Nr. 76 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener ZamUien- blättcr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühlffchen Univers.-Buch° u. Steindruckerei (Pietsch Erbe») Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 3. April LS«S Bezugsprersr yg&r ö monatlich 7bPf.,viertel-, V MM W V A iäbrlich Arr. 2.20: durch SietzenerAnzeiger ® W Seneral-Anzeiger v .ssä Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen Die yeuttge Yuwwer umfaßt 10 Seiten. Zum AöleSen Dr. Lieöers schreibt unser parlamentarischer Mitarbeiter unter dem L April : Tem verstorbenen Abgeordneten Dr. Lieber widmet — ein ungewöhnlicher Vorgang — auch das Organ der Regierung, die „Nordd. Allg. Ztg.", einen besonderen und sehr anerkennenden Nachrust Ter Zentrumsführer wird darin als eine der „markantesten Persönlichkeiten im öffentlichen Leben unseres Volkes" und als „einer der einsluftreichsten deutschen Politiker"' bezeichnet. Äe Schaffung eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches, die letzte Erhöhung der Militär-Friedens-Präsenzstärke, die Flottengesetze vom Jahr 1898 und 1900 und viele andere, die gedeihliche Entwickelung der inneren Verhältnisse unseres Vaterlandes und seine Machtstellung nach außen fördernden bedeutenden gesetzgeberischen Neu-Ordnungen seien, so sagt das offiziöse Blatt, unter der hervorragenden Mitwirkung Tr. Liebers zustande gekommen, und auch runter seinen politischen Gegnern werde das Gefühl lebendig sein, vaß er an der Lösung der zahlreichen die letzten Jahre parlamentarischer Thätigkeit ausfüllenden schwerwiegenden Fragen mit seinem großen Wissen und Können in dem aufrichtigen Bestreben mitgewirkt hat, dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen. Tie Regierung hat allerdings Grund, das Hinscheiden des Tr. Lieber zu beklagen, denn seiner oft bewährten Fähigkeit, viele unter einen Hut zu bringen, wäre es vielleicht gelungen, dem Zolltarifentwurf zur Annahme im Reichstage zu verhelfen. Man vernahm denn auch aus parlamentarischen Kreisen, daß Dr. Lieber „daraus brenne", an den parlamentarischen Verhandlungen wieder teilzunehmen, speziell im Hinblick auf die chaotische Situation, in der sich die Tarifvorlage befinde. Noch manches scheint der alte parlamentarische Kämpe auf dem Herzen gehabt zu haben, denn er trug sich mit der Erwartung, nach seiner Wiederkehr manchem „die Hölle heiß machen zu können". Ter Nachruf der „Nordd. Allg. Ztg." hat eine weitere Bedeutung; er ist mehr als eine Ehrung des Helfers in politischen Nöten, als eine Respekterweisung vor der stärksten Partei des Reichstages: Tr. Lieber hätte nämlich, wenn er wollte, Mitglied der Regierung werden können. In Würdigung seiner Verdienste um das Zustandekommen der ersten Flottenvorlage wurde ihm außer einer Ordensverleihung ein M i n i st e r - oder Staats sekretärpo st en angeboten. Dr. Lieber zog es jedoch vor, seine Unabhängigkeit zu bewahren, und auch ein Oberpräsidium reizte ihn nicht. Er nützte dem Zentrum bei weitem mehr dadurch, daß er den Eintritt in die Regierung ablehnte, denn ebensd wie Miquel als Staatsmann für die nationalliberale Partei verloren war, hätte Lieber kaum anders gekonnt, als sich den konservativen Anschauungen seiner Ministerkollegen anzupassen. Und das wäre rasch geschehen, denn die Stärke dieses Zentrumsführers bestand eben darin, veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen. Er war ein brillanter, schneidiger Oppositionsführer, solange es darauf ankam, daß das Zentrum seine Macht der Regierung bewies, und er war ebenso hervorragend, ebenso geschickt, ebenso überzeugend, wenn er mit der Regierung vereint marschierte, und vereint schlug. Was das Zentrum erreicht hat, im „Sturmwind" und im „sanften Säuseln", das dankt es sehr wesentlich dem Dr. Lieber. Innerhalb der Partei hatte er zuweilen entschiedene Gegner, aber es gelang chm immer wieder, die Mißstimmung zu besiegen und seine führende Rolle zu behalten. Keiner war so belesen in Windthorst's Reden, wie er. Tas diente ihm zum Rüstzeug Freund und Feind gegenüber; er vermochte sich fast immer zur Unterstützung seiner Meinung darauf zu berufen, daß Windhorst ebenso oder ähnlich sich da und dort geäußert habe. Das wirkte mitunter wie eine feierliche Beschwörung auf das Zentrum. Die Aufhebung des Jesuitengesetzes freilich, das „Testament Windthorst's, als dessen „Vollstrecker" sich Dr. Lieber auf den Katholikentagen gerne bezeichnete, ist ihm nicht gelungen. Dr. Lieber war keineswegs der beste Redner des Zentrums. In dieser Eigenschaft wurde er von manchem Fraktionsgenossen, z. B. Gröber, Tr. Bachem, Roeren, Frhr. v. Hertling, Tr. Schödler, weit übertroffen. Sein überpathetischer Vortrag, mit Betonung fast jeden einzelnen Wortes, das etwas gesucht langsame Zeitmaß, auch in Reden, die jeglicher besonderer Bedeutung entbehrten — man vermochte die Ausführungen kaum auf die Tauer anzuhören, ohne von Ermüdung oder Nervosität befallen zu werden. Toch war durch, diese Feierlichkeit und vorsichtige Zurückhaltung Lieber der geeignete Mann, in kritischen Momenten Erklärungen für die Fraktion abzugeben oder in mehrdeutigen Wendungen nnb Ausdrücken die Entscheidung des Zentrums für die dritte Lesung zu reformieren. In Dr. Lieber hat das Zentrum nicht sein bedeutendstes, nicht sein geistig hervorragendstes Mitglied verloren, aber seinen gewandtesten und erfolgreichsten Taktiker. * ♦ Köln, 1. April. Die „Köln. Volksztg." toibmet dem verstorbenen Dr. Lieber einen längeren warmen Nachruf und teiltu- a. über die Krankheit des Verstorbenen folgendes! mit: Lieber war eigentlich niemals ein gesunder Mann. Das Uebel, welches ihn in seinen letzten Lebensjahren so ent- setzlich heimsuchte, war sehr alt. Schon als junger Mann von 20 Jahren hatte er von ihm zu leiden, und als er, in den ersten Jahren seiner parlamentarischen Laufbahn, seine Frau heimführte, plagte es ihn schon manches Mal. Doch waren die Anfälle verhältnismäßig nicht schwer. Sre traten auf mit heftigen Schmerzen im Unterleib, zu denen sich krampfhaftes Erbrechen gesellte. Länger als zwei bis höchstens drei Tage pflegten sie aber nicht zu dauern, ^n späteren Jahren wurden sie heftiger, und der | Leidende konnte dann des lindernden Morphiums nicht mehr ent- raten. Doch ist er nie, wie zuweilen angedeutet worden ist, „Morphinist" gewesen. Mit großer Willenskraft enthielt er sich vollständig dieses gefährlichen Mittels, sobald die raseriden Schmerzen nachgelassen hatten. Wer in dieser Zeit chn beobachten konnte, mußte überhaupt die seltene Geistes stärke und Selbstbeherrschung bewundern, mit welcher er sich seinen parlamentarischen Pflichten hingab, ohne auf fernen Zustand Rücksicht zu nehmen. Nur bei eiserner Energie hat er das leisten können, was er thatsächlich geleistet hat. Trotzdem mußte das Morphium, als später die Anfälle immer häufiger, länger und heftiger wurden, seinen Gesundheitszustand ungünstig beeinflussen. Er war sich dessen auch selbst bewußt, und nicht selten antwortete er, wenn er nach wenigen Tagen unter seinen Kollegen wieder erschien und diese an seinem fahlen Ausehen erkannten, was er wieder durchgemacht hatte, seinen teilnahmsvollen Freunden: „Ich habe wieder Morphium nehmen müssen." — Ueber die letzten Stunden vor dem Hinscheiden Liebers erfährt das Blatt noch aus Camberg: Am 26. v. M. führte Dr. Lieber noch den Vorsitz in der Stadtverordneten-Versammlung, fühlte sich aber abends abgespannt und sehr unwohl. Am 27. wurde Lungenentzündung festgestellt, gegen welche der geschwächte Körper die gewünschten Widerstandskräfte nicht mehr hatte. Komische Tagesschau. Eine politische Rundreise des Grafen Posadowsky. Der Staatssekretär des Innern benutzt seine Osterferien zu einer politischen Rundreise an die Höfe der größeren Bundesfürsten. Er war schon in Dresden und sollte gestern Abend in München eintreffen, wo er heute und morgen mit den bayrischen Ministern Besprechungen haben wird, um dann nach Stuttgart und Karlsruhe weiter zu reisen. Graf Posadowsky wird diese Fahrt nicht als Erholung oder Vergnügen betrachten. Versichert doch die Münchener „Allg. Ztg.", er wolle sich mit den Regierungen „in Sachen der durch die Zolltarifvorlage geschaffenen parlamentarischen und wirtschaftspolitischen Lage und der vom Geschick der Zolltarifvorlage abhängigen Reichsfinanzreform" persönlich ins Einvernehmen setzen. Die „Voss. Ztg." glaubt die Reise des Grafen Posadowsky mit einigem Mißtrauen verfolgen zu müssen. Er sei derjenige Staatssekretär, der bei der Vorbereitung des Zolltarifs am nachdrücklichsten den Standpunkt der Hochschutzzöllner, sowohl der agrarischen wie der industriellen, vertreten habe, und auch der Vorkämpfer des Doppeltarifs. Es sei nicht undenkbar, daß er trotz seiner bisherigen Erklärungen, wonach die Sätze des Mindesttarifs die äußerste Grenze bilden, bis zu der der Bundesrat gehen werde, über diese Sätze hinauszugehen geneigt sei, wenn dafür die Zustimmung der größeren Bundesstaaten zu gewinnen wäre. Und es sei nicht ausgeschlossen, daß Graf Posadowsky sich dem Glauben hingibt, durch seine Beredtsamkeit die Minister der Mittel- und Südstaaten zu einer Erhöhung der Weizen- und Gerstenzölle bekehren zu können. Mag die „Voff. Ztg." nun recht haben oder nicht, jedenfalls ist sicher, daß Graf Posadowsky sein Möglichstes thut, um die süddeutschen Minister für seine Absichten geneigt zu machen. Denn er wird gewiß die Empfindung haben, daß er nicht nur für die Sache, die er vertritt, sondern auch für seine Stellung kämpft. Denn scheitert das Zollschifflein, so ist er als der Steuermann der nächste dazu, von den Wellen verschlungen zu werden. Ob er aber mit emer Erhöhung der Gersten- und Weizenzölle in München, Stuttgart und Karlsruhe Gegenliebe findet, muß die Zutuns: lehren. Nach den Reden der Herren v. Riedel, Pischeck und Buchenberger kann man es kaum glauben. Was übrigens noch die Reichsfinanzreform angeht, von der das Münchener Blatt redet, so ist sie in erster Reihe nicht Sache des Staatssekretärs des Innern, sondern des Staatssekretärs des Reichsschatzamts, und es ist kaum wahrscheinlich, daß der Freiherr v. Thielemann die Verhandlungen dem Grafen Posadowsky überlassen würde. Und insoweit doch die Einnahmen aus den Zöllen in Betracht kommen, hat Graf Bülow schon der Regierung eine gebundene Marschroute gegeben, indem er erklärte, die Mehrerträge sollen zu sozialpolitischen Zwecken verwendet werden. Sie kämen also für die Reichsfinanzreform überhaupt nicht in Betracht. Berbandstag der deutsch-nationaleu Handlungsgehilfen. Der am zweiten Ostertag in Magdeburg abgehaltene Verbandstag der deutsch-nationalen Handlungsgehilfen war sehr zahlreich besucht. Dem Verbände gehören gegenwärtig 686 Ortsgruppen mit insgesamt 45 744 Mitgliedern an. Das Gesamtvermögen des Verbandes beläuft sich zur Zeit auf 161 879.80 Mark, an Ueberschüssen wurden im letzten Jahre 43164 Mark erzielt gegen 51 285 Mark im Vorjahre. Zum Punkt „Frauenarbeit" ersuchte Brandes-Danzig um eine regere Agitation des Verbandes in den östlichen Provinzen, wo infolge der geringen Vorbildung der Angestellten die Frauenarbeit im kaufmännischen Betriebe immer mehr überhand nehme. Es sei vor allen Dingen die Errichtung von Fortbildungsschulen zu fördern, die für die werblichen Angestellten schon vielfach vorhanden seien Dank der rührigen Arbeit der verschiedenen Frauenvereinigungen, die leider sehr ost einen Rückhalt bei den städtiscyen Verwaltungen und Handelskammern fänden. So fei der zweite Bürgermeister der Stadt Danzig Auffichtsratsmitglied des dortigen Frauenvereins. Die Folge davon fei, daß die Frmren- arbeit auch schon in die Kontore hinübergreife, und es sei daher hohe Zeit, die Kollegen im Osten durch entsprechende Flugblätter vor den Gefahren der immer mehr .überhandnehmenden Frauenarbeit zu warnen. Meckbuch- Braunschweig bedauerte ebenfalls, daß man die Fortbildung der männlichen Angestellten zu Gunsten der Frauenarbeit im Handelsgewerbe fortgesetzt vernachlässige. Auch in Braunschweig sei, und zwar unter ausdrücklicher Befürwortung durch die dortige Handelskammer, ein Fortbildungskursus für weibliche Angestellte eingerichtet wor- >en, während von einem solchen für männliche An- geftefite keine Rede sei. Gleitsmann-Dresden polemisierte gegen die weiblichen Geschäftsreisenden unter eingehender Darlegung der sittlichen Bedenken, die gegen diesen Zweig der Frauenarbeit im Handelsgewerbe vorhanden sind. — Nach weiterer Debatte wurde der Bau eines eigenen Verbandshauses in Hamburg beschlossen und als Ort für die nachste Jahresversammlung Köln bestimmt. Vom Burenkrieg. Nach großen Bemühungen scheint jetzt die direkte Verständigung zwischen den hervorragendsten Bu- rensührern über die Friedensbedingungen! nahe bevodstehen. Noch am Sonntag hatte Schalk Burger die Fühlung mit dem Präsidenten Steijn nicht gewinnen können. Gestern aber scheint Steijn Nachricht bekommen zu haben. Wie nänrlich aus Pretoria vom Montag berichtet wird, vereinbarte Steijn eine Konferenz mit Delarey, zu welcher auch Schalk Burger unmittelbar erwartet wird. Man glaubt, General Botha werde bei der Konferenz zugegen sein. Kommandant Mears (?). sandte eine Nachricht, daß er die Entscheidung der Burenregierungen abwarte. Auch De Villiers schickte einen Parlamentär nach Kimberley, um nach Waffenstillstands-Bedingungen zu fragen. Ferner berief nach einer Meldung aus Heidelberg in Transvaal Kommandant Albert eine Versammlung vor: Burghers nach einem Orte 35 englische Meilen östlich von Springs, um über die Rätlichkeit einer allgemeinen Uebergabe zu beraten. General Hans Botha berief zu dem gleichen Zwecke eine Versammlung nach Amsterdam. Die allgemeine Ansicht ist, die Buren seien mit Ausnahme weniger Unversöhnlicher sehr begierig! auf die Beendigung des Krieges, doch würden sie je nach dem Resultate der Konferenz weiter kämpfen oder die Waffen niederlegen. Tie Friedensbewegung hat indessen auf dre mitt* tärischen Operationen nicht den geringsten E i n f l u ft Wie Lord Kitchener meldet, entfaltet besonders der Burenkommandant Beyers im Norden Transvaals jetzt wieder eine regere Thätigkeit. Er habe einen nur gering besetzten engtischen Posten im Spelonkendistrikte umzingelt, sei aber von einer zum Entsätze herbeigeeilten britischen Kolonne unter Oberst Colenbrander mit leichter Mühe zurückgeworfen worden. — Nach einer wei- teren Meldung Kitcheners sind in der vergangenen Woche 26 Buren gefallen und verwundet, 259 im Nordosten des Oranjestaates gefangen genommen worden. Tie Operationen seien durch das Anschwelsten der Flüsse sehr behindert. Tas englische Kriegsnünisterium giebt bekannt, daß sich am 30. Adärz in der Nähe von Barberton in Transvaal ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete. 39 Sol-? baten wurden getötet, 45 verletzt. Deutsches Keich. Berlin, 1. April. Der Kaiser konferierte heute Vormittag im Auswärtigen Amt mit dem Staatssekretär Frhr. v. Richthofen und hörte später im Schlosse die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Admiralstabes. —. Der Kaiser beabsichtigt für die großen Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie und des Norddeutschen Lloyd sein Portrait zu stiften. — Der Kaiser übersandte dem deutschen Botschafter in Paris, Fürsten Ra d ol in als Geburtstagsgeschenk seine Goldbronze-Büste, der Fürstin Radolm zum Osterfeste ein herrliches Blumenarrangement in Form eines Ostereies. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, sprach der Kaiser am 1. Osterfeiertage dem Direktor Anton v. Werner. anläßlich des Verlustes seiner Gattin und seines Sohnes' durch ein sehr gnädiges Handschreiben seine warme Teilnahme aus und verlieh ihm gleichzeitig den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse. — Der holländische Ministerpräsident Dr. Kuyper isb heute früh aus dem Haag hier eingetroffen. Er besuchte im Lauf des Tages den Staatssekretär v. Nicht Hof en und verweilte ferner im Kultusministerium. — Anläßlich des Todes des Fürsten Münster finfr zahlreiche Trauer-Kundgebungen erfolgt. Der Kaiser sandte an die Gräfin Gröben ein in heimlichen Worten gehaltenes Beileids-Telegramm, in welchem er den Tod des fähigen Diplomaten beklagt, der ihm und seinen Vorgängern ein treuer Beamter und Berater gewesen sei. Er hätte gewünscht, daß der Fürst seinen Lebensabend noch recht lange in Ruhe und Frieden genießen möchte, doch der Allmächtige habe es anders gewollt. — Außer dem Kaiser kondolierten sämtliche deutsche Fürsten, die meisten preußischen Minister, höheren Militärs und Staatsbeamte. Ferner trafen Beileids-Telegramme ein von der deutschen Kolonie in Paris und London, vom Herzvg von Ujest, dem Fürsten Radolin, dem Fürsten Metternich sowie von vielen hohen Würden- trägem und Ministern Frankreichs, Italiens und Oesterreichs. Am Sonntagabend fand im Sterbehause eine Trcmer- feier statt, an der außer der Familie eine Anzahl Bekannte und Freunde Les Verstorbenen teilnahmen. Nach der Feier wurde die Leiche nach Derneburg gebracht, wo gestern mittag die Aufbahrung im Schlosse er folgte. Die Beisetzung findet morgen nachmittag statt. Der Kaiser ist durch den Grafen Waldersee vertreten. — Der Staatsanzeiger sagt in einem Nekrolog auf den Fürsten Münster: Fürst Münster hatte sehr früh schon die Bestimmung Preußens zur führenden Großmacht in Deutschland zu werden, erkannt. Aus voller Ueberzeugung und mit seiner ganzen Persönlich? keit war er deshalb nach den Ereignissen von 1866 zunächst als Parlamentarier auf den Boden der neuen Verhältnisse getreten. Als später der Ruf an ihn erging, auch aus dem Gehiete der äußeren Politik sich in den Dienst des Meiches zu stellen, folgte er freudig dem Rufe und verwertete von da an sein reiches staatsmännisches Wissen und seine große Erfahrung zum Besten der auswärtigen Stellung des Vaterlandes. Die patriotische Hingebung und das Geschick, das er als Botschafter in den ihm anvertrauten gewichtigen Stellungen bewies, verschafften ihm das unerschittterliche Vertrauen des Kaisers. Mit Stolz konnte er an seinem Lebensabend auf das Gedeihen des Reiches blicken, an dessen Ausbau und Kräftigung in hohem Maße thätig mitzuwirken, ihm selbst vergönnt gewesen ist. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Vereinbarung zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich zur Regelung des Verkehrs mit Branntwein und Spirituosen an der deutsch-französischen Grenze. Nachdem der Bundesrat zu diesem Abkommen seine Zustimmung erteilte wurde dasselbe von den beiderseitigen Regierungen genehmigt. Die Auswechslung der Genehmigungserklärungen hat ftattgefunden. — Der Bundesrat wird, dem „Berl. Lok.-Anz." zufolge, in einer seiner nächsten Sitzungen die Novelle zum Börsengesetz, die in seinen Ausschüssen bereits durchberaten ist, verabschieden, voraussichtlich nur mit geringfügigen Abänderungen. Der Entwurf wird trotzdem in Arche tracht der Geschäftslage des Reichstages diesem zunächst nicht zugehen. Der Reichskanzler wird sich vielmehr Vorbehalten, selbst zu bestimmen, wann dies geschehen soll. — In hiesigen leitenden Kreisen bezeichnet man das Ergebnis der Begegnung des Grafen Bülow mit dem italienischen Minister Prinetti als sehr befriedigend. In den beiden Unterredungen zwischen den beiden Staatsmännern, von denen die am Vormittag I1/2 Stunden, und die am Abend auch nicht viel kürzere ,, Zeit gewährt hat, wurde eine völlige Uebereinstimmung über alle wichtigen Punkte der deutsch-italienischen Beziehungen erzielt. Den Abschluß eines neuen Handels-Vertrages mit Italien hält man hier für gesichert und für relativ leichter, als z. B. den Abschluß eines neuen Handelsvertrages zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien. Ob noch eine Zusam- -- menkunft zwischen dem Grafen Bülow und dem iralieni- jchen Ministerpräsidenten Zanardelli stattsinden wird, wird in unterrichteten Kreisen als eine Frage des „Zufalls" bezeichnet. Köln a. Rh., 1. April. In einer gestrigen Zentrums-Versammlung, in welcher u. a. auch bereits Mitteilung über das Hinscheiden Dr. Liebers gemacht wurde, hielt Dr. Trimborn einen längeren Vortrag über die Stellung des Zentrums zum Zolltarif, in welchem er u. a. sagte: In das mittlere Fahrwasser steuert die Zolltarif-Kommission mit dem Anträge Schwerin-Herold und begegnet sich mit der Linie, auf der sich die R e g ie r un g s-V0 r l a g e bewegt. Die Kommissions-Mehrheit ist dieser Linie sehr nahe. Ich meine nun, daß Regierungsschiff und Kom- missionsboot auf dem Wege der Verständigung in der mittleren Fahrbahn sich zusammen fin- ’ den, um so die Zolltarif-Vorlage Volldampf voraus in den sicheren Hafen zu bringen. Dr. Trimborn hielt eine Verständigung mit der Regierung für ,eyr leicht möglich. Trotzdem schloß er seine Ausführungen mit den Worten: . Ich sage Ihnen mit allem Ernst und aller Eindringlichkeit: Seien Sie auch nicht müßig und lassen Sie eins nicht - aus den Augen, rüsten Sie sich für den Wah lkamps, der vielleicht früher eintreten kann, als mancher glaubt. Dresden, 1. April. Der heutigen Landeskonferenz der sächsischen sozialdemokratischen Partei in Meißen hat im Regierungsaufträge zum erstenmal ein höherer sächsischer Regierungsvertreter zu Studienzwecken beigewohnt._____________________________ Ausland. Wien, 1. April. Än hiesiger unterrichteter Stelle wird die Meldung, daß auf Anregung Rußlands. Oesterreich und Italien sich bereits bereit erklärt hätten, an einer zeitweiligen militärischen Besetzung Albaniens teilzunehmen, als unbegründet bezeichnet. — Die hiesige türkische Botschaft dementiert auf das entschiedenste die Meldung von dem angeblichen Tode des türkischen Thronfolgers Reschad Effendi. Athen, 1. April. Die hier lebenden Mazedonier hielten eine Versammlung ab und beschlossen, an die Mächte cme Eingabe zu richten, in der sie dieselben inständig bitten, in Mazedonien zu interveniren, damit der Lage ein Ende gesetzt werde, welche durch die von Bulgaren begangene Greuelthaten geschaffen sei. Madrid, 1. April. Die Königin-Regentin wird einen außerordentlichen Gesandten nach Rom entsenden, welcher dem Papste einen Brief der Königin nebst Geschenken überbringen wird. In dem Schreiben teilt die Königin dem Papste das Ende ihrer Regentschaft mit und dankt ihm für die moralische Unterstützung und den väterlichen Trost, den er ihr während der schweren Zeit ihrer Regentschaft hat zu teil werden lassen. Sie ersucht den Papst, die Geschenke als einen Beweis ihrer kindlichen Liebe zu dem Heiligen Vater anzunehmen. Maderno (am Gardasee), 1. April. Heute begrüßte die deutsche Kolonie den Ministerpräsidenten Zanardelli, der an Bord eines Festdampfers kam und in herzlichen Worten auf die Bande hinwies, die Italien und Deutschland verbinden. Tie Kundgebung verlief unter Hochrufen auf Zanardelli, Deutschland und Italien. Paris, 30. März. Nach Empfang der Nachricht vom Tode des Fürsten Münster richtete Präsident Loubet an die Tochter des Verstorbenen, Frau v. Beneckendorff und v. Hindenburg in Hannover ein Beileidstelegramm und beauftragte gleichzeitig den Botschafter Marquis de Noailles, ihn bei der Trauerfeier zu vertreten. Bern, 1. April. Heute fand die feierliche Eröffnung des neuen Parlamentsgeb au des durch den Schweizer Bundesrat und die Bundesversammlung statt. Die Feierlichkeit trug gleichzeitig einen offiziellen und volkstümlichen Charakter. Nach der feierlichen Eröffnung fand eine außerordentliche Frühjahrssitznng statt. Beide Kammern erledigten die Tagesordnung. Die Bauausführung dauette 8 Jahre und kostete 8 Mill. Frs. Sämtliche Baumaterialien stammen aus der Schweiz, ebenso wurden bei der Ausschmückung nur Schweizer Künstler berücksichtigt. Haag, 1. April. Die Königin sowie Prinz Heinrich der Niederlande begeben sich am Donnerstag nach Schloß Loo, wo sie bis Anfang August Aufenthalt nehmen werden. Kopenhagen, 1. April. Der hiesige Dampfschiffs- Rhederverein, der die Uebereinkunft mst dem Seemannsverband zum 1. April gekündigt hatte, teilte heute den Seeleuten mit, die Rheder wünschten keine nene Uebereinkunft, sondern hätten von heute ab gültige Verheuerungsregeln festgesetzt. Der Transportarbeiterverband, wozu die Seeleute, Schiffsheizer und Hafenarbeiter Kopenhagens sowie mehrerer anderer Städte gehören, wird heute Abend eine Versammlung abhalten, um über die Stellung der Arbeiter zu den Rhedereien zu beraten. Shanghai, 1. April. Hier ist heute früh Dr. Prinz Karl zu Schwarzenberg, Legationssekretär bei der österreichischen Gesandtschaft in Tokio, im 31. Lebensjahre an Scharlach gestorben. Aus SIM und Kund. Gießen, den 2. April 1902. ** Das Regierungsblatt Nr. 16 enthält: Finanzgesetz für das Etatsjahr 1902/1903. Art. 1 lautet: An Einkommensteuer kommen die in den Artikeln 13 und 48 des Gesetzes vom 12. August 1899, die allgemeine Einkommensteuer be- tteffend, festgesetzten Beträge zur Erhebung. Dagegen werden art Vermögenssteuer die in Artikel 13 des Gesetzes vom 12. August 1899, die Vermögenssteuer betreffend, festgesetzten Beträge mit einer Erhöhung von 364/tl Prozent erhoben, und sontit der Steuersatz für je 1000 Mk. Vermögen vom 55 auf 75 Psg. erhöht. ** Das neue Uebernachtnngsgebäude für Eisenbahnfahrbeamte in der Nähe des Bahnhofs Gießen findet, wie wir hören, in den beteiligten Beamtenkreisen immer mehr Anklang. Die dort verkehrenden Eisenbahnbeamten wissen den Wert der ebenso behaglich wie zweckmäßig eingerichteten Räume immer mehr zu schätzen. Die Eisenbahnverwaltung hat in der letzten Zeit darin auch Kommisfionszimmer für Kontrolleure eingerichtet. — Gegenüber dem Uebernachtungsgebäude befinden sich bekanntlich Wohngebäude für untere Beamte und Arbeiter. Eines derselben, an dem gegenwärtig gebaut wird, ist bereits soweit im Bau vorgeschritten, daß es bis Mitte Mai voraus- fichtlich unter Dach kommen wird. Das bereits vor einigen Monaten im Rohbau fettiggestellte 3. Wohnhaus ist z. T. schon bezogen. Die Wohnungen gehen reißend ab. Es liegen bei weitem mehr Voranmeldungen Wohnungsuchender vor, als Wohnräume geschaffen werden können. — Wir sind in der Lage, im Anschluß hieran mitteilen zu können, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten beabsichtigt, dort, wo Wohnungsmangel herrscht, solche Wohnungen nicht nur für niebere, sondern auch für mittlere Beamte bauen zu lassen. Die Eisenbahndirektionen sollen bereits beauftragt sein, entsprechende Erhebungen anzustellen. ** Der deutsche Fleischer-Verband hatte s. Zt. eine Eingabe an die Regierung gerichtet, worin er um Ergänzung' der Hauptmängelliste des Viehes durch die Rinderfinne bat. (Die Rinderfinne galt bisher nicht als Hauptmangel bei der Vieh-Gewährschaft.) Die Eingabe hatte keinen Erfolg und wurde danach als Jmmediat-Eingabe direkt an Se. Maj. den Kaiser gerichtet. Daraus ist jetzt folgende Antwort bei dem Vorsitzenden des Deutschen Fleischer-Verbandes eingelaufen: „Reichs-Justizamt. Berlin, den 20. März 1902. Aus die an Se. Maj. den Kaiser und König gerichtete, zur Bescheidung hierher gelangte Eingabe vom 20. Februar d. I., betr. Abänderung der Verordnung vom 27. März 1899 über die Hauptmängel und Gewährschcfften beim Viehhandel, teile ich dem Vorsitzenden des Deutschen Fleischer-Verbandes er- gebenst mit, daß die in der Eingabe berührten Punkte bei den Beobachtungen, welche sich auf die praktische Anwendung der Verordnung beziehen, Berücksichtigung finden werden." t Burkhardsfelden, 30. März. Am ersten Oftcrfciertage hatte unsere Gemeindeschwester für die ihrer Obhut unterstellten Kindern ein Kinderfest veranstaltet, das sehr zahlreich besucht war. Die schönen Spiele der Kleinen legten Zeugnis davon ab, welche Mühe sich die Schwester mit den Kindern gibt. — Die Krankenschwester feiert am 6. April ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Nahezu 24 Jahre ist sie in unserer Gemeinde thätig. Sie hat sich die Achtung und Liebe sämtlicher Ottseinwohner erworben. tt Lich, 31. März. In der Nacht vom 1. auf den 2. Feiertag wurde in ba§ Kontor des Kaufmann Ferdinand Zimmer, hier, eingebrochen. Zwischen dem Hause des Herrn Zimmer und des Herrn Peter Dietz befindet sich ein Winkel, der nach der Straße hin durch eine schmale hölzerne Thür abgeschlossen wird. Diese hat der Dieb geöffnet imb wieder hinter sich geschloffen, so daß er von der Straße nicht bemerkt werden konnte. Kaum 1 Meter von der Straße entfernt hat er dann „gearbeitet". Mit einem Stemmeisen und einer alten Bundaxt hat er em Gefach des Lehmfachwerks durchbrochen. Den Platz hat er sich günstig gewählt, denn an jeder anderen Stelle hätten ihm Schränke, die an der Rückwand des Kontors stehen, das Eindringen erschwert. Der Dieb hat wohl versucht, Geld zu holen, hat aber keins gefunden. Dagegen hat er sich an eß- und trinkbaren Sachen schadlos gehalten. Eine Flasche Sherry hat er geteert, drei Pack Zwieback erbrochen, (ob auch verzehrt?) und die Umhüllung liegen gelassen und dem vorrätigen Schweizerkäse hat er stark zugesprochen; außerdem hat er noch Zigaretten mitgehen heißen. Der angerichtete Schaden ist ja wohl nicht sehr groß, der Diebstahl selbst aber als ein ganz raffinierter zu bezeichnen. — Stangenrod, 1. April. Nachdem die Arbeiten für den Neubau der Kreisstraße Stangenrod—Weitershain vergeben worden sind, wird bereits in dieser Woche mit dem Bau begannen werden. Da der Betrieb in den Eisensteingruben unserer Gemarkung schon im vorigen Jahre eingestellt wurde, kommt die durch den Straßenneubau gebotene Arbeitsgelegenheit den Bewohnern doppelt willkommen. — Wie bereits mitgeteilt, wurde Bürgermeister Bock hier zum dritten Male mit Stimmeneinhelligkeit gewählt. Es ist dies Ergebnis um so ehrender für die Wähler, wie für den Gewählten, als sich die Wählerschaft sowohl bei der vorausgegangenen Beigeordneten-, als auch bei der Gemeinderatswahl in zwei Lager spaltete. Eberstadt, 1. April. Die Bauarbeiten für die neue Pro-» vinzial-Pflegeanstalt (Siechenanstalt) für Starkenburg: sind zur Vergebung ausgeschrieben. Die Anstalt, in der etwa 450 Personen Ausnahme finden sollen, erfordert insgesamt einen Kostenaufwand von 750 000 Mark und kommt an der Straße nach Bickenbach zu stehen. )( Grünberg, 1. April. In der Turnhalle fand gestern. Abend ein Konzett statt, veranstaltet von einem jungen, vielversprechenden Künstler aus hiesiger Stadt, Karl Gieß jun., vom Königl. Konservatorium für Musik zu Leipzig, unter Mitwirkung von Fräulein Groß vom Hoch'schen Konservatorium zu Frankfurt a. M. und des Musiklehrers Kasten aus Gießen. Sämtliche Darbietungen wurden in künstle-- rischer Weise zum Vortrag gebracht, und die Konzertgeber ernteten stürmischen Beifall seitens der in ungewöhnlich stattlicher Anzahl erschienenen Zuhörer. (:) Nie der-Ofleiden, 1. April. Die Eisenbahn-, direktion Frankfurt a. M. hüt einem von hier gestellten Anträge vom 9. v. Mts. auf Einführung des Privat-Tele- grammVerkehrs bei der Eisenbahnstation Nieder- Osleiden entsprochen und die Station ermächtigt, vom 1. April ab Telegramme anzunehmen und an kommende Telegramme zu bestellen. Die Dienststunden für diesen Verkehr beginnen täglich um 7 Uhr vormittags, im Winter um 8 Uhr und endigen abends um 9 Uhr. In Anerkennung" dieser für Nieder-Ofleiden so wichtigen Verkehrseinrichtung hat man sich auf Anregung von Lehrer Görlach hier bewogen gefühlt, in einem ersten Telegramme der Direktion herzlichen Dank auszusprechen. sb. Schlitz, 31. März. Im Herbste 1900 wurde hie^ ein „Verein zur Förderung allgemeiner Bildung" gegründet. Aus der anfänglich kleinen Anzahl der Gründer sind nun 601 bis 70 Mitglieder geworden. Diese zahlen einen monatlichen Beitrag von 10 Pfennigen während des ersten und eierten Vierteljahres und können dafür die Bibliothek des Vereines! benutzen. Alle 14 Tage werden im Winter Vorträge allgemein belehrenden Inhaltes gehalten. Auch Nichtmitgliedern ist es gestattet, den Vorträgen, wie den sich anschließenden Debatten beizuwohnen. Die kräftige Entwicklung des rührigen Vereins ist allein seinem Vorsitzenden, dem Rektor der hiesigen höheren Bürgerschule Dr. Flechsenhaar zu verdanken. d Nidda, 31. März. Auf sein Nachsuchen wurde Postmeister Josef König, der in allen Kreisen unseres Städte chens sehr beliebt ist, mit Wirkung vom 1. Mai in den Ruhestand versetzt. An seine Stelle tritt Postmeister Hunsker aus Altenbeken. \ d Ulfa, 29. März. Schulverwalter Scheel von hier erhielt ein Dekret nach Helpershain im Kreise Schotten. Villingen, 1. April. Am Samstag ging ein hiesiger Arbeitsmann nach Ruppertsburg, um daselbst eine Anweisung über Arbeitslohn in Empfang zu nehmen. Er begab sich abends auf den Heimweg, wobei er den Feldweg benutzte, kam aber nicht zuhause an. Gestern fand man den Verunglückten ettrunken in der Horloff. Jedenfalls ist er in der Dunkelheit vom Weg abgekommen und in die Horloff gefallen. Der Verunglückte war ein Mitkämpfer von 1866 und 1870/71, aus welchem Grund ihm auch der hiesige Kriegerverein militärische Ehren bei der Beerdigung erwies. Mainz, 1. April. Die hiesige Eisenbahn-Direktion teilt mit: Die infolge eines Felssturzes zwischen Bach a rach und Oberwesel eingetretene Sperrung der Strecke! Bingerbrück-Koblenz ist soweit beseitigt, daß von heute: Vormittag ab die Personenzüge wieder durchgeführt werden^ können. Frankfurt a. M., 1. April. Die Postkarten mit General Cr 0 njes und Oberst' S ch i e l s Unterschrift sowie fast sämtliche B u r e n s e d e r h a l t e r aus St. Helena: sind nunmehr zu Gunsten der dortigen Gefangenen verkauft.. Es ivurde dafür bis jetzt ein Erlös von rund 2900 ML! erzielt. Von diesem Betrag sind bereits am 27. Februar 50 Pfund Sterling und am 27. März 80 Pfund Sterling an das deutsche Konsulat in St. Helena zur Einhändigung an Oberst Schiel ab gegangen. Von den Federhaltern sind noch etwa 200 Stüc: übrig, die bei R. Ristenpart, Kaiserstraße 35, zu 1.50 Mk. das Stück abgegeben werden. — Prinz- Al b r e ch t von Preußen, Regent von Braunschweig, traf heute morgen hier ein und reiste nach kurzem Aufenthalt zum Kurgebrauch nach Baden-Baden. — Tas jicbente1 Verbandsschießen und Verbandsfest des Mitteldeutschen Sa) ätzen Verbandes wird vom 29. Juni bis! 7. Juli in Rödelheim veranstaltet. Der Festplatz befindet sich auf dem Gräflich Solms-Grundstück zwischen den Fahrradwerken Weil und der Saalburgstraße. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In einem Anfalle von Schwermut erhängte sich in Offenbach der 46 Jahre alte Tagelöhner llfinger. — In Pfungstadt verletzte ein junger Mann, der sich im Flobett- schießen übte, seinen Kameraden tödtlich. — In W ies- baben ist der frühere langjährige Chefredakteur des „Rhein. Kurier", Johannes Lahm, gestorben. — ■■■ ■■ ...... Vermischtes. * Magdeburg, 2. April. Der Arbeiter Hinkeldei feuerte auf seine Frau 4 Schüsse ab und verletzte sie lebensgefährlich. Er erschoß sich dann selbst. Der Grund zu der Thai ist die Ablehnung der Ehescheidung durch das Gericht. Die Frau ist 28mal vorbestraft. * Insterburg, 2. Apttl. Rechtsanwalt Lackner und Frau sind nachts infolge Kohlendunstoergiftung erstickt. * Königsberg i. Pr., 1. Apttl. Die Geliebte des Gattenmörders Adolf Gustav Beck von hier, der, wie wir gestern mitteilten, flüchtig tst, die Witwe Mehrbach, wurde gestern in Pankow verhaftet und hierher transportiert. Sie wurde sofort in Untersuchungshaft genommen. * Mannheim, 30. März. Vier Menschenleben rettete gestern der Schiffszimmermann Kalinke. Von dem an der Schiffswerft der Mannheimer Schiffs- und Maschinen- bau-AktiengesellschaftKohlen löschenden Schiff „Wilhelmine" aus Mülheim a. Rh. siel der fünfjährige Sohn des Schiffers übe^, Bord. Die Mutter sah das Unglück und stürzte sich ihrem Kinde nach. Sie erreichte es nicht und schwebte ebenfalls in höchster Gefahr, als zwei Kohlenträger ins Master sprangen, um die Beiden zu retten. Allein dem Einen klammerte sich das Kind mit der Kraft der Verzweiflung um den Hals, sodaß der Retter zu ersticken drohte, und dem anderen der Wackeren machte das Gewicht der korpulenten Frau zu schaffen. In diesem kritischen Moment brachte der mit einem Nachen hinzurudernde Schiffszimmermann Kalinke Hilfe. Mit großer Besonnenheit entriß er Einen nach dem Andern den Mellen, wobei der Nachen wiederholt umzukippen drohte. * Sondelfingen i. Württemb., 29. März. Der Bäcker Reinhardt, der verurteilt worden war, seiner Frau und ihrem 2 Jahre alten Kinde 400 Mk. Alimen- tationSkosten jährlich zu zahlen, geriet darüber so in Wut, daß er, als sie mit dem Kinde auf dem Arme an seinem Laden vorüberging, mit dem Beil bewaffnet ihr nacheilte. Er schlug ihr das Kind mtt einem Beilhicb aus dem Arm und zertrümmerte ihm dann mit einem zweiten Schlag den Schädel, daß sofort der Tod eintrat. Die zum Tode erschrockene Frau entfloh, der Wüterich folgte ihr und versetzte ihr, als sie hinsiel, ebenfalls einen Beilhieb in den Hinterkopf. Die Frau ist schwer verletzt, der Mörder wurde verhaftet. * Southampton, 1. April. Der der Londoner ^outhwcstern Eisenbahngesellschaft gehörige Dampfer , 9Hma " von Southampton nach Havre unterwegs, stieß mit der Bark „Cambrian Princeß" zusammen, welche unverzüglich sank. Elf Personen sind tobt. Die beschädigte „Alma" kehrte nach Southampton zurück. • Wien, 1. April. Vier Touristen, die am Samstag sich nach Reichenau begeben hatten, um vom Höllenthal aus die Rax zu besteigen, werden vermißt und sind wahrscheinlich in' der Tcuselsbadstube durch einen Schneesturm umgekommen. Einer von ihnen ist tobt aufgefunben worben; von den übrigen fehlt jebe Spur. Rettungsnmßrcgeln sinb im Gange. — Frau v. Rembie lins ki, bie Wittwe eines Millionärs aus Russisch-Polen, war mit zwei blenbenb schönen Töchtern nach Wien gekommen. Die jüngere Tochter Rosa ist am Charsamstag aus bem Wiener Hotel ver- schwunben; sie würbe wahrscheinlich von ihrem, ber Mutter nicht angenehmen, häßlichen unb schielenden Verehrer Stefan Drojecky, ber ihr nach Wien gefolgt ist, entführt. * Kiew, 1. Llprrl. Der Stabskapitän Ssofronom erschoß gestern vor den Augen vieler Personen auf bem Hof der Kaserne des Mirgorodschen Jnf.-Regiments den Leutnant Grobski. Als Beweggrund) wirb beleibigte Familienehre ver- muthet. * Moskau, 1. April. Gestern nachmittag wollte eine Dame ben Oberpolizeimeister Trepow, als berselbe in seinem Amtszimmer Bittsteller empfing, mit einem Revolver erschießen. Die Waffe versagte jeboch. Die Thäterin würbe verhaftet, sie ist eine Lehrerin namens Allart. * Dayton (Ohio), 1. April. Durch Entzünbung von Kohlenstaub infolge Gasausströmung erfolgte in einer Mine eine Explosion, woburch 22 Personen getötet würben. Universitäts-Nachrichten. Berlin, 1. April. Die theologische Fakultät ber Universität Berlin hat am Osterfeste bem Licentiaten Hermann Weser, bem Senatspräsibenten bei dem Oberverwaltungsgericht Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Wilhelm v. Meyeren und bem Wirkt. Geh. Oberbaurat Friebrich Abler, Professor an ber technischen Hochschule und Mitglied der Akademie ber Künste zu Berlin, die Würde eines Ehrendoktors ber Theologie verliehen. Bemerkenswert ist besonders die theologische Auszeichnung des Architekten, von bem im lateinischen Diplom gesagt wirb, daß „er durch Errichtung und Wiederherstellung uon Kirchenbauten dem Vaterland einen Glanz verliehen unb bie Geschichte unb bie Denkmäler der Baukunst in Bild unb Wort gelehrt, klar unb gehaltreich bargestellt habe." Kiew, 1. April. Die Vorlesungen an ber hiesigen Universität würben heute roieber aufgenommen. Ausgeschlossen von den Vorlesungen sinb nur die Hörer des ersten Jahrganges aller Fakultäten. MteraMr, Wissenschaft und Kunst. Wien, 1. April. Der Chesgeologe der geologischen Reichsanstall, Tr. Alexander Bittner ift gestorben. Crau, 1. April. Ter frühere Minister Hanotaux hüllt als Vorsitzender des hier eröffneten Geographischen Kongresses eine Rede, in der er nach einem historischen Rückblick auf bie Beteiligung Frankreichs an der Erschließung Afrikas ausfühtte, bald werde dank der in verschiedenen europäischen Kolonien errichteten Bahn- und Telegraphenlinien die Hälfte Afrikas der Zivilisation gewonnen sein. Diese würde aber ihr Werk nur halb vollbringen, wenn sie Afrika nicht ben grieben gäbe. Frankreich erfülle dort eine Ausgabe in der Erkenntnis, daß die Wohlfahrt der von chm leherrschten Gebiete ber stärkste Faktor Aur Herstellung bes Friebens und ber weiteren Erschließung bes Landes sei. Arbeiterbewegung. Fiume, 1. April. Heute ist der G en er al aus stand ber Hafenarbeiter ausgebrochen, bem sich auch die Heizer ber Ungarischen Schiffahrts-Gesellschaft „Adria" anschlossen. Es streiken seit heute früh 4000 Arbeiter oer ungarisch-kroatischen und adriatijchen Schiffahrts-Gesellschaft. Auch viele Eisenbahnarbeiter und Bedienstete der Pferdebahn haben sich der Bewegung angeschlossen. Ter Verkehr im Hafen und auf ben Straßen ruht vollständig. Bisher wurde die Ruhe nicht gestört. — Bei den Hasenbauarbellern wird infolge Bewilligung einer Lohnerhöhung die Arbeit fortgesetzt. Ter Personenverkehr zwischen Fiume und Abbazia wird aufrecht erhalten. Nachmittags wurde von kleineren Gruppen von Arbeitern versucht, Ausgleichs-Verhandlungen anzubahnen. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. ■ff Lich, 1. April. Der heutige OstermarN war gut besucht. Trotz der hohen Preise ging der Handel mit Schweinen flott. Tas Paar Iungschweine im Alter von 6—7 Wochen wurde mit 50 Mk., solcher im Alter von 9—10 Wochen mit 80 Mk. bezahlt. Trotzdem diese Preise außerordentlich hohe zu nennen sind, ist doch gegenüber den Preisen der vorangegangenen Märkte ein Nachlaß zu bemerken. — Auch ber Krämermarkt bot ein bewegtes Bild geschäftigen Treibens. Das günstige Wetter hielt die auswärtigen Marklbefucher lange in der Stadt zurück. fc. Frankfurt a. M., 2. April. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notterungen ber heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 17.25—17.50, Kurhessiscyer Mk. 17.50—00.00, La Plata Mk. 17.75—18.00, Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14^5—14.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.75—16.25, Kleie Mk. 00.00—00.00, Hafer Mk. 16.50—17.00, Mais Mk. 12.50 bis Alk. 12.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.00—25.50, 2. Qualität Mk. 23.00 bis Mk. 23.50, 3. Qualität Mk. 21.00—21.50, Roggenmehl 0 Mk. 22.50—23.00, 1. Qualität Mk. 21.25—21.50, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mk. 9.00, Roggenkleie Mk. 9.25—9.50, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Neueste Meldungen. Originaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers. Berlin, 2. April. Ein Mitarbeiter des „Giornale d'Jtalia" in Rom hatte eine Unterredung mit dem Grafen Bülow. Ter Reichskanzler erkannte ausdrücklich die Ver- einbarkett guter Beziehungen der Dreibund- Staaten zu anderen Mächten mit den Zielen des Dreibundes sowie die Möglichkeit des letzteren für alle feine Glieder an. Deutschland habe im Mittelmeer kein anderes Interesse, als den berechtigten Einfluß seiner Verbündeten eine friedliche Entwickelung nehmen zu sehen. Den Zolltarif der deutschen Regierung nannte der Reichskanzler den goldenen Mittelweg, auf dem eine Verständigung mit Italien leicht erreichbar sein werde, die jüngsten Verträge betreffend Qstasien eine Gewähr für die Integrität El)inas und die Frecheit des Handels. Die albanesische Frage sei keine Bedrohung der guten Beziehungen Oesterreichs und Italiens, da beide die Erhaltung des Status quo wollten. Berlin, 2. April. Der „Lok.-Anz." veröffentlicht eine Unterredung eines seiner Mitarbeiter mit Tr. Kuypers. Ter Minister gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß das holländische Vermittelungs-Angebot von den Engländern abgelehnt wurde, er ist aber der Meinung, daß das Friedens-Bedürfnis auf englischer Seite ein ungemein starkes ist und daß der Krieg in Südafrika ..... iiwmTWl—■ i i m >■ in naher Zeit sein Ende finden muß. Holland selbst fefi durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Engländer hätten 6000 holländische Familien aus SüdasriLL vertrieben und diese hilf- und mtttellosen Leute nachff Holland abgeschoben. Tas holländische Volk betrachte esf als seine Pflicht, für diese Leitte zu sorgen. Bezüglich der- Frage, ob es möglich wäre, daß Holland in irgend einer Form dem deutschen Reiche angegliei dert werden könnte, äußerte Dr. ldttrypers wörtlllh^ Deutschland würde sich in einem solchen Falle nur ein Irland schaffen, an dem »S zweifellos eines Tages zu Grunde gehen müßte. — lieber das Königspaar sagte der Minister, sie lebten wie Mann und Frau. Der Prinzgemal)l hätte es ausgezeichnet vei> standen, sich in die holländische Eigenart einzuleben und gewinne täglich an Sympathie. Ter Minister betonte nochmals, daß seine Reife keinen andern Zweck habe als den der Studien über die Einrichtung der deutschen technp« scheu Hochschulen. Stuttgart, 2. April. Graf Posadowsky trifft am Freitag hier ein, um sich auch mit der würtembergischen Regierung über verschiedene schwebende Fragen ins Benehmen zu setzen. Am Samstag wird er vom König empfange» werden. — Gestern ist der Direktor der Hofbibliothek, Dr. Zoller, im Alter von 80 Jahren gestorben. London, 2. April. Aus Kapstadt wirb gemeldet: Lord Wolseley ist gestern, aus England kommend, hier eio- getroffen unb reift am Donnerstag nach Natal wecker. London, 2. April. „Daily Mail" meldet aus Rom: Das französische, russische, österreichische und italienische Geschwader werden sich in einigen Tagen vor Neapel versammeln. Man glaubt jedoch nicht, daß König Viktor Emanuel eine Flottenschau abhalten werde. , Buenos Ayres, 2. April. Die 9kgierung beschloß einstimmig die Beschaffung von zwei großen Panzerschiffen, die den Panzerschiffen überlegen seien, deren Bau jüngst von Chile in Auftrag gegeben wurde. Die Regierung ist entschlossen, die Suprematie Argentiniens in ganz Südamerika zu behaupten, unb erklärt, daß für die Beschaffung der beiden Schiffe neue Steuern nicht eingeführt werden sollen. Peking, 2. April. Der Man dschureiv ertrag enthält bie Bestimmung, baß bas Lanb in einzelnen Etappen von sechs, zwölf und achtzehn Monaten, von Süben beginnend, von den Ruffen geräumt werben soll. China barf bort nach der Räumung so viel Gruppen halten, als es für notwendig erachtet. Nach amtlichen Berichten aus Niutschwang entfalten die Russen dort eine rege Thätigkeit auf militärischem Gebiet. 10000 Mann würben kürzlich aus bem Lanbes-Jnnern nach Pott Arthur geschafft. Viele Rekruten treffen in Niutschwang unb anberen Otten ein. Ausgebehnte, für weiteres Fortbestehen berechnete Telegraphenanlagen werben in der Um» gegenb von Niutschwang errichtet. Shanghai, 2. April. Die chinesische Regierung hat die dritte Entschäbigungsrate an bie fremben Regierungs-Kommissare ausgezahlt. Die Summe beläuft sich auf achtzehn Millionen Taels. Telephonischer Kursbericht- 3y2o/0 Reichsanleihe . . 101.70 3% do. ... 92.60 81 /,% Konsole .... 101.75 3% do. 92.20 3‘/a% Hessen .... 100.30 3% Hessen —.— 4% Oesterr. Goldretne . . 102.90 4l/2% Oesterr. Silberrente 101.75 4% Ungar. Goldrente . . 101.00 4°/> Italien. Rente . . . 101.00 4V2 % Portugiesen . . . 44.00 3°/. Portugiesen. .... 28.50 1% C. Türken .... 27.70 Türkenlose 111.70 4% One oh. Monopol.-Anl. 44.00 4äussere Argentiner —.— 8% Mexikaner .... 26.55 4,/g'l/o Chinesen .... 89.65 Electric. Schuckert ... 113,50 Nordd. Lloyd —.— Kreditaktien , . . . . 219.70 Diskonto-Kommandit. . . 194.70 Darmstädter Bank . . . 139.70 Dresdener Bank .... 139.30 Berliner Handelsges, . . 154.75 Oesterr. Staatsbahn , • . 144.90 Lombarden .... 17.50 Gottbardbahn .... 167.50 Laurahütte 201.00 Bochum 197JL0 Harpener 167,00 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstraste 2^ , _r Angebot der Arbeitnehmer: 2 -raglohner, 1 Arbeiter, 1 Hausdiener. Nachfrage ber Arbeitgeber: 1 Schreiner, 2 Hausburschen, 1 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Friseur. Hieße'ner Hnmiöus HesiMchaft. E. G. m. b. H. in Gießen. Ailanz-Konlo am 31. Dezember 1901. Aktiva. An Kassa-Konto „ Konlo-Korrent-Konto „ Futter-Konto „ Immobilien-Konto „ Mobilien-Konto „ Pfcrdc-Konto „ Betriebs-Konto 18.24 | 6443.69 1929.37 454.43 5598.47 8775.— I 104.80 23324.— Gewinn- unb Nerluft-Kou Soll Verluste. ji H \ Än Betriebs-Konto 12291.09 „ Futter-Konto 12218.41 Hanblungs-Unkosten- Konto 850.59 Immobilien-Konto 454.50 , Mobilien-Konto 1434.36 „ Pferbe-Konto 1473.50 28722.45 Passiva. JL H Per Konto-Korrenl- Konto 13018.01 „ Reservefonbs-Konto 4302.25 „ Vermögen am 31. Dezember 1901 6003.74 23324.— a nm 31. stkMber 1901. Haben Gewinne. jl H Per Betriebs-Konto 25769.44 „ Zinsen-Konto 94.91 „ Verlust im Betriebs- jahre 1901 2858.10 28722.45 Die Zahl ber Genossen betrug zu Anfang bes Geschäftsjahres 1901 138 Genoffen Es schied aus burch Tob 1 Genosse Zahl ber Genossen Enbe 1901 137 Das Geschäftsauthaben ber Genossen betrug im Geschäftsjahr 1901 Mk. 8861.84 es verminbert sich um „ 2858.10 bleibt mithin am 31. Dezember 1901 Mk. 6003.74 Die Gesamt-Haftsumme ber Genoffen beträgt Mk. 22400.— Gießen, im März 1902. 2627 GieHklltt Oiittlilms-Vescöschnft 6.6. m. b. fj. in Gießen. Hauau. Helsrich. Kirch. Die Bilanz liegt zur Einsicht ber Interessenten während ber ^nächsten acht Tage bei dem Bankhause Aron Heichecheim auf. Selramumachung. In der Zeit vom 22. bis 29. März 1902 wurden in hiesiger Stadt Gesunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Album, 1 Scheere und 1 Herren-Schnürstiefel. Verloren: 1 Portemonnaie mit 40 Mk. Inhalt, 1 goldene Brosche, und 1 Brieftasche mit 1 Hundett- und 2 Fünfmarkscheinen, sowie 4 Zinsabschnitte der Kerkerbachbahn-Obligation Nr. 120, 121, 123 und 296. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 29. März 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Weckgionsschuke der israelitischen Ftettgionsgesellschast zu Giessen. Anmeldungen zu dem bevorstehenden Schuljahr haben Donnerstag den 3. April d. Js., vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schullokale, Steinstraße 8, zu erfolgen. 2656 Der Vorstand. Meine Nachmittags-Sprechstunde fällt bis I. Oktober ds. Js. aus. Dr. Reinewald Arzt für Ohren-, Nasen- und Halsleiden Frankfurterstrasse 4. 2631 WiederbeM des Klavier-Unterrichts Biontag den 7. April. Hochachtungsvoll JuHllS Hahn früher Schüler des Dr. Hoch'schen Konservatoriums in Frankfurt a. M. Anmeldungen Wiesenstraße L 01366 Donnerstag den 3. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neuenweg.28 Haus- und Küchengeräte aller Art, sowie eine Ladeneinrichwng, eine Mille Eigarren, eine Schreibmaschine u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 2655 Gießen, 2. April 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. Hochfeine ffljütingtr Hotels. A Zchjkngki! (vorzüglich schmeckend zum Bier) frisch eingetroffen bei ChristianWallenfels Marktplatzl7, amKriegerdenkmal. Telephon 262. Gegr. 1826. 2442] Ein größerer, sowie ein mittelgroßer Eisschrank, beide fast neu, zu verkaufen. 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