlands merkwürdigen Bäumen zählt unstreitig die große Dorflinde auf dem Gleiberg. Der Baum, im Volksmunde „Tanzlinde" oder auch „Musikantenbaum" genannt, dürfte seinem Aussehen nach wohl über 250 Jahre zählen. In früherer Zeit haben die Bewohner des Dörfchens Gleiberg, wie die „Fkf. Kl. Pr." zu erzählen weiß, in friedlicher Auseinandersetzung ihre Streitigkeiten unter der Linde geschlichtet, während bei festlichen Anlässen die Dorfjugend unter deren weit verzweigtem Blätterdach das Tanzbein schwang, wozu die auf den Aesten des Baumes sitzenden Musikanten austpielten. Noch vor 12—15 Jahren wurde von den Dorfschönen und ihren Burschen bei der Kirmesfeier auf dem Platze unter der Linde getanzt, wobei für die Musikanten allerdings ein Podium diente, welches auf dem um den Baun: herum errichteten Gerüst ruhte. Jedem Besucher des Gleibergs fällt der Musikantenbaum mit seinen merkwürdigen Aesten und Verzweigungen auf. Er befindet sich auf halber Höhe des Berges, dicht am Wege, inmitten eines freien geebneten Platzes, von welchem man in Windungen den Rest des steilen Bergkegels hinansteigt. Mainz, 2. März. Die Bürgermeisterei 'hat der Stadt- verordneten-Versammlung den Antrag unterbreitet, an die Reichsregierung, sowie an die Großh. Hess. Regierung das Ersuchen zu richten, eine Summe von 118 000 Mk. zu den Kosten der ersten Baurate für die Restauration der Kurfürstlichen Schlösser zu bewilligen. Die Stadt Mainz würde dann zu demselben Zwecke eine gleich hohe Summe genehmigen. * * Kleine Mitteilungen aus Hesien und den Nachbarstaaten. ~ Ju Griesheim geriet der Jnvaliden-Pensioncir Scharlach mit seiner Hauswirtin in Streit, in dessen Verlaus er mit einem schweren Hammer die Frau zu Boden schlug. Schwer verletzt wurde die Frau ins Krankenhaus übers- führt. Scharlach erschoß sich New York, 3. März. Bei den Ueberschwem- m un gen in Wiltesbarre (Pennshlvanien), wo hundert Familien obdachlos sind, sind sechs Personen um gekommen. Der Eisenbahnverkehr auf den nach Norden führenden Linien ist gestört. Die Stadt Albany ist überschwemmt. — Wie aus den überschwemmten Gebietsteilen gemeldet wird, siird Millionen von Dollars an Eigentum verloren gegangen. 2 3 Menschen sind int> en letzten 24 Stunden u m g e k o m m e n. * In der Examensangst. Auf einem Berliner Realgymnasium sind bei der letzten Abiturientenprüfung böse Dinge vorgekommen, die für einzelne der Beteiligten verhängnisvolle Folgen haben können. Die Abiturienten — 19 an der Zahl — standen seit Mitte voriger Woche im Examen und hatten bereits den größten Teil der schriftlichen Themata erledigt, als die Prüfung plötzlich abgebrochen wurde. In das Amtszimmer des Direktors war eingebrochen, und man hatte an den bereits abgelieferten Examenarbeiten Korrekturen vorgenommen. Anscheinend ivaren auch bei dieser Gelegenheit die noch zu bearbeitenden Themata in die Hände der Abiturienten gelangt. Kurz nach der Eröffnung der Untersuchung meldete sich ein Abiturient als Thäter. Er ist der Sohn des in einem Berliner Vorort ivohnhaften Baunieisters H. und ivurde sofort au§ der Anstalt verwiesen. Ueber seine Mitschuldigen verweigerte er die 2(u§)agc, doch steht bereits fest, daß wenigstens noch zwei Mitschüler an dein Einbruch beteiligt waren. Die Abiturienten bewahren über den Vorfall strengstes Stillschweigen. Gegenwärtig schweben Erwägungen, ob die Abgangsprüfung in nächster Zeit noch einmal gänzlich von vorn beginnen soll, oder ob die Examinanden auf ein halbes Jahr zurückgestellt werden sollen. Letzterer Fall würde allerdings ohne Bildung einer Parallelklasse nicht durchführbar sein, da unter Zurechnung der zu Ostern übertretenden neuen Oberprimaner die Klasse gegen dreißig Schüler fassen würde. Auch dürste man Bedenken tragen, die nicht beteiligten Abiturienten unter den Folgen der That einiger Schuldiger leiden zu lassen. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Buderuo'fche Eisenwerke, Wetzlar. In der dieser Tage abgehaltenen Sitzung des Aussichtsrats gelangte der RechnungS- abschluß für das Jahr 1901 zur Vorlage. Die Abschreibungen wurden auf 854 822 Alk. st. V. 490000 W.) und die weiteren Zurückstellungen auf 350 000 Mk. st. V. 200 000 Alk.) festgesetzt. Die Gesamtzurückstellungen betragen somit 1 204 822 Mk. (i. V. 690000 Alk.) Der Reingewinn beziffert sich hiernach auf 752 866 Mk. (i. V. 745 892 Mk.) Der an» 25. März 1902 in Frankfurt a. M. stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung soll eine Dividende von 7 p E t. aus das gaiuc Aktienkapital von 7 500 000 Mk. vor- aeschlagen werden. (Im Vorjahr erhielten die Aktien A und B im Betrag von 6 000 000 Mk. 9 pCt. und die Akllen C im Betrag von 1 500 000 Mk. 4>/r pEt.) Außerdem sind 37 643 Mk. st. B. 87 295 Mack) für die gesetzliche Rücklage, 64 831 Alk. st. V. 86 963 Alk.) Gewinnbeteiligung für Aufsichtsrat und Vorstand/ 100 000 Mk. (i. V. 0 Mk.) Zurückstellung zum Unlerstützungssonds, 14 000 Mk. st. V. 12 000 Alk.) für Belohnungen art Beamte und für gemeinnützige Zwecke vorgesehen. Vortrag auf neue Rechnung 16 688 Alk. st. V. 5297 Mk.) Emissionen und ihre Erfolge. In serieuden Bankkreisen machen tue exorbitanten Ueberzeichnungen der jüngst aufgelegten neuen Anleihen einen unangenehmen Eindruck. So hat bei der kürzlich aufgelegten 3% Hamburger Anleihe das Zeichnungssieber wieder einen geradezu unheimlichen Grad erreicht. Das sind Erscheinungen, dte einen unsoliden Anstrich haben. Bei der Mehrzahl derer, dte an einer solchen Subskription teilnehmen, kommt es nut noch aus einen kühnen Federstrich an. Es muß wirklich einmal etwas geschehen, dantit das leichte Umsichwersen mit Millionen nicht noch weitet" um sich greift, meint ein finanzielles Blatt. Wenn auch bei unseren Anlagewerten ersten Ranges eine unmittelbare Gefahr dadurch nicht entsteht, so reißen doch bei solcher Gewöhnung mit der Zeit lose Grundsätze ein, und der, effektive Anlage suchende Kapitalist kommt durch solche Methoden ms Hintertreffen. — Was aber geschehen muß, das rveiß das Finanzblatt nicht und wir wissen es, aufrichtig gesagt, auch nicht; cs müßte denn fein, daß der Zeichnende bei Der Zeichnung eine weit höhere Summe zu hinterlegen hat, als dies bis jetzt üblich ist. Diokontogcsellfchaft. An der heutigen Börse waren ungünstige Dividendengerüchte im Umlauf. Bisher wurde die Dividende auf 8l 2 Prozent geschätzt, gegen 9 Prozent i. V. Nun verlautet, daß der Dividendenvorschlag irur auf 8 Prozent gehen werde. Der Kurs der Diskonto-Kornmandit-Anleihe ist deshalb tun 1.10 Prozent aurüefgegangen und auch die übrigen Bankaktien schloffen wesentlich niederer; Darmstädter Bank 1.40 Prozent, Kreditaktien 1 Prozent. Westdeutsche Bank vorn». Jonas Cahn Bonn. Das Unternehmen hat einen Brultogervinn von Alk. 808657 (Vorj. Alk. 1160489) erzielt. Nach Abzug der Unkosten verbleiben 599858 Alk. (Mk. 914031) wovon All. 307423 (Mk. 105376) abgeschrieben werden. Die Dividende rvird nur mit 2 Prozent gegen 7 Prozent i. V. ausgerichtet. Das ungünstige Resultat ist un Wesentlichen auf die Kölner Filiale zuruckulsichren, deren Liquidation zur geeigneten Zeit herbeigeführt werben soll. Süddeutsche Baut in Maunhei»»». Der Nettogewnm dieses Instituts im abgelaufenen Jahr beträgt Mk. 400733 gegen 633962 Alk. i. V. Hiervor» sollen 60000 Mk. auf Außenstände und 70000 Mk. auf Konsortialkonto abgeschrieben werden. Die Dividente beträgt 4 Prozent gegen 6 Prozent i. V. Vor» Eisenmarkt. Da der Halbzeugverbarid die Preise für das zweite Jahrviertel um 5 Mark die Tonne erhöhte, beschloß die Vereinigung der Rheinisch-rvestfälischen Bandeisenwerke dieselbe Preiserhöhung für Flußbcmdeisen eintreten zu lassen. Süddeutsche Bersichcrungsbauk in Karlsruhe. Die Bank wird aufgelöst uni) die Aktien und Passiven werben auf die nen $n gründende Aktiengesellschaft Deutsche Versicherungsbank in Berlin übertragen. — Deutsche Geuossenschastsbank, Berlin. Für 1901 wird die Dividende mit nur 3 pEt. beantragt gegen 5pEt. im Vorjahr. Die Schmälerung des Erträgnisses erklärt sich aus der vorsichtigen Bereithaltung großer disponibler Mittel, um in der vorjährigen Krise die Bank selbst gerüstet zu halten, und der Kunbschast, namentlich in Genosfenschastskreisen, zur Seite zu stehen. Die Gewinne nähern sich bem Vorjahrsertrag mit Ausnahme für Zinsen, Die 182 000 Mk. weniger brachten, unb Diskonten, bie ein Minus von 140 000 Alk. aufweifen. Die Kommanbite Frankfurt a. M. brachte 222 000 Alk. weniger. — Aktiengesellschaft Farbwerke Mühlheim. Das Institut hat im abgelaufencn Jahr so ungünstig gearbeitet, daß allein 1 070 000 Alk. für Abschreibungen erforberlich finb. Die Reserve im Betrag von 690 000 Alk. ist auch aufgezehrt, so baß noch eine Unterbilanz von 380 000 Alk. verbleibt, zu deren Beseitigung einzelne Verwaltungsratsmitglieder zusammen 400 000 Mk. kostenlos bei- gestenert haben. — Stottwcrk'sche Chokoladefabrrk. Wir haben bereits mit- geteilt, daß die Firma in eine Aktiengesellschaft umgemanbelt wird. Der Hauptsitz ist in Köln. Die dortige Fabrik arbeitet mit circa 1000 Pferdekraft und 500 Arbeitsmaschinen. Zweighäuser hat sie in Berlin, Breslau, München, Wien, Preßburg, Brüffel, Amsterbam, Lonbon, New-Pock unb Chicago. — Dividenden. Die W ü r 11 e m d e rg i s ch e Vereins- b anf unb die W ü r 11 e md e r gisch e Bankanstalt verteilen wieder je 7 pEt. wie im Vorjahr. Die Dividende der Frankfurter Hypothekenbank beträgt 9 pEt. Tabak. Wir sind nicht in der Lage, über eine Besserung im Geschäft während der abgelaufenen Berichtswoche melden zu tonnen. Nach außen hin geht das Geschäft äußerst langsam, und die Fabrikanlei» halten infolge des flauen Geschäftsganges nut Bestellungen sehr zurück, obwohl allerseits die gute Qualität des Tabaks anerkannt wird. In Mannheini wurden umgesetzf. Erne Partie 1901er Gundisandblalt (ca. 500 Ztr.) per sofort genommen zu 25 Alk. von Spekulanten ait Händler, ferner ca. 300 Ztr. Bruhremer von Spekulanten an Fabrikanten per Juli zu 36 Alk., einige hundert Zentner Rheinbayerische Saiidblatt zu Ende 20 Mk^ eine Partie Bergsträßler Tabak z»i Anfang 30 Alk. Getreide. Die Stimmung für Weizen war wahrend der ab- gelaufenen Woche etwas ruhig. Dre Forderungen der Export- länber konnten sich jedoch ziemlich behaupten unb schließen heute auf ungefähr bemfelben Preisstande wie am Schlüsse der letzten Woche. Roggen fest und höher. Gerste unverändert. Hafer preishaltend. Aiais fest. Die heullgen Notirungen sind: Redwinter 2 139 Mk. Kansas 2 137.50—138 Mk. Südruss. Weizen 181 btä 141 Alk. Laplata Weizen feinere Qualitäten 138—189 Mk. Ruff. Roggen 110 Alk. Russische Futtergerste 104—105 Alk. Russischer Hafer 130—142 Mk. Russischer Mais 101 Mk. Donau Mais 104 Alk Mir cd Mais —. Laplata Mais rye termö 105 Mk. per Tonne cif Rotterdam. Die Umsätze waren nicht von befonberem Belang. .Kraftfuttermittel. Die Lage bes Marktes hat sich wenig verändert. Das Frostwetter hat sreilich etwas mehr Nachfrage gebracht, im allgemeinen ist bas Geschäft aber als recht still zu bezeichnen. Biehmartt. Das Geschäft mt ben einzelnen Märkten konnte sich in ber vergangenen Woche nicht in ber gewünschten Weise beleben, immerhin aber waren bie Umsätze doch zusriebenstellend. Prima Großvieh wurde säst allenthalben nahezu ansverkaust, nur an einigen kleineren Plätzen blieb geringer llebcrftanb. Mittlere Qualitäten an einigen größeren Plätzen etwas mehr beachtet, der Umsatz hierin kann als gut mittelmäßig bezeichnet werden. Kälber waren in nicht zu großer Anzahl an den einzelnen Märkten an- geboten, der Ab,atz war ein flotter, an einigen größeren Märkten war sehr rasch auSverkaust, unb konnte ber Bebars nicht gebeckt werben. Fette Schweine flott gehanbelt, Läufer unb Milchfchweins etwas besser beachtet. _______________________________ Spielplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheatrr. Opernhaus. Mittwoch ben 5.März"): „Zar und Zimmermann." Donnerstag den 6. Alärz: „Hänsel und Gretel". Hierauf: „Wiener Wälzer". Freitag den 7. Alärz geschlossen. Samstag den 8. März: „Der Freischütz". Sonntag den 9. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Das süße Madel". Abends 7 Uhr: „Die Zauberflöte." Dlon- tag den 10. März, abends halb 8 Uhr: „Das süße Mädel". Schaufpielhaus. Mittwoch den 4. März: „Bürgerlich und romanttsch." Donnerstag den 6. März, abends halb 8 Uhr: „Mamsell Tourbillon". Freitag den 7. Alärz: „Othello". Samstag den 8. März: „Rosenmontag." Sonntag den 9. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Lumpaci Bagabundus". Abends 7 Uhr: „Alt-Heidelberg." Montag den 10. März: „Es lebe das Leben". •) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Eingesandt. (Für Fonn und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bodenreform.*) Zuerst fonftatierc ich, daß Herr 8,e ». mir nichts nachweisen kann, was mich als Feiiid einer Umsatzsteuer erscheinen läßt. Der Fall „Huhn" hat doch mit der Besteuemngssrage nicht das geringste zu thun; um aber einer tiegenbenbübung, als sei ich gewissermaßen Schutzpatron ber Bauinteressenten im allgemeinen unb bes Herrn Huhn im besonberen, entgegen zu treten, erkläre ich solgenbes: Der „Stabtvorstanb^ hat nicht „grunbsätzlich" Interessenten aus ber Baubevutation ausgeschlossen; ich habe mich ge- rabe bagegen gewandt, baß ber genannten Deputation ein Grundstücks- und Hypothekenmakler angehören soll; daran anschließend erklärte ich dann weiter, bie Herren, bie diesen Kollegei.r vorschlagen, können bann auch nichts gegen Herrn Huhn eiiiroenbeit. Bei bieser Gelegenheit würben auch bie bekannten Vorwürse gegen Herrn H. erhoben. Ich bin nun ber Ansicht, baß, wenn einmal derartige Vorwürfe gegen einen Stadtverordneten erhoben werden, die Sache auch gründlich aufgeklärt wird; darüber kann man nicht mit Stillschweigen hinwegkommen. Deshalb habe ich sie neuerdings zur Sprache gebracht, nicht Herrn Huhn zu liebe, sondern aus der Erwägung, daß jemand als Stadtverordneter unmöglich ist, wenn er derartige Angriffe nicht entkräften kann. DaL weitere in dieser Angelegenheit wird sich noch finden. Der Herr Verfasser wird nunmehr einsehen, daß es mißlich ist, auf Grund eines Vorganges, der ihm nur oberflächlich bekannt war, Schlüsse zu ziehen, wie er es that. Es fehlt mir weder die Erkenntnis der Tragweite meiner Handlungen, noch fördere ich private Interessen, lieber letztere Andeutung wird niemand mehr staunen, als wie die Interessenten selbst. E. Krumm. *) Indem wir auch noch dieses „Eingesandt" zum Abdruck bringen, schließen auch wir uns, der in einem Begleitschreiben an uns zum Ausdruck gebrachten Hoffnung des Herrn Krumm an, daß dieses „grausame Spiel" hiermit sein Ende erreicht hat. Krieskaflen der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt. H. R. Die Zukunft, Herausgeber Maximilian Harden» kostet pro Heft 50 (nicht 80 Psg.), vierteljährlich 5 Mk. Der Verlag befindet sich in Berlin, Friedrichstr. 10. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. März Barometer auf 0° reduziert •2*1 Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Winbrichtung Windstärke Wetter Teniperci ber Lu 3. 236 750,8 4- 6,4 6,1 86 N. 2 Bew. Himmel. 3. 925 751,0 + 1,4 5,0 98 ENE. 1 ^ternh.Himm, 4. 725 751,2 — 0,8 4,8 100 N. 1 Nebel. Höchste Temperatur am 2.-3. März 4- 11,1° C. Niedrigste „ „ 2.—3. „ — 1,0° C. Q^idniL Waft’ßhi Cakes - "Fabrik § Das Wohlbefinden des Kindes wird nur zu häufig durch Hautaffektionen, Wundsein, Pusteln u. s. w. gestört. Deshalb sollen alle 9)lütter auf den Mahnruf erfahrener Aerzte hören: Waschet die lieben Kleinen nur mit „Patent-Alyrrholin-Seife", welche durch den Alyrrholmgehalt eine große Milde und absolute Reizlosigkeit besitzt und so ben besten Einfluß —------------------— — — auf die iarte Kmberhaut ausübt. lleberaU, auch in den Apotheken, erhältlich. Man nehme keine andere. 280 Couverts mit Firma UNgst vrühl'sche Universitäts-Druckerei. Jänreegreqüenz~18fc Schul'ar" 8 gepr. Fachlehrer." Dohversteigerung 1808 wird in Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen II Uhr. Lich, den 3. März 1902. 1825 n Stück Otto Luft 1784 Gemeinde Distrikt Schlag Krofdorf, den 1. März Der Bürgermeister: Lichtenthaeler. Koch. 1812 6 26 647 300 112 1827 Lossar. Fabrikation von Tropelin« er Im b-mjlchciideii Frühjahr erung 1684 Schottstrasie 19. zur Versteigerung: 1725 1500 ff 2300 600 Beginn der an beiden Tagen vorm. 10 Uhr. MAGGI 16 17 n/ni ii/ih 100 150 35 1829 8 13 73 594 1729 nach- ver Buchen-Wellen. Eichen-Wellen. Nadel-Wellen. Aspen-Wellen. Dächerthal 21 Jammersberg 6 Dreispitz 7 nn n n xn ii x 1902. Alter Jahre 201 86 135 46 36 53 5900 1785 2005 1050 55 56 29 8 rm u u w Atzbach . . Dorlar . . Kinzenbach Buchen-Scheit. Eichen-Scheit. Buchen-Knüppel. Eichen-Knüppel. Aspen-Knüppel. Nadel-Knüppel. 8 52 419 100 Buchen-Stöcke. Eichen-Stöcke. Nadel-Stöcke. Aspen-Stöcke. Kiefernstämme von 19 bis 25 cm Durchmesser und 7 bis 14 m Länge. Fichten-Derbstangen von 7 bis 12 cm Durchmesser und 8 bis 16 m Länge. Fichten-Reisstangen von 4 bis 6 cm Durchmesser und 4 bis 8 m Länge. Ferner Brennholz: rm Buchen-Scheit. „ Nadel-Scheit. „ Nadel-Knüppel. p Eichen- und Nadel- Reiser. , Nadel-Stöcke. Qualität -Würze und Maggi's Bouillon- Kapseln. 1717 G. O. Kfeinhenn, Bahuhofftraße 59. Dol^versteigerung in den Waldungen der HerneLrrde Keilshausen. Freitag den 7. März, vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in den Distrikten Rothebusch, Eichwald und Antrefferkopf nachverzeichneteHolz- ortimente versteigert werden: ist eine Qualitätsmarke, welche mit grösster Sorgfalt her- gestellt wird Höhere Güte, vollere Qualität, reicheres Aroma bei gleichen Verkaufspreisen sollen die grosse Zahl dauernder Freunde mehren. 1821 Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Lich. L. Scherff, Vorsitzender. - Fichtenstangen II. Klasse, Fichtenstangen III. Klasse, Fichtenstangen IV. Klasse, Fichtenstangen V. Klasse. Versteigerungen Donnerstag, 13. März, vormitt. V Uhr anfangend, wird nachfolgendes Brennholz versteigert: Unerreicht in Güte und praktischer Verwendbarkeit sind Gießen, den 28. Februar 190L. Großh. Standesamt Gießen. Wolff. Georg Schepeier Kaffee-Import Frankfurt a. M. L50, 1.60,1.70, 1.80, 2.— ? r l/t Kilo. Buchenstämme. Eichenstämme. Nadelstämme. Nadel-Derbstangen. Nadel-Reisstangen. Lohverkauf. Die Eichenlohe nachbenannter Gemeinden soll verkauft werden. Angebote sind bis zum 25. d. Mts. an mich rmzureichen. Der Anfang ist jedesmal am Waldeingang an der Kreisstraße nach Treis zu. Bemerkt wird, daß sich bei den Reisstangen sehr schöne Bohnenstangen und bei dem Eichen-Scheit schönes Küferholz befindet. Mainzlar, 1. März 1902. Gr. Bürgermeisterei D-ainzlar. ucMiiiL pitart „HEUREKA“ Pflanzen-Nähr&alze au» Melasse-Schlempe. Chilinit-Syndicat. Durch Patente und Waarenzeichen geschützt. Für Zimmerpflanzen in Dosen, für Blumen u. Blattpflanzen im Freien u. inTreibhäusern, für Gemüse-, Obst-, Wein- und Tabakbau in Säcken ä 41/» Ko. und in grösseren Packungen. Beste Erfolge gewährleistet! Dosen i 60 Pfg. in besseren Droguen-Samenge- geschäiten etc. od. gegen Einsendung von 70 Pfg. in Briefmarken. A. WENCK, MAGDEBURG. Prospeote kostenlos, franoo. WledorverUlufer geeuoht Regelmässiger Eingang frischer Röstungen. Niederlage von Original-Paketen mit Schutzmarke bei: Emil Flsehbach, Giessen. Centn er ca. ca. 400 fm Fichten-Bauholz 2. Freitag, den 7. Marz kommen zur Versteigerung: ca. 3 500 Stück ~ ' NstiholDeMüfe im Flach'schen Walde. Gemarkung Dornholzhausen. Nächste BahnstationLang-Göns Entfernung 6 Klm. 1. Donnerstag, den 6 .März kommen im benannten Walde Theater - ^erem 9. Vorstellung: Donnerstag den 6. März: BCBassiker-Abend, i. Tartüffe. Komödie in 5 Akten von Moli&re. 2. Der zerbrochene Krug. Lustspiel in i Akt v. Hch. v.kleist Tartüffe und llorfrichter Adam: Adolf JÜff*geil5en vom Hoftheater in CaseeL Mittwoch den 12. März, vormitt. 9 Uhr anfangend, ----- i.t den Distrikten der Eelkl!eWks,fiiW des Keftds fidj. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Monat April d. I. statt. An derselben können alle jungen Handwerker teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 1. April an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr betrügt 3 Mark und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, baß die Ablegung der Gesellenprüfung u. a. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen vud die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Höhere Handelsschule Landau i. Pfalz. Unter Staatsaufsicht stehende, städt. subv. Lehranstalt Bekanntmachung. Der den Anmeldungen der Kinder zur Aufnahme in das Biroßh. Gymnasium, das Großh. Realgymnasium «nd die Realschule, sowie in die höhere und er- ßveiterte Mädchenschrrle muffen die Eltern unter anderem unch einen Geburtsschein des betreffenden Kindes den Direktoren der genannten Anstalten uodegen. Da sich er- brhrungsgemäß die Gesuche um Erteilung der Auszüge aus dem Geburtsregister bei dem Schulanfang derart anhäufen, daß unliebsame Verzögerungen in der Abfertigung nicht zu Permeiden sind, ersuchen wir die Interessenten, schon jetzt der unterzeichneten Behörde schriftlich oder mündlich die Auszüge aus den Geburtsregistern, welche gegen Erstattung der gesetzlichen Gebühr von 0,50 Mk. für jeden Schein verabfolgt werden, zu erwirken. Gemeinde Mainzlar folgendes Stammholz steigert: beehre mich im Aufertigeu von Gartcuspaliereu, Hütten, Hallen, Wafchpfähleu, Baurn- und Roseusiaugcn, sowie allen in dieses Fach einschlagenden Artikeln in empfehlende Erinw zu bringen. .. „ August Helfendem Iagdverpachtung. Samstag den 8. März 1902, nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Gemeindehause in Lollar die der Gemeinde Lollar zustehende, insgesamt ca. 850 Hektar große Feld- NN d Waldjagd auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Die näheren Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Lollar, den 3. März 1902. Großh. Bürgermeisterei Lollar. Nies. 1815 Zusammenkunft vormittags 10 Uhr im Distrikt Antrefferkopf, auf der oberen Schneise. Geilshausen, 3. März 1902. Gr^öürgermeisterei Geilshausen Wagner. 1811 ,n leder beliebigen Schriftart nnö Karton* VäeJIMOoI iorle, sowie mit Zirkeln aller studentischen » ™*^*^a* Vereinigungen, liefert zu mäßigen preisen vriihl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstraße 1 Amtlich empföhle« n Btkirepinne äIUt *n de* FJaUe», in Rebl- ... r m. der £ trogen, *ewl« bei Qiagen- u. Darmeatarrhen rind: Fay’s ächte Sodener JÄfa«ral-Pastillen. DU WWttwg Ist Hm vsrrkgNch«. Der angtMBimett* Sd)teim bei Erkrankungen der R«iplra<1on$organe wird gell «1, alle orrdtimit u. die flu$- sd)«!dung de,»eiben ungemein gefordert. Sei quälend, yuilen überraschende Wirkung. Bei Magen- n. Darmcaterrtjen ersetzen die Pastillen durch Ihren hohen Sehall an lecker gebundenem Lhlor den Innerlichen gebrauch der Saljsdur*. 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Holz-Bersteigerung. ^versteigert werden: L Montag, den 10. L LLL«., vormittags IO1/, Uhr, aus ■ He» Domanialwalddistrikten Gierköpfe, Schlägelsberg und Mühl- kops, Forstwartei Rainrod: Stumme: 65 Fichten von 17—41 cm Durchm., 10—23 m Lange — 75,19 fm; 14 Lärchen von 15—23 cm Durchm., 10—22 m Länge = 8,17 fm; N»tzk»ÜPPel: 36 rm Fichte (8 m lang); Schotter: 503 rm Buche; Knüppel: 940 rm Buche (536 rm Etamm-Knüppel), 24 rm Eiche (Pfosten re.), 112 rm Nadelholz <94 rm 3 m lang), 1 rm Esche; Reisig: 1550 rm Buche, 20 rm Ettbe, 2 rm Erle, 8 rm Nadelholz: Stöcke: 172 rm Buche, 64 rm mit Kalk gefprchte Holz wird nicht versteigert und das 4m Distttt Müblenkopf und sonst zerstreut sitzende Holz wird nicht toorggeigt Abfahrt auf der Kreisstraße Einartshausen—Rainrod, toeuefie Entfernung von letzterem Ort 3 Kilometer. Das Stammhott — Schnitt- und Bauholz — ist an Chauffeen «rückt und vollständig entrindet. — Beginn bei 9lr. 164 am Dachsbauweg auf obengenannter Kreisstraße. H. Dienstag;, den II. 1. Bits., vormittags 10Vg Uhr, ttuS dem Domanialwalddistvikt Alteberg, Forstwartei Ulfa: Rutzkuüppel: 72 rm Fichte; Scheiter: 378 rm Buche; Knüppel: 61 rm Buche, 4 rm .Esche (4 m lang), 10 rm Nadelholz, 4 rm Aspe; Reisig: 788 rm Buche, 26 rm Esche (in Schichten), 1392 rm gemischtes Nelsig (meist Buchen- und Eichen-Stammreiser); Stöcke: 76 rm Buche. Entfernung von Erchelsdorf und Ulfa 3 Kilometer. Beginn £bei Nr. 1305 auf der Chaussee. II. Zwei halbjährige Handelskurse für Leute ans kaufmännischen, industriellen und gewerblichen Kreisen. Alter 16—80 Jahre. Viele Absolventen In hervorragenden kaufm. Stellungen. Pensionat; Gute Verpfleffung und gewissenhafte Beaufsichtigung. Prospekte und Referenzen durch die Direktion A, 5$ayg» BilletS im Vorverkauf bei Ernst ChaUier (Rudolphs Nachfolger) -------- und abends an der Kasse. 1699 Der Ausschank und die Abgabe Agitator-Bieres aus der Augustiner-Brauerei in München beginnt Montag den 3. März. "ME Dieses Speziatbier der Fastenzeit, vom Patentantte geschützt, empfehle als hervorragende Spezialität in Gebinden jeder GÄße. Mobiliar- Versteigerung. Mittwoch den 5. März, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale, Neustadt Nr. 55 dahier, nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 1 Garnitur (Sopha, 2 Sessel und 6 Stühle), mehrerevollftänd.Betten, sowie Bettstellen m.Sprung- rahmen, 1 Ruhebett, 1 Bertikow, mehrere schöne Kleiderschränke, 1 Wanduhr, 1 goldene Uhr mit goldener Kette, 1 kleiner Kassenschrank, Bilder und Spiegel, 2 Mistbeetfenster, 1 Partie Weinflaschen, sowie Haus- und Küchengeräte. 1791 I. A.: Schneider. Cbr. Wallenfels 17. Marktplatz 17. Am Krieger-Denkmal. Telephon 262. Gegründet 1826 empfiehlt empfiehlt als: Chocolade-Hasen und Eier, Zuckerhafeu uud Eier, Cartouagehafeu, Oster- körbchen usw. in großer Auswahl. 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