Dau,stak ».Mai 10058 IM. Jahrgang Drittes Blatt Nr. 10» Ursch,int läßlich aus,er Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden hn Wkchfel mit dein Btfflfdftn tanbrolrl bu Oiegener Familien- blätter viermal in der Woche bctgclcgt. RolanonSdiuck u. Verlag der vrühl'schea Umvers.-Buch- u.6teii»- dnickerei (Pietsch Erden) IRebnfUon, Erpedillon und Druckerei r Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. flrfrn|prrd)nn|d)lufi'Jh:.61. Ab"^r ▼ W . . lAbdltb in. tiO;b*e4 GietzenerAnzelger L General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die ueue Polenvorlage. Man schreibt uns au» Berlin, I ‘Dlat: Nach den tiufünbLflimflni de» Grafen Bülow im vreustiscyen Slbgeordnetenhausc, zu Anfang dieses Jahres, yatte inan eine umfangreiche neue Polenvorlagc envartet, eine Reihe von Masu:egcln zur Bekämpfung de» PoloniS- niuS und zur Stärkung des Deutschtums in den Dflinatlcn. Auch für den Gedanken erklärte sich der Ministervräsibent, die Beamten in diesen Provinzen vorzirgsweise günstig zu stellen. Sind inwefonbere hierdurch angenehme Er- tuarrun-ßen angeregt luorbcit, so mutz es einstweilen bei der Vorfreude" bleiben. Wie die „kreuzztg." soeben mitteilt, ist zlvar eine Grhöbuug des AnsiebclungSsondo — zum Ankauf polnischer Güter — und die Bereitstellung einer gröberen Summe zur Venne hrzing des staatlichen DomäuendesitzeS in AltSsicht genommen; andere Vorschriften von Belang, inS-besondere solche, die sich auf da» Gebiet der Sprache beziehen, dürften in der zu erlvaelenden Vorlage nicht enthalte,: sein. Also eine „kleine" Polen- Politische Tagesschau. ttrft Zucker, bann Branntwein.' Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt. Branntwein und Zucker gehören nach ^Ulsicht einer nicht ganz unbeträchtlichen Zahl von Personen zusammen. Die Agrarier ivünschen recht sehr ein Auseinander halten dieser Stoffe. DaS neue Branulwcinsteuergesetz, das beit Brenne teien Vorteile verspricht, soll „mit sck)tveistbetriefter (öle" erledigt werden: das neue ZuckersUnergesetz dagegen, das in Anlehnung an die Internationalen tkkreinbarungen inBrüfsel die Juder-\’lii 61 f u 1)rurän:ien beseitigt, hat Zeit, reichlich Zeit. Umgekehrt ist die Regierung der Ansicht, zunächst müsse das Notwendiae, die Zuckersteuervorlage, erledigt werden, dann das Wüinchen-werte, das Brennfteuevgesetz Vas £ i des „Bundes der Zatrdivirte", die „Deutsche LageKzlg", bedroht dies Vorhaben mit der „Erbitterung in beit loyalsten Streifen". Man kann sich mithin aus eine spannende Parlamentsverhandlung zu Beginn nächster Woche gefasst machen, renn am Montag bereits gedenkt Präsident Gras Balle- treu: die Zuckerstenervorloge zur ersten Lesung zu teilen. Vielleicht gelingt eo aber doch noch, das Zentrum „breitzuschlagen", dem Brennstrueraeseh den Vorrang einzuräumen. Die Verhandlungen über diese sehr komplizierte Angelegenheit hinaitSzuziehen, dast schließlich die Zuckersteuervorlage im Hintergründe verschwindet: ist dann ein Leichtes. Man darf neugierig fein, welche Taktik die agrarischen Führer anwendeu werden, unh wie die Regierung ihre Gegenzüge wählt. Gras B ü l o lv empfängt unterdes mit Unparteilichkeit sowohl die Vertreter der Zuckerindustrie wie der Spiritus-Industrie. Gestern machte die „Nordo. Allg. Zta." von dem Besuch des Vorsitzendem des Zuckersyndikais beim Kanzler Mitteilung, heute berichtet deö offiziöse Blatt von einer „längeren Audienz" der leitenden Männer des „Vereins für SpiritnsinduMe." Aber bei aller Liebenswürdigkeit, die Graf Bülow w: entfallen vermag, wird die Regierung au der Reihenfolge Zucker und Branntwein sesthalten. Und darin stimmen der Regierung die Freunde einer Zuckerverbilligung durchaus bei. Vorlage, die aber trotzdem das gesamte Polentum auf die Schanzen rufen wird. Die nützliche Wirkung des Vln|icbe- lnngssonds auf die Stärkung des Deutschtum» ist nicht unbestritten: die Polen wenden ebenfalls sehr erhebliche Geldmittel auf, um diese Bestrebungen zu durchkreuzen. Geschähe jetzt ein null in der vom Grasen Bülow angedeuteten diliiiiq ciHUIvs IHI die Veanileu, die tl>itf tchlich in b(n 0 tmarien einen schweren Stand Haden, so würde das der B lligkeit entsprechen. Roch ist übrigens in, preußischen Abgeorduetenhause die ZentntlNS-Juterpellativu nicht zur Verlmndluu,: gelangt wegen polizeilicher Auslösung einer Versammlung in polnischer Sprache Die r u f f i j ch e Regierung l,nt soeben kurzer Hand verfügt, daß alle beulfdKu und polnischen Uierelne sich künftig bei öffentlichen Verhandlungen brr russischen Sprame bedienen müssen '!3e- kanntermaßen stellen es die Polen gerne )o bar, daß sie von Rußland nicht entfernt die „brutale, rücksichtslo e" Behandlung erführen, wie in Deutschland. Hier ist e u Beispiel, daß die russische Regierung die „nationalen Ümtzsiud- unfiert" absolut nicht respektiert, sobald höherstehende Sicher heitS-Juieressen in Frage kommen. Die Süddeutschen in der Marine. Und wird geschrieben. Es ist eine bekannte Thal fache, das, das Interesse der biuueuländischen Bevölkerung für das Seewesen in dem Mast»' sich steigert, je lvetter entfernt die „Landratten" vom Meere wohnen. Gleichwohl überrascht eine von der „Strastb Storr." veröffentlichte zahlenmäßige Zusammenstellung der zur Zeit in her Kr i e g S in a r i n e dienenden Süddcnt - sch e n. Bon den 2764 Mannschaften stammen bantadj nicht weniger als 1737, also nahezu zwei Drittel, au» (Llsast- Lothringen Dieser ausgnordentlich hohe Prozentsatz ist um so erstaunlicher, als die Meldungen durchweg freiwillig erfolgt sind. In den letzten Jahren der Jngehörigkett Wsast Lothringens zu Frankreich ereignete es sich sehr selten, datz iunge Leute den MiegSschiNSidienst freiwillig wählten. Das Anti reffe ftti bi< Wai m< ist also < ist uititt h1 Im "i scheu Herrschast in der Westmark rege geworldeu Bia» das deutsche Seeofflzierkocps bet risst, so ergänzt e» sich zu annähernd gleichen Teilen aps den ReichSlandcu, an» Bayern, Württemberg und Baden Dasselbe gilt von den Martne-Jugenieilreu. Dagegen weist (s-lsag-Lothringen wieder hohe Ziffern auf beim Ersatz de» UnteroffizierFöifth* Die Zahl der in die Marine dntrefeiiben Schiffsjungen war im letzten Jahrzehnt bei Elsast-Lothriugeu und Bayern an- nähernd gleich. In Iveltein Abstand folgen erst Württemberg und Baden Vle» in allem: Süddeutschland stellt einen beträchtlichen Prozi-ntsatz von jungen Leuten znm Mariuedieusl, unoerl>älhiiflnuifilg stark aber sind und bleiben hier die Reichslande beteiligt. dessen OMI et die zwangsweise Wfdhi|tlfiiinn ftattgeliiudeu hat, erteilt aber gleichzeitia den Uhinbedf tun Im die Be fiifiiti», Ihre Verpflickitunfi durch LandeSgesetz auf andere Stellen zu übertragen prensüfche Entwurf macht von der Uebertragnug>»dei Zwangs- austalien uuteigebradst sind und die von iMetnrütbfii vtu i anderen ösfentlirlt-rechilirhen Verwinden auf Grund gefejr- sicher oder polizeilicher Bi'stiinninng zwaugSweife zu Vir- beiten augehalteu werden. In der Begründung heisst es, es sei nicht zu befürchten, dast durch die in Frage stehende Hebertrafiinifi bei EntschädiaunaSpflicht den Verbanden, wenigstens den vorzugsweise beteiligieu ProViuzialberbäude-u, Ciiic empfindliche Belastung erwachsen würde.___________ Gerichtt'smil. *. wirftcu, I. Mai. (Äcwcrbcfltrldii. Den t sie besser seien als bie vom Kiebitz. Natürlich giebt cs auch Leute die davon nichts wissen wollen, denen sic zu klein und dickschalig siiid, und int Geschmack zu wünschen übrig lassen. Aber geht das nicht allen jungen Talenten \o t Man braucht nur in die eben eröffnete secefsionS-Ausstell- ung in Charlottenburg zu gehen unb das Publikum zu bc- lauichcn, wenn es vor nlingers „Bcethoven"-Abgust ober Lieocrmanns „Simfon unb Delila" steht, ^.och ^rvon ein anbermal. Ll)arlottenbucg Hot um biese köstliche Frühlingszeit stärkere Reize als orüne Lu t und blaue» Laub Man genieftt hier nämlich bas entzückendste Freikonzert, bas im Bannkreis beS grojic» Spreebabels gegeben wirb, unb zwar im Königlichen Scylobgarten, In betten rounbetfam füllen Fichtenhain bas berühmte Mausoleum stellt mit bcu sterblichen Resten ber holbfetigsten picnstiscben Königin und lylkö iinslcrblichcn Lohne», bcs alten Kaisers Die Dcni- lyologen Berlins wissen cd, bau unter allen Wäldern unb Gehölzen der weiteren llmgegenb tciitco ist, ber cd an Reichhaltigkeit der verschiedenen Bogclarten mit btcfrm Lchlohgarten auf nehmen Uuin. liebet hatipt sind die Wald ungen um Berlin herum recht vogelftill. Dw böfc Zunft bei Vogelsteller treibt allerorten ihr lichtscheues Gewerbe, unb bo mo b (' ichhöt irchi n hilft ihnen, die - bl< n Länger zu vertreiben. Aber in ben leben dieses Parlk» bürfen sie nicht einbtlngcn, weder die einen noch die andern, und so erfreuen flch beim blc lieben Herrschaften alle hier eines wirtlich paeaviefischeii AnfcnthallcS. Natürlich führt vor allen andern der dreiste Spatz bad grotze Wort, aber weiterhin hört man die bunten Buchfinken ihr lustiges Liedlein pfeifen, bet Meisen luiiggc^guicc Stuf tönt duzivischett uitb das frische Gezwitscher des Zeiiigs klingt aus beit (Erlen, btc unten am Wasser stehen. Auch bic Rohtammer lätzt sich hier hören mit tyren ganz erträglichen Pseif- unb Kreifchtönen, unb in aller Herrgottsfrühe oder am späten . , • Lmn ■ । ung bh lichti i n, pracht verschleiert hat, lockt auch btc Nachtigall mit ihren unnennbar süsten, bald jauchzenden, bald schlnchzenden Liedern aud den eben ausbtühena, n Wcikbornbüscheir :w\b\V verstäudlich fehlt and) bei flotte Komiker bei Bogelwelt, der immer flbelc 3tanr, nicht nuf bi cf cm idyllischen Fleck- dj.-n Qhbe, ba i von so vieren o| ab einmal wieder das Vogelgezwitscher ber schleiischen ober rheinischen tzetmat vernehmen möchten, kaum dem Warnen nach gekannt wird. Dagegen aber Werber, bic berühmte Cbftfominci Berlins! Welcher Berliner toäre nod) nicht in Werber gewesen, obgleich dec dknub viel größere Opfer an Zeit unb aud) Geld fordert! Werd, i must eben fein! Die Eisenbahn- Verwaltung legt währeuo der Wochen der Kirschblüte eilte -i Lonntags unacheuecliche Dimensionen anntmmt, zumal wenn die Matsonne vom blauen jyimmcl lacht! Die Berge, die mau erklettern must, find sreilich keine Felsen. Bi» an ben Divchcl watet man >m lieben wäclischet, Sande, und wenn man abends bic Stiesel aulzloht, hat man sicher ein Häuslein Werder scher Gcunddejttz mit hetmgebracht. Aber ber Blick von blcfen Höhen aus blülenübetsäeie Mvfel, soweit bad Auge reicht, ist von einem ganz eigenartigen Zauber. Wenn mau VUienb für Abend die Au'-flüger mit taufenden Von groschenkveis erhandelten VUÜli'uziveigen zurückkehren sieht, glaubt inan, es könne kaum etwas Übrig geblieben sein zum Anidjllragcii Aber der Abgang dieser zahllosen WHItcn ist für bo» Auge nirgends slchiixir — unb wenn Im Jnni und Juli die zuulieiigeivalttgeu Weiber- scheu K'trsdswetbee mit il)ini Vorräten an der Friedrirhs- brücke Marli halten, merkt man, welche Unmengen dort heraurelseu. Werder war ehedem ein armes märklsch- ivcnbifd)cv Fischerdorf, do . Im Anfang des 14. Jahrhunderts an Kloster Lehulu vceluttsl ivuide ,bissen Mönck)e auf den Werder scheu Hügeln Weinbau pflegten. Ans Obstknllui Ist man erst viel später gekommen, nicht zum ^Lchaden des Weines, der eine heftig zusammenziehende Wirkung gehabt haben mag Mäctisclie Mrafft, die sich schliestlich aiich politisch bethäügt hat ! s Ic *• bstkultur, die nun schon von einer stattlichen Reihe von Generationen betrieben wird, hat au» dem armen Torfe eine wohlhabende, kleine Stadt gemocht, die/ locnii man von ktzildvark hinübet segelt, mit ihren Türmen unb Giebeln, die ftch in bei: fi t artig er- tveiirrten Havel spiegeln, und den t l'stbaum Hügeln txiljhitrr einen ganz wnudeivollen Anblick bietet. Die Industrie Werber» steht natürlich mH bem Obst je gen In einem Innigen Zusammenhänge Acht ober neun Keltereien beschäftigen sich damit, aus ben verschieveueu Früchten Obstweine unb Jcuchtsäste zu erzeugen, auch Apsclsekt macht von hier aus seinen Wefl durch blr Welt: mehr nod) Beerenwein und Kirschsast, vor allem ab> । blc Freiibe aikt kleinen Lecken mäuler die bekannte Himbeer Limonade: b.is beistt: b<*r Eztrakt dazu. In Fässern von 10CKK) Liter Inhalt fllestt er aus den ungehcucen Dressen. Seine Reise geht meist nach dem Westen. Holland und die Rhelngegenden haben den meisten Bedais dafür Auch die iüeer, nivelne sehen ' . ' all " selten uiitei iiliugvoilen Pseudonymen wie Der in die Nark, die sie einst geboren. Denn ich glaube eß nicht, dast ole 300 000 Liter, btc in Werder ek^-ugt iDcrtxn, samt unti sonders, ohne jede Mellnw'cpl-ose, durch die bur Kehlen rinnen (■ , gi'-bl nicht nur talentr>olte Köche, bic aul Krähen Rebhühner machen, c» giebt auch geniale Küfert L ÖL Sielbau Gießen Sielbau Gießen 3384 ß. 36—10, 25—22,5, 25—15, 25—10, 20—20, 20—15, 20—10 cm m w II A. Farssgmarm 9 erfolgt. g bei tflDL .immer Nr. 6, be; meij X BrannHokkn-VerHaiif. X *T Alls der Fürstlichen Grube Wölfersheim ist der Berkaus von L «ranutohlcu - Pretzfteiuen. soweit der trockene Vorrat reicht, Neil! Killder Neu! BilUarrne, Bleichsüchtige u. Wöchnerinnen laust nur Sleiuebachs Detaillisten-Berein jem dürfen. 3440 V. Frau Herrn r-f AnYi.r.X^’-s^ H ^LUNT-GL»^^ '11 abgegeben. ' Mit dem 1. April hat auf den Fürstlichen Werken eine neue Kreditperiode begonnen und es wird Kredit nur gegen neue Burg- '/ Pneumatic l besf-e und billigste Bereifung für Fahrräder Wir machen darauf aufmerksam, daß die Geschäfte an den beiden Sonntagen vor Pfingsten, am L und 11. Mai, bis abends 7 Uhr, und am Mittwoch vor Himmelfahrt, sowie an den vier letzte« Werktagen vor Pfingsten bis abends IN Uhr geöffnet Garbenteich Hausen Watzenborn unterlagen zur Einsicht auf. , Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schnuck, Frank- Man verlange ausdrücklich — nur - - scheine gewährt. Grube Weckesheim, den 30. April 1902. 3438 Die Fürstliche Bergverwattuug. LEIPZIG 1922 garantiert frei dob aUen schä-1. SobstauzeB mit Konzert und Hanz. Der Vorstand. Entzückend! ist ein zarter, weißer, rosiger Teint, sowie ein Gesicht ohne Sommersprossen und Hautun- reintgkcit., dah. gebrauche man: Madcvrutcr TMcnmtkch-Seife Schutzmarke: Steckenpsird. ä St. 5'0 Pf. bei: P. J. Mobs u. Ad. Bieler. 1523 Turnverein. 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