Nr. 77 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffifche» Landwirt die Siegener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Untvers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Ar. 51. Donnerstag 3. April 1903 152. Jahrgang Erstes Blatt. Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel- jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilen prerS: lokal 12 Ps^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgcrn.> Teil: P. Wtttko: für .Stadt und Öantr und , Gerichtssaal": R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. SietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen wird hatte Einfuhr dem Rückgang der Hiernach ist an v- Bechtold. mit 316 Mill. Mark ein Rückgang von 6 zeigt, ist also die Union. Die erheblichste Abnahme dagegen hatte England, das mit einem Rückgänge um 183 Millionen Mk. von der zweiten an die vierte Stelle gerückt ist, während Rußland mit einer fast unverändert gebliebenen Summe von der vierten an die zweite Stelle gekommen ist. Hervorzuheben ist die starke Steigung der Einfuhr aus Niederl.-Jndien um 13, aus China um 9 und Japan um 3^ Millionen Mk. Oesterreich-Ungarn zeigt eine Abnahme 'um 32, Frankreich eine solche um 24, Belgien um 34, Schweden um 20 und Argentinien um 34 Millionen Mark. Deutschlands Außenhandel im Jahre 1901 nach Her- knnfts- und Bestimmungsländern. Das kaiserliche Statistische Amt hat in diesem Jahre mit besonderer Beschleunigung die endgiltigen Wertziffern des vorjährigen deutschen Außenhandels nach Erdteilen und Ländern der Herkunft und Bestimmung veröffentlicht. Die Werte sind auf Grund der Feststellungen der iin Anfang d. I. einbc- rufenen Sachverständigenkommission ermittelt. Sie weichen von den im Januar d. I. angegebenen, die auch auf den für 1900 festgestellten Einheitswerten beruhten, sehr erheblich ab. Jrn Januar konnte inan frohlocken, daß die Ausfuhr trotz der für den Handel ungünstigen Zeiten doch noch um 7 Mill. Mk. größer gewesen sei als im Jahre 1900; jetzt stellte sich heraus, daß sie um nicht weniger als 240 Mill. Mark kleiner war! Die Einfuhr hat sich jetzt um 257, die Ausfuhr um 247 Mill. Mk. niedriger hcraus- g e stellt, als im Januar d. I. angenommen, während im Jahre 1900, weil damals die Preissteigerungen übrrwogen, die oorläusige Feststellung hinter der endgiltigen um 210 und 198 Mill. Mk. zurückgeblieben war. Solche Unterschiede lassen es dringend erforderlich erscheinen, die Wertstatistik unseres Außenhandels auf eine neue Basis zu stellen. Vergleicht man das diesjährige Ergebnis des Außenhandels mit dem der früheren Jahre, so ergibt sich folgende Zusammenstellung in Millionen Mark: Einfuhr Ausfuhr erhöhten Import der Ausfuhr nach England über die Einfuhr von dort betrug im Jahre 1897 40 Millionen Mk., 1898 22 Millionen, 1899 74 Millionen, 1900 72 Millionen, 1901 dagegen 259 Millionen Mk., ein erfreuliches Zeichen dafür, wie sehr sich Deutschland den englischen Markt dienstbar gemacht hat'; allerdings spielt die ungemein große und wenig nutzbringende Eisenausfuhr nach England bei der Zunahme eine ziemlich bedeutende Rolle. Der Rückgang der Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten ist mit 54 Millionen Mark größer, als man nach den amerikanischen Quellen annehmen konnte. Auch der starke Rückgang bei dec Schweiz, Frankreich und Schweden fällt auf. Verhältnismäßig am stärksten war die Abnahme der Ausfuhr nach Japan mit 25 Millionen Mark oder 35 Prozent, nachdem das Vorjahr eine Steigerung von fast 30 Millionen Mk. gebracht hatte. stark gesunken ist auch die Einfuhr aus Afrika (um 21 Millionen) und aus Australien (um 14 Millionen), während die Einfuhr aus Asien eine Zunahme um 23 Mill. Mark zeigt. An dem Rückgang der Ailsfuhr sind außer Australien alle Erdteile beteiligt, Europa mit 148 Mill. Mark, Amerika mit 75 Mill. Mark (fast IlpCt.), Asien mit 20 und Afrika mit 3 Mill. Mark. Wir fügen noch eine Zusammenstellung des Außenhandels mit einigen Ländern bei, mit denen Deutschland wichtigen KeKanntmachrmg. Betr.: Amtstage in Hungen. Die unterzeichnete Behörde wird Mittwoch den 9. April d. I., von vormittags 9*/4 Uhr ab tm Rathause zu Hungen einen Amtstag abhalten und Hiernach ist die Einfuhr um 333 Mill. Mark oder ö,bpCt., die Ausfuhr um 240 Mill. Mark oder 5,0 pCt. gesunken. Der große Teil des Rückgangs der Einfuhr und der gesamte Rückgang der Ausfuhr ist aber, wie eingangs bemerkt, auf das Sinken der Preise zurückzuführen. Läßt man den Edelmetallverkehr außer Betracht, so ist die Einfuhr von 5766 auf 5421 Mill. Mark, also um 345 Mill, oder 6,0 pCt., die Ausfuhr von 4611 auf 4431, also um 180 Mill. Mark oder 3,9 pCt. gesunken. Daß überall die Ausfuhr absolut wie relativ weniger zurückgegangen ist als die Einfuhr, ist ein kleiner Trost. Ordnet man die Wertzahlen nach den einzelnen Erdteilen, so ergiebt sich folgende Tabelle: Frankreich Belgien Italien Dänemark Schweden Norwegen Argentinien Japan England beteiligt, während auf Amerika nur Mill. Mark entfällt. Verhältnismäßig Politische Tagesschau. Zum Verbot der Fleischeinsuhr. Zur Frage des Verbots der Einführung von Borsäure enthaltenden Fleisches, das bekanntlich besonders in Amerika viel Staub ausgewirbelt hat und dort, wenn die Blättermeldungen der letzten Tage richtig sind, sogar Anlaß zu Gegenmaßregeln geben soll, schreibt bre offiziöse „Rordd. Allg. Ztg.": Neuere Mitteilungen über wirtschaftliche Maßregeln, welche angeblich in Amerika wegen des künftigen Ausschlusses Borsäure enthaltenden Fleisches von der Ein- slihr nach Deutschland vorbereitet werden, lassen die Meinung aufkommen, als ob das aus Grund des Fleischbeschaugesetzes erlassene Borsäureverbot wirtschaftspolitischen Rücksichten seine Entstehung verdanke und einseitig gegen Amerika gerichtet sei. Eine solche Annahme wäre völlig unzutreffend. Aus der im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Begründung zu dem in Fräße stehenden Verbot geht klar hervor, daß einzig und allein gesundheitspolizeiliche Rücksichten dazu geführt haben, Borsäure und die anderen, in dem Verbot aufge- sührten chemischen Stosse und Zubereitungen, von der Verwendung in der Fleischindustrie auszuschließen. Insbesondere hat auch Der Reichs-Gesundheitsrat, zu dessen Mitgliedern hervorragende Hygieniker aus den verschiedenen Teilen des Reiches gehören, sich für ein solches Verbot ausgesprochen. Noch weiter ist jber im Jahre 1900 in Paris abgehaltene i in ter nationale Hygienekongreß gegangen, der den Ausschluß aller antiseptischen Stoffe bei der Behandlung frischer Nahrungsmittel befürwortete. Die Borsäure hat im Laufe der Zeit auch seitens der inländischen Fleischindustrie in größerem Umfange Verwendung gesunden, und es hat-nicht an Stimmen aus den beteiligten einheimischen Interessentenkreisen gefehlt, welche ihre fernere Zulassung lebhaft befürworteten. Trotzdem hat sich die Regierung aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen entschlossen, die Verwendung bei der gewerbsmäßigen Fleischzubereitung und den Vertrieb von Fleisch, welches einen der verbotenen Zusatzstoffe erhalten hat, allgemein, also auch im Jn- Europa schließlich eine Resolution im Interesse der Einführung der MaM- rität und einer gründlicheren längeren Ausbildung der Zahnärzte angenommen. c e _ Rom, 2. April. Set den Ausgrabungen auf dem yorum Romanum wurde ein Grab aus der Zeck vor der Gründung Roms gefunben. Die Altertumsforscher messen dem Funde große Bedeutung bei. „ , , . „ t „ 3roei prähistorische Graber wurden bet Cumae entdeckt. Sie enthielten einen reichen Schatz an kunstgewerblichen Gegenständen aus Gold, Silber, Elektron und Bronze und zwei schwer- stlberne, prächtige Aschenurnen. Der Reichsanzeiger" meldet: Ter Ober-Bibliothekar an der Universitäts-Bibliothek zu Marburg Tr. Hans Pa alzow ist in gleicher Eigenschaft an die Komgllche Btbltothek zu Berlm versetzt worden. , Dr. Hans Prutz, dem ordentltchen Professor tn der philosophischen Fakultät der Universität Königsberg i. P., ist der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen worden. — Pros. Tr. Paul Wend land, bisher Oberlehrer am Cöllnischen Gymnasium zu Berlin, ist zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Kiel ernannt worden. — Privatdozent Dr. Heinrich Bulle in München, Assistent am dortigen FgL Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke, ist zum a. o. Professor für Archäologie und Direktor der Kunstsammlungen und des archäologischen Semtnars an der Universität Erlangen ernannt worden. — In Würzburg starb der Professor an der dortigen Universität Dr. phd et theol. Ignaz Stahl im 65. Lebensjahre. Die philosophische Fakultät der Universität Göttingen hat für die Preisbewerbung und die Karl Gustav Beneke-Stif- tung für das Jahr 1905 folgende P reisaufgab e gestellt: „Tie Fakullät wünscht eine historisch-kritische Zilsammenstellung der Ergebnisse der bisherigen Forschungen über gewisse langsam wachsende Tumoren und abnormale wuchernde Neubildungen, die an Holzpflanzen wie an krautartigen Gewächsen beobachtet worden sind und als „Krebs" ober zum Teil auch als „Maserlröpfe" bezeichnet werdeti. Sie wünscht ferner eine genaue Untersuchung und Beschreibung von möglichst zahlreichen neuen Fällen berartiger Erkrankungen, die sich aus experimentelle Prüfung durch Jnfekttons- versuche stützt und durch Zeichnungen, ioivie durch mikroskovstche Präparate erläutert wird. Tas Verhältnis der Ergebnisse dieser neuen Untersuchungen zu den schon bekannten Thatfachen ist dar- zulegen." Bewerbungsschriften sind bis zum 31. August 1904 an bie Fakultät einzusenden. Der erste Preis beträgt 3400 Mk., der zweite 680 Mark. Tie Zuerkenniing der Preise erfolgt am 1L März 1905 in öffentlicher Sitzung der philosophischen Fakultät zu Göttingen. Der Kunstwart, Rundschau über Dichtung, Theater, Musik und blldende Künste. Herausgeber Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg T. W. Callwey in München. (Vierteljährlich 3 Mk, das einzelne Heft 60 Psg. Inhalt des ersten Aprilheftes: Tolstoj. Von A. Bolius. — Dom „deutschen Dolks-Schillerpreis." — Vom deutschen Balladengesang. Voii Richard Batka. — Kulturarbeiten: Kirchen. Von Paiil Schultze-Naumburg. — Sprechiaal: Letztmals der „Turnier" uird wir. Vom Herausgeber. — Lose Blätter: Leo Tolstoj, Luzern. — Rundschau: Hermann Allmers j. „Freunde und Gefährten." Berliner Bühnen. Neue Opern Kuhnau oder Ezernohorsky? Antwort an E. Urban. Des Zeichners Fedor F l i n z e r 70. Geburtstag (4. April). Düsseldorfer Ideale. — Notenbeilage: Martin Plubdemann, Siegfrieds Schwert. — Bilder- betlagen: Bildnis Leo Tolstojs; Fritz Erler, Mädchen am Klavier; Abbildungen 25—32 zu Schultze-Naumburgs Aussatz über alte und neue Kultur. Feuilleton. — Die 12. Generalversammlung des Vereinsbundes deutscher Zahnärzte, dem 31 zahnärztliche Vereine Deutschlands angeboren, tagt gegenwärtig in Berlin. Im Auftrage des pretchischeii Killtusmiiiisters nimmt Geh. Ober-Medizinalrat Pros. Dr. Kirchner an den Beratungen teil. Ter Regierungsvertreter machte über mehrere von der Regierung auf dem Gebiete der zahnärztlichen Ausbildung projektierte Reformen Mitteilung. Zunächst sei das Abiturium für das Sttidium der Zahnheilktinde obligatorisch in Aussicht genommen, womit der Bertis tnehr als bisher in die Reihe der gelehrten Stände eintreten werde. Ferner werde eine Verlängerung der Studienzeit auf wahrscheuüich acht Semester und bie obligatorische Einführung eines praktischen Jahres ober Semesters nach Absolvierung bes Staatsexamens und vor der Approbierung geplant. Die praktische Thätigkeit sei besonders norweirdig, beim auf der Universität werden die angehenden Zahnärzte, wie Übrigens auch die Mediziner, „mit Austerri gefüttert", aber das tägliche Brot der Praxis mangele nur zu oft. Mit diesen Reformen des zahnärztlichen Studiums werde eme Vermehrung der zahnärztlichen Institute Hand m Hand gehen, überhaupt sei die Regierung bestrebt, bas Niveau des zahnärztlichen Standes zu heben und seine Entwicklung zu fordern. Andererseits, bemerkte der 9iebner, wolle er es nicht unterlassen, darauf zu verweisen, daß die Zahnärzte in letzter Zeit der Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen im Vergleich jm jener der wüienschast- lichen Interessen zii viel Platz eingeräumt hatten, -Ito berechtigt aber auch erstere sein mögen, die Würde des Standes und auch die Abwehr des Kurpfuschertums machten eme ausdrücklichere Betonung der wissenschaftlichen Interessen notwendig. Es wurde den Kretseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termin vorzubringen. Gießen, 27. März 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v- Bechtold. Gießen, 27. März 1902. Betr.: Wie oben. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen a» die Grotzh. Bürgermeistereien der in den Amts- gerichtsbczirken Hungen, Lich und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in Zwischenräumen von 8 Tagen zweimal in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen. v. Bechtold. Gießen, am 2. April 1902. Betr.: Die Beaufsichtigung der privaten Versicherungsunternehmungen, welche ihren Geschäftsbetrieb auf das Gebiet des Groß Herzogtums beschränken. Das Grobherzogliche Kreisamt Metzen au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Soweit Sie mit Erledigung unseres Ausschreibens vom 5. März d. Js. (Kreisblatt Nr. 32) noch rückständig sind, werden Sie hierdurch wiederholt mit Frist von drei Tagen erinnert. Für die Ausfu 1000 Mk.r nach England Oesterreich-Ungarn Vereinigte Staaten Niederlande Rußland Schweiz h r crgel den sich folgende Zahlen in 1901 1900 1899 1898 916 882 912219 851 642 803 830 491 518 510 730 466 020 453 683 385 739 439 648 377 553 334 562 378 997 395 868 377 771 280 091 345 904 359 033 437 297 440 506 264 310 292 054 284 666 255 933 249 902 277 629 216 691 205 370 235 984 253 105 207 073 187 271 127 249 127 811 115 965 94 388 118 039 125 516 125 761 120 236 111 397 138 314 136 149 106 969 65 033 70 589 77 023 63100 54 222 63 964 52 333 44 700 45 510 70 386 40 931 43 000 also al ls einz iges La nd einen deutsc her Wo i r e. Der Ueberschuß Einfuhr (in 1000 Mk.): 1899 1898 1901 1900 Insgesamt 5709782 6042992 5783628 5439676 darunter aus Europa 3481008 3797202 3735235 3577999 Amercka 1592621 1598413 1414001 1329216 Asien 392900 370033 344020 339336 Asrika 126268 147047 164413 101168 Australien 111233 125351 122947 88295 Ausfuhr (in 1000 Mk.): 1901 1900 1899 1898 Insgesamt 4512646 4752601 4368409 4010565 darunter nach Europa 3551440 3699570 3474562 3208931 Amerika 623213 698466 601952 532299 Asien 210338 230898 181435 170087 Afrika 71080 73146 69813 63996 Australien 54666 50048 39991 34669 Handelsverkehr unterhält. Es betrug in 1000 Mk. die aus E r n f u b r 1899 1898 1901 1900 93er. St. von Amerika 1 042 124 1 020 764 907 235 877 238 Rußlano 716 154 716 535 715 904 708 319 Oesterreich-Ungarn 692 781 724 332 730 346 661176 England 657804 840 661 777 056 825 672 Frankreich 281 764 305 514 303111 265 301 Niederlande 203 840 215 379 203 291 184 110 Argentinien 200 769 234 554 194 451 145 940 Brttisch-Jndien 197 193 204 855 230 480 220 942 Belgien 186 490 220 507 246 085 201 356 Italien 182 580 186 363 196 956 170 315 Schweiz 154 183 170 505 176 307 173 518 Brasilien 114 132 115 479 91048 104 611 Britisch-Australien 107 853 122 157 121 075 86 778 Niederländ.-Jndien 96 749 83 664 62 381 61 900 Schweden 84 216 104 859 104 177 102 939 Spanien 78 347 82 431 69 548 48100 China 44 555 35 493 28 989 39 500 Japan 19 805 16 373 16 543 10 300 Das einzige Land, das von allen Haupt- Herkunftsländern eine Zunahme der Einfuhr 1901 5710 4513 1900 6043 4753 1899 5784 4368 1898 5440 4011 1894 4286 3052 1890 4273 3410 lande, zu untersagen. Hieraus yat sich selbstverständlich auch die Notwendigkeit ergeben, die Einfuhr von Fleisch, das im Auslande mit verbotenen Konservierungsmitteln behandelt worden ist, zu untersagen. Andernfalls würde die Auslandsware geradezu eine Bcoorzug- ung gegenüber den einheimischen Erzeugnissen erfahren haben. Von einer im Besonderen gegen Amerika gerichteten Maßregel kann bei dem Borsäureverbot vollends keine Rede sein; es gilt gleichmäßig für Fleisch inländischer wie jeder ausländischen Herkunft. Außerdem ist Deutschland keineswegs der erste Staat, der ein solches Verbot erlassen hat. Aehnliche Bestimmungen sind bereits vor längerer Zeit in Frankreich, Belgien und der Schweiz ergangen. Im übrigen liegen die Verhältnisse keineswegs so, daß etwa brauchbare Dauer- und Exportware in der Fleischindustrie nur unter Zuhilfenahme von Borsäure hergestellt werden könnte. Bekanntlich ist es auch früher, als Borsäure noch nicht zur Haltbarmachung des Fleisches verwendet wurde, möglich gewesen, gute und marktfähige Fleischdauerware herzustellen, und es wird zweifellos die Fleischindustrie sowohl im Jnlande als auch im Auslände Ersatz für die Borsäure, deren fernere Zulassung vom gesundheitlichen Standpunkte aus nicht mehr verantwortet werden konnte, zu finden wissen. Gewerbliche Kinderarbeit. Eine Abänderung des Gesetzentwurfs betr. die gewerbliche Kinderarbeit wünschen die Bäckermeister nach, einer vom geschäftsführenden Vorstande des Zentralverbandes deutscher Bäckerinnungen „Germania" an den Bundesrat gerichteten Petition, und zwar dergestalt, daß der Beginn der Beschäftigung des Frühstückaustragens vom 1. April bis 1. Oktober auf 5i/2 Uhr, vom 1. Oktober bis 1. April bis 6y2 Uhr morgens festgesetzt werde. Mit einer Stunde Beschäftigungszeit des Morgens erklären die Petenten sich einverstanden. Zur Begründung dieses Antrages wird angeführt, daß das Frühstückaustragen eine gesunde Bewegung in frischer Morgenlust sei, als deren Folge eine Abgespanntheit der Kinder in der Schule wohl niemand zu beweisen vermöge. Die Stunde Schlaf am Morgen könne des Abends wieder eingebracht werden. Im übrigen wird auf die Notlage der Bäckermeister hinsichtlich der Beschaffung der erforderlichen Hilfskräfte, sowie die soziale Notlage zahlreicher Familien hingewiesen und auch der erziehliche Standpunkt der frühzeitigen Gewöhnung der Kinder zur Thätigkeit und zum Erwerb hervorgehoben. — Diese Gründe sind denn doch zum Teil äußerst anfechtbar und können jedenfalls gegenüber denjenigen, die für den ausgedehnten Schutz der Schulkinder vor derartiger Be- schäftigung sprechen, nicht ins Gewicht fallen.___________ Aolonialpost. Einer in Hamburg eingetrossenen Privatmeldung zufolge sind in Bane in Kamerun die Leiter der beiden Hamburger Faktoreien von Rändert u. Stein und von Theodor Maaß durch Aufständische schwer verwundet worden. Im Kampfe mit den Negern, welche die Niederlassungen erstürmen wollten, erhielten beide Herren Schüsse in die Brust und in den Unterleib. Die Wunden sind lebensgefährlich, und zwar weil die Neger nicht mit Kugeln, sondern mit 5 Ctm. langem Messingdraht geschossen haben. Die schwarzen Diener konnten glücklicherweise den Ansturm der .Aufständischen abschlagen und ihre Herren auf die Station bringen. _______________________ Aus Stadt und Sand. Gießen, 3. April 1902 * * Ajusz eichnun g. Der Großherzog hat dem Großh. Bürgermeister Adam Schäfer I. zu Rimbach im Kreise Lauterbach das Band des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu dem bereits früher verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. * * Pensionierung. In den Ruhestand wurde versetzt der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Zwingen- cherg Ludwig Schnur auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Mai an und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuze des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Ernennungen. Der Großherzog hat am 2. April dne Direktor des Schullehrerseminars zu Alzey Dr. Scheuermann zum vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, unter Ver- lechung des Amtstitels „Oberschulrat", mit Wirkung vom 1. Mai ernannt. Der Großherzog hat ferner am 2. April den Regierungsassessor Hermann v. Bechtold aus Darmstadt zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium des Innern, den außerordentlichen Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Friedrich Putzer zum ordentlichen Professor der Baukunst an der Technischen Hochschule mit Wirkung vom 1. April, am 2. April den Lehrer für Zeichnen und Malen an der Technischen Hochschule Professor Albert Hartmann zum außerordentlichen Professor für Zeichnen und Malen an der Technischen Hochschule mit Wirkung vom 1. April an, am 2. April den Direktor an der Realschule zu Alsfeld Dr. Philipp Jiacobi zum Direktor des Schullehrerinnenseminars zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Mai an, am 2. April den Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Worms Professor Dr. Karl Karg zum Direktor des Schullehrerseminars zu Alzey mit Wirkung vom 1. Mai an, am 2; April den Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheim Dr. W.eimar zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen mit Wirkung vom 1. April an, den Oberlehrer an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach Dr. Schmidt zum Oberlehrer an der Augustinerschule (Gymnasium und Realschule) zu Friedberg mit Wirkung vom 1. April 1902 ernannt. * * Postnotiz. In einzelnen Zeitungen ist die Verfügung des Staatssekretärs des Reichspostamts, daß vom 1. April ab für den Umtausch unbrauchbar gewordener Kartenbriefe, Postkarten und Post-Anweisungen eine Gebühr von 1 Pfg. zu erheben sei, so ausgelegt worden, als ob diese Gebühr auch beim Umlausch deriam 1. April infolge Einführung der gemeinsamen Wertzeichen für das Reichspostgebiet und Württemberg außer Kurs gesetzten Kartenbriefe usw. gegen neue Formulare oder Marken erhoben werden solle. Diese Auslegung, die auch dem Wortlaute jener Verfügung keineswegs entspricht, ist unbegründet. Die Umtauschgebühr wird vielmehr lediglich für solche Kartenbriefe usw. erhoben werden, die in den Händen des Publikums — durch Verschreiben, Beschädigungen und dergleichen — zur Verwendung unbar gemorsten sind. Tie lediglich durch die Einführung der neuen Wertzeichen bedingte Auswechselung erfolgt kostenlos. ** Stadterweiternngsfonds. Die Aufgaben des Stadt- erwcitcrungsfonds rou oen im Rechnungsjahr 1900/01 gefördert durch den Erivcrb der Löwenstein'schen Besitzung in der Schloßgasse und eines Grundstücks auf dem Aulweg hinter dem Weiher von Emil Balthasar Malkomesius. Die von der Baudeputation aufgestellte Wertschätzung des gesamten Grundvermögens des Fonds nach dem Stand am 1. April 1901 schließt ab mit Mk. 408 887,88 Pfg., wozu an ausstehenden Kaufgeldern und Kassevorrat hinzutreten Mk. 125 324,99 Pfg., zusammen Mk. 534 212,87 Pfg. Diesem Vermögen stehen an Schulden gegenüber Mark 374171,43 Pfg., sodaß für den Fonds als reines Vermögen verbleiben Mk. 160 041,44 Pfg., gegen im Vorjahre Mark 159 314,07 Pfg. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist deshalb nur gering, weil aus dem Stadterweiterungsfonds an den Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege aus Anlaß der günstigen Verwertung des zum „Wiener Hof" gehörigen Geländes, welch' letzterer ursprünglich mit dem genannten Verein gemeinsam erworben wurde, eine Zuwendung von 10000 Mk. erfolgte. Eine weitere Förderung hat der Stadterweiterungsfonds durch den unterm 4. April 1900 durch die Baudeputation beschlossenen Erwerb der Marga- rcthenhüttc und des zu derselben gehörigen Geländes von im Ganzen über 39 000 Quadratmeter zum Preise von 120 000 Mark erfahren. Die Uebergabe wie die Verrechnung des Kaufgcldes erfolgte erst im folgenden Jahre. ** Die Schulbaracken an der Hammsträße, mit denen für drei Klassen der Stadtmädchenschule Raum geschaffen werden soll, sind soweit fertig, daß gestern bereits die Bänke darin Aufstellung finden konnten, sodaß die Baracken mit dem Schulanfang in Benutzung genommen werden können. Die Klassenzimmer in den aus Fachwerk hergestellten Gebäuden sind recht freundlich. Doppelte Fußböden, die auch uoch eine Linoleum-Decke erhalten haben, und doppelte Verglasung der großen Fenster werden während der kalten Jahreszeit die durch Oefenheizuug hergestellte Wärme in den Räumen festhalten. Die beiden, zwar nur zur provisorischen Benutzung gedachten Schulbaracken sind mit einem sauberen Holzspalier umfriedigt, welches gleichzeitig einen recht geräumigen, schön mit Kies abgedeckten Tummelplatz für die Schülerinnen umschließt. Ein mit Kopfsteinen gepflasterter Weg von der Hammstraße her bildet den Zugang zu den Gebäuden. Verwunderlich bleibt aber, schreibt;unser Berichterstatter, daß diese drei Schulklassen ohne eine Zapfstelle der Quellwasserleitung geblieben sind. Es wirb dem Schuldiener wohl nicht möglich sein, besonders an heißen Sommertagen, bei Bedarf frisches Trinkwasscr zur Stelle zu schaffen, das er dann auch erst von der doch immerhin entfernten Stadlmädchenschule an der Westanlage holen müßte. * * Besitzwechsel. Der Spenglermeister Gg. Appel erwarb für 90000 Mark das Jakob Schelle nb er g sche Besitztum am Seltersweg. Vor knapp drei Jahren waren vom Metzgermeister Fr. Schreiner für die Schellenbergsche Hofraite 110 000 Mark geboten, doch verlangte derselbe damals 125 000 Mark, weshalb sich der Handel zerschlug. Inzwischen ist allerdings von dem Schellenbergschen Garten für ca. 5000 Mark zur Arrondierung des Volksbadgrundstücks von der Stabt erworben, sodaß per Mindererlös gegen das frühere Gebot sich auf 15 000 Mark beläuft. * * Krankenkassenwesen. Tie vom Verein der Gastwirte bei der Behörde beantragte Krankenkasse ist höheren Ortes, wie wir erfahren, genehmigt worden. Es handelt sich dabei jedoch nur um eine freie Hilfskasse für das Gastwirtsgewerbe. * * Entlassung des Universitätsforstgärtners Karl D ärmer aus dem Dienste am 1. April 1902. Am 1. April fand im Forstgarten die feierliche Entlassung des Universitätsforstgärtners Karl Dörmer in Gegenwart seiner gesamten Familie und gleichzeitig damit die Einweisung seines Nachfolgers, zu. dem bekanntlich sein Sohn Heinrich ernannt wurde, in den Dienst durch Geheimrat Heß statt. Geheimrat Heß hielt eine Ansprache, in der er u. a. sagte, daß er den Scheidenden ungern von seinen Funktionen entbinde. Denn er habe sich der Hoffnung hingegeben, daß Dörmer in dem eitherigen Dienstverhältnis verbleiben würde, solange als es ihm vergönnt sei, dem akademischen Forstinstitute vorzustehen. Er könne ihn aber nicht entlassen, ohne ihm seine vollste Zufriedenheit auszusprechen. Dörmer habe die ihm obliegenden Geschäfte und Arbeiten stets mit dem größten Eifer und Fleiß, mit Treue, Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit besorgt und den Forstgarten so verwalket, als wenn er sein Eigentum wäre. Ohne seine Mitwirkung würde der Garten, welcher — als Redner ihn übernnahm — in einem kläglichen Zustande sich befunden habe, niemals zu der Blüte gelangt sein, in welcher er nach dem allgemeinen Urteil des Publikums jetzt stehe. Er habe mitunter sogar den allzugroßen Diensteifer Dörmers gewissermaßen zügeln müssen und ihm mehr Schonung anempfehlen müssen. — Glücklicherweise bleiben aber Ihre Dienste — wenn auch in anderer Form — dem Garten doch noch erhalten, und ich hoffe, daß dies noch recht lange der' Fall sein möge, weil Ihre Umsicht, mit der Kraft Ihres Sohnes vereint, eine sichere Bürgschaft dafür bildet, daß der Garten nach wie vor die verschiedenartigen Zwecke erfüllt, denen er zu dienen hat. Es versteht sich von selbst, daß die Ge- Hülfen-Jnstruktion für Sie nicht wortgetreue, sondern nur inngemäße Auslegung finden kann. Als Beweis meiner Zuneigung überreiche Ihnen dieses Bild, bei dessen Anblick Sie der Thätigkeit gedenken mögen, die wir beide dem Garten im Laufe von über drei Jahrzehnten zugewendet haben. — Darauf wandte sich Geheimrat Heß an den neuen Forstgartenaufseher und führte ihn in sein neues Amt ein. Ter dienstliche Eifer und Fleiß, führte er aus, welchen Heinrich Dörmer in seiner einjährigen Probezeit als Forstgartengehülse an den Tag gelegt habe, berechtige zu der Annahme, daß er in die Fußstapfen seines Vaters treten werde. Und wenn er sich dessen dienstliche Führung zum Muster nehme, so würden sich mit der Zeit auch zwischen ihm und dem Redner ähnliche Beziehungen herausbilden, wie sie zwischen ihm und Dörmers Vater bestanden hätten und noch bestünden. * * Verkauf von Platzkarten. Betreffend den Verkauf von Platzkarten in den D-Zügen hat der Minister der öffentlichen Arbeiten im Anschlüsse an die Erlasse vom 28. Mai 1900 und vom 18. April 1901 nunmehr bestimmt, daß die Platzkarten, soweit es noch nicht geschehen sein sollte, ausschließlich durch einen Beamten zu verkaufen sind, der bei Verkauf und Prüfung der Platzkarte gleichzeitig die Fahrkarte zu prüfen hat. In der Regel ist hiermit der Zugführer allein zu betrauen. Soweit dies wegen starken Verkehrs oder zu dichter Starionsfolge nicht angängig ist oder die ordnungsmäßige Verausgabung der Platzkarten und die Fahrkartenkontrolle sonst erschwert sein sollte, können ein oder mehrere Schaffner, die das nötige Verständnis und die erforderliche Gewandtheit besitzen, in einzelnen Wagen diese Geschäfte erledigen. Die Abrechnung über den Platzkartenverkauf mit den zuständigen'Fahrkartenausgabestellen verbleibt in den Händen des Zugführers, an den die mitbeteiligten Schaffner die vereinnahmten Geldbeträge und die Platzkartenbestände nach Beendigung der Fahrt abzuliefern haben. ** Kriegerkameradschaft „H a s eben erschienenen, von dem ersten Schriftfü rat Dr. Vogt erstatteten Jahresbericht der Kriegerkameradschaft „Hasfta" über das 27. Verbandsjahr entnehmen wir folgendes: Tie Einnahmen betrugen 42 032 Mark, die Ausgaben 40 763 Mk. Ter Verband besitzt ein Barvermögen von 106 375 Mk., die Prinz Ludwig-Stiftung 27 387 Mk., die Ernst Ludwig-Viktoria-Melita-Sliftung ein solches von 13 106 Mk., zusammen 146 869 Mk. Das Kapital für Veteranenunterstützung betrügt 30827 Mk. Für Unterstützungen wurden verwendet 2365 Mk. Der Verband zählt 800Vereme, welche 47171 aktive und 6456 passive Mitglieocr nachweisen. 25 Vereine mit 722 Mitgliedern sind im Lause des- Jahres zugegangen. Ehrentafeln wurden an die Mitglieder 45 und an die Vereine 29 verliehen. Tie Hassia-Lotterie ergabt eine Einnahme von 13 947 Mk., verausgabt wurden hiervon für Gewinne und Unkosten 7521 Mk. und für Gewinnanteile 2249 Mk., sodaß der Verbandskasse verbleiben 4177 Mk. Weitere Verlosungen finden nicht mehr statt. In einer Reihe von Bezirken wuroen Vorträge gehalten, verausgabt wurden hierfür" 2150 Mk. Für Unterstützungen wurden 9720 Mk. verausgabt. Veteranenzulagen wurden 197 Mk. bewilligt. Ter Durchschnitt dec Unterstützung betrug 16,41 Mk. Tie Schulden des Kyffhäuser-Tenkmals betragen noch 108 000 Mark und die der Kyffhäuser-Wirtschaft 126 000 Mk. Aus der Prinz Ludwig-Stiftung wurden 100 Mk. und aus der Ernst Ludwig-Vikroria-Melita-Stistung wurden an 178 Konfirmanden 1780 Mk. bewilligt. Von der Gesellschaft „Zürichs erhielt die Verbandskasse 1000 Mk., von der Providentia! 19 418 Mk. "* Gießener Volksbad. Im März wurden 7244 Bäder verabreicht gegen 6339 im Februar 1902 und 6820 im März 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 278 Bäder gegen 249 im Februar 1902 und 240 im März 1901. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3398 Männer, darunter 792 zu 10 Pfg., „ 674 Frauen, „ 92 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 207 Männer, 72 Frauen, „ 2. „ 664 „ __ 467 _ „ Dampf- und Heißlustbäder, sowie Massage zusammen 138 Männer, 16 Frauen. Brausebäder 1474 Männer, 134 Frauen. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt. Das Bad von 9 Personen besichtigt. t. Annerod, 2. April. In dem benachbarten Steinbruch wurde hier Arbeiter Heinrich Mohr von Burkhardsfelden durch Herabrutschen eines schweren Steines derart verletzt, dckß er sich eine Quetschung des linken Armes sowie einige klaffende Wunden am Kopse zuzog. Er wurde mittels Droschke in die Klinik nach Gießen gebracht, wo er verbunden wurde. s. Oppenrod, 1. April. Zwischen einem Landwirt und einem Arbeiter, die beide aus Burkhardsfelden waren, kam es in einer hiesigen Wirtschaft zu einem Wortwechsel, der zu einer regelrechten Schlägerei ausartete. Ter Landwirt versetzte dem Arbeiter einige Peitschenhiebe, worauf Letzterer jenen mit einem Wagenbrett bearbeitete, sodaß er jich sofort in ärztliche Behandlung begeben mußte. Die Sache wird noch gerichtliche Folgen haben. § Ruppertenrod, 2. April. Sehr traurige Ostern feierte der von hier gebürtige Großh. Haushofmeister Kratz m Darmstadt. Er bekam am Fest die Trauernachricht, daß sein ältester Sohn, der Zahlmeister-Applikant auf S. M. S. „Iltis" ist, an Herzschwäche gestorben sei. Das Schiff befindet sich zur Zeit in den chinesischen Gewässern. Die Depesche war am Charfreitag in Tongku aufgegeben. Der brave junge Mann ist nur 22 Jahre alt geworden. t. Burkhardsfelden, 1. April. Am 2. Osterfeier- tage veranstaltete der hiesige Gesangverein „Liederblüte" in der Wagnerschen Wirtschaft eine Abendunterhaltung. Es kamen nur humoristische Stücke zur Aufführung. Tie Mitglieder des Vereins beherrschten ihre Nollen vollständg und ernteten viel Beifall. Die Zwischenpausen wurden durch Konzert ausgefüllt. Eine nicht endenwollende Heiterkeit rief hauptsächlich das Stück „Der neue Johann" hervor. Daraus folgte ein Tänzchen, das bis zum frühen Morgen dauerte. V. V so m Vogelsberg, 2. April. Kaum hat die scharfe Märzlust das Gras unter Hecken und an den Rainen getrocknet, so beginnt auch wieder das Zerstörungswerk an den Hecken. Rauchs- und Feuersäulen künden die alljährlich weiter umsichgreifende Vernichtung der Hecken an. So oft man auch davor warnt und den 9Lutzen der Hecke klarlegt, man predigt tauben Ohren. Man will eben nicht glauben, daß die Hecke überhaupt Nutzen bringe. Und doch lregt ihre Bedeutung als Schutz für die Gefahr der Fortschwemmung der Ackererde, als bester Aufenthalt für die nützlichsten Vögel und für Igel, Eidechsen und andere nützliche Tiere klar auf der Hand. Man zerstöre deshalb die Hecke nicht dort, wo es nicht unbedingt nötig ist, sondern hege und pflege sie; denn damit hegt und pflegt der Landwirt auch seine besten Freunde. Darmstadt, 2. 2lpril. Prinz Max von Baden traf heute vormittag 11 Uhr zum Besuch der Allerhöchsten Herrschaften hier ein und wurde am Bahnhof vom Prinzen Heinrich von Preußen empfangen und zum Neuen Palais geleitet, wo Familientafel stattfand. Im Laufe des Nachmittags reist Seine Großh. Hoheit wieder ab. Vermischtes. * Berlin, 2. April. Aus Beuthen (Oberschles.) wird gemeldet: Ein kaum glaubliches Verbrechen wurde, der „Grenzztg." zufolge, in Franzdorf bei Weißkirchen verübt. Der dortige Einwohner Balika nahm an seinem Feinde Josef Balan in der Weise Rache, daß er ihn an das Rad seines Wagens fesselte und dann die Pferde antrieb. Das Fuhrwerk raste die Straße entlang, den von Blut triefenden Balan nach sich schleppend. Als der Wagen endlich von herbeigeeilten Dorfbewohnern zum Stehen gebracht wurde, war Balan bereits todt. Der Mörder wurde verhaftet. * Paris, 2. Llpril. In Avesnes brach in der Wohnung eines 75jährigen Greises Feuer aus. Den zur Hilfe herbeieilendcn Nachbarn gelang es nicht, die Thür der Wohnung zu öffnen oder die mit einem Gitter versehenen Fenster zu sprengen. Als die Feuerwehr eintraf und in die Wohnung einiwang, wurde der Greis vollständig verkohlt vor- gcfunden. s i a". Dem so- 'jrec Medizinal- • Paris, 2. April. AuS Oran wird der „Patrie" gemeldet, daß der frühere Minister des Aeußeren Hanotaux, welcher dem dort stattfindenden geographischen Kongreß präsidiert, int Kongreßsaale von einer jungen Dame über- fallen und insultiert wurde. Die Dame, welche vorgibt, von Hanotaux verlaßen zu sein, wurde auf das Polizeikom- misiariat geführt, jedoch auf Ansuchen ihrer Familie wieder freigelasien. • Wien, 2. April. Die vermißten Touristen, Brüder Arthur und Eduard Ziegler, ersterer ein Gymnasialschüler, der zweite ein Lehrbursche, die Handelsschüler Mayr und Winkelmayer wurden heute früh vom Camillo Kronich, dem Sohne der Pächterin der Erzherzog Otto-Schutzhütte auf der Rax mit Gefährdung des eigenen Lebens gefunden. Drei von ihnen befinden sich in der Hofthalhütte in ziemlich erstarrtem Zustande; Mayer ist am Jokobskogel zusammen- gebrochcn. Sie waren 61 Stunden eingeschneit. Mittelst Schlittentragbahren wurde sie zum Ottoschutzhaus gebracht, gelabt und heute noch werden sie zu Thale gefördert. * Der verpönte Gerhart Hauptmann. Aus Berlin wird gemeldet: Die Vorortgemeinde Rummelsburg hatte beabsichtigt, eine Reihe neuer Straßen nach berühmten Zeitgenossen zu benennen, nach Menzel, Sudermann, Gerhart Hauptmann u. s. w. Nunmehr hat der preußische Minister des Innern die Genehmigung, nach Hauptmann eine Straße zu nennen, versagt. Dies soll einen Gemeindevertreter zu dem ironischen Anträge veranlaßt haben, die Straße jetzt „Major Laufs-Straße" zu nennen. "Ein hübscher Zug des Kronprinzen. Auf dem Programm, das während der Anwesenheit des deutschen Kronprinzen in der alten Reichsstadt Rothenburg o. T. aufgesteltt war, stand auch eine Fahrt ins Tauberthal. Wie überall bei solchen und anderen Gelegenheiten, war die liebe Schuljugend in einem großen Schwarm hinter, neben und vor den Equipagen. Da aber die Fahrt ziemlich rasch und zu Thal ging, mußte die Mehrzahl der Schüler nach und nach immer weiter zurückbleiben und der Abstand zwischen den Equipagen mit den hohen Herrschaften und der patriotisch- vergnügtcn Jugend wurde immer größer. Einigen Dauerläufern gelang es, trotz der raschen Fahrt, dicht bei den Equipagen zu bleiben, bis die Steigung an der sog. langen Steige,kam; nun aber wollten den Schnellläufern die Kräfte versagen. Da ließ der Kronprinz halten, ließ zwei von ihnen auf den Kutscherbock zu dem in der höchsten Gala befindlichen Postillon sitzen, drei weitere wurden in dem zurückgeschlagenen Dach der zweiten Equipage untergebracht und so ging cs flott durch die Stadt zum Bahnhof. Die kleinen Passagiere wurden nicht wenig vom Publikum angestaunt und nicht minder von ihren Altersgenossen beneidet. Gcrichtssaal. e. Gießen, 1. April. (G e w e r b e g e r i ch t.) Den Vorsitz führt Beigeordneter Wolfs. Es standen zwei Klagen zur Verhandlung. Der Maurer Vhil. Laucht zu Krofdorf klagt gegen den Maurermeister Heinrich Wilhelm Rinn in Heuchelheim auf Herausgabe seiner Jnvalidenkarte und auf Zahlung einer Ent- schädrgung, weil er ohne die Karte Arbeit nicht habe finden können. Zm Termin blieb der Beklagte aus. Der Kläger erklärte, nur Schadensersatz zu verlangen für den 25. März; am folgenden Tage sei es chm gelungen, ohne die Karte in Arbeit zu treten. Das Gericht erließ auf Antrag des Klägers Versäumnisurteil gegen den Beklagten. — Heinrich «stark, Weißbinder von Hausen, verlangt von dem Maurermeister Joh. Gg. Pfaff 26 Mk. 40 Pf. Entschädigung, weil ihn derselbe, nachdem er etwa 4 Wochen krank gewesen, nicht wieder zur Arbeit angenommen habe. Der Beklagte entgegnet, daß er mit dem Kläger vereinbart habe, daß die gesetzliche Kündigungsfrist gegenseitig aufgehoben sei und daß er den Kläger deshalb nicht mehr zu beschäftigen brauche. Der Kläger gab das beklagttsche Vorbringen zu und zog die Klage zurück, wo- mit sich der Beklagte einverstanden erklärte. Arlrriterlrcwegnng. Altona (Pennsylvania), 2. April. Heute wurde der A u S - stand erklärt, dem sich 10000 Grubenarbeiter derRochester-Pitts- burg Coal- and Fron - Kornpany anschlossen. Die 'Arbeiter fordern, daß Maultiere für die Kohlenförderung aus den Minen verwendet werden. Handel und Verkehr. Uolkswirrschast. Tic Kapitalcrhöhnngcn der Lchiffahrtsgcsellschaftcn. Nach unseren Informationen ist man in den Kreisen der seriösen Aktionäre von der Kapitalerhöhung der bcibcit großen Damps- schiffahrtsgesellschaften nichts weniger als erbaut. Die Hamburg- Amerikanische Paketfabrtgesellschast hat ihren Aktionären für das abgelausene Jahr 4 Prozent weniger als 1900 geboten und der Norddeutsche Lloyd konnte ebenfalls nur 6 Prozent gegen 7'/, Prozent im Vorjahre zahlen. Kommt nun das neue divldendebercch- tigle Aktienkapital dazu, so ist mit mehr Sicherbeit anzunchmen, daß die Dividende noch Heiner, als daß sie wieder größer wird. Unseres Erachtens nimmt das Privatkapital Jndustrieaklien nur in Aussicht auf hohe Dividenden und wenn diese Aussichten gering werden, so sind eben die Emiss^mshäuser gezwungen, die neiien Aktien selbst in ihre Tressors zu nehmen und das hat für die Aktionäre wiederum seine Nachteile, denn sobald durch irgendwelche günstige Nachrichten die Kurse steigen, schnell wird vorrätiges Material an die Börse gebracht und dann ist die Herrlichkeit der Kurssteigerung so rasch wieder zu Ende wie sie gekommen. Bon der Börse. Optimisten, und diese sind an der Börse immer sehr zahlreich, haben sich der Hoffnung hingegeben, daß die Ostertage aus Transvaal die Nachricht bringen, der Friede sei geschlossen. Da nun davon nicht das geringste verlautete, so hat sich das Publikum nach den Feiertagen sehr'zurückhaltend gezeigt und das Börsengeschäft ist abermals sehr zurückgegangen, bei vorwiegend schwacher Tendenz. Hauptsächlich wurde davon wieder der Kohlen- und Eisenmarkt betroffen. Für den Rückgang der Eisenaktien wird geltend gemacht, daß sich die Konsolidierung der Verhältnisse doch langsamer vollziehe, als bisher gehofft wurde. — Wir haben unsere Leser, was diesen Gegenstand betrifft, immer wieder darauf aufmerksam gemacht, daß man in dieser Beziehung keine große Erwartungen hegen solle. Mainzer Attieubrauerci. Die Bank für Handel und Industrie in Darmstadt hat eine 4prozentige Anleihe der Mainzer Aktienbrauerei zu 97 Prozent übernommen, lieber die Höhe der Anleihe werden keine näheren Angaben gemacht. Deutsche Rcichsbant. Den Mittellungen zufolge waren die Ansprüche an das Institut zum Quartalwechsel sehr stark. Staatsaufsicht bei den Hypothekenbanken. Ain 8. d. M. findet beim Landwirtschaftsminister eine Konserenz statt, zu der die Direktoren, sowie je zwei Aufsichtsratsmitglieder der preußischen Hypothekenbanken geladen sind. Man wird in der Hauptsache darüber beraten, ob für jede Hypothekenbank ein Staatskommissar bestellt werden soll. Weiter soll die Frage der Taxen zur Besprechung kommen und die Regelung der Provisionen beim Pfandbriefumsatz. — Für jede Bank einen Kommissar zu bestellen, halten wir ebeilso unmöglich wie kostspielig. Der Verband deutscher Febcrstahlwcrke ist in Köln zu stände gekommen. Die Preise für Korsettschließen und Kleiderstäbe sind sofort um 30 bis 36 Prozent erhöht worden. Es wird den Fabrikanten vorgeschrieben, wie viel sie das Jahr fabriziere« dürfen. Märkte. Gießen, 3. April. Viehinark t. Auf dem gestrigen Ochsenmarkt waren 130 Stück Gangvieh aufgefahren und zwar überwiegend recht schwerer Qualität. Fettvieh fehlte diesmal gänzlich am Markt. Käufer aus Westfalen machten hauptsächlich den Markt, indem sie alles vorhandene gute Vieh zu hohen Preisen kauften. Schwere Fahrochsen wurden mit 850—950 Mark, Mittel-Ochsen mit 700—800 Mk., leichte Tiere mit 600—650 Mark pro Paar verkauft. Der Bestand war gleich nach 10 Uhr geräumt. — An Schweinen waren mehr wie 1000 Stück aufgetrieben, darunter über die Hälfte jüngere Ferkel. Infolge der günstigen Witterung war der Markt stark von der Kttndschaft aus unserer Umgebung besucht. Anfänglich war der Handel sehr flau, da sich die Käufer auf die sehr hohen Forderungen für die Ware nicht einließen. Nachdem aber die Handelsleute gegen Mitte des Marktes sich entgegenkommend zeigten, entwickelte sich in allen Gattungen ein überaus flottes Geschäft. Troß argen Feilschens stellten sich die Schweinepreise diesmal doch durchschnittlich etwas höher als am letzten Markt. Die Verkäufer klagen und behaupten in allem Ernst, die Ware stelle sich für sie zu hoch im Einkauf, trotz der teuren Zeit sei bei ihnen der Verdienst kleiner, als bei billigen Preisen. Bezahlt wurden pro Paar für Ferkel, 8—10 Wochen alt, 36—45 Mk., 12—14 Wochen alt 50—70 Mk., 18—20 Wochen alte Tiere gingen mit 75—100 Mark pro Paar ab. Einleg- schweine erzielten, je nach Qualität, das Stück 60—90 Mk. Ter Markt wurde bis auf einen kleinen Ueberstand geräumt. ' △ Groß-Fclda, 2. April. Unser gestriger „Ost e r ma rft“ nahm, von schönem Wetter begünstigt, einen guten Verlaus. Der. Schwcinemarkt, der erste derartige für die Umgegend, war außerordentlich stark befahren. Preise wurden für die Ferkel bezahlt in einer Höhe, die Erstaunen erregt. Galt doch das Paar Jung- fchweine 60—70 Alk. und 70—80 Alk., ja sogar 85 Mk. Für wiche Beträge kaufte man früher die Läufer. Letztere kosteten jetzt bis zu 130 und 140 All., waren aber weniger ausgetricden. Trotz der Höhe der Preise war die Nachfrage recht lebhaft und der Handel flott. Die außerordentlich hohen Ferkelpreife werden verursacht durch den auf seiner Höhe stehen bleibenden Preis für die fetten Schweine, deren Pfund Lebendgewicht mit 48—50 Psg. bezahlt wird. Limburg a. d. L„ 2. April. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pr. Matter. Roter Weizen 14.58 Mk., Weißer Weizen 00.00 Alk., Korn 10.70 Mk., Gerste 9.46 Mk., Hafer 8.28 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Alk. Familien Uarlirichten. Gestorben: Diakonissin Emilie Biudewaid, Darmstadt. 5'ormau — vorzügliches Schnupfenmittel! 2203 Passendes Geschenk für Schüler! Karte von Hessen und den angrenzenden Gebietsteilen zum Preise von 99p BÜSk. 1.00 für unsere Abonnenten. — Preis für Nichtabonnentcn Mk. 5.00. - Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. B, wurde heute eingetragen bezüglich der „Gießener Depositenkasse und Wechselstube der Bank für Handel und Industrie", Zweigniederlassung zu Gießen: Der Kaiserliche Bankdirektor Paul Rump zu Coblenz ist zum Direktor der Bank mit dem Wohnsitze zu Berlin, und Otto Davisson zu Hannover zum stellvertretenden Direktor der Bank mit dem Wohnsitze zu Hannover bestellt worden. Gießen, am 1. April 1902. 2670 ______________Großherzogliches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. In das hiesige Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich des Eisenbahn-Consurn-Vereins Gießen, e. G. m. b. H., eingetragen: Eisenbahnsekretär Michael Bauerist aus dem Vorstande ausgeschieden und an seine Stelle der Stationsassistent Ernst Franz zu Gießen gewählt worden. Gießen, am 1. April 1902. 2671 Großherzogliches Amtsgericht. Alice-Schule Giessen (Hessen). Beginn dttLsmnlerknrse: li.AprillM 5 Mon. 2Va Mon. Ausbildung der Handarbeitslehrerinnen 50 v* — JL Handarbeitskurfus..... 30 „ 16 „ Schneiderkursus ........30 „ 20 „ Bügelei und Kunstwäfcherei .... — „ 12 „ Koch kur sus, 50 Vormittage, .... 36 , — u Weiß- und Buntstickerei, Brandmalerei, Schnitzerei, Lederarbeiten , . 15 „ 8 , Handelsschule.........20 , — , Schreibmaschine........10 „ — „ Für den Vorstand: 2540 Die Oberlehrerin: Frau B. Gebhardt.____________ Fräul. L. Möser. Geschäfts - Empfehlung. Den geehrten Garten- und Villenbesitzern von Gießen und Umgegend halte ich mich bestens empfohlen im Anlegen von Gartenanlagen sowie im Einsäcn vou Gras- und Bleichplätzcn, im Umgrabcu von Gärten, Nmpflauzcu vou Zimmerpflanzen, sowie Pflegen von fraufeu Pflanzen. Alle übertragenen Arbeiten werden von mir gewissenhaft und geschmackvoll ausgesichrt. Ich bitte, mein Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. Hochachtungsvoll Karl Pfeiffer, LandschaftsMtnkk. 2554 Klein-Linden, Frankfurtcrstraße 88. 1 Nton. —v4L 6,50 , 12,— , 7 ii / v 3,50 „ KMslliimW Kchschille, (Staatlich anerkannte Unterrichts-Anstalt.) Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Unterricht an unserer Anstalt nicht mehr wie seith. in Sommerund Winter-Semester mit Abendstunden, sondern das ganze Jahr in 3 Klassen stattfindet; im obligatorischen Unterrichte werden bei einer Jahresschuldauer von 40 Wochen mindestens 6 Stunden Tagesunterricht pro Woche in jeder Klasse erteilt. Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag, den 10. April nachmittags V/2 Uhr. Die Eröffnungsfeier, wobei Lehr- und Stundenplan, Haus- und Schulordnung, sowie andere Mitteilungen bekannt gegeben werden, soll Mittwoch, den 9. April abends präcis 9 Uhr stattfinden. Anmeldungen, wobei das letzte Schulzeugnis vorzulegen ist, können vom 1. April ab täglich mittags von 12 bis 1 Uhr bei unserer Schulleitung, Schillerstr. 5/11. erfolgen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß nach Beginn des Schuljahres keine Schüler mehr ausgenommen werden, außer denjenigen, welche erst nach dem 10. April, sei es von auswärts oder aus Gießen selbst, in kaufmännische Geschäfte eintreten. Das Schulgeld beträgt: I. Für die obligatorischen Lehrfächer: einfache und doppelte Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Schönschreiben, Grammatik, Orthographie, Wechsellehre und Handelsgcographie mit Warenkunde zus. 25 Mk. II. Für die fakultativen Unterrichtsgegenstände, in welchen die Stunden abends stattfinden: 1. Für Französisch........... 20 Mk. 2. „ Englisch .......... . 20 „ 3. , Stenographie-Anfänger ...... 6 „ 4. „ „ -Vorgeschrittene ..... 6 „ 5. „ Doppelte und amerikanische Buchführung . 10 „ 6. „ Maschinenschreiben....... 10 „ Schüler, deren Prinzipale oder Väter nicht Mitglieder des kaufm. Vereins sind, zahlen das doppelte Schulgeld. Auf Nachsuchen können durch die Schulkommission ganze oder halbe Freistellen bewilligt werden. Der Besuch der Anstalt befreit vom Besuche der obligatorischen Fortbildungsschule, die alle aus der Volksschule entlassenen Schüler, sowie diejenigen höherer Lehranstalten, welche nicht ein Jähr der Obertertia angehört haben, besuchen müssen. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß während des Sommer-Semesters auch wieder ein Tamentursus in Vereinigung mit der Alice-Schule, woselbst auch die Unterrichtsstunden stattfinden, abgehalten wird. 2562 Das Schulgeld beträgt für alle Lehrfächer, einfache Buchführung, Korrespondenz, Wechsellehre, Rechnen, Schönschreiben, zusammen .......... 20 Mk. Außerdem ist auch Gelegenhett geboten, Maschinenschreiben zu erlernen, wosiir pro Kursus 10 Mk. erhoben werden. Die Schuttommifsion der kausm. Fachschule. Arbtils-LerBuilg uni) Merilillieserung. Die Erd- und Pflasterarbeiten für die im Laufe des Betriebsjahres, vom 1. April 1902 bis 31. März 1903, er* forderlichen Kabcloerlegungcn, sowie die hierzu benötigten Materialien, wie Backsteine und Lahnkies, sollen Mittwoch den 9. d. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Büreau zur Einsicht offen. Angebote sind spätestens bis zum obengenannten Termin bet' uns einzureichen. — Zuschlagsfrist etwa 14 Tage. Gießen, den 1. April 1902. Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. I. V.: Reitz. 2687 Das Darmstädter Pädagogium Darmstadt, Nieder-Ramstüdterstraße 28, bereitet in Real- und Gymnasialabtellungen zum Einjährigen-,. Primaner- und Abiturienten-Examen, sowie zum Eintritt in mittlere und obere Klassen höherer Lehranstalten vor. Beginn des Sommcrfcmeftcrs: 7. April. 12133s Bl. Eilen. fdrZöj städt. Lehranstalt Prospekte Sommer-Semesters am 15. April. Leute aus kau klier 16-30 caufm. Stell Landau i. Pfalz Unter Staatsaufsicht stehende, n. Zwei halbjährige Handels: sehen, industriellen und gewerblichen Gediegene ka und allgemein sebafti. Ausb durch die Direktion 7. Fachlehrer. jg| Geschw.Aron Korsetten-Haus Seltersweg 89. 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