Nv. 205 Erscheint tLgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hefstschen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univerf.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzeu. Fernsprechanschluß Nr. bl. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 2. September 1802 Gießener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ve-ngSpret-r monatlich7bPs., viertel^ jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bcstellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprets: lokal I2Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem« Teil: P. Wittko; für „Stadt und £anbe und „6)erichtssaal": Eurt Plato; für den An- geigenteil: HanS Beck. Gießen, den 16. August 1902. Betr.: Die in der Provinz Oberhessen im Herbst 1902 statt findenden Truppenübungen; hier: Abschätzung der Flurschäden. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Reichsgesetzblatt Rr. 32 aus 1898 S. 934 zu § 14 beauftragen wir Sie, die Grundbesitzer alsbald, nachdem die Hebungen innerhalb Ihrer Gemarkung beendet find, durch ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung ihrer Flurschäden aufzufordern. Zu der von Ihnen zu fertigenden Zusammenstellung der angemeldeten Schäden ist das vorgeschriebene Formular zu verwenden, welches als Beilage E zur Instruktion in dem vorgenannten Reichsgesetzblatt S. 969 ff. abgedruckt ist. Die daselbst gegebenen Anmerkungen sind genau zu beachten. Das Formular wird Ihnen auf Austehen durch uns über- saudt werden. Sie wollen dasselbe, sobald Schadensanmeldungen bei Ihnen erfolgen, unter Angabe der ungefähren Zahl der beschädigten Grundstücke schleunigst von uns erbitten. In dem Formular sind die erfolgenden Anmeldungen nach Flur und Nummer geordnet durch Ausfüllen der Spalten 1—5 mit Tinte einzutragen, während die Spalten 6 und 7 mit Bleistift auszufüllen sind. Die Spalte 6a, Forderung des Beschädigten, ist, nur auszufüllen, und zwar mit Tinte, wenn der Beschädigte thatsächlich einen bestimmten Anspruch erhebt. Bei Ausfüllung der Spalte 7 empfiehlt sich Angabe des Verlustes von Körnern, Heu, Kartoffeln re. in Zentnern. Die Spalte 7 ist so auszufüllen, daß die Entschädigungsbeträge im Wege der Berechnung genau ermittelt werden können. Unmittelbar nach eingetretener Beschädigung haben die Beteiligten Ihre Entscheihung darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Letztere ist von Ihnen anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben ausgesetzt sind. Wird die Aberntung demgemäß vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission angeordnet, so haben Sie sofort unter Zuziehung zweier, der Abschätzungen dieser Art kundigen, unparteiischen und unbeteiligten, ortseingesessenen Personen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder u. s. w.) und die Qualität der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens, nicht aber die Höhe der Entschädigungssumme, festzustellen. Es wird hierbei unter besonderem Hinweis auf unser Amtsblatt Rr. 7 vom 26. Juli 1899, dessen Vorschriften aufs genaueste zu beobachten sind, ausdrücklich bemerkt, daß diesen Bestimmungen nicht entsprechende Abschätzungen keine Berücksichtigung finden können, und daß von denselben (Anordnung der Aberntung der Felder nebst Feststellung des Schadensumfanges) nur in den Fällen Gebrauch zu machen ist, in welchen dies zur Verhütung eines höheren Schadens unbedingt nötig erscheint. Ueber den Befund ist ein kurzes Protokoll aufzunehmen, von Ihnen und den zugezogenen Ortseingesessenen zu unterschreiben und der Nachweisung beizuschließen, m welcher das Ergebnis der Abschätzung mit besonderer Erwähnung Ihrer Verfügung wegen des Aberntens in Spalte 10 einzutragen ist. Zur Abschätzung sind die Beschädigten zu laden. Für ihre Thätigkeit in Flurschadenangelegenheiten beziehen die Großh. Bürgermeister keine Vergütung. Die Teilnahme bei der Abschätzung gehört zu ihren Pflichtgeschäften. Indem wir noch auf unser Ausschreiben vom 24. März 1893 (Kreisblatt Nr. 73) verweisen, wonach die bei Ihnen zur Anmeldung kommenden Schäden in dem Formular einzutragen sind, ohne daß Sie die Feldgeschworeuen, wie früher, zur vorläufigen Abschäs^ing heranziehen, beauftragen wir Sie, die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen ausgc- füllten Nachweisungen thunlichst bald, und spätestens bis 7. September d. Js., an den von Großh. Ministerium des Innern zum Negierungskommissar für die Flurschädenabschätzung im Kreise Gießen bestellten Großh. Kreisamtmann Dr. Kranzbühler unter der Bezeichnung „Militaria" nut Beidruck des Dienstsiegels einzusenden. Sollte bis dahin die Zusammenstellung noch nicht beendet sein, so ist uns jedenfalls anzuzeigen, daß Flurschäden zur Anmeldung gekommen sind. Im Anschluß daran werden Sie darauf hingewiesen, daß zur Vermeidung von Weitläufigkeiten Wünsche, welche Manöverangelegenheiten betreffen, der Division nur durch Vermittelung der Kreisämter zur Kenntnis gebracht werden können und entsprechende Gesuche zur weiteren Veranlassung uns vorzulegen sind. I. V.: Dr. Heinrichs. ^riuinutimidjiing. Die Rotlaufseuche unter den Schweinen des Landwirtes H. Kapp zu Wolfs hausen ist erloschen. Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Marburg, 29. Ang. 1902. Der Königliche Landrat. Auw Sedantage. Der Sedantag ist in der Geschichte des deutschen Reiches der einzige Erinnerungstag, der sich zu einem Volksfeste eignet und auch seit mehr als einem Menschenalter als Volksfest angesehen wird. Aber seit einigen Jahren haben sich Stimmen erhoben, die dafür eintreten, von der Feier des Sedantages abzusehen. Tie Bedeutung des Sedantages als eines Volksfestes verdient umsomehr eine aufmerksame Prüfung, als über die Wichtigkeit von Volksfesten für das nationale Leben heute offenbar vielfach so unklare Vorstellungen herrschen. Wenn Goethe nach sauren Wochen frohe Feste empfiehlt, so hat dieses Rezept für ein Volk im ganzen nicht weniger Giltigkeit, wie für den Einzelnen. Volksfeste haben einen hohen sozialethischen Wert, weil an ihnen, wenn die Feste gesund und organisch gestaltet sind, die Gliederungen der Stände und Berufe überwunden werden bui * i), das Gemeingefüht der Volksgenossen. In froher Feier treten Hoch und Niedrig, Arm und Reich einander nahe, wetteifernd tragen sie zur Unterhaltung bei, und die sich sonst fern stehen, finden sich hier leicht bei Sck)erz und Tanz. Solche Tage haben mit den Zeiten höchster, gemeinsamer Not das gemein, daß die Volksgenossen an ihnen ihre enge Zusammengehörigkeit trotz aller Unterschiede empfinden lernen, und dadurch dienen sie dazu, den Horizont aller Teilnehmer am-Feste zu erweitern und ihren Blick über die engen Kreise und Au-sgaben des Tages auf höhere Probleme und weitere Aussichten zu lenken. Aber obgleich die nationale und soziale Bedeutung der Volksfeste auf der Hand liegt, so hat doch unsere Zeit so wenig Verständnis dafür, daß sie ein Volksfest nach dem andern absterben läßt. Wir in Gießen feiern das schöne Jugendfest. Daß dabei auch manches anders sein könnte, ist mehrfach erörtert worden. Doch um von etwas Anderem zu reden: Man begrüßt nicht mehr am Maitag des Frühlings Ankunft, wenn auch hier und da einmal, z. B. in Thüringen, aus Veranlassung verständiger Bürgermeister Maifeste gefeiert werden, und man begeht in Teutschland nur noch in vereinzelten Gauen, wie hier und da in Ostpreußen und Sachsen, am Johannistage die hohe Zeit des Jahres. Ter lustige alte Karneval lebt auch nur noch in einzelnen Gegenden, und am Treikonigstage wird kein Bohnenkönig mehr gewählt. Leider bemüht man sich auch gar zu wenig, die spärlichen Reste uralter Voltsfestlich- teiten zu pflegen oder neu zu beleben. Wie ärmlich steht in dieser Hinsicht unsere Zeit neben jenem Mittelalter da, in dem gewisse Geschichtsschreiber eitel Barbarei sehen wollen! Im Mittelalter hatte der gesunde Instinkt des Volkes die Bedeutung der Volksfeste ganz richtig erkannt; das Leben war gleichsam durchwirkr mit solchen Tagen, und die Gelegenheit und Veranlassung, die Stände miteinander in Fühlung zu bringen, die Bürger in festlich-heiterem Thun zu vereinen und ihnen die Macht und die Schönheit ihres Gemeinwesens vor Augen zu führen, — diese Gelegenheit war zu den verschiedensten Aeußerungen und Bethä- tigungen des Volkslebens in Beziehung gefetzt. Eine große Mannigfaltigkeit herrschte in den Feiern, und billig fiel bald dieser, bald jener Klasse von Bürgern die Führung dabei zu. Ties Fest war vom ehrsamen Rate der Stadt gegeben, jenes von der Schrniebezunsr; an dem einen Tage siel den Frauen die Herrschaft zu (oder ward ihnen doch ausdrücklich zuerkannt; denn die Frauen des „dunklen" Mittelalters waren in diesem Punkte wohl ebenso „hell", wie irgend eine „Moderne"); an dem anderen waren den Schulkindern besondere Freiheiten verstattet, am dritten durften die Knechte und Mägde die Herren spielen. Ein Fest war vornehmlich für das gesetzte Älter, an einem anderen schwang die übermütige Jugend das Szepter. So schlang sich damals der Reigen der Volksfeste einem Rosenkränze gleich durch das Leben des Jahres. „Saure Wochen — frohe Feste!" Tie Auflösung der kirchlichen Einheit, die Zertrümmerung her ständischen Gliederung und der Umschwung des wirtschaftlichen Lebens sind wohl die Hauptursachen, denen die schönen alten deutschen Volksfeste fast ganz zum Opfer sielen. Wir brauchten nun dem Untergegangenen gewiß keine Thränen nachzuweinen, da sich ja doch das Volksleben immer von neuem umbildet und mit unerschöpflicher Zeugungskraft neue, befriedigende Formen hervorbringt. Wenn wir aber wahrnehmen, daß frische Ansätze zu solchen Neubildungen, wie beim Sedanfeste, leichtherzig preisgegeben werden, dann müssen wir zu dem Schluffe gelangen, daß in unserem Verhältnisse zu Volksfesten überhaupt gegenwärtig irgend etwas Ungesundes und Fehlerhaftes liegen mutz. Ter Fehler ist, kurz gesagt, der, daß wir es verlernt haben, Volksfeste zu feiern, und daß wir diese Kunst, deren Verlust wir im wesentlichen dem für das Volksleben überhaupt so verhängnisvollen letzten halben Jahrhundert danken, uns erst wieder aneignen müssen. Wir können diesen Fehler vielleicht am leichtesten erkennen, wenn wir uns vergegenwärtigen, auf welche Weise denn das Volks- das uns unsere große jüngste Geschichtsepoche gleichsam aU Geschenk in den Schoß geworfen hat, der Sedantag begangen zu werden pflegte. Ta fällt uns denn zuerst und vor allem auf, wie gleichmäßig, ja wie mechanisch der Tag fast überall begangen wurde. Parade und Schulfeier, ein Küchengang, ein wenig Musik — das sind in der Hauptsache die fast immer wieder- kehrenden Bestandteile des Festes. Aber wie jeder Einzelne und jede Familie ihre Feste auf eine eigene Art eiert und wie gerade der besondere Charakter der Feier ihren Reiz und ihre Weihe bildet, so sollte auch jebes Gemeinwesen seine Feste entsprechend seinem besonderen Charakter und seinen besonderen Bedingungen begehen. Tie Bedingungen der Feier eines Volksfestes sind in Dors und Stadl durchaus verschieden, aber kaum minder verschieben sind, die Bedingungen, die sich aus den individuellen Charakteren der einzelnen Städte ergeben. Gießen ist Industrie- und Gelebrtenstadt, Butzbach bis zu einem gewissen Grade Soldatenstadt, Bad Nau he i m eine Fremdenstadt, Friedberg Beamtenstadt und die anderen Städte Oberhessens zumeist Bauernstädte oder Hofstädte, wie Lich, Laubach, Büdingen. Auf solche durch die Verhältnisse gebildeten Charakterzüge ist bei der Gestaltung eines Volksfestes aufmerksam zu achten. Tie Feier des Sedantages ist nicht genug individualisiert worden. Tie Sedanfeier in den Schulen pflegt aus einigen Gesängen und einer Festrede zu bestehen, und Paul Hagen hat gewiß viele Gesinnungsgenossen, wenn er in einem, dieser Tage in verschiedenen Blättern veröffentlichten Aufsätze erzählt, daß nach seiner Jugenderinnerung eine solche Art von Festlichkeit den Schülern immer nur als eine unangenehme und langweilige Schmälerung des Feiertages erschien und nie eine weihevolle patriotische Stimmung hervorrief. Hätte man doch, so fährt Hagen fort, die Worte durch das Leben selbst ersetzt! Führt man die Schüler an solchem Tage in die Berge ober an eine historisch geweihte Stätte ber Nachbarschaft, so erfüllt man sie mit bern freubigen unb stolzen Bewußtsein ber Schönheit unb ber Vergangenheit ihres Vaterlanbes. Versammelt man sie zu fröhlichen Sportspielen, so lehrt man sie, sich als die künftigen Verteidiger des Vaterlandes zu fühlen. Und will man sie unmittelbar an eine patriotische Bedeutung des Tages erinnern, so lasse man sie ein patriotisches Stück einftubieren unb aufsühren — ein Unternehmen, bas immer ber begeisterten Teilnahme ber Jugenb gewiß ist. Solche Veranstaltungen genügen schon, um ber ganzen Feier an einem Orte einen Mittelpunkt unb einen gewissen Charakter zu sichern: benn bas Interesse ber Angehörigen unb Fremibe ber Schüler sichert ihnen von vornherein bie Teilnahme weiter unb mannigfaltiger Volkskreise. Goethe hat von bem römischen Karneval gesagt, es sei weniger ein Fest, bas bem Volke gegeben werbe, als eines, bas es sich selbst gebe. In biesen Worten sinb in ber That bie beiben Momente, bie für bie Gestaltung von Volksfesten enkscheidenb in Frage kommen, angebeutet. Jebes Volksfest muß organisiert werben, soll es nicht formlos unb uninteressant sein; aber es muß so organisiert werden, daß bie Initiative ber Festgenossen erweckt wird und sie selbst das Beste beim Feste thun — thun können. Am 14. Juli finben z. B- in ben volksreichen Stadtteilen unb Vorstädten von Paris auf ben Plätzen öffentliche Volksbälle statt. Man sagt nun wohl, zu beriet Dingen fei ber Deutsche zu schwerfällig; aber wenn unsere Vorfahren nicht zu schwerfällig waren, um ben Maibaum zu tanzen unb ben Reigen auf bem Anger zu führen, so ist nicht abzusehen, warum bie Nachkonimmen für öffentliche Belustigungen unfähig geworben sein sollten. Der rheinische Karneval in seiner mobernen Form hübet ein schönes Beispiel der Organisation eines Volksfestes, bas bie selbstänbige Teilnahme ber Festgenossen erweckt, ja herausforbert unb boch zugleich regelt. Nie kann ber Sebantag ein Volksfest werben, bringt man ihn nicht bem Volke nahe. Das Festmahl, ber Festaktus, ben bie Universität abhält, bleiben bem Volke gleichgiltig, können ihm nicht Luft machen, sich an ber Feier zu beteiligen. Wer aber bazu beiträgt, unser Volk wieder nationale Feste feiern zu lehren, ber hat ein schönes Stück segensreicher Arbeit gethan, unb ben größten Erinnerungs- tag unserer neueren Geschichte, bie uns dazu bie beste Gelegenheit bietet, sollten wir nicht leichten Herzens preisgeben. Aur Ileischteuerung wird uns aus Gießen geschrieben: In den letzten Nummern des „Gieß. Anz." finden sich, wie in vielen Zeitungen, Klagen über hohe Fleischpreise bezw. Fleischverteuerung. Obgleich es dem Unterzeichneten wie jedem Unbefangenen, einerlei ob er Landwirt, Metzger oder Konsument ist, klar ist und sein muß, worauf diese nun schon seit langer als einem Jahre anhaltenden abnorm hohen Viebpreise, hauptsächlich der Schweine zurückzuführen sind, hatte dersewe zu der Sache rein Wort geschrieben, wenn nicht am Samstag eine Art Herausforderung gekommen märe, als fänden sich in Gießen keine Männer, die aus Angst vor Rachsucht der Bauern nicht den Mut hätten, für städtische Interessen einzutreten. Ich möchte deshalb zunächst dein Herrn Verfasser mitteilen, daß es mir an Muth, sei es städtischer, oder was wohl hier in den Vordergrund zu stellen ist, gewerbliche Interessen zu vertreten, nie gefehlt har. Wenn ich nicht die Ueberzeugung hätte, daß alle Schreibereien ohne jeden Erfolg bleiben, solange die hohe Reichsregierung auf dem nun einmal eingenommenen Standpunkte stehen bleibt, unter keinen Umständen die Grenzen für lebendes Schlachtvieh, wenn auch in ganz beschränktem Maße, zu öffnen. Hiermit ist auch schon wiederlegt, daß es nicht Habgier ober Rach- uch k der Bauern sein kann, da diese weder Gesetze machen, einführen, nach aufheben können; dieses ist Sache der Reichs re - g i e r u n g , für die anscheinend das Interesse der Landwirtschaft allen anderen Gewerben gegenüber weitaus in erster Linie steht. Anschließend hieran sei gleich mitgeteilt, daß der deutsche Fleischer-Verband, insbesondere dessen Vorstand, sich seit Jahrenbemühl, die Regierung von der Unhaltbarkeit des Regierungs- standpunkles im Allgemeinen bezüglich der Fleischversorgung für das deutsche Volk zu überzeugen, jedoch ohne jeden Erfolg. Auf dem vorjährigeu Verbandslage in Rostock rvurde beschlofien, eine erneute Petition an die Retchsregierung abzusenden, mit allem erdenklichen statistischen Material über Viehbestände 2C., um diese zu überzeugen, daß erheblicher Viehmangel vorhanden sei, und gebeten die Grenzen unter beschränktem Maß, d. h. nach Schlachthöfen mit Geleisanschluß und sofortiger Abschlachtung zuzulassen. Auch diese Petition ist unternt 9. März abschläglich beschieden worden. Niin noch etwas Anderes. Im vorigen Jahre sind im Juli bie Schweinepreise raplb auf 66, in späteren Monaten auf 68 Pfg. das Pfund Schiachtgeivicht m bie Höhe gegangen, während ein erheblicher Aufschlag der Verkaufspreise erst am 27. November v. I. eintrat. Dieses mag wohl der Grund zu dem ruhigen Hinnehmen Auffchlags gewesen jein; war doch längst durch die Tages- Aus Stadt und Land. Gießen, 2. September 1902. Mitteilungen aus dem Publikum werden gev» entgegen genommen und angemessen honoriert. “Dir. Di e D e f i n i t 0 r ia l - P r ü sun g en für Schul- amts-Aspiranten und .Aspirantinnen beginnen für diesen Herbst am 13. Oktober in der Aula des Ludwig-O^eorgs- Gymnasinms. Reflektanten müssen bis spätestens 13. September ihre Gesuche und Zeugnisse bei den betreffenden Kreisschulkommissionen einreichen. •* Wünsche der Gerichts Vollzieher. Tern Vernehmen nach beabsichtigen die Gerichtsvollzieher, vornehmlich die ländlichen, micbcrljolt bei Großh. Regierung und den Kammern um Verstaatlichung des Instituts zu petitionieren unb zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil namentlich den Gerichtsvollziehern auf dem Lande mit Inkrafttreten des neuen Sparkassegesetzes ein großer finanzieller Nachteil droht, zumal das Beitreibungsver- fahren jetzt nicht mehr durch die Gerichtsvollzieher, sondern durch besonders zu bestellende Vollzugsbeamte besorgt werden soll. Umsomehr wäre dem Gerichtsvollzieherstand zu wünschen, daß auch er endlich mit feinen berechtigten Tie Kosten sind vorläufig auf 22—25 000 Mark veranschlagt, wozu jedenfalls die Stadt einen namhaften Beitrag leisten wird. unteren Teil des Hauses gedenkt man eine Turnhalle für die städtischen Schulen einzurichten, während man im Obergeschoß die Lehrsäle für die Gewerbeschule herrichtet. Offenbach, 31. Aug. Die hiesige Handelskammer hat sich für die Beseitigung der Gerichtsferien ausgesprochen und ihren Antrag auf deren Abschaffung damit begründet, daß diese ursprünglich lediglich aus Rück- sicht aus die landwirtschaftliche Bevölkerung geschaffene Einrichtung, nachdem die betreffenden Verhältnisse eine Wandlung von Grund auf erfahren l)ätlen, nicht mehr zeitgemäß und mit erheblichen Schäden für den Geschäftsverkehr verbunden sei, auch das Ansehen der Rechtsprechung beeinträchtige. Für den Fall, daß es zunächst nur zu einer Vermehrung der Feriensachen kommen sollte, hat die Handelskammer die Erklärung aller Forderungsklagen zu Feriensachen befürwortet und die von der Handelskammer Breslau empfohlene Beschränkung dieser Maßregel aus Forderungsklagen aus Warenlieferungen von Kaufmann zu Kaufmann mit der Begründung abgelehnt, daß auch der Schein einer Bevorzugung des Kaufmannsstandes in dieser Sache vermieden werden müsse. — Auf Grund des Ergebnisses einer Nachfrage bei den Beteiligten ist die Handelskammer an maßgebender Stelle dahin vorstellig geworden, daß das Zuendebedienen der schon im Verkaufslokal anwesenden Kundschaft nach Eintritt des Ladenschlusses auch an Sonntagen gestattet werden möge. Sie empfiehlt zu dem Zwecke einen Zusatz zu § 41a Abs. 1 der R.-G.-Q. Mainz, 29. Aug. An Vergif tun gsersch ei- nungen ist das Kind eines hiesigen Beamten erkrankt, das nach dem Genuß von Gurkensalat Wasser getrunken hatte. Tas Kind kam nach einiger Zeit bleich von der Straße in die elterliche Wohnung und klagte über Kopfschmerz und Uebelkeit. Bald darnach verfiel es in heftige Zuckungen und ein gelblicher Schaum trat ihm vor beit Mund. Der rasch herbeigerufene Arzt konnte die Erscheinungen rasch beheben. Worms, 29. Aug. In verflossener Nacht wurden kann. ßGambach, 1. Sept. Auf dem Ma növergelände zwischen hier und Münzenberg begann heute in Anwesenheit des Brigadekommandeurs Grafen v. Kanitz das große Exerzieren der aus den Regimentern Nr. 115, 116 und 168 bestehenden 49. 'Infanterie-Brigade, wozu sich zahlreiche Neugierige aus der Umgegend eingefunden hatten. Mitte dieser Woche wird auch der Tivisionstommandeur Freiherr von Gäll zur Besichtigung der Hebungen eintreffen. e. Bad-Nauheim, 31. Aug. Die Schlußabrechnung über den 19. Hessischen Feuerwehr tag, gehalten vom 19.—21. Juli d. I., hat ein sehr günstiges Resultat erzielt. In der gestrigen letzten Hauptausschußsitzung wurde mitgeteilt, daß der Baarüberschuß beim Feste 1986,52 Mk. betrage, außerdem sind für 220,50 Mk. Fahnen re. vorhanden, sodaß mithin der Gesamtüberschuß 2206,92 Mk. beträgt. Im Voranschläge waren 4000 Mk. für Ausgaben und Einnahmen vorgesehen, es ergaben sich aber nur 3270 Mk. Ausgaben, dagegen aber 5256,52 Mk. Einnahmen. Bei den Ausgaben halte man für elektrische Beleuchtung des Festplatzes 600 Mk. vorgesehen, man begnügte sich aber mit Oellampen, die nur einen Kostenaufwand von 88 Mk. erforderten. Für Musik gab man dagegen statt 570 900 Mk. aus. An Eintrittsgeld ging die hohe Summe von 2767 Mk. ein. An dem Feste nahmen 92 Wehren mit 2700 Mitgliedern teil. Gestern wurde von der Finanzkommission der löbliche Antrag gestellt, von dem Baarüberschuß 1000 Mark für einen Unterstützungsfond der Feuerwehr festzu- legen. Von den Herren der freiwilligen Feuerwehr wurde das aber abgelehnt mit der Ansicht, bei Unglücksfällen habe die Stadt und der Staat zu unterstützen. Es wurde überhaupt dem Festausschuß das Recht abgesprochen, über den erzielten Gewinn zu verfügen, das sei Sache der Feuerwehr. Bad Nauheim, 31. Aug. Unterhaltungen. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr norm, am Kurbrunnen. Mittwoch, 3. Sept., nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kapelle des 2. Großh. Hess. Feld- Artillerie-Negiments Nr. 61 aus Darmstadt. Abends von 8—10 Uhr int Saale Tanz. Donnerstag, 4. Sept., nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Ballet-Gastsviel der Solotünzerin Fr. Mila Reisinger und des Frl. Cigaria vom Opernhaus in Frankfurt a. M.. „Sommerregen". Hierauf: „Ballet". Zum Schluß: „In Zivil". Freitag, 5. Sept., nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Operetten-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Ter Bibliothekar". Samstag, 6. Sept-, nachm. und abends auf^ der Terrasse Konzert der KurkapeUe. Abends 8 Uhr im Saale Konzert des Kölner Solo-Ouartetts. Sonntag, 7. Sept., Konzert der Kapelle des Hess. Infanterie-(Leib-Garde-)Regiments s)lr. 115 aus Darmstadt. (—) Groß-Felda, 1. Sept- Nicht geringes Aufsehen erregt hier der Tod des Kaufmanns W., der vorgestern morgen seinem Leben durch Erhängen ein Ende bereitete. Ter im vollen Mannesalter Tahingeschiedene erfreute sich allgemeiner Sympathie. Sick)er ist die traurige Thal auf momentane Geistesstörung zurückzuführen. K. Geilshausen, 30. Ang. Hier findet nächsten Sonntag eine Ve r trauen sm änncr-B er sammln ng des hessischen Bauernbundes statt. Tie diesjährige LanotagSwuhl im Wahlkreis Grünberg Lond darf a. d. Lumda wird auf der Tagesordnung stehen. Wie man von wohlunterrichteter s^cite hört, soll Redakteur Hirschel-Offenbach aufgestellt werden. l S ch o t t e n , 31. Äug. Auch hier erstrebt man, ähnlich wie in Nidda, die Einrichtung einer Gewerbeschule. Es ist dies im Hinblick auf die Entwickelung unseres Handwerkerstandes sehr zu begrüßen. Vorerst handelt es sich um Erbauung des erforderlichen Schulhauses. Leitungen verbreitet worden, daß die Einkaufspreise abnorm hoch stehen. Im übrigen ist eS jedem aufrichtig denkenden Geschäftsmann klar, daß maßlos hohe Preise einen Rückgang des Konsums und damit auch des Verdienstes bewirken, während die Geschäftsunkosten stets dieselben sind. , , , . . ,r Was die Hebung von „Gerechtigkeit" anbelangt, so wird wohl kein Stand diese der Landwirtschaft mehr gönnen als das Metzgergewerbe, stehen doch keine anderen Berufsklassen sich näher als bte beiden. Produzent und direkter Abnehmer sind stets auf einander angewiesen. Gern wird der Metzger dem Landwirt eine rentable Viehzucht wünschen und gönnen, diese bewegt sich aber am besten in normalen Mittelpreisen, niemals gut sind aber solche, wie sie gegenwärtig schon feit einem Jahre sind. Vor wie nach muß der Grundsatz bestehen bleiben, daß die deulscheViehzucht nicht gleichen Schritt hält mit her Volksvermehrung. Werfen wir nur einen Blick auf die deutsche Schweinezucht. Im vorigen Jahre hatten wir eine vorzügliche Kartoffelernte. Trotzdem losten heute Ferkel, Läufer und Einlegeschweine das Pfund Lebendgewicht bis zu einer Mark. Der Grund dieser Theuerung liegt darin, daß die nötigen Zuchts auen nicht gehalten werden. Folglich muß die Gewißheit Platz greifen: Deutsch- land ift bis dato nicht in der Lage, den Bedarf an Fettoieh bei normalen Mittelpreisen ohne Beschränkung d esK o n s u ms zu decken, mi t hin au f d as viehreichere Ausland angewi^es en. Wenn die Einfuhr auf die allernächsten Grenzorte mit öffentlichen Schlachthäusern, Geleisanschluß unter strengsten sanitären Vorsichtsmaßregeln und sofortiger Abschlachtung genehmigt wird, so ist dem größten Hebel- stand abgeholfen, und die Regierung hat es stets in Händen, |o bald ein unnatürliches Sinken der ^chlachtoiehpreise anzunehmen ist, diese Vergünstigung sofort aufzuhcben. Thatsache ist es, daß Viehseuchen größtenteils durch Zuchttiere verschleppt werden. Wenn hier die Regierung die größte Vorsicht braucht, um den heimischen Viehstand zu schützen, wird ihr jeder Rechtdenkende nur Tank zollen. Ein Leser auf dem Lande sendet uns ferner „zur Antwort auf den Kriegsruf" in unserer Sarnstag-Nurnrner einen Aufsatz der Zentralstelle der preußischen Landwirtschaftskammern (Viehverwertungsstelle) dem wir folgendes entnehmen: , r Wohl sind die Preise für Schweine seit Jahresfrist hoch, und neuerdings, aber erst seit wenigen Wochen, sind auch die Preise für Rindvieh und Schafe gestiegen. Wir haben es hier aber nicht mit einer Sondererscheinung in Deutschland zu thun, sondern in allen europäischen Staaten, vor allem aber in Amerika sind ähnliche oder noch größere Preissteigerungen für Vieh und Fleisch zu verzeichnen. Wenn thatsächlich Mangel an Schlachtvieh herrschte, dann müßten die Märkte ftels rasch geräumt werden, weil jeder Schlächter suchen müßte, den größtmöglichen Anteil an dem noch vorhandenen Vieh sich zu sichern. In Wirklichkeit verlaufen die meisten Viärkte langsam, höchstens mittelmäßig, und es bleibt häufig noch ein Heberstand. Vom Berliner Markt am 16. August meldet die „Allgem. Fleischerztg.": „Da für Ausfuhrzwecke wenig Bedarf war, wird der heutige Martt (in Rindern) nicht ganz geräumt werben"; unb vom Schweinemarkt: „,Die Käufer zeigten aber wenig Kauflust und wichen daher auch hier die Preise durchweg um 1 Mark." Am 18. August aber verliefen die Märkte in Dresden, Leipzig, Ehemnitz, Zwickau, Plauen, Frankfurt a. M. und Mannheim „mittelmäßig", zum Teil langsam, und auch die Märtte in Hannover, Hamburg, Dortmund, Köln und Elberfeld melden über den Rindvieh- hanbei: ruhig ober flau unb langsam, und nur bezüglich des Schweinemarktes: gut, lebhaft ober flott. Dabei verbleibt Heberstand in Rindvieh in Köln, Dresden, Leipzig, . Hamburg, Frankfurt a. M-, Mannheim; und in Schweinen: ' in Dresden, Leipzig und Ehemnitz. Ter Bedarf an Schlachtvieh wird also noch immer trotz aller gegenteiligen Behauptungen gedeckt, allerdings müssen dieSchlüch- ter höhere Preise anlegen, als sie es aus den letzten Jahren gewöhnt sind. Es ist niemals den Fleischern das Recht bestritten worden, daß sie die Marktpreise des Fleisches in Einklang halten mit den Einkaufspreisen des lebenden Viehes, daß sie also bei gestiegenen Viehpreisen auch die Fleischpreise so weit in die Höhe setzen, daß sie nicht nur ohne Verlust verkaufen können, sondern auch einen Nutzen haben. Wenn die bisherigen Verkaufspreise daher bei den gestiegenen Viehpreisen den Schlächtern Verlust bringen, so wird es ihnen niemand verdenken, wenn sie dieselben erhöhen. Auf das allerentschiedenste aber muß von Seiten der Landwirtschaft dagegen Protest erhoben werden, wenn die höheren Viehpreise als eine künstliche und wucherische Preissteigerung der Agrarier dargestellt werden, welche unter dem Deckmantel, ihren Viehbestand vor Verseuchung schützen zu müssen, aus Beibehaltung der Grenzsperren hinwirkten, ohne daß hierfür ein genügender Grund vorhanden sei. Es muß demgegenüber immer wieder darauf hinge» wiesen werden, daß die Einfuhr von Rindvieh nach wie vor gestattet ist und in reichlichstem Maße ausgenützt wird, und daß bezüglich der Schweineeinfuhr zwar ein solches Verbot besteht, eine Aushebung dieses Verbots aber keine Veränderung in den Schweinepreisen herbeiführen würde, da die für die Einfuhr lebender Schweine allein in Betracht kommenden Länder gleichfalls hohe Schweinepreise haben, was außer durch die Schweinepreise in diesen Ländern auch dadurch nachgewiesen wird, daß die gestattete Einfuhr von geschlachteten Schweinen aus denselben zwar gewaltig gestiegen ist — die Einfuhr an frischem Schweinefleisch ist im ersten Halbjahr 1902 von 39816 Doppelzentner au 99 814 Doppelzentner, also um 150 Prozent gestiegen — der Preis desselben aber so hoch war, daß trotz dieser noch nicht dagewesenen Hohe der Einfuhr von frischem Schweinefleisch dieselbe keinerlei preisdrückende Wirkung auf unsere Schweinepreise ausüben konnte. Wünschen Berücksichtigung fände, was nicht minder auch im Interesse der Justiz läge. Tenn, gestehen wir es offen, finanziell schlecht gestellte Gerichtsvollzieher schädigen n E. nicht nur das Ansehen der Justiz, sondern bilden auch eine Gefahr für die gesamte Rechtspflege. Suum cuique. ** Das Verzeichnis der dem Verbände deutscher Touristenvereine angehörenden Verbandsvereine nach dem Stande vom 1. April 1902 ist erschienen. Wir nennen daraus: XaunuSTlub, Odenwaldklub, Freigerichter Bund, Spessart-Touristeuverein Hanau, Wiesbadener Rhein- und Taunusklub, Taunusklub Wetterau, Vogelsberger Höhenklub, Rhöntlub, Rheinischer Touristenklub, Frankfurter Touristenverein „Altkingklub", Niederhessischer Touristenverein, Oberhessischer Touristenverein, Verschonerungsverein für Offenbach und Umgebung, Touristenverein „Frankofurtia", Tou- riftentlub ,Loreley". [] Burkhardsfelden, 31. Aug. Anläßlich der Sedanfeier veranstalteten hiesige Lehrer mit ihren Schülern ein Kinderfest, welches in fröhlichster Stimmung verlief. Tas Fest, das gegen 3 Uhr seinen Anfang nahm, eröffneten die Schüler mit dem Lied „Lobt froh den Herrn". Lehrer Buß hielt darauf eine Rede, die mitjünem Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß. Es folgten Spiele, bei denen sich die Kinder prächtig amüsierten. T. Treis-Horloff, 29. August. Unser seitheriger Beigeordneter Hofmann, der bereits zweimal gewählt wurde und fast 19 Jahre dieses Ehrenamt bekleidet, hat anläßlich der bevorstehenden Neuwahl seine Wiederwahl abgelehnt und gebeten, einer jüngeren Kraft dieses Amt zu übertragen. Er schlägt hierzu einen hiesigen als sehr tüchtig bekannten Mann Namens Hublitz vor. Tie Anhänger des Herrn Hofmann suchen denselben jedoch zur Wiederannahme der Kandidatur zu bewegen. )( Nieder-Ohmen, 1. Sept- Die hiesigen Feuerwehren, voran die freiwillige, hatten zu einem Feuerwehr t a g und Feuerwehr fest gerüstet. Tie freiwilligen Feuerwehren im Verein mit den Pflichtfeuerwehren der benachbarten Städtchen und Dörfer, wie Grünberg, Homberg a. O-, Flensungen, Windhausen u. a. waren erschienen, ebenso nahmen die Spitzen der Kreisbehörde, Kreisrat Tr. Melior, Kreisamtmann Langermann und Kreisfeuerwehrinspektor Loos Teil am Feuerwehrtage. Nach den Beratungen nachmittags schritten die hiesigen Feuerwehren zu den Hebungen, die allgemeine Anerkennung bei den zahlreichen Zuschauern fanden. w. Ettingshause jn, 31. Aug. Hnsere Gemeinde plant bept Bau einer Wasserleitung. Die Vorarbeiten sind soweit beendet, daß die Arbeiten unb Lieferungen noch im Herbst vergeben werden sollen. Tas Wasser ist vom Kreisgesundheitsamt als sehr gut befunden worden und genügt für drei Dörfer. Die Quellen führen durch Basalt-und Kohlenlager und befinden sich in der Gemarkung Queckb orn, wo auch die Quellen der Gießener Wasserleitung liegen. Die Leitung wird jedem Bürger kostenlos bis ins Haus gelegt, da unsere Gemeinde jich das leisten wiederum zwei Einbruchsdiebstähle verübt und zwar einer in einer Fabrik am Plattweg unweit der Mainzerstraße und der andere in einer Kantine beim Eisenbahnbau in der 9!ähe der Kaserne. In dem ersteren Falle haben die Diebe den eisernen Aufsatz des Kassen- chrankes im Kontor heruntergeworfen und mit Pickeln zerschlagen; es scheint jedoch nicht, daß ihnen Geld in die Hände gefallen ist. Außerdem wurden noch sonstige Zachen zerstört. In der erwähnten Eisenbahn-Kantine haben Die Siebe Eßwaren, geistige Getränke und Zigarren gestohlen, deren Wert nicht bedeutend ist. — Durch das Feldschußpersonal wurde in der verflossenen Nacht in einem Stroh- häufen ein angeblich er Lehxer aus Meiningen aufgefunden, welcher behauptet, aus seinem bisherigen Wohnort flüchtig gegangen zu sein, weil er ein Sittlichkeitsverbrechen verübt habe. In seinem Besitze fand ich u. a. ein Strick, den er nach seiner Angabe in der Absicht mitgeführt, um seinem Leben durch Erhängen ein Ende zu machen. Inwieweit die Selbstanschuldigung auf Wahrheit beruht, muß erst festgestellt werden Der Mann wurde einstweilen festgenommen. Frankfurt, 29. August. Der ungeratene Sohn einet angesehenen Familie in Köln a. Rh. war vor einiger Zeit einer hier ansässigen Großmutter zur .Erziehung" refp. Besserung übergeben worden. Diese Gelegenheit benützte der junge Mensch zu einem Einbruchsdieb st ahle bei der alten Dame, wobei ihm eine Barsumrne von 80 000 Mk. in die Hände fiel. Dieses Geld hat er innerhalb von acht Tagen bis auf einen Rest von 600 Mark in schlechter Gesellschaft vergeudet. Hierbei soll er in einzelnen Fällen Tausendmarkscheine als Trink, gelb gegeben haben. Der leichtsinnige junge Mensch wurde in Haft genommen — (Dieser junge Mann war in der That leichtsinnig. Es giebt aber, abgesehen von fürstlichen oder ähnlichen Personen, die auf ihren Reisen wohl hin und wieder recht hohe Trinkgelder geben, doch Gelegenheiten, wo gewöhnliche Sterbliche, die allerdings den Vorzug großen Reichtums genießen, ebenfalls Tausende als „Trinkgeld" verabreichen. Auf einem der Dampfer des Norddeutschen Lloyds, der die vornehme Welt Europas und der Union von New-York nach London ober Bremen bring, passierte z. Zt. der Weltausstellung von Chicago folgender niedliche Vorfall: Beim Diner renommierte ein deutscher Kommerzienrat mit der Summe, die er in wenigen Tagen in der „weißen Stadt am schönen Lake Michigan« verbraucht habe. Ohne gefragt zu werden, bezifferte er dann die Summe auf über 1000 Dollars. Ein junger Amerikaner, der sich wahrscheinlich über diese Prahlerei ärgerte, winkte beim Dessert einen Steward heran und gab ihm ohne Aussehen einige Bankscheine über 1000 Dollars. Der Steward war sprachlos. Erst als der Amerikaner ihm bedeutete, daß dieses Trinkgeld für ihn bestimmt sei, löste sich sein Staunen in warme Tankesworte, denen der Amerikaner allerdings ein schnelles Ende machte. Jener Renommist aber verschwand heimlich an Teck, da ihm der laute Beifall der anderen Passagiere wohl wenig zusagte. 'D. Md.) Frankfurt a. M., 1. Sept. Bei den Motor» wagen-Rennen, die am Sonntagvormittag am Forst» Haus ftattfanben, ereignete sich bei den Vorläusen morgens ein Unglücksfall, der noch glimpflich ab ging. Ter 20 Jahre alte Monteur Alfred Beitot, der bei den Rüsselsheimer Opelwerken beschäftigt ist, fuhr mit einem Opel-Tarracqu» Wagen im Werte von 25 000 Mk. bei einer Kurve wider einen Baum an, sodaß fisch der Wagen überschlulg und in Trümmer ging. Ter junge Mann erlitt starke Verletzungen am Kopf unb wurde in bewußtlosem Zustand in das städtische Krankenhaus geschasst. — Am Samstag wurde in Bocken heim der 4 Jahre alte V. Friedel von einem Lastwagen überfahren, am Sonntag starb der kleine Junge im Krankenhaus. Homburg, 31. Aug. Die Sammlungen für das Kaiserin Friedrich-Denkmal haben einen bedeutend höheren Betrag als erforderlich, nämlich nahezu 33 000 Mark, ergeben. Davon wurden nahezu 25 000 Mk., also über drei Viertel, von deutschen Zeichnern aufgebracht (Homburger Einwohner und Villenbesitzer 16—17 000, andre Deutsche etwas über 8000 Mk.) Auf ausländische Zeichner entfallen rund 8000 Mark, also knapp ein Viertel, davon auf englische allein rund 5500 Mk. oder etwa ein Sechstel. Es brachten also auf: Homburg die Hälfte, das übrige Deutschland ein Viertel, England ein Sechstel, das übrige Ausland den Rest. Veranlassung zu dieser Ausrechnung giebt die Behauptung des Homburger Berichterstatters (ob.e» Spott. — Aus dem Schwarzwild. Ter zur Zeit in St. Blasien, zur Kur wellende Fabrikant Georg Egly-Manskopf au& Frankfurt machte in Begleitung zweier Damen mit seinem Automobil einen Ausflug nach dem Feldberg. Der kühne Fahrer brauchte nur die kurze Zeit von einer Stunde, um vom Fuße des Berges bis zur Spitze desselben zu gelangen. Das erste Automobil, welches voriges Jahr aus unseren Höhen zu sehen war und einem französischen Grasen gehörte, brauchte 8 Stunden, bis es die Spitze erreichte, obwohl es einen 60pferdigen Motor hatte. Besonders schwierig gestaltete sich die Fahrt vom Feldberg-Gchthos nach dem Turme; da eine eigentliche Straße nicht vorhanden, mußte über die schlüpfrigen Matten gefahren werden, was nur dadurch möglich war, daß die Steigung in Serpentinen genommen wurde. Die überraschten Besucher des Berges begrüßten die kühnen Fahrer mit lautem Hallo. Sluch die Rückfahrt ging glatt von statten. Landwirtschaft. Gießen, 1. Sept. Die »Hess. Landw. Z." schreibt unter der Spitzmarke: „Das Studium der Landwirtschaft an der Universität Gieße n‘: Das Landwirtschaftliche Jnstittrt der Universität Gießen ist neuerdings mit allen Hilfsmitteln für den Fachunterricht ausgestattet worden. Reichhaltige Sammlungen in Verbindung mit Laboratorrum und Attkroskopiersaal für praktifths Kurse und selbständige Arbeiten stehen den Studierenden zur Verfügung, ebenso wie eine Handbibliochek, in welcher sich die wichtigsten älteren und neueren Fachschriften oorftnden. Als Hilfsmittel des Unterrichts dient ferner ent Versuchsfeld, welches in wenigen Minuten von der Stadt aus zu erreichen ist, während die nähere und fernere Umgebung von Gießen besonders geeignet ist, bei Exkursionen und Demonstrationen Anregung und Belehrung zu geben. Gießen liegt unmittelbar an der fruchtbaren, aus das intensivste bewirtschafteten Wetterau mjt ausgedehntem Zuckerrüben- und Obstbau und ist ebenso nahe dem bergigen Gelände Oberhessens mit seiner blühenden Viehzucht, welche durch die kräftige Unterstützung der Großh. Hessischen Regierung und durch musterhafte genöfsen- schaftliche Organisation einen außerordenttichen Aufschwung genommen hat. [—] Gießen, 1. Sept. Vorgestern fand hier die Ber> steigerung eines direkt ans 'der Schweiz bezogenen Vieh transportes durch den Oberhess. Zucht,-' verein statt. An der Versteigerung können nur Mitglieder des Vereins teilnehmen. Wie groß übrigens die Kauslusi der Mitglieder war, zeigt der Preis von co. 1730 Mark für ein Stück des Simmenthaler Biehfchlages. Tiere, die wenigs Liebhaber fanden, wurden immerhin bis zu 850. gesteigert. Vermischtes. • Der Duellstandpunkt Heines. Bei Gelegenheit der Mannheimer Katholikenversammlung knüpfte Oberbürgermeister Antoni aus Fulda seine Rede über den Duellunfug an die Worte Heines an: „Die Duelle, obwohl sie von den Staatsgesetzen, von der Religion und selbst auch von der Vernunft mißbilligt werden, sind dennoch Blüten schöner Menschlichkeit." Schon die Worte „unb selbst der Vernunft" beweisen, so meint die »Köln. Volksztg.", daß der Nachsatz ironisch aufzunehmen ist. Heinrich Heine war fern Anhänger des Duells, das beweist wohl folgendes Gedicht; Die Duelle. Zwei Ochsen disputierten sich Aus einem Hofe fürchterlich. Sie waren beide zornigen Blutes Und in der Hitze oes Disputes Hat einer von ihnen zornentbrannt Den anderen einen Esel genannt. Da „Esel" em Tusch tst bei den Ochsen, So mußten die beiden John Bulle sich boxen. Auf selbigem Hofe zu selbiger Zeit Gerieten auch zwei Esel in Streit, Und heftig stritten die beiden Langohren, Bis einer so sehr die Geduld verloren, Daß er ein wildes I—A ausstieß Und den anderen einen Ochsen hieß. Ihr wisset, ein Esel fühlt sich tuchiert, Wenn man ihn „Ochse" tituliert. Ein Zweikampf folgte, die beiden stießen Sick mit den Köpfen, mit den Füßen, Gaben sich manchen Tritt in den Pooex, Wie es gebietet der Ehre Kodex. Und die Moral? Ich glaub', es giebt Fälle, Wo unvermeidlich sind die Duelle; Es muß sich schlgen der StudeM, Den man einen dummen Jungen nennt. Aus dem Geschästsleben. Auszeichnung. Der bekannten Essenzen-Fabrik Otto Reichel, Berlin 80.. Eisenbahnstr. 4, wurde auf der Gastwirts- aewerblichen Ausstellung Hamburg 1902 (veranstaltet von dem Verein Hamburger Gastwirte von 1871) der höchste Preis zuerkannt und erhielt gen. Firma von allen dort vertretenen Berliner Ausstellern außer der g o l d e n e n Medaille den Ehrenpreis in Gestalt einer silbernen Bowle, deren Teckel die Inschrift trägt: „Für beste Branntwein-, Liqueur- und B o w l e n - Ess e nz en." Es ist dies eine um so größere Anerkennung, da die Jury durchweg aus Fachautoritäten und Männern der Wissenschaft bestand. Tiefe im Lause des Jcchres bereits wiederholte Prämiirung ist der beste Beweis für die Vorzüglich- teit der Reichel'jchen Fabrikate. tskrankenkaffe erklärte, daß •er Gcrichtssaal. 1—5 Uhr zu tl Reinigung des f Kaiser am Dienstag enthüllte, ist hauptsächlich durch englisches Geld errichtet worden (Has been erecteo chieslv vy English rnoney)." stchernngSpflichttg gewesen. Trotz- asse die Auszahlung deS Rronfen- Messeraffären den Angeklagten zu f e er nis. — Ein von dem Direktor Hag haltenes Zehnmarkstück wurde e11 knecht Theodor Röder aus Eichelh - schloß eine Zuchthausstrafe wegen Diebstahls verbüßt und der schon siebenmal wegen Betrugs vorbestraft ist, wird beschuldigt auf Hof Schwalheim am 19. Juli 1901 Landwirt Georg sSchudl um 1.50 Mk. betrogen zu haben. Es wurde folgendes festgestellt: Roder verdingte sich im Juli 1901 für ein Jahr als Knecht bei Schudt, Meratur. Ludwig Uhlauds sämtliche Werke. Mtt einer lttterarisch- biographijchen Einleitung von Ludwig Holthof und dem Bildnis des Dichters. Elegant gebunden 4 Mk. Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt. — In der vorliegenden Ausgabe der Uhland'scken Werke wird dem deutschen Volk »um erstenmal in einheitlicher Zusammenfassung unverkürzt alles das geboten, was an dichterischen mid wissenschaftlichen Arbeiten der Feder Uhlands entflossen ist. Unter die Dichtungen sind sicher die weiteren Kreisen kaum noch bekannt gewordenen dramatischen Fragmente und Entwürse zu rechnen. Die prosaischen Arbeiten bringen die gesamten „Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage" mit der klassischen Abhandlung über das deutsche Volkslied, d. h. alles, was in der achtbändigen, von I. Holland, A. v. Keller und F. Pseiffer (1865—73) besorgten, im Buchhandel längst nicht mehr vorhandenen und im Antiquariat nur noch zu Liebhaberpreisen erhältlichen Ausgabe enthalten war. Mit den wissenschaftlichen Arbeiten der Brüder Grimm bilden diese Schriften Uhlands heute noch die Grundlage der gesamten germanistischen Wissenschaft. Sie wenden sich mit ihrer musterhaft klaren und stets anziehenden Darstellung mdeß nicht nur an die Kreise der Gelehrten, sondern an das deutsche Vo'k in seiner weitesten Ausdehnung, das durch die vorliegende Ausgabe Gelegenheit erhält, sich für einen kaum nennenswerten Preis nicht nur die dichterischen Werke Uhlands, sondern auch seine wissenschaftlichen Schriften (die Originalausgabe davon hatte 83 Mk. gekostet I) zu eigen und mit einem ihm bisher so gut wie unbekamtt gebliebenen Schatze seines nationalen Schristttuns vertraut zu machen. zuhatten. Seitens des zur Sack, bäum wurden die Angaben des und nur bestritten, daß die Besch, gewesen seien. Der Vertreter b< _____ nach den Angaben der Betelligten eine Beschäftigung im Gewerbebetriebe stattgefunden habe, und daß, falls diese Thätigkeit nicht als eine unbedeutende aufaufaffen seh an der Versicherungspflicht im vorliegenden Falle nicht mehr zu xroeifeln sei. Die Frage der Krankenversicherungspflicht der Dienstboten, welche nebenher im Gewerbebetrieb chres Dienstherrn beschäfttgt sind, hat seit Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes die Gerichte beschäftigt und zahllose Entscheidungen gezeitigt. Insbesondere hat das preußische Oberoerwaltungsgericht mehrfach die Frage zu lösen gesucht und damit der Rechtsprechung einen festeren Halt gewährt. Wenn wir es mm auch im vorliegenden Falle nicht mit einem Dienstboten im Sinne der Gesindeordnung, sondern mit einer „freien" Persönlichkeit zu thun haben, so darf man doch der Gleichartigkeit der Beschäfttgung wegen die Auswarte- oder Lauffrauen, die mehr und mehr an die Stelle der Dienstboten im engeren Sinne treten, bezüglich der Krankenversicherungspflicht unter den gleichen Gesichtspunkten behandeln wie die Dienstboten. Nun hat aber das Oberverwaltungsgericht ausgeführt, daß jede in einem versicherungspflichtigen Betriebe — und das ist auch der Metzgereibetrieb des Julius Rosenbaum — gegen Entgelt geleistete Thätigkeit, gleichviel worin sie besteht, und insbesondere auch lediglich die Reinigung der dem Betrieb dienenden Räume die Versiche- rungspfllcht begründet, sosern es sich nicht blos um eine gelegentliche und also vorübergehende ober zwar um eine bauernde, aber nach Leistung und Lohn derartig geringfügige Thätigkeit handelt, daß sie um deswillen als eine Beschäftigung im Sinne des § 1 5k. V. G. nicht zu beurteilen ist. (Veral. Reger, Entscheidungen der Gerichte und Verwaltungsbehörden Band 16 S. 258, 17 S. 166, 18 S. 4333 Dies gilt demnach für Dienstboten und Auf- roärterinnen und deshalb auch im vorliegenden Falle, in welchem die Beschäftigung der Ehesrau Hillgärtner als eine dauernde, regelmäßige und bei einem Lohn von 10 Mark pro Monat (Mk. 120 pro Jahr) selbst dann nicht als geringfügig anzusehen ist, wenn man geringere Beschäftignngszeften annehmen wollte, als sie von dem Ehepaar Hillgärtner angegeben worden sind, und ferner zugeben wollte, baß nur ein Teil bes gezahlten Lohnes als Entgelb fair bas Reinigen bes Labens cmzusehen ist. Auch ber Umstanb würbe an biefer Auffassung ber Sache nichts änbern, entgegen ben, baß bisher nicht bestrittenen Behauptungen bes Beschwerdeführers die Thätigkeit seiner Frau im Laben unb damit im Gewerbebetriebe als Nebenthätigkeit, die Reinigung von Küche unb Wohnung aber als Hauptthätigkeit angesehen werben mußte. ' Denn es kommt lebiglich barauf an, ob die Thätigkeit im Gewerbebetriebe eine solche ist, welche äuch für eine anbere, nicht gleichzeitig im häuslichen Dienst stehende Person die Krankenversicherungspflicht begründen würde. (Veral. Reger a, a. O. Bd. 20 S. 37.) Unb es scheint nach Lage ber Verhältnisse zweisellos, baß in bem Rosen- baumschen Geschäfte zum täglichen unb in einem Metzgereigeschäft besonders umfangreichen Reinigen bes Labens eine befonbere Arbeitskraft erforberlich ist unb baß bie Friebrich Hillgärtner Ehefrau auch wesentlich mit Rücksicht auf biese Arbeit eingestellt und bezahlt worden ist, wie das bei zahlreichen Geschäften unserer Stadl ebenso der Fall ist. Es muß deshalb die Beschäftigung der Friedrich Hillgärtner Ehefrau bei dem Metzgermeister Rosenbaum umsomehr als eine versicherungspflichtige angesehen werden, als allgemein bas Bestreben vorherrschend ist, durch extensive Jnterpretalivn des Krankenversicherungsgesetzes die (Segnungen desselben möglichst weiten Kreisen des arbeitenden Volkes zukommen zu lassen. (Vergl. auch „Arbeiterversorgung" Jahrgang 17 S. 526 u. 583.) Die in Gießen bestehende Krankenkasse der Metzgerinnung konnte nicht in Beträcht kommen, weil es sich um eine freie Innung handelt unb Rosenbaum nicht Mitglied derselben ist, dieser Krankenkasse aber nur die bei einem Mitglied der Innung beschäftigten Personen an- gehören. E. Gießen, 1. Sept. Ferienstrafkamm er. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, Vertreter der Staatsanwaltschaft war Staatsanwalt Reup. — Zuerst wurde über die Berufung des Handelsmannes Nathan Sommer von Crainfeld gegen das Urteil Großh. Schöffengerichts Herbstein verhandelt. Durch dieses war Sommer wegen Uebertretung der Gewerbeordnung zu einer Geldstrafe von 80 Mk. verurteilt worden. Das Gericht verwarf auch die Einrede des Angeklagten, bie Straf- a. Marburg, 31. Aug. Der hiesige Gewerbe- verein beabsichtigt im Jahre 1904 hier erne Gewerbeausstellung zu veranstalten. Um die Stinrnmng der in Betracht kommenden Kreise kennen zu lernen, hatte der Vorstand auf gestern abend eine Sitzung anberaumt, z-u der auch eine Reihe von Gewerbetreibenden und Industriellen sowie Vertreter der städtischen Behörden eingeladen worden waren. Nach eingehender Besprechung erklärten sich die Anwesenden einstimmig für dre Ausstellung, die für den ganzen Kreis Marburg gelten solle, und stimmten dem Anträge zu, den Vorstand des Gew erbe Vereins, der sich) durch Kooptation verstärken solle, zu ermächtigen, die nötigen Schritte einzuleiten. Kassels 1. Sept. Die 55. Hauptversammlung des Evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung wird vom 22. bis 25. Sept, hier stattfinden. Es, werden über 1000 Teilnehmer aus allen Gauen und Staaten Deutschf- lands, Oesterreichs rc. eintreffen. — Es bestehen jetzt iw ganzen 45 Haupt- und 1875 Zweigvereine, sowie 563 besondere Frauen-Vereine. — Im ganzen hat die Gustav- Adolf-Stiftung seit Bestehen 42 00 000 Mk. aufgebracht und verwendet für die Zwecke des Vereins. Kassel, 30. Aug. Der Nestor der Kasseler Kunstmaler Louis Katzenstein, feierte am 27. d. M. in einer beneidenswerten körperlichen Rüstigkeit und anregenden geistigen Frische und Elastizität seinen achtzigsten Geburtstag. Man verdankt ihm interesiante Kompositionen aus ber deutschen, bezw. hessischen Geschichte, so u. a. die bekannteren: „Die Gebrüder Grimm bei ber Zwehrener Marchenfrau", „Denys Pastin erklärt dem Landgrafen von Hessen seine erste Dampfmaschine", Landgraf Philipp in-Luthers Wohnung zu Worms 1521", „Landgraf Moritz unb die persische Gesandtschaft", „Heinz Lüder rettet die Insassen des Klosters Haina", „Landgräftn von Hessen läßt im Lager bei Leer chrem achtjährigen Sohne huldigen", „Landgraf Carl von Hessen und der Bauer Hans Hose" rc. — Der Männergesangverein „Kasseler Liedettasel" wählte Herrn Hallwachs aus Darmstadt zu seinem Dirigenten. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der ,/Forbach.er Ztg." wird >cruA Worms geschrieben: „Ter älteste Turner, der im Feftzuge der Turner in Worms marschierte, war ein 84jähriger Greis aus Neu-Isenburg. Er hatte genau den Typhus des Altvaters Jahn." Unsinn! Wer den Typhus hat, marschiert nicht im Festzuge, sondern liegt zu Bett. Es ist auch nichts darüber bekannt, daß der Turnvater Jahn diese Krankhett gehabt hat. — Die „Grünberger Volksztg." meldet: „Wegen Mindergewichts wurden Montag zwei Butterfrauen am Markt hier angehalten und zur Anzeige gebracht." Wie viel muß eine Butterfrau wiegen, wenn sie auf dem Grün- beraer Markt zugelassen werden, will?■—Frankfurt«. M. wird Ostern 1903 Fortbildungsschulen mit Pflichtbesuch eröffnen. Tort wird jetzt schon zielbewußt an oen Vorbe- Leitungen gearbeitet, sodaß zu hoffen ist, paß der guten, Sache dort eine wesentliche Förderung zu teil wird. — Tas durch seine Erfolge gegen Gicht und seinen Bonifaciusf-- brunnen zu Ansehen gelangte Bad Salzschlirf empfing am 26. d. M. fernen ersten 3000. Kurgast. Zur Feier dieses Ereignisses sand am 30. August eine Galavorstellung bei festlich erleuchtetem Kurpark und verbünden mit Feuerwerk statt. — Tie „Frankfurter Ztg." teilt mit: ,>Prinz uni) Prinzessin Friedrich Karl von Hessen schenkten dem Kommerzienrat Kannengießer, der sich um die Errichtung des Kaiser Friedrich-Denkmals sehr vepdient gemacht hat, das Bild Kaiser Friedrichs, eine Radierung von Michel Angelo im Rahmen." Das stimmt nicht, beim Michel Angelo ist schon seit mehr als drechundert Jahren tot. Kunst und Wissenschaft. — Aus Gera wird geschrieben: Das Neue fürstliche Theater, das mtt einem Aufwande von mehr als einer Million Mark im fürstlichen Küchengarten erbaut worden ist, soll am 18. Oktober eröffnet werben. Für bie Eröffnungsvorstellung hat Ernst v. Wildenbruch einen Prolog gebichtet. Verfolgung sei verjährt, unb ließ es bei bem ersten Urteil, inbem es oie Berufung zurückwies. — Es würbe barauf über bie Berufung bes Maurergesellen Abolf Bickert von Schlitz gegen bas Urteil Großh. Schöffengerichts Schlitz vom 10. Juli 1902 ver- h anbett. Es würbe in ber heutigen Hauptverhanbluna im wesentlichen folgender Thatbestano festgestellt: Die Angeklagten hatten sich am 3. Pstngstfeiertage dss. Js, zunächst zu der Wirtschaft des Manß und dann Köhlers begeben. Paul war aber am Vormittag bereits ven Wirt Köhler wegen unangemessenen Verhaltens aus seiner Wirtschaft gewaltsam entfernt worden. Während noch Bickett im Hofe der Köhler'schen Wirtschaft verweilte, hatte Paul die Wohnung Kohlers betreten. Da er trotz der Aufforderung des letzteren das Wirtshaus nicht verließ, so rooUte ihn Köhler hinauswerfen. Jndeffen widersetzte er sich dem Wirte energisch, sodaß es zwischen beiden zu einer Schlägerei kam. In diesem Augenblicke erschien Bickert und warf sich auf Köhler. Dabei kamen alle drei heraus. Zeuge Manß, der zugesehen hatte, kam nunmehr Köhler zu Hüfe. Er hiett Bickert den Arm fest; dabei rief ihm Bickert zu, er habe nicht geschlagen. Jndeffen wurde festgestellt, daß er auf Köhler, während dieser von dem unter ihm liegenden Paul fest- aehalten wurde, mtt einem harten Gegenstände, vermutlich einem Stocke, von hinten auf den Kopf schlug. Infolge dieser Feststellungen war bas Gericht überzeugt, batz sich bet Angeklagte ber gemeinschaftlichen Körperverletzung schulbig gemacht habe. Es würbe jedoch auf eine höhere Strafe nicht erkannt, indem einerseits berücksichtigt wurde, daß Bickert oftmals, auch wegen Körperverletzung, vorbestraft sei, daß andererseits der Angeklagte bei der Schlägerei in geringerem Maße wie Paul beteiligt und daß die Verletzung Köhler's unbedeutend fei. — Jakob Kramer aus Vilbel wird beschuldigt, im Juni d. I. zu Vilbel den Joh. Hr. Wenderoth vorsätzlich mittels eines Messers körperlich mißhandelt zu haben. Am Abend des 22. Juni L Js. begegnete Wenderoth dem Angeklagten, der mit dem jungen Bierbauer in der Bachgasse stand. Er begrüßte nur Bierbauer. Alsbald wurde er von dem Angeklagten überhott. Dieser spuckte vor ihm aus und sagte mit Bezug auf Wenderoth „Lump". Es wurde feft- gestellt, daß auch Wenderoth ausspuckte und er auch beleidigende Äußerungen gethan habe. Einige Stunden sväter stellte der Angeklagte den Verletzten wegen des erwähnten Ausdrucks zur Rede. Da schlug der Angeklagte sogleich mit bem geöffneten Messer auf Wenderock los, sodaß es zu einer wüsten Balgerei kam. Leute kamen aus die Hilferufe hinzu und riff en Wenderoth von dem unter ihm liegenden Kramer hinweg. Es zeigte sich, daß die Jacke und Hose Wenderoths allenthalben durchstochen war und es konnten 8 Stichlöcher festgestellt werden. Von den Stichwunden des 23er- letzten waren im linken Oberarm eine 4, die andere 9 Zenttmeter tief. Wenderoth war 14 Tage arbeitsunfähig. In der Hauptoer- handlung bestreitet der Angeklagte sein Messer zum Stechen gebraucht zu haben; vielmehr sei Wenderoth auf chn gestürzt, hätte ihn mißhandett und könnte sich dabei an seinem Messer, das er gerade benutzte, um einen Zigarrenstummel aus ferner Zigarrenspitze zu entfernen, verletzt haben. Indessen war das Gericht bei ber Anzahl und Beschaffenheit der Wunden Wenderoths von der Schuld Kramers - wie sie ihm zur Last gelegt wurde - überzeugt und verurteilte ihn in Anbetracht der Menge derVerletzungen Wenderoths und mit Rücksicht auf die m Vilbel überhandnehmenden Messeraffaren den Angeklagten zu s e ch s M o n a t e n G e f ä n g - ' jer in Bad-Nauheim ange- _____, . .ng ezog en. — Der Dienst- Eichelhain, der zur Zeit in Marien- Serid)ter1tatteriH T\ der Londoner ,MrkH MpL": T fcefääfHgt ttnb daher"krankenverflcherungSpflichtig "r 1 Statue oer verstorbenen Kaiserin Friedrich, welche der Idem verweigere die Ortskrankenkaffedie Auszahlung"dÄ Kranl Kaiser am Dienstag enthüllte, ist hauptsächlich durch eng- gelbes. Er bitte, bie Kaffe zur Erfüllung ihrer Verpflichtung an- lisch es Geld errichtet worden (Has been erected chieslv bv -uhatten. Seitens des zur Sache vernommenen Dienstherrn Rosen- "ciedrich Hillgärtner beftätigt, mngszeiten derart ausgedehnt Gießen, 1. Sept. Eine Beschwerde gegen die Ortskrankenkasse Gießen wurde kürzlich von der Bürgermeisterei Gießen für begründet erachtet und die Ortskrankenkasse Gießen angewiesen, im vorliegenden Fall für die Dauer der Krankheft die statutarischen Leistungen zu gewähren. Der Hergang ist folgender: Am 10. Juli l. Js. erhob der Taglöhner Friedrich Hillgärtner namens seiner laut kassenärztlicher Bescheinigung krank gewordenen Ehefrau Beschwerde gegen die Ortskrankenkasse Gießen. Seme Frau habe seither als Lauffrau bei dem Metzgermeister Juttus Rosenbaum dahier in Arbeit gestanden gegen einen monatlichen Lohn von 10 Btt. Der Beschwerdeführer gab m Übereinstimmung mit seiner später vernommenen Frau an, daß diese jeoen 4.ag von - - **' chun gehabt habe, unb zwar in erster Lime mit Metzgerladens und der darin besindlichen Metzgerbollen" u. "s. w. Daneben habe sie auch die Wohnung ausgewaschen. Freitags habe sie sogar fast den ganzen Tag zu chun gehabt, ebenso alle vier Wochen Montags, wenn Markttag gewesen sei und viele Viehhändler bei Rosenbaum ihr Essen eingenominen hatten. Jn solchen Tagen habe sie meist mit Spülen des Eßgeschirres zu thun gehabt. Für diese Arbeit habe sie nebenher 10 Pfg. pro ötunbe erhalten. Die Frau fei demnach im Gewerbebetrieb des Rosenbaum entfernte sich aber nach »/«tägiger Arbeit auf Rimmerwieversehen, nachdem er von seinem Dienstherrn 1.50 Mk. erhalten hatte, um seine Sachen aus Friedberg zu holen. Der Angeklagte will von vornherein nicht die Absicht gehabt haben^ Schudt um Mk. 1.50 zu betrügen, erst später hätte er sich entschlossen, nicht mehr zu dem. Hose Schwalheim zurückzukehren. Tas Gericht fchentte dem 2ln- geklagien, einen geiverbsmäßiaen Mietgeldschwindler, keinen Glauben, zumal feststeht, daß er sich nach der That einen Monat ziellos Herumgetrieben hatte. Es verurteilte ihn wegen Betrugs im Rückfälle unter Einbeziehung der gegen ihn wegen Diebstahls erkannten Strafe von 1 Jahre 3 Monaten Zuchthaus zu 11 a h r e 5 Monate Zuchthaus. Der Darmstädter Matrose unb bas chinesische Götzenbild. Der Alatrofe Becker von der 4. Kompagnie 1. Matrosendiviston, ein geborener Darmstädter, hatte sich in der Marine anderthalb Jahre brav geführt; ein chinesischer Pagode wurde sein Verhänge nis. Seit dem Beginn der Chinawirren diente er an Boro des kleinen Kreuzers „Geier". Am Palmsonntag d. I. stürzte er im Hafen von Schanghai vom Großmast aus einer Höh« von 28 Mieter aufDeck herab und blieb b e w u ßt l o s liegen. Nach 12 Wochen entließ man ihn als gehellt aus dem Lazareth« Mit dem Lloyddampser „Main" lehrte er kürzlich in die Heimach zurück. Auf der Heimreise war er Bursche eines DeckoffizierS, bei sich im himmlischen Reiche ein Götzenbild erworben hatte und bat mit seine Freunde in der Heimcfth überraschen wollte. Der fßa* gode hatte es dem Darmstädter angethan, der feit dem Sturz nicht ganz zurechnungsfähig erschien. Er entwendete dem Deckofft- zier den Pagoden und em chinesisches Theeservice und bestahl außerdem einen Kameraden. Das Kriegsgericht oerurteilte nun den Liebhaber chinesicher Pagoden zu zwei Monaten Gefängnis, sah aber von der Versetzung in die zwefte Klaffe beQ Soldatenstandes ab, da sich der Hang zum Bösen erst nach bem Sturz an Bord des „Geyer" herausgebildet habe und fomft Befferung zu enoarten sei. Versand nach allen Gegenden. Versand nach allen Gegenden. Jahresumsatz 1901|02 über 200 000 Hektoliter hochfeine helle und dunkele Lager- und Exportbiere. Prämiiert im In- und Ausland- 6106 AWklKWEWftMchM Um schnell zu räumen, verkaufe ich zu äußerst billigen Preisen: Gesangbücher, kathol. Gebetbücher, Massiker, Romane, Jugendschrifteu, Bilderbücher, Prachtwerte, Reclams Bibliothek, einige Tausend Bände Antiquariat, ßerner LMllMichtNNg t Stehpult usw. usw. Karl Krebs» BllGanöl.. 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Llle Nummrrn, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen» (Ohne Gewähr.) 90 156 [400] 68 99 [400] 250 93 98 314 83 460 503 10 84 622 755 80 807 15 [400] 29 969 93 1012 44 102 32 261 [10001 369 533 96 658 712 14 [400] 71 [1000] 856 79 928 2036 100 57 66 283 84 86 336 500 [1000] 18 75 706 20 861 909 [3000] 45 400] 72 3174 223 72 314 28 47 444 591 610 75 90 827 [400] 60 930 42 [400] 4000 9 18 [K)00j 31 [1000] 32 79 93 [400] 236 39 60 327 [10 000] 66 415 665 86 605 67 84 807 76 928 49 5041 76 89 193 [400] 267 [400] 317 49 453 76 509 22 49 75 640 42 719 48 [400] 68 803 10 14 [2000] 74 79 83 932 6010 87 187 94 255 70 366 [400] 84 443 52 98 587 96 [400] 614 730 39 52 56 [1000] 954 69 508 [400] 670 [400] 730 33 67 72 852 [1000] 314 70 448 542 62 [4001 683 95 726 [400] 70 379 457 509 40 57 620 76 706 16 67 73 830 54 45076 150 209 23 [400] 55 304 f2 483 545 71 630 A4 872 901 5 70 72 46077 88 [400] 97 134 43 44 230 334 [2000 , 58 437 56 506 18 1,000] 42 93 672 85 734 816 920 41 47037 71 136 96 235 305 86 472 78 [1000 81 556 88 ' 40 0 ] 684 960 4 8014 67 [400] 196 264 449 91 523 91 631 74 78 85 840 61 64 916 26 [lOllO] 92 4 9051 64 173 218 [400] 56 84 95 343 413 37 617 44 (10001 97 720 37 829 70 902 15 73 80 88 50013 142 [400] 200 [400] 6 51 89 305 37 425 73 544 603 23 762 823 70 5 1022 61 178 265 385 569 606 17 34 700 808 81 98 997 11096 129 43 60 79 84 [400] 271 384 452 56 508 52 [1000] 98 609 755 72 868 959 [400] 12164 96 287 1400] 306 71 412 533 639 14 75 92 742 93 844 55 72 90 902 [1000] 29 [400] 31 45 78 [400] 86 95 1 8062 236 94 354 65 422 70 87 95 540 43 50 720 29 935 69 91 14030 119 27 66 958 93 1 7040 63 116 38 49 68 235 52 54 68 304 22 94 415 29 51 55 86 511 24 56 [3000] 77 616 48 735 819 919 48 92 18121 22 45 83 212 79 [400] 344 461 82 530 [400] 67 88 654 876 938 19215 45 88 571 73 628 30 76 703 79 99 20076 82 [400] 116 47 265 71 [400] 342 57 85 449 50 527 80 626 753 986 89 21019 23 46 82 195 223 347 66 87 411 649 647 90 751 807 12 15 42 77 962 83 [400] 98 [400] 22063 191 98 333 43 496 524 81 622 85 727 804 13 41 [400] 88 90 940 56 73 [20 000] 23175 441 502 89 858 [1000] 987 24011 53 54 110 85 [400] 212 85 308 56 580 606 11 38 25023 52 83 121 85 262 333 505 612 65 72 703 36 [400] 818 21 [400 66 906 28 [1000] 26031 58 143 [400] 60 [2000] 61 87 218 372 92 405 522 630 58 [400] 97 721 835 [400] 63 917 28 68 [400] 27015 94 [400] 145 [400] 50 89 96 [1000] 276 349 80 449 567 620 75 97 99 714 25 826 903 10 58 28004 7 21 139 71 94 234 [400] 78 338 65 90 518 [400] 696 720 26 [400] 38 [1000] 855 946 84 92 29027 40 90 95 125 82 84 226 55 349 413 21 38 62 95 500 22 99 608 33 68 78 713 14 . 817 934 51 80011 34 100 65 324 81 99 530 73 [1000] 80 639 40 45 762 97 800 2 8 41 85 901 35 42 [10001 64 31038 71 100 237 58 [1000] 88 381 444 580 612 61 722 80 84 88 849 [1000] 84 940 8 2001 5 8 45 158 216 86 310 439 41 [400] 49 63 518 67 629 [400 ] 83 [400] 821 22 3 3062 71 [400] 145 208 343 69 83 95 422 41 95 517 26 600 919 39 34242 79 [400] 421 76 79 538 630 32 50 86 732 42 62 90 876 84 942 63 35035 111 [3000] 19 226 364 450 594 658 789 955 [400] 88 36067 106 52 225 70 93 554 89 650 58 [400] 96 [400] 829 47 87 937 68 [400] 76 3 7025 50 51 [400] 57 1000] 83 107 10 73 [400] 256 58 69 304 37 78 422 514 614 48 56 [400] 96 717 844 988 3 8016 90 124 61 [2000] 269 72 77 [400] 377 421 2000] 515 626 63 75 786 93 825 28 39067 95 124 27 [400] 258 348 511 89 605 65 72 707 802 93 994 40080 110 35 99 [400] 255 [400] 363 431 42 817 [8000] 81 (10001 41047 80 190 341 42 [400] 86 428 531 43 78 626 705 14 18 26 77 852 81 82 910 [1000] 14 16 42001 10 21 [2000] 148 78 237 307 404 [400] 26 97 688 1 400 ] 828 46 43009 132 62 90 [400] 453 90 557 67 703 74 84 93 818 23 32 959 44029 34 84 88 104 42 81 248 449 67 503 24 38 43 44 54 58 636 722 53 89 832 73 94 918 20