152 Jahrgang Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen s ES jährt ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagstznurnmer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „ Gerichtss aal": R. D i t t* mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Zweites Blatt Ed Samstag 4. Januar 1©OS Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch di e Poft Mk. 2.—viertel- Nr. 3 Erscheint tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener KamUien- blätter viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag der Bruhl'schen Univerf.-Buch-u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expeditiou und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fern sprechanschlußNr.51. Are Heutige Wummer umfaßt 14 Seiten. Politische Tagesschau. Die Revifiou im Krofigk-Prozeß. Aus Berlin wird uns heute vom Herold gemeldet: Die Revisions-Verhandlung im Prozeß gegen Marten wegen Ermordung des Rittmeisters v- Krosigk findet am 11. Jan. vor dem ersten Senat des Reichsm-Üitärgerichts statt- — Die Berliner Abendblätter melden gleichzeitig, das frei- sprechende Urteil gegen den zweiten Angeklagten im Krosigk-Prozeß, Sergeanten Hickel, sei rechtskräftig geworden, da der Staatsanwalt die angemeldete Revision nicht begründet habe- Es ist noch in frischer Erinnerung, welches Aufsehen seinerzeit die Verurteilung Martens zum Tode erregte, weil man in der Oeffentlichkeit vielfach das Belastungsmaterial, das die Pro^eßverhandlungen zu Tage förderten, zwur für schwerwiegend, aber doch nicht für absolut überzeugend von der Schuld des Angeklagten hielt- Verdächtig gemacht hatte sich unleugbar der Unteroffizier Marten durch sein Verhalten vor und nach dem Morde- Aber das würde ihm noch nicht zum Verhängnis geworden sein, wenn er in der Lage gewesen wäre, für die Dauer einer nach Minuten bemessenen Zeit, in der der Mord geschah, sein Alibi nach- «uweisen. Wohl selten haben Minuten in einem Prozeß eine solche Bedeutung gehabt wie in diesem, selten eine so große und man darf sagen eine entscheidende Rolle gespielt in den Zeugenaussagen. Aber gerade diese Bewertung kleinster Zeitfristen, auf die man im täglichen Leben kaum Acht bat, erschien gewagt, hier, wo es sich um Leben und Tod des Angeschuldigten handelte. Freilich fehlte den draußen stehenden Beurteilern des Prozesses, die nur auf die Berichte angewiesen waren, die Anschauung, die der Richter aus dem ganzen Verhalten des Angeklagten, seiner Art, sich zu rechtfertigen u- s. w., gewinnt Andererseits kann akch ein Nichtschuldiger einen ungünstigen Eindruck machen. Der Revision im Krosigk-Prozeß ist nicht ohne Besorgnis entgegenzusehen- Mcht die That und der Schuldbeweis unterliegen dem Spruche deS Reichsmilitärgerichts- hofs, sondern die Prüfung der Frage, ob in dem Prozeß formale Verstöße gegen die Vorschriften der Prozeßordnung vorgekommen sind- Es sollen ja eine ganze Anzahl solcher „Fehler in der Revisionsschrift geltend gemacht worden sein- Aber es ist schon manche Revision von dem höchsten Gericht zurückgewiesen worden in Fällen, wo ein ganzes Kollegium von Verteidigern die Nichtigkeitsgründe für durchschlagend erachtet hatte- Die Zahl der Gründe ist nicht von Belang; mitunter ist es ein von dem Verfasser der Revision für neberlsächlill) behandelter Punkt, der die Aufhebung des Urteils bewirkt. Fast jede Revision steht auf des Messers Schneide- . Man kann nur den Wunsch hegen, daß in der Revision, die gegen das Todesurteil über Marten eingelegt ist, sich irgend ein Grund befinde, der dem Gerichtshof ausreichend erscheint, das Urteil aufzuheben. Es ist dann doch immer noch die Hoffnung vorhanden, daß die Prozeßverhandlung die ersehnte Aufklärung in dem Gum- binner Drama bringt, daß ebenso, wie in der zweiten Verhandlung die Situation für den der Teilnahme an dem Morde angetlagten und nun endgiltig von Strafe befreiten Sergeanten Hickel sich aufhellte, im dritten Prozeß die Verdachtsmomente gegen Marten sich vermindern, daß vielleicht ein Zufall zu Hilfe kommt, der das Bild in uner- toarteter Weise verändert. Das fft es, was wohl einen großen Teil der Oeffentlichkeit bewegen wird nahe der Entscheidung über die Revision. Für das höchste Militär-Gericht existieren die Hoffnungen, Sympathieeu und Antipathieen des Publikums nicht- In diesem Sinne hat der bekannte, vielerörterte Ausspruch des Berliner Landgerichtsdirektors Brausewetter Berechtigung: „Es giebt keine Oeffentlichkeit" Das Reichsmilitärgericht wird nach sachlichem Ermessen entscheiden, und seinem Spruch wird sich die Oeffenfiichknt beugen. Sollte di^ Revision zurückgewiesen werden, so ist nur niftty die Gnade des Allerhöchsten Kriegsherrn im stände, den Verurteilten vor der Vollstreckung des Todesurteils zu retten, wodurch dann der Zeit überlassen würde, die Lösung des schrecklichen Rätsels zu bringen- Deutschland und Venezuela. Die „Rat. Ztg." schreibt: Sicherem Vernehmen nach hat nunmehr der deutsche Geschäftsträger in Caracas dem Präsidenten Castro in den letzten Tagen eine amtliche Note überreicht, in der die Forderungen Deutschlands zusammengefaßt werden, ohne daß diese Note in völkerrechtlichem Sinne als Ultimatum bezeichnet werden könnte. Eine Rückäußerung des Präsidenten von Venezuela liegt noch nicht vor. — Wie bte „Berl. N. N." ergänzend berichten, enthält die Note Mitteilungen über die Absichten Deutschlands für den Fall, daß diese Forderungen nicht erfüllt werden sollten. Dem Präsidenten Castro ist für seine Entschließungen eine angemessene Frist gelassen, deren Ausdehnung von der weiteren Entwicklung der Dinge abhängig ist. Der Berliner Generalkonsul von Venezuela hat vom Präsidenten Castro ein Telegramm erhalten, das die Nachricht von der Unterdrückung der Revolution m Venezuela bestätigt. Präsident Castro fügt dieser Meldung hinzu, daß Mendoza sich auf der Flucht nach Columbien befinde. Deutsches Keich. Berlin, 3. Jan. Der Kaiser empfing gestern im Neuen Palais die Abordnung der Halteren und ließ ihnen dann den Weihnachtsaufbau der Kaiserlichen Familie im Muschelsaal des Neuen Palais zeigen- Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar waren geladen: Kontre-Admiral, Admiral a la suite Gras Baudissin und Kapitän-Leutnant, Flügeladjutant Graf Platen. Gestern abend fand ein Diner statt, zu dem die kommandierenden Generale und die Kommandeure der Leibregimenter geladen waren. Nach dem Diner wurde vom Kaiferpaar im Muschelsaale Cercle abgehalten. Nachdem sich die Kaiserin mit den Damen zurückgezogen hatte, wurden Bier und Zigarren wiederum in der Jaspis- Gallerie gereicht, in der kleine Tische ausgestellt waren. Man nahm dazu jedoch nicht nochmals Platz. Um 10.50 Uhr fuhren die Gäste mittels Sonderzugs nach Berlin. — Wie die „Germania" erfährt, wird der Vorsitzende der Zentrumsfraktion des Reichstages, Abg. Graf Hompesch, infolge Ablebens seiner Gemahlin sich eine Zeit lang von den parlamentarrschen Arbeiten fernhalten. — Die Eröffnung des preußischen Landtages wird durch den Grafen Bülow vorgenommen werden- — Der in letzter Zeit viel genannte ftühere Kommandant der „Gazelle", Korvettenkapitän Neitzke, wird, wie verlautet, nicht in den Frontdienst zurückkehren, sondern sich dem überseeischen Konsulardienst des Reiches widmen- — Unter den zahlreichen im Reichstage unerledigt gebliebenen Anträgen befindet sich auch derjenige des nationallib- Abg. Frhrn. v. Heyl wegen Regelung der monopolistischen Kartelle- Wann dieser Antrag auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt wird, ist vorläufig noch nicht abzusehen. Unterdessen hat die Be- N-egung gegen das Kartellwesen nicht geruht- Neuerdings wandte sich der Zentralverband deutscher Kaus- leute und Industrieller in einer Eingabe an den Bundesrat, die in folgendem formellen Antrag gipfelt: „Der Verband bittet einen hohen Bundesrat und die verbündeten hohen Regierungen, dem Reichstage recht bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der wirtschaftlichen Vereinigungen monopolistschen Charakters — Kartellen, Syndikaten, Ringen, Trusts — gleichviel, ob es sich um Preisvereinigungen, Gebietskartell erungen, Produktionskartellierungen, Gewinn- und Vertriebskartellierungen it s. w. handelt, die Verpflichtung auferlegt, sich in ein Kartellregister eintragen und ihre Statuten behördlich genehmigen zu lassen, auch halbjährlich ihre Betriebsresultate, den Stand der Bilan^-, wie des Gewinn- und Verlustkontos öffentlich — mindestens durch den Reichsanzeiger — bekannt zu geben." — Der „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz zur Abänderung der Strandungsordnung vom 30- Dezember 1901. — Die Nachricht, daß dem Reichstage aus Mangel an Mitteln in dieser Session kein neues Militär-Pensionsgesetz vorgelegt wird, wird jetzt dahin ergänzt, daß das Militär-Pensions-Gesetz im Kriegsministerium seriig gestellt ist und daß es lediglich wegen der gegenwärtigen ungünstigen FinanAage nicht eingebracht wird- Das neue Gesetz wird 9 Millionen an einmaligen Ausgaben und 6 Millionen an dauernder Belastung in Anspruch nehmen. — Der freikonservative Abg- Gamp beabsichtigt, wie er in einem Zirkular den Mitgliedern der Zolltarifkommission des Reichstages anzeigt, Wertzölle für Getreide zu beantragen- Gamp nimmt damit einen Gedanken auf, den er schon wiederholt im Parlament, zuletzt bei der ersten Lesung der Zolltarifvorlage, vertreten hat. Er will von Staatswegen bestimmte Preise für die Hauptgetreidearten festsetzen und den Zoll stets auf die Differenz zwischen dem Weltmarktpreis und dem von Staatswegen festgesetzten Getreidepreis bemessen. Ausland. London, 3- Jan. An der heutigen Börse war das Gerücht von einem Mordversuch auf Lord Milner verbreitet- Das Kolonialamt erklärt, ihm sei nichts von einem derartigen Mordversuch bekannt- Rom, 3- Jan. Die preußische Regierung beklagte sich beim Vatikan über die Förderung, welche der polnische Klerus der polnischen Bewegung angedeihen lasse und zwar weist die preußische Regierung auf die korrekte Haltung hin, die der Vatikan hinsichtlich Rußlands eingenommen hat und wie Kardinal Rampolla jede Agitation des Klerus gegen die Regierung auf das strengste unterdrückte. Leider befürchtet man in deutschfreundlichen Kreisen der Kurie, daß Rampolla wegen seiner bekannten Abneigung gegen alles Deutsche den Wünschen der preußischen Regierung kaum entgegen kommen werde- Vom Burerikriege. Das englische Kriegsamt veröffentlicht ein Schreiben, in dem der Oberkommandierende der Armee, Lord Roberts, in Beantwortung einer Anfrage einer Dame die in auswärtigen Blättern enthaltenen Behauptungen über grobe Ausschreitungen englischer Offiziere und Soldaten gegen Burenfrauen und Mädchen, namentlich solche aus den Flüchtlingslagern, für vollkommen unbegründet erklärt. Dem Reuterschen Bureau wird aus Johannesburg vom 36. Dezember v. Js. gemeldet, General Botha habe in einer Mitteilung an sämtliche Burenkommandanten diese zur Fortsetzung des Kampfes aufgefordert, denn Anfang Januar werde das englische Parlament zusammentreten und zur Bewilligung neuer Mittel zur Fortführung des Krieges aufgefordert werden. Das würde das englische Volk nicht zugeben und daher würden die Truppen aus Transvaal zurückgezogen werden. Aus Pretoria meldet Reuter: Es gelang Bruse Hamilton nach einem Nachtmarsche ein Burenlager zu erobern. Die Buren hatten das Herannahen der englischen Streitmacht bemerkt und waren - zum großen Teil nach der Swazigrenze entflohen. 22 jedoch wurden gefangen, 14 Wagen und 500 Stück Vieh erbeutet. Der frühere Transvaalbeamte Dr. Krause, der bekanntlich unter der Anklage des Versuchs der Aufreizung zum Morde Mitte dieses Monats vor dem Londoner Schwurgericht zu erscheinen hat, hielt sich in den letzten Wochen bei Verwandten in Berlin auf und hat jetzt Berlin verlaßen. Wie verlautet, wollen Freunde Krauses den Betrag von 80,000 Mk., welcher als Kaution für die vorläufige Freilassung in London hinterlegt ist, decken, um Krause vor der ihm bevorstehenden Verurteilung zu retten. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ift nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 4. Januar 1902. * * Der Lotterievertrag zwischen Hessen und Oldenburg hat für uns nächst der Sicherung eines größeren Spieltäpitals mit besserem Gewinnverhältnis als bisher auch den Wert, daß er den hessischen Losen ein vergrößertes Absatzgebiet gewährt und für die Bemühung zur Erlangung gegenseitiger freier Zulassung der deutschen Landeslotterielose unter den deutschen Lotteriestaaten eine geeignetere Grundlage bildet. Auch kann man nur mit einem größeren Spielkapital der Konkurrenz der größeren deutschen Staatslötterien die Spitze bieten. Der Vertrag bildet also eine Sicherung unseres Lotterieunternehmens und erfteulicheAussichten für sein künftiges Gedeihen. Wie nötig eine solche Sicherung ist, dafür wird durch die Thüringisch-Anhaltische Staatslotterie der Beweis erbracht. Diese ist, nachdem sie schon in den vorigen Lotterien sehr erheblich mit ihrem Spielkapital zurückgegangen ist, jetzt anscheinend in der Auflösung begriffen. Denn das Pachtkonsortium hat den Negierungen gekündigt, und ist sehr fraglich, ob es den Thüringisch-Anhaltischen Staaten gelingen wird, durch eine andere Organisation die Lotterie zu erhalten. Durch den Absatz unserer Lose in und von Oldenburg aus dürfte übrigens nach übereinstimmender Ansicht aller Fachleute ein vielleicht recht beträchtlicher Ueberschuß über die an Oldenburg zu leistende Zahlung hinaus erzielt werden. Daß unsere Regierung finanziell durch den Lotterievertrag mit dem Großherzogtum Oldenburg kein schlechtes Geschäft machen dürfte, dafür spricht folgender Artikel aus Oldenburger Zeitungen: Das Bankgeschäft Heintze in Berlin macht in einem Schreiben an den Landtag den Vorschlag, ihm ein Privilegium der Lotterie der thüringischen Staaten in Oldenburg zu verleihen, wofür zuerst 80 000 Mk. und dann 100000 Mark jährlicher Ertrag garantiert werden. Da der Lotterie- vcrtrag mit Hessen inzwischen genehmigt ist, so ist das Anerbieten gegenstandslos geworden. Uebrigens hätte nach unserer Meinung von Hessen bei einer jährlichen Bruttoeinnahme von 18 480000 Mk. mehr als 50 000Mk. jährlich herausgeschlagen werden müssen. ’* Verstaatlichung des Gerichtsvollzieherwesens. In einer an die Zweite Ständekammer gerichteten Denkschrift des hessischen Justizministers wird die Umgestaltung bezw. Verstaatlichung des Gcrichtsoollzieherwesens in Vorschlag gebracht. Danach sollen die Gebühren der Gerichtsvollzieher für die Folge in die Staatskasse fließen, während letztere als staatlich besoldete Beamte mit Gehältern von 1800 bis 2800 Mk. angestellt werden. Diejenigen Gerichtsvollzieher, deren Ge- bührcnbezüge bisher obige Gchaltsansätze überstiegen, sollen auf fünf Jahre entsprechende Mehroergütungcn erhalten. Gleichzeitig ist eine wesentliche Vermehrung der Gerichts- vollzieherstellen in Aussicht genommen. * * Patentanmeldung. Wie uns von dem Patentbureau Gerson u. Sachse in Berlin mitgeteilt wird, ist bei ihm von R. Sommer-Gießen ein Patent auf Wasserschuhe angemeldet worden. * * Stiftungsfest der Gießener Rudergesellschaft. Unter den vielen Wintersestlichkeiten wird das Sriftungsfest der Gießener Rudergesellschaft einen hervorragenden Platz cinnehmen. Es wird am 19. d. M. gefeiert, und zwar kann der Verein an diesem Tage die 2 5jährige Wiederkehr des Stiftungstages begehen. Aus kleinen Anfängen hat sich der Rudersport in den letzten 25 Jahren zu einem mächtigen Faktor im Sportleben Deutschlands entwickelt, und die Gießener Rudergesellschaft hat sich unter bewährter Leitung sowohl in sportlicher, wie in gesellschaftlicher Hinsicht auf eine Höhe gearbeitet, die sie heute berechtigt, sich als einen der populärsten Gießener Vereine zu bezeichnen. Das Interesse der Bürgerschaft, datz sich bei den verschiedenen Regatten und den zahlreichen Winterfestlichkeiten stets in reger Weise gezeigt hat, wird gewiß auch bei der bevorstehenden 25 jährigen Jubiläumsfeier nicht Lebien. Man darf vielmehr voraussetzen, daß die aktiven und passiven Mitglieder wie auch die zahlreichen Freunde der Gesellschaft sich aufs Wärmste für die Feier interessieren werden. Diese wird, wie wir hören, durch eine akademische Feier vormittags 11 Uhr eingeleitet werden, an die sich die offizielle Festtafel anschließen wird. Ilm auch der Jugend zu ihrem Recht zu verhelfen, wird abends in Steins Saalbau ein Ball abgehalten. Die Einladungen zu der Feier werden in den ersten Tagen ergehen. Auch wir bringen der Gießener Rudergesellschaft zum frohen Gelingen ein kräftiges „Hipp Hipp Hurrah". ** Konzert. Morgen findet in der Südanlage Promenaden- mnsik mit folgendem Spielplan statt: 1. Ouvert. Norma von Bellini. 2. Luna Walzer von Lincke. 3. Zigeunerständchen von Nehl. 4. Jntroduction und Chor a. d. Op. Carmen von Biz et. ** Aus dem Theater-Bureau. Am Sonntag gelangt, wie bereits gestern bemerkt wurde, die Jacobson'sche Pos e „Ein gemachter Mann", eines der besten Werke des bekannten Possendichters, zur Aufführung. Am Montag den^ 6. ds. Mts. wird Björnsons's Schauspiel „Neber unsere Kraft" zum vierten Male aufgeführt, diesmal als volkstümliche Vorstellung. ** Vier Jahreszeiten. Wie wir bereits mitteilten, finden m den vier Jahreszeiten täglich Konzerte des Damen-Orchcsters „Hammonia" (Dir. W. Mackens, 7 Damen und 3 Herren) statt, die seit dem 1. Januar neu engagiert worden sind. Heute und morgen finden große Extra-Konzerte mit vollständig neuem Programm statt, aus dem ein Geigen-Solo der 10jährigen Ms. Mackens und die Vorträge des Salonhumoristen Mitlott hervorgehoben seien. Es ist fomit jedem Musikfreunde Gelegenheit geboten, sich in dem Lokal einen vergnügten Abend zu verschaffen. (Siehe Inserat). ** Die Carnevalgesellschast „Germania" hält morgen (Sonntag) ihre erste närrische Damensitzung auf Lony's Bierkeller ab. Wie aus dem Inserat in unserer heutigen Nummer ersichtlich ist, werden auswärtige Humoristen mit- wirken, sodaß die Besucher gewiß einen recht vergnügten närrischen Abend erleben werden. ** Schwer verletzt wurden in die hiesige Klinik zwei Personen aus Haiger verbracht. Die Verletzungen sind wieder eine Folge der Neujahrsschießerei. Einem jungen Mann in Haiger platzte die jedenfalls zu schwer geladene Pistole. Durch die Sprengstücke wurden vier in der Nähe befindliche Personen verletzt, und zwar die beiden Erwähnten so schwer, daß sie in die Klinik transportiert werden mußten. Nach Aussage des behandelnden Arztes soll Lebensgefahr nicht ausgeschloffen sein. Der Thäter wurde am Neujahrstag in Haft genommen. ** Schenkung. Wie uns mitgeteilt wird, hat guch Pfarrer Schlosser von Herrn C. W. B. Fernie durch Vermittlung von dessen hiesigem Generalbevollmächtigten eine nam- bafte Summe zur üblichen Verwendung für den Oberhessischen Verein für innere Mission, den Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege und sonstige wohlthätige Zwecke empfangen. ? Lang-Göns, 2. Januar. Neujahr fing hier in ruhiger Weise an. Um 12 Uhr ertönte das übliche Glockengeläute vom Kirchturm. Der hiesige Posaunenchor spielte am Kirchen- platz schöne Lieder, und alles rief sich in der fröhlichsten Stimmung „Prosit Neujahr" zu. ^.Burkhardsfelden, 3. Jan. Zu unserer Notiz in dir. 2 teilt uns Herr Heinr. Wagner, Sohn des Gastwirts Wagner mit, daß er selbst der Schütze gewesen ist, der die Fensterscheibe getroffen habe, daß dies aber nicht mit Vorsatz, sondern aus Unvorsichtigkeit geschehen sei. Ebenso unrichtig «sei es, daß eine Person am Arm verletzt worden oder ihm von der Polizei die Waffe abgenommen worden sei. -t- Burkhard's selben, 3. Jan. Ein llnglücks- fall eigener Art ereignete sich hier. Der Landwirt M. fiel in seiner Wohnung so unglücklich zu Boden, daß ihm einige Rippen zerquetscht wurden. Nach Aussage des Arztes kann der Fall schlimme Folgen nach sich ziehen. di. Nieder-Ojhmen, 2. Jan. Vor kurzem hat man hier mit dem Bau eines neuen Stationsgebäudes begonnen. Die Fundamente sind bereits so weit gediehen, daß sie auf der Oberfläche sichtbar sind. Mit dem Ausbau von Nieder-Ohmen zu einer Haltestelle wird in kurzem ebenfalls begonnen werden. Dadurch wird einem langgehegten Wunsch unserer Gemeinde sowie der umliegenden Ortschaften seitens der Eisenbahnverwaltung Rechnung getragen. Voraussichtlich wies die neue Haltestelle einen lebhaften Verkehr besonders in der Holz- Branche Hervorrufen. x Büdingen, 3. Jan. Gestern brach im Hause des Zimmermanns Link in Großendorf am hellen Nachmittag auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus. Bei Ankunft der Feuerwehr schlugen die Flammen schon aus dem Dach chervor. Der eifrigen Thätigkeit der Feuerwehr gelang es, des Feuers Herr zu werden; doch dauerten die Aufräumungsmrbeiten bis in die Nacht Darmstadt, 3. Jan. An der gestern abend 7 Uhr im Weißen Saale des Großh. Residenzschlosses stattgehabten 'Neujahrs-Hoftafel waren 72 Gedecke aufgelegt. Die Musik stellte die Kapelle des 1. Großh. Inf.- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115. Mainz, 2. Jan. Die Kgl. Preuß. und Großh. Hess. Eisenbahitdirektten gibt bekannt, daß die Mitteilung, im Eisenbahndirektionsbezirke Mainz solle bei den Werkstätten und ^Güterabfertigungsstellcn eine Einschränkung der Arbeits- iäeit in der Weise vorgenouunen werden, daß alle Arbeiter abwechselnd in der Zeit vom 1. Januar bis 1. April ds. Js. an 26 Tagen zu feiern hätten, unzutreffend sei. Während ;für die Werkstätten Arbeitseinschränkungen z. Zt. überhaupt 'nicht vorgesehen sind, ist nur für die Akkordarbeiter der Güterabfertigungsstellen in Mainz, Worms, Bingerbrück und Kreuznach zur Vermeidung von Arbeiterentlassungen eine Anordnung ; getroffen, wonach bei schwachem Verkehr für jeden Arbeiter : monatlich etwa 2 bis 3 Feierschichten eingelegt werden. — 'Nach einer Mitteilung an die Bürgermeisterei, die derselben von maßgebender Stelle zugegangen ist, ist nunmehr die ^Angelegenheit bezüglich der Einleitung der Fäkalien in 'den Rhein so weit gediehen, daß die Stadt Mainz die Erlaubnis erhalten wird, die Fäkalien in gereinigtem Zustande in den Rhein ableiten zu dürfen. Mit der Frage der Errichtung von Kläranlagen werden sich demnächst die Stadtverordneten beschäftigen. Frankfurt a. M., 3. Jan. In der Sitzung der Stadtverordneten gab Oberbürgermeister Dr. Adickes Aufklärung über die Jügel'sche Stiftung. Die Angelegenheit liegt so, daß die Brüder Jügel in ihrem Testnment die betreffende iSumme für die Zwecke entweder der Alters- und Krankenversorgung oder des höheren Unterrichtswesens verwendet iroiffen wollten. Im Falle dieselben nicht selber noch darüber ^nähere Bestimmungen treffen würden, sollte eine Kommission ;von fünf Testamentsvollstreckern diese Bestimmung treffen, -und zwar in einem Sinne, welcher den derzeitigen Verhält- jniffeu am besten enffpreche. Nun haben die Stifter bis zu ihrem Tode keine derartigen Bestimmungen getroffen, wohl aber ist ein Kodizill zu dem Testamente gemacht worden, in welchem den Testamentsvollstreckern die Erwägung anheimgegeben wurde, ob nicht eine Stiftung nach dem Muster der Kölner Klara- und Elise-Stiftung zu empfehlen wäre. In diesem Falle könne man zweckmäßigerweise das Grundstück der Stifter am Röderbergweg verwenden. — Wie bekannt, neigen die Testamentsvollstrecker dazu, mit dem Gelde eine Universität in Frankfurt anzubahnen, in der Bürgerschaft erheben sich dagegen zahlreiche Stimmen und aueh in der Stadtverordneten-Versammlung wurde den Testamentsvollstreckern die Anregung gegeben, die Stiftung der Armcn- und Siechenpflege dienstbar zu machen. — Der sozialdemokratische Stadtverordnete sah die ideale Vereinigung beider Zwecke in der Einführung der Lehrmittelfreiheit für Volksschüler. Anerkannt wurde allgemein, daß die Verwalter des Testaments allerdings nach den Bestimmungen der Stifter freie Hand hätten. — Sanitätsrat Dr. de Bary machte Mitteilungen aus Privatgesprächen mit dem Stifter, der ihm versichert habe, daß er den Herren seines Vertrauens freie Hand lassen wollte, um diejenigen Zwecke zu fördern, welche zu der betreffenden Zeit am dringendsten seien. Biedenkopf, 3. Jan. Am 31. Dezember hat, dem „Hinterl. Anz." zufolge, der Förster Klinker den Wilderer Stenger aus Langenzaun erschossen. Stenger soll auf des Försters Anruf die Flinte nicht niedergelegt haben, sondern im Anschlag vorgegangen sein. Durch die Lunge tödtlich getroffen, brach er zusammen und wurde von seinen Mitschuldigen auf einer Bahre fortgeschafft. Er ist inzwischen seinen Wunden erlegen. Vermischtes. Hannover, 3. Jan. Auf der Station Porta fuhr eine Rangiermaschine auf einen festgebremsten Packwagen auf. Zwei Packmeisier sind schwer verletzt. München, 3. Jan. Der kürzlich verstorbene Komponist Rheinberger vermachte der Münchener Stadtgemeinde 100 000 Mk. zu wohlthätigen Zwecken. * Frankenthal, 3. Januar. Heute morgen wurde in der Veranda bei der hiesigen Zuckerfabrik die in den 50 er Jahren stehende Kindergärtnerin Belfer durch fünf Messerltiche ermordet aufgefunden. Die Ermordete, welche als Kindergärtnerin für die Arbeiterkinder der Zuckerfabrik eit vielen Jahren angestellt ist, hatte zu Neujahr van der Fabrik eine größere Gratifikation empfangen und man nimmt daher an, daß es sich um einen Raubmord handelt. Während des letzten Stiches, den der Mörder gegen die Brust der Dame geführt hat, scheint diese die rechte Hand auf das Herz gelegt zu haben, da die Finger der Hand durchschnitten sind. Das Aufsinden der Leiche im Pavillon erklärt sich dahin, daß die Dame herausgeläutet worden und so zum Nachsehen an der Thür erschienen war, worauf der Mörder aller Wahrscheinlichkeit nach über sie hergefallen fein dürfte. Ein der That verdächtiges Individuum wurde bereits verhaftet. * Glasgow, 3. Jan. Hier sind 16 Erkrankungsfälle an Blattern festgeftellt worden. Aus einem Logierhaufe im nördlichen Teile Glasgows wurden allein 14 Kranke fortgefchafft. Namur, 3. Jan. Eine junge deutsche Dame Namens Auguste B. aus Bitterfeld erlitt gestern bei einer Wagenfahrt einan schweren Unfall. Die Pferde des Wagens gingen durch und der Wagen stürzte um. Die Insassin trug so schwere Verletzungen davon, daß sie bald darauf verstarb. Nizza, 3. Jan. Der hiesige Notar Salvi wurde wegen Betruges und Unterschlagung tn Höhe von 100000 Francs verhaftet. • Budapest, 3. Jan. Der Direktor der Aktien-Buch- druckerei „Pallas", Ludwig Georve ist nach Unterschlagung von 200000 Kronen gepslüchtet. Budapest, 3. Jan. Wegen finanzieller Cala- mitäten wurde das Altofener Th eater behördlich gesperrt. Warschau, 4. Jan. Der Unternehmer Skarschinsky erhielt die Genehmigung zur Tracierung eines Kanals zwischen den Städten Wlozlawsk an der Weichsel und Konin an der Warthe. Die Arbeiten müssen binnen zwei Jahren vorgenommen werden. New-Port, 3. Jan. Bei Lyn chburg (Virginien) auf der Eisenbahn Chesapeake wurde ein Expreßzug mit Fahrgästen voll besetzt durch herabfallende Erdmassen teilweise verschüttet. 25 Personen wurden hierbei getödtet und zahlreiche verletzt. New-Pork, 3. Jan. Unweit Eureka (Californien) kollidierte der Küstendampfer „Walawalla" von San Francisco, nach den Pugethäfen bestimmt, mit einem unbekannten Segelschiff. „Walawalla" sank binnen 15 Minuten. Die meisten Passagiere waren noch in den Betten und 45 Personen ertranken. Die Zahl der Passagiere und Bemannung betrug zusammen 60. Nord und Süd. Einem alten Brauche folgend, haben auch diesmal die Garnisonen Lindau und Memel Neujahrsgrüße ausgetauscht. Lindau grüßte am 31. Dezember früh: „Die Offiziere der Garnison Lindau entbieten Kameraden in Memel die besten Wünsche für das kommende Jahr." — Memel erwiderte: „Zu Grabe sank das altersmüde Jahr, Im Morgenylanz naht jugendsrisch das neue, Das in verhüllter Hand der Völker Schicksal tragt. Was es auch bringt — eins bleibt unmittelbar; Zürn deutschen Vaterland die deutsche Treue, Wofür in Nord und Sud e i n deutsches Herz nur schlägt." * Der degradierte Tote. Wiener Blätter erzählen eine Ehebruchsgeschichtee, die sich sehr seltsam anhört: Der Ehemann hatte die Frau und ihren Verführer erwischt; er leitete die Scheidung em. Während der gerichtlichen Verhandlungen starb er. Die Witwe vermählte sich unmittelbar darauf mit ihrem Verführer. Bis hierher unterscheidet sich der Fall in nichts von anderen ähnlichen Fällen. Vor dem Tode des Unglücklichen war aber ein Schritt unternommen worden, der der Sache ein eigentümliches Aussehen giebt. Der betrogene Ehemann war auch Leutnant der Reserve des 5. Landwehr-Ulanen-Regiments, bei welchem der Verführer zu Lebzeiten des Ehemanns die Anzeige erstattete: Er, der Anzeiger, habe die Frau des Herrn N. verführt? und dieser Herr habe ihn dafür nicht zum Duell gefordert. Mittlerweile war der Tod des Unglücklichen eingetreten; trotzdem das Regiment von demselben verständigt worden war, fällte der Offiziers-Ehrenrat über das' Grab hinaus das Urteil, demzufolge der Tote seiner Offizierscharge verlustig erklärt wurde. Gleichzeitig erging an den Bruder des Verstorbenen, der gleichfalls Reserve-Offizier ist, der strenge Befehl, das Offizierspatent des Toten zurückzustellen. Der Bruder weigert sich diesem Befehl nachzukommen, und will lieber seine Offizierscharge niederlegen, ehe er sich entschließt, ber gegen seinen toten Bruder einschreitenden Militärjustiz behilflich zu fein. Nniversttüts-Uachrichten. ... ~ Dir der neue preußische Etat keine Rate für die von beiden vausern des Landtages wiederholt für dringend notwendig erklärte Errichmng einer technischen Hochschule in Breslau auiweqr, Und sämtliche für diese Anstalt seitens der schlesischen Städte, Handelskammern und Jndudrietlen gemachten Zeichnungen von über drewiertel Millionen hinfällig geivorden, weil sie aUc» famm^nnr „bedingungsweise" erfolgt waren. r nnis, 3. Jan. In der hiesigen landwirtschaftlichen k 2 l °Jl 1 G ich 111c ist eine Meuterei ausgebrochen. Die Ur- ,ache dazu bildete die Entlassung eines sehr beliebten Professors und feine Ersetzung durch einen Mißliebigen. Die Vorsteher der schule haben stch an den Residenten Pichon gewendet und chn er- k^Äb.llch iint dieser Angelegenheit zu befassen. Kunst und Wistenschast. ~ ^rofeffor Martin Spahn sind in seinem Buche „Der Grose Kurfürst" einige „Schnitzer" passiert, die auf die Gründ- lichkett und Zuverlässigkeit seiner Forscherthätigkeit gerade kein gnnitiges Licht werfen. In einem im „Lootsen" veröffentlichten kritischen Artikel von I. H. Eckardt-Heidelberg werden dem neuestens so viel genannten Historiker etliche Verstöße vorgehalten, darunter eine schier unbegreifliche Verwechselung des schlesischen Dichters Martin Opitz mit einem Kieler Professor Heinrich Opitz. Eckardt schreibt darüber: „Beim Durchblättern des A>erles fließ ich aus das Bild eines Bekannten. In Kiel wirkte nämlich von 1675 bis 1712 als Theologe und Orientalist der Proseffor Heinrich Opitz. Dessen Bildnis, ein würdiger Kopf nut der großen Allongeperrücke des 17. Jahrhunderts, fand ich ini Werke mit der richtigen Unterschrift Heinrich Opitz. Was hat denn dieser Mann, deffen Wirken doch dem Ende 17. Jahrhunderts angehört, mit dem Großen Kurfürsten zu schaffen? fragte ich mich unwillkürlich. Mir wurde eine uner-- wartete Aufklärung zu teil. Seite 65 heißt es nämlich: „Beide (es ist von opee und Flemming die Rede) sind um vieles reichere und echtere Dichter, ate der Schlesier Heinrich Opitz (1597 bis 1639) , usw. Aber Herr Spahn, das ist doch etwas zu arg. Einem Gymnafiafteii wurde man hierfür eine arge Note geben. Der ^Icame Ntartin Opitz müßte Ihnen doch geläufig sein, er war zwar em Lutheraner, aber da Sie ja auch andere Männer dieses Glaubens kennen, hätten oie diesen doch mehr Beachtung schenken können; bet eifrigem Nachsehen hätten Sie dann auch sein richtiges Portrat in Könneckes Bilderatlas gejunbeii und nicht das Bild eines braven, alten Kieler Professors gebracht, der erst nach dem Tode seines Namensvetters das Licht der Welt erblickte." Gerichtssaal. F- Gießen, 3. Jan. In der heutigen Schäffen- gerichtssitzun g kamen u. a. folgende Fälle zur Verhandlung: Landwirt Heinrich Sp. von Lang-Gons hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl erhoben, in dem ihm die LIebertretung der Vorschriften für Reinhaltung ber Straße zur Last gelegt wurde. Da er fehlte, wurde ber Einspruch verworfen. — Die Strafsache gegen den Schäfer Sch. zu Wellersburg wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt. Der Schuhmacher St. von Gießen, der gegen einen Verwaltungsstrafbescheid die gerichtliche Entscheidung beantragt hatte, wurde freigesprochen. — Leipzig, 3. Jan. Die Voruntersuchung in Sachen der Leip- ziger Bank, Exner u. Co. ist nunmehr definitiv abgeschlossen worden. Tie Anklageschrift ist bereits dem Landgericht zugegangen. Die Llnklage lautet auf betrügerischen Bankerott. Die Verhandlung wird voraussichtlich bereits m der erstell Schwurgerichtsperiode . stattfinde,i. Odessa, 3. Jan. Das M i li t ä r g e r i ch t hat den Fürst en Dolgorucky, welcher angeklagt war, in derAtarine-Verwalttrng Unterschleife in Höhe von zwei Millionen Rubel verübt zu haben, f r e i g e s p r o ch e n. Kaiser Nikolaus ordnete fedoch an, daß der Fürst, ein Neffe der morganatischen Gemahlin des Zaren Alexanders H., Rußland sofort zu verlassen habe. Diesem Befchl hat der Fürst Folge geleistet und sich nach Wien begeben. Arliriterlrowrguiig. Madrid, 4. Jan. Die Metallarbeiter in Barcelona streiken weiter. Gestern brache,i wieder Unruhen aus, sodaß die Gendarmerie durch Truppen verstärkt werden mußte. Man befurchtet, daß die Streik-Unruhen m Barcelona und Umgegend noch weiter an Ausdehnung gewinnen werden. In Nlersa wurden die Steuer-Häuschen eingeäschert. In arideren Städten mußte die Gendarmerie zusammengezogen werden, da man schrvere Unruhen befürchtet. sandel und Verkehr. Uolkswirtschast. Märkte. Gießen, 4. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmackt kosteten: Butter pr. Pfund 0,75—1,00 Mk., Hühner- erer pr. Stück 8—9 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 5—7 Pf Kasematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Psg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90 Mk., Hühner pr. Stück 0,90—1,25 Mk., Hahnen pr. Stück 0,80—1,25 Mk., Enten pr. Stück 2,20-2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 50-70 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Psg., Schweine- keisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,50—0,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfa., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—15 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfa. Dauer der Marktzeit von morgelis 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Akarktzeit darf nicht im Umherziehen feilgeboten werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. , Die für Sonntag den 5. Januar angesetzte Vereinigung der konstrmierten männlichen Jugend aus der Markusgemeinde findet — nicht rote irrtümlich angegeben um 8 Uhr — sondern um 6 Uhr 'tatt- Dr. Grein. Neueste Melaungeit. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Kassel, 4. Jan. Die Fulda ist teilweise überge- treten. Die Weser ist noch im Steigen begriffen. Bremen, 4. Jan. Die Zahl der Auswanderer über Bremen betrug im letzten Jahre 110 606 gegen 95961 im vorigen Jahre. Davon waren 9143 bezw. 9072 auö Deutschland. Jena, 4. Jan. Zwischen einem Offizier des hiesigen Bataillons des Jnf.-Reg. Nr. 94 und einem Studenten fand heute Morgen ein Duell statt. Der Student fiel. Der Offizier wurde leicht verletzt. Der Zweikampf wurde veranlaßt durch einen Wortwechsel am Neujahrsmorgeu, wobei der Offizier theUich beleidigt wurde. Paris, 4. Jan. In einer Unterredung drückte Delcaffe den Wunsch aus, daß Frankreich nicht nur mit Bezug auf Tripolis, sondern auch wegen der Verhältniffe auf dem Balkan mit Italien ein Abkommen treffen solle. London, 4. Jan. Die „Times" meldet ans Schanghai: Den Vizekonigen der Provinzen wurde in einem Memorandum der kaiserlichen Regierung geraten, Scheng zu gestatten, mit aus- wärtigen Banken bezüglich Aufnahme einer Anleihe von 5 400 000 Taöls Abmachungen zu treffen. Rom, 4. Jan. DasBefinden des Papstes soll neuer- dings wieder besorgniserregend fein. Ein Diplomat, der den Papst gestern sah, schildert feinen Zustand als beunruhigend. Der Papst soll nicht mehr sprechen können und jeden Augenblick in Ohnmacht zu fallen drohen. Berlin, 4. Januar. Die Vorarbeiten zur Zusammenstellung der zum Entwurf des Zolltarif es im Reichstage eingegangenen Petitionen werden stark gefördert. Nach bestimmten Gesichtspunkten wird das Material gruppiert. Die Untergruppen werden alphabetisch geordnet. Es ist beabsichtigt, der Zolltarif-Kommission am 8. Januar das Material zugehen zu lassen. Noch immer laufen Eingaben ein, namentlich von sozialistischer Seite. Stuttgart, 4. Jan. Die Herzogin Albrecht, die Gemahlin des präsumtiven Thronfolgers, wurde heute nacht von einer Tochter glücklich entbunden. Newyork, 4. Jan. Eine neue Expedition der In- furgenten ist gegen Castro von Martinique aufgebrochen. Castros Telegramme, die Revolution in Vene- Mela wäre unterdrückt, verdienen keinen Glauben. Chicago, 4. Jan. Deutschland verlangt die Auslieferung eines Flüchtlings aus Berlin, Namens Kannenberg, der beschuldigt ist, 30000 Mk. veruntreut zu haben. Kannenberg floh mit einer Frau Schumann, deren Mann ihr hierher nachreiste, wo ihre Aussöhnung erfolgte. M adrid, 4. Jan. Auf der Nordwestbahn entgleiste ein Zug bei der Station Colgada. Sämtliche Wagen wurden umgeworfen. Zwei Zugbeamte sind schwer verletzt. Haag, 4. Jan. Auf Veranlassung des Präsidenten Krüger richtete Schalk Burgher an alle Burenkommandanten die Anfrage, unter welchen Bedingungen sie die Waffen niederlegen wollten. Alle antworteten, entweder völlige Unabhängigkeit oder Krieg bis ans Ende. Lemberg, 4. Jan. Nach Meldungen aus Petersburg hat dort eine deutsch-feindliche Demonstration stattgefunden, über welche russische Blätter nicht berichten dürfen. Am 26. Dezember hatten sich trotz strengster Kälte um 2 Uhr nachts große Menschenmassen vor dem deutschen Botschafter-Palais angesammelt und deutschfeindliche Rufe ausgestoßen. Die Polizei sperrte das Botschaftsgebäude ab und drängte die Volksmenge zurück. Newyork, 4. Jan. (Ausführliche Meldung.) Eine ftanzösische Barke stieß mit dem Dampfer Vala- vala zusammen, 22 Meilen von Mondocino. Valavala sank in 35 Minuten. Die französische Barke soll angeblich keinen Versuch gemacht haben, den Schiffbrüchigen Hilfe zu bringen. Die Mehrzahl der Personen an Bord der Valavala schlief während desZusammenstoßes. Im ganzen befanden sich auf dem Schiff 122 Passagiere und Mannschaften. Das Wetter war schön, aber das Meer unruhig. Nach dem Zusammenstoß entstand eine furchtbare Panik. 63 Passagiere konnten sich in die Boote flüchten und retten. Als das Schiff sank, hatten sich noch nicht alle Personen in Sicherheit bringen können. Die Offiziere thaten ihre Pflicht. Mehrere Schleppdampfer kreuzen an Ort und Stelle, um die Schiffbrüchigen aufzunehmen. Mehrere derselben erreichten mit großer Schwierigkeit die Küste. Ein Teil blieb längere Zeit auf dem Wasser, bis sie von einem Dampfer aufgefunden und nach Trinibad an Land gebracht wurden. Nach den letzten Feststellungen sollen noch 2 7 Passagiere fehlen. London, 4. Jan. Nach einer Meldung aus Dtfatott telegraphierte Lord Kitch euer an die kanadische Regier», ung, ihm baldigst Waldläufer und berittene Infanterie ytj senden. — Das Kriegsamt veröffentlicht die gestrige Ber-, lu st-Liste, welche sich auf 9 Tote, 33 Verwundete, 3S an Krankheit Verstorbene und 2 Deserteure beläuft. Malaga, 4. Jan. In Merja kam es zu Unruyemi wegen der Acciseabgaben. Die Bureaus der Accisebeamtery wurden in Brand gesteckt. Man fürchtet den AusbruH von Unruhen auch in anderen Städten. Algier, 4. Jan. In Rivoli kam es gestern aus ganS unbedeutendem Anlaß zu Streitigkeiten zwischen (Sutge* borenen, die von ihren Gewehren Gebrauch machten. DreL Eingeborene wurden getötet, sechs schwer verletzt. ZaM, reiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. Al.. 4. Januar. B'/gO/o Reichsanleihe . . 101.20 30/, do. ... 90.80 3*/,% Konsole .... 101.15 3% do 90.75 3i/2% Hessen .... 99.50 3% Hessen .... —.— 4% Oesterr. Goldrente . 101.70 4*/6% Oesterr. bilberrente 99.60 4% Ungar. Goldrente . . 100.40 4% Italien. Rente . . . 100.80 4V9% Portugiesen . . . 39.50 ‘°/ Portugiesen .... 26.70 1% C. Türken .... 27.60 Türkenlose 106.00 4% Griech. Monopo 1-Anl. 42.20 4V2% äussere Argentiner —.— 5% Mexikaner .... 26B0 4*/r /o Chinesen . , . . —.— Electric. Belackert ... 88.1G Nordd. Lloyd .... 106.00 Kreditaktien .... 201.90 Diskonto-Kommandit . . 183.10 Darmstädter Bank . . . 127.90 Dresd< ner Bank .... 130.60 Berliner Handelsges. . . 141.40 Oesterr. Staatobahn , . . 141.25 Lombarden . . . . . 20.60 Gotthardbahn .... 166.70 Laurahütte ..... 188.75 Bochum 179.25 Harpener 160.90 Tendenz; fest. E= Kaplansgasse 18 Spezialität: Schlafzimmer-, Hotel- und voilständ. Wohmssigs-Einrichtungen. Eigene grosse Schreinerei und Polsterwerkstätte. "WW 227 | w 62 Schmidt. 236 S erteilt wird. 222 229 H e 18,1 nn Buchen-Stockholz, 58 » Rein. 108 9 76 755 538 74 53 444 98 403 57 562 9 NÄ i 4 S ce fl Ä v £ ■ S w Zusammenkunft im Distrikt Winnereck. Allendorf an der Lumda, 2. Januar 1902. GroßherzoglicheBürgermersterei Allendorf a. d. Lda. Nadelstämme mit 2,70km Nadel-Derbstangen mit 9,86 km, Nadel-Reisstangen mit 4,41 km, rm Buchen-Knüppel, „ Nadel-Knüppel, Wellen Buchen-Reisholz „ Nadel-Reisholz, rm Nadel-Stock. Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Backern. Gießen, den 8. Januar 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Butzbach, 3. Januar 1902. Großh. Hess. Oberförsterei Hoch-Weisel. S ch lotterer. Nttfieigeluvß von altem Kanhoh. Montag bett 6. b. Mts., nachmittags 2 Uhr, wird in dem netten Schloß (früheren Universitätskanzleigebäude) auf dem Brandplatz dahier altes Battholz öffentlich losweise an die Meistbietenden unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen versteigert werden. Hieran anschließend findet die Versteigerung des im Hofe des gegenüberliegenden Kreisamtsgebäubes lagernden alten Bauholzes unter den gleichen Bedingungen statt. Gießen, am 2. Januar 1902. 123 Großherzogliches Hochbauamt. Reul i n g. IV. Sr. Kesstsche Landes-Lotterie. Ziehung V. Klaffe 3. Januar 1902. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogah (Ohne Gewähr.) Hohversteigerung Mittwoch bett 8. Januar L I., vormittags 10 Uhr, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda, Distrikt Eisenschade, Winnereck rc., folgende Holzsortimente versteigert: Louise Leinberger, fjepr. Lehrerin, Goethestraße 54, 2. Stock. Anmeldungen von heute ab erdetem 3 0028 47 51 100 4 92 201 12 56 91 393 415 41 517 646 885 906 50 54-58 [4001 31005 24 45 109 11 236 64 92 348 468 677 82 [400] 824 46 932 32023 25 158 61 204 12 [300] 38 315 86 541 74 681 94 3 3023 136 76 221 46 83 89 309 14 18 45 76 Krotpreise vom 5. bis 19. Januar 1902. Iagdverpachtung. Der Domanial - Jagdbezirk Nr. II, umfaßend die fiskal. Waldgemarkung Ostheimer Wald mit 308 ha Wald und Wiese (früher Ostheimer Gemeindewald), ca. 9 km von Butzbach entfernt, soll Mittwoch bett 29. Januar 1902, nachmittags 2i/2 Uhr, im Gasthof zum Löwen in Butzbach auf weitere 12 Jahre verpachtetwerden. Pachtliebhaber, deren Qualifikation nicht notorisch vorliegt, wollen sich längstens innerhalb 14 Tagen hierüber bei der unterzeichneten Oberförsterei ausweisen, von welcher auch weitere Auskunft Bekauutmachuug. In das hiesige Handelsregister wurde heute bezüglich der Firma „S. Bock & Cie." zu Gießen eingetragen: Dem Kaufmann Heinrich Balser zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, am 3. Januar 1902. 215 Großherzogliches Amtsgericht. 6 60 78 87 [400] 640 879 3 4029 69 110 52 [500] 97 275 312 630 67 705 84 96 825 60 955 [300]. 3 5067 71 106 [3000] 52 291 369 [400] 419 65 808 41 63 [800] 92 907 31 48 74 96 3 6011 86 141 200 364 461 510 687 806 979 3 7067 84 Der hiesigen Backer. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot 28 H 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot 24 H ■ 56 „ 2 26 „ 3 52 „ 119 367 72 87 531 55 72 90 614 47 760 94 825 938 74 3 8060 69 123 49 [300] 87 88 254 306 46 52 445 64 69 72 518 [300] 99 781 809 10 22 47 49 51 [75000] 56 39046 90 135 88 286 96 321 422 24 570 94 726 27 882 927. 40008 179 267 384 498 727 28 86 94 97 862 999 41080 94 131 244 85 348 49 51 486 502 [300] 629 76 747 812 [300] 58 [3001 982 [1000] 42028 78 93 122 80 237 332 422 41 542 48 627 91 98 721 838 99 901 [500] 43130 243 74 77 334 98 400 17 74 500 706 30 62 856 4 4001 82 169, 280 [500] 87 96 369 434 80 530 76 716 75 82 867 976 ' » Am 10. Januar 1902 Wiederbeginn eines Kursus im Maßnehmen, Zeichnen, Zuschneiben re., Unfertige« von Kostümen (Akademie Werrings)$ im Weißnähen, Weiß- und Buntsticken u. s. w. Auch Damen, die schon anderweitig einen Kursus besuche haben, können monatweise teilnehmen. 50 [400] 115 210 [300] 19 348 451 [400] 780 81 801 32 91 923 51 [500] 54 1037 95 210 57 68 90 327 45 408 16 45 512 73 631 42 73 93 725 859 921 25 2034 148 [400] 238 346 429 503 21 73 693 720 37 84 852 88 99 948 65 3008 44 96 105 301 47 54 63 440 661 70 851 91 937 40 48 70 85 87 90 4067 159 249 55 71 412 36 73 524 68 93 615 36 [4001 714 46 894 924 60 5059 96 [10000] 166 [800] 272 316 23 75 83 88 438 524 734 87 [300] 96 878 971 6029 102 11 [500] 401 60 570 [500] 607 11 44 84; 763 824 68 75 907 10 56 7067 77 108 82 299 [400] 303 486 [1000] 5041 19 85 629 98 829 61 903 2Ö 8004 80 120 30 307 45 431 605 707 46 67 i 96 807 17 38 98 997 9084 158 81 227 314 43 [300] 409 29 532 37 85, 639 730 [300] 54 86 [1000] 863 902 7 [300] 10010 25 166 98 232 59 66 99 341 49 60 404 511 38 623 35 [1000] ! 717 41 [2000] 43 50 79 [500] 804 [5000] 12 11099 [300] 357 411 37] 42 626 42 715 837 953 62 12065 113 58 226 88 [500] 97 325 27 492 509! 61 83 96 653 762 854 913 32 45 59 79 84 1 3012 25 40 111 56 71 73 74; 210 326 99 460 69 518 [400 i 94 666 [300] 767 76 [400] 829 961 14000 107 70 86 231 435 [2000] 551 660 65 71 713 24 94 819 51 76 919 76 811 15042 [400] 201 12 20 64 99 [400] 308 55 82 426 46 86 507 830> 83 97 904 20 38 16061 63 [500] 90 97 134 224 408 36 43 536 65 66 616t 38 44 60 63 77 78 757 815 36 98 903 36 98 17186 316 500 35 741 895- 98 900 32 18010 232 59 312 481 [1000] 514 644 57 718 96 97 817 18 401 91 902 [400] 79 89. 19041 171 293 377 452 95 542 63 66 600 33 56 710' 19 69 70 79 854 65 75 997-1 20058 91 101 56 234 48 341 74 431 48 68 74 90 654 732 [20 0001] 36 77 91 832 [3001 46 48 54 916 48 21094 148 232 240 317 414 55 567 765 [300] 83 853 72 85 930 46 71 85 22076 219 39 366 96 460 502 36 81 [300] 91 653 719 869 987 2 3051 157 216 32 47 91 337 92 93 [300] 516 40 625 27 729 37 53 84 2 4059 70 85 99 [3000] 155 242 391 [300]< 409 60 |500] 67 518 607 84 720 815 98 949 55 80 97 25020 115 28 69 71 232 388 [300] 434 59 579 662 68 762 67 829' 32 [300| 48 905 58 2 6009 134 40 45 [300] 205 7 40 78 84 494 508 858 82 85 911 75 2 7000 178 96 223 [2000] 82 328 86 465 539 707 10 58 60 77 832 66 94 991 28074 167 95 305 17 57 99 432 72 507 19 88 648 50 51 763 849 52 981 2 9047 [300] 86 191 217 26 401 9 [300] 13 [400] 26 42 500 40 49 77 78 96 679 715 38 97 896 918 34 ®| Möbel-Fabriklager und Ausstattungs-Geschäft EL C. Weraaea* Seltersweg 6 Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: W.Steinmüller, Lang-Göns 24 Hemr. Weber, Heuchelheim 24 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: W.Steinmüller, Lang-Göns 48 Jakob Appel, Krofdorf . . 50 Heinr. Weber, Heuchelheim 48 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot bei: W.Steinmüller,Lang-Göns 22 Heinr. Weber, Heuchelheim 22 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: W.Steinmüller, Lana-Göns 44 Jakob Appel, Krofdorf . . 46 ca. 500 St. Nadel-Bohnenstangen, 1080 Stück Buchen-Wellen. Gießen, den 81. Dezember 1901. Ha Adami. Holz-Versteigerung. Freitag beit 10. Januar, morgens 10 Uhr, versteigere ich im Körnberg Sei der Hausevurg nachstehend verzeichnetes Holz unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen: empfiehlt sein 1 l”t 1 I—J 1H i H aller Art, Bekanntmachung, betreffend: Die Heichelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 27. April d. I. die halbjährigen Zinsen mit 525 Mk. an eine in Gießen wohnhafte würdige, bedürftige, christliche Familie oder Person zu vergeben. Anmeldungen werden von heute an bis 8. Februar d. I. auf dem Büreau des Armenamtes — Zimmer Nr. 4 — entgegen genommen. Gießen, am 2. Januar 1902. 198 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstraste 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Schlosser, 1 Lauffrau. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Weißzeugnäherin oder Lehrmädchen.____________________________________________________ Bekauutmachuug. Der Voranschlag ber Gemeinbe Queckborn pro 1902/03 liegt vom 6. l. Mts. an acht Tage lang auf dem hiesigen Bürgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen. Queckborn, am 3. Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Queckborn. 16 Stück, 4,5 cbm, Nadel-Stammholz, 569 Stück, 40,87 cbm, Nadel-Derbstangen, für Wagner und Weiß- bircher besonders geeignet, 34,2 rm Buchen-Knüppel, 225 ausgeführt von der Herr Medizinalrat in Gaualgesheim. Giessen, den 3. Januar 1902. 223 besonderer Umstände halber bin ?uch anderen Fächern an Schüler ich genötigt, mein neu er- öe§ Gymnasiums und Real- gymnasiums. Näheres Lüdanlage 8. Greff em, den 4. Januar 1902. 230 Steinberg, den 8. Januar 1902. 196 (Kroneatrltt unmöglich) Ti ! L$1 Kreppe! täglich frisch bei 242 Putzleder imprägnierte Putztücher empfiehlt 205 Direktor EtthL "M Faten't-H-Stollen liiTfrfiirbniffi puta-Artikd 3u ucrhnufcn und und Mehrere Waggon 8 a. fahhhii.il i Sormtag den 5. Januar, nachmrtt. Hause, Ludnügstraße 62, aus statt. Harzer Kanarienvögel, prämiiert, verkauft 05150 Peter Gerber, Schützenstr. 6. ■>' mit nebiger Fabrikmarke. Meyers Konvers.-Lexiko«, 5. Auflage, zu kaufen gesucht von Nachahmungen I C® | weite man zurück, da die Vorzüge der » Stollen bedingt sind durch eine besondere Stahl-Art, die nur wir verwenden. Man verlange neuerten illurtr. Katalog. Leonhardt & Co. Berlin-SebO neben g. Die Beerdigung findet in Gaualgesheim am Sonntag dem 5. Januar, nachmittags 2 Uhr, statt Friedrich Noll, KoMEer. Montag den 6. Januar 1902: Monats- Versammlung bei Kamerad Weber. Um zahlreiches Erscheinen bittet 169]Der Vorstand. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Oberlehrer Dr. Schmitt, Danksagung. Mir die aufrichtige Teilnahme an dem unZ so schwer betroffenen herben Verluste unseres lieben Sohnes, Bruders und Neffen sagen wir Allen innigsten Dank. ~ Familre Baumann. Ottilie Heerz. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei unserem schweren Verluste sprechen wir unseren tiefgefühltesten Dank aus. Ira« Marie Kling nebst Kinder« und Enkeln. Sonntag den 5. Januar 1902: Grosses Konzert ^oldt, Anatmn. Allas, vollst.neu, I 149) Student erteilt Nach- SU verk. Bahnhofstraße 2, III. Hilfestunden in Mathematik und Statt besonderer Anzeige. Heute vormittag entschlief sanft nach längerem Leiden doch unerwartet unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater Grossvater HELIOS ** Zahn-Plomben Erfolg sicher! Preis Wfg. Zu haben in Apotheken u.Drogen'en 8050 Vorzügliches Sauerkraut WeWohm Rote Rüben Salz- n. Esstz-Giirkeu Preiselbeem in 50% Zucker !°wi- Usch-, Fleisch-, Lbst- lliii> 8emse-KMserl>eil empfehlen zudenbilligstenPreisen 1 & G. Wallenfels Markt 21. Telephon 46. Victoria-Drogerie Adolf Bieler. Marktstrasse 5. Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. SpielpEan. 1. Graf Oriola-Marsch v. Rotte. 2. Fest- Ouverturo v. Klughardt. 3. Sphärenmusik v. Rubinstein. 4. Klänge aus dem Odenwald v. Krausse. 6. Vorspiel z. Op. Die Meistersinger v. Wat- er. 6. Elfonkönigins Hochzeitszug v Funk. 7. Valse bleueI v. Margis. 8. Tonbilder a. d. Walküre v. Wagner. 9. Faokeltanz v. Meyer beer. 10. Gavotte a. d. Gascogner v. SuppA 11. Husaren- Polka v. Strauss. 12. Berliner Plaudereien, Potpourri v. Kersten. Anfang 4Va Uhr. Eintritt 35 Pfg. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die trauriqe Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat meine lrebe Frau, unsere Mutter, Großmutter u. Schwester Krau WKtha glicht gestern morgen %I2 Uhr nach längerem, schweren Leiden m em besseres Jsrseits abznrusen. 049 Air trancrnden HmterdürbkM. Meßen, Bad-Nauheim, Kappel, 3. Januar 1902. Prima Nusskohlen II. zu 1 08 Mk. per Centuer ab Lager Bahnhof Kinzenbach hat abzugeben (können auch frei ins Haus geliefert werden) oesjak. Rinn XV., Heuchelheim bei Giehen. Technikum Strelitz (Mecklenburg) Ingenieur-, Techn tk. - tz. Meisterkurw Maschinenbau und Elektrotechnik Gesanunt. Hoch- und Tiefbau. Tischlerei, - Täglicher Eintritt. —— Berichtigung. SMS •£ m älbjwj gebtaÄ auf absoluter Unwahr! vollen Werte entschädigen! Gleichzeitig zur gefl. Kenntnis, daß unser Vertreter Kerr Simon David in Giessen. Schillerstraße 28, Derficherrrngen gegen alle vorkmmuendeu Schlackt- verlnste zu mäßigsten Prämien eutgegennimmt. Die Direktion des Central-BiehversicheruugS-BereirrS in Berlin. Unfertigen von Kleidern, Blusen, sowie Ausbessern v. Weißzeug wird b estens besorgt in u. außer dem Hause. Näheres Löweugaffe 181. Alraune Stute, 3jährig, fehlev- frei, treu, gut im Zug, zu verkaufen. Wird auf Probe gegeben. Georg Kauß, Mernsfetd, Post Nieder-Ohmen. 011 I Jeder Pferdebesitzer kaufe nur unsere stets Scharfen bautes, sehr rentables Eckhaus, welch, sich zu jed. Geschäft eignet, mit geringer Anzahlimg zu verkauf. Off. unt.Nr.QQ52 an die Exp.d.Bl. Theater-Verein 5. Vorstellung Dienstag den 7. Januar 1902: Sie rot® Bobe. Drama in 4 Akten von Eugene Brieux. Gast: Herr Edgar Bolz aus Frankfurt a. M. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen IOy3 Uhr. r. DiHetS zu den bekannten Preisen im Vorverkauf bei Ernst Chain er und abends an der Kasse. 79 Iüm die voraussichtlich sehr starke Nachfrage nach Billets zur „Boten Robe“ zu befriedigen, werden Balkon- B billets (nummeriert) zu Mk. 2.25 (Studierende Mk. 1.50) ■ zur Ausgabe gelangen. Dr. Skallers echtes Eucalyptusöl und die daraus hergestellten Eucalyptus-Bonbons „ -Capsnles „ -Haarwasser „ -Mundwasser „ -Streupulver sind altbewährte Haus- und Vorbeugungsmittel gegen Katarrh und Erkrankungen aller Art. Allein-Verkauf in der 206 Victoria-Drogerie Adolf Bieler Marktstrasse 5. Marktstrasse 5. Lokomobile, gut erhaltene, fahrbar, billig zu verkaufen. Günstige Gelegenheit für Zimmermeister u. Dreschmaschinenbesitzer. Vortellhafte Zahlungsbedingungen. 166 Carl Haas jr. ms- ml fcl-Fiilm Paket 50 Pfg. empfiehlt Adolf Bieller Victoria-Drogerie. Marktstrasse 5. IV nterzeichneter empfiehlt sich in ** Herren- u. Knabengarderobe in und außer dem Hause. Schneider Peter Leilich, 0043] Grünbergerstraße 117. WEIMAR. Prakt. Töchter-Bildungs- Institut Gegr. 1873. Vollständ.Haushaltunas-,Industrie- u. höh. Fortbildungsschule. Musik, Malen, Tanz. Erste Lehrkräfte. Eig. Villa m. Park in herrl. Lage. Sorgfäll. Körperpflege. Prospekt durch 21, Dr. pnil.