Montag 3. Februar 1903 Erstes Blatt -52. Jahrgang Nr. 28 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- hlätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstraßc 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. AkrnsprechanschlußNr.51. GretzenerAnzelgel ■ ** General-Anzeiger w v für den polit. u. allgcm. AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ** " zeigenteil: Hans Beck. Amtlicher Teil. Betr.: Maul- und Klauenseuche in Utphe. Nachdem in unserer Bekanntmachung vom 31. Januar L I., abgedruckt in Nr. 27 des Gießener Anzeigers vom 1. l. M., in Textzeile 10 bei der Ausfertigung ein unliebsamer Fehler unterlaufen ist, der leicht zu Mißverständnissen führen könnte, berichtigen wir hiermit das Wort „ausgeschloffenen" in „ein geschlossen en" (ecil. selbständigen Gemarkungen). Üülili|nj£ Wochenschau. „Nur in den unsichtbaren und den eigenen Augen verborgenen Eigentümlichkeiten der Nation als demjenigen, wodurch sie mit der Quelle ursprünglichen Lebens zu- sammenhängt, liegt die Bürgschaft ihrer gegenwärtigen und -utunftigen Würde, Tugend, Verdienste." Mit diesen Worten Fich le's aus seiner achten Rede an die deutsche Station kann man beit Rückblick auf die verflossene Woche ein leite«, denn sie ließ gleich zu Beginn ertennen, wie fein parteipolitischer Streit und Hader, keine UnKusrieden- heit mit den bestehenden Verhältnissen groß genug sein rann, um nicht sofort zu verstummen, wenn es gilt, den nationalen Gedanken in der Person seines Trägers ui ehren. Kaisers Geburtsfest ist einer derjenigen Tage, an dem das deutsche Volk beweist, daß die Monarchie, um mit dem großen Philosophen zu reden, die Quelle seines ursprünglichen Lebens ist, und es will uns auch als eine Bürgschaft für die Zukunft dünken, daß diese Erkenntnis sich wirksam und machtvoll genug zeigt, um, wenn auch nur vorübergehend, den Tagesstreit verstummen zu lassen. Der Prinz von Wales, der in diesen Tagen Gast des deutschen Kaisers war, kann seinem königlichen Vater und sollte auch dessen kolonialem Berater erzählen, daß Charakter im deutschen Volke steckt, denn stiller ist bei fröhlichem Anlaß bisher wohl kein Königssohn und Thronfolger in die deutsche Reichshauptstadt emgezogen toie er, dem nur nur wünschen wollen, daß er dereinst unter erfreulicheren Verhältnissen zur Regierung gelangt, als wie es seinem Vater beschieden war. Ter voin „Vorwärts" veröffentlichte Geheimerlaß des Reichs-Mario e-Arntes hat wieder einmal die öffentliche Aufmerksamkeit aus die Flottenpläne der Reichs-Regierung gelenkt. Vermag die Regierung überzeugend nachzuweisen, daß ihre Forderungen zur Sicherheit des Reiches und seiner Besitzungen, zum Schutze des deutschen Handels absolut notwendig sind, wird es ihr an Unterstützung nicht fehlen. Aber diese Pläne wurden in dem denkbar ungünstigsten Augenblicke bekannt. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn die Regierung glaubt, sich durch das Hineinschieben einer Flottenvorlage in die künftige Wahl- bewegmtg die Situation zu erleichtern oder sich eine Mehrheit nach ihren Wünschen sichern zu können; Schutzzoll und Flottenvorlage passen zusammen wie Feuer und Wasser, von denen eines das andere verzehrt, und solcher- aestalt wird das Verlangen der Regierung nach Verstärkung Der Auslandsflotte den Gegnern des Zolltarifs ein gefährlicher Bundesgenosse in ihrem Kampfe gegen die Zölle. Diese Ueberzeugung giebt sich in seltener Einmütigkeit in allen Parteilagern kund. Liberale wie konservative Blatter zögern nicht, dieser Meinung in unzweideutiger Weise Ausdruck *u geben, und so genießt man gegenwärtig das schließlich doch wenig erbauliche Schauspiel, in der Presse aller Parteien Aeußerungen der Unzuftnedenheit über den Grafen Bülow zu lesen und über die gesamte Reichsregierung. Diese bemüht sich nun eifrigst, wenigstens einer allgemeinen Vermutung den Boden zu entziehen. Die regierungsoffiziöse „Nordd- Allg. Ztg." führt in ihrer SamStag-Abend-Nummer aus: In dem Kamps gegen den Zolltarif zeigt sich die auffallende Erscheinung, daß von den beiden entgegengesetzten Richtungen der extremen agrarischen, welcher die vorgeschlagenen Schutzzölle für die Landwirtschaft noch nicht genügen und der freihändler- i s ch e n, die gerade an diesen Sätzen den meisten Anstoß nimmt, mit der Unterstellung von Meinungs-Verschiedenheiten unter denzuständigen Stellen un Reiche und unter den Mitgliedern des preußischen Staatsministeriums zu operieren versucht wird. Auf der einen Seite insinuierten radikale Blätter, daß der Staatssekretär Graf Posadowsky den agrarischen Forderungen mit größerer Entschiedenheit entgegentrete als ber Reickanzier, auf der anderen Seite deute die „Ttsch Tagcsztg." an, daß der preußische Landwirtschafts- mtntller von Podbielski, obgleich amtlich zur Vertretung der Reick .-ags Vorlage verpflichtet, noch persönlich wei- teren Eil.Hungen unh Bindungen der landwirtschaftliche" Zölle zuneige. Diesen Behauptungen stellt das genannte, offiziöse Blatt die Thatsache entgegen, daß bie große Mehrheit ber Bundesregierungen unb insbesondere alle größeren Bundes-Staaten tote sämtliche preußische Minister ohne jede Ausnahme auf dem Boden der Bundesrats-Vorlage stehen und daß daher ein Durchbrechen dieser Front durch Hervortreten oder Zurückbleiben einzelner Stellen ausgeschlossen erscheint. Tie amtlichen Vertreter des Entwurfs seien durchaus einig darin, daß das ganze Werk durch Ueberschreiten der vor geschlage it en Minimalsä tze oder Vermehrung ber Zoll-Bindungen sowie durch Uebertreibungen von der Art des vom Staatssekretär Grafen Posadowskn in voller lieber einftimmung mit dem Reichskanzler bekämpften Antrages wegen ber Ursprungszeugnisse aus bas ernsteste gefährdet wird. Diese offiziösen Ans sich rangen haben den Vorzug, nicht mtßdeutbar zu sein, und bie Vertreter ber Parteien und bie parteipolitische Presse werben fortan in etwas ihre Taktik zu änbern haben. Einen kuriosen taktischen Streich hat sich in den letzten Tagen die englische Regierung in ber Transvaalfrage gegenüber ber Kollegin in den Niederlanden erlaubt Sie benutzte die holländische Regierung, um wegen der Friedensfrage zu sondieren. Diese Thatsache — um das vorauszuneymen als das Wichtigste — giebt der Vermutung Raum, daß im Süden des schwarzen Erdteiles doch nicht alles so zum Besten für die englische Sache steht, wie es die Bulletins Kitcheners glauben machen möchten. In letzter Zeit ist so mancherlei durchgesickert, was das Gegenteil von englischen Erfolgen verkündet und die Chamberlain unb Genossen beginnen sich beshalb, wie es ben Anschein gewinnt, mit dem Anstrich edelmütiger Nachgiebigkeit zu schmücken, der allerdings ihre wahre Natur nicht verbergen kann. Aber wie dem auch sein mag: die Thatsache an sich, daß die englische Halsstarrigkeit unter dem Prozeß des Nachdenkens über bie Situation auf dem Kriegsschauplätze zu weichen beginnt, ist geeignet, Ge- nugthuung zu erregen, unb im Interesse beider Teile, bie beibe leihen unb des Krieges herzlich satt sind, ist es um so auffälliger, daß, wie uns ein Telegramm bereits nm Samstag meldete, der ho11ändisch en Friedensfrage aus dem Londoner Kabinett höchst großspurig eine ablehnende Antwort zu teil wurde. Heute bestätigen dies Depeschen aus dem Haag. Tie holl. Regierung, so heißt es, sei „tief enttäuscht". Die Note der englischen Regierung erkläre jedoch, sie sei bereit, alle Vorschläge zu berücksichtigen, bie von ben Delegierten ber Buren unb ben Generalen im Felde hinreichend autorisiert sein würden. Die gegenwärtigen Verhandlungen wären an ber Unversöhnlichkeit ber Buren-Delegierten gescheitert- Einem Vertreter ber „Daily News" in Brüssel erklärte Dr. Leybs: England könne nicht von vornherein einen Verzicht der Buren auf absolute Unabhängigkeit als Vorbedingung für Friedens-Präliminarien verlangen, umsoweniger als jetzt die militärische Lage d en Buren günstig sei. Sämtliche Buren-Delegierten hielten eine Konferenz in Krügers Villa in Utrecht ab, um die englische Antwort zu erwägen. Die holländische Negierung und besonders die Königin Wilheliuina persönlich wollen den stärksten Druck ausüben, um die Delegierten zur Aufgabe ihrer unversöhnlichen Haltung zu bewegen. Der „Standard" will aus Brüssel erfahren haben, daß der holländische Minister Kuypers die Note der holländischen Regierung sämtlichen Mächten vertraulich mitgeteilt habe. Das sind die neuesten Sonntags-Meldungen bei Niederschrift dieser unserer Wochenbetrachtung, von der in einem bankerotten, bis auf ein paar Lokalnotizen vom „Wiesbadener Generalanzeiger" von A bis Z abgeklaschten Winkelblättchen ein unreifer Mensch neben anderem Unsinn faselt, wir pflegten sie der „Köln. Volksztg." zu entnehmen, obwohl dieses klerikale Blatt seine „Wochenrundschau", im Gegensatz zu der unseren, die stets die Sonntags vorliegenden Nachrichten berücksichtigt, bereits in seiner Sonntagsmorgenausgabe veröffentlicht. Wir möchten übrigens gar gern nur eine Nummer unseres Blattes sehen, in der wir einen diesem führenden Centrumsorgan konformen Standpunkt eingenommen hätten I Doch biejen Nasenstüber einem Knaben, der uns vor einem Jahre zulies und schon nach wenigen Monaten auf unserer Redaktion wegen seiner noch heute offenkundigen Unfähigkeit, die ersten redaktionellen Handgriffe sich zu eigen zu machen, auf die Straße gesetzt wurde, auf der er von Vorübergehenden aufgelesen wurde, — nebenbei. Kehren wir zu Ernsthaftem zurück. I o h n B u 11 hat seine neueste diplomatische Notenaffaire mit respektabler Schlauheit eingefädelt. Die „tief enttäuschte" holländische Regierung äst auf einen argen Leim gekrochen. Der holländische Ministerpräsident folgte m aller Harmlosigkeit einer englischen Lockung. Man erzählte ihm in London wohl allerlei von schönen Friedensabsichten, kleidete aber offenbar seine Worte versteckt zweideuttg und täuschte den in diplomatischen Schlichen noch unbewanderten neuen holländischen Premierminister auf das schnödeste. Man wollte an der Themse jemanden haben, der sich für England die Hände zu verbrennen bereit fei, unb erachtete den homo novua auf dem Ministersessel im Haag für die geeignetste Persönlichkeit dazu. Dr. Kuyper ließ sich von der englischen Regierung beschwatzen und durchschaute nicht die eigentlichen Absichten Albions. In seiner Harmlosigkeit setzte er dann zu Hause eine Note auf zu Gunsten des Friedens, von der er nach den Unterredungen in London annahm, sie entspräche voll den englischen Wünschen. England aber sandte ihm, mit der unschulbsvollsten Miene von der Welt als einer, der von einem Tritten durchaus mißverstanden worden sei, eine Note als Antwort, die einerseits das raffinierte Zwischenspiel deutlich erkennen läßt, mit dem es Holland an der Nase herumgeführt hat, und anderseits zeigt, daß man in England im Grunde doch von heißer Friedenssehnsucht erfüllt ist und auf Vorschläge hofft mit demselben brennenden Verlangen, wie bei uns der Bund der Landwirte auf möglichst hohe Getreide- zollsätze. Nach dieser Blamage der holländischen Regierung ist es weiter nicht verwunderlich, daß sie sich nun nach Kräften beftreben wird, als Friedensvermittler ans Ziel zu gelangen, so oder so; welchen AuSgang die Chose fetzt nimmt, ist ihr gleichgültig, wenn es nur überhaupt ein Ende giebt und die Welt von ihr zu sagen hat, daß Holland es war, daS dem Blutvergießen ein Ziel setzte. — In England aber, wo man sich natürlich bemühen wird, dieses Versteckensspiel rundweg abzuleugnen, obwohl es klar am Tage liegt, wird man einst doch noch zu der Erkenntnis kommen, daß cS, wie Spanien unb Portugal, diese einstigen Riescnkolonialreichc, an seinem Kolonialehrgeiz, an dem Greater-Britain zu Grunde gehen, nicht aber erstarken wird. Die englischen Staatsmänner thäten also wohl daran, wenn sie ihre in der Anwort an Holland versteckt ausgesprochenen Friedenswünsche wahr machen wollten und einhielten im kriegerischen Treiben. Der friedliche Eindruck, durch den in der verwichenen Woche die gesamte weltpolitische Situation sich charakterisierte, er sollte es ihnen leicht machen, dem heldenmütigen Feinde fteiwillig das zu lassen, was sie ihm zu nehmen gedachten, die Unabhängigkeit. Zar Schiffbarmachung der Lahn. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") (Nachdritck nur mit vollem Zitat gestattet.) Zur besseren Ausbeute der im Lahnthale lagernden Mineralien beschäftigt man sich bekanntlich z. Z. anitlich mit der Schiffbarmachung ber Lahn für größere Fahrzeuge. Bei den zuständigen Behörden sind bereits die nötigen Schritte eingeleitet worden. Es dürfte bei dem neuerdings wieder aufgetauchten Plane von Interesse fein, zu erfahren, wie alt das Projekt schon ist, die Wasserstraße der Lahn fahrbar zu machen. Bereits im Jahre 1627 plante man die „Floßbar- machung" des Lahnflusses. Landgraf Georg II. von Hessen- Darmstadt (1629—1661), der sich für die Wiedereröffnung .ber Universität Gießen verbient gemacht hat, suchte sämtliche Fürsten und Herrschaften, durch deren Territorium bie Lahn floß, zur Schiffbarmachung dieses Flusses zu ver- anlaffcn. Da Chur - Trier Schwierigkeiten machte, scheiterte der Plan. Landgraf Ernst Ludwig (f 1739) griff das Projekt wieder auf, doch gleichfalls ohne Erfolg. Während des französischen Revolutionskrieges (1796) reichte der Wasserbaudirektor Kirn in Limburg auf Veranlassung der „fränkischen Nation" ein Memoire ein. Daraus geht hervor, daß von Diez bis Marburg der Lauf des Lahnflusses bei einer Länge von 20 Stunden Weges unb einem Gefälle von 150 Fuß durch 23 Wehre unterbrochen sei. Diese Wehre mittels Schleusen zu passieren, sei zu kostspielig unb deshalb schlägt der Verfasser der Denkschrift vor, Rollbrücken zu errichten, auf denen die Schiffe durch ein Wasserrad auf- und niedergelassen würden. Zur Ausführung dieses Gedankens seien etwa 200 000 fl. nötig. Der damalige Landgraf von Hessen, Ludwig X., der spätere GroßherzogLudwigl., versprach, dem Projekte nach dem Frieden näheren treten. Die Napoleonischen Kriege unb die dadurch veranlaßte Territorialveränderung waren der Ausführung hinderlich. Im Jahre 1841 griff der Abgeordnete für Gießen, Herr v. Ritgen, ben Plan wieder auf unb erzielte durch die Verhandlungrn in den beiden Kammern, daß 86 000 fl. aus dem „Staatsstraßenneubaufonds" für Schiffbarmachung der Lahn von der töniglich-preußischen Grenze bis zur Neumühle bei Gießen bewilligt wurden, und daß „Se. König!. Hoheit ber Großherzog die bereits eingeleiteten Verhandlungen mit den beiden anderen Uferstaaten (Nassau und Preußen) mit aller möglichen Thätigkeit fortsetzen laffen". lieber das Ergebnis der Verhandlungen ist nichts bekannt geworden. Möglicherweise scheiterte die Sache an den Kosten für die Nivellierungsarbeiten und für die Errichtung von Schleusen. Heute, wo Preußen in dem ehemaligen Nassauischen Gebiete für eine Wasserstraße auf der Lahn nach dem Rhein hin zur wirtschaftlichen Ausbeutung ber Erzeugnisse des Lahnthales mehr interrc) fiert ist, wie ehedem, dürfte zu erwarten sein, daß die auch für die Hebung des Verkehrs unb Handetswesens Gießens höchst wichtige Frage bald ihre Lösung sinden wird, zumal die beteiligten Jnbusttieellen durch Aufwendung von namhaften Beiträgen die Sache unterstützen werden. Tabakbau iu ZZadcu. Mit dem Anbau von Tabak befaßten sich im Großherzogtum Baden im Erntejahr 1900 na'ch ber enbgiltigen Feststellung 33174 Pflanzer, bie zusammen eine Fläche von 620114 Ar bebauten. Im Vergleich zum Erntejahr 1899 hat sich bie Zahl ber Tabakpflanzer um 978 ober 3,03 Proz. unb bie Anbaufläche um 15490 Ar eher 2.56 Proz. vermehr:. Tie Zunahme im allgemeinen rührt von ben hohen Tabakpreis en bes Erntejahres 1899 her. In manchen Bezirken hat man sich dem Tabakbau deshalb zu- getoenbet, weil er immer noch lohnender erschien als der Anbau von Hanf, Kartoffeln, Cichorie ufro. Ter Rückgang in anderen Bezirken ist ebenfalls in der . Hauptsache auf geringen Ernteausfall unb ungünstige Preise in ben Vorjahren, tum Teil auch auf ben Mangel an lanbwirtschaftlichen Arbeitern unb bie hohen Löhne zurückzuführen. Ter Gesamtwert ber 1900er Tabakernte betrug nach ben erzielten Durchschnittspreisen 8 953 737 Mk. gegen 6 679 822 Mk. im Vorjahre, somit mehr 2 73 915 Mark, was einem Mehrwert von 34.04 Proz. gleichkommt. Tie an gebauten Sorten waren im wesentlichen bie gleichen tote früher: Gundi, Friedrübstch...-r, Amers- forter, daneben noch Elsässer und Scha-iett.^ i. Zn einem Bezirke des badischen Unterlanbee- wurden Vers u ch > gemacht mit Tabak auf Altenh eim bei Offenburg unb Die b es - Mk. Pf. 4 890 75 317 872 73 Mk. Pf. 6 099 27 78 338 98 Mk. Pf. 26 704 43 98 303 81 18 369 36 168 109 78 38 80 47 917 13 837 4 664 19 862 4 869 33 78 für die Armen Kirchen und die des öffentlichen 52 65 Kirchenopfer, soweit sie nicht bestimmt sind .... Gaben und Stiftungen für die Pfarreien ..... Kirchliche Vereine zur Hebung Gottesdienstes .... 15 84 77 44 56 64 05 Uniet mfiM Ml diNI I bei eiut. Kirchliche Vereine zur Förderung des Gemeinde lebens . . . . . * Außergewöhnliche Posten 374 37 37 851 X Hl 01 an die Tenore, recht hohe Anforderungen, da diese sich fast ununterbrochen in der höheren Lage besinden und zudem die Kunst des Pianogesanges verlangen. Das ist eine schwierige Aufgabe, die die Sänger aufs Beste gelöst haben. Auch die sehr schwierige Hegar'sche Kantate glückte den Sängern vollkommen. Herr Theodor Haubach, der längst bewährte ausgezeichnete Bariton des Vereins, war der Gesangs-Solist des Abends; wie sonst, wußte er auch diesmal seine vollendete Schule, seinen geschmackvollen Vortrag ins beste Licht zu setzen. Außer ihm aber durchbrach noch, an Stelle der erwarteten, leider erkrankten Frau Emma Bellwidt, Frl. Toni E an statt aus Wiesbaden die Chorvorträge mit Liederspenden, die die Zuhörerschar entzückten. Ihr in der Mittellage außerordentlich weiches Organ gehört zu jenen Stimmen, die namentlich im halbstarken und leisen Gesang durch sanfte Lieblichkeit gewonnenes Spiel haben. In der Höhe hat ja ihre Stimme eine gewisse Härte, aber die künstlerische Bildung dieser Stimme rt vorzüglich, und ihre Beseelung durch die Mächte Geist und Empsindung erzielte namentlich in der Mignon- Arie die anmutigste Wirkung. Die tadellose Verbindung der Register, dieses schöne Ligato, die immer deutliche, normale Aussprache — das alles sind schwerwiegende techmsche Vorzüge. Als dienstbare Geister empfangen sie aber erst ihre Macht durch den Zauber eines echt poetischen wie musikalischen Jnstlnkts und einer lebensvollen R^rodukttonskraft. Sobald Epiphaniaskollekte (Aeußere Mission) . . . . Palmarumskollekte (bedürftige Diaspora-Gemeinden des Inlandes) . ♦ Ausländische Diaspora . ...... Pfingsten (Lutherstiftung) ...... Augustkollekte (Innere Mission) Reformationsfest-Kollekte (Gustav Adolf-Verein) Für eine bedürftige hessische Gemeinde . . . Kaiser Wilhelm-Stiftung (Sedanfest-Kollekte) . Reujahrskollekte ......... Büchsengelder .......... Sonstige kirchliche Kollekten (Advent, Abendmahlspfennige n. s. w.) ....... . Freiwillige Gaben ........ Kirchenopfer, soweit sie für die Armen bestimmt sind ............ Frl. C. die ersten Töne eines Liedes anschlägt, hat man die Empfindung, daß sie Dichtung und Musik völlig erfaßt und tief in sich ausgenommen hat. Das Liebesgirren des zarten Vögelchens in der entzückenden Zugabe „Und niemand hat's geseh'n" von Löwe, dem großen Balladen-Löwe, das war in Wahrheit ein reizender Gesang. Ein vollendetes Feingefühl führt die Sängerin in erster Linie zur Romantik und zur reinen Lyrik. Pathetik oder Naturalismus in der Musik wären ihre Sache nicht. Störende Eigenheiten der Mundstellung wird die Künstlerin wohl noch vermeiden lernen. — Mit Teil an dem schönen musikalischen Erfolge vom Sonntag hatte auch Frl. W. v. Preuschen aus Wiesbaden als Pianistin. Sie erfreute durch den wohl gelungenen Vortrag zweier Schumann'scher Stücke und emes Allegro von Scarlatti-Tausig, in denen sie ihren schönen, technisch vorzüglich ausgebildeten Anschlag und sauberes und kunstgerechtes Spiel erkennen ließ. In der Begleitung, namentlich der Bariton-Soli, schien sie uns nicht immer ganz glücklich. — Alles in allem genommen glich der Genuß am gestrigen Konzerte, das einem schönen Zwecke diente, einem erquickenden Spaziergange durch einen Garten voll frischgrünender Bäume und sprießender, blühender Blumen. — Exzellenz Dr. Gnauth sandte aus Darmstadt an den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Friedrich Habe nicht, ein freundliches Begrüßungs- Telegramm. 4 240 3 965 3 962 3 889 4 422 3 959 1 203 31 742 72 III. Opfer und Gaben für die Ortsarmen: 38 68 73 Gesamtsumme aller Liebesgaben: 596 064 21 ** Gisenbahvdirektor Schoberth, der in den weitesten Kreisen Oberhessens außerordentlich beliebte bisherige Vorstand der Betricbsinspektion I, verläßt mit dem heutigen Tage unsere Stadt, um nach seiner neuen Wirkungsstätte in Mainz überzusiedeln. Mit ihm verlieren die unterstellten Beamten und Arbeiter einen loyalen, stets gerechten und humanen Vorgesetzten. Eisenbahndirektor Schoberth hat nicht weniger als 28 Jahre seiner dienstlichen Thätigkeit in Oberhessen verbracht, davon 18 Jahre in Alsfeld und 10 Jahre in Gießen. Seine bereits zum 1. Januar ausgesprochene Versetzung wurde bis zum 1. Februar hinausgeschoben, damit er seinen Amtsnachfolger, Eisenbahnbauinspektor Zimmermann, in die ausgedehnten Geschäfte der außerordentlich großen Betriebsinspektion I und in die vorliegenden vielen Bauarbeiten einführe. Auch dem Nachfolger Schoberths, der ein geborener Darmstädter ist, geht der Ruf eines Vorgesetzten voran, dem das Wohl seiner Untergebenen stets am Herzen liegt. 32 529 8 416 les !ich beijel des W galten simig a. Wen j Um t wa'hnnd btftdliq die Mi Sofias l mdeti t roiri». — welche de dienten, n bui lat al ? , % AI raunte' lonben hienib funjt, der Qi auch t ichrau ieilunc Nru Dohu Meinet tute 1 'ch die aller $ heu vOlißhe v Dill ^ieje % “ d-lr, Sie por .. #lf 1 Mk" solchem aus dem Breisgau, ferner mit sogenanntem Äiedtabak, angeblich mit gutem Erfolge. Tas Ernteergebnis des Jahres 1900 war im allgemeinen reichlich und gut. Im Durchschnitt betrug die Menge des geernteten Tabaks in dachreisem trockenem Zustande von einem Hektar 2490 Kilogramm gegen 2156 Mlogramm im Vorjahre. Die Pflanzen entwickelten sich auf dem Felde in den meisten Bezirken gut, teil* weise sogar sehr gut, sodaß die Ernte in Bezug auf Fein- bett des Blattes und lleppigkeit des Stockes großenteils zu den besten der letzten zehn Jahre gerechnet werden kann. Die Entwickelung des Labaks in den Trocken- räumeu lönnte bei dem ziemlich günstigen Trockenwetter ebenfalls als gut geeignet bezeichnet werden, wenn der Labar nicht vielfach bei dem feuchten schlechten Wetter des Monats Lezember abgehängt worden wäre. Die Beschaffenheit des Tabaks bei der Verwiegung war dementsprechend, d .h. der Tabak wurde vielfach feucht zur Wage gebracht; sehr gut ausgetrocknet war aller int Monar Januar abgehängte Tabak durch den in diesem Mon ate ein getretenen Frost. Der Verlauf der ersten Fermentation litt etwas unter der starken Kälte, der gute Verlauf der zweiten Fermentation hob aber diese Mängel der ersten auf. , , , Die Endbeschaffenheit des Tabaks der 1900er Ernte ist durch schn i111 ich sehr befriedig en di, Tie Blätter sind groß, leicht, fein, von gutem Brande, ' gutem Geschmack und gutem Gerüche, sodaß sie nicht nur ein gutes Material zu Einlage und Umblatt, sondern teilweise auch zu Deckblatt liefern. Auch Tabak zum Spinnett gab es in ziemlicher Menge. Sandblätter und Grumpett liefern ein gutes Schneidematerial. Steuernachlässe sind in größerem Umfange nicht vorge- ckommen. Wegen Hogettchtegs, Mißwach'es und Zer röruna durch Feuer wurden zusammen 210 Mk. 80 Pfg. vergütet Der Tabak wurde meistens an badische Händler und Fabrikanten verkauft, kleinere Mengen gingen auch nach dem Elsaß, Hessen, Württemberg rc. Tie Mindest- und Höchstpreise für den dachreisen ^abak ohne Unterscheidung der verschiedenen Gattungen — eine Trennung nach Sorten bei dem Verkaufe ist nicht üblich — stellten sich durchschnittlich wie folgt: Für Obergut 55 bis 65 Mk., für Sand blatt 29 bis 41 Mk., für Grumpen 17 bis 24 Mk. und für Nachtabak 34.50 Lis 41 Mk. Für den an manchen Orten in grünem Zustande verkauften Tabak wurden 4 bis 6 Mk. für Obergut und 2 bis 2 20 Mk. für Sandblatt für den Doppelzentner bezahlt. Für ganz Baden berechnet, ohne Rücksicht auf Gattungen und Sorten des Tabaks, wurden durchschnittlich 58 Mk. für einen Doppelzentner erlöst. Eine weitere Zunahme ist nach den vorliegenden vorläufigen Feststellungen im Erntejahr 1901 sowohl hinsichtlich der Zahl der Tabakpflanzer als auch der mit Tabak bebauten Fläche eingetreten. Die vorläufig ermittelte Zahl der Pflanzer beträgt 37 584 und der Flächeninhalt der bebauten Grundstticke 717 825 Ar, was gegen die eingangs erwähnten Ziffern des Jahres 1900 eine Zunahme von 4410 Pflanzern (13.29 Proz.) und von 91)711 Ar (15.75 Proz.) an gebaute Fläche bedeutet. j (i* Ul’6! Dbo, II. Allgemein erhobene Kirchenkollekten, ansschließl. Neujahrskollekte; und Anstalten evangelisch-christlicher thätigkeit: Aeußere Mission (einschließlich Judenniisfion, ausschl. Epiphaniaskollekte) ..... Innere Mission (ausschl. Angustkollette) . . . Gustav-Adolf-Verein (ausschl. Reformationsfest- Kollekte) * Evangelischer Bund ........ Elisabethenstift, bezw. Diakonissenstationen, Anstalten des Dekanats (Krankenpflege, Er- ziehungsoerein) ......... Besondere mildthätige Anstalten und Vereine der Pfarreien ......... Sonstige christl. Vereine und Unternehmungen Für besondere Notstände ...... IV. Sonstige freiwillige Seiftun gen für kirchliche Zwecke. *♦ Auszeichnungen. Der Großherzog Hai dem Haupt- mann Fink, Bezirksoffizier beim Landwchrbezirk St. Johann, seither Platzmajor bei der Kommandantur Darmstadt, die Krone znm Ritterkreuz 2. Klasse mit Schmettern des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Direktor der Kreissparkasse zu Mainz, Dittmar zu Mainz, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der genannten Sparkasse, Bürgermeister Eckert HI. zu Klein- Winternheim die ft'rone zum Silbernen Kreuz des genannten Ordens und dem Mitglied des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Mainz, Landwirt Probst III. zu Essenheim, das Silberne Kreuz desselben Ordens und dem Bürgermeister Alles zu Nieder-Florstadt das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Audienzen. Der Großherzog empfing am 1. Februar u. a.: den Oberst v. Normann, beauftragt mit der Führung der 42. Jnf.-Brigade, den Professor Dr. Hansen von Gießen, Rektor der Landes-Universität, den Rechtsanwalt und Notar Reh von Alsfeld, den Kommerzienrat Koch von Gießen. ** Nebenbahn Lollar-Londorf. Wie wir vernehnen, soll die Nebenbahn Lollar-Londorf zum 1. Mai eröffnet werden. Interessant auf dieser Strecke sind einige in Monniersystem (Zement mit Eiseneinlage ähnlich dem Hennebique-System, das bei dem Neubau des Siechenhauses in Anwendung kommt) ausgefühtten Brücken, darunter eine von 20 Mtr. Spannwette. ** Vahnhofsumbau. Wie bekannt, kommt der alte Vorplatz vor unserem Stationsgebäude infolge des Bahnhofs- umbaus vollständig in Wegfall. Mit der Anlage des neuen Vorplatzes, der bedeutend vergrößett und dem gesteigetten Personen- und Fuhrwerksverkehr angepaßt wird, ist bereits begonnen worden. Der Platz muß gesenkt werden und bekommt überhaupt eine völlig veränderte Gestalt. Durch Fott- nahme der Ecke des Ziergattens vor dem bishettgen Vorplatz wird erreicht, daß der neue Zugang gerade und bequemer wird. — Die Erweiterung des Stationsgebäudes wird ebenfalls in Kürze in Angriff genommen werden. Die für die Fundamente nötigen Bruchsteine sind schon in großer Menge angefahren. Die Grundfläche des neuen Gebäudes wird die des alten etwa um das 2^ fache übertreffen. ** Der Kösener Senioren-Konvent als Nonnenkloster! Von hochgeehtter Sette geht uns aus unserem Leserkreise folgender Ausschnitt aus der „Deutsch-Südwestaft. Ztg." vom 27. Nov. 1901 zu: „In den Cape Times schließt ein Artikel, der sich in höchst anerkennender Weise über den deutschen Jlotten- üerein ausspricht und ihn als nachahmenswettes Beispiel für die Engländer hinstellt, mit bem köstlichen Mißverständnis, däs durch die Bedeutung des Wortes Konvent — Kloster veranlaßt ist. „Und deratt sind unsere teutonischen Vettern vom Flottenfieber ergriffen, daß selbst eine Anzahl Nonnen geschloffen dem Vereine beigetreten sind: der Wein-' Heimer Senioren-Konvent und der Kösener Senioren-Konvent (that even some nuns have collectively joined the League, viz. The „Weinheimer Senioren-Convent“ and the -Kösener Senioren - Convent“.)" Der S. C. ein Nonnenkloster! Friedberg, 29. Jan. Nachdem schon im Jahre 1900 bei den Kanalarbeiten in der Klosterkaserne einzelne Bruchstücke eines römischen Meilensteins gefunden worden waren, wurden die Hauptstücke desselben Steins im September 1901 der Erde entnommen und gingen in den Besitz des Geschichtsvereins über. Dieser Meilenstein ist der erste römische, der in Oberhessen gefunden worden ist, und verdient um so mehr Beachtung, als er Friedberg deutlich als den Vorott unserer Gegend in römischer Zeit bezeichnet. Da der Stein, der den römischen Steinbrüchen an der Naumburg bei Kaichen entstammt, sehr rauh ist, so sind die Buchstaben teilweise schwer zu lesen; dazu kommt, daß große Stücke verloren sind. Trotzdem ist es gelungen, aus dem Erhaltenen die ganze Inschrift wiederherzustellen; dieselbe lautet mit den notwendigen Ergänzungen: 1. IMP CAES C MESSIO 2. QVINTO DECK) TRAI 3. ANO PIO FEL AVG P M TR 4. P P P PROCOS T Q BEREINIG 5. ETRVSCO MESSIO DECK). 6. ET C VALE INTI HOST1LIA 7. NO MESSIO QVINTO. 8. NOBIL1SSIMIS CAE 9. SARIBVS C T A NIDER 10. L. X. Der Mettenstein ist zu Ehren des Kaisers Quintur Gajus Messius Deeius Trajanus und seiner beiden Sohne Herennius Etruskus und Valens Hostilianus errichtet worden. Aus dem Stein und seiner Inschrift ergiebt sich, daß er in der Blüte- rauen , Witwen, ältere Unverheiratete 254, Gewerbereibende 158, Dienstmädchen, Lauffrauen 54, Arbeiterinnen, Ladenmädchen 101, Beamtinnen 67, Pflegerinnen 17, junge Mädchen, Lehrmädchen 198, zusammen 849 Bände. Nach auswärts kamen 98 Bände. ** Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großhrrzogtums Hcfsen, Nr. 16, enthält eine Bekanntmachung vom 30. Dezember 1901, betreffend die kirchliche Statistik für das Jahr 1900, aus der hier nach der „Tarmst. Ztg." die nachstehende Uebersicht über die im Jahre 1900 gespendeten christlichen Liebesgaben mitgeteilt sein möge. Ueber die evangelisch-christliche Liebesthätigkeit, soweit sie pfarramtlich estgestellt werden konnte, wurden besondere Erhebungen an- gestellt, die folgendes Ergebnis hatten: 1. Milde Gaben aus den Gemeinden an Vereine Feuilleton. *• Gin Wohlthatigkeits-Kouzert veranstaltete am Sonntag .nachmittag der Kronbauer'sche Quartettverein im großen Saale des Gesellschafts-Vereins. Selbstverständlich war, wie immer, wenn dieser vortreffliche Männergesangverein an die Qeffentlichkett tritt, der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und hatte eine so aufmerksame als dankbare Zuhörerschaft ausgenommen. Man weiß ja, daß dieser Männerchor ,in Bezug auf Kraft und Schönheit des Stinimenklanges seines Gleichen sucht, daß er in der Feinheit der Tonnüaneierung das Beste leistet. Der Chordirigent, Herr Geller, versteht es, an die Individualität seiner Sänger sich anzuschmiegen. Die schönste Wirkung erzielen unsere Männerchöre doch immer ' mit den naivschlichten, herzig rührenden, einfachen Volksweisen, die so lieb und heiter, so anmutsvoll und Hefen Gemütes sind. Da§ traute alte Lied „Ach wie ist's möglich bann" ging uns am meisten zu Herzen; hier entwickeln sich die verschiedensten Regungen des empfindsamen Menschenherzens ganz natürlich aus einander und gehen in einander über zu einer vollkommenen Harmonie. Koschats „Du mei flachs- haarets Diandl" und das berühmte Brahms'sche „Wiegenlied" führten zu ähnlichen Stimmungen. Zwei außerordenttich graziöse Kunstlieder aus dem 16. Jahrhundert, ein italienisches ,unb em niederländisch es, stellten an die Stimmen, besonders e. 8 fihd Seig 5S wegen un Magi, n ihr oblien unbefugt1 (eierabe unb fein lid) eine1 5 Best M zal S. 1 Witwe a wandte1 Hanfes tzeldv. mailt a tzim 1 W Lache SlngeT lautet Mr reniti einer W eines um daß JW ökM Aus Stadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist mir unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet) Gießen, 3. Februar 1902. »* Im Stadttheater findet am Dienstag Abend das Benefiz des Fräulein Helene Hohenfels statt. Die junge Künstlerin wird als „Alexandra" in der gleichnamigen Tragödie von Richard Voß auftreten. Frl. H. besitzt, rote unsere Theaterfreunde wissen, ausgezeichnete künstlerische Mittel. Ihre Hauptvorzüge sind ernsthafte, besonnene Ge- chaltenhett und eifriges Bestreben nach unauffälliger, m jedes Milieu sich fügender Einfachheit. Dazu kommen ein schönes Organ und eine sehr vorteilhafte Erscheinung. Die außerordentlich befähigte junge Dame wird zweifellos auch in dem Effektstück des hoch zu schätzenden Poeten Voß einen starken und roarmen Erfolg erringen. Eine durchgeistigte Auffassung der Titelrolle, wie sie von Frl. H. zu erwarten ist, wird auch -der an Sensationen reichen Dichtung zu gute kommen. ** Oessentliche Lesehalle. Im Januar 1902 wurden 2185 Bände ausgeliehen., die höchste bis jetzt in einem Monat erreichte Zahl. Von diesen Bänden kommen auf: Erzählende! Literatur 1003, Illustrierte Zeitschriften 649, Jugendschristen 248, Verdichtungen 16, Lttteraturgeschichte 5, Länder- und Völkerkunde 68, Kulturgeschichte 31, Geschichte und Biographien 57, Naturwissenschaft, Technologie 60, Seewesen 15, Philosophie und Religion 12, Staatswiffenschast 13, Fremdsprachliches 8 Bände. Es wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 340, akademisch Gebildete 35, Kaufleute 183, Beamte 11, Unterbeamte 92, Techniker, Schriftsetzer 142, Diener, Hausburschen 48, Arbeiter, Taglöhner 122, Lehrlinge, Gehilfen 262, Studenten 80, Rentner 8, Soldaten 13, zusammen 1336 Bände; an Frauen: Ehe- Mk. Pfi 3 373 35 20 801 36 1 571 58 22 509 83 30 082 86 aett des Kaisers bald nach bem Antritt seiner Negierung ettva um das Jahr 249 n. Ehr. errichtet worden ist. Am Schlüsse ist auf jedem römischen Meilenstein die Entfernung des Aufstellungsortes von dem Endpunkt der Straße angegeben; dies geschieht in früherer Zeit nach mitia pasauum (MP oder in später nach leugae, einem gallischen Maß (L.); eine Ofuna ist gleich * * 3/10 deutsche Meilen. Ta der Meilenstein nach Leugen rechnet, so ist aus ihm die Entfernung mit drei Meilen bezeichnet. Von den beiden Crtcn ist nun leider der Name des römischen Ortes Friedberg abgekürzt (C. T. = civitas T) wiedergegeben, somit bleibt er für uns auch jetzt rioch unbekannt; aber gerade die Abkürzung spricht für die Wichtigkeit des damals allgemein bekannten Vorortes unseres Gaues. Der andere Ort ist, wie aus dem Namen zu ersehen ist, em römisches Kastell an der Nidder oder vielleicht der Nidda; die angegebene Entfernung von 3 Meilen (ca. 23 Kilometer) würde gut auf das römische Kastell Altenstadt paffem Jedcnfall beweist der Stein, daß der Name des Flussesschon in der germanisch-römischen Zeit derselbe gewesen ist wie heute, da doch augenscheinlich das Kastell seinen Namen (Nidrum) von dem des Flusses erhalten hat. Gerichtssaal. Den Vorsitz _ ____,.......... üger bi er l h hier aus Zahlung von 9.24 Alk. m und 38.08 DU. Entschädigung e. Gießen, 31. Jan. (G e w e r b e g e r i ch fuhrt Beigeordneter Wolfs. Tic Köchin Klara klagt gegen den Wirt Konrad Rut, Lohn, 1.40 Mk. Neiseentfchädigung — ... .. - - wegen unbefugter kündigungslojer Entlassung. Der Beklagte be- anlragt Klageabivcisung, wcü die Klägerin sich geweigert habe du ihr obliengendeu Arbeiten zu verrichten. Die-Klagerm habealso unbefugt das Arbeitsoerhältms gelost. Zur sofortigen Entlassung sei er aber auch berechtigt gewesen, denn die Klägerin habe ihn und sein Haus in der gröbsten Weise beleidigt. Es kommt chüep lich eine Einigung zu stände, wonach der Beklagte an die Klägerin zur Beseitigung aller geltend gemachten Ansprüche im ganzen ^S.^Gießen, 51. Jan. Schöffengericht. Eine Witwe aus Adcrsbach, die zum Weihnachtsfeste hiesige verwandte besucht hatte und den Kleineren des gastfreundlichen Laufes eine Weihnachtsfreude bereiten wollte, ohne hierfür Geld ausgeben zu müssen, stahl auf dem hiesigen Wechnachls- markt alle mögliche Arten von Spielzeug, ^ic fiel aber zu ihrem Unglück der Polizei in die Hände und wurde wegen Diebstahls in Mklagezustand versetzt. Heute wird diese Sache vor dem Schöffengericht verhandelt, doch war die Angeklagte vom Erscheinen entbunden worden. Das Urteil lautete auf eine Woche Gefängnis. —t Gegen einen hiesigen städtischen Arbeiter, der sich einem Straßenwart gegenüber renitent gezeigt hatte, wurde aus eine Gefängnisstrafe von einer Woche erkannt, die durch die erlittene Untersuchurrgs- haft als verbüßt gilt. - Die 17jährige M. K. von Gießen war eines Abends in die Hofraite eines Nachbars gedrungen, um ihm einen Schabernak zu spielen, der darin bestand, daß sie den Hasenlasten öffnete und seinen Insassen die goldene Freiheit schenkte. Sie erhielt wegen Haus fried ens-- brucbs eine Geldstrafe von 10 Mk. Ein ..Fall Kulenkampff" in Dresden. Ami 11. November v. I. wurde morgens um halb 7 Uhr der in I einer Kvfferfabrik beschäftigte verheiratete Arbeiter Müller von einem Gendarmen verhaftet, nach dem Polizeigebäude transportiert und von bori mir drei anderen Personen un grünen Wagen nach dem Gerichtsgebäude gebrachst. Dort protestierte M .aufs lebhafteste gegen seine Verhaftung und Internierung. Das nützte ihm aber nichts. Er wurde hart angefahren, mußte sich entkleiden, wurde gemessen und gewogen und dann in eine Zelle überführt. Nach einigen ^tun- den wurde er einem Beamten vorgeführt, der ihm mitteilte, daß er frei sei. Es sei eine Verwechselung vorge- lommen Ein Hausierer, der mit ihm den seltenen Namen Müller hatte, sei wegen Gewerbekontravention mit fünf Mark Geldstrafe oder einem Tag Haft bestraft worden, zu deren Verbüßung man ihn „fälschlicherweise" herangezogen. Müller reichte eine Beschwerde bei der Polizciüirektion ein und forderte Schadenersatz für den ihm entgangenen Arbeitsverdienst. Er erhielt auch eine Bestellung und es wurden ihm 5.50 Mk. Entschädigung gewährt. (Wenn man bedenkt, daß es außerordentlich leicht hätte festgestellt werden können von der Polizei, daß man den falschen Müller erwischt: man hätte nur an den duii Müller angegebenen Arbeitgeber telephonieren brauchen, so muß man schon sagen, daß das Vorgehen unverständlich ist.) Böckum, 1 .Febr. Die hiesige Strafkammer verurteilt- den Maurer Pfeffer aus Wanne bei Witten wegen Mißhandlung seiner Frau und Blutschande zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrberlust. Paris, 1. Febr. Gegen 7 Jesuiten, welche sich weigerten, den Vorschriften des neuen Vereinsgesetzes nady zukommen, wurde ein gerichtliches Verfahren eingeleitet. P a r i s, 2. Februar. Die gegen den Landwirt B r i e r e, den Mörder seiner 5 Kinder verhängte Todesstrafe ist in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt worden. — Seine untreue Geliebte erschossen Hatte, wie seinerzeit gemeldet, der etud. jur. Waller Fischer in Eisenach. Tas Schwurgericht in Gotha hat ihn am 4. Dezember v. I. zwar von der Anklage des Mordes freigesprochen, aber wegen Totschlags zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verur- teilL Außerdem ist auf Einziehung des, bei der Thal benutzten Revolvers erkannt worden. Auf die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Schwurgericht in Weimar. Als begründet erwies sich eine prozessuale Beschwerde. In der Hauptverhcmdlung hatte der Verteidiger dem medizinischen Sachverständigen, Medizinalrat B. aus Eisenach, eine Frage über den Gesundheitszustand des Vaters des Angeklagten vorlegen wollen, da er die Absicht hatte, nachzuweisen, daß der Angeklagte erblich belastet sei. Dr. B. hatte die Beantwortung einer solchen Frage abgelehnt, da er nach § 52, 3 der Strafprozeßordnnna in Ansehung desjenigen, was ihm in Ausübung seines Berufes anvertraut sei, Verschwiegenheit üben müsse. Ter Schwurgerichtshof hatte dann beschlossen, daß dem Sachverständigen nach dieser Richtung hin keine Fragen vorzulegen seien. Darin nun, daß der Angeklagte vor Erlab dieses Gerichtsbeschlusses nicht gehört worden ist, hat das Reichsgericht eine Beschränkung der Verteidigung erblickt, auf der möglicherweise das Urteil beruht. Sport. Der Kaiser als Jäger. Das kaiserliche Hofjagd- amt giebt soeben den Streckenrapport über die Jagdergeb- nifse des Kaisers im Jahre 1901 bekannt. Danach hat, der Monarch insgesamt 2862 Stück Wild erlegt, und zwar 8 Auerhähne, 20 Rehböcke, 71 Rothirsche, 2 Dammschaufler^ 2416 Fasanen, 127 Kaninchen, 105 Schaufler, 4 Stück Dam-, wild, 83 Sauen, 22 Hasen, 2 Rebhühner und 2 Wiesent- stiere. Tas Ergebnis ist zwar geringer als das der Vorjahre, es muß aber berücksichtigt werden, daß der Kaiser, an bedeutend weniger Jagden als sonst teilgenommen har und so unter anderem nicht zur Jagd weilte bei Hem Fürsten zu Sck)aumburg-Lippe in Bückeburg, bei dein Prin^ ?en Albrecht von Preußen in Blankenburg, bei dem Fürsten zu Stolberg-Wermaerode in Wernigerode und auch den sonst allfährlichen Besuch auf der Wartburg absagen liest Eisenbahn Zeitung. Zu Gunsten des Bahnprojekts Alsfeld- Hers selb tritt die „Köln. Ztg." neuerdings in einem besonderen Artikel ein- Dieses Bahnprojekt, gegen das die preußische Regierung bisher aus ganz unberechtigten Gründen war, wird demnächst auch im preußischen Land taz zur Sprache gebracht werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, Bibel st unbe im Konfirmandensaale der Johanneskirchc. Tert Psalm 84. Pfarrer Euler. Anin.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden KrankheU auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kraicke kommen. Mchcnlliche Hcbrrfl^t örr ffobrsfällr in der Stadt Gießen. 4. Woche. Vom 19. bis 25. Januar 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 stnkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkcitsziffer: 38,15, nach Abzug von 5 Ortsfremden 28,10 "/ro. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im Lebensjahr: vom 2.—15. Jahr 1. Lungentuberkiilose 3 3 — — andere Tuberkulose 2 1 —— 1 Krebs 2 (2) 2 (2) —— — Lungenentzündung 2 (1) 1 (1) — 1 Herzleiden Lchlagfluß 1 2 1 — Gehirnerweichung 2 (1) 2 (1) — Blutarmut 1 1 — Zuckerkrankheit Altersschwäche 1 1 1 1 — — Verbrennung 1 (1) 1 (1) — *— Krämpse 1 — 1 sSumma: 19 (5) 16 (5) 1 2 Vorkehrungen gegen te Mieren -er Sm-ÄMleituiW. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Haus- wafferleüungcn zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um. dem Einfrieren dcü Wassers in den Hauswasserlcituugeu bet eiutrctender Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Hauswasserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wasser- meffer befindliche Hauvtabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem cm passendes Gefäß untergcstellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet !gehalten wird, bis das in der Hausleitung stehende Wasser voll- kündig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder ge- chloffen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfveutil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Teil des Waffers kann auch schon durch das Zapfoentil der untersten Küche entleert roerbeit, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach staUgehabter Entleerung sind die beiden Zapwentlle, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Tas Schließen des Hauptabsperrhahues erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapsen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt. — Sa§ Lcffuen des Haupt- absperrhahucS geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperr- Hahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hos- räumen, Garten usw. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen aus ähnliche Weise zu entleeren uno erteilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher bte betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zeit zu beschränken und während der übrigen Tageszeit die Hauswasserteilungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhaltung eines kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Klosett- oder sonstigen ungeheizte» Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch rine Umhüllung gegen Källe geschützt ist, die Temperatur durch rin Oefchen ober geeigneten Falls etwa burch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte imb vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts (rote in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschliiffes) gegen Auf- frieren der Schüffeüi geschützt. Tie Wafscrmesfer nebst dem nächstauschlicßeudeu Teil der Rohrleitung find roahrenb des Winters mit Stroh, Säcken ober ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerscnüer geschloffen zu halten. — Die Herstellung aller Waffcrmcsfcr, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wirb bem Wasserabnehmer die Lieserutig des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen au Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Borsichtsmaß- regclu allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Slufchauung von Hauswasserleitungen werden rm schnellsten von denjenigen Jnstallationsgeschärten besorgt, welche bie betr. Hauswafferleitungen s. Zt. ausgeführt haben. Gießen, den 6. November 1901. Städtisches Gas- und Wasierwert EUehev. Otto Bergen. 7309 Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen: Die Firma „Isaac Kahn" ist von Langsdorf nach Gießen verlegt, in „Gustav I. Kahn" geändert und in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Inhaber sind Isaac Kahn Witwe, Adelheid geb. Rödelheimer, uni) Kaufmann Gustav Kahn zu Gießen. Die Gesellschaft hat am 20. Januar 1902 begonnen. Gießen, den 28. Januar 1902. 1012 Großherzogl ich es Amtsgericht. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen bezüglich der „Gießener Depositenkasse und Wechselstube der Bank für Handel und Industrie": Richard Michelet zu Berlin ist'am 23. Dezember 1901 aus der Direktion ausgeschieden. Gießen, den 28. Januar 1902. 1011 ______________Großherzogliches Amtsgericht.______________ WmMchtmg. Dienstag, 11. Februar 1902, nachmittags 1 Uhr, soll in der Wirtschaft Heinrich Kaiser dahier die Gemeindejagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Dieselbe umfaßt eine Fläche von zirka 3737 Morgen. Bemerkt wird, daß die Bahn durch den Jagdbezirk läuft und ausgestiegen werden kann. Ilbeshausen, 28. Jan. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei. Löffler. 924 Versteigerung. Dienstag den 4. Februar, nachmittags 2 Uhr, werden in dem Bieker'schen Saale, Neustadt 55, nachverzeichnete Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert: Eine Partie Kunstblätter mit und ohne Rahmen, neu, 1 vollständiges Kouverfatious - Lexikon (Brockhaus) neu, ferner mehrere Betten, Kleider- fchränte, Tische, Stühle, 1 Regulateur,Bilder u.Spiegel, 1 Waschtisch, 1 Nachttisch, 1 Blumentisch, 1 Kinderbett, 1 Kinderwagen, 1 Küchenschrank, Vorhänge mit Zugvorrichtung, sowie Haus- und KüchengerÄe. 998 I. A.r Schneider. Sohversteigerung Donnerstag, 6. Februar l. Fs., vormittags 9 Uhr, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Lda., Distr. Seif, Zimmerplatz rc. folgende Holzsortimente versteigert: 967 74 Eichen-Stämme mit 24 bis 54 cm Durchmesser und 5—11 m Länge, mit 54,76 fm, 2 Buchen-Stämme mit 49 bis 53 cm Durchm. und 6 m Länge, mit 2,5 fm, 73 97adel-Stämme mit 17 bis 36 cm Durchmesser und bis zu 25 m Länge, mit 43,08 fm, 108 Nadel-Derbstangen mit 9,85 fm, 3 Nadel-Reisstangen mit 0,08 fm, 121 rm Buchen-Scheit, 80 g Eichen- „ 2 „ Nadel- 35 „ Eichen-Knüppel, 13 „ Nadel- 3850 Wellen Eichen-Reisholz, 2175 „ Nadel- 103 rm Buchen-Stockholz, 46 „ Eichen- , 17,5 u Nadel- Zusammenkunst an der Pflasterwiese. Allendorf a. d. Lda., 30. Jan. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Freiwillige Gesellen-Prüfung des Orsggtwtrbcvcreins Gießen. Es werden hierdurch alle Handwerkslehrliuge von Gießen und Umgegend, welche ihre Lehrzeit in diesem Frühjahr ganz oder nahezu beenden, beziehentlich im vorigen Jahre hereits ausgelernt hatten, aufgefordert, sich an dev freiwilligen Gesellenprüfung zu beteiligen. Die Prüfung ist kostenfrei. Anmeldungen sind spätestens bis zum 16. März d. I. in der Gewerbeschule — Asterweg 25 — abzugeben, woselbst auch nähere Auskunft zu erhalten ist. Gießen, am 20. Januar 1902. Der Gesellenprüfungs-Ausschuß: Traber. 654 Mein FröbuMr Klndürgarleo befindet sich jetzt 0470 52 Seltersweg 52 im Haufe dcS Herrn Curt von Müuchow. Zöglinge finden jederzeit Aufnahme. Elise Scharge. IHmpchtW. Montag, 10. Febr. d. I., nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd auf sechs Jahre auf dem Bürgernreisterei- Bureau dahier verpachtet werden. 1013 Allendorf a. Lahn, 1. Febr. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendorf a. Lahn. Volk. Donnerstag den 6. Februar l. I., vormittags 10 /z Uhr, soll bei Frau Gastwirt Philipp Steffan Witwe dahier die hiesige Gemeindejagd auf 6 Jahre verpachtet werden. Dieselbe besteht aus 336 Hektar Wald- und 1134 Hektar Feldjagd. Ter Wildstand ist ein sehr guter. Echzell hat Eisenbahnstation der Nebenbahn Friedberg— Nidda. Der Wald liegt 15 Minuten vom Bahnhof. 786 Echzell, 22. Januar 1902. Gr. Bürgermeisterei Echzell. Reiz. Arbeitsvergebllug. Montag, 10. Febr. l. vormittags 11 Uhr, sollen im Pfarrhause zu Treis a. d. Lda. nachstehende Arbeiten auf Submission in Akkord vergeben werden. 1015 1) Maurerarbeiten im Betrage von 50 Mk. 2) Schlofferarbeiten im Betrage von 40 Mk. 3) Schreinerarbeiten im Betrage von 14 Mk. Die Angebote sind bis zum obigen Termine verschloffen mit der Aufschrift,, Submissionsofferte" portofrei an das unterzeichnete Pfarramt einzureichen, woselbst die Verdingungsunterlagen zur Einsicht offen liegen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Das evangelische Pfarraint Treis o. Lda. Grauling, Pfarrvikar. Hygiea- Damenbinden empfiehlt 520 Victoria-Drogerie, Mark Ukasae ü. Damen- und Kinder-Konfektion, Hute, 1037 Co. Giessen 3. Cohn Giessen 17 Marktstrasse 17 17 Marktstrasse 17, 47 Der Vorstand. Um zahlreiche Beteiligung bittet Vertreter an Fast- allen Pläl-zen. Der Borstand. 045 « I Der Vorstand. K ä s M B empfiehlt 245 SC Lndw. Loth, Wallthorstr. 23. H Ö94 Wir eiupiehlen: das die 1 toi 40 et DieCnth' Todestag! - L Kaisers Personen zeilynnng ^morden fältel' Mm Posen Staats tretet derW große spielte zwei am$t Ä- ®0] 38 (2000 41(500] 48 76 95 960 88 98(400] 3 9010 85 [400] 139 61 <8 281 [1000] 326 60 83 94 470 525 [400] 40 705 80 85 928 44 ' 40016 28 59 [400] 75 86 123 216 [2000] 74 382 [1000] 83 [400] 453 68 78 566 12000] 71*2 808 29 [1000] 93 941 98 41002 99 139 289 fsoo] 393 [20 00 1 437 69 506 [500] 46 78 612 34 764 800 (4001 21 87 43140 62 313 [400] 59 301 57 99 525 664 707 36 40 (50001 59 822 [4001 04 922 [400] 43067 207 12 67 75 471 [400] 82 8h 86 537 606 66 709 26 849 64 916 43 57 1500] 75 44099 179 89 217 22 50 [400] 312 45 615 [400] 28 704 [1000] 10 54 56 96 [1000] 97 830 46 [HOM [500] 60 [400] ----"-- Frische grüne Heringe per Pfund 10 Pfg., eingetroffen bei 936 J, 8WL Schulhof, Berliner Psmknchen Kreppei Kaffee- und Weegeöäck große Auswahl in Kuchen und Lorten empfiehlt täglich frisch in nur besten Qualitäten 561 Konditorei H. Hettier. Prim rilss. Camr Kieler Bücklinge empfehlen als frisch eingetroffen billigst A. & G. Wallenfels. Markt 21. [1007] Telephon 46. Haematogen per Flasche 2 Atll 0231 Gnst. Walter, Mäusburg 13. Aechten Bilbeler Grtlklde-KWMel Gioth’s gemahlene KornSOifOrfrerpentin, "rwi'rd'zu™i^ochlcnldler^?sch^n^ü^AuswascSn^Sräüc5 und besitzt so hohe Waschkraft, dass man die damit gekochte Wäsche nicht mehr zu reiben braucht. Gioth’s gmahim Kernseifef^X* gehen nicht auf. Gioth’s gsmaMine Kernseife^Z^