Kreises von 1880 und Hc. Kinley m in dem 2. Gießen Mittwoch den 21. Mai ds. IS., nachmittags 21/, Uhr, Rathause zu Lich; der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amts- Gießen, den 1. Mai 1902. Bett.: Die Ableistung des HuldigungS- und Verfassungseides. Das Groscherzogliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises mit Ausnahme der AmtSgerichtSbezirte Grünberg, Homberg, Hungeu, Laubach und Nidda. Die Ableistung des HuldigungS- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu ausgenommenen OrtSbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthemen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, stattfinden: 1. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden deS Sckanntmachung. Die landw. Haushaltungsschulc zu Lindheim beginnt chren 2. diesjährigen bmonatlichen Lehrkursus Dienstag den 1. Juli. Die Schule hat die Aufgabe, junge Mädchen zur Führung einer wohlgeordneten, einfachen bürgerlichen Haushaltung oorzuberellen. Gegenstände des Unterrichts sind: Hauswirtschaft und Milchwirtschaft, Gemüsebau, Obstverwertung, Gesundheits- und Ernährungslehre, Kranken- pflege, Rechnen, Abfassung von Auftätzen und Briefen, Buchführung, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist für gute Lektüre gesorgt und wird der Gesang gepflegt. t Die Schule besitzt einen Garten beim Hause, eigene Molkerei und Geflügelhaltung. Die unmittelbare Lettung der Anstalt untersteht einer Vorsteherin (Hausmutter) und einer Assistentin (Industrie- lehrerin). Sowohl diese als die Mädchen wohnen im AnstaltS- gebäude. Für Unterricht und Logis sind 20 Mk. pro Kursus und für Kost und Verpflegung 1 Mk. pro Tag zu entrichten. Außerdem sind nur noch etwaige Ausgaben für Arzt und Apotheke zil bestreiten. Ausführliche Programme, aus denen das Nähere über die Anmeldungen, die möglichst frühzeitig erbeten werden, zu ersehen ist, sind von dem Unterzeichneten, sowie von Herrn Oekonomicrat Westernacher zu Lmdheim erhältlich. Büdingen, den 25. April 1902. Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins. I. V.: Hahn. Musikdirektor Professor Buths komponierte F^stvorspiel. Hierauf hielt der Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Ausstellung, Geh. Rat H. Lu eg, die Eröffnungsrede: Er gedachte darin der Tüsse ' Lu eg, bie Eröffn üsseldorfer Ausstellung warf, anknüpfend an die Worte des Präsidenten 9)i Ter Kronprinz erwiderte mit wenigen Worten, »vorauf er sich die Stadtverordneten vorstellen ließ. Sodann fuhr er von einer Wkabron der 5. Ulanen begleitet, durch die Graf Adolfstraße, Käniysallee, Alleestrahe zur Ausstellung. Die Straßen tragen reichen F^stschmuck; überall wurde der Kronprinz von großen Menschenmengen mit stürmischem Jubel begrüßt. An der Kuppelhalle der Ausstellung wurde der Kronprinz empfangen; Fanfaren begrüßten ihn beim Erscheinen, ,wnb das Orchester spielte das vom städtischen 5>ie Eröffnung der Düsseldorfer Induffrie- und Keweröe-Ausffellung. Düsseldorf, 1. Mai. Kronprinz Wilhelm traf, wie wir gestern bereits telegraphisch mitteilten, um 10.4$. Uhr auf dem Hauptbahn- hof ein und wurde hier im Fürsteuzimmer vom Oberbürgermeister Marx mit einer Ansprache begrüßt. Marx wies darauf hin, daß die Huldigung der Stadt heute mehr als bisher dem erlauchten Sohne unserers allergnädigsten Kaisers u.nd Königs, dem Erben der Krone, gelte, der in besonderer Sendung Zu besonderem Werke erscheine. Unter den mächtigen Fittigen des Hohenzollern- a a r s sei die Düsselstadt zur M e t r o p o l e des bergischen und niederrheinischen Gewerbefleißcs geworden, und so habe sie es wagen dürfen, das schassungsfrohe Volk am Rhein und die zähen fleißigen Söhne der roten Erde einzuladen, in Düsseldorf die Früchte ihres besten könnens zu zeigen vor aller Welt. Schließlich sprach der Oberbürgermeister dem Kronprinzen seinen Tank aus, daß er gekommen sei, um für das große Unternehmen Zeugnio abzulegen und zu verkünden, daß es wert sei des B. uches aller Kultur^ Völker < Buffalo am Vorabende seines Todes „Marksteine sind bic Merk- steine des Fortschrittes", einen Rückblick ans die seit jener Zeit in Deutschland gemachten Fortschritte in Industrie und Pandel. Nicht nur der Wunsch und die Notwendigkeit für die Fortschritte der heimischen Industrie einen neuen 'Markstein zu errichten, habe dieses große Unternehmen ins Leben gerufen, sondern eS sei vor allen Dingen auch eine notwendige Folge der Pariser Welt- ausstellung von 1900. In Parts sei die deutsche und insbesondere die rhein i s ch-w est p häl isch e Industrie räumlich totgedrückt worden, Lust und Licht zur Eiitsaltung eien ihr versagt gewesen. Da galt es denn, der Welt zu zeigen, daß nur diese ungünstigen Umstande die deutsche Industrie tn Paris an einer machtvolleren Entfaltung hinderten, es galt tn einem mächtigen Bilde der Welt zu zeigen, datz nicht etwa Furcht uns von Paris entfernt gegolten bat. Jene ernsten und gewichtigen nationalivirtschaftlichen Gründe wareii also eritschei- dend für die Veranstaltung dieser Ausstellung. Diese Grüiide waren es, die unsere großen Industriellen, an ihrer Spitze die Firma Friede. Rrupp, bewogen, den Ausstellungsgedanken durchzusühren. Wie im Jahre 1880 ist die Industrie mit der Kunst Hand in Hand gegangen. Diesmal ging der Wunsch der Küiistler höher. Sie glaubt die Zeit gekommen, daß endlich Düsseldorf ein dauerndes Kimstausstellungsgebäude erhalten sollte, und da diese Notwendig» feit an anderer Stelle in ausgiebigster Weise uachgewiesen wurde, stimmte die Industrie dem Wunsche der Künstlerschast gern zu. So ist dieser Kunstpalasl entstanden, der am 8. März cingeweiht wurde. Den Gewinn, den diese Ausstellung bringen kann und wie wir alle hosten, bringen wird, hat jenes Baumert ausgesogcn.^ Redner gedachte dann der Opserwilligkeit der Stadl unb des Entgegenkommens der Behörden bei der Ausführung des Planes und betonte, daß der wirtschaftliche Niedergang gezeigt habe, wie fest die Grundlage der Ausstellung ift welche einen Fels in der Sturmflut bildete, welcher Vielen eine Stütze bot Indem nur, aus die Kraft unserer Staatsregierung vertrauend, mit Zuversicht eine glückliche Lösung ttn Sinne der vom Fürsten Bisntarck nut so gro- tzem Erfolge durchgeführten Politik des mapvollcn Schutzzolles erhoffen, dürfen wir in unserer Ausstellung ein Mittel erbltden, das, wie kaum ein anderes, geeignet ist, dem Auslande die Gediegenheit unserer Leistungen vorzusühren und den Bestrebungen zur Hebung unserer Ausfuhr zu dienen. Ter Kaiser schenkte unserem Unternehmen in diesen Tagen sein huldvollstes Interesse. Er ließ sich alle Pläne vorlegen und erteilte feinen allergnädtgsten Rat in oielen Dingen. Daß die Kuppel, unter der wir heute stehen, in ihrer architektonischen Anordnung auch nach Außen hin so großartig wirkt, ist das direkte Werk des Kaisers, auf dessen Anordnung Aenderungen getrosten wurden, die dem ganzen Bau erst die rechte Zierde geben. Und bann übernahm in jenen Tagen mit allergnädigster Zustimmung Seiner Majestät des Kaisers Se. K. H. der Kronprint das Amt des Schirmherrn der Gesamtaus- fteQung. Durch diesen Akt haben Se. K. u. K. Hoheit fid) nicht nur uns, sondern die ganze Bevölkerung des großen Ausstellungsgebietes zu unauslöschlichem Tanke verpflichtet. Redner jchitberte dann, daß die Ausstellung in jedem Belang mehr als dreimal so groß sei als die Ausstellung im Jahre 1880, während damals die Zahl der nennenswerten Gebäude sich aus höchstens 20 belief, sind es heute mehr als 100, und das Gelände, das sich von der Rheinbrücke bis zum letzten Ausstellungsbau am Nordende mehr als 2 Kilometer weit erstreckt, hat 60 Hektar Flächeninhalt, während die 1880er nur 17 Hektar umfaßte. Mit uneingeschränkter Freude darf ich heute sagen, fuhr Redner fort, daß wir nicht nur in unseren Provinzen, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Weltteilen eine Freundschaft, ein Wohlwollen und eine Unterstützung gefunden haben, die fast ohne Beispiel ist. Unseren deutschen Behörden sind, die hohen Regierungen und Verwaltungen des Auslandes gefolgt, die in der dankenswertesten Weise ihr Jn° terefic an dem Unternehmen bekundeten. Redner zollte dann in Worten warmer Anerkennung der gesamten Presse des In- und Auslandes seinen Dank für das Wohlwollen und die Einmütigkeit, mit der sie sich des Unternehmens angenommen hat, und gedachte sodann unter den Hunderten, die mit Begeisterung und Hingebung in rastloser Thättgkeit an dem Zustandekommen dieses großen, herrlid)en Werkes mit vereinten Krasten gearbeitet haben, besonders der Verdienste des ehemaligen Leiters des technischen Teiles, Ingenieurs Duecker, und des ehrenamtlichen Verwaltungsdirektors Dr. Wilms. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die erste Düsseldorfer Ausstellung von 1811 und die Zeit des mächtigen Aufblühens unserer nationalen Industrie und Gewerbethätigkeit anker der glorreichen Herrschaft der Hohenzollern schloß die Rede mit einem Hoch auf Seine Majestät den König und Kaiser, den Friedensfürsten, den Mehrer der Wohlfahrt unseres Vaterlandes. Begeistert stimmte die Festversammlung ein, worauf die Nationalhymne gespiett wurde. Nun ergriff der Vorsitzende der deutsch-nationalen Kunstausstellung, Professor Fritz Roeder, das Wort: Turch die Opserwilligkeit der Industrie und der Stadt Tüsseldorf, mit thatkräftiger Unterstützung der Staats- und Provinzialbehörden sei der deutschen Kunst an diesem Orte ein herrliches Gebäude errichtet worden. Redner kam dann auf die Bedeutung und die idealen Aufgaben der wahren Kunst zu sprechen, die in dem Leben iedes hochstehenden Volkes ein wichtiger Faktor sei. Die Gewißheit, daß einer innigen Verbindung mit der Kunst Nutzen und Segen für alle Gewerbe folgen müssen, habedazu geführt, daß bei dieser Ausstellung Industrie und Kunst sich verschwistert hatten. In dem neu geschaffenen glänzenden Heim hätten sich die deutschen Künstler, einschließlich der Teutsch-Oe st erreiche,:, die von jeher Schulter an Schulter mit ihren Brüdern des Deutschen Reiches standen, sich jetzt wohnlich eingerichtet. Von der deutsch- nationalen Ausstellung erwarten wir einen Ausgleich de r G e g e n s ä tz e. Er gab der festen Zuversicht Ausdruck, daß die Ausstellung sich dieser Ehre würdig erweisen werde. Nach dem jubclno aufgenommenen Hoch auf ben Kronprinzen und der Absinguug des LiedeS: „Deutschland, Teutschland über alles" erfolgte unter den Klängen von Wagners „Kaisermarsch^ die Eröffnung de r Aus- stellung durch den Kronprinzen. Hierauf wurde ein Rundgang durch die Ausstellung unternommen. Es wurde zunächst die Hauptiudustriehalle, der Knustpalast und die hervorragenden industriellen Sonderausstellungen besichtigt. Um 1.30 Uhr begann in der großen Fcsthittle das Festmahl, bei dem Reichskanzler Gras Bülow folgende Ansprache hielt: Ew. Kaiser!, und Königl. Hoheit! Meine Herren! Es ist mtt eine angenehme Pflicht, der großen Schar wackerer Männer, die umi Gelingen der Rheinisch-Westfälischen Industrie- unb Gewerbe- Ausstellung beiactragcn haben, die Versicherung zu geben, daß die nicht geringen Erwartungen, mit denen wir auswärtige Gäste nach Düsseldorf kamen, burd) bic Eindrücke des hier Geleisteten in vielen Punkten noch übertroffen worden sind. Ich sage 9liemanbcn in biefer Versammlung etwas Neues, wenn ick) vor allem dankbar auf das rege Interesse hinbeute, bas Se. Maj. der Kaiser und König sur diese Ausstellung vom ersten Aujtauchen des Planes bis zu feiner Verwirklichung bekundet hat. Ein Zeugnis seines Wohl- wollens ist es, daß wir die Freude haben, Se. Kaiserl. und König!. Hoheit ben Kronprinzen als Protektor der Ausstellung beider heutigen Feier in unserer Mitte zu begrüßen. Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit hat sich davon überzeugen können, wieviel Großartiges in industrieller und künstlerischer Hinsicht die Tüsseldorfer Ausstellung enthält. In der Jndustriehalle, in ben verschiedenen Einzelpavillons, noch mehr in der Maichinenhalle, sind unseren Blicken Schaustücke der Teck)nik unb des Gewerbesteißes vorgeführt, wie sie meines Erachtens jo er n ft u n d wuchtig s e l b ft t n europäischen Un iv ers a 1 °An ste 11 u n g en kaum j emals anzutreffen waren. (Lebh. Beifall.) Nnser großer Königsberger Weiser, Emanuel Kant hat feinen ersten Schriften die Bezeichnung vorgesetzt: „Von der wallten Schätzung der lebendigen Kraft". Ick) glaube, daß wir nach unserem heutigen Rundgang in dieser Schatzung reicher geworden sind. Unsere Ausstellung — und daran hat heute vormittag in der Eröffnungsrede Ihr hochverdienter Vorsitzender, Geh.-Rat L u e g, erinnert, unb das haben viele Mitarbeiter an dem großen Werke in sorgenvollen Stunden erfahren— ist in einer Zeit durchgefetzt, wo bie Inbustrie u n d gerade die Eisenindustrie unter der ungünstigen Gestaltung des Weltmarktes zu leiben hatte. Aus eigener Kraft ist solchen Schwierigkeiten zum Trotz da» Unternehmen emporgewachsen, in dessen Vollendung die rheinisch- westfalische Industrie heute wie in einem Spiegel, ihre eigene, Thätigkett erblicken kann. Ich habe an dieser etclle weit weniger den Ausdruck der Erkenntlichkeit entgegenzunehmen für die Mithilfe der Behörden, als umgekehrt im Namen der königl. Staats- rcgierung zu danken für das in Düsseldorf gegebene Beispiel von Selbstvertrauen und Thatkraft unter erfc'mverenben Umständen. (Bravo.) Ihnen zu danken, meine Herren, den Unternehmern, den Arbeitern, ote so dem Lande und der Welt bewiesen, daß sich der Deutsche und nun gar der eisenreckende Westfale nicht so leicht u m s ch m e i ß e n 'läßt. (Lauter anhaltender Beifall.) Was die Reichsverwaltung zu einer stetigen Entwicklung, zu einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung beitragen kann, bas zu leisten sind wir nach besten Kräften bestrebt. Wir wißen, daß es das Ziel der Reichspolitik ist, auf der einen Seite, der Landwirtschaft aus ihrer schwierigen Lage nachhaltig auf - zu helfen unb damit zugleich ben inländischen Warenabsatz zu steigern (emeuted Bravo), auf bet anderen Seite der deutschen I n b u ft r i e a r b e i t vertragsmäßige Bürgschaften für die ungestörte Ausfuhr ihrer Erzeugnisse zu wahren. (Lebh. Beifall.) Deshalb sind bie verbündeten Regierungen in der Tarifvorlage in betreff e r h e b l i ch e rZ o l l e r h ö h u n g e n für Agrarierprodukte bis an bie Grenze des mit Abschluß langfristiger Handelsverträge noch zu Vereinbarenden gegangen, aber auch nicht weiter. (Stürmischer Beifall unb Bravo.) In dem lang- währenden Meinungskampf, der dabei zu überwinden ist, soll unL stets das Vorbild unseres Kaisers voranleuchten, der seinen schönsten Ruhm darin findet, unermüdlich unser Gesamt- oorbilb zu sein. (Beifall.) Ihr verehrter Herr Oberbürgermeister hob vor einigen Wochen bet der Einweihung Ihrer großartigen Rheunverstbauten mit Recht hervor, welchen Dank diese Stadt unserem Kaiser dafür schuldet, daß ihre Bürger aus Vertrauen auf die Sicherheit unserer Weltstellung reiche Mittel einsetzen konnten, um . Düsseldorf zu einer Stadt des Weltverkehrs zu machen. Ihnen, meine ' Herren, als Männer des praktischen Lebens ist es wohlbewußt, wie viel ; mehr bie materielle Wohlfahrt bes Landes und die Entwickelung । der wirtschaftlichen Kräfte von der Stellung des Reiches unb der , Erhaltung des Friedens unter Wahrung unsrer Interessen und : unsrer Wurde nach außen abhängt, als von der Durchführung dieser ; oder jenes Parteiwuniches im Innern. «Bravo.) Diese Basis für , die gedeihliche Entwickelung der Arbeit in Stadt und Land sichern । und zu stärken, das betrachte ich als Reichskanzler in voller ■ Uebereinftimmung mit dem Kaiser als meine f vornehmste Aufgabe. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Ihm : aber, dem Wahrer der Nation unb^ Schirmherrn des : Friedens, erneuern wir auch in dieser Stunde das Gelübde : unwandelbarer Liebe und Treue, utbem wir rufen: Der : Kaiser lebe hoch, itochmals hoch und immerdar hoch! Tas Orchester intonierte die Nationalhymne; nach dem Erklingen des ersten Verses ertönte stürmischer, andauernder Beifall. In der Festhalle waren 950 Gedecke aufgelegt. Auch die ausländische Pre e, namentlich aus Holland, Belgien ,England und Noroamerika, war sehr zahlreich vertreten. Nach der Rede br§ Reichskanzlers orachte , der Vorsitzende des Arbeitsausschu'scs Lu e g ein Hoch auf , den Protektor ben Kronprinzen aus. Dieser erwiderte: Mein lieber Herr Geheimrat Lueg! Daß Sie in dem Augenblicke, wo die deutsche Industrie, das deutsche Gewerbe und deutsche Kunst sich anschicken, Proben ihrer Kraft und ihres Kömiens vor ■ aller Welt zu zeigen, derer nicht vergeffcii, die in unserem Vater- : lande, cmgedenk ihres hohen Furslenbcruses, jederzeit Haiidel und : Wandel förderten unb bie Kunst schützten, berührte mich besonb^rs : wohlthuend. Für meine Vorfahren, zunächst tm Namen meines : Vaters, danke ich Ihnen dafür, nicht minder danke ich Innen allen, . meine -öereen, für den Ausdruck der freundlichen ©efinnung, welche Sie nur, dem Schirmherrn der Ausstellung entgegenbringen. Hier . an dieser Stelle will ich es nochmals aussprechen: Tie lieber» ' nähme des Protektorats über Ihr großes Unternehmen war ' mir vom ersten Augenblick an eine große Freude. Jetzt aber, ' da das Werk vollendet vor uns steht, gereicht mir das Protektorat I :,ur stolzen GenugthUung! Seit Jahresfrist halte ich Ge- , legenhett, den Werdegang der giganttschen Schöpfung zu beobachten. gerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag den 27. Mai ds. IS., vormittags 11 Uhr, in dem Saal von LonyS Bterkeller (Schanzensttaßc 18) zu Gießen. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 15. d. MtS. anzuzeigen, ober zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich berartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. v. Bechtold. Gießen, den 1. Mai 1902. Bett.: Förderung der Volksbibliotheken. Die Grotzh. Kreis-Schulcommission Gietzen an die Schulvorstande des Mrcifc». Zur Förderung der Volksbibliotheken stehen uns einige Mittel zur Verfügung. Anträge auf Zuschüsse für Ihre Gemeinde sind innerhalb 14 Tagen zu stellen. Hierbei ist zu berichten, wie hoch die von der Gemeinde selbst aufgebrachte lährliche Summe für die Volks- und Schülerbibliothek ist. v. Bechtold. Nv. 102 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag 2. Mar LV«» JMR7 A A rf O .viertelnder Sonntag«. V W “ jährlich Pik. 2.20; durch »S O.A 4UA44 AM 11 4AAA4 A AM SSütSÜS WM (htmner ziitwiucr ^g der Brüh l'schen | T V V W Zeilenpret.-lokal 1»Pf. sää TsJ General-Alneiaer v » Redaktion, Erpedition tot ben polit. u. aDgem.' •SB* Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gietzen MW Frrnsprkchanscbluß Nr.bl. ________________V '_________________________ zetgentett^pa^Vea. gleitet von acht Herren seiner Suite, per Fähruad auf der Landstraße nach Londonderry, wo er mit seinem Ge- olge einen Spaziergang machte, um die Stadtmauern und verschiedene historisch denkwürdige Plätze zu besichtigen. Ein öffentlicher Empfang unterblieb, da der Bürgermeister zur Eröffnung der Ausstellung nach Cork gereist war. — Im Unterhause erklärte der erste Lord des Schatzes, Balfour, bezüglich der F r i e d e n s v e r h a n d- jungen besitze die Regierung gegenwärtig keine Jn- ormation, die er dem Hanse Mitteilen lönne. In Beantwortung einer Anfrage über die transatlantische Schiffahrtskombination führt der Handelsminister Gerald Balfour aus, die Regierung sei über die Natur der Transaktion informiert, aber die Information wurde vertraulich gegeben . Ich bin nicht in der Lage, irgend eine Mitteilung über die genauen Bestimmungen >es Abkommens zu geben, ich kann aber sagen, daß es eine Aendernng in der Nationalität der Schiffe nicht notwendigerweise involviert. Mit großer Achtsamkeit wird darauf ge- ehen werden, daß keine Gesetzesverletzung erfolgt. Ich änn bezüglich der Schritte der Regierung in der Angelegenheit keine andere Mitteilung machen, als bereits erfolgt ist. — Dem „Standard" wird aus Tientsin gemeldet, eine hervorragende deutsche Firma habe Schritte ge- than, um unter chinesischem Namen das Opium Monopol ür ganz China zu erhalten; sie wolle der chinesischen Regierung eine hohe Abgabe dafür bezahlen. Wien, 1. Mai. Ter Verband der D euts ch e n Vo lks- r arte i hat beschlossen, den Sp rachenan tr ag der alldeutschen Vereinigung der parlamentarischen Kommission des Verbandes, welche seit längerer Zeit sich mit der Frage des Sprachengesetzentwurfes beschäftigt, zur Beratung zuzuweisen. Die Deutsche Fortschrittspartei be- chäftigte sich gleichfalls mit dem Sprachenantrage der alldeutschen Vereinigung. Es wurde hervorgehoben, daß die Angelegenheit nur im Einvernehmen aller deutschen Parteien verhandelt werden könne. Der Vorstand wurde demgemäß beauftragt, zunächst mit der deutschen Volks- )artei in dieser Frage Fühlung zu nehmen. Amsterdam, 1. Mai. Tie Konferenz zur Vorbereitung des deutsch-niederländischen Post-Vertrags soll im Juni in Utrecht abgehalten werden. Helsingfors, 1. Mai. Das Domkapitel von Borga verurteilte fünf Pfarrer, die sich geweigert haben, das neue Wehrpflichtgesetz in den Kirchen zu verlesen, zu Geldstrafen; der Propst von Hertzen in Borga wurde zur Zahlung einer Strafe im Betrage von drei Monatsgagen, vier Landpfarrer zu Strafen im Betrage von zwei Monatsgehältern verurteilt; ein Pa^or wurde freigesprochen. Tripolis, 1. Mai. Gestern find 2000 Mann Truppen aus Konstantinopel mit acht in Deutschland ausgebildeten Offizier en hier angekommen. Die geniale geistige Arbeit, die in chr steckt, zu bewundern und mich an der Thatkrast zu freuen, deren deutsche Köpfe und deutsche Arme fähig sind! Wenn irgendwo, hier konnte man lernen, daß opferfreudiger Wille Großes zu vollbringen vermag. Niemand kann daher dem Werke inniger und aus aufrichtigerem Herzen Gedeihen und Erfolg wünschen, als ich es thue! Industrie und Handel treten heute mit der Kunst einträchtig verbunden auf den Plan. Das, meine ich, gibt einen ganz besonders guten Klang. Daß man in Düsseldorf, wo die Fabrikschornsteine rauchen und die Eisenhämmer pochen, der Kunst einen Tempel errichtete, wie er heute die Ausstellung schmückt, das mag der Welt beweisen, daß wir Deutschen im materiellen Wetbewerb die ideelle Aufgabe nicht vergessen. Nur noch ein Wort, um Derer zu gedenken, welche sich um das Gelingen der Ausstellung, deren Eröffnung wir feiern, ein großes uiid bleibendes Verdienst erwarben. Sie alle, vom obersten Leiter bis zum letzten Arbeiter, wollen wir von Herzen beglückwünschen. Sic alle mögen stolz auf ihre That sein. So düilen wir hoffen, daß der Lohii für so viel Mühe nicht ausbleibe, daß der Ausstellung ein voller Erfolg be° schieden sei. Tiefem berechtigten Wunsche lassen Sie uns Ausdruck geben in dem Ruse: Tie rheinisch-weslphälische Industrie, das Gewerbe und die gesamte deutsche Kunst: Hoch! hoch! hoch! Nach Beendigung des Festmahls wurde der Kaffee im Weinrestaurant eingenommen, worauf der Rund gang durch die Ausstellung fortgesetzt wurde. Um 5 Uhr reiste der Kronprinz nach Bonn zurück. K. Düsseldorf, 1- Mai. Unserer gestrigen Beschreibung des Kunstpalastes fei noch kurz folgendes angefügt: Gerade gegenüber vorn Knnstpalast ist eine schwarze Panzerplatte aufgestellt, auf der folgende Ziffern verzeichnet stehen: 13160 Millimeter Länge, 3400 Millimeter Breite, 300 Millimeter Dicke, 106 000 Kilogramm Gewicht. Diese Panzerplatte von über 2000 Zentnern ist nur ein Bruchteil der Krupp-Ausstellung. Eigenartig in seiner architektonischen Wirkung mit zwei Kuppeln in Form von Hängetürmen erhebt sich der originelle und gewaltige Bau von Fried. Krupp. Um das Haus, in dem die Krupp-Ausstellung sich befindet, winden sich schwere Goldverzierungen aus Eisen wie eine Symbolisierung der Anschauung, daß aus Eisen Gold werden kann. Dann kommen in bunter Reihe die Baulichkeiten des Bochumer Vereins, an denen noch lustig große Stücke Blattgold angeklebt werden, der Hörder Verein, die Riesenfontaine mit zwei Brücken des Deutschen Beton-Vereins, die Gute-Hoffnungs-Hütte, die einzelnen Abteilungen der großen Ausstellungshalle mit dem mächtigen, ein wenig bunt wirkenden Kuppelsaal, in dem die Eröffnungsfeierlichkeiten stattfanden, der interessante Bergbausaal mit dem naturgetreuen Modell der Zeche Shamrock und das Haupt- Weinrestaurant. Die Gute-Hoffnungs-Hütte hat sich nur des Eisens bedient, und sie erzielt hiermit einen überraschenden Effekt, denn diese Eifenlinien und Eisenwindungen, diese Eisentürme und Eisenloggien wirken hier nicht nur durch ihre charatteristtsche Stileinheit, sie wirken auch künstlerisch und graziös. — Die architektonischen Wundes und Wunderlichkeiten, die leichten und die massiven Prachtbauten nehmen kein Ende. Moderne Restaurants und altertümliche Weinhäuser, Schloßruinen und verfallene Burgen, in denen der müde Ausstellungswanderer Rast und Erquickung findet, steigen aus, in machtvollen Dimensionen breitet sich im Angesicht des Rheines stolz der Jndustriepalast aus, dessen mittlere Fa?ade der Kaiseraar mit der glänzenden Kaiserkrone schmückt; und unter dem deutschen Kaiseraar steht der Wahcspruch des Habsburger Kaiserhauses viribus unitis. Neben all' der echten, herrlichen Natur leuchtet aber auch ein Stück erkünstelte Natur hervor — das Suldenpanorama; es ist ein geradezu verblüffender • Effekt, wenn Plötzlich grüne Matten und schneebedeckte Gipfel auftauchen, sich weit, weit hinziehen unö noch in fernster Ferne in verschiedener Beleuchtung sichtbar sind. An Den Ufern des deutschen Rheines leuchten weiße Kuppeln und schlanke Minarets; auaj Düsseldorf wird (einen Vergnügungspark, sein Kairo am Rhein haben. Jle c£age in Südafrika. Die „Daily Mail" schreibt: Obwohl die Aussichten sehr hoffnungsvoll sind und allgemein das Empfinden herrscht, daß die gegenwärtigen Unterhandlungen mit dem Frieden endigen werden, ist es doch gewiß, daß eine viel längere Frist verstreichen wird, als die drei Wochen, von denen Balfour im Unterhause sprach. Man hält es nicht für unwahrscheinlich, daß, wenn die Verhandlungen in Vereeniging wieder aufgenommen werden, dann ein neuer aber sicherlich fruchtloser Versuch gemacht werden wird, die den Buren-Delegierten in Pretoria vorgelegten englischen Bedingungen zu modifizieren. — Die Frage der Amnestie soll dem Bureau Reuter zufolge den Stein des Anstoßes bilden. Inzwischen naht der Winter und die englischen Militärbehörden werden, um keine Gelegenheit zu versäumen, sehr wahrscheinlich die Operationen im Felde neu ins Werk setzen. Die Freistaat Kommandos bieten, tvie zu erwarten war, die größte Schwierigkeit. Die Transvaaler sind bei weitem friedlicher. Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Maritz- bur g legte im Parlament von Natal der Premierminister die Korrespondenz mit der englischen Regierung über die Ausdehnung der Grenzen von Natal auf den Tisch des Hauses. Natal wird ein neues Gebiet erhalten, wozu die Distrikte Vryheid, Utrecht und ungefähr der auf Natalscher Seite der Drakensberge belegens Teil des Distriktes Wakkerstroom gehören. Das neue Gebiet umfaßt 7000 englische Quadratmeilen, 8000 weiße und 50000 eingeborene Bewohner. Natal übernimmt dafür 700 000 Pfund Sterling der transvaalschen Schuld. Natal tritt an Transvaal einen Landstreifen an der Tongo- landküste mit der Kosibai ab, welche Krüger als Hafen wünschte. Die „Central News" meldet aus Pretoria: Die militärische Lage ist unverändert. Kitchener betreibt, wie zu erwarten war, die Operationen nicht mit Nachdruck, um die Bewegungen der Burenführer nicht zu behindern, während sie mit ihren Leuten verkehren, um i)te Lage zu beraten. Viele Versammlungen sind unter zahlreicher Beteiligung von Buren bereits abgehalten worden. Dewet hielt eine Versammlung in Bethlehem ab, und vor Ende dieser Woche noch wird er eine andere in Dewetsdorp abhalten. Reitz hielt eine Ansprache an Beyers Kommando; Louis Botha hielt mehrere Versammlungen in der Nähe von Vryheid ab. Delarey ist mit den Kommandos im westlichen Transvaal beschäftigt. Das Endresultat der Beratungen kann man nicht Vorhersagen, doch heißt es, daß die bisher befragten Buren zum Frieden neigen. Der deutsche Burenhilfsbund versendet folgendes Schreiben: Wie schon früher bekannt gegeben, hat die Pro-Boer-VereinigungimHaag den Plan gefaßt, eine internationale Kun st Verlosung int Haag zu veranstalten, deren Ertrag den Bewohnern der Konzentrationslager zu gute kommen soll. Aus allen Ländern sind zu diesem Zwecke Kunstgegenstände eingesandt worden, und in verschiedenen Landern sind die von den Künstlern dieser Länder geschenkten Bilder, Skulpturen, Modellierungen usw. vor der Msendung nach dem Haag zu einer nationalen Kunstausstellung vereinigt worden. Da nun der Endtermin für die Annahme von Kunstwerken auf den 15. Mai festgesetzt ist, so erfrört sich derDeutsche Burenhilfsbund, Berlin W., Kurfürstendamm 235, bereit, alle bis zum 12. Mai bei chm eingehenden oder an- gemeldeten Sachen von Berlin aus auf seine Kosten nach dem Haag zu senden, und bittet die deutschen Künstler, ihre Gaben mit. denen der Künstler anderer Länder zu bereinigen, damit die Ausstellung im Haag und die Verlosung wirklich international werde. Wo so viel wie in unserem Lande aethan wird zur Linderung der schrecklichen Not in Süd-Afrika, da werden wohl die d eu tsch en Künstler nicht zurückstehen wollen hinter ihren ausländischen Kollegen. Deutsches Wich. Berlin, 1. Mai. Der Kaiser, umgeben von den Herren des Hauptquartiers und den fremdherrlichen Offi- . zieren, besichtigte heute vormittag auf dem Tempelhofer Felde je ein Bataillon des 3. Garde-Regts- z. F. und des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regts., sowie das Garde-Pionier-Bataillon. An die Besichtigung schloß sich unter Hinzuziehung von Infanterie, einiger Schwadronen Dragoner und Artillerie ein Feuergefecht, das in einem Angriff der besichtigten Truppen von Schöneberg her gegen einen in der Hasenheide aufgestellten markierten Feind bestand. Nach der Kritik nahm der Kaiser mllitärische Meldungen entgegen und nahm einen Vorbeimarsch sämtlicher beteiligten Truppenteile ab. An der Spitze des Bataillons vom Franz-Regiment begab der Kaiser sich sodann nach dem Kasernement dieses Regiments und nahm im Offizierkasino das ^rühstüÄ ein. — König Oskar von Schweden, der sich zur Zeit in Biarritz aufhält, wird im Frühjahr nach Ems und Wiesbaden kommen. Auch wird er Berlin berühren, um dem Kaiser einen Besuch abzustatten. — Der Kaiser verlieh dem General-Inspekteur der Fußartillerie General Edler von der Planitz zu seinem heutigen 50jährigen Dienstjubiläum den schwarzen Adlerorden mit einem sehr gnädigen Handschreiben. — Dem Kommandanten von Karlsruhe, Generalleutnant v. Brösigke, ist der erbetene Abschied unter Verleihung des Sterns der Komthure des Hausordens von Hohenzollern genehmigt. — Die beiden freisinnigen Fraktionen des Reichstags haben den Beschluß gefaßt, wenn die Vorlage über die Bezahlung der Mitglieder der Zolltarifkommission zu stände kommt, das Geld nicht anzunehmen. — Wie der „Frkf. Ztg" aus London telegraphiert wird, ist die Nachricht, Lord Roberts sei in Wiesbaden zur Kur eingetroffen, falsch. In Wirklichkeit sei Lord Roberts in Lonoon und hielt gestern nachmittag auf der Jahresversammlung der königlichen Schule für Offizierstöchter, die unter Vorsitz des Herzogs von Cambridge stattfand, eine Rede. Offenbar liege eine Verwechselung mit Dem Parlamentsabgeordneten Oberst Saunderson vor, der Roberts ähnlich sei. Ausland. London, 1. Mai. Heute vormittag traf das erste deutsche Geschwader, das unter dem Befehl des Prinzen Heinrich auf der drillen Uebungsreise nach der Nordsee begriffen ist, in Loughswilly, an der Nordküste Irlands, ein. Das Geschwader ist direkt van Kiel über Arordschollland dorthin gefahren. Prinz Heinrich landete tzllt Gefolge in Buneraua und fuhr von dort sofort, >•* Der Weltseiertag der Sozialdemokraten ist im allgemeinen in diesem Jahre recht still verlausen. Zum Teil mögen dazu wohl die von vielen Arbeitgebern beschlossenen Aussperrmaßregeln für die am 1. Mai Feiernden beigetragen haben, zum Teil mag aber auch die Ungunst der Lage der Industrie für viele ausschlaggebend gewesen sein, die Furcht, nach der Ent-, lassung nicht sofort wieder Arbeit zu erhalten. Gewiß ist es jedermann von Herzen zu gönnen, wenn er sich einmal eilten Tag erholen kann: zu verwerfen ist es aber icherlich, zu feiern, wenn damit ein Ausfalt des Lohnes verbunden ist. Es bleibt schließlich ja auch nicht bloß bei dem „minus" an Einnahmen, vielmehr kommt noch ein „Plus" an Ausgaben hinzu, also ein doppelter Verlust, Der von den Arbeiterfamilien, die im großen und ganzen auf ihren Verdienst angewiesen sind, gewiß recht schwer empfunden wird. In B er l in war von der Maifeier im äußeren Sträßew- bilde fo gut wie nichts zu merken . Auf allen Bauten und in allen Fabriken wurde gearbeitet. Es fanden etwa 30 zahlreich besuchte Versammlungen der organisierten Gewerkschaften statt. Tie Zahl der Teilnehmer wird auf 20 000 geschätzt. Auch Frauen nahmen in großer Zahl an den Versammlungen teil. Tie Mehrzahl der Besucher gehörte der Bau- und Goldarbeiterbranche sowie der Metall- iudustrie an. Maurer und Zimmerer waren besonders zahlreich erschienen . Tie Zahl Der wirklich Feiernden war, bisher nicht beftimmt festzustellen, Da die Arbeitslosen als Versammlungsbesucher in Betracht kommen. Tie Droschkenkutscher haben ihren Beschluß, am 1. Mai nicht zu fahren, teilweise iiicht ausgeführt. Die Anarchisten haben eine besondere Maifeier diesmal nicht veranstaltet. Von den beiden Anarchisteiiblättern „Neues Leben" und „Tie Freiheit" erschien die erstere in roter Ausgabe, die letztere in größerem Format als Propaganda-Nummep für den 1. Mai. In allen Versamnilungen wurde die vom „Vorwärts" bekannt gegebene Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: „Vor allem bekunden die Versammelten, daß sie es nach wie vor als ihre vornehniste Ausgabe betrachten,- einzutreten für Reformen auf wirtschaftlichem Gebiete, Schaffung eines ausreichenden, wirksamen Arbeiterschutzes, insbesondere für den Achtstundentag. Tie Zollvorlage der Regierung bedeutet eine wesentliche Verschlechterung der Lebenshaltung Der arbeitenden Klasse. Für dieses Verhalten sprechen die Versammelten der Regierung ihre entschiedenste Mißbilligung aus und erwarten, daß die Regierung ihre Zollvvrlage zurückzieht. Die Versammelten bekunden ihre tiefste Entrüstung gegenüber dem Erlaß des In st iz Ministers, daß bei Streiks gegen die Arbeiter der § 153 der Reichsgewerlbe- ordnnng im Verein mit dem Erpressungsparagraphen des Strafgesetzbuches angewendet werden soll. Die Versam- melteii verlangen energisch die Gewährung des vollen Koalitionsrechts." In Karlsruhe beteiligten sich an der Maifeier nut ungefähr 500 Arbeiter, da die verflossenen Festtage hier schon für genügend freie Arbeitstage gesorgt hatten. Ein Abendseft war gut besucht. — Auch in Leipzig ist die Feier ohne Störung unter schwächerer Beteiligung als sonst verlausen. Reichstagsabgeordneter Bebel hielt im Vorort Stötteritz die Festrede. — Ebenso war in Dresden die Beteiligung mäßig, fast überall wurde gearbeitet. Die Versammlungen waren leidlich besucht, eine wurde aufgelöst. Auch hier dürfte der Grund der schwachen Beteiligung darin liegen, 'd>aß verschiedene Unternehmervereinigungen den feiernden Arbeitern Entlassung angedroht haben. — In Hamlburg wurde der Maifestzug in gewohnter Weife ausgesührt. Trotz sllömenden Regens war die Beteiligung sehr stark. Auch die aus dem Auslande bis jetzt vorliegenden Meldungen besagen insgesamt, daß die Maifeiern ohne Störung verlausen sind und eine schwächere Beteiligung als sonst aufwiesen. — So meldet man aus Brüssel, daß der Maitag im ganzen Lande unter dem Zeichen der durch die letzten Arbeiterbewegungen hervorgerusenen Abspannung stand . Im Centre und im Borinage wurde in in den meisten Betrieben gefeiert, sonst war die Arbeitsunterbrechung überall nur sehr partiell. Nirgends wurde auch nur im mindesten die Ruhe gestört. — In Zürich verlief die Feier der Arbeiterschaft in herkömmlicher Weise. In verschiedenen Festversammlungen wurden auch Protestresolutionen gegen den neuen, die Lebenshaltung der ärmeren Klassen verteuernden Zolltarif gefaxt — In Frankreich hat der erste Mai weder in Paris noch in den Industriestädten der Provinz zu besonderen Kundgebungen geführt . Die Arbeit wurde nirgends eingestellt. — Nur in Genua veranstalteten die Arbeiter eine imposante Kundgebung. Ein Zug von fünfunddreißigtausend Arbeitern passierte die Sllaßen von Genna nach Sampierdarena, wo der Deputierte Pietro Chiesa eine Rede zur Maifeier hielt. Was die Feier in unserem engeren Vaterlande und den Nachbargebieten betrifft, so sind sie ebenso wie in den anderen deutschen Landesteilen unter schwacher ober wenigstens schwächerer Beteilung als sonst ruhig verlaufen. — Aus Mainz wird uns geschrieben, daß die sozialistische Maifeier ziemlich unbemerkt vorübergegangen ist. Unter schwacher Beteiligung fand am Vormittag in einem nicht sehr geräumigen Saale eine Festversammlung statt, der am Nachmittag ein Ausflug mit Musik und Fahne nach dem Vororte Hechtsheim folgte. Am Abend fanden in verschiedenen Wirtschaften wiederum Zusammenkünfte der Genossen statt. In den meisten Fabrikgeschäften wurde wie an allen Tagen gearbeitet. — In Frankfurt a. M. fanden fünf öffentliche Volksversammlungen statt. Die Versammlung in der Concordia, wo Redakteur Zielowski sprach, war außerordentlich stark besucht. Es gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Die heute am 1. Mai versammelten Männer und Frauen geloben aufs Neue, für die Durchführung der Beschlüsse des internationalen Arbeiterkongresses zu Paris vom Jahre 1889 mit allen Kräften wirken zu wollen, um einen wirksamen gesetzlichen Arbeiterschutz und eine vernunftgemäße Verkürzung der Arbeitsdauer, den Achtstundentag zu erlangen. Die Versammlung erklärt ferner angesichts der drohenden Volksausbeutung durch den Brotwuchertarif und der sonstigen Bedrückungs- und Entrechtungsversuche der reaktionären Parteien, beharrlich weiter wirken zu wollen für die Beseitigung des Militarismus, damit an Stelle des Völkerhasses und des barbarischen Völkermordes der dauernde Friede und ein edler Wetteifer aller Völker treten kann, der statt Zollschranken anfzurichten und Brotwucher zu treiben, die Kultur und Wohlfahrt jedes Volkes hebt. In diesem Sinne entbietet die Versammlung dem lcasfenbewußten £roleteiri«te der ganzen Erde üjtmi brüderliche« Gruß. aus Gießen. der aus Matt^ Reichsanleihe do. Konsols , do . . Hessen 378% 37° 37,% 3% 3‘*8°/o Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag Rogate, den 4. Mai. Gottesdienst. Telephonischer Kursbericht. »au kl art a. Jl., 2. Mai 19U2. . 25.75 . 89.60 . 109.00 211io . 186.10 . 135.40 . 139.10 . 152.75 . 143.00 . 15.80 . 167.60 . 201.50 . 195.80 . 169.50 3% Hessen..... 4% Oesterr. Goldretne . . 4« % Oesterr. bilberrcnte 4% Ungar, tioldrente . . 4°/ Italien. Rente . . . 4V8% Portugiesen . . . -.0/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose ...... 4°/0 liriech. Monopol -Anl. 4*/,% äussere Argentiner 101.70 92.45 101.65 92.20 100.10 102*40 101.75 101.50 102.05 45.50 29.25 113*60 44.00 Tendenz 8-7q Mexikaner . . 47, h Chinesen . . Electric, bet ackert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatobahn , Lombarden . , , Gotthard bahn . . . Laurauütte . . . . Bochum . . « . . llarpener . . . . : fest und ML 43 Abs- 2 des Urkundenstempels vom 12. August 1899, 5) Vorstellung des Großh. Bezirkstassieres Mer- Kina er in Friedberg bett, die Anreci)nung von Mürtur- dienstiahren, insbesondere die miegsdien,nähre als Be- ' r. fiofltitrnnf inrrrthrflP. Au- gering. . Budapest, 2. Mai. Die Maifeier rst rm ganzen Lande, abgesehen von wenigen belanglosen Ausschreitungen, ohne besonderen Zwischenfall verlaufen. Bukarest, 2. Mai. Um die Mehrkosten für dre vorn Kriegsminister beschlossene Vermehrung der Armee um 30 Regimenter ohne Belastung des Budgets aus. zubringen, wird bei der Infanterie dre zweijährige Dienstzeit eingeführt werden. Pietermaritzburg, 2. Mar, Man erklärt hier nichts über die Resultate der Friedens-Unterh and- lunaen zu wissen. Die allgemeine Ansicht ist, daß die Buren sich unterwerfen werden. Bezeichnend ist, daß Ge- >neral Louis Botha seinen Sohn in eine Schule nach Natal geschickt hat, wozu er sich bisher immer weigerte. Nniverslläls-Uachrichteil. Karlsruhe, L Mai. Aus Anlaß der Verleihung be5 Ehren-1 namens *Fttdericiana° an die hiesige technische^hochschule, iand beute Mittag in der Aula derselben em Festakt statt, welchem der Großherzog, die Großherzogm, der Erbgroßherzog, die EUigroßher^oqin und die Prinzen Max und Karl von Baden die Kronvrmrejsm von Schweden und Norwegen, sowie Vertreter staaMchm und städtischen Behörden und der beiden Kammern beiwohntem Nach einem einleitenden Gesang und emer Be- grußungsansprache des Rektors, Geh. Herats Hard htelt Ob«- baudirttwr Hom en die Festrede. Der Großherzog dankte mit kurzen Worten und schloß mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser. ___________ Hottrsdirull brr rsraelttischkn ßrlig'lonsgestllschast. Sabbathseier am 3. Mai 1902. Freitag abend 7'». Samstag vormittag 800. Nachmittag 4 . 5abl!tSn90«Xicnfn morgen* 6>“ UW, nbenbö 8>° W. _ Vermischtes. * Berlin LMai. In der Stadtverordnetenversamm- lunq gab Kümmerer Maas Auskunft ^über die Unterschlagungen in der städtischen Sparkasse. Werkmeister hat 25 400, Ulbrich 24 000 Dtark unterschlagen. Der Kümmerer schildert die Art der Buchführung, wie sie bei der Sparkasse gehandhabt wird, als dre denkbar beste, die von vielen Kommunen nachgeahmt worden sei. Trotzdem beriet das Kuratorium der Sparkasse sofort eingehend weitere Sicherheitsmaßnahmen . Er bitte, sich vorerst nut diesen Mitteilungen zu begnügen, da der Magistrat spater nochmals, wenn es sich um die Deckung der summen handle, an die Stadtverordneten herantteten müsse. . Bern 1 Mai. Das Bad Gurnigel ist letzte Nacht ooUiiänbig niebcrgebrannt- JRur die Säge und bie Sa. pelle stehen noch. Der Branb brach nachts 12 Uhr in ben Baderäumen aus. Der Hotrlb.rector unb d'° Ang-st-llt-n tonnten sich retten. Tas Hotel, bas einer Aktiengesellschaft gehört, bot Raum für über 500 Gaste. Salcutta, L Wat. Die »tobt Sacca: Hm- gebung ist bon einem für ch t erlrch-n Wirb elwind heimgesucht worben. 416 Personen sind getötet, die ganze Ernte vernichtet. ?hNte i“1« «W- *lc9 euin « «4er 'Lohnes °l°g bei ein s^rlnsh schwer ^lten Md 1 evvL 3o U Äewers- Ulf 20000 an bett iucher ge- r RetlUl, ^stnders Mn war slosen als Trvjch- u nicht ie änar- nW ver- ueämttt" : Ausgabe, 'a-Nmmer de die vom ommev, ui datz sie es betrachten, n Gebiete, terfchlltzes, ftllvor« WM -lasse, sziu der Retzie- b erlvarlen, -zieht Die ung gegen« >, daß bei chsgelverbe» srasihen des ie Lersam- des vollen iaiseier nut esttage hier allen. Ein zig ist die ng als sonst :1t im Bo» Dresden beitet Die ’nirbe auf' in Bekeili- nerverrinü M Haden. , gewohnter var die Le- vorliegenden ifeiern ohne Beteiligung Brüssel, Zeichen der rufenen Ab- ie wurde in die Arbeit ,ends wurde In Zürich licher Welse, auch Pro- benshaltung rif geM ir in Par^ besonderen traends ein- die Arbeiter lsnnddrei'bi^ Genua nach eja eine Rede erlaube, und enl'o roie ?n igltatt/der sbahnc nach - sanden « lenkünste dck "fite «I i « rbeiterfW lrb°itsS i-ku-LA i«n- „ bei und e Arliciterdewegung. Kovenhaacnl 1. Mai. Der Beschluß des Arbeiterverbandes, wonach die Hafenarbeiter und Seeleute am den ^ffer-de- Vereins der Tampfschiffsrhedereien 'st allen dänischen pasen die Arbeit e.nstellen sollen, ist heute früh ,n roeinerten sich heute die Hafenarbeiter nt dem für die Ausfuhr land mÄü*=r -Brobutte wichtigsten Haien et« b« arbeit nieberÄiileaen. Im Kopenhagener Freihafen stellten die Mitglieder des Arbeitersachverbandes jede Arbeit em weil dieTlrektio'ilein teilweise, sich nur aus die Schiffe des Rhederewerelns erstreckende Arbeitsniederlegung nicht dulden wollte. __ 7023 7068 7206 7627 7667 7748 7999 8033 8178 8188 8109 8268 12ö6 8587 8742 8808 8834 8844 9022 9048 9147 9802 9864 9954 der 1860-- Staatslose. Ziehung vom i Mai. Ter Haupttreffer von 600000 Kronen fiel auf Oerie 15343 Tr. 14, 100 000 Kronen auf Serie 1134 Nr. 30 bOE Kronen aus Serie 4757 Nr. 10, je 20M0 Kronen auf ©ene 1592 9li. 7 ®ene 11013 Nr. 18, je 10,000 Kronen 2uf Serie 165 Nr. 17, Serie 463 Nr. 13 Serie 4645 Nr. 18, Serie 6161 Nr. 5, Serie 6976 Nr. 5, |FoS ’TF- |- ÄeSbeim (u b. fetterem), !. Mai. ®eute mittag 151« ^r 16, £*? - — ----# ,,niprp ®popnb-1 ©Jie 3470 Nr 19, Serie 4012 Nr. 16, Serie 4461 Nr. 17, eene SS «S.14' Serie 4645 Nr. 15, Serie 5543 Nr. 3, Serie 6561 Nr. 4 Serie 8667 Nr. 20, Serie 10 075 Nr. 4, .Serie 11377 Nr^ 16, Serie 13953 Nr. 12, Serie 13967 Nr. 8, Serie 14 510 Nr. 8, Serie 14683 Nr. 11, Serie 14742 Nr. 4, Serie 15225 9tr. 10, Serie 15286 Nr. 18, Serie 16 058 Nr. 15, Serie 16567 Nr. 2, Serie 17 361 Nr. 17, Serie 17615 Nr. 1, Serie 17 615 Nr. 9, Serie 17647 Nr 8 Serie 17647 Nr. 18, Serie 18213 Nr. 3, Serie 183001 Nr. 12, Serie 18 474 Nr. 11, Serie 19918 Nr. 3. «rauniditocincr 2« Thaler-Losc: 1. Mai. Gezogene Serien: 55 214 511 541 951 1198 1271 1290 1326 1381 1454 1564 1772 ob 4 Oll p-ll -ouk Xku-J bie letzte Vorstellung statt, die gewiß ein nicht weniger volles Haus ausweisen wird, wie die bisherigen. Bad Nauheim, 1. Mai. q° Kurliste Nr. 1 betrug die Zahl der bis zum 28. April an- aemeldeten Kurgäste 789, davon waren noch 679 anwesend. Die Zahl der abgegebenen Bäder betrug 5334, darunter in 623 Freibäder. Im vergangenen Jahre wurden bis zum 29 April 603 Kurfremde angemeldet und 3901 Bader ge- fertiat. — Die Kurkapelle spielt vormittags von 7‘/2 bis qi/ Uhr am Brunnen und nachmittags von 3 6 Uhr auf der Terrasse. Sonntag den 4. Mai findet nachmittags von 31/__6V2 Uhr und abends von 71/a—9 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau statt. Donnerstag den 8. Mai (Himmelfahrttag), nachmittags von 3*/2—6 /2 Uhr und abends von 71/__9 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) 9tr. 116 beabsichtigt.^ ^^iluugeu aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Oberstleutnant von Hanfstänget i.n Homburg v. 0. H., Vorsitzender der rÄerersatzkommrown wurde vom ^ck)lage aetroffen und war sofort tot. — In Wetzlar feierte am ? OTni Mehrer Schleucher an der dortigen evangelischen Büraersckule das 2ö iLhrige Stellen - Jubiläum. — Mit^dem L Juli wird Jnipettor Diefenbach von der Deutsch- ordenskircbe in Sachsenh auf en in den Ruhestand tret en. Der Bftchos h-u bab Rücktrittsgesuch Diesenbachs, bei en Gesnndhe t-zustanb geschwächt ist, S-nehmigt. Gleich- lett g wurde Znspekwr Aejenbach, der 30 Jahre dort ge- wirtt hat, zum Geistlichen Rat ernannt. Und sie sendet den Ausdruck ihrer besonderen Sympathie den mutigen Kämpfern gegen den Zarismus in Rußland, bie in bem stolzen Bewußtsein weiterringen mögen mtt Barbarei und Despotismus, daß die Arbetter der ganzen Welt hinter ihnen stehen." . Bei uns in Gießen war von dem Weltseiertag so aut wie nichts zu merken. 9hir abends fand im Orbigschen Lokale eine Versammlung statt, die recht zahlreich besucht war Einaeleitet wurde sie durch eine von dem Gesangverein „Eintracht" gesungenes Lied: „Aufruf", worauf Repp-Friedberg die Bedeutung des 1. Mai für die Arbeiter in längeren Ausführungen darzuthun versuchte. Ern ueo (E3 grünt und blüht" bildete den Schluß der Feier. In der Johanueskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich C.hrislenlchre für die Neukonsirmlerten aus der ^^Vonnittags^ Uhr: Pfarrassistent V o g t. Dormittaqs 11 Uhr: Kindergottesdientt für die Lukasgememde. Psarrassistent V o A t. An diesem Tage wird nach allen Gottesdiensten eine Sammlung erhoben für die kirchliche Versorgung der evangelischen Glaubensgenoffen im Auslande. Himmelsahrtstag, Donnerstag den 8. Mai. In der Stadtkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Nr. Naumann. In der Friedhofökapclle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer E u l e r. Katholische Gemeinde. Samstag den 3. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 4. Akai. 5 Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenhett zur hell. Beicht. um 7 Uhr: Die erste hell. Mene, ■ vor und in derselben Austellmig der hell. Kommunion. , 8 Uhr: Die zweite heill Meffe. * * 9i/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27« Uhr: Andacht. Dienstag und tzrettag abend um 67, Uhr ist Maiandacht. 10985jl"otorenfabrit Ob-rursct. Es °-rl-mt-t, baß iü- Divibenben nut 4 Proz. betragen wird gegen 10 Proz. u V. Die Aktien s ^ö»-ÄWWt; sämtliche A--1 --N . «erusbg°°ass.n'chast träge für erledigt zu erklären. n.öri,tv.r, tnnr I (9eb Kommerzienrat Julius Röm Held in Mainz, settl ♦* Zirkus Lobe. Die gestrige Vorstellung war I n ^Süddeutschen Eisen- unb ©ta^)t-yeruf5fleno^|en^^^aft wiederum trotz der wenig schönen Witterung sehr stark ^^^reiche Amt des Vorstandes bet »ettion y be£{c(t.^tH besucht. Die künstlerischen Darbietungen fanden wie an d^i infolge seines hohen Alters unb seiner gesunbheitl^en beiden ersten Abenden reichen Beifall. Heute abend findet Berhälkniffe veranlaßt gesehen, seme Ehrenämter bei der Beruf vewen . zv ------Genossenschaft unb ber Sektion meberzulegen. Anläßlich semes i, wie Die visyerigen. Rücktrittes überreichte ihm ber Sektwnsvo^tanb un 6 h 9 N°ch ^Ausgabe gelangten|gMgjÄÄÄ?SÄ W Ieti’iaÄ“CSiXXb%ie italienische Keputiettentammer। ym in geheimer Abstimmung bie Vorlage betteffs Schaffung eines neuen 37/ konsolibierten Rententtttes uno Maßnahmen zur Tilgung ber einlösbaren Schulben angenommen. Neue serbische Anleihe. Die neue serbische Anleihe von 60 Millionen Franks ist mit ber Gruppe bet Banque ottomane unb Länberbank zum Abschluß gelangt. . Emfuhtung an ben beut scheu Börsen soll nicht geplant sein. — wäre auch sehr Kunst und Missenschast. Vertin. 1. Mai. Prof. Virchow hcu gestern durch em Schreiben bet medizinischen Gesellschaft mitgeteilt, daß er mtt Rücksicht auf sein Alter unb seinen Gesunbhettszustand den Vorsitz, den er lange Jahre geführt hat^nebu^eg^______ Neunte ^tuiuuuijEiu Criflinalbiahtmclbungcn bc» Gictzen-r «uzctgcrS. (»r Oft.® er au, 2. Mai, Heule ,ruh 1>- uyr brach in dem Gehöft des hiesigen Landwirts Peter Hermann eins Schadenfeuer aus, das in kurzer Frist Die ^djeune. und Die Stallungen in Asche legte. Gine im Hause befindliche schwachsinnige Dienstmagd, in der man bu Urheberin vermutet, tarn in den Flammen um. liau. fanb sie verkohlt aus den Balken der abgebrannten <^cheune. Berlin, 2. Mai. Die ungünstigen Nachrichten über das Befinden des Prinzen Georg von P^u^en sind nach der ,Nat.-Ztg." smrk übertrieben. Es hat stch ein bedenklicher Schwäci)e-ustatid eingestellt, doch besteht augeL- chlicklich keine wirkliche Gefahr. — Nack) dem „Berl. ^.agebL soll sich der Zustand des Prinzen obetids ,o verschlimmert haben, daß d as Ableben zu befurchte nist. Die "Nat.-^tg." meldet: Der Gouverneur von DeutschMeu- Guinea, Bennigsen, der aus GesundhettSrudsichten demissioniert hat, werde in die Verwaltung einer der großen deutsch-afrikanischen Kolonialgc_iellschaften emtreten. I— Gestern sand im Kaiserhos ein Feskchnhl zu L^ren des Generals Edler von der Planitz statt, affe.n ! niederzulegen, wenn Atilner geneigt wäre, gewisse Zugeständnisse in der Amnestie-Frage zu machen. Delarey ins» besondere sei friedlich gesinnt. Die endgültige Entscheidaing 'dürste eher erfolgen, als allgemein erwartet wird Berlin, 2. Mai. Die Feststellung des Textes, der Th r o n r e d e für die österreichischen und ungarischen Delegationen bereitet, wie dem „Börsen-Courier" aus Wie« telegraphiert wird, diesmal wegen des Passus über Den Dreibund einige Schwierigkeiten, zumal da erwartet worden war, daß die Verständigung mit Italien noch vor dem Zusammentritt der Delegationen erfolgt fein würde. Die Thronrede wird jedenfalls eine wanne Be- | tonung des deutsch-österreichischen Freundschafts-Verhält- nisses enthalten. London, 2. Mai. „Daily Telegraph" meldet ung von Indiern. Die Buren sind zu k i n d e r r e i ch gegenüber den englischen Ansiedlern, die obendvein eine geringe Vorliebe für den Ackerbau zeigen. Rom, 2. Mai. Der Ausschuß der sozialisttschen Partei l hat in ganz Italien den Wortlaut einer Tagest ordnung verbreitet, die gestern anläßlich der Mai^ feier in verschiedenen Versammlungen angenommen worden ist. In derselben ist die Solidarität der italienischen Arbeiter mitdenjenigen der ganzen Welt zur Erlangung besserer Existenzmittel festgelegt. Ferner verlangt dieselbe eine starke H e r a b m in d e r u na der militärischen Ausgaben und drückt schließlich den festen Wlllen aus, mit allen möglichen Mitteln ein« Expedttion nach Tripolis zu verhindern. M a i l a n d, 2. Mai Die Arbetter sämtlicher Ge:verk- schäften hielten gestern anläßlich der Maifeier Meeting- ab und organisierten Umzüge. Der Gememderat hatte I bie Arbeits-Einstellung von 2 Uhr nachmittags ab für bie I stäb tisch en Arbeiter erlaubt. Wien, 2. Mai. Die Maifeier ber Arbeiterschaft ift hier unb in ber Provinz ruhig verlaufen. Die Beteiligung an bem Prater-Marsch war infolge bes Regenwetters nur Aus Ztaöl und £miik Gießen, 2. Mai 1902. *• Parlamentarisches aus Hessen. Soeben ist der Bericht des Gesetzgebungs-Ausschusses über bie Regierungsvorlage betr. die Landtagswahlen erfdjienen- Der Ausschuß empfiehlt ben 62 Artikel enthaltenden Entwurf mit entsprechenben Abänberungen zur Annahme, ivrickt sich aber für eine nochmalige Beratung des ganzen Entwurfs aus. Im Prinzip werden bie hauptsächlichsten Vorschläge ber Regierung angenommen, insbesondere wiro die vorgeschlagene Vertretung der Städte, nach sicher Darmstadt und Mainz je drei, Gießen, Ofienbach und Worms je zwei Abgeordnete erhalten sollen, be- wllligt; im übrigen bleibt bie Einteilung dieselbe, nur würde sich bie Zahl ber jetzt 50 Vertreter zahlenben Abgeordneten auf 55 Mitglieber erhöhen, ^em -bericht ist. ___ bewirkender Urwählerzahl unb bie Zahl der Ab stimmenden Zmdel und Verkehr. Uolkswittschast | Vorstellung des Verbandes deutscher Musitautolnatenhanb- bie Verteilung einer Dividende von 4 Prozent vor. xor J.cyn o} die Vorstellung des DetalllistenvereiNis Mainz Hanauer Kleiubahu-Gcsellfchatt, A. G., Hanau. £etr. btt Revision bes Ste.npeltariss vom 1. Januar 1900 Hauptversammlung besckttß die lbe^ägt 36 341 ben Kleinverkauf von Branntwein, 3) bie ^orstellung ber 4/» /?9qk* qnA f Die Betriebseinnahmen sind von Hessischen Bahnmeister ber Main-Neckarbahn betr. Erhöhung 0 , 108131 * yfarf zurückqegangen. Davon ^ter SSoljnungsoergütung, 4) des Antt-gs K° h l -r. b““f uTb^e^onenrerU3 76081 Slt M- Lingsborf und Genossen betr. den strich des Urt. 41 215). 2 8go au§ dem Güterverkehr 30407 Mk. si. V. 30344 OT.), hnm 12. 91uauft I ,m Dostverkehr auf Mk. 544 (u93. 673), aus Verschiedenem auf Mk. um 2 Uhr zog ein schweres Unwetter über unsere Gegend. E« handle dabei anhaltend. Die einzelnen Hagelkörner hatten eme ansehnliche Dicke. Viele Blüten wurden von den Bäumen abgeschlagen. Strichweise durfte alle Hoffnung auf eine Obsternte vernichtet sein. 8. Darmstadt, 1. Mai. 9!ach nahezu dreistündiger Debatte wurde in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten ein Antrag Götz, welcher bei Beratung des Itabt. £0113 = unö ^Aufstellung"über ?ie sogen/indisponiblen Fonds m Höhe I ^33^2666^286^ 2985 3000 3012 3015 3339 3411 3573 3634 3737 "n TÄo Mk. fXf, -h° man b« M» 4053 4113 4352 4512 4630 5500 5076 6568 6776 6849 6862 Sieuerethöhung um ca. 10 Prozent zuftirnme, mü 18 gegen 21 Stimmen abgctehnt. Damit dürfte die Gemeindefteuer. Gthöhung in fraglicher Höhe für sicher gelten. Insgesamt wird zur Ausgleichung des Voranschlags em Betrag von 363 413 Mk. aus Erhöhung der Gemeindesteuer zu decken In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Psarrer Schlosse^ Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten vormittägigV, Uhr: PsEr Dr Greim Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Markusgememde. Psarrer Dr. Grein. >-< >-* Hj Coursbericht von Conrad Dietz, Bankgeschäft, Gießen, Johannesstraße 1. «e 5, Course vom Course vom 0® Course vom «si Cour e vom ]s Course vom i Stadte-Gbttg. Gießener (alte). do. v. 96 . . —.— —- 3 3 3 3 do. I-VUI . do. v. 85 . . do. Erg.-Netz . Prag-Dux 96 . 90*20 91.55 83.95 91*50 83.80 4 4 4\» Buderus . . Eisenb. Rtbk. . Hirzh. u. Lollar 98.— 98.60 98*60 u. Hals'e Filzfabr. Fulda Löhnverg.Mühle Faber u. Schlei- 136.— 101.— 78.- 136.— 101.— 77.— 4 6 3', 3 Bayer. Thlr. 100 Donau-Regul. . Coln-Mindener Madrider . . 156.20 139*— 145*70 139.50 44.95 3 do..... 67.20 67.95 4 Mainzer. . . ——.— —.— 3 Raab-Oedcubg. cher.... 130.50 13L- 4 SDicm. Thlr. 100 133.40 134.25 4 Oester. Goldrte. 102.75 102.45 3/4 do..... —.— —„■— (alte) . . . 78.30 78^0 Vank-Attien. Maschf. Gritzner 162.— 162.— 5 Oesterr v. 1860 154.30 154.— r* ö Oester.Silberrte Oest. Lokalbahn „ Gallz. Karl- Ludw.-Bahnin 101.75 81.70 101.75 82.— 4 4 8ya 3 >4 Offenbacher. . Wormser . . do..... Frankfurt a. M. 90*10 98^— 99.10 3 4 3 3 do. o. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar. E. B. Livorneser . . 72 90 101.60 66.30 67.30 72.90 101.70 67.40 67.70 Dtsch. ReichSbk. Berliner Hand. Darmstädt. Bk. 154.— 152.80 135.75 153.50 152.30 135.40 Schnellpressen Frankenrhal . Schuhfabrik Otto Herr u. Co. . 164^0 128.— 165.— 128.— 3 2‘/2 8 Oldenb. Thlr.100 Raab-Grazer . Türk. Frs. 400 107.50 112.40 108*40 112.80 Silber . . . Pormg. Staat. 43*40 45*40 3% 4 Darmstadt . . illtannheimer . 98.30 103.50 98.30 103.70 4 5 Sizill v. 91 . Toscanier . . 101.70 105.55 102.10 106,— Deulsche Bk. . Dtsch. Genoffbk. 207.90 102.— 206.90 102.— Siemens Glas Nordd. Lloyd . 248.50 110.25 249.— 107.60 pr. Stück i. Mll 3 5 4 do..... Rum. am. Rte. Rumän. v.1890 96.50 83.30 29.15 96.50 82.50 4 4 4 Münchener . . 9türnberger. . Pforzheim . . 103.70 103.70 104.30 103.85 4 4 4 Rufs. Südost . do. Südwest Rjäsau-Uralsk. 99.— 99*.— 98*65 99.- Discll-Comm. . Dresdner . . Franks. Bank . 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