Erstes Blatt 152* Jahrgang Mittwoch 3. September RNVS Nr. 206 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem «elfischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untvers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.bl. O Ab Ak Ä VezngSpretSr ÄSiääfoöäf Tgr w monatlicd7bPf^vierteI- Gießener Anzeiger W General-Anzeiger ® i x . für den polit. u. allgem. Amts- und Anzelgeblatt für den Kreis Gießen WWZ gctgenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Zufahrt der Alten Ställe von der Neustadt aus bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. Gießen, den 2. September 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Z>as Kaiserpaar in Fasen. Posen, 2. August 1902. Der Kaiser und die Kaiserin sind heute abend 6 Uhr Mit Gefolge hier eingetrosfen. In ihrer Begleitung befanden sich: Herzog Günther zu Schleswig-Holstein, der Kronprinz, ferner die Generale v. Messen, v. Scholl und v. Löwenfeld, Oberstleutnant v. Plüskow, Major v. Schrnettow, Leibarzt Dr. Jlberg, Oberstallmeister (B-raf Wedel, Vizeoberstall- meister v. Esebeck, Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff, die Dosoamen v. Gersdorff, Gräfin Stolberg-Wernigerode, Graf Mirbach, Kammerherr v. Keller, Geh. Kabinetsrat von Lucanus, der Chef des Militärkabinetts v. Hülsen-Häseler. Vorher waren hier eingetrosfen: Prinz Friedrich Leopold, Prinz Albrecht von Preußen, Prinz Ludwig von Bayern, Reichskanzler Graf Bülow, der lebhaft begrüßt wurde, Oberhofmarfchall Graf Eulenburg, Haus- marfchall Frecherr v. Lyncker, Gesandter v. Tschirschky und Bögendorss und Flügeladjutant von Friedeburg. Auf dem Bahnhof fand großer militärischer Empfang statt. Das Grenadierregiments Graf Kleist von Nollendors (1. westvr. Nr. 6) stellte die Ehrenkompagnie. Der Kaiser, in der Uniform der Gardes du Corps, begab sich zu Pferde, die Kaiserin in einem offenen Vierspänner in die Stadt. Eine Eskadron des Ulanenregiments Kaiser Alexander III. von Rußland (westpr. Nr. 1) erkortterte. Am Berliner Thor wurden die Majestäten von den Behörden empfangen. Oberbürgermeister Witting hielt eine Ansprache. Die Begrüßungsrede bewegte sich lediglich in konventionellen Formen. Tas Konzept der Rede war vorher nach Berlin zur Einsichtnahme geschickt worden. Tort ist jede politische Anspielung aus der Rede des Oberbürgermeisters gestrichen worden. Witting (der übriaens ein Bruder des Herausgebers der „Zukunft" Maximilian Harden ist und ursprünglich Wittkowski heißt. D. Red. d. Gieß. Anz.) erinnerte daran, daß vor genau 100 fahren König Friedrich Wilhelm III. an der Seite der Königin Luise in Posen eingezogen sei. Seitdem sah die Stadt einen ähnlichen Glanz nicht. Heute, am Tage von Sedan, halte der deutsche Wiser an der Seite seiner hohen Gemahlin seinen Einzug. Im verflossenen Jahrhundert sei in Posen an die Stelle tiefsten Verfalls preußischer Geist, Zucht und Ordnung getreten. Ter Oberbürgermeister wies aus die verschiedenen Huldbeweise hin, die der Kaiser der Stadt Posen erzeigte. Auf kaiserliche Initiative sei die erste Erleichterung rn den Rayonbeschränkungen seinerzeit er- olgt, aus des Kaisers Gebot fielen jetzt die Wälle. 9iur m Schatten sd,es Reichspaniers und in den Bahnen des ireußischen Regiments könne und werde die Stadt Posen gedeihen. Aus jeder Brust steige heute das Gelöbnis hervor : Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! Der Kaiser erwiderte: „Empfangen Sie den Dank der Kaiserin und meinen für den freundlichen Empfang seitens der Stadt und für die Ausschmückung, wie die Gesinnungen, denen Sie soeben beredten Ausdruck verlieben haben« Ich freue mich von Herzen, daß heute ein anderes Bild meinen Augen sich zeigen wird, als damals in diesen trüben Tagen, als die Wellen des Stromes sich gegen und zum Teil über Ihre Häuser dahinwälzten. Was diese Stadt und dieses Land sind, verdanken Sie der Arbeit der preußischen Könige. Ich, als ihr Nachfolger, werde auch meinen Teil, wie ich es damals schon bei der Sitzung im Magistratssaal aethan, es an der Sorge für die Stadt und Unterstützung in ihrer Entwickelung nicht ermangeln lassen. In feinen Entwlckelungsbestrebungrn ist Posen in ein Stadium getreten, in dem es mit den bisherigen Abgrenzungen nicht mehr auskommen kann. Zu eng ist der Gürtel ihres Gewandes, zu klein die Mauerkrone für ihr Haupt. Ich habe infolge dessen heute eine Ordre vollzogen, nach ivelcher das Rayongesetz ein für alle Mal fällt. (Brausende Hurrarufe.) Ich erwarte von der Einsicht des Oberbürgermeisters, des Magistrats und der Stadtverordneten, wie von dem Patriotismus der Einwohner, daß die Stadt nun mit allen Kräften an ihre Entwickelung Hand anlegt, und daß sie sich dieser großen Wohlthat würdig zeigen wird. Ich hege keinen Ziveisel, daß sich binnen Kurzem Straßen und Häuserquartiere erheben werden, welche mid) den Armen ein menschenwürdigeres Dasein ermöglichen, als die Wallischei jetzt thut. Ich hoffe, daß die bösen alten Stadtteile verschwinden werden, uni) bitte Sie. tn meinem und der Kaiserin Namen den herzlichsten und innigsten Dank für die Stimmung und Begrüßung, sowie für den Empfang der Stadt Posen auszusprechen. Ich danke Ihnen und der gesamten Bürgerschaft dadurch, daß ich Ihnen die Hand reiche." Bei der Stelle der Rede von der Aufhebung der Nayon- beschränkung brach ungeheurer Jubel unter den Tausenden aus, welche den Platz am Berliner Thor besetzt hatten. Der Kaiser, die Kaiserin und der Kronprinz setzten alsdann ihren Einzug in die Stadt fort. Auf dem Wege bildeten bte Truppen Spalier, die Musik spielte, die Truppen präsentierten. Von dem in den Straßen aufgestellten Publikum, sowie denjenigen, welche die Fenster besetzt hielten, wurden den Majestäten stürmische Ovationen dargebracht. Im Generalkommando, wo die Majestäten Wohnung nehmen, fand großer Zivilempfang statt. Vor dem Gebäude bildete eine Kompagnie des Grenadierregiments Kaiser Wilhelm I. Nr. 7 die Ehrenwache. Beim Zivilempfang waren die Spitzen sämtlicher Zivilbehörden zugegen, ferner der Erzbischof von Posen und Gnesen, von Stablewski, und der Weihbischof von Lichnowski. Nach dem Zivilempfang war bei dem Kaiserpaar im Generalkommando Abendtafel. Aus Einladung des Kaisers sind heute abend eingetroffen: Der General-Adjutant General der Kavallerie, Generalgouverneur von Warschau, Tschertkoff, mit einem Adjutanten, ferner der Kommandeur des Petersburger Leib-Garde-Jnfanterieregi- ments König Friedrich Wilhelm III. mit einem Oberst und 16 Offizieren des Regiments. DieEinladungenzurHoftafel haben in Posener Beamte »kreisen einige Mißstimmung hervorgerufen. Man hatte sich auf die obersten Beamtenschichten bis herab zum Rat 3. Klasse beschränkt und nur bei einigen Oberregierungsräten eine Ausnahme gemacht, aber von den Vertretern der wissenschaftlichen Anstalten, der Gymnasien, des Archivs, oes Museums rc. war niemand geladen worden. Am Abend war die Stadt festlich illuminiert. Die Berufung des Herrn v. Morawski zum Kamme r h e r r n d i en st bei der Kaiserin während der Posener Festtage läßt erkennen, daß es um die politische Verstimmung des polnischen Hochadels keineswegs so bestellt ist, wie die polnische Presse glauben machen will. Der Verlaus der Festtage dürfte noch deutlicher erweisen, wie wenig diese Mutigen, zum größeren Teil jedenfalls, geneigt sind, die „Hofluft" zu meiden. Vielleicht erlebt man das Schauspiel, daß auch der seinerzeit zu parlamentarischer Bedeutung gelangte Herr v. Koscielski — „Admiralski" — bei dieser festlichen Gelegenheit seinen Frieden mit Berlin macht, obgleich er noch vor wenigen Monaten im preußischen Herrenhause in Angriffen auf oie preußische Regierung sich erging. Dieses „Sichbesinnen" oes polnischen Adels ist bedeutungsvoller als das wohl unausbleibliche Zetern der polnisch-radikalen Presse über „Verrat an der guten Sache". Die Posener Woche hat eine interessante Einleitung erfahren, sie kann noch mancherlei Ueberraschungen bringen. Die Kaiserrede war ja im wesentlichen unpolitisch. Die Aufhebung der Rayonbeschrän- fungeu wird auch auf polnischer Seite Beifall finden und die flüchtige Bemerkung, daß Stadt und Land Posen ihr Bestes den preußischen Königen, das beißt präziser aus- gedrückt, der Angliederung ans Deutsche Reich verdanken, ist eine von niemandem fortzuleugnende Thatsache, die schon anno 1848 feststehend war und damals von dem jungen Parlamentarier Wilhelm Jordan in seiner berühmten Polenrede mit treffendsten Belegen ausführlich dargelegt wurde. Was seitdem alles von der preußischen Regierung zu Gunsten des polnischen Ostens geschehen ist an Eisenbahn-, Wege- und Kanalbauten rc., sowie namentlich rn Bezug auf die intellektuelle Hebung der Volksmassen, das wird in den Blättern der objektiven Geschichte einst verzeichnet stehen als eine der besten Thaten preußisch- deutscher Kultur um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Schwankungen in der preußischen Polenpolitik mögen bisweilen unerfreulich gewesen sein und mögen mancher guten Absicht hemmend im Wege gelegen haben; trotzdem wird jeder mit den polnischen Verhältnissen einigermaßen Vertraute die volle Berechtigung der Kaiserworte unumwunden anzuerkennen haben, sofern er sachlich zu urteilen fähig ist. Uolilische Tagesschau. Vom internationalen Kongreß für Handel und Industrie, der, wie wir bereits meldeten, kürzlich in Ostende stattfand, wird gemeldet: Tie Behandlung der Handelsvertragsfrage förderte eine Reche namentlich für uns Deutsche interessante Momente zu Tage. Während int Großen und Gamen die Debatte mit jener wunderbaren liebenswürdigen Oberflächlichkeit geführt wurde, die den Franzosen eigen ist, streßen doch einige belgische Industrielle die Versammlung so nachdrücklich auf die nackten Thatfachen, daß man sich dazu äußern mußte. Und fo kam es, daß namentlich die Franzosen sehr in die Enge getrieben wurden, da das protektionistiche Verhalten Frankreichs im grellsten Widerspruch steht ui den Phrasen von der Gleichheit und Freiheit, die jene dauernd im Munde fuhren. Der frühere französische ÖHnifter Yves Guyot tritt deshalb in enera sicher Weise für die Vergeltungszollklausel nicht nur der Brüsseler Zuckerkonvention ein, sondern empfiehlt Vergeltungszölle ganz allgemein überall, wo Staaten oder Kartelle Ausfuhrprämien Slädleöundtßeater. Auf dem im Juni d. I. abgehaltenen Städtetage zu Marburg hat bekanntlich Herr Bodo von Bodenhausen aus Kassel einen Vortrag über die Errichtung von Städtebundtheatern in Hessen gehalten, und wir haben diesem Herrn auch bereits das Wort zu Ausführungen an dieser Stelle erteilt. Jetzt liegen uns die vom Stadtkassenrat Bödicker in Kassel herausgegebenen „Verhandlungen" jenes Städtetages (erschienen be iWeber u. Weidemeyr in Cassel) gedruckt vor. Daraus ersehen wir, daß Herr v. Bodenhausen sich aus die Autorität des Direttors des Schlller- theaters in Berlin, Dr. Löwenfeld, stützte, der nicht nur als Herausgeber der Zeitschrift „Die Volksunterhaltung", sondern auch als Tolstoi-Uebersetzer und -Interpret sowie durch den jüngsten Lewziger Tolstoi-Prozeß, vornehmlich aber als geistiger Urheber der Volks- und Städtebun- theater-Jdee sich in litterarischen Kreisen einen geachteten Namen gemacht hat. Herr v. Bodenhausen führte u. a. aus, und es lassen fidk cum grano salis, seine Ausführungen auch auf die Verhältnisse von Gießen, Marburg, Bad-Nauheim usw. anwenoen: Ueberall in Deutschland, wo Theater bestehen, ist man jetzt bemüht, sie auch den weniger Bemittelten zugänglich zu machen. Große deutsche Hoftheater pflegen mit Eifer diese Volksvorstellungen, und in einem deutschen Staat (Koburg) hat ein Landtagsbeschluß sie der Theaterleitung zur Pflicht gemacht. Aus diesem Wege werden wir stetig *ur Verbilligung des Theatergenusses gelangen und, was davon untrennbar ist, zu seiner Veredelung. Jede Stadt strebt danach, sich ein eigenes Theater zu gründen, und wo dies nicht gelungen ist, hat das nur einen Grund: den Mangel an Mitteln. Aber wie auf vielen Gebieten unseres öffentlichen Lebens geeinten Kräften durchzuführen geglückt ist, was einzelne noch so einflußreiche und noch so starke Persönlichkeiten nicht durchzusetzen vermochten, so können auch mehrere Städte vereinigt sich ein würdiges Theater schaffen. Wenn wir erwägen, wie wenige Menschen die edelsten Erzeugnisse der dramatischen Dichtung lesen, wie viele sie nur dadurch kennen lernen, daß sie eine herumziehende Truppe ihnen einmal vorspielt, so wird uns die Bedeutung der kleinsten, unansehnlichsten Bühne nickst gering erscheinen. Städte, die allein nicht im stände sind, ein .Theater zu erhalten« sollten sich zur Erhaltung eines gemeinsamen Theaters vereinigen. Denken wir uns fünf Städte vereinigt, um ein ständiges Theater besseren Charakters zu begründen. Jede der fünf Städte wählt einen Vertreter für einen Theater- ans schuß. Der Theaterausschuh hat gemeinsam über die Verwaltung des Städtebundtheaters zu ivachen. Vor allem über die Geschäftsführung des angestcllten Direktors. Denn ich denke mir dieses Theater nicht anders als von einem Angestellten des Ausschlusses geleitet, der von den fünf vereinigten Städten ein festes Beamtengehalt bezieht. Die materielle Sicherheit des Theaters muß von den fünf vereinigten Städten verbürgt sein. Der angestellte Leiter muh einerseits frei fein von materiellen Sorgen um seine Existenz, und darf andererseits nie vor der Versucyung stehen, die Not der Schauspieler durch Herabdrückung der Gehälter zu seinem Mtzen auszubeuten. Materielle Sicherheit, Freiheit von täglicher Sorge erst gießt dem Theaterleiter die Möglichkeit künstlerisch zu arbeiten. Der Theaterausschuß des Städtebundes hätte dann festzustellen, in welchen Monaten Vorstellungen in dem einen oder in dem anderen Orte stattfinden. Was hier au berücksichtigen wäre: der Verkehr der einzelnen Städte, die Ferienzeit usw., kann nur der mit den Sonderverhältnissen näher Bekannte beurteilen. Der Städtebund müßte gemeinsam Dekorations- und Kostümfundus besitzen. Nur dadurch wird dem Theater die Stetigkeit gegeben und eine gesunde Grundlage für die Dauer geschaffen. Gegenüber der auf deutschen Bühnen herrschenden Unsitte, schließen müssen, was auch sonst jeder anständigen Unterhaltung ferngehalten werden sollte: das Gemeine, die Zote. Ter Versuch mit einem solchen Städtebundtheater kann nicht schwer sein. Es würde sich bald zeigen, daß die Städte nicht bloß den unmittelbaren Zweck, den wir anstreben, erreichen würden: eine angemessene Volksunrer- haltung — es würden sich auch Nebenvortelle für sie selbst und unser gesamtes geistiges Leben daraus ergeben. Für sie selbst — eine Verbesserung des Theatervergnügens, wenn sie bisher schon welches hatten, eine Vergrößerung des Verkehrs während der Thecttermonate, geistige Anregungen, die ihnen bis heute gefehlt haben. Für die Ge- famtBeit — eine Verbesserung der Theaterverhältnisse im ideellen und im wirtschaftlichen Sinne. Wir können an dieser Stelle nur von einer bestimmten । Anzahl von Städten (A, B, C, D, E) ausgehen, wir tonnen in unserer Rechnung nicht berücksichtigen, wieviel die eine Stadt mehr, die andere weniger zu den Gesamtkosten beizutragen hätte, wieviel Wochen das Theater in A, wieviel in V zu spielen hat. Wir müssen die fünf Städte als gleichwertig in jeder Hinsicht ansetzen und so schemcttisch die Gesamtrechwung für das Städtebundtheater machen. Vorweg fei bemerkt, daß alle Angaben in unserer Rechj- nung bestehenden Verhältnissen entnommen sind, daß vor allem die Gehaltsangaben, die Hauptsache in der Rechnung, dem entsprechen, was heute an Stadttheatern tote Bautzen, Frankfurt a. O. gezahlt wird. Tie Ausgaben eines Theaterunternehmens drücken sich in den folgenden acht Positionen aus: 1. Miete für das Theaterhaus und für Lagerräume, 2. Beheizung und Beleuchtung der Räume, 3. Gagen, 4. Löhne, 5. Tantiemen an die Autoren, 6. Publikationskosten (Zettel, Anzeigen rc.), 7. Allgemeine Geschäftsunkosten, 8. Dekorations- und Kostümfundus. 1. Für Miete wird das Städtebundtheater keine Ausgaben haben. Auch die großen Stadttheater zahlen keine Pacht. Viele haben sogar städtische Zuschüsse (Gas, Wasser und dergl.). Tas Theater wird also mietfrei wohnen. Tie Lagerräume für Dekorationen und Kostüme müssen von den Städten oeschafst werden. Eine Miete von 50 Mark monatlich wird das Höchste sein, was dafür in Anschlag zu bringen ist. 2. Die Heizungs- und Beleuch tungskosten wird der Saalbesitzer zu tragen haben und auch gern tragen. Tie Reinigung des Theaterraumes ist selbstverständlich auch seine Aufgabe. 3. Tie Schauspielergagen stellen sich für ein ungewöhnlich g roßes Personal von 17 Herren und 14 Damen, die unter einem angestellten Direktor thätig sind, wie folgt (zu beachten ist, daß wir unser Personal 12 Monate, mindestens aber 10 Monate spielen lassen, was gegenüber dem sechs- oder siebenmonarlichen Spieljahre unserer Provinzbühnen einen außerordentlichen Fortschritt bedeutet): a) Bureau Mark 710 bj Tarnen....... „ 1385 c) Herren....... „ 2195 4. Löhne „ 180 Sa. Mark 4470. 6Ie£6eu"iüi£ fast immer in Sicht, erst tarn ein Trupp von sieben, dann von fünf; sie laufen gana «chig und furchtlos. Es sind gewaltige Tiere, oeren Rucken ragt über bad Schilf von 3 Meter Höhe empor, sobaß»v>ir sie für Tücher von Hütten von Weißen hielten. Auch Heinrich Barth er» zählt schon von den Elefantenherden, die er im Tschadsee- gebiete anttaf. direkt oder indirekt zahlen. Er hielt folcße Zölle gegerDber den russischen Vertretern, die dies bestreiten, für durchaus vereinbar mit der Meistbeqünstigungsklausel, die er Im übrigen bet keinem zukünftigen Handelsvertrag missen will. Prof. Lotz» München hebt diese Wandlung der französischen Freihändler als sehr bemerkenswett hervor und wünscht ferner, daß sich Mittel und Wege finden ließen, um auch alle übrigen Machinationen, welche auf eine illoyale Bevorzugung der heimischen und Fernhaltung fremder Ware hinausliefen, wie Zollchikanen, Eifenbahnfrachtchikanen u. dgl. durch Bestimmungen der künftigen Handelsverträge unmöglich zu machen. Gegenüber den Angriffen, die Prof. Fred er:kse.n- Kovenhaaen auf den deutschen Protektionismus richt'^ t*'1 uno gleicyermaßen Geh.- * *"' Berlln, daß man in ___________________ stet, betonen Lotz .-Rat Michel-Mainz und Dr. Schacht- vuD ,.lw. ... Deutschland durchaus bereit sei, langfristige Handelsverträge mit weitgehender Tattfbiudung abzu- jchließen. Bezüglich der Notwendigkeit des Abschlusses solcher Verträge herrscht völlige Einstimmigkeit in der Versammlung, jedenfalls widerspttcht niemano. Dagegen fällt es sehr auf, daß von den anwesenden Amerikanern niemand das Wort ergreift. Pttvattm hörte man, daß Amettka gar nicht daran denke, von fernem Schutzzollsystem, dem es seinen Reichtum verdanke, abzugehen. Ein japanischer Vettreter betonte, daß Japan jede weitere kommerzielle Annäherung zwischen Ostasien und Europa als seiner eigenen Politik entsprechend begrüßen werde. Japan denke nicht daran, seine industrielle Entwicklung durch protektionistische Maßnahmen zu beschleunigen. Es werden schließlich noch eine ganze Reihe minder wichtige Fragen, welche in die Handelsverträge ausgenommen werden sollen, erörtert. Da aber Resolutionen prinzipiell nicht gefaßt werden, so laßt sich eine einhellige Meinung nicht feststellen. Der Kongreß hat den deutschen Teilnehmern vor allem gewisse Stimmungen des Auslandes aufgedeckt, welche wertvolle Fingerzeige geben müssen. Vermischtes. * Leipzig, 2. Sept. Heute mittag brach in der chirurgischen Klinik des hiesigen Krankenhauses St. Jacob, wie es heißt, infolge Kurzschlusses Feuer aus. Ter Dachstuhl ist vollständig ausgebrannt. .Ter materielle Schaden ist bedeutend. Menschenverlust ist nicht zu beklagen. „, , , . * Würzburg, 2. Sept. In Großheubach wurden auf einem Steinhauerplatz durch Umfallen eines Krahnes drei Arbeiter schwer verletzt. — Wie dasselbe Blatt meldet, brannte im gleichen Orte ein Wohnhaus und eine reichgefüllte Scheune nieder, wodurch fünf Nachbaranwesen gefährdet wurden. * London, 2. Sept. Eine Lloyd-Tepesche meldet aus Port Elizabeth: Folgende augenscheinlich deutsche Schiffe sind bei dem letzten Unwett er gescheitert: „Thekla", „Eoriolanus", Nautilus", „Emanuel", ,Lans Wagner" und „Arnold". Bon den genannten Schiffen hatte die „Thekla" die Ladung bereits gelöscht, „Eoriolanus" und „Nautilus" iiahezu, „Emanuel", „Hans Wagner" und „Arnvld" zur Hälfte. „Eoriolanus" verlor zwei Mann der Besatzung. * Paris, 2. Sept. In Rosny stürzte gestern abend ein im Bau begriffenes Wohnh aus ein, in welchem 8 Arbeiter thätig waren. Tieselben wurden sämtlich verschüttet und erlitten meist schwere Verletzungen. * Bern. 2. Sept. Am Berg Les Pt ans bei Bex (Kanton Waadt) i§t der 25jährige Tourist Eduard M a s s a r d beim Edelweißsuchen ab gestürzt. Man sand ihn als Leiche, r * Newyork, 2. Sept. Ein Telegramm aus Port Eastris (Santa Lucia) berichtet: Am Mont Pels haben seit dem 15. August fortwährend Eruptionen ftatt- gefunden. Eine sehr starke Eruption erfolgte am 28. August nachts. Das Getose wurde in weiter Entfernung gehört. Der Berg spie ungestüm Feuer. Die auf See befindlichen Schiffe wurden mit Asche bedeckt. In der "Nacht vom 30. August fanden drei AuÄwüche statt. Es ist unmöglich, sich St. Pierre von der Seeseite aus zu nähern. In Lecarbet ist die Bevölkerung voti Schrecken ergriffen. Sie flüchtete in das Innere der Insel. Ter Gouverneur gab Befehl, alle verfügbaren Boote zu verwenden, um die Bewohner der Küste nach Fort de France zu bringen. Eine Flutwelle trieb die Einwohner von Fort de France auf bie Flucht nach dem Inneren, doch ist der angerichtete Schaden nicht bedeutend. Lim Mitternacht des 30. August wurde der Mont Pels ruhig. Späteren Meldungen zufolge sollen, abgesehen von 2 00 in Lecarbet und Mornerouge umgetommenen Personen, auch im Norden viele Menschen umgefommen sein. * Moderne Taufe. In Rom fand vor einigen Tagen eine reizende Tauffeierlichkeit statt. Gegen 40 Zweiräder und Tandems folgten einem anderen Zw eirade, dessen Führerin vor sich auf der Lenkstange zwtjchen weißen unb roten Rosen eine Art Wiege hatte, m der ein junger Weltbürger lag. Alle Mitfahrenoen waren ausJournallsten- £relfen, sogar die Hebamme, welche die Schwester eines der bekanntesten. Reporter Roms ist. Tas Ktnd, das auf so sportliche Weise ins Leben tritt, ist der Sohn des Jour- naliften Bacci. Die Fahrt ging durch die Bia Nazionale und Tepretis zur Kirche (Bau Siovanno Laterano, wo die Taufzereinonie slattsand. Handel und Verkehr. Volksurirlschast. Hamburg, 2. Sept. Betreffend die angezweifelte hypolheka- rifche Sicherflelltmg der 41/, proz. 2. P r r o r i t ä t s a n l e ih e von 1 9 U1 der Ham bürg-Amerika-Linie stellt die „p. B. H." fest, daß wegen der zu Gunsten der 4 proz. 1. Prioritäts- anleche bewirkten Sperrung des Schiffsregisters die Eintragung auch der zweiten Borrechtsaiileihe nicht flailslnden konnte, die Gesellschaft übernahm jedoch die obligatorische Verpflichtung, lvährend der Laufzeit der zweiten Prioritätsanleihe andere Pfandrechte als solche zu Guiislen der Inhaber von Schuldverschreibungen der ersten Prioritätsanleihe aus ihre Seedampfschisse nicht einlragen zu lassen und weitere Arileihen mir unter der Bedingung aufzunehmen, baß die Gläubiger bei der etwaigen Auslösung der Gesellschaft erst nach den Inhabern der Schuldverschreibungen der zweiten Priott- tätsanleihe eine Besriedigung ihrer Forderungen verlangen können. Heer und Flotte. Die „Köln. Ztg." schreibt: Die Nachricht, daß auch der Oberleutnant Hildebrandt verabschiedet worden sei, ist nach unseren Erkundigungen unrichtig. Es scheint, daß ihn an den in Gumbinnen zu seiner Ehrung getroffenen Veranstaltungen keine Schuld trifft. Leutnant George, bisher im Feldattillerie-Regiment Nr. 1, ist infolge der Demonstration in Gumbinnen in das Pommer'sche Train-Bataillon Nr. 2 nach Altdamm versetzt worden. Wie wir aus einer militärischen Zuschrift in der „Tägl. Rundschau" ersehen, wird thatsächllch die Versetzung zum Train als Strafe aufgefaßt. Danach scheint man in dieser Truppe eine Art Korrektionsanstalt für besserungsbedürftige Offiziere zu sehen. Sollte es keine anderen Mitteln geben, um strafwürdigen Offizieren die Strenge der Disziplinargewalt fühlen zu lassen, als solche, die geeignet find, eine ganze Truppe bloszustellen? Kolonialpost. Zug nach dem Tschadseegebiete. Ter Oberstleutnant Pavel hat von Benuö aus auf dem Wasserwege einen Bericht über seinen Zug nach Tikoa und in das Tschadseegebiet eingeschickt, der demnächst stückweise im „Kolonialblatte" veröffentlicht werden soll. Dieser vorläufige Bericht, der später noch eine Ergänzung erfahren wird, ent» hält sich dem Vernehmen nach einer Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse unserer dortigen Interessensphäre. Oberstleutnant Pavel ift der Ansicht, daß dazu eine längere Zeit und eingehendere Beobachtungen gehören. Ter Kommandeur der Schutztruppe hat seinen Rückweg längs dem Logone, dem größten Zuflusse des Schari genommen, der bisher nur zum geringeren Teile erforscht und festgelegt ist. Ter Marsch des Oberstleutnants an diesem Flusse entlang, der vom 10. Grad nörbL Breite bis zur Einmündung in den Schari (etwa 12 Grad 20 Attn. n. Br.) auf deutschem Gebiete fließt, wird zu feiner Erforschung viel beitragen. Bei Kussri, etwa 8 Kilometer von seiner Mündung, gleicht der Logone an Wassermenge dem Schari. Ter Fluß ist ebenso wie der Hauptstrom außerordentlich fischreich; Fvu- reau sagt, wiederholt kam es vor, daß große Fische aus dem Wasser hervorschnellten und in die Kähne fielen. Ein großer Teil der Bewohner von Kussri beschäftigt sich mit Fischfang durch Netze, Harpunen und allerhand sonstige Methoden; Fische werden frisch gettocknet, geräuchert und sofort verzehrt; deshalb herrscht dort ein höchst unangenehmer Geruch, der über dem ganzen Orte lagert Die Ufergebiete des Logone sind -g.leicl) denen des Tschadsee sehr wildreich. Elefanten kommen in großer Zahl vor; überall trifft man sie in Trupps an ober sieht ihre Spuren im Sande am Ufer, Löwen müssen auch häufig vorkommen, da alle Nächte ihr Brüllen zu hören ist. Tie Zahl der Flußpferde ist überaus groß; überhaupt kommt allerhand Wild zum Trinken an den Fluh. In unglaublichen Scharen find Vögel aller Art vorhanden. Foureau schreibt: Die Elefanten Stuttgart, 2. Sept. Der .Beobachter' schreibt: An Stelle von Regierung und Handelskammern hat sich jetzt der Ausschuß des wütttembergischen Schutzverems für Handel und Gewerbe in seiner letzten Sitzung u. a. mit der Frage der Errichtung von Petroleumtauls beschäftigt Er har den einstimmigen Beschluß gefaßt, die Generaldireknon der Staarseisenbahnen zu ersuchen, die Anlage solcher Tanks lunflrghm nicht mehr zu gestatten. — Gerhard Terlinden Akt.-Ges. in Konkurs, Oberhausen. Der Konkurs der Gesellfchasl wird voraussichtlich gegen Schluß dieses Jahres beendet fein. Alsdann gehl das Wett an baß Bankenkonsonium über, das die Hypochttaranleihe vom Dezember 1900 an die Berliner Börse gebracht und alsbald nach dem erfolgten Zusammenbruch des Unternehmens eingelöst hatte. Daß Konsortium wird den Beiried der Fabrik m den Tellen austecht- erhalten, die eine Renlabilnätverfprechen. — L Kunst und Wissenschaft. Dresden, 2. Sept. Während der gestttgen Aufführung des Rheingold am hiesigen Hof the ater wurde der bttannte Kammersänger A n l h e s plötzlich von einem Anfall von Genickkrampf befallen, der ihn hinderte, die Parthie dnrchzusühren. Ter Vorhang mußte herniedergelassen werden und es sang alsdann der Opernsänger Gießen die Partie nach dem Klavier-AuSzug. Anthes wurde auch heilte morgen wiederholt vom Genickkrampf befallen. Sein Bcfiiiden ist nicht unbedenklich. — Während Goethe als Student in Leipzig weilte und auch nach seiner Rückkehr ins Daterhails unterhielt seine Schwester (Sornelia einen lebhaften Briefwechsel mit der Wormser Freundin Katharina Fabrlcius, für die sie auch em Jahr lang em gehennes Tagebuch führte, in das sie ihre geheimsten und scheusten Empfindungen einschloß. Diese Bekenntnisse, die neben sehr wertvollen Mitteilungen über den Bruder und besonders seinen Frankfurter Kreis die tiefsten Einblicke m die rätselhafte ^rauennatur Cornelias eröffnen, werden in kurzem zum ersten Male nach den im Besitz der Umversitätsbibliothtt zu Leipzig be- findlichen Handschriften von dem dortigen Litterarhisloriker Prost Georg Witkowski veröffentlicht iverden. Diese Dokumente ergeben ein freundlicheres Bild von Goethes Schwester und vertrauter Jugendgenossin, als der Dichter felbfi in der allzu düsteren Schilderung von „Dichtung und Wahrheit" ausbewahrl hat. Künstlcr-Eutlafsuugen in der Rcichsbruckerei. Mehrere jüngere Künstler, wie Sattler, Pankok, Siitterlin, Ehmcke, Knab, waren f. Z. von der Reichsdruckerei in Berlin, von der man thalsächlich mcht lagen kann, daß sie technisch das Beste im Reiche leiste, erfreulicherweise herangezogen, um künlettsch die Traditionen des Instituts zeitgemäßer umzugestalten, oder gar ganz abzulösen, Aber schon als man die ersten Entwürfe der neuen Briesmatten kennen lernte, mußte man stutzig werden. Jetzt sickert durch den „Teutscheii Buch- und ©teinbrurfer" endgültig durch, daß es an den leitenden Stellen mit einer noch höheren Stelle starke Auseinandersetzungen gegeben hat, deren Folgen in der Demission des Direktors und der Entlassimg der genannten jungen Künstlerschar bestanden. Man erinnert sich auch, weswegen es bei dem 50jährigen Jubiläum der Reichsdruckerei jo gar still zuging und keine besondere Auszeichnung erfolgte. Was übrigens den einen der Künstler betrifft, den aus München berufenen und nun auch wieder entlassenen Pankok, so war in emgeweihten Kreisen schon lange bekannt, daß sein Buchschmuck des Ausstellungs- Kataloges des Deutschen Reiches auf der Pariser Weltausstellung, der auch in der Reichsdruckerei hergestellt war, allerhöchstes M i ß s a 11 e n erregt balle, dem in sehr drastischen Worten Ausdruck gegeben sein soll. Landwirtschaft. Gießer». 2. Sept. Dieser Tage sand im Nebeschen Witt- schaftshofe hier die B e r ft e i g e r u n g des durch den landwirtschaftlichen Provinzialoerein in der Schw eiz angekauften Zuchtviehs stall. Obwohl die Tiere erst Tags vorher, nach einer säst 2iägigen Reise aus der Schweiz hier eingetroffen waren, war ihr Zustand doch recht gut und zeigte, daß das gekaufte Material nicht nur widerstandsfähig, sondern auch von vorzüglicher Beschaffenbett war. Versteigert unter die Besteller wurden: 2 Bullen, 18 Rinder des Simmenthaler und 58 Ziegen und Ziegenböcke des Laaner Schlages, ivährend 11 Bullen direkt an die Zuchtoereine Alsfeld und Friedberg für sogenannte Bullenstationen»» überwiesen wurden. Tie Versteigerung ergab einen Mehrerlös gegen die Ankaufspreise von, m Summe 5976,84 Matt, ein Beweis dafür, daß baß angekaufte Material den Wünschen der Besteller entsprach. Im Durchschnitt kosten die Bullen (nach Abzug von 20 Prozent VereinS- zuschuß) 698,76 Matt, bie fKinber 711,90 Mk., die Ziegenbocke (nach Abzug von 20 Prozent Vereinszuschuß) 47,12 Mk., bie Ziegen 36.31 Mark und bie Kammer 20,85 Matt. Wer sich einen wirklich dauerhaften Schirm wünscht, lasse sich denselben genau nach Wunsch und Auswahl des Ma- lerials bauen. Kem Schirm-System, welches bei mir nicht repariert werben könnte. Stets sofortige u.billigsleBebienung. 4669 Schirmsaörit M. Levi. Tarmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einricht.), Preist, grat. 3821 jbetötUÄ > »Lti mclUuc Cakes-1-abrili E 5. lieber Tantiörnen an bte Autoren läßt sich Besttrnrntes nicht sagen. Wir werden in unserer Rechnung die Summe von 3000 Mark für das Jahr, für den Monat also 300 Mark einfügen. Es hängt von der Reichhaltigkeit des Repertoirs, von der Aufnahme älterer (klassischer und nicht klassischer), also tantiemefreier Stücke in den Spielplan ab, ioie hoch die Tantiörnesumme anwächst. Tas Städtebundtheater wird, da es in den fünf Städten ohne Konkurrenz spielt, die Stücke lebender Autoren nicht allzu teuer bezahlen müssen, wie das in großen Stödten häufig der Fall ist, luo sich verschiedene Direktionen Konkurrenz machen. 6. Die Ko ft en für Publikationen, d. h. für Zettel und Anzeigen in den Zeitungen, sind gering. 7. Die Allgemeinen Geschäftsunkosten werden auch nicht über 500, also 50 Mark monatlich, hinausgehen. 8. Ter Dekorations- und Kostümfundus müßte von dem Städtebund angeschafft werden und ein für allemal im Besitze des Städtebundes bleiben. Die Ausgaben für die ersten Jahre würden naturgemäß größer sein, als die folgenden. Wenn wir nach einer Reihe von drei Jahren insgesamt einen Dekorations- und Kostümfundus von 30 000 Mark annehmen, so würde das vom vierten Jahre ab einen Zinsverlust von 1200 Mark bedeuten. Dazu körne der Transport von der einen Stadt nach der anderen mit jährlich 300 Mark, also in Summa 1500 Mark. Rechnen wir diese Ausgabenposten zusammen, so erhalten wir folgende Ausstellung für den Monat: Pacht und Miete 000 Mark. Heizung und Beleuchtung 000 „ Gagen und Löhne 4470 Zahlung an die Autoren 300 '' Publikationen ca. 20 „ Geschäftsunkosten 50 Dekorations- und Kostümfundus 150 „ Gesamtausgaben also monatlich 4990 Mark. 2 ab ei siird die Gagen in unserer Aufstellung höher, als die üblichen. Für bie Tarnen kommt noch in Betracht, daß das Städtebundtheater Kostüme liefert, was unsere Bühnen (mit sehr geringen Ausnahmen nid# thun. Welche Einnahmen stehen diesen Ausgaben gegenüber? Es wird angenommen, daß das Städtebundtheater in den Städten A, B, C, D, E je einen Herbst- oder Wintermonat und je einen Frühlings- ober Sommermonat spielt. Wenn ein Ort in den Städtebund hineinzuziehen ift, der durch seine schöne Natur ober durch Heilquellen einen ftärfereil Sommerverkehr hat, wird auch im Sommer mit Erfolg gespiett werden können — ein Vorteil, der allen Städten zugleich^ vor allem aber auch den Angestellten des Städtebundtheaters zu Gute käme. Es wird ferner angenommen, daß die Preise nicht zu hoch seien. Wir denken sie uns von 2 Mark bis herunter zu 25 Pfennigen, im Durchschnitt also 1 Mark. Wir wollen demnach den Einheitspreis von 1 Mark unserer Rechnung zu Grunde legen. Es wird weiter angenommen, daß ein starkes Abonnement die Grundlagen der Einnahme bildet. Ter Monats spielplan für die Stadt B im O kt o b er soll beispielsweise derarttg entworfen fein, baß ein Montag-, ein Dienstag, ein Mittwoch? rc. Abonnement aus- gegeben wirb. Ter Abonnent kauft vier zusammengeheftete Eintrittskarten für vier Montage — für Montag den 4., 11., 18., 25. Oktober, für 4 Mart — halbes Abonnement ober acht zusammengeheftete Eintrittskarten für vier Montag- und vier Donnerstag-Abende, für vier Dienstag- unb vier Freitag-Abende, für vier Mittwoch? unb vier Samstag- Abenbe — ganzes Abonnement. Tie Eintrittskarten sind übertragbar, also nicht bloß von bem Abonnenten, sonbern für jebermann zu benutzen. An den acht Abonnementslligen eines ganzen Abonnements werben acht verschiedene Stücke gespielt, beispielsweise „Kabale unb Liebe" von Schiller, „Ter Raub ber Sabineriunen" von Schönthan, „Emilia Galotti" von Lessing, „Tie Ehre" von Sudermann, „Tok- Lor Klaus" von L Arronge, „Ein Fallissement" von Björnson, „Ter Meineibbaucr" non Anzengruber, „Ter Veilchenfresser" von Moser, also Ernstes und 5?eiteres in angemessenem Wechsel. Am Sonntag wirb nachmittags unb abenbs außer Abonnement gespielt. Ter angestellte Tirektor wird sehr jorgfältig bar auf zu achten haben, für biefe beiden Bor- iteUungen, die mit Wahrscheinlichkeit vor einem ausver- tauften Hause in szene gehlen, die Stücke zu. wählen, die in ber Stadt B am besten gefallen haben. Für den Sonn--, tag Nachmittag wirb vor allem auch bte Jugend zu berücksichtigen sein unb Besucher aus ber Umgegend ber Stabt« die zu später Abendstunde nicht hereinkommen können. Ter Spielplan wirb im nächsten Monat in ber Stabt E roieber» holt. Taburch wirb eine sorgfältige Einstudierung aller Stücke auf bie bequemste Art ermöglicht. Welche Einnahmen können wir bei biejem Abonnements-, system unb biefem Spielplan haben? Wir nehmen 300 Plätze an. Davon finb 100 abonniert, 100 werben am Wochentage an ber Kasse verkauft, in beiden Sonntags-Vorstellungen finb alle 300 besetzt. Wir hätten also: 600 Abonnenten L 4 Mark .... 2400 Mark. 2400 Mchtabonnenten ..... 2400 „ 4 Sonntage (mancher Monat hat 5) mit 8 ausverkaufien Vorstellungen, b. h. 600 Besuchern. . . 2400 „ Insgesamt 7200 Mark. In ber Rechnung ist eine Einnahme für Garderobe unb Zettel nicht angesetzt. Ich will, um mich nicht aus Optimismus einer Täuschung hiuzugeben, bie Einnahmen von Zetteln nicht höher ansetzen, als ihre Herstellung kostet. Tie Garberobe bagegen müßte eine beträchtliche Einnahme abwerfen, wenn man bie Ablegung bet Kleider zu einem Zwang macht; unb bas empfiehlt sich zur Sicherung bes Geschäfts sowohl, wie der Ordnung. Bei einer Besucherzahl von 7200 Menschen würbe bie Garberobe, nur mit 5 Psg. berechnet, eine Einnahme von 310 Mark ergeben. Die Ausgaben für Garberobe würden betragen: Für Frauen ä 30 Mark monatlich (was angemessen bezahlt ist) 120 Mark, Ueberschuß: 190 Mark. Es würden also ben Gesamtkosten von rund 5000 Mk. gegenüberstehen Gesamteinnahmen von 7200 und 190 Mk., zusammen 7390 Mark. Gewinn 2390 Mark monatlich. Unsere Aufstellung, bie in allen Teilen mit größter Vorsicht gemacht ist, erweist unzweifelhaft bie Durchführbarkeit bes Städtebundtheaters. MW ■ ... ■ WUMÄ : itc ' V*1 MM»':- %y ahrräd er und und veranschlagt zu Lieferungen, als: Mk. 6137 Mk. 6139 4478.01 5505.80 6913.70 zu a 1840 — 219.— 163.20 634.40 3114.— 1150.— 2574.— 228.60 Kirsches Sheriff-Weizen pr. Ctr. 9.50 Mk. 1 bei größerer — - rx r- rx Abnahme tag" zu Heuchelheim erloschen sind. Gießen, am 1. September 1902. Großherzogliches Amtsgericht. und Hydranten ..... Thonrohrlieferung Kleinschlag und Sandlieferung ♦ ♦ . , Pflastersteinlieferung .... f Gießen, den 30. August 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor: I. V.: Müller. Erdarbeiten ...... Betonierungs- und Maurerarbeiten . Rohrlegungsarbeiten ♦ Lieferung der gußeisernen Röhren, Schieber 9288.— 339.50 355.— 300.— Jergebung von Aauarbeiten. Die für die Herstellung einer Hochdruck-Quellwasserleitung in Rödgen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Samstag den 13. September l. I., vormittags 9 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Rödgen, bei welcher Voranschlag, Pläne und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Freiherrlich Riedesel'^ Gutsverwaltung Stockhausen (Hessen).____________________ !reisl.gr-üM ----- ö ......L .es-taona r* Preisermäßigung nach Vereinbarg. Bekanntmachung, betr.: Die Vergebung der Kultur- und Wegbauarbeiten Lieferungen im Gießener Stadtwald. Die im Gießener Stadtwald erforderlichen Arbeiten Anerkannt bestes Mittel gegen FllWeiß,WielM,SolilenlirMe!lrt. sind Tl. Högljes h«i°n. AM-Kickg-Wm (patentiert in der ganzen Welt). Dieselben können auch als Brandsohlen vom Schuhmacher eingearbeitet werden. — Alleinverkauf für Gießen und Umgegend Wilh. Plank, Lederhdlg., Aaynhosstr. 18. y Wiederverkäufer erhalten Rabatt! "WS 5592 iiir den W* >n» her n können. JJ®. Meiung aller Abonnements ,100«?’Ä 2400 WV 2400. H Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen, daß die Firmen »Hirsch Bauer" zu Leihgestern und „I. Frei- 2400% ®0W für Gard^ t af UM M^ VW>bic Ein" <6re W v5-Ä SV 00 AU , 8 weilte uti “Ä e*i, die wo besondüz "e rätselhafte 1 -um ersten ^uLewzjgbe. Wonter Pros. Hente ergeben vmrauler Mehrere chmcke, ftnob, er man tfjat- le im Reiche e Traditionen abMer> smarten m durch den ch, dch eL an starke Aus- in in der Leder genannten -uch, weswegen ei jo .gut still Was übrigens bemjenen und in eingeweihten s Ausstellung^ Lellausstellung, lerhöchstes hen Worten a) Herstellung von rcholten Riesen einschließlich der Entfernung von Dörnern und Vorwuchs . . . bl Aufräumen von alten Gräben . o) Herstellung von neuen Gräben ...... d) Planierarbeiten . . b) Lieferung von Basaltsteinen ....... f) Lieferung von Kleinschlag ♦ . g) Ehaussierarbeiten h) Aussetzen von Steinen Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustratze 2 (BÜrgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die, Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeiteru jeglicher Art, Dienstboten nud Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Buchbinder, 1 Schlosser, 1 Installateur, 1 Schneider, 7 Taalöhner, 4 Hausburschen, 1 Packer, 1 Gartner, 5 Erdarbeiter, 1 lanowrrtsch. Arbetter. 1 Fahrbursche, 1 Knecht, 1 SpenglerlehÄing, 1 Laufmädchen, 3 Dienstmädchen, 4 Laufstauen, 1 Wäscherin, 1 Weißzeugnäherin. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Wagner, 1 Wagenlackierer, 1 Kunstschmied, 1 Schlosser, 1 Schneider aus Woche, 2 Knechte, 1 landwirchsch. Arbetter, 1 Bäcker«, 1 Spengler- und 1 Schloss er- lehrling, 3 Dienstmädchen per sofort, 2 Dienstmädchen zum 15. September, 2 Dienstmädchen per 1. Oktober, 1 Hausmädchen per L November, 1 Küchenmädchen per sofort, 1 landw. Arbeiterin. Meschen Wirt» den landwirt- kauften Zucht- nach einer fast mren, war ihr Material nia)t Äe/chassendett len, 13 Rinder > des Saaner »erewe oiestw wurden, e Maufspreife dch das ange- id). Zm Durch- rozem Vereins- siegenböcke (nach die Ziegen M m wünscht, chl desMa- t mir mchl Bedienung. LevL Roten Dividenden- „ „ „ 9.50 „ Petkuser Roggen „ n 9.00 „ Schweb. Schnee-Roggen „ „ 9.00 „ Versandt ab Lauterbach (Oberh. Bahn) in neuen Säcken, die zum Selbsttostenpreis berechnet werden. Unser Saatgut, welches doppelt gereinigt über Windfege und Trieur, eignet sich besonders zum Samenwechsel, da in rauher Gebirgslage gewachsen. 5839 sollen Lmstag den 6. September IM, mmittG 10 Uhr, im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, öffentlich vergeben werden. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies m den dortigen Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, am 2. September 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. 6146 Zur Herbstsaat empfehlen wir: ftä“ ^Muhren. 'an9 alsdann WM ^«2$ Achtung "ft**** .m llei1 aufrecht. Aasverßeigmug. Dienstag, 9. September, vonnittags 8 Uhr anfangend, soll das Grumnietgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober- Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof, an der Straße nach Grünberg. Lich, 1. September 1902. 6138 Winheim. Lchmileu-Veckils. Samstag de« 6. September d. I. werden ca. 3250 alte Bahufchwelleu auf der Bahnstrecke Großen-Linden bis Ktrch- göns meistbietend versteigert, Anfang 8L0 Uhr vormittags auf Haltestelle Großen-Ltnden. Großh. Hess. Bahnmeisterei 16. Peter. 6124 für reisende HOSDIZ Damen I im evang. Schwesternhaus, Giessen, Johannesstr. 7. Wanderer, Adler, Mars, 2ZtxLtoeki.e>x- ■vtxa.d. Ersatzteile, fachgemässe Reparatur 'M preis würdig. [3492 Fr. Zrogmann, Bahnhofstr. 30. T anzunterrlcht 6149 6C C5 w Zur gefl. Mttteilung, daß mein Tauzunterricht am 3. Oktober beginnt. Anmeldungen werden Wetzsteirraaffe Nr. 31 entgegen-» genommen. — Honorar 12 Mark. Arivat-Nnterricht zu jeder Hageszeit. -WA Schmidt, Talljlehkst Pressen zur Wein- und Obstweinbereitung, Mit Herkules-Druckwerk, Holz- oder Eisenbiet, Hydraulische Keltern für Grossbetrieb mit I oder 2 ausfahrbaren Bieten. 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Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1565 Mt. zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Oekonomierat Schleuke, Hardthof bei Gießen, zu erbitten. Die Preisoerteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 12‘/3 Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück. Am 11. September, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwittschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenstänoen. Der Generaloertrieb der Lose ä 1 Mk. ist dem Herrn Richard Buch- Spezialität: Betten und PoHmiöM • in eigener Anfertigung. Uebernahme vollständiger Ausstattungen, kW W- W •'r4i UE 26. L orbiiun Atbrnö m Ho , Ar , Ko , Lic c X roie ai ligtmc auf d Dtrhäl richlui tntl'iel in Obe n u\ 6bc Termi -u gel r ftönbigi jur Gin Li- katzi, bi ' Ziegenbock zu verkaufen. Gregen, Nahrungsberg 20. 1 Casseler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9, gegenüber W. Wlrslg. 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Kinder unter 10 Jahren und Militär vom Feldroebel abwärts zahlen an den Wochentags-Vorstellungen und Matinses folgende Preise: 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 60 Pfg., Galerie 30 Pfg. — Die Vorverkaufskasse tst geöffnet von 10—12 Uhr vormittags und 2—6 Uhr nachmittags. Kasteuöffuuug 7 Uhr Anfang der Vorstellung prazrö 8'^ Uhr Der Besuch der tägl.ichen Proben, welche um 10 Uhr vorm. beginnen, tst gegen ein Gntree von 80 Pfg. für Erwachsene und 15 Pfg. für Kinder gestattet. An den Tagen, an welchen 2 Vorstellungen stattfinden, wird keine Morgenprobe abgehalten. Der Besuch des Tierzelteö ist ebenfalls gegen ein Entree von 10 Pfg. gestattet, für die Probenbesucher ist der Besuch des Tierzeltes freu Hochackttmgsvoll 6128 Maximilian B., Direktor unb Besitzer. IMotaiM!! SernfteinladiarBe Ä. über Nacht hart trockn., hochglz. LMituslaikslirbe 7«^. sofort harttrockn., hochglänz. Gust. Walter MäuSburg 13. 5674 Jean Berns Co Inhaber: Oscar Gutmann Gegründet 1883. Gegründet 1883. 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