Nr. 1L7 Erschetrrt täglich außer Sonntag». Dem Ließen« Anzeiger werden Im Wechsel mÜ dem Vefstsche« Landwirt die Siebener Kamille«' blätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Verlag der vrü h l'sch« Unlvers.-Buch-a.Stei»- druckeret (Pietsch (irben) Redaktion, (trp< bitten und Druckerei: Schnlftr.be T. Ldrrsse für Depeschen r «azetger Sieben. yernsprechanschlutz Rr.bl. Dienstag 3. Juni 1908 153. Jahrgang Erstes Blatt. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger ** ** Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Bez«a»ftretAr , mona l lrch 7L Ps., otertab» jährlich Ml. 2^0; durch Abhole- il HwelgfteüaM monatlich 65 Pf.; durch! diePost Mk.2.— viertel* jährl. auSschl. Bestellg^ Annahme von Anzetgei für die TageSnummep bi» vormittag» 10 U&t»j Zeilenprei»: lokal auSwärt» 20 Pfg. verantwortlich: für den pollt u. adgem, Dell: P. Witiko: für .Stadt und Canb* und .Lerichtslaaf:R.Dttd« mann; für den Anzeigenteil: £>an8 Beck. J>ie KetreidezöTe im preußischen Landtage. Zn der Montag--Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses standen die Antrüge Graf Ämvurg>L-tirum und v. Zedlitz betr. Verstärkung deS landwirtschaftlichen Zoll- schutzes zur Beratung. Der Antrag Gras Limburg verlangt, die Staatsregie- rung solle tm Bundesrat für die über die Zolltarifvorlage hinausgehenden Wünsche der Mehrheit der Zolltarifkommission eintreten. Der Antrag v. Zedlitz verlangt ein Eintreten der Staatsregierung im Bundesrat nur dafür, daß über jene Wünsche der Mehrheit der Zolltarifkommission eine „Berstündigung mit dem Reichstage" herbeigeführt werde. Unmittelbar nach dem Eintritt in die Tagesordnung gab Ministerpräsident Graf Bülow die nachstehende Erklärung ab: .Zu den vorliegenden Anträgen der Abgg. Graf zu Limburg- Stirum und Genossen und der Abgg. Frhr. v. Zedlitz und Genossen habe ich namens der königlichen Staatsregierung folgende Erklärung abzugeben: .Die königliche Staatsregierung lehnt e8 ab, an der Beratung dieser Anträge sich zu beteiligen. Der dem Reichstage vorliegende Entwurf des Zolltarifs bildet einen nach langen und mühevollen Verhandlungen unter den verbündeten Regierungen zu Stande gekommenen Kompromiß. Nach der Reichsverfassung und insbesondere nachdem der Entwurf eines Zolltarifgesehes nebst Zolltarif im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers nach der erfolgten Zustimmung des Bundesrats dem Reichstage zur verfassungsmäßigen Beschlußnahme vorgelegt ist und zurzeit den Gegenstand der Beratungen der zu diesem Zwecke gewählten Zolllariftommission bildet, gehört diese Materie zur ausschließlichen Kompetenz des Reichstages. Die gleichzeitige Beratung dieses Gegenstandes in einzelstaatlichen Landtagen, und namentlich n denjenigen des größten Bundesstaates, kann nur den Zweck verfolgen, von den parlamentarischen Körperschaften der Einzelstaaten auS eine Beeinflussung auf die Beschlußfassung des Reichstages auszuüben. Eine solche Tendenz würde dem Geiste der Reichsverfassung nicht entsprechen. Wie der Bundesrat sich bisher von Beratungen über solche Gegenstände im Reichstage ferngehalten hat, welche durch die Reichsverfassung dem Reiche nicht zugewiesen, also der Zuständigkeit der Einzelstaaten vorbehalten sind, ebenso muß die königliche Staatsregierung ihrerseits es sich versagen, ihren übrigens an zuständiger Stelle bereits wiederholt und unzweideutig dargelegten Standpunkt in der hier zur Diskussion stehenden und zur Kompetenz des Reiches gehörenden Zollftage in diesem hohen Hause des Näheren zu entwickeln." Die Erklärung des Ministerpräsidenten wurde von der rechten Seite des Hauses mit wachsender Unruhe, auf der linken Seite mit wiederholtem Beckatt ausgenommen. Die Minister verließen den «Ätzungssaal. Abg. v. Heydebrand und der Lasa (fonf.): Ich bedauere die Erklärung des Reichskanzlers, insbesondere, daß sie abgegeben wurde, ohne baß die Regierung auch nur die Gründe gehört hat, die uns zur Stellung der Anträge veranlaßt hat. (Beifall rechts.) Ich teile aber auch nicht die Auffassung des Reichskanzlers, daß wir nicht kompetent seien zur Beratung der Anträge. Wir mußten sagen, daß der Landwirtschaft bei der Zollgesetzgebung nicht wieder Opfer für den Welthandel zugemutet werden dürfen, denn die Landwirtschaft hat kein Interesse an dem Welthandel. Mag man unsere Kompetenz hoch oder niedrig anschlagen, wir werden die uns anvertrauten Interessen der Landwirtschaft nach unseren Kräften wahren. Deshalb haben wir unseren Antrag eingebracht, den wir Sie bitten, so wie er ift, anzunehmen. (Lebhafter, anhaltender Beifall rechts.) Abg. Frhr. v. Zedlitz (ftks.) verliest eine Erklärung, nach oer seine Partei zwar das Abgeordnetenhaus für legitimiert hält, die Frage zu behandeln, aber eine Erörterung zur Zeit nicht für die Sache förderlich hält. Die Partei wird sich daher an der weiteren Diskussion nicht beteiligen und, wenn ihr Antrag abgelehnt werden sollte, sich bei werteren Abstimmungen der Stimme enthalten. Abg. v. Eynern (nl.) erklärt, daß die nationalliberale Partei gleichfalls ablehne, sich an der Diskussion zu beteiligen und gegen beide Anträge stimmen werde. Abg. Herold (Ztr.): Der Bundesrat hat den Wünschen der Mehrheit der Zolltarifkommission gegenüber durchweg nur sehr geringes Entgegenkommen gezeigt. Deshalb ist es notwendig, daß wir hier unsere Stimmen erheben. Dabei ist unsere Tendenz nicht, wie der Reichskanzler meinte, den Re ichstag zu beeinflussen, sondern vielmehr Einfluß auf i);ie preußische Staatsregierung zu gewinnen. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Zollfragen sind hier schon oft erörtert worden, ich sehe nicht ein, warum das auf einmal nicht mehr zulässig sein soll. (Sehr richtig.) Redner geht darauf im einzelnen auf die landwirtschaftlichen Zölle und ihren Zusammenhang mit der Handelsvertragspolitik ein und wendet sich gegen zu weit gehende Rücksichtnahme aus das Ausland. Wenn, so ruft er unter lebhafter Zustimmung bei der Mehrheit aus, .bei den Handelsverträgen nicht wenig st ens das für die Landwirtschaft notwendige Minimum von Zöllen aufrecht erhalten wird, dann lieber gar keine Handelsverträge! Abg. Richter (frs. Bp.): Auf das heutige Schauspiel habe er sich schon lange gefreut. Am meisten wundere ihn, wie das Zentrum einen solchen Antrag unterschreiben konnte. Was der Abg. Herold von der Mehrheit des Reichstags fün d en Zolltarif gesprochen habe, treffe nicht zu. 14 Stimmen der Kommission stünden gegen 11. Der Abg. Trimborn wolle sich schon jetzt auf die Seite der Minorität schlagen. Dann fehle nur noch eine Stimme und dann falle das Gesetz. Die Rechte glaube vom Grafen Bülow freilich: „Vorne nickt er und hinten pickt er". Dazu sei sie ja auch gewifsermahen berechtigt; denn einen besseren Kameraden als den Grafen Bülow tonnten die Agrarier nicht finden. (Heiterkeit.) Wenn die Wasser aber diesmal wirklich so tief seien, daß die Agrarier nicht zum Grafen Bülow rommen könnten, würde die Linke ftch mit der Rechten zusammenthun und gemeinschaftlich den Zolltarif verwerfen.» Nachdem der Abg. Fuchs (Zentr.) bedauert hatte, daß man auf der Linken auf die Dummheit der Masse spekuliert, fragt Abg. Dr. Barth (frs. Vp.), wozu denn die Verständi- aung, die die Regierung anstrebe, nun durchaus durch diese Anträge erfolgen solle, die thatsächlich in die Kompetenz des Reichstages eingriffen. Zudem zeige der Landtag ja nicht das richtige Bild der Volksvertretung, da die stärkste Partei gar nicht vertreten sei. Abg. Frhr. v. Wan gen heim (fonf.) tritt für das Recht des Hauses ein, sich über wichtige Lebensfragen hier auszusprechen. Mit besseren Witzreden, wie sie Richter heute hielt, komme man nicht über solche Tinge hinweg, die namentlich das Wohl der Arbeiterschaft beträfen. Die warme Zuneigung des Reichskanzlers zu uns hat sich mit der zunehmenden Temperatur immer mehr verflüchtigt. Wir wissen, wo'ran wir sind; die Sachlage ist sehrernst;alleVerantwortungtrifftjetztdie Regierung. Nach längeren Ausführungen der Abgg. Dr. Sattler (ntl.), Dr. Becker (Ztr.) und Ehlers (fr. Ber.) wird ein Schlußantrag angenommen. Nach einem Schlußwort des Abg. Grafen Limburg- Stirum (kons.) wird der Antrag der Fr ei konservativen abgelehnt und der konservative Antrag in namentlicher Abstimmung mit 183 gegen 79 angenommen, bei 42 Ctimmenenthaltungen. o e * Der starken Verstimmung der Konservativen gegen den Grafen Bülow wegen seiner Erklärung im preußischen Landtag giebt die „Kreuzt g.", das offizielle Organ dieser Partei, umgehend Ausdruck. Die „Kreuzztg." ftndet, daß der Ministerpräsident seine W- lehnung der Verhandlung über den Getreidezollantrag in eine Form gekleidet habe, die überaus peinlich wirke und sonst nur bei ungesetzlichen oder verfassungswidrigen Ueb je r griffen gewählt worden sei. Ein derartiger Vorgang lege die Vermutung nahe, daß die Regierung auf ein verständnisvolles Zusammenwirken mit einer loyalen Mehrheit keinen Wert legt. Das ist deutlich gesprochen, und es könnte fein, daß sich die Konsequenzen gar bald, auch auf dem Gebiete der Reichs- ivlitik, bemerkbar machen. Da sind die Zuckersteuervorlagen — die in der Kommission beantragte Vertagung dieser Materie mag den Reickzskanzler vor allem verdrossen haben — und der Gesetzentwurf über die O st- afrikabahn. Dem einen wie dem andern stehen die Konservativen „kühl bis ans Herz hinan" gegenüber, während Graf Bülow die baldige Verabschiedung beider Vorlagen sehnlichst wünscht. Der Horizont der inneren Politik mag nach alledem dem Reichskanzler um Vieles bewölkter erscheinen, als der der Auslandspolitik. Hin Aückvnck auf den südafrikanischen Krieg. Angesichts der Unterzeichnung der Uebergabe durch die Burenführer sowie durch Milner und Kitchener und des also unmittelbar bevorstehenden Friedensschlusses verlohnt es sich, einen Rückblick zu machen auf den Verlaus der KriegK- geschehnisse. Zu Anfang des Krieges betrugen die Streitkräfte dcrl Buren nach Angabe der Engländer 54 800 Mann, denen letztere kaum 30000 entgegenftenen konnten. Nach Angabe aus Burenquelle hat die Gesamtzahl der Burenstreitev niemals 36 000 überschritten. Am 11. Oktober 1899 überschritten die Transvaalburen, denen sich die Oranjebupen anschlossen, und am nächsten Tage die letzteren die Grenzen der beiden Republiken, schnitten zunächst Kimberley Und Maseking von der Verbindung mit Kapstadt ab und besetzten die nach Natal hineinführenden Gebirgspässe. General White konnte den 20 000 Mann des burischeu Oberfeldherrn Generals Joubert nur 13 000 Mann gegenüberstellen. Sein Untergeneral Symons wurde am 19. Oktober von den Buren bei Glencoe geschlagen und selbst tätlich verletzt. Tie Trümmer des englischen Heeres flüchteten nach Ladysmith. Trotz eines britischen Erfolges bei Elandslaagte, am 21. Cfr« tober, bei dem das deutsche Burenhilfskorps vernichtet und sein Oberst Schiel gefangen genommen wurde, konnte General White die Einschließung von Ladysmith nicht hindern. Während Joiibert nun Ladysmith cemierte und 9iatal bis zum Tuge la besetzte, drangen weitere Burenkommandos in dieMaplolonie ein unb hatten hier großen Zuwachs an waffenfähigen Mannschaften. * Am 31. Oktober war der englische Oberbefehlshaber Sir Redvers Buller in Kapstadt gelandet. Joubert unternahm, um ihn nach Natal zu ziehen, einen Vorstoß auf Pieter Maritzburg, und Buller hielt eq demgemäß auch für das Wichtigste, mit der in Natal stehenden Hauptmacht der Buren abzurechnen. Er überließ daher dem General Lord Methuen den Entsatz von. Kimberley, während General Gatacre den Norden der Kapkolonie vom Feinde freimachen sollte. Wohl errang Lord Methuen am 23. und 25. November bei Belmont und Graspan scheinbare Erfolge über die Vorhut der Buren, wurde aber am 28. November und 11. Dezember am Modderfluß und bei Magersfontein von General Cronje so entscheidend geschlagen, daß die englische Offensive ins Stocken geriet Fast gleichzeitig, am 10. Dezember, erlitt General Gatacre bei Stormberg eine blutige Niederlage, wahrend fünf Tage später Bullers Versuch, Ladysmith zu entsetzen, bei Colenso vereitelt wurde. So schritten die Buren von Erfolg zu Erfolg, ohne aber nnebegreiflicherweise deren Früchte zu sichern. Daß die Engländer ihre Lage mit größter Besorgnis betrachteten, beweist der Umstand, daß sie nun ihre beiden erprobtesten Offiziere, Lord Roberts, den Sieger von Kandahar, und Lord Kitchener, den Würger von Khartum, an die Spitze ihrer südafrikanischen Armee beriefen. Beide trafen am 10. Januar 1900 in Kapstadt ein, konnten aber mit den durch die Niederlagen völlig entmutigten Truppen nichts beginnen, so lange die unterwegs befindlichen 150 000 Mann Verstärkungen noch nicht eingetroffen waren. Ein nochmaliger Versuch Bullers, Ladysmith zu entsetzen, brachte ihm am 24. Januar die blutigste Niederlage des Krieges am Spionkop und am 8. Februar eine zweite am Vaalkrantz. Jetzt aber übernahm Lord Roberts das Kommando und führte eine Wendung zu Gunsten der britischen Waffen herbei. Am 18. Februar 1900 umging er am Modderfluh die Stellung der Buren bei Jakobsdal mit 150 000 Mann, denen General Cronje nur 8000 Buren gegenüberstellert konnte. Cronje mußte sich nach dreitägigem Kampfe am 27. Februar mit 4300 Mann am Paardeberg ergeben. Kimberley war befreit, die nächste Folge war auch das Auf- Feuilleton. — Znm Darmstadter Theaterumbau. Die unserem Landtage zugegangcne Regierungsvorlage, betr. den Hostheater- umbau, hatte uns Veranlassung gegeben, die Meinung eines in Fachkreisen mit Recht geschätzten Theatermannes, des Hofrats Hugo Edward in Darmstadt, des früheren langjährigen Darmstädter Hostheater-Regisieurs, über das Projekt und seine etwaige Notwendigkeit einzuholen. Herr Hofrat Edward hat die Liebenswürdigkeit, uns u. a. folgendes zu schreiben: „Günstige Zufälle und vorhandene Neigungen haben mir in früheren Jahren die erwünschte Gelegenheit geboten, die Musentempel der jämtlichen hervorragerrden Städte unseres Kontinents kennen zu lernen, und so hatte ich mir denn über das Thema „Theaterbau" meine eigenen Ideen gemacht, bie bet einigen der für diesen Zweck vorhandenen Bauwerken, z. B. bei dem des neuen Stadttheaters in Halle a. d. S., ihren prägnantesten Ausdruck sanden. Meine Auffassung eines zu ermögllchenden Mustercheaier- daues — wenn auch nur in kleinem Stil und bescheidener Ausführung — wurde nun aber durch das „Haus der Darmstadter Spiele" vollkommen auf den Kopf gestellt! Ob ich mit meiner Ansicht im Recht bin, weiß ich nicht, will mich auch durchaus nicht darauf versteifen. Im übrigen halte ich ben Umbau und Ausbau des hiesigen Hoftheaters — auch ohne Dienstwohnung des leitenden Direktors — für eine absolutc Notwendigkeit; die Gefahren, die das jetzige Bauweck für die Besucher in sich schließt, sind so mannigfache, daß ich, um die Gemüter der letzteren nicht unnütz zu erregen, auf die Beschreibung der Uebelstände verachten möchte. Doch will ich nicht versäumen, meine Meinung dahm.zum Ausdruck zu bringen, daß diejenigen maßgebenden Faktoren, die sich dem Umbau des Darmstädter Hosiheaters entgegenstellen, für die Zukunft eine überaus schwere Verantwortung auf sich laden." Gegen Olbrich und Behrens als etwaige Bauleiter spricht sich Hofrat Edward in folgenden Worten aus: „Hierbei will ich nun gern die Gelegenheit benutzen, Ihnen die Versicherung zu geben, daß mir beide Herren durch Ihre Schöpfungen bet der vorjährigen Ausstellung in Darmstadt überaus sympathisch geworden sind, daß ich jedoch einen weit nachhaltigeren Eindruck ihrer Kunstwerke empfangen haben würde, wenn mir der damalige „Theaterbau für die Darmstädter Spiele" fremd geblieben wäre." Dagegen lesen wir in einem, uns im ganzen durchaus nicht sympathischen, zum Teil gehässigen, in Einzelheiten aber doch beachtenswerten Aufsatz von Jul. Meier-Gräfe in der Harden'schen „Zukunft" Nr. 34, beutelt „Darm-Athen": „Jetzt höre ich, daß man das Darmstädter Theater umbauen will und dafür 800 000 Mk. auswirft, von denen 300 000 Mk. von der Schatulle bezahlt werden; und dieser Bau soll nicht Olbrich, nicht Behrens, keinem der Darmstädter, foitbern einer beliebigen Routinierfirma übertragen werden. Das ist ein bischen hart, aber gesund; denn es reinigt..... Die Schatullen werden kommen, wenn erst das liebe Volk will. Ich sehe schon alle Throne Europas mit Christiansens Linien und färben geschmückt; heute oeht es nicht mehr von oben, sondern von unten; und darüber sollten wir uns alle freuen." Dieser Nachsatz enthält gewiß auch etwas Wahres. Jedenfalls aber würden wir es sehr bedauern, wenn die hessische Residenzstadt, die • durch das „Dokument deutscher Kunst" im Vorjahr mit Recht die Augen der Welt auf sich zog, auch nach dem Umbau ein Dutzendtheater behielte, wie man es in zahllosen deutschen Mittelstädten antrifft, statt eines architektonischen Werkes von künstlerischer Bedeutung und Originalität. Selbst kleinere Städte besitzen Theaterbauten von künstlerischem Werte, so z. B. Meran einen gewiß nicht mit besonders reichen Mitteln, vielleicht für die Hälfte der in Darmstadt jetzt vorgesehenen Kosten nach den Plänen des Münchener Architekten M. Dülfer in antikisierender Tempclform errichteten, 1900 vollendeten Bau, um den z. B. auch die von Hofrat Edward oben erwähnte Stadt Halle die Meraner beneiden könnte. Heben der Belagerung von Ladysmith, und General Roberts besetzte am 13. März Bloemfontein. Friedensanerbietungen beider Republiken, von Holland unterstützt, wurden von England abgelehnt. An die Stelle des inzwischen gestorbenen Hächstkvmmandierenden der Buren, Joubert, war 'Louis Botha getreten, dem die Generale Dewet und Delarey Kur Seite standen. Große Erfolge im Felde waren allerdings den Buren jetzt nichl mehr möglich. Tie Zahl ihrer Streiter sank auf 15 000 Mann, denen die Engländer rund 250 000 Mann aegenüberstellen konnten. Gleichwohl erzielten die Buren rm Kleinkrieg hübsche Erfolge. Am, 18. Mai war Mafeking entsetzt worden, am 27. Mai überschritt Roberts den Baal, am 28. Mai wurde Annektierung.des Freistaates ausgesprochen, und am 31. Mai Johannesburg, am 5. Juni Prätoria besetzt, wodurch gleichzeitig 4000 gefangene Engländer die Freiheit erlangten. Präsident Krüger hatte sich nach Osten zurückgezogen. Kleinere Erfolge der Buren bei Rondeval am 7. Juni, bei Nitralsnek am 12. und Palmiet- fontein am 16. JÄi vermochten dem Kriege keine Wendung mehr zu geben. Dazu kam, daß sich am 30. Juli General Prinsloo bei Fouriesburg mit 3000 Mann den Engländern ergeben mußte. Als dann am 23. und 26. August noch das letzte größere Burenheer bei Dalmanutha und Belfast geschlagen war, verließ Präsident Krüger das Land und reiste am 20. Oktober an Bord des holländischen Kriegs^- schisses „Gelderland" nach Europa ab. Roberts sprach die Annexion aus und erachtete damit seine Aufgabe erfüllt. Er übergab den Oberbefehl an Kitchener und verließ am 11. Dezember 1900 Südafrika. Was er gethan, faßte er in die Worte zusammen: ,/Born Burenheer ist nichts mehr übrig als marodierende Banden!" Mas es mit diesen marodierenden Banden für eine Bewandtnis hatte, hat Lord Kitchener zur Genüge erfahren. Die Buren gewannen überall an Terrain, unterbanden die Zufuhrstraßen und lebten auf Kosten Englands. Die Engländer verkrochen sich hinter Blockhauslinien. Die Zahl der im offenen Felde verfügbaren englischen Truppen wurden dadurch auf kaum 50 000 Mann beschränkt. Es begann die Aera der Kesseltreiben, die sich namentlich gegen den gefährlichsten Gegner der Engländer, den General Dewet, richteten. Auch gegen Delarey, der in Mest-Transvaal kommandierte, wurden Vorstöße unternommen. . Die Buren suchten dieser neuen ^Taktik damit zu begegnen, daß sie den Krieg in die Kapkolonie hinüberspielten. Sie drangen bis an die See vor und nötigten die Engländer sogar, Kapstadt in Verteidigungszustand zu setzen. Auch im Norden erlitten die Engländer- schwere Verluste, z. B. am 30. Mai 1901 bei Vlaksontein und am 15. Juni bei Wilmansrust. Dazu kam der Ausbruch der Pest in Kapstadt, kurz, 'Hiobsposten von allen Seiten. Da veröffentlichte Kitchener seinen Erlaß vom 6. August 1901, wonach alle Buren, die sich nicht bis zum 15. September ergäben, zeitlebens aus Südafrika verbannt werden sollten. Die Buren beantworteten diese Proklamation mit ihren Siegen bei Uniondale am 20. August, bei Dejagersdrift am 19., bei Stala und Prospect am 27. und bei Moedwill am 30. September. Die Engländer verloren nun vollends den Kopf. Inzwischen war es ihnen gelungen, itn der Kapkolonie das Kommando Lotter gefangen zu nehmen. Lotter wurde am 11. Oktober hin- gerichtet. Am 12. Oktober fiel der schwerkranke Buven- kommandant Dcheepers in die Hände der Engländer und wurde am 19. Januar erschossen. Holland unternahm nun 'zum zweiten Male einen Schritt zur Vermittelung. In England waren Volk und Regierung mürbe geworden, und König Eduard wollte, daß zur Zeit seiner Krönung Friede rin seinem Lande herrsche. Allerdings konnte England, tveil Holland zu keinen Vorschlägen autorisiert war, nichts weiter thun, als seine Bereitwilligkeit aussprechen, mit den Burensührern zu verhandeln. Es verging aber doch noch geraume Zeit, bis die Verhandlungen in Gang kamen. Einmal versuchten es die Engländer noch mit Gewalt, hatten sie doch dieses Mal Dewet so sicher zwischen drei Blockhauslinien und 30000 Mann eingekreist, daß er nicht entkommen konnte. Wer mit einer Herde Ochsen, die Dewet gegen die englischen Stachelzäune trieb, machte er alle chre Berechnungen zu Schanden und entkam mit seiner Hauptmacht. Fast unmittelbar nach diesem Erfolge der Buren folgte dann noch der große Sieg Delareys über Lord Methuen am 9. März 1902 bei Tweebosch, wobei Lord Methuen selbst gefangen wurde. Das war die letzte große That des Krieges, denn jetzt war die Frucht reif. Lord Methuen selbst wurde der Vermittler. Am 13. März 1902 sreigelassen, traf er am 14. bereits in Klerksdorp ein. Wenige Tage darauf begaben sich Schalk Burgher, Reitz, Lucas Meyer, Krogh und Vandervelde zu Lord Kitchener nach Pretoria und trafen dann in Klerksdorp mit Steijn, Dewet, Delarey und Kemp am 3. April zusammen. Am 7. April wurde Kruitzinger von der Anklage des Mordes freigesprochen. Am 14. April folgte dann im Beisein Kit- cheners und Milners die erste Verhandlung sämtlicher Burenführer. Bis zum letzten Tage des Mai haben sich dann die Verhandlungen hingezogen. Was nun den Inhalt der Uebergabe-Bedingungen anlangt, so erklärt sie der gelegentlich offiziöse „Daily Graphic" als „außerordentlich großmütig". In der That meldet der parlamentarische Berichterstatter des „Stand.", daß England in Sachen der Aufhebung der Verbannungsproklamation und der Berufung von Burenführern in den Beirat, der Lord Milner vor der Bewilligung einer Re- präsentatrv-Verfassung zur Verwaltung der eroberten Republiken zur Seite gesetzt werden sollte, weitergehende Konzessionen gemacht habe. Ebenso bestätigt eine Reutersche Verlautbarung die private Meldung 'einer die Buren befriedigenden Entscheidung der Frage des Waffentragens. Politische Tagesschau. Flottenvötlage in Sicht! Aus Berlin, 2. Juni, wird uns geschrieben: Eine Neueinteilung der Flotte n-Stations- gebiete ist erfolgt. Mit Ausnahme der westafrikanischen, der amerikanischen und australischen haben sämtliche Stationen eine Erweiterung erfahren. Das Schwarze Meer und der Suezkanal, das Rote Meer und der Persische Golf, sowie die Südküste Asiens, werden in Zukunft ständig von deutschen Kriegsschiffen durchkreuzt werden. Tie Jndienst- haltung einer größeren Anzahl von Kreuzern ist danach unumgänglich- und die Einbringung einer Vorlage über die Verm ehrung der Auslands schiffe wohl eine Frage kurzer Zeit. Das Abschiedsgesuch des Eisenbahnmiuisters v. Thielen wird man, der „Köln. Volksztg." zufolge, als eine That- sache hinzunehmen haben. Tas Abschiedsgesuch liegt zur Zeit noch unerledigt im Kabinett des Kaisers. Es wird wohl erst formell erledigt werden, wenn der Nachfolger bestimmt ist. Ueber diesen lausen verschiedene Gerüchte um; die einen nennen Herrn v. Podbielski, die andern den General Schub art oder den General Budde; dieser hat zur Zeit eine Tirektorstelle bei der Löweschen Wafsen- fabrik inne. Ein General muß es eben bei gewissen Leuten unter allen Umständen sein, mag es nun ein General a. D., ein General z. D. oder ein General i. D. sein. Die Kandi- didatur des Herrn v. Podbielski soll wieder fallen gelassen sein, weil es nicht angebracht erscheine, ihn schon wieder das Ressort wechseln zu lassen. Gegen die Kandidatur des Generals Budde soll sprechen, daß er in seiner, gegenwärtigen Stellung finanziell besser steht, wie er als Minister stehen würde. Auffallend ist, daß kein alter Angehöriger des Eisenbahnressorts als Kandidat genannt wird, während doch sowohl Herr v. Thielen wie sein Vorgänger- Maybach Fachmänner waren, ehe sie Minister waren. Ob die Erfahrung bei der Reichspost schon wieder vergessen ist? Tort wurde bekanntlich Sperr v. Podbielski Minister, ohne vorher von seinem Ressort wesentlich mehr zu wissen wie jeder andere Sterbliche. Aber er wirtschaftete bald ab, und nach ihm mußte man wieder zu einem Ressortbeamten dem jetzigen Staatssekretär Krätke greifen. General Budde wird allerdings insofern Fachmann sein, als er längere Jahre die Eisenbahnabteilung im Kriegsministerium geleitet hat. Aber bei dieser handelt es sich doch eigentlich nur um richtige Verteilung der Ausgaben, wählend beim Eisenbahnminister die Einnahmen die yroße Hauptsache sind. Tas fällt zur Zeit um so schwerer rns Gewicht, als für die preußisch-hessischen Bahnen ja die mageren Jahre begonnen haben. Zusammenschluß der evangelischen Lande-kirche. Die deutsche evangelische Kirchenkonferenz, die seit einigen Tagen in Eisenach versammelt ist, nahm folgenden Beschluß an: In der Ueberzeugung, daß ein engerer Zusammenschluß der deutschen evangelischen Landeskirchen, insbesondere Wahrung und Förderung der gemeinsamen evangelisch- kirchlichen Interessen nach außen dringend wünschenswert ist, und in der Absicht, diese Angelegenheit in Uebereinstimmung mit den deutschen evangelischen Kirchenregierungen thunlichst zu fördern, beschließt die Konferenz: I. Zur Bearbeitung der Angelegenheit des engeren Zusammenschlusses der deutschen evangelischen Landeskirchen wird ein besonderer Ausschuß bestellt. II. Derselbe besteht aus nachfolgenden 13 Mitgliedern der Konferenz: 1. Präsident 1). Dr. Barkhausen- Berlin, 2. Frh. D. von der Goltz-Berlin, 3. Präsident Voigts, 4. Oberkirch.-Rat I). Keller, 5. Präsident von Zahn, 6. Frh. 1). von Gemmingen-Stuttgart, 7. Präsident Dr. Wieland, 8. Präsident Dr. Buchner-Darmstadt, 9. Präsident Gieße, 10. Staatsminister Dr. Nothe-Weimar, 11. Geh. Oberkirchenrat Hansen-Oldenburg, 12. Generalsup. D. Kretschmar, 13. Senior 1). Behrmann. Im Fall des Ausscheidens oder der Behinderung eines dieser Mitglieder ist die Kirchenregierung, von welcher dasselbe abgeordnet ist, befugt, an dessen Stelle einen anderen Abgeordneten zu bezeichnen. III. Der Ausschuß regelt seine Geschäftsordnung selbst und wählt seinen Vorsitzenden aus seiner Mitte. IV. Dem Ausschuß wird auch der von dem Herzog!, sächs. Staatsministerium in Gotha bei der Konferenz eingebrachte Antrag überwiesen, sowie etwaige weitere bei der Konferenz eingekommene oder noch einkommende, auf den gleichen Gegenstand bezügliche Anträge und Vorarbeiten'. V. Der Ausschuß wird bei der Bearbeitung des ihm überwiesenen Gegenstandes mit den einzelnen Kirchenrcgierungen, sowie nach Bedürfnis mit dem ständigen Ausschuß der deutschen evangelischen Kirchenkonferenz ins Benehmen treten. VI. Der Ausschuß wird sich bemühen, seine Arbeiten so zu beschleunigen und deren Ergebnis so rechtzeitig dem Vorstand der evangelischen Kirchenkonferenz mitzuteilen, daß dasselbe einer im Jahre 1903 einzuberufenden außerordentlichen Versammlung der deutschen evangelischen Kirchenkonferenz zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt werden kann. Der Vorstand hat den Kömmissionsbeschluß nebst seiner Begründung den einzelnen Kirchenregierungen rechtzeitig vor dem Zusammentritt der Konferenz mitzuteilen. Schwurgericht. Gießen, 3. Juni. Gestern vormittag eröffnete Landgerichtsrat Schmidt als Vorsitzender die Verhandlungen der diesmaligen Schwurgerichtstagung. Der Gerichtshof besteht aus dem Genannten und den Landgerichtsräten Dr. Schäfer und Prätorius. Nach Erledigung der gesetzlichen Formalitäten und nach Bildung der Geschworenenbank wurde verhandelt gegen den vorbestraften, 21 Jahre alten Bergmann, zuletzt aus dem Schellhof bei Schotten als Dienstknecht thätig gewesenen Oswin Tetzner aus Schauderhainichen in Sachsen-Altenburg wegen Notzucht. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt v. Hessert. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Justizrat Bai st. Der Angeklagte war geständig, entschuldigte sich aber 'mit Trunkenheit. Es waren drei Zeugen geladen. Nach Verlesung des Anklagebeschlusses wurde auf Antrag des Vertreters der Staatsbehörde während der Verhandlung die Oeffentlichke.it ausgeschlossen. Das Urteil gründete sich auf den Wahrspruch der Geschworenen, welche dem Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt hatten. Er wurde zu 4 Jahres Gefängnis verurteilt. Weil er in der Voruntersuchung ein Geständnis abgelegt hatte, wurden ihm zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Mrechnung gebracht. Bei Wmessung des Strafmaßes war, wie der Vorsitzende ausführte, für den Gerichtshof die Brutalität bestimmend gewesen, mit der Tetzner auf offener Straße einer 72jährigen Frau Gewalt angethan hat. Außerdem habe der Angeklagte auch wenig Reue über seine Tchctt an den Tag gelegt. Ans Stadt und And. Gießen, den 3. Juni 1902. ** Personal na chrichten. Tas Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedernder freiwilligen Feuerwehr zu Bensheim Franz Schuchmann III. und Jakob Merk daselbst. Der Großherzog hat am 31. v. Mts. den Niederlageverwalter bei dem Hauptsteueramt Mainz, Rechnungsrat Leonhard Fla t h , auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. an in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Verlegung der Apotheken. Wir berichteten jüngst von der geplanten Verlegung der Hirsch-Apotheke nach der Frankfurterstrpße. Wir sind in der Lage, heute hinzusügen zu können, daß Dr. Caesar das Haus des Hauptmanns Kramer, Frankfurterstraße 4, zu diesem Zwecke gekauft hat. Weiter hören wir, daß die Regierung sich mit der geplanten Verlegung der Hirschapotheke einverstanden erklärt hat und daß es nun noch der Zustimmung der städtischen Verwaltung bedarf, um auch dem südlichen Stadtteil eine Älpvtheke zu geben. Mit der Verlegung der Hirschapotheke Hand in Hand geht ein weiterer Plan. Herr Sch wieder, der Besitzer der Engel-Apotheke, hat, wie wir erfahren, das Anwesen der Firwa Alexander M at) er, Schülstraße 1, Ecke Marktplatz, gekauft und gleiche- zeitig mit dem Lederhändler Keil, dem Besitzer des angrenzenden Grundstückes, wegen Ueberlassung auch seines Hauses, ein Wkommen getroffen, wonach, wenn die Verlegung der Hirschf-Apotheke zu stände kommt und ihm die Verlegung der Engel-Apotheke nach der Schulstraße, Ecke Marktplatz, gestattet wird, er das Keilsche und Alexander Mayersche Haus abreißen lassen will, um in ihrer Stelle einen monumentalen Neubau zur Aufnahme der Engel- Llpotheke errichten zu lassen, während für den Lederhändler Keil ein modernes Geschäftshaus in der Schülstraße errichtet wird. Allerdings verschwindet mit dieser Aender- ung wieder ein Stück des alten Gießen, dem aber kaum jemand eine Thräne nachweinen wird, umsomehr als damit auch der Speicher von Alexander Meyer mit seinem feuer^- gefährlichen Inhalt verschwindet; wenn auch der Speicherbau vielleicht stehen bleibt, so wird er doch! durch das neue Vorderhaus, das an der Straße errichtet werden soll, den Blicken der Passanten entzogen. ** Stiftungsfest des Geflügelzucht-Vereins. Am Samstagabend beging der Geflügelzucht-Verein im Cafö Leib das Fest seines fünfjährigen Bestehens durch eine wohlgelungene Abendunterhaltung, der sich ein Tännchen anschloß. Der sonst nur wirtschaftliche Zwecke im Auge habende Verein konnte dank der liebenswürdigen Mitwirkung des Gesangvereins „Heiterkeit", der Herren Euler und Kantowsky sowie des Musiklehrers Kasten und des Violin-Virtuosen Rosenthal die zahlreich erschienenen Festteilnehmer aus das Beste unterhalten. Der Ueberschuß einer Tombola, die veranstaltet wurde, wird der Stadt- kasse überwiesen werden zur Verwendung für bedürftige Schulkinder, denen im Winter ein warmes Frühstück gespendet werden soll. m. Grebenau, 31. Mai. Die kalte Witterung der ersten Hälfte des Mai hat in unserer Gegend, dem nordöstlichen Teile Oberhessens, dem Blühen der Bäume keinen Schaden gebracht, ihnen sogar noch genützt, indem durch die kalten Nächte das Austreiben der Bäume gehindert und die Blüten zurückgehalten wurden. Jetzt aber stehen alle Obstbäume, mit Ausnahme der Zwetschen, die bereits abgeblüt und gut angesetzt haben, in voller Blüte. Auch die Heidelbeere, deren Einsammeln armen Leuten im Spätsommer erwünschten Gewinn abwirft, verspricht mit ihren reichen Blütenstor guten Ertrag. Das herrliche Sommerwetter hat auch bereits hier und da die meisten Bienenschwärme hervorgelockt. Hoffentlich vertreibt es den schlimmen Gast, der sich schon seit mehreren Wochen in den Dörfern der Umgegend eingenistet hat und seit einigen Tagen auch hier auftritt, die Masern. Gestern mußte die unterste Schulklasse geschlossen werden, die andern werden bald nachfolgen. Infolge des Auftretens der Masern ist auch der auf gestern hier und in den Dörfern des Gründchens angesetzte Impftermin bis auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Vermischtes. ♦ Zur Bahnsteig-Kontrolle. Am Sonntag mittag wurde aus dem Potsdamer Ringbahnhose die 63 Jahre alte Telegraphistin Ottilie Seidel von einem noch! nach dem schon in Bewegung begriffenen Zuge stürmenden Manne so unglücklich u m g e r an n t, daß sie zwischen zwei Wagen fiel und tot gefahren wurde. Dieser traurige Fall zeigt wieder, daß durch solche noch nach dem ad-, fahrenden Zuge blind losstürmende Menschen leicht Un-i glückssälle verursacht werden können. Früher wurde diesem sehr zweckmäßig dadurch vorgebeugt, daß die Kontrolleure am Eingang zum Bahnsteig, sobald der Stationsvorsteher das Zeichen „Wfahren" gegeben hatte, die Kette vorlegten und niemand mehr durchließen, bis der Zug abgefahren war. Wie nötig aber die Wiedereinführung einer end, sprechenden ähnlichen Maßregel ist, zeigt der vorerwähnte Unglücksfall. Wäre hier noch so wie früher verfahren, so hätte auch die am Sonntag Totgefahrene nicht ein so schreckliches Ende gesunden. * Schwer e Unglücksfälle in den Bergen. Ueber ein Touristenunglück auf der Rax, dem zwei Menschen^ leben zum Opfer fielen, wird gemeldet: Tie beiden tiSer^ uuglückten sind der 25jährige Chemiker Dr. Ersnst Brezina, Sohn des ehemaligen Direktors der mineralogischen Wteilung im Wiener naturhistorischen Museum, und Dr. Payr, Sohn eines Bankiers in Innsbruck. Die beiden dienten ihr Einjährigenjahr ab. Ueber den Verlauf der Katastrophe berichtet der Obmann des alpinen RettungK-, ausschusses, Lehrer Steiger folgendes: Dr., Ernst Brezina unternahm mit Dr. Payr den Aufstieg auf die Rax aus dem großen Höllenthale über den Zimmersteig, um aus das Plateau zum Erzherzog Otto-Schutzhaus zu gelangen. Ter Zimmersteig geht fast ununterbrochen sehr steil auswärts! über Felsen und Steinboden. Er bietet Touristen, die mcU sehr geübt sind, ziemliche Schwierigkeiten. Die beiden hatten feine geeignete Kletterschuhe und waren auch nicht mit Steigeisen persehen. Das Wetter war im Raxgebiete sehr schön, toarrii und windstill, und die Steige befinden sich fük't alle im besten Zustande. Dr. Brezina und Dr. Payr waren beim Aufstiege aneinander geseilt. An einer besonders starken Stelle wollte Dr. Brezina, der voran gestiegen war, seinen Gefährten über einen Felsen hinauf- Helsen; er stolperte, kam zu Fall und stürzte in dre Tiefe; den angeseilten Payr hat er im Falle mitgerissen. Touristen wollen gesehen haben, daß sie ziemlich schwerfällig geklettert feien; der erste habe ver!- sucht, über eine Kluft von nahezu einemMeter Breite zu spring en. Er habe aber den Sprung zu kurz gen nommen und sei abgestürzt, wobei er den angeseilten Ge^ führten mit in die Tiefe riß. Sie fielen ungefähr 70bis! 80 Meter tief auf die „Schütt" des Zimmerstelges. Als, man die Leichen aufsand, waren sie in das Seil ganz! verwickelt. Beim Wstieg vom Großen Mythen ober^ halb Schwyz ist am Sonntagnachmittag der junge Techniker Koeller aus Mckeburg, wohnhaft in Zürich, abgestürzt und t o t liegen geblieben. Er war aus dem teilweise noch schneebedeckten Felsen ausgeglitten. Vier deutscheStu- denten der Universität Grenoble verließen am Freitag die Stadt, um die große Chartteuse zu besuchen. Zwei von ihnen, Namens Stroezel unb Wasum, ent> schlossen sich von dort aus den 2033 Meter hohen Grandsom ohne Führer -u besteigen. Sie verirrten sich und Stroczel kehrte erst am nächsten Morgen nach dem Kloster zurück. Verschiedene Leute, welche sofort auf die Suche gingen, fanden die Leiche Wasums schrecklich verstümmelt. W. war in einen hundert Meter trcfen Abgrund gestürzt. Er ist der Sohn eines Ingenieurs in Bochum. * Eine bestialische Blutthat hat der Ziegelmeister Krämer in Szymanowo bei Samter (Prvv. Pofenbegangen. Krämer verletzte nach einem Streite seine Frau durch vier Beilhiebe schwer und erdrosselte darauf seine fünf Kinder im Älter von sechs Monaten bis zu zehn Zähren mit einer Zuckerschnur, schlug Nägel in die Wand und hing die Leichen aus. Ter Mörder ist Mehlig. * Zur westindischen Katastrophe. Eine Depesche aus Fort de France vom 1. Juni giebt bekannt, daß es zwecklos sei, neue Lorrüte nach Fort de France zu senden, da die aus Frankreich und Amerika, gesandten Vorräte für den Bedarf ausreichen. Tie Lage bleibt unverändert. Den Vulkan rst noch immer thütig und wirst Asche aus. * London, 2. Juni. Eine Lloydmeldung aus Kapstadt besagt: Ter Dampfer Clan Mac Gregor, welcher Natal am 27. Mai auf der Reise nach Newyork verlassen hat, ist bei Marthas Point gestrandet. Man vermutet, daß das Schiff verloren ist. * Budapest, 2. Juni Der erloschene Vulkan Straß bei dem Kurorte Bartscld (in den Ost-Bekiden nahe der galizischen Grenze) läßt allnächtlich unterirdisches Gerüuscy und Gepolter hören. In den umliegenden Ortschaften Gergelylak, Finta, Ternye ist das Wasser der Brunnen plötzlich verschwunden. Tags daraus kam in sämtlichen Brunnen heißes Wasser zum Vorschein. Diese Naturerscheinungen verursachen bei der Bevölkerung große Furcht. Lemberg, 2. Juni. Amtlicher Mitteilung zufolge fand in den Erdwachsgruben der Boryslawer Akttengesell- schast eine Gasexplosion statt, wobei 16 Bergleute getütet, 4 schwer verwundet wurden._______________ Kunst und Wissenschaft. Var einigen Wochen hielt Professor Dr. theol. Krüger von der Gießener Universität im Hamburger Pro- testanten-Verein einen Vorttag über „Die moderne Wissenschaft und das Christentum", der auf den Anschauungen der Ritschlschen Schule basiert ward. Gegen diese Rede nun hat ein Vertreter der Hamburger Orthodoxie, Pastor Glage, in einer Broschüre in scharfer Form polemisiert und die liberale Hamburger Geistlichkeit angegriffen. Der Protestantenverein hielt daraufhin eine öffentliche ^Versammlung ab, die äußerst stark besucht war und der auch eine Anzahl Hamburger Pastoren der freisinnigen Richtung beiwohnten. Von dieser! Geistlichen wurde gegenüber dem Glageschen Versuch, die Liberalen aus der Kirche zu weisen, die Forderung der Duldsamkeit und der Freiheit der Wissenschaft energisch erhoben. Zum Schluß wurden folgende drei Thesen angenommen: 1. Es sei zu protestieren gegen die genannte Schrift und gegen die Anschauung, als bestände in der Hamburger Kirche für Geistliche oder Gemeindeglieder eine Verpflichtung auf den Buchstaben der Bekenntnisschriften, 2. die evangelische Kirche habe nur der Wahrheit willen die Freiheit der Wissenschaft nötig, 3. mehr als 'e sei jetzt die Kirwe darauf angewiesen, ihre Kraft im gleichberechtigten Zusammenwirken aller ohne Rücksicht aus dog^ matische Unterschiede zu suchen. __________ ~ Kport. — Bei dem von dem Butzbacher Radfahrer-Klub am Sonntag gefeierten zehnjährigen Stiftungsfest errang im tionfuneiuMuci- und Niederfchulreigen-Fahren, das offen war sur die dem Nordbezirk des Gaues IX angehörigen Vereine, der Gießener Radfahrer-Verein 1885 einen 6 b r e n - preis im Vereins-Tauerfahren und einen 1. Preis im Nieder- radschulreigensahren. Beide Preise sind in dem Schaufenster des Herrn August Kretzschrnar am Marktplatz ausgestellt. Ter junge 'Iß i cf e der Radfährerverein erntete auf dem Stiftungsfest feine ersten Lorbeeren. Ter Verein fuhr unter Beteiligung von 20 Mitgliedern die 118 Kilometer lange Strecke. Sämtliche Fahrer famen frisch am Ziele an. Er errang im Vereinsdauerfabren den 1. Preis in der Gruppe, der er zugeteilt war. Ter Gießener Rad-Klub „Germania" erhielt im Vereinsdauersahren bei sehr scharfer Kon- turrenz den 1. Preis, bestehend in einer prachtvollen versilberten Bowle. Ter Verein durchnihr eine Strecke von 103.8 Kilometer in 6 Stunden. — Preisgekrönt mürben folgende Vereine: 1. Im Tau erfahren: Gruppe 1: 1. Preis mit 6.54 Punkten Rad- fahrerverein Wieseck (Statue). 2. Preis mit 6.23 Punkten Rad- fahreroerein Marburg (Becher). 3. Preis mit 5.86 Punkten Rad- fahrerverein Alsfeld (Becher). Ter Gießener Radfahrerverein 188;> erhielt mit 3.3 Punkten eine Ehrengabe. Gruppe 2: 1. Preis mit 4.66 Punkten Radfahrerklub ,Germania"-Gießen (Bowle). 2. Preis mit 4.42 Punkten Radfahrerklub Nidda. Der Radfahrer- verein Wanderlust-Marburg erhielt eine Ehrengabe. 2. I m Reigenfahren: 1. Preis Radfahrerverein Gießen 1885. Gerichtssaal. Berlin, 2. Juni. Sanden-Prozeß. Tas als Zeuge vernommene frühere Mitglied des Kuratoriums der deutschen Grundschuldbank, Landesökonomierat Robbe, stellt dem Angeklagten Heinrich Schmidt ein gutes Zeugnis aus und verliest ein Promemoria desselben, in dem Schmidt klagt, daß er in fernem Bestreben, die Bank auf absolut sicherer Grundlage weiter zu entwickeln, durch Sanden verhindert wurde. Der Zeuge erklärt, daß er aus dem Kuratorium austrat, weil er durch einige Transaktionen der Bank mißtrauisch wurde. Nach Ansicht eines der früheren Kuratoriumsmitglieder, des Bankiers BurghaUer, war die Grundschuldbank nur eine Ablegungsstätte für schlechte Hypotheken. Nach Vernehmung weiterer Zeugen wird die Sitzung auf morgen vertagt. Leipzig, 2. Juni. Am 16. Juli beginnt der Prozeß gegen die vormaligen Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder der Leipzig e r B a n k. Die Verhandlungen werden voraussichtich minbe» stens zwei Wochen in Anspruch nehmen. firnibd und Verkehr. Volkswirtschaft. Bremen, 2. Juni. Nunmehr werben auch die Anträge ber Verwaltung bes Norddeutschen Lloyd für die auf den 23. Juni einberufene außerordentliche Generalversammlung veröffentlicht. Die Verwaltung lehnt in ber Begrünbung jeben Gebauten daran, daß den deutschen Gesellschaften durch die Bildung der neuen Trustgesellschaft Gefahr droht, rundweg ab. Weder die Frage des Beitritts der deutschen Gesellschaften zur Trustgesellschaft, noch die der Einschränkung ihrer Selbstständigkeit fei Gegenstand ber Verhandlungen mit dem amerikanischen Syndikat gewesen, vielmehr hätten die Verhandlungen sich ausschließlich mit der Rege- ung der gegenseitigen geschäftlichen Verhältnisse durch vertragsmäßige 93ereinbanmgen beschäftigt, bet der die llnabhLngtgkeit bet deutschen Gesellschaften selbstverständliche Voraussetzung gewesen fei Die Verwaliung betont, daß die getroffenen Vereinbarungen sowohl ber englisch-amerikanischen JiUereffengriippe, wie den deutschen Gesellschaften zum Vorteil gereichten. Ta sie das Ergebnis orgfalngftcr Abwägungen der gcgenfciügen Interessen seien, liegt icrabe barm eine Garantie für eine lange Tauer des Vertrages. Ter mitgcteilic Inhalt des Vertrages ist ber gleiche, rote der durch die Generalversammlung der Hamburg-Amerlka-Linte bekannt gewordene, ebenso die vorgeschlagenen Statutenanberungen, bet deren Begründung die Verwaltung noch einmal hervorhebt, daß bei der Entstehung der Trustgesellschaft thatsächlich keine Momente hervor» getreten seien, welche die Befürchtung rechtfertigen, daß auslän- bisch es Kapital den Versuch machen könne, sich Einfluß bet den deutschen Gesellschaften zu verschaffen. - 3proz. Rcichsanlcihe und preußische ConsolS. An ber Berliner Börse findet seil einigen Tagen sehr lebhaftes Geschäft in diesen Werten stall, die für englische, französische und belgische Rechnung per Kasse aus dem Markt genommen werden. — Bom Goldmarkt. Beim Ausbruch des TrauSvaalknegeS war man so ziemlich allgemein der Ansicht, daß die Sistierung der üdamerikanischen Goldprobuklion den internationalen Geldmarkt, sehr ungünstig beeinflussen werde. Doch war dies keineswegs der Fall. Tie australischen Minen und die neuen ®olbqucllcn_ im Norden Amerikas haben den Ausfall Transvaals sehr paralysiert. Da nun jedenfalls jetzt, da endlich wieder geordnete Zustände in den südafrikanischen Gebieten eingetreten sind, in den dortigen ReesS mit Hochdruck gearbeitet wird, so wird sich bald diese gesteigerte Goldprobuklion auf dem Edelmetallmarkt bemerkbar machen unb wir werden voraussichtlich mit einer Veränderung der Wert- bemeffung zu rechnen haben. Märkte. Gießen, 3. Juni. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochemnarki kosteten: Butter pr. Pfd. 0,80—0.90 Mk., Hühnereier per Stet 5—6 Pfg., Gänseeier 10—12 Psg., Enteneier 6—7 Pf., Käse pr. Stück 5—7 Pf., Käsematte2Stck.O—OPfg., Erbsen pr.Liter 19Pfg.,Linsen per Liter 32 Pfq., Tauben pr. Paar 0,75—1,00 Mk., Hühner pr. Stück i 00—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 1,20—1,80 Mk., Enten pr. Stuck 2,40—2,60 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—7Ö Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 2,80—4,00 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,50—8,50 All., Milch per Liter 18 Pfg. Aepscl per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Dauer der Marktzeit von morgens 7 Uhr bis nachmittags 1 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nur auf den bestimmten Verkaufsplätzen und nicht im Umherziehe« feilgeboten werden. Pflicht feder Mutter ist es, ihre Kinder an eine rationelle Hautpflege zu gewöhnen, damit die Poren geöffnet bleiben unb die für die Gesundheit so wichtige Haulatmung slatlfinden kann. Hindurch werden viele Krankheiten vermieden, besonders das so häufig auf« tretende überaus schmerzhafte Wundsein der Kinder | ll l im zartesten Aller. Hervorragende Professoren und 91 er Ate empfehlen die als beste Kindersetse tausendfach erprobte „Patent-Myrrholin'Seife". Dieselbe ist wegen ihrer unvergleichlichen Milde und absoluten Reizlosigkeit sowie auch antiseptischen, neubildenden und heilenden Eigenschaften allen andern Seifen vorzuziehen und bestehe man darauf, stets nur die „Patent- Myrrholm-Seiie" zu erhalten._________________________________280 lATnllriirkllft kann man selbst chemisch reinigen, wenn man W 011510118 sie mit ,,Scrfa" wascht. Die Mühe ist gering, aber die Wirkung erstaunlich. 8372 Cossmann’s Kaffee-Geschäft Giessen Lindenplatz mit schön dekorierten Porzellan- Tassen und ganzen Porzellan- Kaffee-Servicen alS 8878 Gratis-Zugaben, Bekanntmachung. Wegen Reinigung dcö Stadtbachs wird daö Wasser in demselben von Mittwoch den 4. Juni ab aus die Dauer von etwa 3 Wochen von morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr abgcstellt. _ . ä 4119 Gießen, den 2. Ium 1902. Großherzogttche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. B, wurde heute eingetragen die Firma "„Apparate-Fabrik Gießen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Gießen", errichtet durch notariellen Vettrag vom 27. Mai 1902. Gegenstand des Unternehmens: Herstellung von Apparaten aus Metallen für verschiedene Zwecke, Vertrieb dieser Apparate sowie Ausführung von einschlägigen Nebenarbeiten. Höhe des Stammkapitals 35000 Mk. Geschäftsführer: Rudolf Welkoborsky, Kaufmann zu Gießen. Gießen, am 31. Mai 1902. 4109 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute bezüglich der Firma „Gebrüder Homberger & Söhne" zu Gießen eingetragen: Hermann Hornberger ist in Folge Todes am 1. Dezember 1901 aus der Gesellschaft ausgeschieden. Gießen, den 2. Juni 1902. 4108 Großherzogliches Amtsgericht. Kilavz m Rechnungsjahr Mi des Landmrtsch. Konsuni-Lereills zu Arbeuteich (Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht.) Aktiva. Jt H Kassenbestand 209.— Ausstände 852.94 Inventar n. Emk. 4264.64 Mobilienwert 103.60 Vorhandene Emballage 35.38 5465.56 Passiva. JL H Kreditoren 2838.40 Stammanteile 545.— Reservefond 809.30 Betriebsrücklage 617.98 Reingewinn 654.88 5465.56 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1900 107 Während 1901 gingen zu 4 4124 Hl Während 1901 gingen ab 2 Daher Stand der Mckglieder Ende 1901 109 Garbenteich, den 1. März 1902. I. Briegel, F. Stumpf. H. Wehrum, Direktor. Rendant. Lieferungs-Verdingung. Die Lieferung von ca. 1775 Centnern Anthracit- kohlen II, 1470 Centnern I und 350 Centnern II gew. Nußkohlen, 600 Centnern melierte Kohlen, 150 Centnern Anthracit-Eierformbriketts, 2250 Centnern II Hüttenkoks und 800 Centnern Hüttengroßcoks, 100 Centnern Braunkohlenbriketts aus der Grube Wölfersheim, 13 Raummetern Buchen-Scheitholz und 72 Raummetern Tannen-Scheitholz soll auf dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind bis zum 23. lfd. Mts., vormittags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung derselben auf unserer Amtsstube stattfindet, verschlossen unter der Aufschrift „Angebote für Brennmaterialien" bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der beziehenden Institute rc. können auf unserer Schreibstube (Bismarckstraße 16) eingesehen und gegen Erstattung der Abschreibgebühren bezogen werden. Gießen, den 2. Juni 1902. Großherzogliche akademische Administrations-Kommission. In Vertretung des Kanzlers: Hansen. 4100 Gelegenheitskauf. Die bei Erbauung unserer Hochdruck-Wasserleitung übrig gebliebenen Materialien, als: 11 Stück gußeiserne Muffenröhren, 50 mm lichte Weite, 2 m Länge, 4 , gußeiserne Muffenröhren, 60 mm lichte Weite, 21/2 m Länge, 30 , gußeiserne Muffenröhren, 70 mm lichte Weite, 3 m Länge, 40 , gußeiserne Muffenröhren, 80 mm lichte Weite, 3*/g m Länge, 3 , gußeiserne Muffenröhren, 100 mm lichte Weite, 3,40, 3 und 2,60 m Länge, 14 Form-(oder A=)ftiicfe, 80 wrn lichte Weite, 1 do. 70 mm lichte Weite, und 1 Bogenstuck, 70 mm lichte Weite, sollen Samstag den 7. Juni 1902, vormittags 8 Uhr, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle (bei der Begräbniskapelle) versteigett werden. Homberg (Oberhessen), den 31. Mai 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Homberg. Repp. 4097 Atelier für Portraitmalerei M OUo klilr, akad. totaler. [ntoritiiL Gotlhestee 11, Alelierhaus. Arbeitseinstellung der 8800 Zimmer- md Mmer-Keselle« in Kiel. Arbeitswillige nur tüchtige Gesellen, insbesondere Zimmerer^ finden dauernde Beschäftigung bei 55 Pfg. Stundenlohn. 10 Mark Reisekosten werden nach Aufnahme der Arbeit in Raten vergütet. Da der Zuzug sehr stark (es arbeiten bereits über 600 hiesige und fremde Gesellen in Kiel) ist vorher anzufragen im Büreau der Bauhütte, Faulstratze 7. Für jeden Tisch, für jede K.üche! sollte in keiner Küche W Ul LXj fehlen, denn sie ist das MAGGI beste und billigste Mittel, schwachen Suppen, Saucen, Gemüsen rc. augenblicklich einen überraschenden Wohlgeschmack zu geben. Wenige Tropfen — beim Anrichten zugefügt — genügen. Stets zu haben bei 4138 br. Noll, Bahnhofstraße 6. ee verdankt seine grosse Beliebtheit lediglich seiner prachtvollen, gleichmässig schönen Qualität und dem wundervollen Aroma. Georg Schepeler Kaffee-Import Frankfurt a. 3L Mk. 1.50, 1.60,1.70, 1.80 per */, Kilo. Regelmässiger Eingang frischer Röstungen. Niederlage ron Original-Paketen mit Schutzmarke beL Emil Flsehbach, Giessen Meine Eiswagen fahren vom 1. Mai ab wieder regelmäßig. Bestellungen werden im Heff. Hof, sowie in dem Laden Frankfurterftratze 9 entgegengenommen. Hochachtungsvoll 3235 Telephon 83. Emil Schmal!. Ster alte cfraßtißus sagt: ■ KM .'■; ;--xcBc'.; 7 . Serie I ä 15 M8 Serie 0 ä 25 Afg 4122 Kreuzpkah Kreuzpkah in Die glückliche Geburt eines Mädchens zeigen an 4129 koßaer -w Albert RiSbsamen. 4098 Kießener Jischöörse Marktplatz 5 Telephon 50. Königswalde, 2. Juni 1902. (Utiumark). -w 4080 Marktplatz 5. Louis Bühl- Telephon 50. Wübsamen'sche Wade- und Schwimmanstalt. Hierdurch die ergebene Mitteilung, daß die Anstalt in allen Abteilungen eröffnet ist, und lade ich zum Abonnement höflichst ein. Die Liste liegt in der Anstalt zum Einzeichnen offen, und bitte ich, nähere Bedingungen daselbst zu erfragen. Für Familien Preisermäßigung; Semesterkarteu für die Herren Studierenden 4 Mk. Die Badestunden für die Schuljugend sind vormittags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. In diesen Stunden wird gute, gewiffenhaste Aufficht geübt, sodaß die geehrten Eltern in jeder Beziehung beruhigt sein können. Schwimmunterricht in den gleichen Stunden. Die Anstalt ist geöffnet von morgens 6 Uhr bis 1 Uhr mittags und von 8 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. ler O. Fritz, 46, AtellerhauL. Dr. Gähtgens und Frau Gertrud geb. Cur sohin ann. per Pfund L20 M. Fst. Westf. Salami per Pfund 1.40 Mk. Fst. Goth. Salami per Pfund 1.80 M. Fst. MW. Blasellschinkeu 1—2 Pfund, per Pfund 1.60 Mk. Feinste DrMuerAMtit-WWll zum Nohessen, per Stück 12 Pfg. Fst. SMmcher Bliltroiust per Pfund 60 Pfg. Fst. Presskopf per Pfund 80 Pfg. Fst. Wringer Mimst per Pfund 1 Mk. Fst. BkanllM. Mettwurst per Pfund 1.20 Mk. M Sardellenwurst per Pfund 1.40 Mk. Fst. Leberwurst per Pfund 60 Pfg. Fst* Fieischwurst per Pfund 80 Pfg. Fste. HMnilllhec Mettwurst per Pfund 1 Mk. Fst. Brnnnschw. Lcberwnrst per Pfund 1 Mk. Aufruf! Kerr Kcheimer Mcdizinalrat Professor Dr. Hermann Löhlein Empfehle als neu zugelegten Spezial-Artikel sämlliche gg: Wurstaaaren und offeriere solche, als: per Pfund 1.40 Mk. Fst. Gsthaer Ccrielatwurß per Pfund 1.80 Mk. Fst. Wests. TmistenWnkeil Rollschinken, 1—2 Pfund per Pfund 1.50 Mk. Fst. deutsches Bnchsenflkisch im Ausschnitt, per Pfund 1 Mk. so lange der Vorrat reicht. J. Kaan jr Viele seiner Kollegen, Freunde und Schüler und Alle, die chm Leben und Gesundheit verdanken, werden tn inniger Verehrung und herzlicher Dankbarkeit den Wunsch hegen, das Gedächtnis des Kollegen, des gefeierten Lehrers, des geliebten Arztes durch eine Büste an der Stätte seiner letzten Wirksamkeit zu erhalten. Die Unterzeichneten fordern hierdurch zu einer Sammlung aus, deren Ergebnis zu dem obengenannten Zwecke verwandt werden soll und bitten, Beiträge an Sanitätsrat Dr. F. Kanitz, Berlin W. 62, Kleiststraße 33, oder an den Quästor der Universität Gießen, Herrn Orb ig, eins enden zu wollen. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. E. Bostroern. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. G. Gaffkh. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. A. Gufferow. Prof. Dr. M. Hofmcier. Geh. Santtätsrat Dr. M. Jaquet. Sanitätsrat Dr. F. Kanitz. Prof. Dr. U. Martin. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. R. Olshauscn. Prof. Dr. I. Psauneustiel. Prof. Dr. P. Poppert. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. F. Riegel. Sanitätsrat Prof. Dr. C. Rüge. Med.-Rat Dr. P. Rüge. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. M. Runge. Prof. Dr. H. Strahl. Prof. Dr. I. Veit. Prof. Dr. A. Bosfius. 4101 Franz Heumeier ““ Sonnen ftraße 20 Schnhlager Sonnenstraße 22 SpcjifllitSt in @riginal=Goodyear=löfltnrlikdn. Herreu-Ehevrcaux-Schuür-, Knopf- n. Zngstiefel v. JL 11.— an Herren Boxkalf-Schnür- und Zugstiescl , „ 11— . Hcrrcn-Borkalk-Schualleusttefel „ „ 13.— Hochfeine Herren-Zug-, Schuür- und Schnalle«-Stiefel, in amerikanischer Ausführung, System Handarbeit, Mk. 15.—. 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