Montag 3. März 1902 152. Jahrgang Zweites Blatt EHH sa 2 Nie heutige Yurnmer umfaßt 12 Seiten. dtash, Vizegouverneur Nippert, Bürgermeister Hinkle unb der Vorsitzende des Hundertkomitee der Handelskammer, Joseph Outwaite, bestiegen den Wagen des Prinzen irnfr wurden durch den Botschafter o. Holleben dem Prinzen vor- geftellt. Im Namen der Bevölkerung von Ohio dankte der Gouverneur dem Prinzen für den Besuch des Staates und betonte die warme Zuneigung und Freundschaft für den Kaiser und das deutjche Volk. Outhtvaite bewillkommnete den Prinzen "Namens der Handelskammer und Bürger von Columbus. Cr wies auf die uralte Freundschaft Deutschlands und die Vereinigten Staaten hin Der Prinz erwiderte : „Wo immer ich in Ohio gewesen bin, traf sch ein« große Menschenmenge, welche mich mit der größten Freundlichkeit behandelte. Ich schätze im höchsten Grade die mir heute bewiesene Herzlichkeit und Offenheit. Drücken Sie, bitte, der Bevölkerung Ohios durch die Zeitungen meinen Dank für die Art des Empfanges aus." Nachdem der Prinz wieder auf die Plattform heraus- getreten war, stimmten deutsche Sänger „Ritters Abschied" an. Der Zug fuhr unter dem Hurrarufen der Menge nach Cincinnati weiter. Hier traf der Zug mit dem Prinzen 8.45 Uhr abends zu halbstündigem Verweilen ein. Am Bahnhofe begrüßten etwa 40 000 Personen den Prinzen enthusiastisch. Bürgermeister Fleischmann sagte in seiner Ansprache, es sei ein stolzes Vorrecht und aufrichtiges Vergnügen, den Prinzen namens der Stadt zu bewillkommnen. In den Willkommen wische sich aber auch das aufrichtige Bedauern, daß der Aufenthalt des^Prinzen notwendigerweise so kurz sei. Der Prinz erwiderte, obgleich ihm das Sprechen im Freien am Abend verboten sei, wolle er doch der so großen Menge ein Mort sagen. Er sei überall von großen Massen der guten Bevölkerung Ohios mit den freundschaftlichsten Kundgebungen begrüßt worden, aber eine so gewaltige Kundgebung habe er nirgends gesehen. Er danke für den guten Millen und bedauere, nicht langer sprechen und jedem einzelnen dieser Guten die Hand schütteln zu können, da die Kürze der Zeit es verbiete. Er würdige diese Kundgebung im höchsten Maße und hoffe, der Bürgermeister vermöge der Bevölkerung seine Tautbarkeit besser auszudrücken, als er augenblicklich dazu imstande sei. Sekretär Christie überreichte dem Prinzen die Rede des Bürgermeisters in prächtigem Einbande mit Gold- und Tiainantenverzierung. Die Stadt batte illuminiert. Tie Abfahrt erfolgte unter den Klängen der Musik. Die Menge schwenkte Fahnen und rief Hurra. Newyork, 2. März, Prinz Heinrich traf heute früh 8 Uhr, eine Stunde später, als im Programm vorgesehen, in Chattanroga ein und begab sich sofort nach Loo- ko u t Mountain. Zum Andenken wurde ihm ein Album mit Ansichten überreicht. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v '*ää7 Amts- und Anzeigeblatt für den weis Gießen freiem Himmel abhalten wollten. 36 Polizeibeamte und Manifestanten wurden zum Teil schwer verletzt, ungefähr zwanzig Personen wurden verhaftet. Rom, 2. März. Der Papst empfing gestern die Vertreter von Chile, San Domingo u. a., die ihm die Glückwünsche der betreffenden Regierungen anläßlich seines Jubiläums überbrachten. Kardinal-Staatssekretär Ram- polla empfing gestern die englische Spezialmission. Wien, 2. März. In Kreisen der hiesigen Zucker- industriellen wird der Plan ventiliert, die Regierung zu veranlassen, mit den einzelnen Staaten, insbesondere mit Deutschland Separatverträge abzuschließen, durch die sie sich gegenseitig den Schutz gegen den Zuckerimport gewährleisten. A t h e n, 2. Mär^. Das zwischen dem Deputierten K o u - moundouros uno dem Justizmini st er Kartalis in Kephisia ausgetragene Duell verlief bei einmaligem KMelwechsel unblutig. Won dem MerNner Koftßeater. In der „Zukunft" (Märzheft, Preis 80 Pfg.) liest man folgende Andeutungen: } R „Geheimrat Pierson, der seit Jahren fast allmächtia über die Berliner Hofbühnen herrschte, ist plötzlich qe- st o r b e n. Am Herzschlag, hieß es. Der König von Preußen ließ nicht, Ivie er's in solchen Fällen immer thut, , seine Teilname ausdrücken". Für die Pierson-Feier aber wurde ein Privatsaal gemietet. Unmittelbar vor dem Tode des Mannes, der als selbständiger Geschäftsführer sein ganzes Vertrauen besaß, hatte der Generalintendant Graf Hochberg sein . . . Entlassungsgesuch eingereicht, das nun,wor- laufrg" abgelehnt wurde. Vom Hausminifterium ober von einer anderen Kontrollbchörde war das Rechnungswesen der Hoftheater beanstandet worden „Da so seltsame Umstände zusammentrafen, drangen natürlich allerlei dunkle Gerüchte aus dem Kulissenreich in L? bösere Welt. Eine auf EmpfeMng des Bst- lchafters Fürsten Eulenburg engagierte SchausAelerin soll ihrem Protektor Phili den unhaltbaren Zustand der Hofbühnen geschildert, haben, der aus dem Umweg über Wien dann auch dem Kaiser bekannt wurde. Ein Riesen- d.ejtzii soll entdeckt Zein; und weiter. An Dementis Prüfung einreichten oder sich mit Fragen an Pierson wandten, bekamen keine Antwort. Empörte Mitglieder wurden mit Versprechungen gestopft, die nie gehalten wurden. Jedem, der die skandalöse Hoftheaterwirtschaft nach Pflicht und Recht tadelte, wurde entgegnet: Was wollen Sie? Pierson hat das Defizit weggeschafft! Auch dieser Schwindel ist jetzt enthüllt. Trotzdem die Berliner Hos- bühnen einen Tiefstand erreicht haben, der selbst in des alten Hülsen schlimmster Zeit undenkbar gewesen wäre, trotzdem das Repertoire geschändet, das Ensemble verwüstet ist, hat die Aera Pierson nun mit einem Finanzkrach geendet." So viel aus der „Zukunft" des Herrn Maximilian Harden. Graf H o ch b e r g erläßt selbstverständlich umgehend eine die Gerüchte über die angeblich wiigünstige Lage der Hoftheater-Finanzen gerichtete scharfe Erklärung. Die Finanzen hätten sich niemals in so gutem Zustande befunden, wiejetzt, und fügt hinzu, daß ihn die gegen die Generalintendantur erhobenen Verdächtigungen veranlaßt haben, zunächst gegen einen Verbreiter derartiger Nachrichten den Schutz der Gesetze anzurusen und die tönigl. St a ats a n w a l t; chaft um Strafverfolgung zu ersuchen. Bezugspreis: monatlich75Pf.,viertck- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- ckihrl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeige» ir die Tagesnummer s vormittags 10 Uhr. .Alenpreis: lokal 12Pf» auswärts 20 Pfg. verantwortlich: ar den polit. u. allgem. Teil: P. Witiko- für „Stadt und Land" und „ Gerichtssaal ":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Mnz Heinrich in Amerika. Wie aus Washington gemeldet wird, unternahmen Prinz Heinrich und Präsident Roosevelt am Freitag spät nachmittags gemeinsam einen Ausritt in die Umgegend der Stadt. Sie legten auf sehr schwierigem Gelände 15 englische Meilen in der Stunde zurück. Das ganze von ihnen passierte Gebiet ist von großen Ueberschwem- m un g en heimgesucht. Ueber die Reise des Prinzen Heinrich nach dem amerikanischen Westen liegen heute folgende Meldungen vor: Aus Newyork wird gemeldet: Prinz Heinrich traf am Samstag in Altona in Pennsylvanien ein. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge umdrängte den Magen des Prinzen; Alles suchte seine Hand zu erhaschen, um ihn durch Händedruck zu begrüßen. Die Stadtlapelle von Altona spielte und ein Chor von 300 deutschen Sängern trug deutsche Lieder vor. Die Bürger überreichten dem Prinzen eine hübsch gestochene Adresse, die deutschen Damen brachten einen riesigen Strauß American Beauty-Rosen dar. Nach zehn Minuten ging die Reise nach Süden weiter. > Prin^ Heinrich fuhr durch das Ueberschwemmungs- gebiet nach Chattauvoga und sah in Johnstown das typische amerikanische Hochflutgebiet. Der Prinz fährt zum großen Teil auf der Lokomotive. Bei P o r t a g e (Pennsylvanien) ist ein Güterzug entgleist; der Prinzenzug wurde dadurch an der Weitersahrt gehindert. Johnstown (Pennsylvanien), 1. März. Nach nahezu zweistündigem Aufenthalt bei Portage traf der Zug mit dem Prinzen Heinrich um 11 llhr hier ein. Pittsburg, 1. März. Von Portage ab fuhr der Zug mit dem Prinzen Heinrich mit äußerster Geschwindigkeit, die schließlich 60 Mellen die Stunde erreichte, und durchbrauste Johnstown, wo auf beiden Seiten des Bahnkörpers große Menschenmassen standen und dem aus der Lokomotive stehenden Prinzen zujubelten. In Braden Ville wurde ein kurzer Halt gemacht, und der Prinz zog sich, Hände und Gesicht von Ruß geschwärzt, in den Magen zurück, um sich für den Snchsang in Pittsburg umzukleiden. .In Pittsburg traf der Zug um 1 Uhr 14 Minuten ein. Auf dem Bahnhofe und in seiner Umgebung waren reichlich 20 000 Menschen versammelt, Musikkorps und deutsche Sängervereine aus dem Alleghany County begrüßten den einlausenden Zug; der Aufenthalt währte zehn Minuten; dem Prinzen, der in Uniform auf der Hinteren Plattform stand, wurden ein Blumenarrangement und eine Adresse überreicht, worauf der Prinz mit einigen Worten dankte. Newyork, 2. März. Der Zug mit dem Prinzen Heinrich hielt in Dennison an. Die Menge drängte sich jubelnd zu den Wagen. Der geplante Aufenthalt in Steu- benville war unterblieben. Das Publikum war darüber sehr enttäuscht. Um 5 Uhr 25 Min. traf der Prinz in Columbus ein und wurde hier aufs wärmste begrüßt. Tausende umstanden den Bahndamm und umringten den Bahnhof, der abgesperrt war und dessen Zutritt nur den Inhabern von Karten gestattet war. Die Musik spielte „Star and spangled Banner" und die „Wacht am Rhein". Ter Prinz erschien auf der Hinteren Plattform, wo er von der Menge mit Hurrarufen begrüßt wurde. Gouverneur hat es nicht gefehlt; nur glaubt ihnen niemand. Sicher ist erstens, daß ein Lieferant, den man mit dem Kommerzienratstitel besänftigt zu haben glaubte, die Verwaltung nach seiner Ernennung mit einer Forderung überrascht hat, deren Höhe Entsetzen erregte; zweitens, daß die Herren Hochberg und Pierson in Ungnade gefallen waren; und drlltens, daß die finanzielle Lage der Hofbühnen schlimm ist. Der Geheimrat ist also jedenfalls in der für ihn günstigsten Stunde gestorben. Weit genug hat er's gebracht. Ein Titel, der in Preußen sonst ein langes Gelehrtenleben krönt und den Stadtty rannen im Schweiße ihres Angesichtes erstreben, ward dem früheren Buchhändler in jungen Jahren verliehen und ihm, der nicht die geringste Theatererfahrung hatte, wurden die beiden ersten Bühnen des Reiches unterstellt. Was er wollte, geschah. Jammermimen, die ihm feine Freunde empfahlen, wurden ohne Bedenken fürs Hoftheater angeworben. Er ließ abgespielle Operetten von einem zusammengewürfelten Personal ausfuhren, das ebensowenig wie das Orchester je dem Hoftheater-Verband angehört hatte, und ruhigen Mutes auf den Zettel drucken: Neues königliches Opern- Theater. Das Repertoire war in Oper und Schauspiel erbärmlicher als je. Auf den Proben that jeder, was er wollte. Dichter und Komponisten, die neue Werke zur Ausland. Brüssel, 1. März. Die Zuckerkonserenz kam überein, daß die Konvention betreffend Neuregelung der Zuckerbesteuerung an einem der ersten Tage der nächsten Woche unterzeichnet werden soll. Paris, 2. März. Der deutsche Botschafter Fürst Rado lin hat an den Minister des Innern ein Schreiben gerichtet, in welchem er mitteiXt, er sei vo n dem Kais er beauftragt worden, sich nach dem Befinden des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau zu erkundigen. Die diachrichten über das Befinden Waldeck- Rousseaus lauten befriedigend. * — Nachdem die Gräfin de la Rochefoucauld und andere Damender Aristokratie ihre Freundinnen ersucht haben, Wahl-Propaganda bei ihren Lieferanten zu machen, um „zum Heile Frankreichs" mitzuwirken, hat nun- mehr die Liga zur Erlangung der Fr au en rechte ein Runo schreiben erlassen, worin die ftanzösischen Frauen ersucht werden, bei den kommenden Wahlen ihren ganzen Einfluß zur Unterstützung t>er an ti-re a ktio- klären Kandidaten geltend zu machen. — Heute vormittag fand in der Arbeiterbörse eine V e r - f m Iu n g Arb eitsloser statt, bei der heftige Reden gehalten wuioen. Als die Versammlung auseinauderaina kam es auf der Place de la Republigue zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizei und Arbeitslosen die eine Kundgebung veranstalten und eine Versammlung unter Nr. 52 Erscheint ILgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blStter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Univers.-Buch- u.Slein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fern sp rkchanschlußNr.öl, Deutsches Keich. Berlin, 1. März. Der Kaiser sprach gestern beim Reichskanzler Grafen Bülow vor und hörte später im königlichen Schlosse die Vorträge der Stellvertreter des Staatssekretärs des Reichsamtes und des Chefs des Marine- kabinetts. — Der Kaiser und Prinz Albrecht von Preußen werden am 21. März in Hannover zu einem Reiterfest im königlichen Reitinstitut erwartet. Beide haben Ehrenpreise gestiftet. i — Der Kommandeur des großen Kreuzers „Vineta" Kapitän Stiege hat den Titel „Kommodore" erhalten. Er hat auch eine besondere Flagge zu führen. Dem rangältesten Kommandanten auf der amerikanischen Station soll vor den übrigen durch die Beilegung des Tllels „ftommobore" eine besondere Machtbefugnis eingeräumt werden. — Ter nunmehr vom Bundesrat verabschiedete zweite Nacht ra gs et at für 1901 enthält eine Forderung von 335 500 Mark zur Bereitstellung von Mitteln für Beihilfen an anerkannte Invaliden für das Vierteljahr Januar—Vlärz 1902. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Fachzeitung „Deutsche Zuckerindustrie" stellt die Behauptung auf, daß es der deutschen R e g i e r u n g int Verein mit der austro- ungarischen Regierung gelungen scheine, Enaland und Frankreich zu d up i e r e n. Da England von seinen exorbitanten Forderungen nicht nachgab, möge es der Regierung zweckmäßig erschienen jein, scheinbar darauf einzugehen. In Mirkllchkeit entscheide über Prämie und Zoll ja nicht die Brüsseler Konferenz, auch nicht die Regierung, sondern der Reichstag. — Gegen diese Unterstellung muß aufs entschiedenste Verwahrung eingelegt werden. Es versteht sich von selbst, daß die deutsche Regierung keinerlei Verpflichtung eingeht, für die sie nicht volle Verantwortung zu übernehmen bereit ist, und daß sie, wenn sie einen Vertrag unterzeichnen läßt, für diesen mit allem Nachdruck ein- treten wird. Für eine deutsche Zeitschrift aber ist es unwürdig, gegen die deutsche Regierung den Verdacht erregen zu wollen, daß sie ein unehrliches Spiel treibe. München, 1. März. In der Kammer der Abgeordneten (vgl. Pol. Wochenschau) ergab die Debatte, oah die Mitglieder des Bauernbundes aus den gleichen Gründen wie Heim wegen des niedrigen Gerstenzolles den ganzen Zolltarif für unannehmbar erklären, während sich im Namen der Liberalen Dr. Casselmann in gleichem Sinne avie der Finanzminister aussprach und die Hoffnung äußerte, daß der Zolltarif doch noch zustande kommen werde. Das Urteil des Prinzen Heinrich und der hohen deutschen Offiziere über die Marineakademie zu Annapolis wird im Marinedepartement mit großer Befriedigung ausgenommen. Admiral v. Tirpitz sagte, die amerikanische Marine habe sich großartig entwickelt. Kapitän v. Müller meinte, die Akademie habe auf den Prinzen Heinrich einen vorzüglichen Eindruck gemacht; besonders gut hätten ihm die schneidigen Erscheinungen der Kadetten gefallen. Ferner wird aus Newyork depeschiert: Die hier veranstalteten Festlichkeiten für die Offiziere und die Mannschaft der „Hohenzollern" im Union Leage Club und bei dem Kriegerbund dehnten sich bis in die späte Nacht aus und nahmen einen sehr gediegenen Verlauf. — In Deutschland ist eine Kabelmeldung aufgetaucht, wonach bei dem Sta pellauf - Diner am 25. v. M. große Betrunkenheit geherrscht und das Publikum in rohester Weise alles gestohlen habe, sodaß der Besitzer der Werst habe einschreiten müssen. Hieran ist kein wahres Wort. Champagner wurde überhaupt nur an dem Tische des Präsidenten Roosevelt serviert, und auch dort nur kurze Zeit. Das Publikum verhielt sich, wie allseitig anerEannft wird^ durchweg musterhaft. Stone, der Schriftführer des Ausschusses für das Staatszeitungs-Bankett, erhielt ein Telegramm von de m Kaiser, das in deutscher Uebersetzung, wie folgt, lautet: „Empfangen Sie meinen Dank für Ihre willkommene Botschaft. Ich schätze den großen, sympathischen Empfang, der von den Herausgebern der Zeitungen der Vereinigten Staaten für meinen teueren Bruder veranstal-'t worden ist, sehr hoch." — Auf ein Begrüßungstelegramm, das der Berliner Oberbürgermeister Kirschner an den New- Yorker Mayor gerichtet hat, ging folgendes Antrworttele- gramm ein: „Im Namen der Stadt Ncwyork erwidere ich Ihre freundschaftlichen Grüße. Newyork wird den Prinzen mit aller Herzlichkeit empfangen. Mit Ihnen hoffen wir, daß sein Besuch viel dazu beitragen wird, die Bande, welche die beiden Länder stets verbunden haben, zu dauernder Freundschaft zu kräftigem Low, Mayor." Das Telegramm gelangte durch einen unaufgeklärten Irrtum nicht in Besitz des Magistrats, es wurde einige Tage später erneut herübergekabelt mit folgendem Zusatz: „Ich kann jetzt noch hinzu- fügeu, daß der Prinz uns alle gefangen genommen hat. Low." * » Tie heutigen letzten Dxahtmeldungen aus Amerika lauten: Nashville, 3. März. Prinz Heinrich ist mit Gefolge gestern Nachmittag 2 Uhr 30 Min. hier eingetroffen und nahm eine Viertelstunde Aufenthalt. Ueder 10 000 Männer, Frauen und Kinder hielten den Bahnhof besetzt und begrüßten den Prinzen aufs lebhafteste. Tie Spitzen des Empfangskomitees, Gouverneur Mc. Millin und Bürgermeister Mead bestiegen die Plattform des Salonwagens. Tie Hurrarufe lder Menge übertönten die Musik. Der Bürgermeister hielt eine herzliche Begrüßungsansprache. Prinz Heinrich dankte mit freundlichen Worten. Hieran schloß sich eine Gcsangsaufführung einer Sängergefellschast von Negern, worauf der Zug nach Indianapolis weiter dampfte. Newyork, 2. März. Ter Empfang des Prinzen Hein rich in Cincinnati war besonders eindrucksvoll. Ein wahres Fahnenmeer und gewaltige Menschenmassen erwarteten den Zug. Die Beleuchtung war prächtig, die Begeisterung großartig. Preußisches Abgeordnetenhaus. Am Samstag beriet man zum zwcitenmalc den Entwurf betr. Erwerb von Bergwerkseigentum durch den Staat. Man stimmte den Plänen der Regierung von allen Seiten freudig zu. Nach Annahme dieses Entwurfes unterhielt man sich mit einigem Interesse über die Zentra l g e n o s s e n s ch a f t s k a s s e und erfuhr mit Staunen, daß ihr jetziger Umsatz fünf bis sechs Milliarden betrage. Ter Finanzminister hob besonders die Vorteile hervor, die auch der Landwirtschaft von dieser Kasse erwachsen wären, allerdings unter dem Widerspruch des Abg. Tr. Crüg er, der über die Undankbarkeit der Landwirtschaft gegen solche Wohlthaten Klage führte. Auch war dieser höchst unzufrieden mit der Statistik über das Genossenschaftswesen, zumal die Angabe des allgemeinen Umsatzes an sich gar nichts beweise. Seine Behauptung, daß die Kasse der Milchzentrale 700 000 Mark Kredit widerrechtlich bewilligt habe, wurde vom Negierungstisch zurückgewiesen. Tann meldeten sich zur Mitteilung der allgemeinen Zufriedenheit mit der Verwaltung der Zentralgenossenschaftskasse die Herren v. Arnim, Arendt, Graw, v. Brockhausen, v. Werdeck zu Morte, sodaß auch die angeblich undankbare Landwirtschaft sich dankbarer ssrwies als ihr Stuf. — Zum Schlüsse verhandelte man über den Etat der direkten Steuern. Ta klagte besonders auf nationalliberaler Seite Dr. Dötting er über die Heranziehung der Aktiengesellschaften zur Steuer deswegen, weil der ganze Gewinn ohne Rücksicht auf frühere Gewinnreserven und notwendige Abschreibungen herangezogen würde. Ter Finanz- mi n i st c r gab zu, daß berechtigte Abschreibungen unbeanstandet bleiben sollten, stellte aber im übrigen dem kaufmännischen Standpunkt des Vorredners seinen steuerfiskalu- schen gegenüber. Der Abg. Porsch sorgte dann für Vertagung. Aus Stadt und Zand. (Ter Abdruck der unterdiescr Rubrik beftndlicheuOriginal-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Arrz." gestattet.) Gießen, 3. März 1902. * * Von der Universität. Se. Magn. Prof. Dr. Hansen teilt uns mit, daß die in unserer Samstag-Nummer abgc- druckten Angaben auswärtiger Blätter über eine Berufung des Prof. Dr. von Herff aus Basel nach hier falsch sind. Bis heute ist überhaupt ein Ruf nicht ergangen. * * Zustizpersonalieu. Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz wurden beauftragt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Groß- Umstadt der Gerichtsassessor Kopp in Groß-Umstadt, bei dem Amtsgericht Seligenstadt der Gerichtsassessor Wahl in Lauterbach, bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach der Gerichtsassessor Scotti in Vilbel, bei dem Amtsgericht Zwingenberg der Gerichtsassessor Specht in Fürth, bei dem Amtsgericht Mainz der Gerichtsassessor Dr. Niayer in Mainz, mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Staatsanwalts am Landgericht der Provinz Rheinhessen der Gerichtsassessor Schneider in Mainz, mit Wahrnehmung der Dicnstver- richtungen eines Amtsanwalts in Fürth der Gerichtsassessor A l l w o h n in Gießen, m Groß-Umstadt der Gerichtsassessor S t e n z in Darmstadt, in Lauterbach der Gerichtsassessor Iöckel in Gießen, in Mainz der Gerichtsassessor Meintzinger daselbst. * * Vom 80. Geburtslage des Geheimrats Pros. Tr Eckhard. Aus allen Teilen Deutschlands und vielen außerdeutschen. Ländern sind dem Geh. Rat Prof. Dr. Eckhard zu seinem 80. Geburtstage Glückwunschdepeschen und Schreiben zugegangen. Der Groß Herzog sandte dem greisen Gelehrten ein in den huldvollsten Worten gehaltenes Telegramm. Von anderen Glückwunschtelegrammen seien die des Staats- ministcriums, der Medizinalabteilung des Ministeriums und des Offizicrkorps des Jnf.-Reg. Nr. 116 heroorgehoben. Ferner drückten ihm eine große Anzahl ärztlicher und wissenschaftlicher Vereine, Fachgenossen von den Universitäten Berlin, Leipzig, Marburg usw., Professoren, Aerzte usw. usw. auf telegraphischem Wege ihre Glückwünsche aus. Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 3, enthält u. a. das Vorlesungsverzeichnis der Universität zu Gießen; ferner folgende Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft: Am 14. Januar wurde der Rechtsanwalt Dr. Löb in Darmstadt auf Grund von § 10 der N.-A.-O. gleichzeitig zur Rechtsanwaltschaft bei dem Oberlandesgericht, am 17. Januar wurde der Gerichtsassessor Rohde in Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg zugelassen. Folgende Dicnstnachnchten: Am 28. Dezember 1901 wurde dem Schul- amtsspirantcn Hirchenhein aus Hain-Gründau, Kreis Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter- Schmitten, m demselben Kreis, übertragen; am 4. Januar wurde der von dem Prinzen Friedrich zu Solms-Braunfels auf die Lehrerstelle an der Gemeinoeschule zu Bettenhausen, Kr. Gießen, präsentierte Schulamtsaspirant Kruger aus Eckelsheim, Kr. Alzey, für diese Stelle bestätigt, am 8. Januar wurde dem Schulocrwalter Eberle zu Michelnau, Kr. Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, am 15. Januar dem Schulamtsaspiranten Schmidt aus Vilbel, Kr. Friedberg, eine Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Nieder-Roden, Kr. Dieburg, übertragen; am 16. Januar wurde dem Geometergehilfen Kl ein sch mitt aus Nieder- Olm das Patent als Geometer 2. Kl. für den Kreis Mainz und dem Geometergehilfen Steinbock aus Butzbach das Patent als Geometer 2. Kl. für den Kreis Friedberg verliehen; am 25. Januar wurde der von dem Fürsten zu Psenburg und Büdingen zu Büdingen auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Orleshausen präsentierte Schulamtsaspirant Vier- Heller aus Herchenhain, Kr. Schotten, für diese Stelle bestätigt; am 28. Januar wurde dem Schullehrer i. P.,' Schul- verivalter Bra un zu Lampertheim, Kr. Bensheim, die Lehrer- stclle an der Gemeindeschule zu Maibach, Kr. Friedberg, au demselben Tage dem Schullehrer Heydt zu Heidelbach, Kr. Alsfeld, die Lehrerstclle an der Gemeindcschule zu Billertshausen (in demselben Kreis) übertragen. Am 15. Januar wurde der Pfarrer Blankenberger in Gunderheim zum Domkapitular ernannt. — Folgende Konkurrenzeröffnungen: Erledigt sind: die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hassenroth, Kr. Erbach. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim, Kr. Groß-Gerau, mit der Stelle ist Organistcn- dienst verbunden, die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Gau- Weinheim, Kr. Oppenheim, mit der Stelle ist Organistendienst verbunden, sämtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. ** Ausgrabungen. Dieser Tage fanden wieder Ausgrabungen in der Umgegend von Großen-Linden statt. Nachdem man im Distrikt „Fuchsbau" sehr große und lvert- volle Funde gemacht hatte, mußte man annehlnen, daß in der unmittelbaren Umgebung beider Gräber noch mehr Begräbnisplätze aus der „Hallstattzeit" zu finden seien. Eins der . beiden entdeckten Gräber war außerordentlich reichhaltig, sodaß man annehmen muß, daß hier ein Großer des Volkes seine Ruhestätte hatte, sand man doch etwa 10 größere und in diesen zwei kleine Urnen, ferner mehrere flache Schalen, Bronzeringe und die Bvonze- und Lederreste eines Gürtels. Die Lage der Hünengräber if schon äußerlich leicht erkennbar; sie befinden sich unter kleinen, meist kreisrunden Hügeln von ungefähr 7 bis 10 Meter Durchmesser. Solcher Hügel befinden sich im Distrikt „Fuchsbau" eine große Anzahl. Den Fuchsbau erreicht man, wenn man von Gießen aus die Leihgesternerstraße am Bergwerk vorbei geht, und daun etwa in der Mitte des Waldes rechts die tzügelschneise in der westlichen Richtung nach der Main-Weser-Bahn einschlägt. In der drittletzten Schneise nach dem Bahnkörper muß man dann links einbiegen. Dieser Wald führt die Bezeichnung „Lindener Mark- Wald" und ist mit hohen Kiefern bestanden. Die Grabungen vom Samstag vor 8 Tagen waren wieder teilweise von Erfolg gekrönt. Mehrere Gräber wurden ausgedeckt, die zum Teil leer waren. Jedoch sand man auch wiederum Bronzegegenstände, sowie mehrere recht große Urnen und einige flache Schalen. Eine Urne zeichnete sich durch ganz besondere Größe aus, sie hatte einen Durchmesser von etwa 50 Ctm. In einer der großen Urnen fand man eine kleine Urne, die auf jeder Seite einen Henkel hatte. Die Urnen waren noch gut erhalten und teilweise mit Knochenresten, Kohlen und Asche angefüllt. Die Funde wurden nach Gießen ins Museum gebracht. Die Ausgrabungen im Fuchsbau sollen fortgesetzt werden. - Wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksschullehrer. Man schreibt aus hiesigen Lehrerkreisen: Auch in diesem Jahre soll während des Sommersemesters an unserer Universität ein Fortbildungskursus für Volksschullehrer ins Leben gerufen werden. Der Vorstand des Gießener Lehreroereins hat sich deshalb bereits mit Sr. Magnistcenz, dem Rektor Prof. Dr. Hansen sowie mit einigen Dozenten ms Benehmen gesetzt und auch diesmal wieder so viel dankenswertes Entgegenkommen gefunden, daß an dem Gelingen des Vorhabens kaum mehr zu zweifeln ist. Die Universität kommt durch Einrichtung solcher Kurse der Lehrerschaft in anerkennenswerter Weise entgegen, und es (ist) würde sicher ein Herzenswunsch der Lehrer Gießens und der Umgegend erfüllt werden, wenn solche Hochschulkurse an unserer Ludoviciana zur dauernden Einrichtung würden. — Während nun im vorigen Somrner- scmester Kapitel aus der Volkswirtschaftslehre, der Geschichte der deutschen Sprache und der allgemeinen Geschichte behandelt wurden, soll sich der Arbeitsplan des diesjährigen Kurses und seiner etivaigen Nachfolger wesentlich anders gestalten. Es ivird nämlich geplant, für die Zukunft auch die Natur- ivisscnschaften und die ihnen verwandten Fächer in das Arbeitsgebiet hereinzuziehen. Zu diesem Zwecke sollen zunächst durch eine kurze Entstehungsgeschichte der Erde, durch Darstellung der klimatischen Verhältnisse rc. die allgemeinen geographischen Grundlagen und die Existenzbedingungen der Lebewcsen^gegeben werden, woran sich später eine Behandlung der Tier- und Pflanzenwelt, sorvie eine Länder- und Völkerkunde anschlicßcn könnten. Es würde so in einer Reihe von Fortbildungskursen den Teilnehmern allmählich ein abgerundetes Ganzes geboten werden. Neben diesen Disziplinen soll als ständige Begleiterin die Geschichte, die Lehrerin der Menschheit, auftreten, während durch Vorlesungen aus dem Gebiete der Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften auch die eigentlichen Berufsfächer ihre Pstege finden sollen. Gelingt der Lehrerschaft die Durchführung dieses Planes, und bietet unsere Landcsuniversität hierzu auch in Zukunft die Hand woran ja nach den bisherigen Erfahrungen nicht zu zweifeln ist — so werden aus der so gestreuten Saat sicher gute Früchte für Volksschule und Volksbildung reifen; die mühevolle Thätigkeit der Dozenten wird zwar äußerlich nicht so erfolgreich und dankbar sein, wie ihre eigentliche Be- rufsthätigkcit, aber doch im Stillen und Kleinen reichen Segen stiften; die nicht unerheblichen Opfer aber an Zeit, Mühe und Geld, die gar viele der Lehrer, die aus weiter Ferne kommen, bringen müssen, werden mit Freuden gebracht sein, da sie einer guten Sache gedient haben. ** Der hiesige Verschönerungs-Verein hielt am Freitag Nachmittag im Cafe Ebel seine Generalversammlung ab. Wie in den beiden Voqahre«, fo hat der Verein auch tm Jahre 1901 seine Zwecke zu fördern gesucht, sowohl in selbstthätiger Weise, wie auch durch geldliche Beteiligung an gleichgerichteten Bestrebungen anderer hiesiger (Korporationen. Was zunächst die eigene Thätigkeit des Vereins angeht, so erstreckte sich diese auf Anlage von Spazierwegen, Aufstellung von neuen Ruhe- bezw. Aussichtsbänken und Erhaltung der bereits geschaffenen Anlagen. Namentlich wurde in der Wannschneise auf der noch rauhen Strecke vom Eingang der Schneise bis zur Licherstraße — in Länge von 660 Meter — ein Fußweg neu angelegt und am Waldeseingang mit einer neuen Ruhebank versehen. Dieser Fußweg verbindet als Mittelglied die in den Vorjahren vom Verein angelegten Fußwege im alten Felde und in der Wannschneise und vollendet damit einen guten, vom Friedhöfe aus wohl den kürzesten Spaziergang nach dem Aussichtsthurm auf der Hochwart. Ferner sind die Wege im Hafenkopf aufgebessert und ist der steile Abhang vom Georgstempel nach dem Tanzplatz herab durch Anlage eines Fußweges bequemer und sicherer passierbar gemacht worden. Die Stadt- und Forstvcrwaltung hat den Wünschen des Vereins auf Fortsetzung des Fußpfades im alten Schiffenberger Weg in sehr dankenswerter Werse stattgegeben. Dieser vordem nur bis zur 2. Schneise reichende Fußpfad ist im verflossenen Jahre um ein gutes Stück (über 300 Meter) fortgeführt worden. Die Arbeiten zur Vollendung der ganzen Strecke bis zur Hasenkopfschneise sind zuständigen Orts bewilligt und bereits in Angriff genommen. Es wird danach auch dieser von vielen vorgezogene Zugang zum Schiffenberg auf durchweg gutem Wege zurückzulegen sein. — Um der unbefugten und ruinierenden Benutzung dieser Fußwege durch Reiter entgegen zu wirken, wurden vom Verein bezügliche Warnungstafeln angebracht. — An neuen Bänken kamen vier Stück zur Ausstellung, eine derselben mit freundlicher Erlaubnis des Grundbesitzers unfern des Hardthofes in der Nähe des Weges nach dem Gleiberg, wo sich eine besonders schöne Aussicht in das obere Lahnthal bietet. In Förderung seines auf Anlage und Verbesserung von Aussichtspunkten gerichteten Zweckes hat, worauf schon hingewiesen, der Verein auch im Jahre 1901 erhebliche Aufwendungen gemacht durch Beihülfen für Errichtung des Hochwart- und Dünsbergthurmes, sowie zu Erneuerungen an den Baulichkeiten der Burg Gleiberg. Die hierfür der Stadtverwaltung und den in Frage kommenden Vereinen im Berichtsjahre gemachten Zuwendungen haben zusammen Mark 600 betragen. — Im Ganzen sind für die Zwecke des Vereins rund Mark 1470.— zur Ausgabe gelangt — eine Summe, welche, außer den Jahreseinnahmen, auch einen Teil der früheren Rücklagen in Anspruch genommen hat. Wenn der Vorstand trotzdem darauf Bedacht nimmt, auch im laufenden Jahre für Neuanlagen (unter denen eine Schutzhütte auf der Hardt, unfern des Weges nach dem Gleiberge geplant ist) seine Reserven, wenn auch in geringerem Maße, heranzuziehen, so thut er dies in der Hoffnung, daß die auf die Freude aller gerichteten Bestrebungen des Vereins Anerkennung finden und ihm nicht nur feine jetzigen Mitglieder treu bleiben, andern von Jahr zu Jahr neue Mitglieder beitreten werden. * * Konzert Rakoezi. Nach längerer Pause hat uns wieder einmal das Oe st. -Ungar. Orchester „Rakoczi" einen Besuch abgestattet. Es fand auch diesmal ein volles Haus. Jubelnd begrüßten die Anwesenden die eigenartigen musikalischen Darbietungen und verdreifachten durch teilweise geradezu frenetischen Beifall das aus 8 Nummern bestehende Programm. Es sind ganz respektable musikalische Kräfte in dem Orchester vertreten. In erster Linie verdienen der Primo-Geiger und der Cymbalspieler erwähnt zu werden. In etwas loser Verbindung mit den ersten beiden Teilen rand der dritte, den die Dame Bier out als Flammcn- änzerin ausführte. Auch hier setzte der Beifall stets kräftig ein und steigerte sich noch, als das Kaiserhaus in mehr ober weniger gelungenen Abbildungen auf der Bildfläche erschien. Wie man uns mitteilt, wird das Orchester infolge der günstigen Aufnahme, die es gestern hier fand, auf der Rückreise von Kassel im Laufe dieser Woche nochmals in Gießen konzertieren. * * Bubenhände haben in der letzten Zeit an 34 )er in der Liebigstraße befindlichen eisernen Baumschoner die Verzierung teils heruntergebogen, teils abgebrochen. Am Samstag gelang es nun einem Schutzmann, einen der Thäter in der Person eines 15jährigen Lackiererlehrlings zu ermitteln und zur Anzeige zu bringen. Er hat bereits eiiv gestanden, daß er an einigen der Schoner die Beschädigung ausgeführt hat. * * Verhaftungen. Ein hiesiger Taglöhner, der gestern abend in betrunkenem Zustande seine von ihm gk- trennt lebende Ehefrau auf dem Lindenplatze mißhandele, widersetzte sich dem hinzukommenden Schutzmanne, siodaß er mit Hilfe Vorübergehender in das Haftlokal gebracht werden mußte. Es entstand dabei ein großer Menschen- auslauf. — Ein erst gestern aus dem Gefängnis zu Darm- ladt entlassener Mann von auswärts, der dort eine Ge- ängnisstrafe wegen Widerstands verbüßt hat, mußte wegen ungebührlichen Betragens heute nacht am hiesigen Bahnhof aus dem Wartesaal verwiesen werden. Vor dem Bahnhofs-- gcbüubc verursachte er fortgesetzt einen derartigen Lärm, daß er in Haft genommen werden mußte. * * Kam in brand. Gestern abend gegen 10 Uhr ent- tand in einem Haufe der Katharinengasse Feuer, das durch den schadhaften Karnin verursacht worden war. Tas Gebälk begann zu brennen, doch wurde das Feuer bald gelöscht, sodaß weiterer Schaden nicht entstand. * * Unfall. Auf dem Kmrzleiberg kam heute vormittag ein mA Gerüststanaen beladener Wagen ins Rollen. Der mit zwei Pferden bespannte Wagen stieß mit voller Wucht gegen den Schaufenster-Soc^l des Ranstschen Ladens, worauf die Pferde stürzten und die Deichsel in Stücke ging. §atte die Deichsel einige (Zentimeter höher gestanden, so wäre die Spiegelschele in Trümmer gegangen. Ein Glück toar es, daß im kritischen Moment niemand die Stelle! -assierte. 3m evang. Arbeiterverein hielt gestern abend Ober- konsistorialrat Waas einen Vortrag über die wichtige Frage: „Wie erziehen wir unsere Kinder zur Wahrhaftigkeit?" — ®r führte etwa folgende Gedanken aus: Die Lüge ist eins der Grundübel der Welt, eine der mörderischen Ursünden, für die es keines Beweises bedarf. Umgekehrt ist die Wahrhaftigkeit der^Weg zum Höchsten, was ein Mcnschenherz erfüllen kann. Sollen unsere Kinder rvahrhaftig werden, so kommt es vor allem darauf an, daß die ganze Atmosphäre des Hauses, in dem sie leben, durchdrungen ist von einer Wahrhaftigkeit, die auch in ihrer Ausdrucksweife einfach und schlicht Theater, Kunst und Wissenschaft. Der Goethebund in Berlin erläßt einen Aufruf zur Gründung eines deuticken Bo lks-Schillerpreises, der in regelmäßigen • Paris, 2. März. Nach einerMeldung des „Temps" aus Saigon ist ein chinesisches Schiff mit 2 5 0 Passagieren auf der Fahrt von Namdisch nach Hanoi bei Hungyen untergegangen. 200 Passagiere, darunter eine Französin mit zwei Kindern, sollen ertrunken sein. • Agram, 2. März. Großes Aufsehen erregt hier das Verschwinden des Paters Barbios, eines besonderen Günstlings des Erzbischofs, und der Nonne Kl an da. Dieselben sollen schon seit Langem ein intimes Verhältnis unterhalten und sich nach Amerika geflüchtet haben. * Ueberschwemmungen werden aus Spanien und Nordamerika gemeldet. Das ganze Gebiet östlich des Mississippi ist von Ueberschwemmungen heimgesucht. Die herrschenden Stürme haben großen Schaden angerichtet. Mehrere Personen sind umgekommen. Eisenbahnen und Telegraphenlinien sind vielfach beschädigt. Der Verkehr erleidet große Verspätungen oder ist eingestellt. Ein Zug der Harleni-Eisenbahn entgleiste, weil das Geleis fortgeschwemmt war. Drei Personen kamen dabei umsLeben. Zahlreiche Fabriken haben den Betrieb einstellen müssen. In Pitts- burg (Alleghany) hat das Wasser die zweiten Stockwerke der Häuser erreicht. Der Sturm wütet ununterbrochen vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean. Sämtliche Kohlenlager in Cumberland im Pennsylvani-Thal wurden durch eine Wasserhose überschwemmt. In Spanien sind zahlreiche Flüsse aus den Ufern getreten und haben große Verheerungen an= gerichtet. ichassung der nötigen ^elömittei. , 1. März. Der Geschäftsbericht der „Deut- s sÜr das Jahr 1901 stellt erhältnisse bewirkten & Vermischtes. * Berlin. 2. März. Das in letzter Zeit vielfach angegriffene und von ihren Anhängern lebhaft verteidigte Medium Anna Rothe ist gestern in der Wohnung des Prwatlehrers Jentsch von Kriminalkommissaren entlarvt und samt ihrem Gatten, sowie ihrem ProtektorJentsch verhaftet worden. Bank für Handel und Industrie in Darmstadt und Berlin. (Darmstädter Bank.) Der Aufsichtsrat beschloß, der Generalversammlung für das abgelausene Geschäftsjahr die Verteilung einer Dividende von 4 Prozent, (i. V. 6 Prozent) vorzuschlagen. Nach Uebertrag von 1759798 Mk. aus der besonderen Reserve auf Deleredere-Konto II für möglicherweise gefährdete Beteiligungen und Forderungen ergiebt sich pro 1901 ein verteilt) ar er Reingewinn vor: 4277000 Mark gegenüber 6858220 Mark 133. Der Geschäftsbericht bemerkt, wenn auch das Gesamtergebnis des vergangenen Jahres den Erwartungen der Verwaltung in keiner Weise entsprochen habe, sei es doch gelungen, durch eine Reihe von neuen Geschäften, wie insbesondere die Errichtung der Neuen Boden- Mtiengesellschast, der Reorganisation der Berliner Hypothekenbank (früher Pommersche Hnpocheken-Mtienbank) und die Ueberleitung der Werke der Differoinger Gesellschaft auf die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-Mtiengesellschaft nicht nur chre geschäftlicher: Beziehurigen nach jeder Richtung zu erweitern, sondern auch für die künftigen Geschäftsjahre größere stille Reserven zu schaffen. Der Aufsichtsrat ernarmte den bisherigen Direktor der Reichsoanknebenstelle in Koblenz, Rumpf zum Vorstandsmitglied mit dem Wohnsitz in Berlin und Otto Dcwsson in Hannover zum stellvertretenden Vorstandsmitgliede der Bank. Märkte. Grürrberg, L März. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.16 bis 00.00 Mk., Korn 00.00 bis 00.00 Mk., Gerste 13.24 bis 00.00 Mk., Hafer 14.08 bis 00,00 Mk., Erbsen 15.66 bis 00.00 Mk., Linsen 00.00 -Dif., Lein 00.00 All., Wicken 004)0 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln ODO bis 0.00 Mk. fc. Frankfurt cu M., 3. März. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Ara.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt preis e. Weizen All. 17.25—17.50, Kurhessischer Mk. 17.50—00.00, La Plata Mk. 17.7o—18.00 , Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (diesiger) Mk. 14.25—14,50, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.75—16.50, Kleie 5)tt 00.00—00.00, Hafer Mk. 16.25—16.50, Mais Mk. 12.50 bis Mk. 12.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.50—26.00, 2. Qualität Mk. 23,50 bis Mk. 24.00 , 3. Qualität Mk. 21.50—22.00 Rogqenmebl 0 Mk. 22.50—23.00, 1. Qualität Mk. 21.25—21.50, Weizenklere Mk. 8.50 bis Mk. 8.75, ^)toggenkleie Mk. 9.25—9.50, Maiskeime All. 9.50 bis Aik. 10.00, Frmikenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. lo. Frankfurt a. M., 3. März. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz/). Amtliche Notierungen der heutigen Vieh Marktpreise. Zum Verkaufe standen 446 Ochsen, darunter 149 aus Oesterreick), 46 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 776 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 290 Kälber, 383 Schafe und Hämmel, 1323 -Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 52 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 64—66 Mk., 2. Qual. 59—61 Ack., 3. Qual. 54—57 Mk.; Bullen l.Quall 54 bis 56 Ml., 2. Qual. 49—51 Mk.; Kühe 1. Qual, 58—60 Mk., 2. Quall 55—57 Mk., 3. Qual. 43—45 Mk, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 30—31 Mk. Kälber : 1. Qualität78—80 Pfg., LÄendgewicht 46—48 Pf. 2. Quall 69—72 Pfg„ Lebendgewicht 40—43 Pfg., 3. Quall Schlachtgewicht 58—60 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 62—64 Pfg., 2. Qual. 58-60 Pfg., 3. Qual. 50-52 Pfg.; Schweine 1. Quall 67 Pfg., Lebendgewicht 53-00 Pfg., 2. Quall 66 Pfg., Lebendgewicht 52 Pso., 3. Quall 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh mittelmäßig. Markt: geräumll Ueberstand beträchtlich. ist nicht übertreibt und die vor allem nicht eine Luge, die doch nur niederen Motiven entsprungen ist, als Notlüge entschuldigt Im besonderen sind nun Kindern gegenüber fol- qenbe Punkte zu beachten: Man soll ihnen gegenüber nie etwas als sicher behaupten, wenn man es nicht genau weiß. Elternwort ist den Kindern etwas unerschütterlich Feststehendes, Zweifel daran kennt es nicht — em Himmel stürzt ihm em, wenn es erfahren muß, daß die Eltern es belogen haben. Versprechungen soll man Kindern gewissenhaft halten, Drohungen erfüllen. Man suche auch nicht damit auf sie emzu- wicken, daß man ihnen sagt, dieses oder jenes Schreckgespenst sei vor der Thür; sie werden sich bald von der Nichtigkeit solcher Gefahren überzeugen. Etwas anderes ist es mit der Märchenwelt, bcm Christkind und Osterhas. Nur gilt es hier, den Uebevgang aus der Phantasie in die Wirklichkeit weise zu vermitteln. — Einen Unterschied muß man machen zwischen solchen Unwahrheiten, die nur der lebhaften Phantasie entspringen oder nur von der geschwätzigen Zunge Hüpfen, ohne einen langen Weg hinter sich zu haben, und solchen, die die Freude an der Verdrehung der Wahrheit geboren Hal. Besonders schonend müssen solche Kinder behandelt werden, die aus Willensschwäche und Schüchternheit lügen. Ihnen soll man den Miit und Willen zu stärken suchen durch^liebevolles Zureden, wie auch durch körperliche Uebung. Im ganzen wird die gewaltige Macht der Lüge nur überwunden werden durch die größte Macht der Welt: die Liebe im Bunde mit dem Glauben. •* Jubil'am Der Arbeiter August Feisel aus Klern- kinden, der in der Oberhess. Eisenbahn-Werkstatt beschäftigt ist, feiert heute sein 25jähriges Jubiläum als Maschinenarbeiter in dieser Werkstatt. •* Felddienstiibongen. In voriger Woche haben Felddienstübungen in der Gegend von Wieseck und Alten-Buseck stattgefunden. Nächsten Dienstag und Mittwoch manövrieren die 116er mit den Butzbachern in der Umgegend von Großen-Linden, Leihgestern und Watzenborn-Steinberg. Diese Orte werden zum Teil Einquartierungen erhalten. d. Wieseck, 2. März. Heute Mittag fand hier eine Versammlung des Ziegenzucht-Vereins statt, an der auch Oekonomierat Leithiger-Alsfeld teünahm. Herr Leithiger hielt einen belehrenden Vortrag über das Halten von Ziegen und die Vorteile der Ziegenzucht. Leider liegt die Ziegenzucht bei uns noch sehr im Argen. Es wäre sehr wünschens- wert, daß mehr Ziegenbesitzer dem Verein beiträten. )( Watzenborn-Steinberg, 1. März. Die Wirtschaft „Zur Stadt Gießen" hier, die bisher dem Wirt Philipp gehörte, ging durch Kauf für 13 500 Mark an den Metzgermeister Schwarz aus Fronhausen bei Dillenburg über. Die Ueber- nahme erfolgt am 1. Mai. Der Käufer will in dem Anwesen gleichzeitig eine Metzgerei errichten. Wetzlar, 1. März. Nach einer brieflichen Mitteilung des preußischen Landtagsabgeordneten, Direktor Schlabach an den Beigeordneten Apothekenbesitzer Hiepe hat die Budgetkommission in ihrer vorgestrigen Sitzung beschlossen, die Seitens des Kultusministeriums für eine Seminar- und Präparandcn-Anstalt in Wetzlar beantragten Mittel zu bewilligen. s Erzhause«, 2. März. Der Taglöhner Wilhelm Banz von Erzhausen hat sich heute morgen in seiner elterlichen Hofraithe an einem Baume erhängt. M. Darmstadt, 2. März. Eine höchst unliebsame Ueber- raschung bereitete am Samstag der Kammersänger Aloys Burgstaller feinen Getreuen. Die Ortsgruppe des Allg. deutschen Schulvereins hatte ihn für ein Extrakonzert gewonnen, das um 8 Uhr beginnen sollte. Der Großherog hatte sein Erscheinen zugesagll In den Blumenläden hingen zur Schau Lorbeerkranze von riesigen Dimensionen für die Krone des Abends: Herrn Burgstaller. Um 6 Uhr hatte er die Gnade, durch seinen Arzt abtelegraphieren zu lassen. Frau Kaschowska und Herr Hanes übernahmen einen Teil seines Programms mit erfreulicher künstlerischer Sicherheit. Mainz, 1. März. Nach einer Mitteilung des Oberbürger- meifters Dr. Gaßner erfährt die Gemeindesteuer für das Jahr 1902/03 feine Erhöhung. Der Ausschlag auf die Mark Steuerkapital beträgt wieder, wie seit 12 Jahren, 29,4. Marburg, 2. März. In der „Hess. Landesztg." richtet der verantw. Redakteur Martin Wenck folgende unverblümten Worte an das Stadtoberhaupt: Der Herr Oberbürgermeister. Am Staunen, Verwunderung, Empörung werden unsere Leser heute den Bericht über die gestrige Stadwerordneten-Verfammlung tefen. Als der Stadtv. Engel den thatsächlich empörenden Zu- Petitionen von Vereinen und Privaten an. ^.b^burgermeiftcr Schüler unbeantwortet bleiben, und dies erfreulicherweise in scharfen Worten that, — hatte der ^^Oberbürgermeister bie Kühnheit, sich diesen Ton eines Stadtverordneten zu verbitten und zu bemerken, er wünsche, daß ein solcher -ion nicht wieder angeschlagen werde, wenn ihn die UEn ung ferner noch unter sich sehen wolle. Soweit hat es Selbstbeivußüem rnqeres Oberbürgermeisters gebracht, daß er sich derartiges erlaubt Das Blut muß jedem Marburger Bürger m den Kopf steigen, wenn er liest, wie em Stadtverordneter von öem von der ^tadt angestellten Bürgermeister behandelt wird. Daß SÄ m ^read)e ist keine Frage. Hat sich aber Herr Engel tm -tone vergriffen, — dann kommt eine Rüge nun und nmimermehr dem Herrn Oberbürgermeister zu, sondern eimia nnb allein dem Stadtverordnetenvorsteher. Dieser hat über den £on zu wachen, der m der Stadtverordnetenversammlrmg herrschen joU - aber nicht Herr Oberbürgermeister Schüler. Wir glalZen darum nn Jntereße der Marburger Bürgerschaft gegenüber unberechtigten Eingriffen des HerrnOberbügermeisters erklären zu lollen, baß wir es uns verbitten, unsere Stadt- ?Aro°rbnsCttetn Oberbürgermeister abgekanzelt zu sehen, dessen oft recht wenig parlamentarische Redeweise ihn am allerwenigsten berechtigt, so auhu= treten, wie am gestrigen Tage. Paßt aber dem Herrn Ober- burgermetiler em von einem Ltadtverordneten angeschlagener und von dem Herrn ^tadtverordnetenvorsteher unbeanstandeter Ton nicht-so wurden wir es durchaus nicht bedauern, wenn er es vorziehen sollte, dauernd aus den Stadtverord- netensikungen fern zu bleiben. Unersetzlich ist niemand in Ma b ~ aud-> nicht Herr Oberbürgermeister Schüler Handel und Uerstrhr. Uolkswittschaft. Darmstadt, 1. Aiärz. Die Hauptversammlung der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft, in welcher 11960 Aktien mit 1710 Stimmen vertreten waren, genehmigte einstimmig die Aitträge der Verwaltung betreffend die Genehmigung des Vertrags mit der Stadt Darmstadt, Bildung einer Eisenbahngruppe für Nebenbahnen und Beschaffung der nötigen Geldmittel. Frankfurt a. M., 1 schen Effekten- und Wechsel-Bank" s , fest, daß trotz der durch die allgemeinen Verhältnisse bewirkten Verringerung der bankgeschäftlichen Thättgkeit der regelmäßige Betrieb des Instituts ein verhältnismäßig befriedigendes Ergebnis, lieferte. Der Aufsichtsrat schlägt eine Dividende von l1/, Prozent, gleich 4 All. per Aktie vor, bei einem Vortrage von 83231 Mk. auf neue Rechnung. Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorn». C. Buchner in Wiesbaden. Aus dem Geschäftsbericht der gen. Firma über das Geschäftsjahr 1901 heben wir folgendes hervor: Der geschäftliche Niedergang des Jahres 1901 kam im allgemeinen gerade auf dem Gebiet der Elektrotechntt besonders scharf zum Ausdruck. Für unser Unternehmen können wir trotzdem mtt Geimgchuung feststellen, daß Umsatz wie Gewinn, in erster Linie Dank dem rastlosen zielbewußten Zusammenarbeiten unseres technischen und kaufmännischen Personals gegen das Vorjahr erhöhte Ziffern aufweist. Insbesondere hat unsere neugeschaffene Bahnabteilung alle Erwartungen voll erfüllt. Der erhöhte Umsatz veranlaßte uns, wenn wir auch wie vor an dem Grundsatz festhalten mtt möglichst niedrigem Kapital zu arbetten, auf L Juli 1901 auf 100 Stück Aktien die restliche Einzahlung von 75 Prozent eirauberufen. Schließt sich die Generalversammlung unseren Vorschlägen über die Gewinnverteilung an, so werden unsere Mobilien sowie Werkzeuge und Uten- sttien mtt je 1 Mk., unser Anwesen Oranienftrahe 40 m Wiesbaden mtt dem sehr mäßigen Bettage von 120000 Alk. zu Buch stehen, während unsere Reserve gleichzettig eine nicht unbeträchtliche Stärkung erfahrt. Der Vorschlag einer Dividende von 7 Proz^ wie in den bewen Vorjahren unseres Bestehens, entspricht den Anschauungen aller unserem Unternehmen nahestehenden Kresse, die in erster Linie eine solide, durch bedeutende Abschreibungen uno Rücklagen gesicherte Enttvickelung wünschen. Der Geschäftsgang im neuen Jghre war bis jetzt ein durchaus zufriedenstellender. Der Remgewinn beträgt 9047787 Mk. Dieser verteilt sich einschl. des Vorttags aus 1890 i. B. von 230271 Alk. folgendermaßen: Reservefonds 5000 Alk., Spezialreservesonds 15000 9JIL, Dividende 39375 Alk., Genußscheine 16875 DL. Tantiemen 801684 Mk., Vortrag auf neue Rechnung 851374 Mk. Verhandlung gegen ihn wegen Betrugs engen auf den 18. März vertagt. — Der im Dienstag den 4. März, nachmittags 51/, Uhr, im Schwesternhaus Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 3. März, abends 8 Uhr, Bibel stunde Konsirmandensaal der Johanneskirche. Psalm 17. Pfarrer Euler. Zeitabschnitten von einer frei waltenden Jury dem Schöpfer beS besten deutschen Dramas zuerkannt werden soll. Gerichtssaal. M. Gießen, 1. März. Strafkammer. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Zimmermann. Der Wagnermeister Karl Schneider! von Büßfeldt ist der gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Hehler« im Sinn der §§ 259, 260 St.G.B. angeklagt. Er soll fünf Holz- ftämme, von denen er wußte, daß sie ihrem Eigentümer gestt>hlen> waren, an sich gebracht und verheimlicht haben. In der heutigen Hauptverhandlung wurde sestgesrellt, daß die zur Aburtettung stehende Handlung durch Art. 29 des hessischen Forsssttafgesetzes — in einer dem § 259 St.G.B. genau entsprechenden Fassung — poenalisiert wird und daß diese Strafbestimmung durch Art. 2 des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch aufrechlerhalten ist. Da der vorliegende Thatbestand mithin eine Uebertretung enthielt, welche jedoch, mangels einer richterlichen Handlung während dreier Alonate nach ihrer Begehung, verjährt war, so mußte das Verfahren e i u g e ft e 111 werden. — Der Ehr. H. Voigt von Rothenburg ist der Unterschlagung und des im wiederholten Rückfall begangenen Diebstahls verschiedener Gegenstände angeklagt und wird zu einer Gesamtgesängnisstrafe von 8 Aionaten 2 Wochen 2 Tagen verurteilt. Die Verhandlung gegen ihn wegen Betrugs wird zur Ladung eines Zeugen auf den 18. März vertagt. — Der Wirt Rudolf U h l von Unter-Schmitten hat einen fremden, bereits bearbeiteten Eichendalleu, der in der Nähe seiner Wohnung gelegen hat, weggenommen und zur Unterlage von Fässern verwendet. Er wird wegen dieses Diebstahls zu 1 Woche Gefängnis verurteilt. — Der Kolporteur Wilhelm Jacob von Dohlsmühle wird wegen Unterschlagung verscyiedener Geldbeträge zu 8 Monat Gefängnis abzüglich 2 Monat Untersuchungshaft, verurteilt. Berlin, 1. März. Die vierte Strafkammer des Landgerichts I, verurteilte heute den Eheftedakteur der Nctt^Ztg. Kobner zu 50 Mk. und den Rechtsanwalt Horn in JnsteiAurg zu 100 Mk. Geldstrafe wegen vorzeitiger Veröffentlichung von Aktenstücken aus dem Krosick-Prozeß. Die „Nctt.-Ztg." bemerkt zu diesem Urteil: Wir werden die für die Preffe wichtige Streitfrage durch Revision zur Entscheidung des Reichsgerichts bringen. Die Auffassung, der das Landgericht sich angeschlossen hat, würde dahin führen, daß Rechtswidrigkeiten, wie sie in dem Gumbinner Prozeß vorgekommen sind, vielleicht auf Jahre hinaus nicht auf Grund der Schriftstücke öffentlich erörtert werden könnten, wenn die letzteren in der öffentlichen Verhandlung der betr. Instanz nicht kund gegeben worden, wett sie, wie es hier der Fall war, für diese Verhandlung bedeutungslos waren. §pulplmi der vttTinigten Frankfurter Ztadüheater, Opernhaus. Dienstag den 4. März, abends 7 Uhr: „Die Afrttanerin." Schauspielhaus. Dienstag den 4. März, abends 7 Uhr: „Es lebe das Leben." Neueste Ulewungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 3. März^ Eine von etwa 4000 Personen besuchte Veteranen- Versammlung nahm Stellung zu der Frage des an Me Veteranen zu zahlenden Ehren- soldes. Reichstagsabg. Dr. Arendt ließ sich in ausführlicher Rede über die Angelegenhett aus und betonte, daß der Staat unter allen Umständen die Verpflichtung habe, für diejenigen, welche die großen Siege haben mtterkämpfen helfen, ausreichend zu sorgen. Die geringste Summe, oie jeder Veteran zu erreichen bestrebt sein müsse, wäre ein Betrag von 600 Mark. Die jetzt gezahlten 120 Mark Lämen einer Armen-Unterstüftung gleich. Lieber sollten die städtischen Behörden ihre Bürger angemessen unterstützen. Zum Schlüsse wurde eine Resolution an den Reichstag angenommen, in der den Reichsbehörden dringend ans Herz gelegt wird, die Sache endlich zum Abschluß zu bringen. Gleiwitz, 3. März. In Oderberg ereignete sich in der Petroleum-Rassinerie ein schwerer Un- glüttssall. Bei Versuchen mit Kohlensäure explodierte eüi mit Kohlensäure gestillter Behälter. Ein Schtasser wurde getötet, zwei Monteure schwer und der Direktor leicht verwundet. Tilsit, 3. Mürz. Hier erregt die Verhaftung der gesellschaftlich gfeachteten und sich eines großen Rufes erfreuenden Naturärztin KlaraNibios großes Aussehen. Ihr wird fahrlässige T ö t u n g zur Last gelegt, da sie zwei an DiphtherttcS erkrankte Kinder angeblich falsch behandelt hat und dadurch deren Tod herbeigeführr haben soll. Loudon, 3. März. Eine wettere Verlustliste be- treffend das Gefecht bei Klerksdorp ist gestern erschienen. Sie enthält die Namen von noch fünf gefallenen Offi. zieren, 45 gefallenen Soldaten und zwei verwundeten Offizieren. London, 3. März. Das Gerücht vom Tode Eecii Rhodes ist unbegründet. Rhodes ist zwar erkrankt doch ist sein Zustand nicht besorgniserregend. Rom, 3. März. Aus Cassano werden Unruhen gemeldet. Das Rathaus wurde während einer feindlichen Kundgebung niedergebrannt, weil die Regierung es unterlassen hatte, eine Lokalbahn zu bauen. Temesvar, 3. März. Gegen den Lippauer Personen- zug richtete eine Gruppe Bruckenauer Bewohner ein Stein- Bombardement, wodurch die Fenster mehrerer Waggons zertrümmert und eine Anzahl Passagiere verletzt wurden. Washington, 3. März. Die Buren-Delegierten Wessels und Wolmarans sind in Begleitung des früheren amerikanischen Konsuls in Transvaal Montagu White eingetroffen. Sie äußerten gegenüber Berichterstattern, sie hätten gegenwärtig keinen enbgütigen Plan ausgestellt. Telephonischer Kursbericht, 3'/2% Reichsanleihe . . 102.05 3O/o do. ... 92.95 3V,% Konsole .... 101.95 3% do 92.60 372% Hessen .... 100.25 3% Hessen .... —.— 4% Oeaterr, Goldretne . . 102.90 41Oestorr, tiilberrente 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.40 4°/j Italien. Rente , . . 100.80 4v2% Portugiesen . . . 42.30 5°/ Portugiesen. .... 28.10 1% C. Türken .... 28.20 Türkenloeo 115.00 4% Griech. Monopol.-Anl. 45.50 47z 56 äussere Argentiner —.— Tendenz; i-anklurt a. 81., 3. März. L-Vo Mexikaner .... 26.70 I 47g /) Chinesen . . . 91.45 Electric, dohuckert . . , 122.50 Nordd. Lloyd . Kreditaktien , . . . . 219.70 Diskonto-Kommandit, . . 195.10 Darmstädter Bank . . . 138.50 Dresdener Bank .... 137.50 Beniner Handelsges. . . 153.00 Oestorr, dtaatebahn . • . 145.50 Lombarden , , 17.50 Gottharabahn 169.30 Laurahütte ..... 200.00 Bochum 197.60 Harpener .....' 163.25 schwach. GnUtrafofltaW!/ Todes-Amseig-e. Gestern abend verschied unsere liebe Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Frau Johannette Zimmer geb. Jughardt 1790 infolge eines Schlaganfalles. Giessen, Darmstadt, Frankfurt, den 3. März 1902. Die Beerdigung findet Dienstag den 4. März, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehause, Steinacker 17 in Darmstadt, aus statt. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Meänsüeh Zimmer Professor Db*b Schweisgut. — verdienen. 1748 1778) Mcmsardemvohi vermieten. 1572 zu vermiete». 1017 Emm bei mir bei wöchentliche- Vergütung in. die Lehre treten. Ä. Öierou, Damntstraße 27. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute unö morgen: SGuSeW 54 yfg. Stierflkisch 52 Pfg. Wrobiliar- Versteigerung. Mittwoch den L. Marz, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker* schert Saale, Neustadt Nr. 55 dahier, nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 1 Garnitur (Sopha, 2 Sessel und 6 Stühle), mehrerevollstänb.Betten, sowie Bettstellen m.Sprung- rahmen, 1 Ruhebett, 1 Bertikow, mehrere schöne Meiderschränke, 1 Wanduhr, 1 goldene Uhr mit goldener Kette, 1 kleiner Lassenschrarrk, Bilder und Spiegel, 2 Mistbeetfenster, 1 Partie Weinflaschen, sowie HauS- und Küchengeräte. 1791 I. A.: Schneider. Gebote auf die diesjährige Loh-Ernte der Gemeinden Dornholzhausen ----- 130, Ebersgöns ---- 210) Groß - Rechtenbach — 150, Hochelheim = 36, Hörnsheim — 70,Klein-Rechtenbach = 80, Niederkleen = 60, Oberkleen = 420, Reiskirchen ----- 190, Vollnkirchen —100, Volpertshausen — 172 Eentner sind schriftlich, verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 15. b. vormittags 10 Uhr, zu welcher Zeit Eröffnung erfolgt, hierher emzureichen. Verkaufsbedingungen, Karte über Lage re. der Schläge können hier eingesehen werden. Groß-Rechtenbach, 1801 den 1. März 1902. Das Bürgermeister-Amt. 387] Beletage, besteh, aus sechs Znumern, Badez^. ger. Korridor und allem Zubehör, in meinem Neubau Bismarckstr. 38 zu verm. Chr. Schmidt, Löberstr. 10, I, ® CC 9C,‘ Ruh. sch. mobl. Zimmer per. L April z. verm. Westanlage 27,HI. Inga Mm« mit flotter, guter Handschrift, Bedingung: Stenograph, für Korresvorrdenz täglich einige Stü., evtl, abends, gegen gutes Honorar gesucht. 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Gesine. b) „Ehre sei dir, o Chriate“, G. A. Perti. 5. Sonate in F-moll für Orgel. II. Adagio von F. Mendelssohn- Bartholdy. 6. „Es ist vollbracht“, Arie für Alt a. d. Johannespassion von J. 8. Bach. 7. Chöre a capella f. Knabenchor: a) „0 du Liebe meiner Liebe*, Mel. i. Darmst. Gesangb. 1696. b) „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, MeL v. Vulpins. 8. Sonate für Violine mit Orgelbegleitung J. S. Bach. 9. „Das Leiden des Herrn“ (nach einem altdeutschen Volkslied) f. Chor, Soli, Orgel u. Orchester von Arnold Mendelssohn. ■d Eintritt frei, m Für die inaktiven Mitglieder werden Plätze anf den Emporbühnen und im vorderen Teil des Schiffes reserviert. Der Haupteingang am Kirchen platz, sowie der Eingang am Turm sind nur für mit Karten versehene Mitglieder und für Mit wirkende geöffnet. Kindern kann der Zutritt nur in Begleitung von Angehörigen verstattet werden. Teste zu !i0 Pf£. an den Kirch- thüren zu haben. Zur Deckung der Kosten werden freiwillige Guben in die Büchsen erbeten. 17851 DetaiÜiften- und Kaufmännischer Verein. Wir machen auf den zweiten Aortrag des Herrn Rechtsanw. Dr. Spohr Gießen Dienstag den 4 Mär abends 81/» Uhr höflichst aufmerksam. 1793 Die Vorstände. Schützen-Vereip Dienstagabend: Kchsrt, LuhchMrast. OGOGKGGOSÄ Handschuhe für Herren und Damen in allen Qualitäten und Preislagen August Waag 60 Seltersweg 60. Handschuhe werden gewaschen. 00000900000000^8 Gietzerrer ^tadttheat«*. Dienstag den 4. März: 9. BolksvorsteUunq! Mmm SenM. Schauspiel in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Eintrittspreise: Loge Mk. 1 Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Pfg. In Vorbereitung: Ks lebe bas Lebe«! TT----:-----777 und aarantfert nur In Original. , , , ,,____ tinzia echt Halmen mit meinem Ilamens- UlulllierZ ________________zage und der Schulzmarke . Rur dann haben Sie Garantie für vollen Erfolg I Lassen Sk sich nicht durch Nachahmungen tauschen! 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