Nr. 231 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 2. Oktober 1902 VrffteUt «L-ttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfischea Landwirt die Siebener Familien. Hättet viermal in der Woche beigelegt. ßiotationSdruck tu Verlag der Brüh l sichen Univers.-Buch- u. Tl eindrucke re t (Pietsch Erben) Redaktion, Expedttto« und Druckerei! Schulstraße 7« Kdrefle für Depeschenr Anzeiger Gießen. tz-ernsprechanschluß Nr. 5L GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v '** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährlich DU. SL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» sür di« TageSnummer oifl vormittag- 10 Uhr, ZetlenpretS; lokal 12 Pf^ auöwärtS 20 Psg. verantwortlich! Sr den volit. u. allgem. :tl: P. Witiko: sür „Stadt und fianb* und GerichtSsaal^: Earl Plato, sür den Anzeigenteil: HanS Beck, B Ki« heutige Mmmer umsatzt 8 Seite«. KeKanntmachung. Betr.: Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberhesi. Obstbauvereins, Herr H. Wiesner auS Friedberg, beabsichtigt, die nachbenannten Orte deS Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge über Obstbau zu halten und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Die Vorträge beginnen an Wochentagen abends 8 Uhr, an Sonntagen nachmittags 3 Uhr, die praktischen Unterweisungen stets am folgenden Tage vormittags S Uhr. Sonntag den 5. Oktober in Inheiden. Verlosung. Montag • 6. , , Villingen. Verlosung. Dienstag ■ 7. , , Trais-Horloff. Mittwoch V 6. , , Utphe. Donnerstag, 9. , w Rodheim a. d. Horloff. Freitag e 10. , g Rabertshausen. Samstag ■ 11. , , Langd. Sonntag V 12 , „ Steinheim. Verlosung. Den Herren Bürgermeistern und Obmännern gehen noch besondere Mitteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. Gießen, den 2. Oktober 1902. Der Vorsitzende deS Vereinsbezirks Gießen des Oberhesi. ObstbauoereinS. Dr. Heinrichs. Die KoLtanfKommisston. Der Mittwoch-Sitzung wohnten von Anfang an die Staatssekretäre Graf Posadowsky, Frhr. v. Rrchthofen und Frhr. v. Thielmann sowie der badische Gesandte, der bayerische Staatsrat v. Stengel und zahlreiche Vertreter der Bundesstaaten bei. Hur fortgesetzten Beratung über § 1 deS Zolltarifgesetzes liegen folgende neue Anträge vor: Spahn beantragt eine Fassung des Absatzes 2, in der neben den Mindestsätzen der ersten Lesung für die vier Getreidearten noch nachstehende Mindestsätze für Vieh und Fleisch verlangt werden: In Tarifstelle 99, Pferde, im Werte bis 300 Mark das Stück, mit Sollmaß unter 1.40 Meter, pro Stück 24 Mk., im Werte bis 1000 Mk. pro Stück 72 ML, über 1000—2500 ML pro Stück 144 ML, über 2500 ML, pro Stück 288 ML; in Tarifstelle 102, Rindvieh, pro Stück 14.40 ML; in Tarifstelle 103, Schafe, 14.40 ML; in Tarifstelle 105, Schweine, 14.40 ML; ini Tarifstelle 107, Fleisch, ausschließlich Schweinespeck, frisch, auch gefroren, sür den Doppelzentner 36 ML, einfach zubereitet 48 ML, zum feineren Tafelgenuß zubereitet 96 ML Antrick und Genossen beantragen die Streichung der Mindestsätze, zweitens, die tn Absatz 3 erwähnten Zollbefreiungen und Zollermäßigungen für Erzeugnisse der deutschen Zollausschlüsse auch für die „der Kolonien und Schutzgebiete" festzusetzen, sowie dem Absatz 3 folgende Bestimmung hinzuzufügen: Bei der Einfuhr von Waren aus Deutschland in die deutschen Kolonien und Schutzgebiete dürfen Zölle nicht erhoben werden. Die Anträge Hahn werden gegen 5 Stimmen ab gelehnt. Die Beschlüsse der ersten Lesung über die Min d e st- zülle für Getreide werden ausrechterhalten und der Antrag Spahn angenommen. Die Sozialdemokraten schlugen vor, einen § la einzuschalten, welcher besagt, der Bundesrat ift verpflichtet, die Zölle für vom Ausland eingehende Waren aufzuheben und deren zollfreie Einfuhr zuzulassen, wenn die gleichartigen Waren von deutschen Verkaufsvereinigungen (Syndikaten, Trusts, Kartellen), nach dem Auslande oder im Auslande billiger verkauft werden, als im deutschen Zollgebiete. Die getroffenen Anordnungen sind dem Reichstage sofort, oder wenn er nicht versammelt ist, beim nächsten Zusammentritt mitzuteilen. Sie sind außer Kraft zu setzen, wenn der Reichstag seine Zustimmung nicht erteilt. Auf die Begründung des sozialdemokratischen Antrages erwidert Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Regierung sei zur Zeit damit beschäftigt, auf Grund kontradiktorischen Verfahrens zwischen den Kartellen und deren Abnehmern Erhebungen über die Kartelle, deren es in Deutschland 400 gebe, anzustellen. Man müsse sich, ehe man gegen die Kartelle vorgehe, klar sein über ihre Wirkungen auch, in Zeiten wirtschaftlichen Niederganges. Man müsse' sich stets vor Augen halten, daß Die Kartellbildung in Deutschland verhältnismäßig neu sei, also müsse erst eine gewisse Zeit verstreichen, ehe ein Urteil möglich sei. Er hoffe später die Erhebungen, soweit nicht geheime Mitteilungen der Kartelle vorliegen, in einer umfangreichen Denkschrift zu veröffentlichen. Genau geprüft würden auch die Konflikte zwischen den Kartellen und deren Abnehmern auf Grund eidlicher Aussagen. Beschlüsse könne man nicht fassen, bis die Frage an sich studiert sei. . Er bitte deshalb, die Ergebnisse der Arbeit abzuwarten. Die Erhebung werde eher Beruhigung schaffen, als Beunruhigung. , Brömel beantragt, im Anträge der Sozialdemokraten zu sagen, der Bundesrat ist „befugt", statt,„verpflichtet" und bedauert, daß Staatssekretär Graf Posadowsky das Einschreiten gegen die Kartelle abgelehnt habe. Graf Posadowsky erwidert, dem Butidesrate ständen bezüglich Maßregeln des Veredelungsyerkehrs schon jetzt Mittel gegen die Ausschreitungen der Kartelle zü Gebote. Die,Enquete werde unter Zuziehung hervorragender Sachverständiger geführt, und die Ergebnisse würden der Oeffentlichkeit übergeben werden, sie jetzt zu präjudizieren, sei unmöglich Der Staatssekretär teilt mit,, per preußische .Eiserib.cchn- minister habe ihm einen Bericht über die Erfahrungen mit den Kartellen versprochen. Der sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt, ebenso .der Antrag Lede- bour auf Einschaltung eines §16, nach dem Eigentümer landwirtschastl. Grundbesitzes von mehr als 100 Hektar benutzter Fläche verpflichtet sind, solange Einfuhrzölle auf Getreide erhoben werden, das Zehnfache des aus den Doppelzentner Weizen gelegten Zolles an das Reich zu zahlen. Ein von den Sozialdemokraten beantragter § 1 c, betr. Gewährung gerichtlichen Schutzes, wenn jemand zur Entrichtung des Eingangszolles nicht verpflichtet zu fern meint, wird abgelehnt. Ebenso wird ein sozialdemokratischer Antrag auf Einschaltung eines § Id, betreffend die Errichtung von Behörden, die auf Verlangen Auskunft über die Zolltarife geben, mit 12 gegen 11 Stimmen abgelehnt, nachdem Staatssekretär v. Thielmann dagegen gesprochen hat. § 2 betr. Gewichtszölle, wird nach der ersten Lesung angenommen, ebenso § 3, zollamtliche Untersuchung an einer bestimmten Zollstelle. Ohne Erörterung wird § 4, Zollbefreiungen, unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages, nach erster Lesung bestätigt. Von § 5, zollfreie Gegenstände, werden Nummer 1 bis 8 nach den Beschlüssen der ersten Lesung angenommen. Zu Nummer 9, Umschließungen, wird em Antrag Müller- Sagan auf Streichung der Abänderungen der ersten Lesung und Wiederherstellung der Regierungsvorlage angenommen. Nummer 10 und 11 werden nach den Beschlüssen der ersten Lesung bestätigt. Zu Nummer 12, Zollfreiheit für Materialien zum Schiffsbau, beantragt Dr. Hahn oie gleiche Vergünstigung für Materialien zum Eisenbahn- und Straßenbahnbau, um die Parität zwischen Landwirtschaft und Industrie herzustellen. Ter Antrag wird abgelehnt und der Rest des § 5 debattelos erledigt. § 6 wird unter Ablehnung eines Antrages Hahn auf Wiederherstellung des in der ersten Lesung gestrichenen Absatzes 1 angenommen, ebenso ohne Debatte § 7. Zu dem in der ersten Lesung eingefügten § 7 a, betr. die Forderung des Ursprungsnachweises von Waren, die je nach dem Herstellungsland verschiedenen Zollsätzen unterliegen, beantragen die Sozialdemokraten Streichung. Staatssekretär Graf Posadowsky bezeichnet die Frage als höchst wichtig und bittet, den Paragraphen wieder fallen zu lassen, der überflüssig sei, und bei anderen Staaten Beunruhigung Hervorrufe. Nach längerer Debatte wird ein Antrag Dr. Spahn angenommen, nach welchem 8 7 lautet: Bei der zollamtlichen Abfertigung einer Ware, die je nach dem Herstellungslande einer unterschiedlichen Zollbehandlung unterliegt, ist vom Einbringer zu erklären und auf Erfordern nachzuweisen, in welchem Lande die Mare hergestellt ist. Die näheren Bestimmungen über Inhalt und Form der Erklärung und über die Erbringung des Nachweises erläßt der Bundesrat. Kommt der Einbringer den vorstehend festgesetzten Verpflichtungen nicht nach, so tritt die für ihn ungünstigste Zollbehandlung unbeschadet einer etwa daneben verwirkten Strafe oder sonstiger Rechtsnachteile ein. Wer da versicherte, in der zweiten Lesung des Zolltarifentwurfs werde sich bezüglich der landwirtschaftlichen Zölle ein „Umfall" vollziehen, ist nun eines besseren belehrt. Sowohl die Getreide-Mindest- zölle, wie die Viehzölle sind in der von der Regierung als unannehmbar bezeichneten Höhe aufrechterhalten worden. Der Beschluß der Kommission ist noch nicht der Beschluß des Reichstags-Plenums, so mag mancher einwenden. Eitel Selbsttäuschung. Im Reicbstagsplenum erhält das sog. Zollkompromiß eine glänzende Majorität, und wenn Graf Bülow „mit Engelszungen" dawider spricht. Zu retten ist der Zolltarifentwurf doch nicht mehr, diese Auffassung wird fast allenthalben wahrgenommen, außer in der Regierung, und darum besteht nirgends Neigung zur Nachgiebigkeit oder zu Bemühungen, eine Verständigung herbeizuführen. Es wird garnicht einmal mehr ein besonders lebhafter Kampf um den Tarifentwurf im Reichstag geführt werden. Nach und nach hat sich gebildet, was am meisten verhängnisvoll für eine Regierungsvorlage ist, verhängnisvoller, als die schärfste Opposition: die Gleichgiltigkeit. Allenfalls die Nationalliberalen in ihrer Mehrheit stehen auf dem Boden des Zolltarifentwurfs und hegen den Wunsch, daß er Gesetz werde. Aber das ist auch kein „leidenschaftliches Verlangen". Dem ausschlaggebenden Zentrum ist der Tarif mehr peinlich, als erfreulich, wegen der weitgehenden Meinungsverschiedenheiten in der Fraktion. Und was die K o n s e r v a t i v e n betrifft, so betont die „Kreuzztg/', „daß das Interesse am Zolltarif in konservativen Kreisen immer mehr schwindet". Gelinge es nicht, die agrarischen Sätze des Tarifs angemessen zu erhöhen oder die industriellen Sätze entsprechend zu ermäßigen, so werde die konservative Parter in der entscheidenden Abstimmung die Vorlage ganz ablehnen. — Selten haben bei einem Regierungsentwurf die Chancen derart schlecht gestanden, wie es hier der Fall ist. Sonst fehlte es doch wenigstens nicht an Personen oder Gruppen von Parlamentariern, die der Regierung zu Hilfe kamen durch Einleitung vermittelnder Schritte. Memand bezeigt bisher Neigung, diese in hohem Grade undankbare, weil aussichtslose Aufgabe zu übernehmen. „Ta siehe Tu zu!" Das ist der Rat, den man der Regierung giebt. Tie Regierung soll selbständig versuchen, die berühmte „mittlere Linie" zu finden und mit entsprechenden Vorschlägen an die Mehrheitsparteien herantreten. Gern, sagt die Regierung — aber man muß nur nicht von uns verlangen, daß wir nachgeben und den Kommissionsbeschlüssen bet- pflichten. So dreht man sich im Krei,e herum, und das Ende wird die Verwerfung des Zolltarifs sein, schade um die wahrhaft ungeheure Arbeit, die jur dies Wert aufgewendet ist, fa, ->e um die Zeit,, um die nM unbeträchtlichen Kosten und um manches Gute und Zweckmäßige, das trotz alledem, z. B- in der übersichtlichen und klaren Ein- teilung, in dem Tarifcntwurf enthalten ist! Politische Tagesschau. Ein politisches Bombenattentat. Gestern ging uns nach Schluß der Redaktion folgendes Telegramm zu: * Brüssel, 30. Sept. Gegen das Haus des Neri« taten Deputierten Varlon-Wiart im Vorort Saint Gilles wurde heute ein Dynamit-Attentat verübt. Der -Materialschaden ist erheblich. Eine Person wurde verhaftet. Der Verhaftete nennt sich Van der Meulen und giebt an, 27 Jahre alt und aus Mecheln zu sein. Derselbe leugnet jede Teilnahme an der That. Heute liegen über das Attentat folgende Meldungen vor: de Wiart befand sich mit seinen vier Kindern und seinem Bruder, einem i^kretär des Königs, im Speisezimmer, als die Explosion erfolgte. Es wurde niemand verletzt; nur ein Dienstmädchen hatte infolge der heftigen Detonation eine Nervenkrise durchzumachen. Der an dem Gebäude angerichtete Schaden ist nicht bedeutend. Nachdem sich die erste Bestürzung gelegt hatte, wurden sofort Nachforschungen nach dem Urheber des Attentates angestellt. Einige aus dem Restaurant kommende Personen hatten einen jungen Mann gesehen, welcher sich eiligst entfernte. Zwei sich in der Nähe aufhaltende Gendarmen nahmen die Verfolgung des Flüchtigen auf und holten denselben ein. Letzterer erklärte jedoch, selbst auf der Verfolgung des Attentäters zu sein. Kaum freigelassen, suchte der junge Mann wiederum das Weite, wurde aber wieder eingeholt und nach dem Polizeikommissariat gebracht. Er er klärte, entflohen zu sein, um mit der Angelegenheit nichts zu thun zu haben. Sein Name ist van der Meulen, von Profession: Zimmermann. In seinem Besitze wurden weder Waffen noch kompromittierende Schriften gefunden, sodaß man nicht weiß, ob man es mit einem Anarchisten zu thun hat. Schließlich meldet uns heute noch ein Telegramm kurz vor Schluß der Redaktion: Brüssel, 2. Okt. Ter Attentäter wurde ins Ge» fängnis gebracht. Er leugnet nach wie vor jede Schuld, obwohl erhebliche Verdachtsmomente gegen ihn vorliegen. Eine zweite Verhaftung soll bevorstehen. Es ist, festgestellt worden, daß van der Meulen mit jungen Leuten von der sozialistischen Garde eifrig verkehrte. ________ Eine Sensationsmeldung. Das Wiener Blatt „Tie Zeit" veröffentlicht einen sensationell zugestutzten Artikel über angebliche Vorgänge anläßlich des bekannten Kaisertelegramms an den Prinzregenten von Bayern. Danach soll das Telegramm in München einen so unvorteilhaften Eindruck gemacht haben, daß noch an demselben Tage Prinz Ludwig sein Erscheinen zu den Posener Kaiser-Ma- növern abgesagt habe., Darauf habe dann ein privater Briefwechsel zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten stattgefunden, und das Ende sei gewesen, daß der Kaiser die Einladung an den Prinzen Ludwig noch einmal erlassen, und daß dieser sie angenommen habe. Im Anschluß hieran wird noch verschiedenes erzählt über die Rolle, die Bayern in den innern Verhältnissen Deutschlands in letzter Zeit gespielt haben soll. Nun ist leider, so sagt die „Köln. Ztg.", die ganze' Erzählung über die Absage des Prinzen Ludwig, den daraus entstandenen Briefwechsel und die schließliche Wiederannahme vom ersten bis zum letzten Worte frei erfunden. Schon hieraus ergiebt sich, welchen Wert man den übrigen Angaben des Blattes beizumessen hat, die auf eine ebenso unlautere Quelle zurückzuführen sein dürften wie die Meldungen .über angebliche Versuche des sächsischen Ministers v. Metzsch, dem man unterschob, er wolle die Bun d esst a a t en g e g e n die Zentralgewalt ausspielen. Wir sind der Ansicht, daß diese neue Aufbauschung eines alten Vorganges den Vertretern der Regierung nahelegt, vor dem Reichstag zu erklären, wie es sich mit der Veröffentlichung der Kaiserdepesche — nur die Veröffentlichung kommt in Frage — verhält. Nachdem der ursprüngliche Plan einer Interpellation seitens des Zentrums fallen gelassen worden ist, wird bei der ersten Lesung des Reichshaushaltsetats auch dies Ereignis zur Erörterung gelangen. Zum Empfang der Burengeuerale. Eine Berliner Korrespondenz meldet als nunmehr end- giltig feststehend, daß die Burengeneräle doch am 17. Oktober nach Berlin kommen. Tie „K r e u z z t g." wendet sich in scharfen Worten gegen die Aeußerut-gen der Londoner Blätter zu der Nachricht, daß der Kaiser die Burengen er äle vielleicht empfangen würde. Tas konservative Blatt sagt u. a.: Von der Londoner Presse haben wir zu verlangen, daß sie Deutschland und seinen leitenden Kreisen bie Form, wie Gäste zu empfangen bezw. zu behandeln sind, selbst üb.erläßt. Eines britischen Lehrmeisters bedürfen wir nicht, und wenn es aus dem deutschen Walde eine Zeit lang wieder so herausschallt, wie von jenseits des Kanals hineingerufen wird, so sollen unsere verehrten Herren Vettern weder sich darüber wundern, noch beklagen. Für Unverschämtheiten kann man eben nichts anderes übrig haben, als was sie verdienen. Inzwischen hat nach Londoner Meldungen die Beurteilung des in Aussicht gestellten Empfanges der Buren-! b der bet Rücksicht zu nehmen. j größeren Rollen zu zeigen. Fräulein Swoboba spielt bie tröge waren recht hübsch und amüsant unb gefielen insbe- bei. mit ^Vergrößerung ber Gießener Wasserwerke ei Queckborn. Heute Nachmittag werben an Stelle ber einem Leiben, baS sich schon im Sommer 1900 bemerkbar gemacht hatte, erlegen. Seiner kräftigen Natur unb vielleicht mehr noch seinem eisernen Willen gelang es bamals, bie schwächenben Hemmnisse zu überwinben unb in unverminberter geistiger Ueberlegenheit versah er feine Dienstgeschäfte weiter, bis eine erneute, schwere Erkrankung anfangs April b. I. ihn zunächst zu längerem Urlaub nötigte unb schließlich — anfangs Juli b. I. — zwang, sein Amt enbgültig niederzu- legen. — Schlippe war am 14. Sept. 1838 zu Bingen geboren. Nachbem er bas Mainzer Gymnasium absolviert, oblag er in Heibelberg unb Gießen bem Stubium ber Rechtswissenschaft unb unterzog sich im Frühjahr 1860 ber Fakultätsprüfung, im Herbst 1862 ber Staatsprüfung für bas Justiz- unb Verwaltungsfach. Der gewöhnliche Aus- bilbungßgang bes Accessisten genügte seinem Wissensbrange nicht; nachbem er sich mit allen Zwejgen bes rheinhessischen Gerichts- unb Parketbienstes unb ber Thätigkeit bes rhein- hessischen Abvokat-Anwaltes vertraut gemacht hatte, arbeitete er auch längere Zeit auf einem Notariats-Bureau, unb schließlich zog es ihn nach Paris, ivo er — gleichsam an ber Quelle — bie französisch-rechtliche Praxis eingehenb stu- bicrte. Seine erste Verwenbung fanb er im Herbst 1866 als Ergänzungsrichter am Friebensgerichte seines Geburtsortes. Nur zwei Jahre wahrte tiefe richterliche Thätigkeit. Arn 10. Oktober 1866 würbe er zum Substituten bes Staatsprokurators bei bem Großh. Bezirksgerichte in Mainz ernannt unb von da an blieb er bem staatsanwaltlichen Dienste treu, zu bem ihn sein schlagfertiges Wissen, seine kraftvolle Initiative, sein sicheres Austreten, sein feines Taktgefühl unb seine reb- nerische Begabung in hervorragenbem Maße befähigten. Vorn Dezember 1873 bis Dezember 1877 war er als Substitut bes General-Staatsprokurators beim Obergericht ber Provinz Rheinhessen thätig; bann würbe ihm mit bem Titel „Staatsprokurator" bie Verwaltung ber Stelle bes Staatsprokurators in Mainz übertragen, unb gelegentlich ber neuen Justiz- Organisation am 1. Oktober 1879 würbe er zum Ersten Staatsanwalt bei bem Lanbgericht daselbst ernannt. Durch Dekret vom 4. Juli 1884 würbe er nach Darmstabt berufen, um hier als Oberstaatsanwalt (später General-Staatsanwalt) am Großh. Oberlandesgerichte unb zugleich als Ministerialrat n ben Ministerien bes Innern (hier war er Referent für bie katholischen KultuS-Angelegenheiten) unb ber Justiz ben verantwortungsvollen, vielseitigen Wirkungskreis zu finden, der einer unermüdlichen Arbeitsfreudigkeit, seiner reichen Erfahrung, seinem scharfsinnigen Urteil, kurzum seiner Bedeutung entsprach. Was er hier geleistet, steht noch so frisch in der Erinnerung, daß eine nähere Darlegung entbehrlich erscheint. Ls sei nur heroorgehoben, baß ber heutige Stanb bes hessischen Gefängniswesens im wesentlichen sein Werk ist, daß die Rechtsprechung unseres Oberlandesgerichts in Strafsachen innerhalb der letzten 18 Jahre fast ausnahmslos einen stets sorgfältigst erwogenen und begründeten Anträgen olgte und daß er als Mitglied und Vorsitzender der Prüfungskommission für das Nichteramt und ben höheren Verwal- ungsbienst an ber Ausbilbung unserer jüngeren Justiz- und Regierungsbeamten hervorragenden Anteil nahm. Er zählte zu den wenigen Auserwählten unter den Berufenen, und alle, die ihn gekannt, die mit ihm und unter ihm gewirkt haben, werden ihm ein ehrenvolles Andenken gewahren. Ausland. Brüssel, 1. Oft- „Jndöp. Belae" will wissen, daß die Anwälte der Gläubiger der Prinzessin Luise von Coburg das Erbteil, das der Prinzessin durch den Tod ihrer Mutter zugefallen ist, mit Beschlag b e- legen lassen wollen. Wien, 1. Okt. Der Sohn des Erzherzogs Fran- Ferdin and wurde heute getauft und erhielt die Namen: Maximilian Karl. (Ter Prinz hat als Sohn der nicht ebenbürtigen Fürstin Hohenberg, keinerlei Erbsolgerechte. D. Red.) ausgefallenen Stadtverordnetensitzung die Stadtverordneten unseren Wasserwerken bei Queckborn einen Besuch abstatten. Direktor Bergen wird dort statistische Mitteilungen zur Begründung der Erweiterung der Wasserwerke machen. Auch Geh. Medizinalrat Prof. Dr. ©affft) wird der Besichtigung reiwohnen. fo. Stadttheater. Gestern ging Schillers „Maria Stuart" über die Bühne. Der Saal war nur mäßig be- etzt, woran wohl das böse Wetter nicht am wenigsten Schuld rüg. Mit der Aufführung konnte man im allgemeinen recht j ufrieden sein. Die Darsteller schienen sämtlich gut disponirt. Herr v. Stahl, der sich Mühe gab, den wild-leidenschaftlichen Charakter des Mortimer möglichst lebendig wiederzugeben, dürfte darin vielleicht etwas zu weit gegangen sein ; inter der Leidenschaftlichkeit der Darstellung darf die Deut- ichfeit der Sprache keineswegs leiden. Frl. Feige hat uns als Maria Stuart gut gefallen, nur vermißten wir zuweilen eine gewiße Fülle der Stimme. Auch die übrigen Darsteller befriedigten durchweg. Das hinter der Szene im 4. Akt markirte Volksgetümmel hätten wir etwas natürlicher gewünscht. Der Gießener erhebt keinen Anspruch auf historisch stilechte Dekorationen und Kostüme, der Charakter des zwischen Gothik und Renaissance stehenden Zeitalters der Elisabeth ist ihm, nicht mit Unrecht, gleichgiltig, und so entsprach gestern bie Jnszenirung vollauf den Ansprüchen, bie man in biefer Hinsicht an unsere Bühne stellen barf. Die Walbszenerie, bie offenbar neu war, machte sogar einen ganz vortrefflichen Eindruck und eröffnete, infolge der erheblichen unb wertvollen Vergrößerung ber Bühne, weiten Ausblick auf eine über- raschenb schöne Landschaft. Endlich glauben wir nicht, daß jeder im Publikum mit der niedrigen 2emperatur, die gestern im Saale herrschte, einverstanden war. Dem Wärmeausfluß der neuen Lichter, die übrigens auch gestern sehr zur Geltung kamen, barf man boch nicht allzuviel zutrauen. ** Eisenbahn-Fahrplan. Für die in Gießen wohnenden Abonnenten des „Gießener Anzeigers" liegt der heutigen Nummer der Winter-Fahrplan ber in Oberhesjen unb den anschließenden Bezirken der Provinzen Hessen-Nassau und der Rheinprovinz, sowie auf der Main-Necla r bahn verkehrenden Eifenbahnzlige, Bieberthalbahn und der Gießener Omnibus^Äesellschaft Die auswärtigen Abonnenten erhalten den Fahrplan der Samstag-Stummer des „Gießener Anzeigers". •• O rp he um. Tw gestrige erste Vorstellung neuen Varietebühne in ber Schanzenstraße erfreute sich eines großen Besuchs seitens der hiesigen Herrenwelt. Die Vor- ” „Ein pflichtvergessener Pflichtfeuerwehr» mann." Unter dieser Spitzmarke schreibt bie „Kl. Presse": In einet unserer hessischen Nachbarstäbte besteht neben zwei vorzüglich organisierten fteiwilligen Feuerwehren noch baS Institut einer Pflichtfeuerwehr, bie natürlich (!) für ben Ernstfall ganz unb gar überflüssig ist (!). Selbstverständlich müssen die Herren ber Pflichtfeuerwehr häufig sich versammeln unb zu einer Uebung erscheinen, wobei natürlich (!) von dem Ernst, den die zur Hebung Verpflichteten an den Tag legen sollen, nichts zu merken ist. Vor einigen Monaten verlegte ein solcher Pflichtfeuerwehrmann feinen Wohnsitz nach Frankfurt a. Main. Er meldete sich bei der Polizei seines seitherigen Wohnsitzes ab, beauftragte auch vorsichtshalber einen Verwandten, dem Höchstkommandierenden der Feuerwehr von dem Domizilwechsel Mitteilung zu machen mit bem Bemerken, daß er infolgedessen die bevorstehende Feuerwehrübung nicht mitmachen könne. Aber der neue Frankfurter Bürger erstaunte nicht wenig, als ihm sein Verwandter schrieb, er solle sofort an seinem früheren Wohnort erscheinen, um bei Meldung schwerer Strafe sich persönlich beim Herrn Branddirektor abzumelden. Bei ruhiger Ueberlegung kam der Mann in Frankfurt zu dem Schluß, daß eö sich bei bem Verlangen der persönlichen Abmeldung nur um einen Ulk handeln könne und lud brieflich den Feuerwehr-Gewaltigen ein, mit feiner Truppe nach Frankfurt inSHippodrom zu kommen, falls man ohne ihn die betr. Hebung nicht abhalten wolle. Im übrigen erklärte in jenem Brief der Mann sich bereit, bei jedem Ernstfall auf der Brandstelle seines früheren Wohnortes sich für die Löscharbeiten zur Verfügung zu stellen, falls das Feuerwehr-Kommando ihm 24 Stunden vorher von dem Ausbruch deS Brandes Kenntnis geben würde. DaS Ende vom Liede war eine Beleidigung S- läge, die für den humoristisch veranlagten früheren Pflicht- euerwehrmann mit einer Geldstrafe in Höhe von 35 Mk. und Tragung der Kosten endete. Die Lacher der ganzen Stadt über diese Affäre hat doch der Verurteilte, der übrigens in Frankfurter Artisten- und Radfahrerkreisen eine wegen einer humorvollen Schnurren bekannte Persönlichkeit ist, auf einer Seite. Er soll die Absicht haben, die ganze Affäre in artige Verslein zu bringen und sie demnächst als Schlager von der Koupletbühne herab zum Vortrag zu bringen." Sofia, 1. Okt. Tie Schipkafeste fanden heute ihren Abschluß durch eine Truppenparade auf dem Scheinover Felde. Fürst Ferdinand kommandierte die Parade persönlich und erstattete dem Großfürsten bei dessen Eintreffen persönlich Meldung. Während der Festtage war von politischen Demonstrationen nlchts zu merken. Die Festlichkeiten behielten chren rein militärischen Charakter. Bei dem Frühstück brachte Fürst Ferdinand einen Trinkspruch aus. — Der Großfürst erwiderte. Kapstadt, 1. Okt. Kritzinger erklärt, er mache eine Vergnügungsreise nach England. Newyork, 1. Okt- Man mefbet vom Aufstand auf Haiti: Wie Privatmeldungen, die mit der letzten Post ein- getrosfen sind, bestätigen, ist der haitianische Admiral Killick mit dem „Erste a Pie rrot" untergegangen und zwar aus eigenem Entschluß, nachdem er ferne Leute ausgeschifft hatte. Mit dem Führer des ^chrsfes fmb, wahrscheinlich infolge der vorzeitigen Ex- p l o s i o n, auch der Schiffsarzt, die Köchin und ein Sle- rcarb sind e rtr unten. Die Mannschaft zeigte anfänglich ^ust, auf die Deutschen zu feuern, wurde aber baran von Killick mit einem Revolver in der Hand verhindert. Uebrigens soll das amerikanische Kriegsschiff „(Sincinnati" trog des Ersuchens des deutschen Konsuls es abgelehnt haben, bei der Festhaltung und Durchsuchung der „Markomannia" zu intervenieren Ter Befehl für diese Durchsuchung ist vom Rebellenführer Firmin selbst ausgegangen, der dabei der Ansicht Ausdruck gab, man brauche jur auf die Amerikaner und nicht so sehr auf die T Deutsches Keich. Berlin, 1. Okt. Ter Kaiser hat der Tochter Kes verstorbenen Oberpräsidenten v. Goßler eine herzliche Beileidsdepesche zugehen lassen, in der es heißt, die erfolgreiche Thätigkeit auf ben verschiedensten Gebieten der staatlichen Verwaltung sichert bem Entschlafenen einen Ehrenplatz in Iben Annalen ber preußischen Geschichte. Der Kaiser sandte ferner an ben Kriegsminister von Goßler aus Anlaß bes Hmscheidens seines Bruders ein Beileidstelegramm. — Eugen Richter schreibt in seiner „Freis. Zig.": Zu Betrachtungen sehr verschiedener Art giebt einer Anzahl von Blättern ein unvollkommener Zeitungsbericht Anlaß über eine scherzhafte Stelle meines Trinkspruches auf dem Hamburger Partei-Kommers in Betreff meiner „Pensionierun g". Ich habe eine Erwägung derselben nicht angekündigt für bie Zeit nach beenbigtem Wahlkampf, sondern für bie Zeit nach Ablauf ber nächsten Wahl- periobe, also für 1908. Bis bahin hoffe ich also auch für meine verehrten Herren Gegner noch ber alte bleiben zu können. — Heber bie in Vorbereitung befindliche Militär- Pensions-Gesetznovelle macht eine Korresponbenz Mitteilungen, in welchen es heißt: Ob bas Gesetz rürf- wirkenbe Kraft für bie bereits pensionierten Offiziere haben soll, ober nicht, ist an maßgebenber Stelle noch nicht entschieden. Wenn bie Novelle ohne biefen Passus vorgelegt wirb, werben bie verbünbeten Regierungen trotzbem bereitwillig einem entsprechend)en .Berbesserungsbeschluß des Reichstages Folge geben. — Nach den Informationen ber „Germania" trifft die Nachricht, daß bas Scheitern des preußischen Schulgesetz-Entwurfes in erster Linie bem national- liberalen Parteiführer v. Bennigsen zuzuschreiben fei, nicht zu. Das Scheitern bes Gesetzes fei besonders auf süddeutsch e Einflüsse zurückgeführt worden; außerdem soll auch beim Abschluß eines gewissen großen Finanzgeschäfts eine mächtige Strömung gegen das Zustandekommen des Bolksschulgesetzes sich geltend gemacht habe. Düsseldorf, 1. Oktober. Ter Großherzog von Baden weilt hier zum Besuche der Ausstellung. Heute nahm er im Fürstenzimmer des Hauptweinrestaurants ein Frühstück ein. Hier begrüßte ihn Professor Röber mit einer Ansprache, in der er den Fürsten als den Mitkämpfer aus großer Zeit und als wirksamen Förderer nationaler Einheit feierte und hervorhob, daß dieser Verdienste wegen nicht nur in des Großherzogs eigenem Lande, sondern in ganz Deutschland ihm alles in Liebe zugethan fein unb bfeiben werbe. Ter Großh erzo g erw iberte, daß bas zu viel bes Lobes sei. Er habe ja nichts weiter gethan, als seine Pflicht und sei in jener großen Zeit schon so alt und reif gewesen, um sich dessen bewußt zu sein, daß in seiner Stellungnahme kein besonderes Verdienst liege. Was damals auf blutigem Schlachtfelde alles wiedererrungen worden sei, das zu erhalten sei die vornehmste Aufgabe der Gegenwart, und daran sein Teil beizutragen, betrachte er als seine Aufgabe. Tas könne aber nicht nur gepflegt und erhalten werden durch die nationale Kraft, so notwendig diese auch sei, sondern auch namentlich durch den Fortschritt auf geistigem Gebiete. Heute nachmittag verließ ber Großherzog bie Stadt und fuhr zunächst Mch Koblenz, um von ba nach Mainau zu reifen. generüle durch den deutschen Kaiser in der englischen Presse eine Wandluna erfahren. Die Erregung ist einer ruhigen und unparteiischen Stellungnahme gewichen. Nach Erkundigungen der „Morningpost" hätte unser Auswärtiges Amt der britischen Regierung das Gesuch der Burenführer um Gewährung einer Audienz unterbreitet Oü Audienz stattfinde oder nicht, hänge lediglich davon ab, ob die britische Regierung den Burengeneralen die erforderliche Einführung durch den Botschafter gewähre. Unserem Berliner Mitarbeiter zufolge ist der erste Teil jener Meldung richtig. Doch soll die Angeleaen- heit sich keineswegs mehr in der Schwede befinden, sondern bereits die Erklärung von der englischen Regierung erfolgt sein, daß ihrerseits keinerlei Bedenken gegen einen Empfang gehegt werden. Genug, bie Burengeneräle ftnb im Besitze einer offi- ** Unfall. Daß bie aufmerksamste Handhabung bet Unfallverhütungsvorschriften seitens ber Arbeitgeber ihre Arbeiter vor Unfällen nicht zu schützen vermögen, beweist wieber ein Unglücksfall, ber sich hier am verflossenen Montag in ber Crednerstraße zugetragen hat. Als morgens um 6 Uhr bie in bem großen Arbeiterhaus beschäftigten Weißbinber bie Arbeit begannen und der erste davon bas im Treppenhaus befindliche Gerüst betrat, verschob sich das- elbe plötzlich und ber Mann stürzte in bie Tiefe. Zum Glück wurde bie Wucht des Absturzes burch eine Leiter, auf welche er fiel, gemUbert. Er burchbrach die Leitersprossen und kürzte bann auf die mit einer dicken Lehmschutzschicht ver- ehene Steintreppe. Der Verletzte liegt jetzt an den Folgen des Sturzes schwer darnieder. Es ist erwiesen, baß am Samstag Nachmittag eine Schar erwachsener Lümmel sich in bem Neubau Herumgetrieben und dabei die Gerüstkloben bes fraglichen Gerüstes in ben Wänden gelockert haben, obaß das Gerüst feinen Halt verlor. Es ist dringend notwendig, daß jene Burschen ermittelt werden und für ihren, von so schweren Folgen begleiteten Leichtsinn empfindlich bestraft werden. Aus Stadt und Kaud. Gießen, 2. Oktober 1902. •* Gedenktage. Am 3. Oktober 1807 legte baS von Robert Fulton erbaute Dampsboot seine erste Fahrt auf bem Hudson zwischen New-Pock unb Albany zurück, nachdem der geniale Mechaniker zuerst den Gedanken ergriffen hatte, die verbesserten Dampfmaschinen zur schnelleren Fortbewegung der Schiffe zu benutzen. Fulton ist auch der Erfinder der unheimlich-furchtbaren ZerstörungSmittel, der Torpedos, gewesen. - Geheimerat Schlippe f. Wie wir gestern bereits telegraphisch meldeten, ist der Generalstaatsanwalt Geh. Rat Paul Angelus Schlippe gestern Morgen „AthenaiS", Fräulein Brücher die „Baronin PrSf onf. Ter „Octave" wird durch den jugendlichen Liebhaber, Herrn Willy Brosch, dargestellt. — Tie Lustspiel-Novität „Die Fee Caprice" von Oskar Blumenthal, wirb voraussichtlich am kommenden Dienstag, den 7. d. MtS., erstmalig in Szene gehen. ~ Unfall. Ein auS Bad-Nauheim hier zu Besuch weilender Junge spielte vorgestern mit einem kleinen geladenen Revolver. Durch Unvorsichtigkeit brückte derselbe loS, sodaß ihm bie Kugel beS vor ben Mund gehaltenen Revolvers in baS Genick drang. Der Junge mußte in die Klinik ausgenommen werden. ** Die Gießener Leichenkasse-Gesellschaft. In unserer DienStag-Nummer veröffentlichten wir einen längeren Lokalartikel, der unS von dem Schriftführer der Leichenkasie-Gesellschast zugegangen war. Heute schreibt unS Herr Bürgermeister Mecum: • Ter „Gieß. Anz." jagt in der Ausgabe vom vergangenen Dienstag in einem Artikel über die Leichenkasse-Gesellschaft, dieselbe werde mit Eröffnung des Friedhofes am Rodberg ihre Thätigkeit einstellen, und gut der Hoffnung Ausdruck, die Gesellschaft möge ihren noch vorhandenen Mitgliedern in der seitherigen Weise gerecht werden können. Um einer Beunruhigung der derzeitigen Aiitglieder der Kaffe vorzubeugen, bemerke ich, daß nach den bisherigen Lerhandlungen mti dem Vorstande der Gesellschaft AuS- sicht vorhanden ist, daß die Stadt dieKasse unter völliger Wahrung der Rechte und Pflichten der jetzigen K a f fen m it g lieber übernimmt und spreche die Hoffnung aus, daß sowohl die GeneraloersammlungderÄesellfchaft, wieauch die Stadtverordnetenversammlung diesem Vorschläge zustunmen werden. Nachdem die Gesellschaft durch ihr llljähnges segensreiches Wirken tjjre Existenzberechtigung bewiesen hat, beabsichtige ich weiter beim Stadtvorstand die Weiterführung der Kaffe aus etwas veränderter Grundlage zu beantragen. Ich denke mir dabei, daß an Stelle der jetzigen schwankenden Beitrage — 50 Pfg. für jeden Todesfall — feste Jahresbeiträge treten, und auch andere Sterbegelder als ber letzige feste Satz von 250 Mack, etwa bis zu 1000 oder auch 3000 Mack versichert werden können, oder mit anderen Worten, daß an Stelle ber jetzigen Sterbekaffe eine Art städtischer Lebensversicherung für Minderbemittelte treten soll. Cb den Mitgliedern dieser städtischen Versicherung außerdem freies Begräbnis zu gewähren ist, wird besonders zu erwägen sein. Ta die Lebens- Versicherungs-Gesellschaften so geringe Versicherungen nicht abschließen, das Bedürfnis nach solchen aber durch das mehr als hundertjährige Bestehen der Leichenkaffe-GeseUfcyaft, welche im Grunde ja auch eine besondere Art von Lebensversicherung gewährt, erwiesen ist, glaube ich, daß die Annahme meines Vorschlag- eine willkommene Ergänzung der sozialpolitiscken Gesetzgebung bedeuten würde, und wünsche, berfelbe möge allerseits eine günstige Beurteilung finden. zielten Zusage ber Audienz und daraufhin ist der Zeitpunkt beS Eintreffens in Berlin, ber 17. Oktober, bestimmt worden. ** Stadttheater. In dem am Freitag zur Auf- T> führung gelangenden Ohnclschcn „Hütten besitz er" haben deutschen Tarnen Fräul. Brücher und Fräul. Swoboda zum I ersten Male Gelegenheit, sich dem hiesigen Publikum in Ls Äfft. - n Wit ein»« ’* tat £ KP daß nflch?eitt9en .(P ."sich den bis. sins. W^Sffiy y,”« beim daß an Stelle M jeden Todes- »«e eterbegelber Mi» 1000 ober ■ tt mH anderen 7 a« Wtifc ,0b den M. Iwö BeaMM - Ta dre Lebens- vunaen nicht ab- ch das mehr als >chast, welche im ^Versicherung ge. meines Vorschlags n Gejehgebung be> rjeits eine günstig« chtfeuerwehr» die ,SIL Presse': besteht neben zwei wehm noch da« (!) für den Ernst, verständlich müssen versammeln und I) von dem Ernst, Tag legen sollen, llen verlegte ein t nach Frankfuri seines seitherigen 'der einen Der« Feuerwehr von dem Bemerken, etyctMg, M äer Mtz« er. : Meb, er solle , um bei Meldung Herrn Brand. Verlegung kam der es sich bei dem : um einen Ult Mhl>Sewaltigen ni^ippobtom mg nicht abM der Mm s>ch de- zsrüheren Wohn. , m stellen, W oben vorhtt mntnie geben leltidigunö^ he von 35 wtt. tdaet der ganzen L der ÜbngenS eisen eine wegen Michkeit ist, aui 5 Je Mre w MilS Schl°g« -u bringen/ ■J'Ä 15 r» ^'Äs^ZuiN Ä'S •tii i» “Ä" die in LgV .«euer l ^Millen de< * B55 ■e 1011 fit «* - ctfr'^i, sm« sondere den vielen Musensöhneu, die den Haupttekl der Besucher stellten. — Schwurgericht. In der heutigen Sitzung wurde bie 26 Jahre alte Dienstmagd Anna Lend aus Bürstadt wegen Meineids zu 9 Monaten GesänaniS unter Abrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft verurteil. Ausführlicheres in nächster Nurmner. tz Butzbach, 1. Oktober. Der hiesige Stadtvorstand hat den erst jetzt bekannt gewordenen Beschluß gefaßt, daß diejenigen Einwohner, bei welchen während der letzten Manöver O ffiziere einquartiert wurden, keinerlei Vergütung hierfür erhalten sollen; anderseits erhöhte er die Sätze für Verpflegung der Nichtoffiziere. Erstere Maßnahme hat in beteiligten Kreisen umso größere Mißbilligung erfahren, als die Stadt für Quartierlasten hinsichtlich der Offiziere Entschädigung bekommt, eine Vorenthaltung der Vergütungen an Quartiergeber der Offiziere aber die ungerechtfertigte Bereicherung des Gememdesäckels auf Kosten eines Teils der Steuerzahler bedeutet. Die so zurückgesetzten Quartiergeber wollen den Beschwerdeweg zur Wahrung ihrer Rechte beschreiten. — Auf recht noble Weise sind in der Nachbargemeinde Nieder-Weisel die Quartiergeber entschädigt worden; dort wird für einen Offizier 2 Mark und für Unteroffiziere bezw. Gemeine 1 Mk. 30 Pfg. pro Tag vergütet. Bad-Nauheim, 2. Okt. Vom 13. bis 15. Oktober findet hier die Wanderversammlung des deutschenBäder- tageö statt. Die hessische Regierung veranstaltet zu Ehren der Teilnehmer ein Festessen im Kurhause. I. Büdingen, 1. Okt. Bei Vonhausen fand man gestern Abend die Leiche der Hausiererfrau Molter von Stockheim. Um 5 Uhr nachmittags verließ sie Diebach noch gesund und munter, um 8 Uhr hatte ein Herzschlag ihrem Leben ein rasches Ende bereitet Die Unglückliche wird morgen auf dem Friedhöfe zu Stockheim beerdigt werden. rg. Holzhausen (Kr. Kirchhain), 2. Okt. Heute vormittag traf der Großherzog zum Besuch des Kaiserlichen Botschafters, Frhr. v. Stumm, im Schloß Neu-Potsdam hier ein. Vermischtes. * Berlin, 2. Okt. Neuerdings zirkulieren falsche Zehnmarkstücke in großen Mengen. Es ist gelungen, mehrere derselben anzuhalten. Sie zeigen eine sehr sorgfältige Prägung und stimmen auch im Gewicht mit den echten Zehnmarkstücken überein. Als Münzzeichen tragen sie den Buchstaben B, Jahreszahl 1872. * Budapest, 1. Okt. Aus der Straße nach LunrkaPojen wurde der Postwagen von Räubern überfallen uitb der Postillon Rtbesku erschösse tu Die Räuber bemächtigten sich sodann der eine größere Summe repräsentierend en ärarischen Gelder, die die Post mit sich führte. Der Konitzer Mord vor Gericht. Berlin, den 1. Oktober 1902. Im Prozeß gegen die „Staatsb.-Ztg." wurde heute als erster Zeuge Bürgermeister Teritius auS Könitz vernommen. Derselbe !iab eingehende Auskunft über seine nach Bekanntwerden des Bev- chwindens von Ernst Winter entwickelte polizeiliche Thätigkett und ste von ihm angeordneten Maßregeln, nachdem am 13. März 1900 üeich enteile unter dem Eis oeSMönchsees, in rot- braunes Packpapier eingewickelt, auigesunden worden waren, lieber alle Reserven hat Zeuge ein genaues Tagebuch geführt, daS auf Antrag des Staatsanwalts zur Verlesung gelangt. Der Präsident bemertt sodann gegenüber dem Zeugen Detttius, er weise wohl den Vorwurf vonstch, daß er ein P a r t e i - genösse der Juden sei und alles, waS die Juden belastete, wie Ausdrücken wie Quatsch u. dgl. abgewiesen habe. Zeuge DetttiuS bezeichnet dies als absolut unwahr. Unter den vielen Angriffen, denen er auSaesetzt gewesen sei, rühre mindestens der dritte Teil von jüdischer Gerte her. Aus die Frage deS Staatsanwalts, ob nicht die Agitation gegen die Juden durch die ,StaatSb^-Ztg." wesentlich vergrößert worden sei, antwortet DetitiuS mü Ja. Ter Angeklagte Bruhn bestreitet entschieden, daß er die Erregung gegen bie Juden hervorgerusen habe. Die Erregung sei dauernd geworden, alS Schlächtermeister Hoffmann verhaftet wurde. Nächster Zeuge ist der Kriminal-Kommissar W e b n. Nach seiner Darstellung hat er die Recherchen sowohl aus Christen wie aus Juden ausgedehnt. Aus Lewys Boden und Kellerraum habe er nachgesucht und nichts Verdächtiges gefunden. Er habe damals auf Dem Standpunkt gestanden und teile diesen Standpunkt auch heute noch, daß den Aussagen der Zeugen Maßloff und seiner Schwiegermutter Roß kein Gewicht beizulegen sei, sondern daß diese als ein Lügengewebe ersten Randes zu betrachten seien. Es kommt der vollständige Bericht des Kriminal-Kommissärs an den Ersten Staatsanwalt zur Verlesung, worauf der Kriminal- Jnsoektor Braun vernommen wird. Derselbe berichtet überfeine Lhätigkeit in Könitz und erklärt, daß er nun zu der Ueberzeugung gelangt sei, daß der Schlächtermeister Hoffmann unschuldig sei. Zeuge behauptet weiter, daß die Thäligkeit der Vigilanten Schiller und Rauch der Behörde sehr genutzt habe und ihr brauchbares Material in die Hände lieferte, während das antisemitische Kontrollkonntee mehr geschadet als genutzt habe. Es folgt die Ver- lefung des Berichts, den Braun an feine vorgesetzte Behörde erstattet hat, worauf die Verhandlung auf morgen vertagt wird. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Donnerstag, den 2. und Freitag, den 3. Oktober 1902: Neujahrsfest. 1. Tag. Vorabend: 5" Uhr. Morgens: 7" Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. Predigt 9 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 6" Uhr. Morgens: 780 Uhr. Abends: 5" Uhr. Predigt 9 Uhr. HB. Wahrend der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Samstag, den 4. Oktober 1902. Vorabend 5" Uhr. Morgens 880 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 6" Uhr. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Frau L. Tie Adresse lautet: An das Lokalkomitee der Generalversammlung des Bundes deutscher Frauenvereine zu Wiesbaden. Ihrem Gemahl ttiad) Ungarn. Tie MnigsfamMe, namenMM Königin Alexandra, nimmt lebhaften Anteil cm ihrem Schicksal, und der brittsche Gesandte in Brüssel ist beauftragt, in unoffizieller und freundschaftlicher Weise daselbst Vorstellungen darüber zu machen, daß der König von Belgien sich weigert, gewisse, der Prinzessin teure Legate ihrer verstorbenen Mutter auszugeben. Paris, 2. Oft Die Ankündigung, daß die Beerbt gung Zolas am Sonntag stattfinden wird, wird von der Bevölkerung günstig ausgenommen. Die Stadt ordnete keinen Grabredner an. Frau Zola erklärte, es existiere sehr wohl ein Testament ihres Gatten. Sie werde heute )as betreffende geheime Fach öffnen. Die BerschiebmP der Beerdigung Zolas bedeutet, daß ZolaS Freunde bte Absicht haben, das Begräbnis zu einer großartigen Polite scheu Manifestation zu gestalten. Alfred DrehsuS, sein Bruder Mathieu und Oberst Picquard sollen hinter dem Sarge marschieren. Die Arbeiterschaft wird in geschlossenen Verbänden dem Toten das Geleit geben. Die Züge der Leiche beginnen sich bereits zu verändern und die Freunde, welche tue Leichenwache halten, lassen niemanden mehx ins Zimmer. Douai, 2. Okt. In einer Versammlung der Gruben« arbeit er des Bezirks Aniche wurde einstimmig beschlossen, sofort in den Ausstand zu treten. Lille, 2. Okt- Die Ausstands-Bewegungs welche durch einen Streit der Arbeiter der Gesellschaft Escarpelle in der Nähe von Douai chren Anfang nahm, hat gestern bedeutenden Zuwachs erhalten. Die Ausständig scheu begaben sich, einer bereits früher angewandten TakttF folgend, ganz unerwartet nach den nahe gelegenen Grube»; und forderten die dortigen Arbeiter aus, die Arbett niedev- zulegen. Da keine Gendarmerie anwesend war, wurde der Aussorderung ohne weiteres Folge geleistet. Man befürchtet nunmehr, daß der Ausstand srch über das ganze Departement und das Departement Pas de Calais ausdretten wird. Die' Arbeiter lassen verbreiten, daß, wenn chnen nicht Genüge thuung gegeben würde, sie den Schnellzug PariH^' Lille in dieLuftsprengen würden. Diese Drohung ist um so ernster zu nehmen, als in letzter Zeit dr e i $ 11 c rata t e verübt worden sind, über welche bisher Stillschweigen^ beobachtet wurde. Es ist in den letzten Tagen sestgestellr worden, daß zwischen Douai und Arras Eisenbahnschienen los geschraubt waren. Eine Katastrophe wäre unvermeidlich gewesen, wenn man den Schaden nicht rechtzeitig entdeckt hatte. Infolge dieser Drohung und der Vorwmmnisse wird nunmehr die Eisenbahnstrecke scharf überwacht Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 2. Okt. Der Kaiser ist heute früh auf Station Wildpark eingetroffen und hat sich nach dem neuen Palais begeben. Berlin, 2. Okt. Dem „Börsen-Kour." zufolge wird voraussichtlich der Schriftsteller Richard Skowronnek im Jahre 1905 das Berliner Theater übernehmen. London, 2. Okt. Der Berichterstatter der „Times" schließt seine fünf Artikel über die deutschen Manöver mit den Worten: Wenn das alles war, was der Kaiser uns von der deutschen Kriegstheorie zu zeigen hatte, muß ich mit einer großen und viel erfahrenen englischen Autorität sagen, daß es wenig giebt, was uns die Deutschen auf dem Schlachtfelde zu lehren haben. — Die Gräfin Lonyay begiebt sich heute mstt Telephonischer Kursbericht. .Frankfurt a. H 31/a°/0 Reichs anleihe . . 101.85 3°/o do. ... 92.25 8V.% Konsole .... 101.80 3°/o do......92.25 3Vr°/o Hessen .... 100.20 8-6 Oberhessen . . . 99.70 4-6 Oesterr. Goldrente . . 103JO 4'/,-6 Oesterr. ßilberrente 101.00 4-6 Ungar. Goldrente . . 101.20 4% Italien. Rente . . . 102.90 4*/,-6 Portugiesen . . . 49.25 Portugiesen. .... 80.80 1-6 0. Türken .... — Ttirkenlose ...... 120.40 4% GriecL Monopol.-Anl. 44J.0 4*/,% äussere Argentiner —.— 2. Oktober 1902. 8% Mexikaner .... 26.50 47r'7o Chinesen .... 91.80 Electric, bohuckert . . . 83.00 Nordd. Lloyd , . J . , —.— Kreditaktien.....216.40 Diskonto-Kommandit. . . 186.80 Darmstädter Bank . . . 185,— Dresdener Bank .... 142.— Berliner Handelsges. . . 155.80 Oesterr. Staatabahn , . . 158.40 Lombarden.....20.60 Gotthardbahn . . . . . 179.— Laurahütte ...... 201.50 Bochum ....... 178.62 Harpener......167.50 Tendenz: ruhig. Modewaren Unterzeuge Strumpfwaren Kurzwaren Wollwaren Weisswaren Unser Lager ist mit den Neuheiten der Herbst- und Winter-Saison reich sortiert. Seltersweg 20. A. Holterhoff Söhne. Seltersweg 20. Vorteilhaftes Einkaufshaus infolge eigener Fabrikation und Mitgliedschaft des Verbandes in Weimar mit seinen Millionen-Umsätzen. Gemeinsamer Einkauf mit circa 200 grossen Spezial ■ Geschäften des Verbandes* «ss Baby-Artikel Konkurs-erfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Julius Buch in Gießen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 10. Juli 1902 angenommene Zwangsoergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 17. Juli 1902 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben. 6877 Gießen, 23. Septbr. 1902. Großherzogl. Amtsgericht. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: GchsMlfch 56 pfg. RiMeifch 56 Pfg. Schrotmühle Hafer und Mais sowie alle Früchte zu Futterzwecke« werden prompt geschroten bei [6876 Andreas Euler. 04305] Mädchen empfiehlt sich jsn Waschen und Putzen, auch zur Aushilse. Asterweg 10. Nur erstklassige Fabrikate: Seidel & Naumann, Fristen & Rossmann, Junker & Ruh, Mundlos & Co., Gritzner. M äh maschinen JLangschiff-iVähmaschine . . . . 70 bis 75 Mark Schwingschlfl-Äähmaschine . . 75 „ 85 „ empfehlen in grosser Auswahl und unter langjähriger Garantie 5496 Brüder Schmidt, Seltersweg 83. Für jeden Käufer empfiehlt es sich, unser Lager anzusehen. WAmniemv.FWten für Damen und Kinder besorgt rasch und billig 6888 A. Fangmann, Bahnhosstr.29. 04308J Em noch gut erhaltener eigen. Militär - Rock sowie hellgrauer Mantel dill. zu verkamen. 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Oktober, nachmittag» 6 Uhr, vom Trauerhause, Krofdorferstraße 13, aus statt. Georg Philipp Gail. Giessen, den 2. Oktober 1902. 6881 Todes-Anzeige. Heute abend um lO1/^ Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden unser innigstgeliebter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Stiehl, Sgl. Rangiermeister i. P. Um stille» Belleid bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig, Maria, Minna Stiehl. ■7" .....-= Modellhüte 1 sowie sämtliche Neuheiten der Saison in Damen-, Mädchen- und Knabenhüten, Hutfournitnren, Federn, Bändern, Stossen sind in großer Auswahl eingetroffen. A. Fangmann, BahnWrche 29. Die Besten unter allen ähnlichen Produkten sind a 10 'Hig. sur z Teller köstlicher Luppe. Ein Verbuch nuevjcugt. oieid |rt|d) zu haben bei 6875 Gebr. Adami, im ,Ritter", MäuSburg 14. Zum Cigarrenversandt geeignete Kisten zu kaufen gesucht. 6830 Egky & ZZindcwald, Cigarrenfabrik WMrtlttlyen WUYcimstratze 13 ist wegen Wegzug des Mieters das Erdgeschoß vom 1. 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