Nr. 232 Vrfftetnt täglich außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der v r ü h l'schen Untvers^Buch- a. Stein- drucke ret lPietsch (irben) Redaktion. Erpedttio« und Druckerei: Gchulftraße 7. ßbrefie für Depeschenr Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. ISS. Jahrgang Freitag ü. Oktober 1903 Eichener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen BezagSprei-, monatlich 7b Ps., viertel» jährlich Mk. LL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monaUid) 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.- vienel- jährl. aussdzl. Bcstellg. Annahine von Anzeigen für bie TageSnummer biS vormittags 10 Uhr. ZetlenprerS: lokal 12 Pf^ auSwärtö 20 Psg. Verantwortlich: fflt den polit u. allgem. teil: P. Wtttko: für .Stadt und Land^ und -Genchtssaal*. Sari Plato, sür den Anzeigenteil: HanS Beck. Die heutige Dummer umfaßt 10 Seite«. Aas Deutschtum in Ungarn. Wie aus parlamentarischen Greifen verlautet, wird die erste sich bietende Gelegenheit benutzt werden — voraussichtlich die Generaldebatte zum Etat — um die unfreundliche Behandlung der Deutschen durch die ungarische Regierung, bezw. die Verwaltungs- und Gerichtsorgane, zur Sprache zu bringen. Es liegt nicht in der Absicht, dies vom »alldeutschen" Standpunkte aus zu thun, und das wäre auch keineswegs im Interesse der von Ungarn amtlich drangsalierten Deutschen, die bekanntlich zumeist schwäbischer Abstammung sind. Die ungarischen Behörden beschuldigen die dortigen Deutschen, in erster Reihe die Redakteure deutscher Blätter, eben zu Unrecht alldeutscher Bestrebungen. Cs ist den Deutschen unzweifelhaft nur darum zu thun, sich ihre StammeS- art zu erhalten, sich vor Magyarisierung zu bewahren und zu dem Zweck vornehmlich die deutsche Sprache zu pflegen. Das wird ihnen kein rechtlich Denkender verübeln können, umsoweniger, als in den ungarischen Schulen der Gebrauch der deutschen Sprache verboten ist. In den Schulen der Hauptstadt Budapest ist der deutschen Sprache noch vor Kurzem von Amtswegen die Thür gewiesen worden, ein befremdender Vorgang, wenn man sich gegenwärtig hält, daß es sich um einen verbündeten Staat handelt, dem überdies das deutsche Element in kultureller Hinsicht außerordentlichen Nutzen gebracht hat und noch bringt. Ungarn entfernt die deutsche Sprache aus seinen Schulen, und das innerlich mit dem Deutschtum weit loser zusammenhängende, entlegene Meriko nimmt die deutsche Sprache als obligatorischen Unterrichtsgegenstand in den Lehrphlan seiner Schulen auf! Daß also die Deutschen in Ungarn ihre heimische Sprache und Sitte bei der Heranwachsenden Generation außerhalb der Schule nach Kräften pflegen, daß die wenigen in deutscher Sprache erscheinenden Blätter für Erhaltung der Stammes- eigenart nachdrücklich eintreten, ist nur zu billigen und nicht im Sinne „antimagyarischer Agitation" auszulegen oder gar als Beweis für das Bestehen staatsfeindlicher Bestrebungen ins Feld zu führen. Wie verhalten sich denn die Magyaren und die Slaven überhaupt im Ausland? Es wäre in der That zu wünschen, daß die auf fremder Erde lebenden Deutschen mit der gleichen Zähigkeit wie die Slaven an Muttersprache und heimischem Brauche festhielten. Werden aber deswegen die Magyaren von der Regierung und den Behörden des Landes, desien Gastrecht sie genießen, so verdächtigt wie die Deutschen in Ungarn? Von idealer Gesinnung, die die ungarische Nation in besonderem Maße für sich in Anspruch nimmt, zeugt solches Verhalten durchaus nicht. Es darf wohl auch bezweifelt werden, ob die Mehrheit des ungarischen Volkes das Vorgehen der Verwaltungs- und Gerichtsbehörden billigt. Deshalb ist es zu begreifen, daß man die Angelegenheit im deutschen Reichstag zur Sprache bringen und den: Staatssekretär des Auswärtigen, vielleicht auch dem Reichskanzler Gelegenheit geben will, sich zu äußern. Eine Reise Kaiser Wilhelms oder des Kronprinzen nach Budapest, von der von Zeit zu Zeit ge- sprachen wird, dürfte unter den obwaltenden Verhältnissen wohl ausgeschlossen sein. Politische Tagesschau. Die hessische Zentrumspreffe beröfsentlichte dieser Tage den Aufruf zum siebten hessischen Katholikentag. Derselbe trägt die Unterschriften der Zentrumsmitglieder beider Häuser des Landtages, der Vertreter des Domkapitels, der Psarrgcistlichkeit sowie einer großen Anzahl hervorragender Katholiken Hessens. Zunächst wird aus den glanzvollen Verlaus des Mannheimer Katholikentages hingewiesen und die Notwendigkeit betont, die dort gefaßten Beschlüsse in den Einzelstaaten zur Durchführung zu bringen. Die bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen, so heißt es, machten es dem kathol. Volksteil zur gebieterischen Pflicht, gerade angesichts dieser wichtigen Entscheidung zu gemeinsamer Beratung zusammenzutreten. Auch der täglich sich steigernde Kampf gegen die katholische Kirche und das Zentrum mahnten zur Einheit und geschlossenem Vorgehen. Wenn irgend eine Zeit die Einheit und Einigkeit der Katholiken erheischte, dann ist es die gegenwärtige, in der wir unsere Kirche rings von Feinden umgeben sehen. Auf religiösem Gebiet bekämpst man uns durch Entstellung der katholischen Glaubens- und Sittenlehre, durch schmachvolle Verleumdung des geistlichen Standes. Man will die Katholiken trennen von dem lebendigen Felsen, auf den der Herr seine Kirche gebaut. Der Ausruf weift ferner auf die leidenschaftlichen Kämpfe hin, die um die Zolltarisvorlage entbrannt sind. Tas Zentrum könne nur einer Politik zustimmen, die das Wohl aller Volksllassen auch in dieser Frage berücksichtige. Auch hierzu müsse der Katholikentag das Bild geschlossener Einheit geben. Eine Massenbeteiligung der katholischen Männer- und Arbeiter-Vereine sowie em starker Zuzug der ländlichen Bevölkerung, besonders aus den katholischen Teilen Rhcinhcssens wird von Zentrumsseile aus erwartet. Eine Reihe hervorragender Parlamentarier sind als Redner gewonnen. Zolleimrahmen und Matrikularumlagen. Tie Frage, zu welchen Zwecken die Mehrerträgnisse verwendet werden sollen, die man aus der Erhöhung der Zölle, falls eine solche eintreten sollte, erhofft, beginnt trotz ihrer zunächst noch rein akademischen Natur, jetzt, wo die Zolltarifarbeiten wieder im Gange sind, etwas mehr in den Vordergrund zu rücken. Die lÄwägung, daß, wenn erst einmal die geplanten Erhöhungen durch Gesetz festgelegt sind, über die Art der Verwendung am grünen Tische möglicherweise glatt und leicht entschieden werden könnte, mag dabei bestimmend sein,' zumal die Regierung meint, daß über die Verwendung eckst später Beschluß zu fassen und zunächst der neue Tarif festzusetzen sei mit der Klausel, daß bis auf weiteres auch die erhöhten Zolleinnahmen der Franckenstein'schen Klausel aus dem Zolltarifgesetz von 1879 gemäß zu verwenden sind. Mas besagt die Franckenstein'sche Klausel? Nach ihr sollen die Nettoeinnahmen des Reiches aus den Zöllen, der Tabaksteuer, der Branntweinverbrauchsabgabe, den sog. Börsensteuern einschließlich des Lotteriestempels, nach Abzug von 130 Millionen Mark, welche der Reichskasse verbleiben, unter die Einzelstaaten nach dem Maßstab der Bevölkerung verteilt werden. Aber was das Reich derart mit der rechten Hand überweist, das kann es mit der linken Hand mehr oder weniger wieder von den Einzel- staaten einziehen in Form der Matrikular- b eiträge, welche gleichfalls nach dem Maßstab der Be- völlemng umgelegt werden. Tie Franckenstein'sche Klausel ist bald ein Vierteljahrhundert in Kraft. Das Reich erhielt 1879 durch den neuen Zolltarif und die Tabaksteuer mehr Einnahmen zugewiesen, als es für seine eigenen Zwecke gebrauchen konnte. Der Wgeordnete Windthorst wollte sich indessen darauf nur einlassen, wenn die Gelder, soweit sie den bisherigen Betrag von 130 Millionen übersteigen, den Einzelstaaten sür Kulturzwecke zugeführt würden. Ein Reichstagsbeschluß sollte erst erforderlich sein, wenn ein Teil der Ueberweisungen in Form der Matrikularbeiträge dem Reiche Angeführt werden sollte. Aus diese Weise sollte das Recht einer jährlichen Bewilligung von Einnahmen, wie es in den Matri- lularbeiträgen gegeben war, dem Reichstag erhalten werden. Tie Finanzminister der Einzel st aaten klagen über das Anwachsen der Matrikularumlagen und den Rückgang der Ueberweisungen. Eine Reform der Matrikularbeiträge ohne Schädigung ihres Zwecks könnte dadurch, herbergeführt werden, daß man sie dem ursprünglichen Gedanken entsprechend aus einen geringeren Kreis von Reichseinnahmen beschränkt und damit die Schwankungen in den Erträgen derselben nicht in dem bisherigen Umfan gedenEinzel st aaten zur Last legt. Auch lassen sich die Matrikularbeiträge reformieren, indem man, wie eS in den ersten Jahren des Reiches der Fall war, den ärmeren Staaten gewisse Nachlässe bewillig!, während andererseits die Hansastädte stärker herangezogen werden, als es ihrer Kopfzahl entspricht. Durchsteckereien bei einer juristischen Staatsprüfung. Die Zeitschrift der Anwaltskammer im Oberlandesgerichts- bczirk Breslau veröffentlicht folgendes Schreiben, das der Justizminister Schönstedt über Durchsteckereien bei der Assessorprüfung an den Vorstand der Anwaltskammer in Naumburg a. S. gerichtet hat: „Im Jahre 1862 hat mein Herr Amtsoorgänger Veranlassung gehabt, dem beklagenswerten Mißbrauch entgegenzutreten, daß mehr- fad) Referendare bei Anfertigung der ihnen für die große Staatsprüfung aufgetragenen Proberelationen das den Akten entheftete Erkenntnis sich anderweitig zu verschaffen gewußt und behufs Täuschung der Justizprüiungskomrnrffion benutzt hatten. Ter Inhalt der damals an die Oberlandesgerichtspräsidenten erlassenen Verfügung ist, jvie ich annchme, zur Kenntnis der Anwaltschaft gebracht 'worden. Neuerdings ist bekannt geworden, daß ein R e ch t s a n w a l t eine Abschrift des Urteils, welches in der einem Referendar zum mündlichen Vortrag in der großen Staatsprüfung zugeteilten Tad)e ergangen war, von einem in der Sache thätig gewesenen Rechtsanwalt erbeten und dem ihm bekannten Referendar zum Zweck der Benutzung übergeben hat. Mitteilungen aus dem Kreis geprüfter Referendare legen die Vermutung nahe, daß dieses Vorkommnis nicht vereinzelt dasteht. Es bedarf nicht der Ausführung, daß derartige bedauerliche Vorgänge das Ansehen und die Interessen der JustizverwalUmg und der Rechtspflege eriistlich gefährden. Bei dem Bestreben, ihrer Wiederkehr mit allem Nachdruck vorzubeugen, glaube ich, die Unterstützung der berufenen Organe des Anwaltslandes in Anspruck) nehmen zu dürfen. An den Vorstand richte ick) daher das ergebene Ersuchen, thimlichst dahin zu wirken, daß seitens der Rechtsanwälte Gesuchen von Re- fereiidaren und anderen unbeteiligten Personen um Einsichtnahme oder Mitteilung von den Akren und Urteilen in erledigten Sachen nur nad) sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts und des Zweckes entsprochen wird." _____ Pferdepreise und Pferdezölle. Ter Magdeburger Verein für Landwirtschaft beriet in einer kürzlich abgehaltenen Sitzung über „Mittel uni) Wege zur Verbilligung der aus dem Auslande einzuführenden Pferde". Als Referent fungierte der Rittmeister a T v Plötz, Leiter der in Berlin bestehenden Zentralstelle für Pferdezucht uird Fahrkunde. Er erklärte, es wäre dringend notwendig, daß das Pferdematerial, das besonders aus -Belgien bezogen würde, für Deutschland billiger würde, da die deutsche Landwirtschaft zum großen Teile noch auf ausländisches Material angeiviesen ser. Auch der Mitberichterstatter, Rittergutsbesitzer v. Nathusrus zu Hundisburg, ein Angehöriger der Famrlre, bie sich auf dem Gebiete der Pferdezucht viele Verdienste erworben har, stimmte den Ausführungen des Herrn von Plötz un allgemeinen bei. Nach längerer Verhandlung nahm der Verein folgende Resolution an: „In Anbetracht, daß die Preise, die jetzt für Ackerpferde kaltblütigen Schlages gezahlt werden, eine unnatürliche Höhe erreicht haben, wir aber, bevor die Zucht des kaltblütigen Pferdes bei uns nicht einen ganz anderen Aufschwung genommen hat, immer noch auf das Ausland angewiesen sind, ist dahin zu streben, daß eine Verbilligung des Pferdes erzielt wird." Die diese Resolution beschlossen haben, praktische Landwirte, erkennen an, daß sie auf das Ausland angewiesen sind, und das größte Interesse daran haben, die Pferde, die sie kaufen müssen, billiger zu beziehen. Wie sie dies zu erreichen hoffen, geht aus dem Berichte der „Magdeb. Ztg." nicht hervor. Jetzt wird von jedem mehr als zwei Jahre alten Pferde bei der Einfuhr ein Zoll von 20 Mark erhoben. Nach dem Tarifentwurse sollen Pferde im Werte von 300—1000 Mark mit einem Zolle von 75 Mk., im Werte von 1000—25 000 Mk. mit einem Zolle von 150 Mk. belegt werden, und die Zolltarifkommission hat beschlossen, diese Sätze auf 90 und 180 Mark zu erhöhen. Tie Negierung und die Agrarier der Tarifkommission wollen mit der Erhöhung der Zollsätze einen höheren Schutz der einheimischen Pferdezucht, also eine Erhöhung der Preise herbeisühren. Wenn die Preise bei einem Zolle von 25 Mk. schon „unnatürlich hoch" sind, so werden sie bei einer Mehrbelastung von 70 oder gar 160 Mark pro Stück noch höher werden. Eine englische Stimme über die deutsche Flotlenvermehrung. Nach vielfach einseitigen Erörterungen, die in der englischen Presse über das Ziel der deutschen Flottenvermehrung stattgefunden haben, ist es doppelt zu begrüßen, wenn hoch- angesehene englische Fachleute, wie Sir William Laird Clowes sich der Aufgabe unterziehen, aufklärend in dieser Beziehung zu wirken. Er sagt wörtlich: „Ich beanspruche nicht, über die Ziele, welchen die deutsch» Flotte dienen soll, irgendwelche besondere Informationen zu be- sitzen, auch darüber md)t, wodurch ihre enorme Vermehrung seit 1871 zu stände gekommen ist; aber ick) habe sehr aufmerksam seit vielen Jahren die deutsche Marinepolitik verfolgt; ich 6in mit deutschen Seeoffizieren aller Grade, ebenso wie mit hervorragenden deutschen Armeeoffizieren und Politikern bekannt geworden; und ich habe studiert und zu verstehen versucht, welche „Strategie", wenn ick) so sagen darf, das deutsche Kaiserreich verfolgt. Alles dies hat mich zu der Uederzeugung gebracht, daß das Ziel der deutschen Flotte nicht der Angriff, sondern die Verteidigung ist; und daß des Kaisers Flotte, weit davon entfernt, gegen uns gerichtet zu sein, vielmehr dazu bestimmt ist, wenn Deutschland von einem oder seinen beiden bedrohlichsten Nachbarn — Frankreich und Rußland — am gegriffen wird, als ein „berechtigtes Instrument zur Abwehr" nicht nur die deutschen Küsten zu schützen, sondern auck) die Seeherrschaft zu erringen und den Krieg von See aus in Feindesland zu tragen, um ihn zu schnellem, glücklichem Ausgang zu bringen." Hierzu wäre nur berichtigend zu bemerken, daß unsere Flotte ebenso wenig wie gegen England gegen unsere unmittelbaren Nachbarn tm Osten und Westen gerichtet ist. Sie dient gleich dem deutschen Heer lediglich der Aufrechterhaltung unserer Machtstellung und der Wahrung des allgemeinen Weltfriedens. Aum Konitzer Mord. In Könitz hatte sich eine Frau, der gewisse Leute, die nie „alle" werden, nachrühmen, daß sie sich auf allerhand geheimnisvolle Künste verstehe, mit des abgeschiedenen Ernst Winter „Seele in Verbindung gesetzt" und von ihr „erfahren", daß fünfundv ierzig Juden ihre irdische Hülle ermoroet hätten! Es wurde auch allerlei gemunkelt, daß die Synagoge fürchterliche Keller und ver st eckte Iallthüren besitze. Die Behörde kam, grub, klopfte uni) erklärte, bei ihrer peinlich gewissenhaften Untersuchung nichts Verdächtiges gefunden zu haben. Schließlich erflärte sich die öffentliche Meinung von Könitz dafür, daß der Kopf des Ermordeten mit anderen Schädeln unter dem Altar vergraben sein müsse. Die Behörde aber hat nach dieser Richtung Nachforschungen anzustellen für überflHfig erachtet, und jetzt war es der öffentlichen Meinung klar, daß die ganze Untersuchung nur eine Komödie sei, und daß nichts herauskommen sollte . . . Das ritualmordgläubige Könitz triumphierte. Wer im Gerichtssaale den Aussagen jener Beamten, die die Untersuchung geführt haben, mit einiger Aufmersam- feit folgte, der mußte sich allerdings darüber klar io erben, daß in Könitz nur schwer etwas „heraustommen" könne. Ter Bürgermeister Deditius und der Berliner Kriminalkommissar Wehn, die anfangs die Nachforschungen leiteten, haben sich — obwohl sie an die Möglichkeit eines Ritualmordes kaum glauben dürften — mehr von der Konitzer Volksstimme als von einem eigenen Plane leiten lassen. Was sie leisteten, mußte darum Stückwerk bleiben. Hätten sie an den Ritualmord geglaubt, so hätten sie ganz gewiß erdrückendes Beweismaterial gegen die Juden sammeln können, wie ja auch zur Zeit der Hexenprozesse für alle Hexengläubigen der Beweis heimlicher Buhlschaften mit dem Teufel unzähligemal erbracht worden ist. Offenbar glaubten aber die beiden Herren, durch die Verfolgung aller Gerüchte die Bevölkerung beruhigen zu tonnen. Mir diesen angeblichen Bemühungsversuchen haben sie viel schöne Zeit verloren, und dieser Zeitverlust ist dem Mörder offenbar sehr angenehm gewesen. Hatte er doch leichtsinnig genug gewirtschaftet; durch die Art, wie er den, Leichnam behandelt hatte, durch Schnitte und 'Mhte, durch Hinterlassung von Packleinwand, Packpapier und Zeitungsfetzen verschie- dener Sorten hatte er so weitreichende Spuren seiner Persönlichkeit hinterlassen, dar) geraoe nur noch die^ Visitenkarte fehlte. Die allerdings hat man in der Synagoge, I nicht vergraben gefunden. für kämm lapotfi wegen leitet l n ach q veam fielet. Velunt« heben t bet «u Slodjrti cfienet kann, amien empleh eniaetti adch,1> eine enth Rund lamir Stifte nach Lorsc Hb Willy u»Le wie rotoe, Äennt geklaa Nalvei Unheil bUlige gle xfilL welcher besseo Richti ten E MAe um l iamt am L Ltatü zu Sie re tir Sil M tyt )ndch lammi und $ nadjbi lujet 2 Sieße natwi deru die ‘ L Venz neuere des hr Aatlei ^Ul|L ein?m1 Weden hiti, 3.' ein U oangenen Verbrechens verhilft, der Aufklärung über daS^Halt- ose solcher Beschuldigungen einen nicht zu unterschätzenden Dienst leisten. Beuern eröffnet. Ten Bericht über die Dekanatskrankenpflege erstattete der dafür bestellte Synodalvertreter, Pfarrer Sch w ab e»Rödgen. Bon den drei angestellien Schwestern mußten zwei wegen Heberarbeitung längere Zeit beurlaubt werden. Zu ihrer Vertretung wurde eine Pflegerin von auswärts berufen. Tie Schwestern sind jetzt in der 5. Klasse der Invalidenversicherung, zwei von ihnen außerdem in der Friedrich-Wilhclm-Stiftung^in Berlin eingekauft. Ter Synodalvertrcter ijaU mit den Schwestern regelmäßige Konferenzen. lieber die Thätigkeit des Erziehungsbei- r ats berichtet Pfarrer W e d c r-Lang-Göns. 11 Zöglinge konnten durch Vermittelung des Synodalvertretcrs in Zu- milien oder Tienststellungen untergebracht werden, die to Utlldtl grünem sttlned 4n: echuiol L AW yotim Aro^ Lhnn band> ivisei 6 lassen. Nicht- ist mehr geeignet, den Ruf unserer Gerechligkeils- pflege zu untergraben, das Vertrauen zur Justiz zu erschüttern, als solches geheimnisvolles Anbeuten mit der Pomle: .Man könnte den Schuldigen entdecken, wenn man nur wollte ES wurde in der Verhandlung 411c Sprache gebracht, daß die Untersuchung gegen der Thäterschasl verdächtige Juden nicht weniger wie achtzehn Bände füllt. Der Erste Staatsanwalt S e t t e g a st betonte im Verlaus seiner langen Zeugenvernehniung ausdrücklich, der preußische Justiz m in i st er habe ihn noch be- fonderS angewiesen, alle Spuren )u verfolgen, die auf einen Thäter indischen Glaubens hindetnen lönnten. Insofern hat also der Prozeß gegen die antls. .Staalsbürgerztg.' sein tihites, daß er die Vlythendildung, die nachgerade bedenklich geworden war uiid selbst sonst loyal Deiikende angefteckl hatte, aller Voraussicht nach von Grund aus zerstören wub. Tie Behauptung, daß es einen Ritualmord" gebe, ist ja schon im Laufe der Zeit auf den Ausnahmefall eines Ai^ordeS aus Aberglaube eingeschränkt ivorden. Schritt um Schritt ist man mit Verdächtigungen zurückgewichen, die notwendig, zumal in solcher 'Jill- gemeuchelt aufgestellt, das Judentum empfindlich verlei d mußten, dieser Prozeß wird, wenn er ,licht zur Sühne des m Komtz be meisten ans Meßen. Einzelne tyaren nicht gut, inw mußten schon wiederholt atcherweit untergebracht werden. Der KreiS- ausschuß hat zu den Kosten 25 Mk. jährlich bewilligt. Am 20. Januar wurde unter dem Vorsitz von Pfarrer Rö sch en- Freienseen zu einem Verband der Lberhesjijchen Erziehungs- vereine geschritten. Endlich gab Pfarrer >schwabe-Ro> gen noch ein Resums seines vorjährigen Referates über das ^hema: „Wie soll eine christliche Gemernde für die aus dem Gefängnis Entlassenen sorgen" und faßte seine Gedanken in folgende Sätze zusammen: die Aufgabe der Kirche ist: 1. Seelsorgerliche Beratung der Gefangenen vor und nach der Entlassung auch von feiten der Heimatgemeinde, 2. Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Sinne christlicher Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gegen die Gefangenen (Fürbitte auch für die sclmldigen Gefangenen, Aenderung des § 13 der Kirchcwverfassung dahm, daß em Bestrafter nicht für immer die kirchlicyen Ehrenrechte verliert), 3. Fürsorge für die Familien der Gefangenen, Hm- wirken auf Vergebung und Versöhnung bei Familienangehörigen und auf sittlichen Ernst, 4. thätige Mithilfe bei chaffung von Arbeit unter dem Hauptgesichtspunkt, daß >er Entlassene in christlich gesinnte Umgebung kommt, 5 Beratung über die Entlassenen in den Sitzungen des Kirchen- Vorstandes, Uebcrnahme ihrer Ueberwachung durch Mitglieder des Kirchenvorstandes, Ueberweisung der Wegziehenden an den Kirchenvorstand des neuen Wohnortes, 6. Ueber- nahme des Amtes als Beistandes für den hessischen Schutzverein, wozu auch Frauen zuzuziehen sind, 7. Auswahl geeigneter Familien zur Aufnahme bestrafter Jugendlicher, 8. stärkere religiöse Beeinflussung der Jugend, 10. Hinweis auf die zu Gunsten der Äitlassenen geschaffenen Organisationen und Anstalten. Die Versammlung stimmte die,en Sätzen nach kurzer Diskussion zu. Ter letzte Gegenstand der Tagesordnung, die Verhandlung über die Frage: ,^Delcho Aufgaben erwachsen den Kircbenvorständen aus den neueren Bestimmungen, betr. das Grundbuch und das Eigentum an Kirchen und Pfarrhäusern" mußte wegen vorgerückter Zeit abgesetzt werden. Es soll jedoch darüber demnächst in einer privaten Zusammenkunft der Synodalen beraten $1 yrach' lnerwc ijt w streu Sl Sauer Hel" auch 1 berge? die D Arbeit1 lunbtt gehabt kach ' Dann oder Tarn der Kriminarinspektor Braun aus Berlin, und mit einem Schlage änderte sich das Bild. Braun ist unzweifelhaft ein sehr begabter Mann; nur liegt seine J Begabung mehr auf dem Gebiete der kombinierenden Phantasie als auf dem der nüchternen Verwendung von Thatsachen. Ein jedes Ohr hing an des Beisitzers Munde, der Brauns schriftlichen Bericht über den Koncher Mord vortrug. Es ist ein spannender Kriminalroman. Mit packender Anschaulichkeit wird hier erzählt, wie ein ; geheimnisvolles Verbrechen entdeckt ward, und alle Spuren 1 fehlten, bis der Kriminalkommissar Braun aus Berlin kam. < Nur in einer Kleinigkeit stimmt der Kriminalroman von 1 Braun mit der Wirklichkeit nicht überein — nämlich was die ■ Person des Schuldigen betrifft. Der Schlächtermeister : Hoffmann sollte an Ernst Winter die Schändung seiner 1 Tochter blutig gerächt und zur Erbitterung umsomehr Anlaß gehabt haben, als ihm schon zuvor mit einer Tochter । gleiches Unglück widerfahren wäre. Nachdem aber der ■ Rächer seiner Familienehre in Haft und Banden Braun vorgeführt worden war, mußte er sich rasch davon überzeugen, daß er mit Unrecht bei einem Konitzer Schlächter- < meister römische Tugenden vermutet hatte. Zum Heberfluß 1 ergab sich ganz unzweifelhaft, daß oeide Töchter sich im vollsten Besitze ihrer Jungfräulichkeit befunden hatten. Kriminalkommissar Braun verließ die Stätte seiner kommissarischen Thätigkeit. Sein Geschäft war aus! Und abermals triumphierte das ritualmordgläubige Könitz. Braun sagte u. a. aus: Im Laufe seiner Recherchen sei er reichen Tagesordnung ber Synobe heben wir nur folgendes hervor: Auf Anregung bes Lberhessischen Vereins ür innere Mission würbe beschlossen, ben Mitgliedern der Synobe, bie mit besonderen Aerntern in ben Werken ber inneren alber äußeren Mission betraut sinb, ben sogenannten Synobalvertrelern, künftig bie Fahr ko st en für Reisen im Interesse ihrer Arbeit, zu Konferenzen u. bergt zu vergüten. Zugleich würbe beschlossen, neben ben Synodal- vertretern für Krankenpflege, für ben Erziehungsbeirar», für Preßangelegenheiten, bie schon länger in Thätigkeit inb, noch einen solchen für äußere Mission zu berufen, und Pfarrer Gu ß rnan n.-Kirchberg dazu erwählt. Alsdann wurde in utie Wahl eines geistlichen Abgeordneten zur Landessynode und eines Stellvertreters desselben eingetreten, und zum ersteren Pfarrer Schlosser-Gießen, zum letzteren Pfarrer Schwabe- Rödgen gewählt. Ten Jahresbericht erstattete im Namen des Dekcmatsausschusses der Stellvertreter des Dekans, Pfarrer Dr. Naumann-Gießen. Im Personalbestand der Synode, der Geistlichen und der kirchlichen Gemeindekörperschaften hat es danach folgende Veränderungen gegeben: Pfarrvikar Schmidtin Treis wurde durch Pfarrvikar Grauling, Psarrassistent Kraus in Gießen durch Pfarrassistent Vogt ersetzt, Pfarrvikar Dr. Thumm für Pohl-Göns bestellt. In ben Dekanatsausschuß trat für ben verstorbenen Bürgermeister Geißler-Lollar Bürgermeister Krämer- Steinbach ein, für diesen als Ersatzmann Altbürgermeister Kreiling-Heuchelheim. In Gießen, Matthäusgemeinde, schieden aus der Gemeindevertretung aus: Oberpostsekretär Gerbode durch Tod, Bierbrauer Fort sch durch Rücktritt. Am 12. Sept. d. I. wurde bas Mitglied des Kirchenvorstanbes, Schreinermeister Schäfer burch einen bedauerlichen Unglücksfall aus dem Leben abberufen. In ber Johamiesgcmeinde starben bie Mitglieber bes Kirchenvorstandes: Professor Dr. St e in b r ü g g e unb Schuhmachermeister Weeg. An ihrer Stelle würben Landgerichtsrat Dornseisf unb Weinhänbler Helm gewählt, für bie bann in die Gemeindevertretung Oberkonsistorialrat i. P. Waas und Rentner Senner berufen wurden. In Großen-Buseck starb ber Kircheiworsteher Christoph Scu- ling II., in Leihgestern die Gemeindevertreter Johannes Häuser unb Georg Wagner IV. — In Watzenborn würbe am 17. Mo. bie neu hergestellte Kirche eingewecht, in Beuern unb Wieseck Diakonissen als Gemeinbe- schwestern aiigestellt. — Heber ben religiös-sittlichen Zuslanb ber Gemeinben wird im allgemeinen nicht ungünstig berichtet. Im einzelnen ist jedoch noch vieles zu wünschen. Besonders wird über die Schäden, die durch starken Wirtshausbesuch und wachsende Vergnügungssucht angerichtet werden, geklagt. Doch konnte ans einer Gemeinde über Abnahme des Wirtshausbesuchs berichtet werden. — Die öffentlichen Gottesdienste besuchten an den drei offiziellen Zähltagen 28045 Erwachsene und 10 583 Kinder, insgesamt 30 528 Gemeindeglieder (1900: 35402). Das Abendmahl empfingen im öffentlichen Gottesdienst: 17 020 Männer, 20178 Frauen, Summa 37 198 Gemeindeglieder (1900: 35 450,, privatim HO Manner, 436 Frauen, Summa 546 (1900: 437). Ter Besuch der Kate- ch i s m u s l e h r e ist im allgemeinen gut, die Sonn t a g s! - Heiligung befriedigend. Ein schwieriger Punkt ist die Störung der Sonntagsruhe in einzelnen Dörfern durch bie Spaziergänger aus der Stadt. Tie gesamte Seelenzahl des Detaliats betrug 51710 (84 meyr als 1900). 12 Hebertritte zur evangelischen Kirche fanden statt (1 in Beuern, 11 in Gießen). Getraut wurden 484 Paare (1900: 552), darunter 17 gemischte Ehen, getauft 1460 : Kinder (1900: 1429), darunter 3b aus gemischten Ehen, 49 uneheliche in den Gemeinden, unb 186 in ber Gießener Frauenklinik, konfirmiert 940 Kinber (1900 : 950), b e - erbigt 654 Gemeindeglieder (1900: 679). In ben sektire- rischen Bewegungen war kein Fortschritt, teilweise sogar Rückschritt wahrzunehmen. Neue Erscheiiiungen au bem Gebiete bes kirchlichen V e r e in s w e s c n s sind ein Jungfrauenverein in Beuern unb ein Misiionskranz im Kirchspiel Kirchberg. Für Werke ber christlichen Liebe wurden aufgebracht iiisgesamt: 38167 Mk. (1900: 56 634 Mk.), nämlich milde Gabeii 23 353 Mk., Opfer für Ortsarme 7490 Mk., Kirchenkollclten 1969 Mk., sonstige kirchliche Werke 5355 Mk. Diakonissen aus dem Darmstädter Mutterhause sind angestellt in Gießen, Alten-Buseck, Beuern, Wieseck. Eine neue Kleinkinder schule wurde in werden. Aus und Land. Gießen, 3. Oktober 1902. ** Das Amtsblatt Großh. Ministeriums der Justiz Nr. 30 vom 15. September b. I. enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörben, betreffenb bie Tagegelber unb Reisekosten ber Großherzoglichen Amtsrichter unb Gerichtsschreiber bei ben Amtsgerichten, sowie >er Amtsanwälte. Weiter haben zum Inhalt: Nr. 31 vom 16. September ein Ausjchreiben an bie Großherzog- Uchen Justizbehörben, betreffenb bic Stempelfreiheit bet Gelänbeerwerbungen zum Bau von Staatseisenbahnen; Nr 32 vom 17. September ein Ausschreiben an bie Groß- herzoglichen Justizbehörben, betr. Gegenseitigkeitserklarung zwischen Hessen unb Preußen wegen Stempelbefreiuna; Nr 33 vom 18. September ein Älusschreiben an bie Groß- berzoglichen Justizbehörben, inSbesonbere bie Gerichtsvollzieher, betreffenb bie Zustellung von Willenserklärungen, 'lei benen eine Hrfunbe vorzulegen ist. ** In vollstem Blütenschmucke prangt augew blicklich ein Birnbaum in einem, an ber Schanzenstraße gelegenen Privatgarten. Er dürfte z- Z. ber einzige blühenbe Baurn im Freien sein. t . _ _ . . >( Grebenhain, L Okt- Seit heute ist hier baA. neue Postgebäube bem Verkehr übergeben worben. Es steht unter ben vielen neueren Gebäuben einzig in seiner Bauart da. Auch bebeutet eS insofern eine große Wohlthat für bie Geschäftsleute, als es näher nach bem Bahnhof verlegt worben ist. — Ein eigentümliches Pech hatte ber hiesigeLanbwirtH. S. bezw. bejsen Pfer d. Das letztere hatte längere Zeit, mit einer Kette um benJ>aI5, im Stall gestanden. Die Kette war nun ein gewachsen unb mußte vom Schmieb burchaefeilt und bann gewaltsam entfernt werben, wobei bas Pserb schreckliche Qualen zu erbulben hatte. . (-) Wetzlar, 2. Okt- Kreisbaumeister Kampfer blickte mit bem 1. Oktober auf eine 25jähr. Amts that i g- keit in unserem Kreise zurück. Ihm untersteht nicht nur das gesamte Straßennetz unseres Kreises, welches )im in Kreis-, Provinzial- und Gemeinbestraßen gliebert, sondern auch das Wiesen-Meliorationswesen. — Heute mittag wurde ja» hiesige neue Reichsbankgebäude mit einet größeren Feierlichkeit eingewecht. Mainz, 1. Okt- Aus der Stadtverordnetensitzung. Der von der sozialdemokratischen Fraktion geteilte Antrag auf Aussetzung ber Erhebung von Oktroi ür Vieh unb F l e i s ch w a r e n wirb abgelehnt. Es wurde jervorgehoben, daß, wie dies sich auch in anderen stabten gezeigt habe, bie Aufhebung bes ÖNtois auf ben Preis des Fleisches im Tetailverkaus gar feinen Einfluß ausube, sobau sowohl bie Minberbernittelten, als auch bie Armen feinen Vorteil von einer Aufhebung bes Oktrois hatten, im Gegenteil, es würbe bieser Ausfall an Oktroi eine ot- höbunfl ber Gcmeinbesteuer um 6 Prozent verursachen. Tie beutsch-freisinnige Fraktion stellte bafür ben Antrag, das Oktroi >: ur Steinkohlen, Koks usw. bei bem Bezug von 3 Zentnern per Woche aufzuheben; auch solle die Stabt sich mit ben Kohlenhänblern in Verbinbung leben, damit biefe an bie unbemittelte Bevölkerung Steinkohlen in einem Quantum von 3 Zentner per Woche oktroisrei abgeben. Dieser Antrag wirb bem Finanzausichuoe und der sozialpolitischen zwmmission zur Beurteilung überwiesen. (—) Aus Mainz wird uns geschrieben: Bezüglich der bevorsteheiiden Landtagswahlen hat der Ausschuß der nationalliberalen Partei beschlosien, an die demokratische, deutschfreisinnige und sozialdemokratische Partei die Anfrage zu richten, ob sie bereit feien, das zu ben Stabtverordnetenwahlen im vorigen Herbste geschlossene Kartell auch für die bemnächst statt- finbenbe Lanbtagswahl aufrecht zu erhalten. Tas im vorigen Herbst geschlossene Kartell halte damals zur Folge, daß bei den Stadlverorbnetenwahlen feiner der Zentrumslandidaten gewählt wurde. Franks urt, 2. Okt. TerGrogherzog vontzes^ sen kam heute vormittag ll1/» Hhr hierher und reiste um 12,40 Hhr mit bem Hamburger T-Zuge nach Sch Weinsberg. Morgen abend wirb er von dort nach Darmsiadt zurüakehren. Der L a n d g r a f v 0 n H e s s e n, der gestern abend von Adolsseck hier ankam, hat sich nach kurzem Aufenthalt nach Schloß Philippsruhe begeben. — Versetzt wurden als Mitglieder der Eisenbahnbirektion Franfturt a. Geh. Regierungsrat Fleischmann von Tarmstadt und Bau- uito Betriebsinspektor Wolpert von Worms, ferner ■ Lisenbahn-Betriebsimpektor Lor ey von Darmstadt nach Frankfurt unb Rechnungsbireflor Wilbranb von Brom- , berg nach Frankfurt, umer Verleihung ber Stelle bes Rech- : nungsbirektors bei der Eisenbahnbirektion. 33 L £ Wetter Oktober S Bed. Himrne! Höchste Temperatur Niedrigste „ 2“ 9" 7" 746,1 747,6 749,5 5,2 4,7 4,5 80 77 80 4 4 4 5,0 4,0 2,5 £ A ■e = & 1 8/>° C. 3,8" C. am » 1. ifct Z Meteoroiogljche Deovalhruugeu der Station Gießen. 2. 2. 3. Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kcrchenplah. Bremen, 1. Okt. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm der Große", Kapitän D. Högemann vom Norddeut,chen Lloyd m Bremen, ist gestern 9 Uhr vormittags wohlbehalten m Newyork angttommen. , NE. NE. E. 2. Oktober 2. a ■ Die vielen billigen Seisenpuloer enthal- AuIKiarUllö ■ teil säst keine Seife und Terpentin, fon- ____________________bent meist Soda und sonstige für bte Wäsche schädlichen Stosse. Eine Hausfrau, welche an ihrer Wäsche lange haben will, gebraucht Gioth's gemahlene Kernseife nut toal= miak und Terpentin, garantiert chlor- und säurefrei, zu lo PM- per Packet überall erhältlich. Fabrikant: I. Gioch, Hanau. 199« All, toin ’ttkÄlten teig sS“ PU SB ZK lommt, 5.S Ven des Kirche ^ung durch Mjt, ZberWegzE Wn&fok, et jugendlicher 9jnh, 10. Hinwxjz Orgunisa, ’9 stimmte die en Jette Gegenstand ,le W; .welche T auS den neueren das gigentum vorgerückter d. Oktober 1902. Ministeriums c d. I. enthält em )en, betreffend die >erzoglichen Amts« mtsgerichten, sowie i Inhalt: Nr. 31 m die Großherzog« ötempelfreiheit der Staatseisenbahnen; eiben an die Groß- iseitigkeitserklärung Ltempelbefreiuna; :eiben an die Groß- re die GerichtstuÜ- WillenseMrungen, icke prangt äugen» ber Schanzenstraße -et einzige blühende heute ist hier dal übergeben worden ebäuden MU nsosern eine große es näher nach dein eigentümliches b-jw. r Kette um den Hals, m eingewach en nd dann gewaltsam hreckliche Qualen tu meister Kämvfir wtristcht # ?;Ä'|S SS* ^verordneten^ ift sLn&äbten । i» E P-is «0Ö2j nS »B-, inen Rlel w» Prozent e Antrag, ÄS ss-iis nrterlE. SeiiiM eschrlebcn- Zus- IS-SSG '■ÄHi* 'echt damals *** e«""a61i M(. |CbeI1, sriUifi^L und :kt^/rarnlst litt a. 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