Zweites Blatt. 152. Jahrgang Montag 3. November 1903 Kerzen , Nr. 258 tSglich auße, Sonntag». Dem Gießener Anzeiger Cerden tm Wechsel mit m Kelfischen Landwirt die Siebener Kamillen. Hättet viermal in der Woche beigelegt. HotationSdruck u. Verlag der Brü h l'schen Untverf^Buch- u.©tein» druckerei lPietsch Erben) Redaktion, Expedition und Drucke reir Gchnlstratze 7. Cbrefle für Depeschen» «uzetger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 6L -■ n- Ä Ä Ä Bezugspreis, JEgsSaSIr d O monatlid)76viertel* GlehenerAnzeigerW W General-Anzeiger " "SES v für den polti. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen MMZ ” geigenteil: HanS Beck uni des Kunstgewerbes segensreichen Einfluß ausgeübt und sich —- selbst in der Zeit schwerer Heimsuchung — mit warmem Herzen die Förderung der Interessen der Künstlerschaft angelegen sein lassen. So gewährte es ihm besondere Freude, daß es ihm während seiner durch em tragisches Geschick nur allzu kurz bemessenen Regierungszeit vergönnt war, den seit Jahrzehnten schwebenden Verhandlungen über den Neubau der Akademie ein Ziel zu fetzen, indem er diesen Platz für den Dau der Hochschulen bestimmte und die Ausarbeitung des Projekts befahl. Als Protektor der Akademie beglückwünsche ich sie zu oer heutigen Errungenschaft. Zugleich zolle ich gern meine Anerkennung den hervorragenden Leistungen, welche der Unterricht an den beiden Hochschulen unter der ausgezeichneten Leitung ihrer langjährigen verdienstvollen Direktoren bisher gezeitigt bat. Wie ich es aber als eine der vornehmsten Pflichten eines Herrschers ansehe, in seinen Landen die den Menschen veredelnde Kunst zu fördern und auf deren gesunde Entwicklung sein Augenmerk zu richten, und wie ich während meiner bisherigen Regierung stets darauf bedacht gewesen bin, dieser Pflicht gerecht zu werden, so kann ich. auch die jetzige Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne an Lehrer wre Schüler die ernste Mahnung zu richten, in enger Anlehnung an die unerreichbaren klassischen Vorbilder und in treuer Nachfolge derzahlre ichengroßenMeister aller späterenJahr- hunderte, welche der Kunst sich geweiht und sie fortentwickelt haben, sowie insbesondere derjenigen Meister, welche an der Akad Linie gelehrt oder ihre Ausbildung erhalten haben, die Ideale der Kunst in den durch Ueberlieferung und die unw andelbaren Gesetze der Schönheit, Harmonie und Aesthetik gewiesenen Bahnen zu hüten und zu pflegen. Seien Sie sich allezeit der großen Kultur Mission bewußt, welche die von Gott begnadeten Jünger und Träger der Kunst zu erfüllen haben: durch ihre Arbeit das Volk in alten seinen Schichten aus dem Getriebe des alltäglichen Lebens zu den Höhen der Kunst zu erheben und das den germanischenStämmen be - sonderseigeneSchönheitsgesühl und d e n S i n n fürdasEdlezuhegenundzuslärken. Von solchem Geist getragen, werden die beiden Hochschulen — das erwarte und vertraue ich — ihren großen Ausgaben gerecht werden und dem Vaterlande zur Zierde und zum Segen gereichen! Pros. v. Werner brachte sodann das Hoch auf den Kaiser aus. Nun unternahmen die Majestäten einen Rundgang durch die Baulichkeiten; währenddessen begab sich die Festverlammlung in den Konzertsaal der Musikhochschule, wo alsbald auch die Majestäten in der Hofloge Platz nahmen. Prof. Bruch dirigierte hier einen großen gemischten Chor, der mit Orchester- und Orgelbegteitung Bruchs Hymne: „Schwingt Euch auf, Posaunenchöre!" vortrug. Tie Majestäten verließen Li.m 2 Uhr Die Hochschule. Abends 8 Uhr brachten die Studierenden der Berliner Kunst-Hochschulen den Direktoren Anton von Werner und Joachim einen Fackelzug, welcher beim alten Akademie-Gebäude Unter den Linden beginnend nach dem neuen Heim seinen Weg nahm. Vor dem jtünstlerhause in der Bellevuestraße hielt der Zug. Vertreter der Studentenschaft hielten Ansprachen an ihre Direktoren Joachim und v. Werner, welche ihnen herzlichen Dank für die Ehrung aussprachen. Um 8 Uhr 30 Min. sand ein Festessen im Künstlerhause statt. Poiitijche Lagesschau. Heinrich Rickert f. Ter Reichstagsabg. Heinrich Rickert ist heute (Montag) früh 6 Uhr 45 Min. in Berlin gestorben. So meldet uns ein eigener Trahtbericht. Heinrich Rickert wurde 1833 in Putzig bei Danzig geboren, widmete sich nach vollendetem StÄium dem journalistischen Beruf, trat in die Redaktion der Tanziger Ztg. ein und wurde 1870 in das preuß. Abgeordnetenhaus, 1874 in den Reichstag gewählt. Er gehörte ursprünglich der nationalliberalen Partei an, aus der er 1884 zur Sezession übertrat; zuletzt war er bekanntlich der Führer der freisinnigen Vereinigung. Durch eifriges Studium der Finanzverhältnisse sowie thätigen Anteil an den Verhandlungen über den Staatshaushalt in der Kommission und im Plenum erlangte er bald eine Autorität in allen Finanzfragen und vermittelte in der preuß. Landtagsscssion 1878—79 die Verständigung mit dem Staatsministerium über die eventuelle Steuererleichterung in Preußen. Nach Einführung der neuen Provinzialverfassung ward er 1876 zum Landesdirektor der Provinz Preußen erwählt, legte jedoch nach der Teilung der Provinz in Ost- und Westpreußen sein Amt nieder. Er war eines der ältesten und persönlich beliebtesten Mitglieder des deutschen Reichstages. Deutsches Reich. Be rlin, 2. Nov. Aus Anlaß des 200jährigen Gedächtnistages des 5. Thür. Jns.-Regiments Nr. 94 (Großherzog von Sachsen) hat der K aiser an den Großherzog von Sachsen-Weimar nachstehendes Handschreiben gerichtet : „Eurer Königlichen Hoheit 5. Thür. Inf.-Regt. Nr. 94 (Großherzog von Sachsen'' feiert heute sein 200 jähriges Bestehen: Eurer Königs. Hoheit zu diesem Jubeltage Meine wärmsten Glückwünsche auszuchrechen, ist Mir Herzensbedürfnis. Das Regiment hat in dem verhängnisvollen Jahre 1806 und — mit Teilen — in dem unvergeßlichen Bofreiungskampfe Meines Volkes treu zu Meinem erhabenen Herr» Urgroßvater, des Königs Friedrich Wilhelm III. Majestät gestanden, und zuletzt, in dem großen Kriege von 1870/71, Arm an Arm mit Meinen tapferen Hessischen Regimentern mit besonderer Hingebung fechtend, unverwelklichen Ruhm errungen. Möge, wenn das Vaterland seine Söhne wiederum zum Streite rufen sollte, es auch Eurer königlichen Hoheit schönem Regiment beschieden sein, seinen Fahnen abermals den Sre- geslorbeer zu erkämpfen." Ter Gr o ß h e r z o g hat darauf in einem Handschreiben, wie folgt, geantwortet: „Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät danke ich tief gerührt für das so außerordentlich gütige Schreiben vom 28. d. M. aus Anlaß des zweihundertjährigen Gedächtnistages meines Regiments. Ich habe es mir nickt versagen können, die so überaus gnädige Kabinettsordre bei der heutigen Parade, an der außer dem hiesigen Bataillon dreitausend Veteranen zugegen waren, zu verlesen, im Anschluß an eine Ansprache und ein begeistert aufgenommenes Hurrah auf Eure Kaiserliche und Königliche Majestät. Mlerhöchstdieselben wollen versickert sein, daß das Regiment es sich stets zur höchsten Aufgabe rechnen wird, in demselben Geiste fortzuarbeiten tote bisher, damit, wenn Eure Kaiserliche und Königliche Majestät zu den Fahnen rufen: sollte, es, der früheren Lorbeern eingedenk, unverzagt mit der alten Treue und Tapferkeit seine Schuldigkeit thun kann." — Aus Paris wird gemeldet: Nach einer Kopenhagener Depesche des „Temps" wird Kaiser Wilhelm im nächsten Jahre in Kopenhagen erwartet. Ter Korrespondent des „Temps" fügt seiner Meldung hinzu, daß oer Zar in dem Visitenaustausch zwischen Berlin und Kopenhagen, auf den er Einfluß nahm, ein wichtiges Präzedens für andere Begegnungen erblickt, welche geeignet wären. Vergangenes vergessen zu machen und den Weltfrieden au verbürgen. Dre Depesche des „Temps" stammt angeblich von gut unterrichteter Seite. — Die Großherzogin Viktoria Melita, die nach ihrer Scheidung zunächst bei ihrer Mutter in Ko- b u r g lebte, ist dadurch, daß sie sich unlängst eine eigene Hofhaltung einrichtete, der Steuerfreiheit, welche die Mit- glieoer des herzoglichen Hauses genießen, verlustig gegangen und alsbald von der Steuerbehörde in Kv- burg zur Veranlagung herangezogen worden. Wie man sagt, ist ihr steuerpflichtiges Gin to nun en auf 120 000 Mark festgesetzt, uno die Großherzogin ist damit eine der Höchst- besteuertcn des Herzogtums geworden. — Der nationalliberale Abg. Dr. Endemann, Ver> tretet für Kassel, hat es abgelehnt, wieder zu kandidieren. — Josef Lingens, der langjährige Zentrumsabge- ordnete, ist am Freitag abend im Alter von 84 Jahren gestorben. — Das Befinden des Abg. Rickert hat sich so verschlechtert, daß die Aerzte an dem Aufkommen des Kranken zu zweifeln beginnen. Die Nahrungs-Auf- nähme hat völlig ausgehört. — Der Burenführer Oberst Schiel kommt, wie verlautet, in den nächsten Tagen nach Berlin, um hier über seine Erlebnisie und Erfahrungen in Südafrika in öffentlichen Volks-Versammlungen zu sprechen. — Tie Burengenerale Botha, De Wet und De la Rey bitten alle jene, zu deren Herzen ihr Aufruf gedrungen ist und die mildthätig ihre Hände geöffnet haben, von einer direkten Quittierung der Beträge absehen zu wollen. Tie Anzahl der Spender ist derart groß, daß für Porto, Adressenschreiben und das Papier eine Summe ausgegeben werden müßte, durch die schon manch Not im Burenvolk gelindert werden könnte. Es ist daher beschlossen worden, wie es auch der „Deutsche Burenhilfs- buno" gethan hat, über jeden einzelnen, selbst den ge- geringsten Betrag öffentlich im „Burenfreund" zu quittieren und nur auf ausdrücklichen Wunsch besondere Quittungen auszusenden. Durch die Mildthätigkeit aller Schichten der Bevölkerung sind zur Zeit etwa 150 000 Mark direkt auf das Konto des „het Generale Boeren Hulp-Fonds"! eingegangen. Heer und Flotte. Der Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun, Oberstleutnant Pavel, ist, wie wir bereits vor einigen Tagen mitteilen konnten, zum Obersten befördert worden. Gleichzeitig ist ihm vom Kaiser derRoteAdler- orden 3. Klasse mit der Schleife, den Schwertern und der Königlichen Krone verliehen. Einen Namen in dex Geschichte unserer Kolonien hat JUty bekanntlich Oberst Pavel, den man in Gießen als früheren Stabsoffizier des 116. Regiments kennt, insbesondere durch seinen kühnen Zug nach dem Tschadsee gemacht. Er hat dadurch den bisher von Engländern und Franzosen besetzten nördlichen Teil des Schutzgebietes, welcher von einer deutschen Expedition noch nicht betreten war, thatsächlich in Besitz genommen und unter deutsche Verwaltung gebracht. Ausland. London, l. Nov. König Eduard hat die Minister Balfour, Brodrick und Chamberlain, sowie des letzteren Gemahlin und Feldmarschall Roberts vom 8. bis 10. d. M. nach Sandringham eingeladen, und nach deren Abreise die Marquis von Lansdow ne, Ormand e und Londonderry mit ihren Gemahlinnen bis zum 15. b. M., sämtlich z u Ehren Kaiser Wil* he lm s; außerdem werden oer deutsche Botschafter in London, Graf Wolfs-Metternich, und der englische Botschafter in Berlin, Sir Frank Lascelles, während der ganzen Zeit des Besuches des Kaisers Gäste König Eduards [eüu Die heutige Yummer umfaßt 10 Seite«. Bekanntmachung. Betr.: Die Besetzung zweier Schutzmannsstellen. Bei unterzeichneter Behörde sind zwei Schutzmannsstellen mit einem AnfangSgehalt von je Mk. 1320, — steigend jährlich um je Mk. 30 — bis zum Höchstgehalt von je Mk. 1800 — am 16. Januar 1903 zu besetzen. Geeignete Bewerber wollen sich unter Vorlage selbstgeschriebener Gesuche, denen die Militärpapiere sowie Führungszeugnis anzuschließen sind, bis spätestens 10. Dezember l. I. melden und vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. Gießen, den 1. November 1902. Großherzvgliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Nie tzinrvei-ung der neuen Kunsthochschule in Nerlin-ßharlottenöm g. Charlottenburg, 2. Nov. Tie Feier der Einweihung der neuen Gebäude der königlichen akademischen Hochschulen für bildende Künste und für Musik wurde durch eine große Auffahrt der Studierenden der Berliner Hochschulen eingeleitet. Ein zahlreiches Publikum bildete Spalier auf dem Wege zur Hardenbergstraße und begrüßte um 12Vz Uhr mit Hochrufen die M aj estät en. Vor der neuen Hochschule erwies eine Ehrenkompagnie des Elisabethenregiments die Honneurs. Ter Kaiser schritt die Front ab; dann empfingen das kaiserliche Paar am Eingang der Hochschule der bildenden Künste der Kurator der königlichen Akademie der Kunst, Minister Tr. Studt, der Präsident Prof. Ende und die Sekretäre der Akademie, die Professoren v. Oettinger und Krebs, die Direktoren der beiden Hochschulen, Vrof. Anton von Werner und Joachim und der Direktor des Instituts für Kirchenmusik, Prof. Radecke. Tie Aula war festlich beleuchtet. Hier waren versammelt die Rektoren der Universität und der Berliner Hochschulen, delegierte von auswärtigen Akademien und Künstlergenossenschaften, die Minister v. Rheinbaben und Budde, die Oberbürgermeister Kirschner und Schustehrus und zahlreick)e Mitglieder der Ministerien tntnd Ehrengäste, darunter Hausminister Graf Wedel. Ter Kaiser trug die Uniform des 1. Garderegiments mit Generalfeldmarschallabzeichen, die Kaiserin eine stahlblaue pelzbesetzte Robe. Kultusminister Tr. Studt ergriff das Wort und führte aus, schon Kaiser Friedrich habe die Verlegung der Hochschulen als notwendig anerkannt. Kaiser Wilhelm habe die Schwierigkeiten beseitigt, welche der Anweisung eines geeigneten Bauplatzes entgegenstanden. Tie Neubauten seien in ihren mustergiltigen, den Bedürfnissen der Hochschulen entsprechenden Einrichtungen von höchster Bedeutung für die Kunst. Ter Minister verlas sodann die zahlreichen vom Kaiser verliehenen Ordensauszeichnungen und Titel. Anton v. Werner erhielt den Kroneuorden 1. Kl., Professor Joachim den Stern zum Kronenorden 2. Kl. Nach dem Minister sprach Anton v. Werner. Er drückte den Tank der Hochschulen aus. Auch in den neuen, glänzenden Räumen solle das alte Ideal hochgehalten werden: zu forschen und zu streben nach dem Schönen und Erhabenen, mit dem Natur und Leben überreich geschmückt seien. Möge im neuen Hause der rechte Geist, ein fester Wille, bewußtes Pflichtgefühl und eiserner Fleiß herrschen, in dem Hause, das der idealen Begeisterung und dem unermüdlichen Wohlwollen des Monarchen zu bauten ist. Sobann erhob sich ber Kaiser unb verlas bebeckten Hauptes solgenbe Rebe: Es gereicht mir zur besonderen Freude, in Gemeinschaft mit Ihrer Majestät ber Kaiserin und Königin, meiner Gemahlin, ber heutigen Feier ber Einweihung ber für bie akademischen Hochschulen für bie bildenben Künste und Musik neugeschafsenen Räume beiwohnen zu können. Eng verknüpft ist bie Geschichte ber Akademie mit den Geschicken meines Hauses. Von meinem Ahnen, KurfürstFried- cich III., dem wir so viele noch heute unerreicht dastehende Kunstschöpfungen verdanken, im Jahre 1696 gestiftet, hat bie Akademie sich des Protektorats aller meiner Vorfahren an der Krone zu erfreuen gehabt und von ihnen, soweit nicht die Not der Zeit und die Sorge um die Erhaltung bes Staates es hinderten, reiche Förderung erfahren. Tie 1809 erfolgte Angliederung einer Abteilung für Musik an bie ursprünglich nur für Malerei, Bildhauerei und Archi- iektur bestimmte Akademie, die 60 Jahre später erreichte Gründung der Hochschule für Musik, die Ausgestaltung des praktischen Unterrichts auf den verschiedenen Gebieten der Kunst und Beschaffung von Meister-,und Schüler-Ateliers and bie gesamte Entwicklung ber Hochschulen bis zur jetzigen höhe legen berebtes Zeugnis ab von ber ber Akademie zu >eil geworbenen königlichen Fürsorge. Taß es aber gelungen ist, der Hochschule für bildende Künste, welcher die alte historische Stätte der Akademie Unter den Linden schon seit geraumer Zeit keine genügende Unterkunft bot, hier in unmittelbarer Nähe der Schwesteranstalt der technischen Hochschule ein so schönes neues Heim zu schaffen und zügleich mit ihr die Hochschule für Musik räumlich zu vereinigen, ias verdanken wir in erster Linie dem unermüdlichen Mrken »nb der Entschließung meines in Gott ruhenden Herrn Vaters, weiland Majestät KaisersundKönigsFried- Lich. Von Jugend auf der Kunst aufs innigste zugethan und als langjähriger Protektor der königlichen Museen um die Entwicklung derselben hochverdient, hat der höchselige Herr in treuer Gemeinschaft mit seiner feinsinnigen und Lmstgeübten Gattin auf die Fortbildung der deutschen Kunst ton## (Ifjmlff M'i Gail Hwirt «gen "”ü F I«»1, e-höl^' GW« hek 8*1 \ ima Kognak seSE •ass*? lell*SS« JDtaboplei unb ftül, Ijat noch abzugeben Jfe Klug, Allenz dem Pfund Fiti erhält ie Käufer ein SriuM. sie pro Pfucd/fl Ptg. , 2. Nov. Dieser Tage wurde hier a. 2). nach Tarmstadt zurück. *• Professor Fuhr f. Der außerordentliche Professor m sehr animierter Stimmung. •• In der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein befiuden sich gegenwärtig surUeu- resp. artxUfilei 76 SJtonn. | * Zwei Riesenkälber schlachtete am Freitag der Metzgermeister Louis Schneider in der Neustadt. Die „ , Tiere, welche 3—4 Wochen alte Saugkälber waren, hatten um des Maj ors v. H eyl iu ^des 78 Kilo Lebendgewicht, was einem Schlachtgewicht von laden. a. Mar bur g, 1. Nov. Die 37. Versammlung des Vereins kurhessischerTierärrte wurde heute morgen Die Evangelische Landessynode, v. Schluß. K.B. Darmstadt, 1. Nov. - Die Angestellten der Firma Adolf Baer feierten gestern Nachmittag im Philosophenwald ihr diesjähriges Personalfest, wozu an Freunde und Bekannte Einladungen ergangen waren. Bei einem gemeinschaftlichen Kaffee wechselten Tanz und Vorträge ab. DaS }je|t verstoß als sie darnach streben, den Mitglieder kreis zu erweitern werden zu wollen, um halb 12 uyr rairo von und den Umsatz zu erijö^n. h-rigen Schullokale Abschied genommen werden, woran, dann Jubiläum. Ain 1. November waren 25 Jahre die Oeffnung, Ucbergabe und Uebernahme de» neuen i.^- verflossen, feit die Herren Julius Bräutigam von hier und bäudes erfolgen soll. EmFestessen ist für 1 Uhr im .Deutschen Wilhelm Wacker aus Wiescck, ersterer als Werkmeister, Kaiser^ vorgesehen. Der Neubau in unter der eifrigen Leitung letzterer als Niagazinier, bei der Firma I. Rothschild hier unseres tüchtigen Hauptlehrers Schindel erilanden, der stch beschäftigt sind. Eine allezeit korrekte Behandlungs.veise dadurch ein großes Verdienst um Alsfeld und um den we- senenS des Arbeitgebers, gewissenhafte Pflichterfüllung seitens werbestand erworben hat. . der Arbeitnehmer haben hier ein Verhältnis geschaffen, wie sd. Mainz, 2. November. DaS peinliche Ren- eS angenehmer nicht gedacht werden kann und das am contre, welches sich vor einigen Wochen in einem Eüen- Iubiläumstage eine ganz besondere Weihe in Form klingender bahnwagen zwischen Mainz und Gr.-Ger au abspielte, M Anerkennungen an die Jubilare erhielt. nunmehr in der Voruntersuchung abgcschloycn und hat zu - M~ ' Folge, daß sich fragliche vier Darmstädter Herren vor Der hiesigen Strafkammer wegen Beleidigung des Sc.» Äerouer israelitischen Kaufmanns zu verantwonen haben. Die Verhandlung findet in der 2. Hälfte deS November statt und sind zahlreiche Zeugen von Mainz und Gr.-Gerau gewährend des Burenkrieges die Zahl von Verbrechen in England abgenommen Hut. — Schalk Burger (der Vizepräsident von Transvaal) traf heute aus Kapstadt in Southampton ein und reiste nach London weiter. — D e w e t reiste heute von London über Southamp- sohn. Populär ist die Musik zum „ Sommernachtstraum' geworden, und seine trefflichen Lieder erheben stets Herz und Gemüt. ** Hofnachrichten. Ter Geburtstag der Großfürstin Sergius am Sonnabend wurde in Tarm- stadt in der Großher^oglichcn Familie, welche ja soeben bis auf die Kaiserin von Rußland dahier vereinigt ist, besonders festlich begangen. Schon in den Vormittagsstunden wurden zahlreiche kostbare Blumenspenden für die Frau Großfürstin int Schlosse abgegeben, darunter befanden sich solche des Großh. Leibgarde-Regiments, des Dragoner-Regiments Nr. 23 Mid von Privaten. Am Nachmittag fand im Schlosse Großh. F-Unilientafel, welcher auch die .? rrschasren des Gefolges beiwohnten, statt. Besonders festlich gesia -le sich auch die Ex-travorstettung. im Theater, welcher fstrntUche Fürstlichkeiten beiwohnten. — Gestern mittag 5 Uhr trafen I die Prinzessin Adolf zu Sch au mb urg-Lipp e zum Besuche des Großh erzo glich en Hofs hier ein. — Bei der | Jagd auf dem Besitzt' * der Gemarkung Pfeddersheim wurden pafen und 4ö|*65 Rl[o entspricht. Ein Kalb mit 40 Kilo Schlachtgewicht JpüBnßr erlegt in 4 Kesseltreiben. ^r ! kommt in unserem Schlachthause selten vor. Tie Beamten mit^oFge mit Ex tranig direkt von Tarm stadt über Worms deS Schlachthauses erinnern Nch nicht, solche Riesenttere ge- biö Pfeddersheim gefahren, und der Großherzog kehrte halb sehen zu haben. Tie beiden Kalber stammen au8 Reimers- 5 Uhr nach Schluß der Jagd ebenso zurück. Prinz Heinrich Hausen bei Gladenbach, von Preußen blieb mit einer größeren Anzahl der Iagdgäste, Leihgestern darunter auch Exz. v. Lindequist, bei dem Jagddmer in ~ ' in Worms, Hotel Alter Kaiser, und fuhr erst 10 Uhr 31 Min. unter allgemeiner Beteiligung der Veteran Laux aus den Feldzügen 1866 und 1870/71 durch Dekan Strack zur letzten Ruhe gebettet. Der hiesige Kriegerverein und die Veteranen • ■ • Ä _ f ... , .von Großen-Linden gaben ihm das letzte Geleite. — Die Stadtv. ^r. ijerbinanb Fuhr ist heute morgen (£inroeibung unseres SchulhausneubaueS ist auf Vi b Uhr verstorben. Da es ein spezieller Wunsch des Ver- Sonntag geplant. Die Bauleitung befand sich in ftorbenen gewesen ist, in aller Stille beerdigt zu werden,undk Händen des KreisstraßenmeisterS Rohrer von Gießen, er sich jeden Nachruf verbeten hat, so muffen wir zu unserem $a§ Qebäube enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwoh- Bedauern davon absehen, der vielfachen und großen wißen- unb ist so eingerichtet, daß später ein gleich großer schastlichen und komunialen Verdienste bcS Verstorbenen on k(üge( angebaut werden kann. dieser Stelle zu gedenken. /X Lützellinden, 2. Nov. Hier ist für die nächste ** Die Rechtsanwälte Dr. Arthur Osann II. unb I Qeit Bau eines neuen Schulhauses in Aussicht Dr. Hugo Bender in Darmstadt wurden, unter Eufredjt- genommcn; dasselbe soll 4 Säle und eine Lehrerwohnung erhaltung ihrer Zulassung am Landgericht der Provinz Starken- erhalten, während man beabsichtigt, baS alte Schulhaus in bürg, zur Rechtsanwaltschaft am Oberlandesgericht zugelassen. Lehrerwohnungen umzubauen. Tie hiesige dreiklassige Schule ~ Personalnachnchten. Se^ k. Hoheit der Groß-kf info( bc3 Lehrermangels seit Jahren nur zwei Lehr- Herzog hat den Oberlehrern Dr.OttoWeimar m Gieße n,k^ |oba6 Quf eine über 100 Schüler kommen. Dr. Georg Grein, Dr. Ferd. Wämser m Darmstadt, Dr. Wißmar, 3. Nov. Gestern abend gerieten hier ^afob Klaffert in Mainz und Dr. Karl Schnell bä c r I tnel)cece junge Burschen in Streit, in dessen Verlauf einer in Heppenheim den Charakter als Professor verliehen. ber Streitenden zum Messer griff. Er verletzte einen ~ Selbstmord? Vor einiger Zeit zog sich em Student Gegner derart, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hier bei einem Sturz vom Rade einen Schabelbruchl werden mußte. Der Thäter wurde in seiner Wohnung, zu- Seit Freitag ist er von hier verschwunden. Man ver- roobin „ sich geflüchtet, festgenommen unb geschloffen ms mutet, baß er einen Selbstmorb begehen will. Tie Furcht Gefängnis abgeführt. vor Unterbringung in eine Heilanstalt soll ihn zu einem § Butzbach, 2. Nov. In unserer Stabt fanb heute solchen Schritt getrieben haben. Bis jetzt hat man kerne Spurbcn Gießener Superintendenten I). Pete rsen in Ge- von dem Verschwundenen gefunden. genwart von Mitgliedern des Kirchen- und StadtvorstandeS, ** Konzert-Verein. Am nächsten ©onntag, ben joro|e zahlreicher Angehörigen ber Gemeinbe, eine Kirchen- 9. November, beginnt ber Konzert-Verein seine dieS-k.^^j^n statt. DaS Ergebnis ber Prüfung war ein jährige Thätigkeit mit einem hochbebeutsamen Orchester-I günstiges. Anläßlich dieser erstmaligen oberhirtlichen Funktion Konzert unter Mitwirkung ber Altistin Fräulein Leib-k^ Geistlichen hier brachte unser Gesangverein .Orpheus- Hecker. Das im Inseratenteil vollstanbig wiebergegebene k Gotteshaus einen erhebenben Gesang zum Vortrag. Am Programm macht em besonberes Hervorheben bes musikali- L^nh veranstalteten derselbe Verein und die v2iebertafcP- schen Wertes der dann aufgeführten Werke überffuffig. k^^ unter Mitwirkung mehrerer hiesiger Musikkräfte ein Brahms, Gluck und Schumann bedürfen keiner weit-k^ohlthätigkeitskonzert im »Hessischen Hof- zum schweifenden Empfehlung mehr, deren Tonschöpfungen sind Besten deS Kirchenbaufonds. Die Veranslattirng erfreute sich feit Jahren Gemeingut aller. Vielleicht können wir aber die ob be§ ^önen Zwecks eines recht guten Besuchs. Akademische Fest-Ouverture von Brahms hervor- Griedel (bei Butzbach), 1. Nov. Die Feldbeben, muß doch dieses Kunstwerk in der Urnversitäts- tzerelnigung in unserer Gemarkung kommt nunmehr zur stadt Gießen ganz besonders interessieren. Diese tm Jahre Ausführung, nachdem sich von im Ganzen 800 Grundeigen- 1880 komponierte Ouvertüre wurde am 4. Januar 1881 tümern mit 725 Hektar Land, 88 Grundeigentümer mit 400 erstmalig in Breslau in Anwesenheit des gesamten Senats Hektar dafür erklärt haben. der Universität aufgeführt. BrahmS dirigierte selbjt, es m Friedberg 2. Novbr. Für den Entwurf deS galt feinen Dank auszudrücken für die Ehrenpromotion zum egerbenfmalö ist nun die Entscheidung gefallen. Die philosophischen Doctor. Mtt wuchtiger Kraft, zum Teil aber Kommission, der auch die Professoren Hofmann und auch mit feinem Humor, hat Brahms eine Anzahl musikalisch Bornesl»Darmstadt angehören, hat sich für den Entwurf schöner Studentenlieder verwoben, ohne diesen zu breiten Hartig und Hammerstein entschlossen. Derselbe zeigt Raum in seinem Kunstwerk zu gewähren. Selten wohl hatk^^ bag Antlitz des KriegSgotteS und einen jungen Krieger, ein Künstler glänzender und genialer für eme Ehrung ge- ber baS Denkmal mit Kränzen schmückt; die Rückseite wird I dankt. I bie Namen der Gefallenen aufnehmen, während an den Seiten die Reliefs Wilhelms I. und Ludwigs IV. eingefügt I wird. Oben darauf sitzt der Reichsadler. Dieser Entwurf wird jedoch den Voranschlag von 16 000 Mk. überschreiten; es schweben deshalb noch Verhandlungen, und gestern abend sand Beratung statt. Noch im Winter sollen die Arbeiten beginnen, den Grundstein gedenkt man an Kaisers Geburtstag zu legen, die Einweihung ist für Juli 1903 geplant. DaS Denkmal wird aus Muschelkalk und die Reliefs und Figuren in Bronce auSgeführt. — Die hiesige Gewerbe-Akademie, verbunden mit Technikum, hat letzte Woche ihr Wintersemester begonnen. Trotz deS kurzen Bestehens ist die Zahl der Hörer bereits auf ca. 300 gestiegen, sodaß im nächsten Jahre ein Neubau erforderlich ist. An dem In- ftitut wirken außer dem Direktor Schmidt neun ständige Lehrkräfte. — Em Stromer Übersiel dieser Tage ein kleines Mädchen in unsittlicher Absicht. Der Vater und em anderer Mann erwischten den Verbrecher, welcher angiebt, | betrunken gewesen zu sein und von der Thot nichts zu kcm nach Südafrika ab. Both in so hochanerkennenswerter meseiiden. Tie Feier schloß ebenfalls mit Tanzunterhal- Weise der schwierigen Aufgabe unterzog. Ucber den zweiten tung Teil der Arbeit werde der Ausschuß der hohen Synode ** Der Konsumverein für Gießen und Um-I Bericht erstatten, sobald das noch der Erledigung harrende g eg end hielt gestern nachmittag im Restaurant „Post- Material sertiggestellt sei. fetter" seine gutbesuchte er st e ordentliche General- Geh. Kirchenrat T. Köstlin sprach in bewegten Worten Versammlung ab. Nach dem Geschäftsbericht wurde der Syiiode wie deni Oberkonsistorium seinen herzlichsten ber Herein Mitte Oktober v. I. von 120 Mitgliedern ge- Tank aus für die ihm zu Teil gewordene Anerkennung, gründet; während am Schlüsse des Geschäftsjahres (Ende Er hege den innigen Wunsch, daß das Kirchenbuch glücklich P^ni) 172 Mitglieder zu verzeichnen waren. Ter Waren- fertiggcftettt werden und der hessischen evang. Landeskirche Umsatz betrug in den ersten Dreiviertel Jahren rund 16 000 zum Segen gereichen möge. Mark, was in Anbetracht der Mitgliederzohl wohl als mini- Zur Beratung kam nun noch die Vorlage des Großh. mal bezeichnet werden kann, weil eben viele Mitglieder normen Oberkonsistoriumo, betreffend die Erbauung zweier Tienst - ben Wert dieses ihres Geschäftes noch nicht erkannt zu k. Harbach, 2. November. Bei einer 0 Wohnungen für die Professoren des Prediger-Se- haben scheinen. Von einer Dividendenverteilung wurde, Donnerstag unb Freitag ouf einem Teil der Y»estgen min ar ä zu Friedberg. Tie Vorlage wird nach den meil zu gering, Abstand genommen, unb der Reingewinn meindejagd unb ben angrenzenben Malischen Waldern av- Anträgen des Ausschusses angenommen. Es sollen für bcm Reservefonds überwiesen. Obwohl dieser Reingewinn gehaltenen Treibjagd wurden 28 Rehe, 54 Hasen, 5 Füchse, Erwerb des Grundstücks und Errichtung des Gebäudes bis zu k^k nur geringfügig ist, so ist das Resultat, zumal im h Rebhühner und 1 Eule zur Strecke gebracht. 50000 Mk. aus den Kapitalien des Zentralkirchenfonds ver- ersten Jahre die Ausgaben für Einrichtung usw. nie wieder- Schlitz, 2. Nov. Gräfin Sofia oon Goertz ist heute wendet werden dürfen. lehrende hohe sind, immerhin noch als günstig zu be- m 4 Ub' nad) langem schweren Leiden im Alter von Somit ist die Tagesordnung der diesmaligen Beratung zeichnen, unb werden die kommenden Abrechnungen sicher '• •' Sanatorium au Berlin qeftorben. erledigt und die Synode vertagte sich auf unbestimmte Zeit, einen finanziell besseren Mschluß bringen. Ter detaillierte " , , 5 Schon raubet einmal i’l Tas Schlußgebet sprach Herr Dekan Matth es-Ingen- Bericht des^assierers, sowie die Bilanz wurden einstimmig TA Nebenbahn SaTter- heim. gutgeheißen. Die zwei, durch das Loos bestimmte ans- gestern bie Lokomotive der Nebenbahn fauler . ■ 1 . ■■ -i—■ ■ scherdenden Mitglieder des Aufsichtsrates wurden einstini- bach^ Grebenhain entgleist, unb^zwat diesmal bei A11G ählilt 11 Hl) £11111) mig wiedergewäylt. Ferner wurde der Vorstand beauftragt, Eisenbach. Die Reisenden haben keinen Lchaden genommen. ® für weitgehendere Ausstattung des Lagers bezw. Reuanleg- Der Verkehr roar nur einige Stunden unterbrochen. Gießen, 3. November 1902. ung der bisher noch nicht geführten Konsumartikel Sorge , Alsfeld 2. Nov. Die Einweihung der neuen •* Gedenktage. Am 4. November 1847 starb in zu tragen. Zum Sck)luß empfahl der Dorfttzende den Mit-k-^^beschule cnbrt 9. November statt. Die Ern- Leipzig der Komponist Fel ix Mendelss ohn-Bart hol dy. gliedern, die gehörten Ratschlage zu besolgen und die reiche zahlreich ergangen, die Feier scheint eine große Seine Muttor erteilte ihm den ersten Klavierunterricht. Als ^eitSt^itglett de-^Vnrsta » „Litern werden zu wollen. Um hold 12 Uhr wird von dem bis- 16jähriger eine Oper, die in Berlin aufgeführt wurde. Rach mehreren Kunstreifen im Ausland, siedelte er nach Leipzig über. Seit Mozart und Schubert hat fern Komponist über einen solchen Melodienreichtum verfügt wie gerade Mendels» — tzekdmarfcharl Roberts hat einen ReinigungS- p'rozeß der englischen Armee angeordnet, da unter dem Druck der Beschaffung des notwendigen Men- chenmaterials unzählige Verbrecher, Spitz- >ub en und Landstreicher angeworben wurden. 86 olcher Individuen sind allein bei den Husaren festge- tellt. Gleichzeitig wird von der Polizei festgestellt, daß Kunst und Wissenschaft. erkrankt. ^nd StadtvorstandeZ, mde, eine Kirchen« Prüfung war ein berhirtlichen Funktion mgverein „Orpheus' ) zum Lockag. Am nd die .Liedertafkl', iesiger Musikkräste ein hessischen Hos' ja nslaltung ersteui.- n Besuchs. Nov. Die M» kommt nunch jur zen 300 (Stagen* rdeigentüM mit 400 im hygienischen Institut durch den Vorsitzenden Veterinär- asiesior Tietze-Kassel eröffnet. Anwesend waren auch eine stattliche Anzahl von Tierärzten aus dem Bezick Wiesbaden, «erner u. a. Baron von Stockhausen, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer in Kassel, Oekonomierat Gerland- Kassel, Landrat von Negelein-Marburg, Obermedizinal- rat Lorenz- Darmstadt. Der Oberpräsident sowie der Regierungspräsident hatten bedauert nicht erscheinen zu können. Neh. Med. Rat Prof. Dr. von Behring sprach in feffeln- ber Weise über „das Zustandekommen und die Bekämpfung bet Rindertuberkulose". Da der Vortrag in allernächster Zeit in einer Fachzeitschrift zum Abdruck gelangen wird, so erübrigt es sich, hier einen im besten Falle nur notdürftigen lluszug zu bringen. An die Besichtigung des Behringschen Privatinstituts schloß sich eine geschäftliche Sitzung im Hotel Pfeifer, aus der hervorzuheben ist, daß der Verein den Geh. Zanitätsrat Dr. Endemann in Kassel wegen seiner Thätig» !eit um die Hebung des Vereins des Standes der Tierärzte >ieS handelt sich um die Forderung des Maturitätsexamens ,116 Vorbedingung zum Studium) einstimmig zum Ehrenmit- «zlied ernannte; fernerdaß für die Bildung eines Stipendien- ''onds für unbemittelte Studierende des Veterinärfachs in diesem Jahre 100 Mark bewilligt wurden, während die Beschlußfassung über weitere Beiträge einer jeden Jahresversammlung überlassen bleiben soll. Der Kaffenbestand schließt mit über 600 Mark ab. Ein gemeinsames Essen mit nachfolgendem Tanzkränzchen bildete den Schluß der in jeder Beziehung aufs Beste verlaufenen Versammlung. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die erst seit kurzem bestehende Frankfurter Möbelindustrie, G. m. b. H., wird sich, trotz vortrefflichster nahezu künstlerischer Leistungen bei verhältnismäßig geringen Preisen, auflösen bezw. in Liquidation treten. — In Mainz wurde zum Domkapitular Pfarrer Kirstein in Gau Algesheim, ein geb. Mainzer, gewählt. Vermischtes. ♦ Der Fall Anita Auaspurg. Nach der Dar- Kellung, die der Weimarer Oberbürgermeister von dem Zwischenfall des Fräulein Dr. .Augspurg gegeben hat, erklärte letztere, sie werde sich direkt an Die Weimarer Polizei wenden, und sodann das Schreiben mit der Ant- 1 wrt der Polizei der Oeffentlichkeit übergeben. Etwaigen Beleidigungen in der Presse werde sie mit den geseü- lichen Mitteln entgegen treten. (Tie Dame scheint recht überheblich zu sein. Jedenfalls hat sie durch ihr seltsames ostentatives Gebähten der Frauenbewegung mehr geschadet als genützt. Red. des „Gieß. Anz.") * Diebstahl. Nach einem Telegramm aus Madrid wurden in der vergangenen Nacht 80 000 Pesetas in bar auf dem Bureau der Trambahn-Gesellschaft gestohlen. Wo !* "aue VÄ äs'«: "eubaues Ku! ‘"9 bei«"b sich ij o.^tet von * *4 ein gleich großer . sür die nächste '°uses in Aussicht ^*Mnung 8 °lte Schulhauz in 9e ^e'klajsigeSch^ «n nur zwei Lehr- kommen. abend gerieten hier dessen Verlaus einer ^verletzte einen tn Zuspruch genam- In seiner Wohnung, uud geschloßen ins Är den Awuq des leibung gejattou Die :tn Hofmann und sich M den Entwurf Jen. LeM, zeigt 'nen jungen Grieger, die MM M rodend an de chmgL IV. eingesu? ter. Dieser EntM 00 M. überschreit en, und gestem M a sollen die Arbeit» on Kaisers Geburtstog i 1903 geplant. Ta- । Reliefs und ^guren ie Selverbe-Aka- «t feile ' »n Met)«"8 # bl‘ geftitgen, W™ An dem > hmidt neun 'W Set M " x,, * ** }ei einer ® M »er h'-s'-'" |?, 54 W o . 'gebracht. ebendas and 3J°aC Schaden g«n ®eil)“"äö ®ie&<- oentber K ti„e «n d-m ** Ihr ""f iootauf * en *Wy5 neuen» jsse-’ • i.» SReO' S°chr" ® **! r »®e£ unb H‘a ‘hiaunS lU °c\ Petersburg, 2. November. Wie die „Nowosti" aus Moskau nrelben, ist Tolstoi wieder art Lungenentzündung ggivei Aerzte wurden nach dem Gute Jassitaja Polj b. od) gibt die Krankheit bis jetzt keinen Anlaß zu Bef Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Neues Schauspielhaus. Dienstag den 4. November'): Wiederholung der Feitvor- Mung zur Eröffnung des neuen Schauspielhauses: Vorspiel von L'idwig Fulda. „Faust" (Prolog im Himmel und 1. Akt). Zum Beschluß: .Wallensteins Lager." Mittwoch den 5. November, a dends halb 7 Uhr: In neuer Einstudirung und Jnszenirung: .Haust" 1. Teil mit Prolog im Himmel. Donnerstag den 6. Nov.: Letzte Wiederholung der Festvorstellung. Freitag den 7. November, a )ends halb 7 Uhr: „Faust", 1. Teil, mit Prolog im Himmel. Samstag den 8. November: In neuer Jnszenirung: „Es lebe das Sieben". Sonntag den 9. November, abends halb 7 Uhr: „Faust", 1., Teil, mit Prolog im Himmel. Montag den 10. November, o.ends halb 7 Uhr: „Faust", 1. Teil, mit Prolog im Himmel. Lienstag den 11. November: Zu Schillers Geburtstag: In neuer Einstudirung und Jnszenirung: „Die Piccolomini". Vorher: .Wallensteins Lager." ') Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Universstüts Nachrichten. — Die 4vüjährige Jubelfeier der Universität Halle- kSitteuberg fand nm 1. d. Mts. unter Beteiligung der Spitzen der Staats- und Zivilbehörden, des Kultusministers Studt und des Oberpräsidenten Bötticher statt. Die Festrede hielt der Rektor der Universität, der Theologe Haupt. Es wurde ein Festzug zum n tuen Seminargebäude unternommen, das eingewerht wurde. Ten s^ronenorden 2. Klasse erhielt der Theologe Hering, den 3. Klasse b er Theologe Loofs und die Philosophen Suchier und Riehl. Mit b em Roten Adler-Orden 8. Klasse wurden Geh. Justizrat Loehnmg u_nb der Chemiker Vollhardt, mit dem 4. Klaffe der Mediziner tzarnack und der Jurist Friedberg ausgezeichnet. Professor Sammler wurde zum Geheimen Justizrat ernannt. Gerichtssaal. Stuttgart, 31. Okt Ueber die Unsitte des Studenten- ifpielenS bei Schülern von Gymnasien und ähnlichen Lehr- anistalten ist schon viel gesagt worden. Alle Worte scheinen aber im den Wind geredet zu sem, denn immer wieder vernimmt man vKit den Opfern, die das kindische Treiben der jungen Leute fordert, fenen betrübenden Beweis erbrachte eine Verhandlung, die an der Srafkammer des hiesigen Landgerichts geführt wurde. Vor den Schranken erschienen fünf disziplmarifch bereits von einer hiesigen iÄ-alschule wcggewiesene junge Leute, um sich wegen schweren Liebstahl s und Hehlerei zu verantworten. Die Angeklagten ge- hnren einer Schülern erbindung an, der es an den Müteln g-orach, sich in einem eigenen Heim nach studentischer Sitte enzurichten. Um sich nun in den Besitz der benötigten Gegen- stände zu setzen, verübten sie eme Reihe von Einbruchs- Lebstählen in den Kneiplokalen hiesiger studentischer Ver- baidungen und eigneten sich dabei Schläger, Kommersbücher, Mützen, Säbelkörbe und ähnliches an. Tie Schlösser ine Thüren wurden in richtiger Tiebeswetse mit Nachschlüssel und Dietrich geöffnet. An den Diebstählen beteiligten sich vier der An- geilagten, der Fünfte machte den Hehler. Im Ganzen wurden Ge- gLrstande im Werte von 250 Mk. entwendet. Zwei der Angeklag- ten wurden wegen je zweier vollendeter schweren Diebstähle, eines HLtsuchlen und drei einfacher Diebstähle zu zwei Monaten, zwei io fitere wegen je eines einfachen Diebstahls zu einer Woche und He r Hehler (der die entwendeten Gegenstände einstweilen an sich ge wmmen hatte,) zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Die Schü- .eauerbrnbung, zu deren Nutz und Frommen die Diebstähle ausge- ii hrt wurden, trug den stolzen Namen „Eäsaria!" Heilbronn, 31. Okt. Das Gesuch der im Gewerbebank- irozeß verurteilten Herren Keefer und Krug um gnadenweise linmandlung der erkannten Zuchthausstrafe in eme Gefäng- iiLstrafe ist abschlägig beschieden worden. Gie! prei 124.80 44.80 37-°/° 3°/o 3V,% 3°/ü 3l/8°/n 101.95 91.95 101.95 91.85 101.05 99.80 103.00 101.40 101.95 103.50 50.25 81.55 26.10 93.00 79.00 101.20 213.00 188.25 135.90 142.90 156.00 151.50 19.80 181.00 203.30 167.25 167.00 3 % Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . < 47,% Oesterr. Silberrente 4-6 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . , 47,56 Portugiesen . . . 8°/u Portugiesen» . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-AnL 47,96 äussere Argentiner Reiohsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen . Ein wirklich guter Kaffee-Zusatz ist Pfeiffer & Dialers Kaffee-Essenz Niemals trinkt man sich diese zilwider: dabei genügt eine Messerspitze voll f. 6—8 Tafscir Ein nahrhaft es» belebendes Getränk, welches einen wohlfbuenden Einfluss auf die Nerven ausübl» Five o’clok tea kommt auch in Bürgerkreisen täglich mehr m Mode; Meßtners Thee ist für Geselljchaften besser mtd paffender als Kaffee und gilt als feinste Marke. Seine Güte und Billigkeit besitzt werbende Kraft. Probepackete 60, 80 Pfennig und Mk. 1.— 6262 van Houteris i cacao I Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 3. November, abends 8 Uhr, Bibel st unde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Johannesbrief, Kap. 2, 1—11, Versöhnung, Merkmal des Wandels im Licht. Pfarrer Dr. Naumann. Dienstag, den 4. November, nachmittags 57, Uhr, findet im Konfirmandensaal der Johanneskirche Vereinigung der konfirmierten Dlädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler. Telephonischer Kursbericht. Jtrunkturi ». 14., 3. November 1902. 8% Mexikaner . , , 47z'/o Chinesen . . . Electric, bohackert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Konunandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbabn . . Lombarden .... Gotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum Harpener..... Ten dem: fest. Neueste Mrlöuugell. Originaldrahtmeldunge« des Gießener Anzeiger. Frankfurt o. M., 3. Nov. Gestern abend stürmte sich bas. DienstuM>chen Susanne Kern im Hause Gärtner» 66 Mk., 2. Qual. 60—62 Alk.; Kühe 1. Qual. 64—66 Mt., 2. Qual. 61-63 Mk., 8. Qual. 51-53 NU, 4. Qual. 42^44 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität 80—82 Pfg., Lebendgewicht 50-00 Pf., 2. Qual. 75—76 Pfg., Leberidgewicht 45—47 Pfg., Schlachtgewicht 68—65 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 63—6o Pfg., 2. Qual. 50—61 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg^ Lebendgewicht 53 Pfg., 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 52Pfg., 3. Quall 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand keiner; bei Kleinvieh gut. Alles verkauft. ko. Frankfurt a. M., 3. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amlliche Notierungen der heuttgen Fruchtmarktpreise. Weizen Nlk. 15.50—15.75, Kurhessischer Nlk. 15.75—16.00, La Plata NU. 17.25—17.50, Kansas NU. 17.25—17.50. Roggen (hiesiger) Mark 14.25—00.00, Gerfle (Wetterauer) Nlk. 15.50—00.00, Franken- felderNU.00,00—00,00, Hafer Mk. 14.75—15L5,NlaisMk. 13.75—41.00, Weizenmehl 0 NU. 25.50—25.75, 2. Qualität AU. 23.50 bis NU. 23.75, 3. Qualität Mk. 21.50—21.75, Roggenmehl 0 NU. 23.00—26.75, 1. Qualität Nlk. 21.75—22.25, Wcizenkleie Mk. 8.75 bis NU. 9.00, Roggenkleie NU. 9.50—10.00, Maiskeime NU. 10.00 bis NU. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried NU. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Grüuberg, 3. November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.48 bis 15.70 Mk., Korn 14.05 bis 00.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 14.00 NU., Erbsen 15.40—16 NU., Linsen 26.00 NU., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 DU., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Mk. fc. Frankfurt a. M., 3. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- Verkaufe standen: 382 Ochsen, 87 aus Oesterreich, 38 Bullen, 0 aus Oesterreich, 872 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 301 Kälber, 621 Schafe und Hämmel, 1031 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewtcht; Ochsen 1. Qualität 73—75 Nlk., 2. Qual. 67—69 NU., 3. Qual. 62—65 mt; Bullen 1.Qual. 64 bis Kllsziig aus um Kirchenbücher» -er Stadt Gieße». Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 25. Oktober. Ludwig Scherff, Glasermeister zu Gießen, und Elisabeths Lisettc Christine Hamels, Tochter des Installateurs Konrad Hamel zu Gießen. Ten 26. Oktober. Karl Wilhelm Gengnagel, Bäcker zu Gießen, und Sophie Karoline Klingelhöffer, Tochter des Bäckermeister Jakob Klingelhöffer zu Gießen. Den 3L Okt. Philipp Scnkler, Metzger zu Gießen, und Anna Christiane Katharine Johanna Schünhals, Tochter oes Schuhmachermeisters und Spezereihändlers Christian Schönhals zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 26. Okt. Dem Taglöhner Karl Lojchhorn ein Sohn, Karl, geboren den 12. September. Denselben. Dem Kutscher Christian Werner eine Tochter, Marie Elisabeth Frieda, geboren den 30. August. Den 28. Okt. Dem Taglöhner Karl Belloff ein Sohn, Paul Johannes, geboren den 3. Oktober. — Markusgemeinde. Ten 26. Oktober. Tem Schuhmacher Philipp Lepper ein Sohn, Heinrich, geboren den 28. J::li. Denselben. Dem Lehramtsasfefsor an oer Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt Friedrich Franz eine Tochter, Erna Anni Emma Hermine, geboren den 25. September. — Lukasgemeinde. Den 26. Okwber. Dem Schlosser Konrad Bonarius ein Sohn, Arthur Georg Konrad, geboren den 21. September. Den 28. Ortober. Dem Oberlehrer Dr. phil. Karl Bernbeck ein Sohn, Johannes Franz Wilhelm Walter, geboren den 17. September. — Johannesgemeinde. Den 25. Oktober. Marie Werner, Kind des verstorbenen Straßenkehrers PHUipp Werner, geboren den 15. September. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 29. Oktober. Karl Kranz, Taglöhner, verheiratet, 80 Jahre alt, starb den 26. Oktober. — Markusgemeinde. Den 26. Okt. Kaspar Kuhl, Metzger, ledig, 44 Jahre alt, starb den 23. Oktober. Den 28. Oktober. Karl Grüneberg, Rendant und Beigeordneter, ein Witwer, 75 Jahre alt, starb den 26. Oktober. «- Johannesgemeinde. Ten 24. Oktober. Johanna Helene Schüler, Ehefrau des Rechtsanwalts Dr. Wilhelm Schüler, 71 Jahre alt, starb den 21. Oktober zu Darmstadt. Den 26. Oktober. Karl Vogt II., Kontrolleur an der Gewerbebank, 53 Jahre alt, starb den 24. Okt. Den 27. Oktober. Philipp Werner, städtischer Straßenkehrer, 38 Jahre alt, starb den 25. Oktober. Aus dem Geschäftsledeu. Absatz von Dampfmaschinen im AuSlande. Wenn auch von einer Besserung des Jnlandsgeschäftes nach wie vor wenig zu spüren ist, so ist es doch den beteiligten Kreisen in letzter Zeit vielfach gelungen, größere Abschlüsse im Ausland zu lohnenden Preisen zu erzielen, namentlich, wenn sie in der Lage waren, durch besonders günstige Garantien die englische, amerikanische und belgische Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen. So sind der Firma R. Wolf, Magdeburg-Buckau jüngst größere Auf-- ttäge auf ihre neuen Patent-Heißdamps-Compound-Lokomobilen aus Rußland, Oesterreich, Belgien und Schweden zugeflossen. Wie wir hören, hat sich diese Firma infolge der mit dieser wirklich modernen Maschinengattung fortlaufend erzielten, überaus günstigen Betriebsergebnisie entschlossen, den Bau auch auf kleinere Maschinen desselben Systems für Leistungen von 30---90 Pferdekräften auszudehnen. Mit diesen nach dem Einzylindersystem gebauten Patent- HeißdampstHochdruck-Lokomobilen stellt genannte Firma der Industrie eine Betriebskraft zur Verfügung, die an Wirtjchaftlichkeit alle bisher bekannten Dampfmotoren, ebenso auch die neuerdings vielfach genannten Generatorgas-Anlagen wett hinter sich lägt und damit die Konkurrenzfähigkeit der kleineren und mittleren Betriebe außerordentlich erhöht. weg 9 aus dem zweiten Stock auf die Straße und war sofort tot. Die Motive der That sind unbekannt. Inst erburg, 3. Nov. Der Kanonier Bal-f trusch, der bei der 6. Fuß-Batterie des 1. Artillerien Regiments in Gumbinnen stand, wurde am 8. August aufs furchtbarste mißhandelt und dann aus einer zwei. Stock hoch gelegenen Stube zum Fenster auf den! Kasernenhof hinausgeworfen, so daß er seinen Tod fand. Die Witwe des Verstorbenen, von der! die „Ostd. Volksztg." diese Mitteilung erhalten hat, erhielt; bisher keine offizielle Nachricht über bie Bestrafung der Schuldigen. Posen, 3. Nov. Die Meldung von der Errichtung eines königlichen Schlosses in Posen scheint sich bestätigen zu sollen. Der Kaiser habe diesen Gedanken in ernste Erwägung gezogen und es seien auch schon mit den. beteiligten Ressorts Verhandlungen betreffend den Platze wo das Schloß errichtet werden soll, im Gange. Straßburg, 3. Nov. In Lingvlsheim stürzte sich, ein erst kürzlich aus einer Irrenanstalt entlassener Mann mit seinen drei Kindern vor den Baseler, Schnellzug. Tie Bahnwärtersfrau konnte noch rechtzeitig die drei Kinder zurückreißcn. Ter Irrsinnige wurde überfahren und sofort getötet. Gebweiler, 3. Nov. In Bühl wurde der Fuhrmann Bergmann beim Ueberfahren des Bahngeleises von ei n e m P e r s o n en zu g e e r f a ß t. Tas Gefährt wurde vollständig zertrümmert. Ter Fuhrmann wurde weit weggeschleudert und erlitt schwere Kopfverletzungen. Ter Zug Ijteü an und nahm den Schwerverletzten mit sich. London, 3. Nov. Tie heutigen Blätter berichten, der Führer eines Fischerbootes, welches in Dover eingelaufen ist, erklärte, daß er in vergangener Woche während einer Nacht Schüsse von einem in Gefahr schwebenden Dampfer gehört habe. Als das Boot in die Gegend kam, aus der die Schüsse gehört wurden, fand es nichts vor, worauf der Fischgang fortgesetzt wuroe. Als aber nach Verlauf einer Stunde die Netze eingezogen wurden, fand man darin die Leiche eines Matrosen. Wie nunmehr der Kapitän des englischen Dampfers Regulus, der im Hafen von Hüll eingelausen ist, erklärt, habe sein Schiff den spanischen Dampfer „Esmero" überrannt. Während des Zusammenstoßes explodierte der Kessel des „Esmero", der eine Stunde später sank. Der „Regulus" suchte längere Zeit nach Ueberlebenden, konnte jedoch nur zwei Matrosen retten. Die übrigen 27 Mann sind sämtlich ertrunken- Paris, 3. Nov. Tie Nachricht, daß der Nervenarzt Dr. Mermiejewski nach Livadia zwecks Behandlung des Zaren berufen worden sei, wird kompetenterseits als völlig unbegründet bezeichnet. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allendorf a. Lahn für 1903/04 liegt vom 5. November an acht Tage auf dem Bürgermeistereibüreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Allendorf a. Lahn, den 2. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. Lahn. Volk. 7731 Sport. kg. Gießen, 2. Nov. Das Große Herbst-Preisschliesen, welches heute tagsüber vom Jagdbund-Klub Gießen und Umgegend auf dessen Schliefplatz zur schönen Aussicht abgehalten wurde, hatte nicht nur zahlreiche Jäger, sondern auch sonst eine große Menge Zuschauer angelockt, die den einzelnen Schliefen, die bis zum späten Abend, und dann noch bei Laternenbeleuchlung abgehalten wurden, mit großem Interesse folgten. Das Urteil der Fachleute war einig darin, daß wir noch bei keinem Schliesen in Gießen so vorzügliches Hundematerial beisammen hotten, als gestern. Tie einzelnen Schliesen Verliesen wie folgt. 1. Jugendschlrefen: Waldmannv. Jägerhaus, Bef. u. Züchter C. Jfermann-Sondershausen, I. u. Ehrenpreis. — Max von Paradies, Bef. u. Züchter Carl Blum-Frankfurt a. M., 11. u. Ehrenpreis. — Hexe v. der Seltershöhe, Bes. u. Züchter Herm.Förster-Gießen, lobende Erwähnung. 2. Neulings- T chlief en: Nioritz, Bes. G. Korndörser-Gießen u. Janko-Wadtberg, Bes. Weber-Riedelbach i. Taunns, beide 1. u. Ehrenpreis. — Tewet v. Jägerhaus, Bes. u. Züchter C. Jsermann-Sondershausen, II u. Ehrenpreis. — Erdmann, Bes. u. Züchter Oberförster Werner- Stockhausen i. H., III. und Ehrenpreis. 3. Ossenes Schliefen: Jupp, Bes. L. Beniier-Gießen, Sckmrock, Bes. Alb. Rübsamen-Gießen, Niäune, Bei. u. Züchter Förster Nlehl-Bellershos. je I. u. Ehreii- preis. — Maus o. Jägerhaus, Bes. u. Züchter C. Jsermann-Sondershausen, II. u. Ehrenpreis. — Max v. Paradies, Bes. u. Züchter Carl Blum-Frankfurt a. M., III. u. Ehrenpreis. — Nioritz, Bes. G. Korndörser-Gießen und Wildfang v. der Klause, Bes. Förster Weber-Riedelbach L Taunus, beide höchst lobende Erwähnung. — Flotter Waldmeister, Bes. Direktor Später-Limburg, lobende Erwähnung. 4. Sieges-Schliesen: Schlüpfer-Walhall, Bes.Dr. C. Steffens-Schliersee u. Cronje o. Jägerhaus, Bes. C. Jsermann- Sondershausen, 1. u. Ehrenpreis. — Stgurd's Bastian, Bes. Direktor Später-Limburg, II. u. Ehrenpreis. Die vier Schliefen sanden auf Fuchs statt. Em V. Schliefen für Sieger kam nicht zu Stande, weil keiner der Hunde anging. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. An der Berliner Börse wird vom 1. November er. ab die Anleihe der Stadt Buenos Aires von 1891 aus- sckließl. Coupon per 2. Jan. 1903 gehandelt. Der Verkäufer hat dem Käufer obiger Anleihe in der Zeit vom 1. November bis einschließlich 31. Dezember d. I. 6 pCt. lausende Stückzinsen zu vergüten. Ferner werden vom 1. November er. ab an der Berliner Börse Türkische Tabak-Regie-Aktien, ausschließlich Tioideu- denscheine für 1901/02 Nr. 18 mit Zinsberechnung vom 1. März 1902, gehandelt und notiert Märkte. Statt jeder besonderen Anzeige Heute morgen um %5 ühr entschlief sanft nach schwerem Leiden mein geliebter Mann Professor Dr. med. Ferdinand Fuhr im 50. Lebensjahr. malle Fuhr, geb. Jung Giessen, den 3. November 1902 7720 Die Beerdigung findet in aller Stille in Steinbrücken statt < Blumenspenden und Beileidsbezeugungen dankend abgelehnt. ■ 7611J Schön möbl. Zimm. verm. Dammstr. 32, I, Nähe Nordanl. G. Schultheis 3 Marktftrafte 3. 3 Marktstratze 3. Lampenfabrik. 7727 7716 Stabt. Schlachthaus. iroet W. lUUi4), Schloßgaff» 7. zu vermieten. chotel Siuhorn. itlictiicrudie lirrfdiifbcncs icvnnrfnhijen (Offene Stellen - - T-.-r ------r. JtÜd 6 Ps.. Mainzer Handkäse, per ©tiia 4 Pi., omerif. 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