Erstes Blatt. 152. Jahrgang 22 l Bülow — Chamberlain. JSSn ' ö?$ c herab stimmende Ausblicke er- antworten gedenken, daß — seitens New-Norker GroK- $$£»si=^=ri«4 Donnerstag 2. Januar 1003 und Cardenas in Betrieb gesetzt wird.° Die Gründung hat den ausgesprochenen Zweck, den Deutschen auf Kuba den Landerwerb aus. Dagegen wird sich die wirtschaftliche Konkurrenz zwischen beiden Mächten, besonders in Mitteb- amerika-Westtndien, während des neuen Jahres allem An- fchern nach erheblich verschärfen. Die Schiffslinie zwischen New-York und den Zentralamerikanischen Häfen befindet sich bekanntlich seit dem Ankauf der Dampfer der „Atlas- LiNie" durch die Hamburger Paketfährt - Gesellschaft in deutschen Händen, und zwar kommt für diese Fahrten der Handel mit Kuba an erster Stelle in Betracht. Seitens der erwähnten Hamburger Rhederei ist nun im Fahrplan Em Berliner Mitarbeiter schreibt unterm 1. Januar: Der Reichskanzler legt Wert darauf, durch die „Nordd. Allg. Ztg." seststellen zu lassen, daß nicht, wie behauptet worden war, von chm die Verschiebung der. Etatsberatung un Reichstag angeregt worden sei, um die Erörterung der bekannten Chamberlain sch en Aeußerungen gegen deutsche Krieger zu verzögern. Darnach nimmt also Gra: Bülow mcht das mindeste Interesse daran, Herrn Cham- kommen, ich fühle ihn nahen. Und dann ist Kaiser Wilhelm der. Vollstrecker unsrer Träume." Wilhelm II. und Goethe. In der neuesten Nummer der „Zukunft" lesen wir folgende Gegenüberstellung zweier Auslassungen Wilhelm II. und Goethes über „Künstler und Stofs": „Wenn die Kunst, wie es jetzt vielfach geschieht, weiter nichts thut, als das Elend noch scheußlicher hinzustellen, als es schon ist, dann versündigt sie sich damit am deutschen Volke." (Kaiser Wilhelm II. am achtzehnten Dezember 1901.) „Die Kunst an und für sich selbst ist edel; deshalb fürchtet sich der Künstler nicht vor dem Gemeinen. Ja, indem er es aufnimmt, ist es schon geadelt; und so sehen wir die größten Künstler mit Kühnheit ihr Majestätrecht ausüben." (Goethe: Sprüche.) Berlin, 31. Dez. In der „Nat.-Ztg." veröffentlichen 24 Berliner Architekten folgende Erklärung: Die unterzeichneten Architekten erklären sich hierdurch grundsätzlich gegen den Wiederaufbau mehrerer Teile des H e i d e l b e r g e r S ch l o s s e s. Nach ihrer Ansicht wird auch die lijn Aussicht genommene Wiederherstellung des Otto Heinrich-Baues das Bild vernichten, welches seit Jahrhunderten durch seine unvergleichliche Schönheit das deutsche Volk begeistert hat und ein Besch der ganzen gebildetenj Welt geworden ist. Die Unterzeichneten erachten es als Pflicht der deutschen Architekten, die Ruine des Heidelberger Sck)losses lediglich gegen Verfall zu schützen, ohne den gegenwärtigen Gesamt-Eindruck zu verändern. Ottawa, 1. Jan- Marconiist gestern von dem anadischen Minister empfangen worden, der ihm seine Mithilfe versprach, um die Versuche mit der drahtlosen Telegraphie fortsetzen zu können. Marconi erklärte, nach seiner Rückkehr werde er von Kapstadt aus Versuche mit anderen südafrikanischen Städten machen. Uebrigens ' ist nicht anzunehmen? daß "bereits'auf Mntlrchem Wege von Berlin aus nach Wien Verstimmung GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen i tägttch außer Sonntags. Dem GietzenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Gießener Familien- ttätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckerei: Schttlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Professor MutHer üöer Wilhelm II. Der Breslauer Universitätsprofessor Richard MutHer, Aschen in Leipzig eine vortreffliche Kunst- geschichtein Heinen 80 Pfg.-Bändchen erscheinen läßt und dessen große Geschichte der Malerei im 19. Jahrh. so außer- vrdwtttch fruchtreich gewirkt hat, aber ebenso stark anae- lerndet wurde wegen ihrer überaus zahlreichen ungenierten, Entlehnungen, hat sich soeben in verwunderlicher Weise über die Stellung Kaiser Wilhelms zur Kunst unserer 'Tage ausgesprochen. MutHer richtet eine begeisterte Ode Kaiser Wilhelm". Er findet in der Rede „goldne Worte", -Mhaltsschwere herrliche Sätze". „Ein Großer der Ber- .gangenheit" — so sagt MutHer —, „scheint aus seinem rebeu: s^lz und selbstbewußt, seinem persön- ttchen Geschmack vertrauend die Künstler anregend und zugleich vom Respekt vor dem Genius durchdrungen". Ml- Mm II. rst aber auch der „moderne Mensch": ,, ,^^nn lediglich dem Glanz des medieeischen Hauses ^eo X" öie Kunst gedient- Ein Mittel der Selbstberaucherung war sie dem Sonnenkönig. Im Kopf Karser Wilhelms ist Schillers Gedanke von der ästhetischen Erzichung des Menschengeschlechts lebendig. Er kennt dre Kulturmrsfton der Kunst. Er denkt nicht an sich ®§eat' das Haius HohenMcrn, nein, an das arme, schönheitsdürstende Volk. , Der Traum unserer Zeit ist hier in Worte gefaßt. Uns war es em Traum nur. Du kannst ihn verwirklichen- Heil, Kaiser Wilhelm! Das ist das Große, das Bewundernswerte des deutschen Kaisers, was, ach, so wenige Fürsten mit ihm teilen. Er hört das Herz der Zeit rn seiner Brust Pochen, fühlt sich mitten in der Brutwärme der Gedanken, die im Kops unsrer Größten,' unsrer Edelsten reifen. Und er wird sie zum Leben führen, des darf man sicher sein. Wann wird der Augenblick kommen? Wann Russische Projekte. Der russische Finanzminister Witte verfügt dem An- chein nach über einen unverwüstlichen Optimismus. Als vollgiltige Dokumente hierfür können die Budgetberichte gelten, die der Minister am (russischen) Neujahrstage dem Zaren zu erstatten pflegt. Seit Herr Witte int Amt ist, md diese Berichte in rosigen Farben gehalten. Es war ein Ding der Unmöglichkeit, daß der Zar aus dem Studium der Denkschrift eine andere als günstige Auffassung von der wirtschaftlichen Entwickelung seines Reiches gewann. Auf Wrnd aus den Segeln zu nehmen. Aehnliches wird aus Mexiko berichtet, das für die deutsche Exportindustrie, namentlich für Eisenwaren, ein gutes Absatzgebiet darstellt Es soll von New-York aus eine große Aktion im Gange >em, den deutschen Wettbewerb einzudämmen. Die Mexikaner bevorzugen zwar erfahrungsgemäß das deutsche Fabrikat; es ist aber nicht ausgeschlossen, daß das Massen- augebot und der voraussichtlich nicht zu unterbietende Preis der amerikanischen Ware den deutschen Firmen Kunden abspenstig macht. Die Amerikaner haben bei diesem Wettbewerb zudem den Vorteil für ftch, daß sie ihre Seefrachten ungleich niedriger kalkulieren können, als die deutschen Rheder und Exporteure. wird der seltsame Fürst, den die gleichen Empfindungen, die gleichen Jdeengänge mit uns verbinden, diese Verwandtschaft fühlen? Die moderne Lkunst ist bei Kaiser Wilhelm verleumdet. Böswillige, die um ihren Posten besorgt sind, haben ihm ms Ohr gesetzt, ihm Lügen aufgebunden, die dümmsten Oberförster-Geschichten erzählt. Der Sozialismus— ja natürlich! Das ist für einen Fürsten dasselbe, wie für einen Toro das rote Tuch. Aber wo sind nur die Bilder, die ,ä>as Elend noch scheußlicher hinstellen, als es ohnehin ist, und sich damit am deutschen Volke versündigen?" Die Grundnote der gegenwärtigen Kunst ist eine .idealistische, romantische. Die Phantastik, die Legende, das Märchen herrscht. Ganz wie der Kaiser es aussprach: die Kunst will uns ermöglichen, uns nach harter Mühe und Arbeit am Schönen zu erfreuen, aus unsren sonstigen Gedankenkreisen herauszutveten." Diese moderne Kunst ist — das beteuert MutHer übrigens durchaus zutreffend — ganz und gar nicht sozialistisch revo- lutronär, sie ist märchenhaft-romantisch, völlig harmlos. Und nun haben Begas und Werner, Lessing und Eberlein die Modernen schamlos aus der Gun st des Herrschers verdrängt indem sie diese Kunst als sozialistisch anschwärzten. Also schreibt Richard MutHer: „Der unerllärliche Widerspruch, der zwischen den Worten des Kaisers und seinen Thaten besteht, geht nur darauf zurück, daß noch alle Herren ihn umschmeicheln, dte aus Zetten der Unkunst stammen. Wenn sie erst einmal tot sind, wenn Männer seiner Generation ihn umgeben, wenn das Bollwerk von Lügen beseitigt ist, das falsche Ratgeber aufbauten, dann wird er nicht mehr Reinhold Begas, den seichten Epigonen des Barock, mit den Griechen, die braven andern Herren mit Meistern der Renatsfattee vergleichen. ... Ich sehe den Moment schon mit dem Ziel, möglichst glimpflich über Schwierigkeiten des Augenblicks hinwegzukommen, hat noch immer schlimme Folgen gehabt. Es ist eine bedeutungsvolle Mahnung, tote so manche andere, vermutlich in den Wind geschlagen wrrd, bis es zu spät ist. Klatschgeschichten vom italienischen Konigshofe weiß wieder einmal eine englische Wochenschrift zu erzählen: „Die junge Königin Helene, so heißt es rn jener Betrachtung, „wird bei weitem bezüglich ihrer Bedeutung, dte sie in Bezug auf die äußere Poli- ttk Jtaltens ausübt, unterschätzt. Man glaubt all- gemetn, daß dte hohe Frau ihre Zeit mit ihrem Kinde, Jagden, Ausfahrten und Segelfahrten mit ihrem Gatten öerbrtitgt, toas jedoch keineswegs zutreffend ist. Italien steht tn der That heute unter russischem Einfluß (!). Königin Helene ist bekanntlich eine Tochter des montene- grmtschen Fürstenhauses. Die Umtriebe . moskowitischer Agenten gehen seit Jahr und Tag darauf hinaus, Italien der Tripelalltanz zu entfremden, und der Regierung des Zaren in die Arme zu treiben. Es darf nicht vergessen werden, daß die junge Königin nicht allein von slavischer Herkunft, sondern auch Anhängerin des orthodoxen Glaubens ist. Ihre Erziehung stand völlig unter russischem Einflüsse und wurde auf Kosten und unter Aufsicht der verwitweten Zarina bewirkt; es ist Thatsache, daß von vornherein der gegenwärtige Herrscher aller Reußen eine heftige Abneigung gegen die Verbindung der montenegrinischen Fürstentochter mit dem Sohne Umberto's bekundete. Auch nach ihrer Vermählung hat die Königin ihre moskowitischen Sympathien nicht abgelegt; sie weiß nur allzuwohl, was ihr Heimatland dem Zarenreiche schuldet, sie handelt im Sinne ihres Vaters, des rührigsten Vertreters des südöstlichen Europas für panslavistische Ideen. Die Königin-Mutter Margherita dagegen trägt offenkundig deutsche Sympathien zur Schau und gehen ihre Bestrebungen dahin, die Polittk und die Jntriguen hrer Schwiegertochter, von der sie mehr und mehr ent- remdet worden ist, zu bekämpfen. Die Königin-Mutter ward deutsch auferzogen und ihr Bruder, der Herzog von Genua, ist mit einer deutschen Prinzessin vermählt; auch )re Mutter der hohen Frau war deutscher Herkunft. Nichts- )estoweniger ist Königin Margherita mit dem regieren* )en Hause Rußlands aufs engste befreundet. Auffallend ist, daß König Viktor Emanuel nicht nur nicht einen Bruch in Berlin seit seiner Thronbesteigung vermieden, sondern sogar dank dem Einflüsse seiner Gemahlin eine Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm verweigert hat." Bezugspreis» monatlich 75 Pf., vierte?- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts zO Pfg. Lerantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": R. D i t t- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Kekauntmachung. I über die fehlende Zurückweisung der gegen Deutschland Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Es scheint vielmehr" die Sache ^fo ^ücQeu^bQ^’nmn^in Gerichtsschrewereien täglich, mit Ausnahme der Sonn- Berlin etwas wie eine Entschuldigung wegen der — Lücke rmd Feiertagen von vormittags 10 bis 12 Uhr für die Recht- in der Geschäftsordnung" erwartet hat, und daß, "nach- prchenden geöffnet sind. Als Amtstage für die Einwohner nichts dergleichen erfolgte, Graf Bülow das kräftigere des Stadtbezirks Gießen werden außerdem Dienstag, für die I ?An,er Bemerkung vor dem Forum der politischen Einwohner des Landbezirks Mittwoch vorbesttmmt ^Ite. Daß die Polenpolitik bei uns auf einen Gießen, den 31. Dezember 1901. ^nGretenerenTon gestimmt werben soll, kündigt Großherzoalicbes Amtsaettckü s Tm folgenden Satze an: „Keiner a-_________________Qbyerzogiicyes Elsgericht._______________ der beteiligten Regierungen wird es angesichts solcher I Kundgebungen verdacht werden können, wenn sie Schutz- wehren ihrer Verwaltung gegen internattonale Agitationen Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich so bedenklicher Art verstärkt." Auch darin kommt der Ge- q, c „ cv » ZS yuwenieic9; danke zum Ausdruck — „beteiligte" Regierungen —, daß Iß Januar k.J. bis einschließlich es die Pflicht der Regierungen und vernunftgemäß ist, W. Januar k. I. liegt auf dem Amtszimmer der Großh. den polnischen Herrschastsbestrebungen gegenüber einmütig Bürgermeisterei zu Garbenteich das Projekt über die Drainage- zusammenzustehen. Es ist in der That zu bedauern, daß anlage in Gewann 44, 45 und 65 nebst dem Beschluß derN^ dies Prinzip in Oesterreich - Ungarn sowenig Ver- Vollzugskommission vom 11. April L I. zur Einsicht der 'ländnis sich zeigt. Solche Schwäche, eine solche Polittk, Beteiligten offen. 1 1 mif <_ z Ms Berlin, 31. Dezember, wird uns geschrieben: Ob der merkwürdig reservierten und duldsamen MV «mg ter österreichischen Regierung gegenüber den aalvXx , . - k , ■ --------------, pschen Polen und dem herausfordernden Auftreten weaeu berlllin vor der parlamentarischen Kritik, zu schützen. Es der Vorgänge in Wreschen ist nun doch dem Grafen Bülow vielmehr vom Grafen Bülow selbst ein kräftiges ter Geduldsfaden aerissen. Eine hochoffiziüse Erklärung S^t Sache zu erwarten sein. Zum Ordensfest in ter „Nordd. Allg. Ztg." richtet sich anscheinend zunächst ^^i Wales angemeldet; König Eduard gegen die Aeußerungen des Fürsten Czartoryski im aali- ^ ^ord Roberts smd nicht in Sicht. Immerhin ist eine Aischen Landtag von der „Einhett aller Polen usw die ^eichstagstebatte über Chamberlain uiid Südafrika für eigentliche Pointe liegt aber in dem Schlußsatz: Wir der- , U englischen Thronfolger keine „Empfangsmusik". Oder mögen es uns nur mtS einer Lücke in der GeschäftZ-Ord- '^ht der englische Kolonialminister doch nicht mehr so nung des galizischen Laiidtags zu erklären, daß eine solche ^aß er preisgegeben werden kann auch von England? .DemonftWtion ohne Widerspruch seitens der Regierungs- ------ prgane hat vor sich gehen können." Man schlägt den Deutsch-amerikamscher Wettbewerb. _^as Gvautter. Im Ernst macht Graf Bülow Man schreibt uns aus Handelskreisen: r. .f^/^öht, ein Bülowscher SeiteN-, Es ist jetzt außer jeden Zweifel gestellt' daß Deutsch- bto Geichästsordnung, sondern die land und die Vereinigten Staaten aus Gründen des no- ^k'ung verantwortlich, litischen Wettbewerbes^in den ^"ttel-^^und^ sütemerikL Ut im Wege daß sch en Interessengebieten nicht aneinander geratenw^- Regierung den Fürsten den. Deutschland geht nirgend in der neuen Welt auf ^s-vrtorysti und dessen Gesinnungsgenossen nach (5e6ülir । ------ umsomehr, als die Polenpropaganda Mindesten^ die,elben Gefahren für Oesterreich-Ungarn hat ^re für andere Länder. Die Vertreter der österreichischen Regierung wollten schweigen, wie sie im Wiener Reichsrat geschwiegen haben — und das erklärt alles. Wie die Mtenden Kreise in Berlin über solches Leisetreten, solche ubwaus zarte Rücksichtnahme aus „nationalpolnisches Be- r^h9er polnischer Größenwahn, denken, das, erhelll noch deutlicher daraus, daß die „Nordd. Alla. Zta."> T1T rtP-rfpfTlPI-r SVnmntor Cy\. . .. • fl -V o Einwendungm hiergegen sind bei Meldung des Aus- Wuffes innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfttst schriftlich bei Großh. Bürgermeisterei Garbenteich vorzubttngen. Friedberg, den 23. Dezember 1901. Der Großh. Bereinigungskommissär; ______________Spanier, Kreisamtmann. • Politische Tagesschau. Au den Verbündeten! muß, und zwar gehörig wo Nun sind wir also bereits seit vierzig Stunden im schritten der Reichskanzler und sodann die Bundesrats bevollmächtigten, die Ritter des Schwarzen Adler-Ordens, und die lange Reihe der übrigen Befohlenen vorüber, Kaiser und die Kaiserin reichten dem Reichskanzler die Hand, der Kaiser zeichnete außerdem noch einzelne Herren, durch Handschläge aus, so v. Ballestrem, v- Manteuffel und' v. Kröcher- Gegen 12 Uhr empfing der Kaiser sodann bie, Gratulation der kommandierenden Generale. Gegen ein Uhr begab sich der Kaiser mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Friedrich, gefolgt vom Hauptquartier über den Lustgarten und den Schloßplatz zur Paroleausgabe nach dem Zeughaus, von dem dichtgedrängten Publikum mib lauten Hochrufen begrüßt. Der Kaiser schritt die FrvM der Ehrenkompagnie des zweiten E'.senbahnregiments ab und begab sich in den Lichthof, wo die kommandierenden. Generale und die Offiziere der Garnison versammelt waren. . |W, - Reihe hervorragender So I Männer mit dem Ersuchen gewandt, dem neuen Jahre ein Geleitwort mit auf den Weg zu geben. General-Superintendent Dr. Faber wünscht vom neuen Jähre die Wieder-- vermählung des deutschen mit dem christlichen Geist und die Bethätigung des Ehristentums. Der Berliner Oberbürgermeister Kirschner konzentriert seine Wünsche auf das Erwerbsleben, für dessen Gestaltung er im neuen Jahre nicht ohne Besorgnis ist. Ein baldiger Aufschwung der wirtschaftlichen Lage ist nach seiner Auffassung kaum zu erwarten. Er vermag nichts zu entdecken, was uns schnell aus der Krisis heraushelfen sollte. Der Wunsch Kirschners für das ö , .kommende Jahr lautet: Gewißheit über die Zukunft unseren hoffen, Verzweifelnde wieder glauben lernen, daß Unzufrieden- Handels-Politik. Hoffnungssreudiger sieht der Präsident der „Ku dem Augenblick, in dem das neue Jahr beginnt,^ drängt es mich, Euer Exzellenz alle meine Wünsche undi diejenigen des französischen Heeres für die glorreiche rujpfche Armee zu ühermitteln. Wöge eme, nahe Zukunft Sylvester 1901 und Hieujayr 1902. Gießen, 2. Januar 1902. kleinlautes, klägliches: Ich nicht!"? Weite Kreise der Be-! wölkerung haben in der That keinen Anlaß, die Jahreswende! ,äu „feiern" und in den bei dieser Gelegenheit üblichen Jubel nniteinzufallen. Das neue Jahr begann für sie genau ebenso ärübselig, wie das alte trübselig geendet hat. Merken Sie /etwas von „Wechsel"? Ich nicht!" Man begreift die sFrage, man begreift auch die Antwort. — ' !ist eine trostlose Neujahrs-Stimmung, nicht .wahr? Sie ist nicht nach dem Geschmack der Sylvester- Erbschaft gemacht. Die asphaltierten Straßen der reichen Stadt glänzten in blitzsauberer Reinheck, prachtvolle stattliche Kandelaber des städtischen Elektrizckätswerkes flankierten sie, ein dichtbesetzter Motoromnibus fuhr durch den doppelt brecken Selters weg, und die wenigen chauffierten Straßen waren so tadellos und musterhaft, daß der 10 000 aktive Mitglieder zählende Radfahrerverein „Wanderer" be- schloffen hatte, den sieben städttschen Dampffttaßenwalzen Eichenlaub mck Rädern huldreichst zu verleihen. Am Neuenwege, Ecke Iohannesstraße, stand einprächttges Theatergebäude. Die Steuern aber waren so gesunken, daß sich die Leute überhaupt schämten sie zu bezahlen. ^"iperlammetlen Prinzen uno Prmzeiirnnen entgegen unvi ./V*" "7"". r"V"'r,i-■ äJ ' snb'Ttt'frfvorr- Hauptpostamt an der Schulstraße erledigte sich der Verkehr vollzogen dann im Rittersääl mit dem Kronprinzen, den Politischer als in ^schaktlrcher^Beziehung den Wünschen- ia= awanpg Schaltern mit schönster Schnelligkeit. Da riß essinderen Prinzen, den Pridfsinnen, denI Kriegsminister, und Traumen vor-e^de^."tsch-ch^ wurden «n der Glocke - der Träumer hatte bis gegen Mittag ge- der Generalität und den direkten Vorgesetzten der beteilig- Der W«L? schlafen - und der Milchmann wünscht- ein frohes neues ten Truppenteile dre Nagelung der Fahnen des °m ^^Mwbrsalückvünsche dm Partei zum Ausdruck ffahr. Seme Mich aber sah so b-h-nllrch wässerig aus, daß Pionr-EtaUlons M inMar^bre dre ^l°hrsM»vun,ch der^arte^^um^druck der Träumer Verdacht aus das Wetter schöpfte, und liehe Raments Nr. 1k mlrünMn ^Ubr^egann^dm Giein- Rede. Die Feststellung des all- ba, es regnete. Zum Abschiednehmen vom Vergangenen ich ^M^z/Xer diEmE^enden B^ollmächtig^n MM gemeinen Zolltarifs bilde den ersten Punkt des Arq bas- rechte Wetter. Und er, der am Silvester-Abend fröhlich bie' aktiven und inaktiven Münster, links bettsprogramms. Dre Schwierigkeit der Losung ber tou^ lernen Becher geschwungen hatte, setzte sich mit trüben Augen, xommanbierenben Generale und die Ritter des Schwarzen schaftlichen Frage werde “AttÄä Ä-0 M dem Menschen nichts V-Mvmmnes wirb, tÄ C» ST» ÄX Ä -in g«-ch ^ Mir einen Jammer, den ich schon nicht mehr erschien mit den Prinzen und dem Gefolge, während billiges Abkommen zu treffen. Es darf bie befinittve Ertragen kann!" , t Lr Domckor mit dem Psalm 98 einseßte Der Kaiser, Regelung bes wirtschaftlichen Verhältnisses mit Oesterreich Es giebt aber auch Leute, die sich am Silvester-Abend ? Marickallstab in der Hand führte die Kaiserin, zur nicht länger verschleppt werden. (Allgemeine lebhafte 3ux» m der größten Gemütsruhe, pünktlich wie immer, um 10 ober ^aifenit ging Me 'kleine Prinzessin Viktoria stimmung.) Der Ministerpräsident schloß mit dem Wunsche, 11 Uhr ins Bett legten und ebenso pünkttich schon 5 Minuten Z^se. Der Kronprinz führte die Herzogin von Albany, es möge ihm und ,einen Kollegen das Vertrauen oep nachher schnarchten. Und als sie um 12 Uhr durch das Das Kaiserpaar nahm gegenüber dem Altar Platz. Hinter liberalen Partei auch künftighin unverändert erhaltery Prosit Neujahr!", das von der Straße zu ihnen herauf- den Majestäten saßen außer den Prinzessinnen Prinz Fried- bleiben. (Langanhaltender, begeist^ter Beftall.) brana aus ihrem Schlummer aufgeweckt wurden, da drehten rich Leopold, Prinz Friedrich Wilhelm, der Erbgroßherzog . In Rom hielt der franzoiffche Botschafter Wrcr^ orang, aus lyrem v j z r g hnn Wpinin/jen die Bringen beim Empfang der franzo ischen Kolonie eme bedeutsame: sie sich brummend auf die andere Seite, um weiterzuschlafen.I von Baden, der^^bprmz^vmi ^Lderliche Freundschaft Die Silvesterschwärmer da unten die um :JSlittetna^iauf In der Frankreichs und Italiens. Für immer herrsche die Straße Hinausellen, um einander mit ihrem „Prosck Neu-t ! 6 3 9 . (^pprinz von Hohenzollern, Prinz! jetzt bei beiden Uebereinsttmmung der Ansichten; es, fahr!" zu grüßen, würden so etwas „einfach unverständlich" ^en ^^^olstein-SonderbimgEcksburg und existiere für beide Völker auch nimmer die Mittelmeei-, finden. „Den Kerl müßte man doch gleich aus dem Bett P^nz Karl von Hohenzollern. Probst Faber predigte über frage. , . herausholen!" Wir wollen nun beileibe nicht in den Ver-I^Z zg^t Jo^mnes: „Das ist aber das ewige Leben, .....Der Kaiser von Rußland sandte an den sran-> dacht kommen, grämliche Spielverderber zu sein; aber einer tzaß sie Dich, der Du allein der wahre Gott bist, undIzösischen Präsidenten Loub et folgende Depesche aus Zars-» jener „Unverständlichen", der einmal in bissigem Tone einem! der Du gesandt hast Jesum Christum,' erkennen". Die koje-L-zelo : , . , h. . tragenden bemerkte: „Den „Jahreswechsel" sollte ich feiern?! Gemeinde sang „Nun danket Alle Gott", dann folgte Anläßlich des neuen ^cchres dranA esdre '^3™ etma§ von Wechsel" ? Ich nicht!" war auch das Niederländische Dankgebet, vom Chor und von der und Mich, Ihnen „unsere besten Wunsche für Frankreich, Merken Sie etwas von „-usea^ei t m^ii war aeinnaen und von Posaunen und schmetternden und für Sie persönlich, Herr Präsident, auszusprechen, kein Thor. „Merken Sie etwas von „Wechsel ? Wenn man G ^nb Paukenwirbeln des Kosleckschen Bläserchors Unter den angenehmsten Erinnerungen, welche uns das den Millionen, die draußen im Reich m ausgelassener W per Eingangsthür erschienen sodattn die neuen soeben zu Ende gegangene Jahr hinterlaßt, ist uns bie* Achteck Silvester gefeiert haben, diese Frage vorgelegt hatte: ^Anen von den Kommandeuren der beiden Truppenteile jenige an die in dem schönen befreundeten luib ver-> was würden sie geantwortet haben? Ob da wohl seht viele I Straften. Dieselben machten zur Seite des Altars Halt, bündeten Lande zugebrachten Tage besonders teuer. auf das boshafte: „Merken Sie etwas von „Wechsel"?", während alle Anwesenden sich erhoben hatten. Der evang. . , . , das so aar nicht in die übermütige Silvestersttmmung hinein- Feld probst Richter weihte die Feldzeichen „pro gloria et! ^.oubet dankte in i einer Antwortdepesche dem waffen will, eine andere Antwort gewußt hätten, als ein patria" und hielt eine kurze Weiherede. Dann schritt der ZarentzMre für die Wun/che, dre es für ^"kerch, - - - '• * - *■ • * i «n «x s.— ! Kaiser zum Altar vor und reichte sämtlichen Geistlichen l Freund und Verbündeten Rußlands, hege. Frankreich iverde die Hand. Die Bläser spielten die Marschweife „Wilhelmus freudig den dauernden Eindruck erfahren, den der letzte von Nassauen", unter deren Klängen der Zug der Majestäten Besuch des Zaren bei dem Zarenpaare hinterlaisen habe^ zum Weißen Saal hinüberschrttt. Hier nahm das Kaiser- Der französische Kriegsniinister hat folgende Depesche; paar mtt den Prinzen und Prinzessinnen zu beiden Setten cm den russstcheu Kriegsuunister General Kuropatkm ge- .. .neben dem Thron Aufftelluug. Gegenüber dem Thronelsandt: Ej stano die Schloßgarde. Im Saale bildete das Pagenkorps Das Spalier. Als vom Lustgarten der Neujahrssalut, 101 Schuß, ertönte, begann die Gratulationseour. . Hinter dem Ein- führcr des diAomatischen. KortzZ) Karpn. von. d^nvKuejebeck. den zuversichtlichen Ton dürfte auch der demnächst fällige I schwärmer. Nein, der Jahresanfang sieht nicht so rosig aus, Budgetbericht gestimmt sein. Ob der Zar ihm diesmal wie manche es jubelnd vorgaben. . . . Doch wir wouen uns mit der gleichen Zuversicht begegnet, mag allerdings dahin- nicht auf des Gebiet der leidigen Politik begeben. Auch gestellt bleiben. Man weiß, daß die Schwierigkeiten, die mancher gänzlich Unpolitischer blickt um die Jahreswende sich Herrn Witte bei der Unterbringung der letzten großen re(^t schwarz in die Zukunft und faßt die schönsten Vorsätze, Anleihe am Pariser Markt entgegenstellten, dem Zaren £ dem neuen Jahre auch ein neues Leben zu beginnen, nicht entgangen sind. Wie eingeweihte Persönlichkeiten in ... seinem Berufe energischer und intensiver Petersburg versicherten, ist der Finanzmini ter in olge- M nimmt pch vor^, ,emem ab,u[eqen, dessen in der kaiserlichen Wft Einigermaßen gesunken, obzuliegen, wenn er fMftgjft, Trotz alledem wird Herrn Witte zugestanden werden dürfen, wenn, er unordentlich ist, o ch o ' » daß sein Optimismus nicht der Ueberzeugung entbehrt, ruhiger, gesetzter, ferner gründlich zu sparen, täglich nur noch Sonst würde er schwerlich so umfangreiche Verkehrsprojekte eine, ober zwei, nun sagen wir drei Zigarren zu rauben, zu realisieren trachten, wie die Schiffbarmachung des Ober- einem Verein aüszutreten und auf außerordentliche IScr* laufes der westsibirischen Ströme Ob und Jrtysch, die Ver- gnügungen ganz zu verzichten, kurzum, ein exemplarisches binoung beider Wasserwege mit einem Hafen des Eis- Musterleben zu führen. Wenn man alle die vortrefflichen meers durch eine Eisenbahn, derart, daß die Durch-mit denen das neue Jahr begonnen wird, hübsch ge- Die Parole lautete: „Königsberg-Berlin". Der Naiver be» querung des ungastlichen Karischen Meeres für von Europa ' beisammen sähe, man würde erstaunt sein über die ftchtigte dann die im Zeughaus aufgestelllen chinesisches nach den Häfen Sibiriens bestimmte Schifte in Fortfall! Moral und Ethik, die sich hier vereint; aber Geschützrohre. Ein Vorbeimarsch der Ehrenwache schloß die kommt. Das Projekt ist von staunenerregender Großartigkett, glimme von JJiorai uno Y i aevflastert Paroleausgabe. An der Frühstückstafel bei den Attestaten enftprechend hoch sind natürlich auch die Baukosten. Woher ach, der Weg zur Holle t mck guten^ Vorsätzen gder Kronpruiz und die übrigen kaiserlichen Kinder, Herr Witte die erforderlichen Gelder zu nehmen gedenkt, die bekanntlich zumeist dazu da sind, nid)! s^> Henrich, der Reichskanzler, sowie bie Majors von ist einstweilen sein Geheimnis, ganz zu schweren von der Und vor allem mck dem Sparen i|t es eme gnnd eigene ^0(1)6. e(i9u§c unb teil- Nachmittags fuhr der Kaiser Herbeischaffung der Mittel, die der Finanzminister den m Wenn Mann und Frau zusammen am Sylvesterabend oder kZ Botschaftern vor. Nach 4 Uhr fuhr die kaiserliche Mesftibirien ins Leben zu rufenden Handelsgesellschaften Qm Neujahrsmorgen die Uebersicht über bie Emnahmen unb e.ami(ie nQ(t) WUdpark zurück. Am Abend fand im Neuen zuwenden will. Ausgaben des verflossenen Jahres aufstellen, sind sie sich Ptais Familientafel statt. ------------ ----------— bQi..n üöaig einig, daß sie zu wenig eingenommen und zu Sämtliche uns vorliegenden Blätter veröffentlichen cursl viel ausgeqeben haben, und daß von nun an gespart werden Anlaß des Jahreswechsels lange Artikel, die im allgemeinen ! und zwar gehörig. Aber bei der weiteren Erwägung, sehr pessimistisch gehalten ]inö. Fast überall wird hervoi> denn eigentlich gespart werben soll, beginnen Differenzen, gehoben, daß ein schweres! Jahr hinter uns liegt, und ytun imo wir aqo ucicu» icu vici8iti ,minhS • oiphp non Krooüllnski und Waschlapski!die Hoffnung, es werde sich alles bald wieder zum neueren Jahre 1902! Die Sylvesterpunsche sind getrunken, die wie i H ~ beiden edlen Polen lahltt-s^ ist wenden, gering ist. Ein Jahr des Kampfes stehe uns bevor, Kr^vel bei gutem Worte, besserer Laune und bestem Zlppetit chlwßlich keiner von den beiden edlen Polen zaym, f > ,r entscheidungsschwer, wie bie Geschichte des jungen beut» verehrt die Prositrufe verklungen unb Neujahrsnacht und hier das Ende vom ~icbe, daß keiner von ^lden spart d Reiches wohl noch keines gesehen habe Mu ahrstag mrd wüder eine Nacht unb ein halber Tag daß das Leben fernen alten Gung we,t°rgeht bis zum n^chskn Der „2oMb.fr" hat sich an eine Reihe hervorragender ħt Zum letzten Tage im °lt?n Jahre hat^ie die Sonne Neu,ahr, wo^von n-u-m^Vorsatze^gef°ßt werden. «in außerordenüich wirksames Schauspiel für alle Sehenden sicher Art sie auch sein mögen, prosaisch unb WM 5« Ä weichen I Säf Dr. Koch die wirtschaftliche Lage des neuen gesetzt. „Der Tauwind kam vom Mittagsmeer und zog durch > - v y Wunsch den wir mit freudiger Hoff- Jahres an. Aus den von den verschiedensten Zeiten ihm Deutschland trüb und ,chwer.- Dieser Umstand mag dazu m°g-n °°s ä zugegangenen Berichten ersieht er, daß eine Besserung ru beigetragen haben, baß die Begrüßung des beginnenden Jahres "lmg au, feine Lrsullung aussprech J unserem Wirtschaftsleben einzufetzen beginne. Achcheinend schr wenig geräufchooll von statten ging. Trotz des Polizei. StilnbOT des fei das schlimmste überstanden Einen mehr philofophifchen. zu Gröber Ruf: .Prosit Neujahr I' Stta der Neuiahrs- Lheres ist bisher nicht bekannt gegeben wordeulleber SKttm tstz bat. wünscht Deutschlmid rabau mit Cylinberemtrerben unb sonstigen dummen Scherzen die Neu,ahrsferer iin königlichen Schloß zit Be^in da- 8^ Sich-Ausrasfen, ein Sich-Emporschwingen zu starken blieb aus. In der Nacht aber hatte jemand einen schonen gegen verbreitet W. T.B. ^(9=^ ®elbung_ @ :n,eitgef>enbe5 $et)tänbniä füc die Fragen Traum. Ihm träumte, d.e Stabt Gießen habe eine große Die Feier wurde um 8 Uhr durch Blasen ^s Chor^es^Lobe ^mp^^ Die asvbaltierten Straßen der reichenIden Herrn^fmten^ des .Tromhe^rkorjÄWolken bedeckt. Wildenbruch ist voll Sorge für Deutschlands eingeleitet Gleichzeitig wurden die drei SchlohstLudurden ferneres GefchM. ^br-sweckiel in der üLiiÄekr BiSSSSZ-WWKDS ^er Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Hein- sEn vier unmündigen Kindern und dannftich s lbft er«? SgeIeagte^®^te®^^e^^ä^^a’t^^^^nlene^bi.e'i®Iü^wii^j^^eaberI ^6'^>a?»e^IoffeneUSa^^r,(rtg? 86610^ ^a± undund^ bie sowohl« mir -netie und ebenso kostbare Erinnerungen Vorbehalten, ttrie diejenige, die das vergangene Jahr hinterlassen hat. Ich bitte Euer Exzellenz, aus diesem Anlasse unser Dolmetsch bei Ihren kaiserlichen Majestäten zu sein und ihnen die ehrfurchtvollsten Wünsche darzubringen, welche ich mit der ganzen französischen Armee für ihre erhabenen Personen hege. General Andre." Beim Neujahrsempfang des diplomatischen Korps in Paris hielt der Doyen, Nuntius Lorenzello, eine Ansprache an Loubet, worin er die Anerkennung für Frankreichs Politik bei der Lösung internationaler Fragen aussprach und betonte, Frankreich habe sich als eine Macht bethätigt, die Billigkeit und Versöhnlichkeit zeige; es habe bei der Lösung einer verwickelten Frage, die die Mächte beinahe zwei Jahre beschäftigt habe, mit dem Vorschläge-über eine Abmessung der Forderungen der einzelnen Mächte einen hohen Sinn für das allgemeine Interesse und bei einer neueren Frage, des Schutzes der französischen Interessen, große Friedensliebe bekundet. Präsident Loubet dankte für die Wünsche und die ausgesprochenen Gesinnungen, sowie die Versicherung, daß Frankreichs Bemühungen richtig gewürdigt werden. Der Jahreswechsel treffe eine Lage an, wobei mehr als der Einklang der Mächte und bezüglich einiger von ihnen eine Engerknüpsung ihres Bündnisses und Bekräftigung ihrer Freundschaft zu Tage tritt. Möge 1902 eine Fortentwickelung dieser Aera des Einvernehmens sehen. Aus Stadt und Land. iDer Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur untergenauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 2. Januar 1902. ** Ernennung. Der Großherzog hat den Regierungs- affessor Otto Drescher aus Wahlen (Kreis Alsfeld) zum Mitglied einer Eisenbahndirektion in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft mit Wirkung vom 1. Oktober an ernannt. •* Oberhesstfcher Obstbau-Verein. Am Samstag vcn 4. Januar, nachmittags 4 Uhr, findet, wie wir bereits nnt- teilten, im Lenz'schen Felsenkeller eine außerordentliche Hauptversammlung des Oberhefs. Obstbauvereins mit folgender Tagesordnung statt: 1) Neuwahl des Präsidenten event. Vizepräsidenten; 2) Der Beruf des Baumwartes und seine Stellung in der Gewerbeordnung, Referent Dr. v. Peter; 3) Ueber ObstMe, Referent Professor Reicheü; 4) Geschäftliches. - Hessischer Gerichtsschreiber Verem. In einer am Sonntag in Frankfurt abgehallenen Versammlung von etwa 125 Angehörigen des hessischen Gerichtsschreiberpersonals konstituierte ich ein hessischer Gerichtsschreiberverein. Zum Vorsitzenden wurde Zorn-Mainz gewählt und für jede der drei hessischen Provinzen ein Bezirksvorsitzender bestimmt. *• Theaterverein. Vom 7. bis 9. Januar findet hier bekanntlich ein Vortrags-Zyklus für Landwirte statt. Um den Teilnehmern an demselben am Dienstag den 7. Januar den Besuch der „Ro ten Robe" zu ermöglichen, zu der wahrscheinlich Einlaßkarten in besonders hoher Zahl von Nichtmitgliedern des Theateroereins auch ohnedies verlangt werden, hat der Vorstand beschlossen, in der gleichen Weise wie beim Reisenhofer-Gastspicl, nummerierte Balkon- billets zum Preise von 2,25 Mk. (Studierende 1,50 Mk.) auszugeben. , ** Aus dem Theaterbureau. Am Freitag wird das funf- aktige Drama von Otto Ernst: „Die größte Sünde" zum erstenmale aufgeführt. Die Vorstellung findet im Abonnement statt. — Am kommenden Sonntag wird die ausgezeichnete Jakobson'sche Posse: «Gin gemachter Mann" zur Darstellung gelangen. *» Einstellung von Einjahrig-Freiwilligen in das Heer am I. April 1902. Folgende Truppenteile stellen am 1. April 1902 Einjährigfreiwillige ein: Nur Studierende der Universitäten oder Hochschulen stellen ein: das 3. und 5. Garderegiment zu Fuß, Berlin und Spandau. Die Jn- .anterieregimenter Nr. 51 (1. Bat.), Breslau. Nr. 160 (2. Bat.) Bonn. Nr. 85 (3. Bat.), Kiel. Nr. 90 (1. und 3. Bat.), Rostock. Andere Freiwillige stellen ein die Regimenter Nr. 1, Nr. 3 (1. und 2. Bat.), beide in Königsberg i. Pr. Nr. 42 (3. Bat.), Greifswald. Nr. 129 (3. Bat.), Bromberg. Nr. 12, Frankfurt a. O. Nr. 64, Prenzlau und Angermünde. Nr. 36 (1. und 3. Bat.), Halle a. S. Nr. 7, Lieqnitz. Nr. 19 (1. und 3. Bat.), Görlitz. Nr. 37, Kro- toschin. Nr. 46, Posen. Nr. 50 (2. Bat.), Rawitsch. Nr. 62 (1. und 2. Bat.), Kosel. Nr. 15, Minden. Nr. 53, Köln. Nr. 68, Koblenz. Nr. 70, Saarbrücken. Nr. 84 (1 und 2. Bat.), Schleswig. Nr. 74, Hannover. Nr. 79, Hlldeshcim. Nr. 82, Göttingen. Nr. 94 (3. Bat.), Jena. Nr. 167, Kastel. Nr. 110 (2. Bat.), Heidelberg. Nr. 113, Freiburg i. B. Nr. 142 (1. Bat.), Mühlhausen i. Els. Nr. 105 und 132, Straßburg t Els. Nr. 67, Metz. Nr. 18 (1. Bat.), Osterode i. Pr. Nr. 175 (2. Bat.), Grau- denz. Nr. 81, Frankfurt a. M. Nr. 115, Darmstadt, und unser Regiment Nr. 116. r. Nockenberg, 31. Dez. Heute fand hier unter dem Vor-, sitz des Herrn Kreisrats Fey die Wahl eines Abgeordneten zum Kreistag für den Bezirk Rockenberg-Oppershofen-. Steinfurt-Niederweisel statt, wobei Bürgermeister Krausgrill-Niederweisel mit 14 Stimmen gewählt wurde. Der Gegenkandidat und seitherige Abgeordnete, Oekonom Reif- Steinfurt, erhielt 4 Stimmen. Der Gewählte gehörte schon früher einmal deni Kreistag an, unterlag aber vor 6 Ja^en Herrn Reif. Laubach, 31. Dez. Die bei dem Bahnbau Laubach— Freienseen ausgeführten Erd- und Felsarbeiten gewinnen täglich größeres Interesse. Da ist es zunächst der Eingang zu dem Tunnel, den man jetzt bis etwa auf 30 Meter ausgeführt hat, dann der durch ein Wiesenthal führende 15 Mtr. hohe Erddamm und endlich eine Strecke von 150 Meter Länge, die etwa 4 Meter tief in die Basaltmassen hineinge-, sprengt werden muß. Schon jetzt kann man deutlich erkennen, daß der Aufschluß in dem Basaltmassiv em hervorragendes geologisches Interesse darbietet. So ist man, wie dem „Drmst. Tägl. Anz." berichtet wird, am Ausgange des Waldes auf ein mächtiges weißes Thonlager, auf Basalt ruhend, gekommen. In der Nähe von Laubach, am sogen, „roten Berg", ist man ebenso auf eine auf Basalt abgelagerte Thonschicht gestoßen, worüber sich eine zweite Thonschicht ausdehnt, die durch einen Lavastrom, der sich über letztere ergoß, vollständig rot gebrannt ist. Dieser Befund hat auch weiterhin Aufsehen erregt, und wird, wie verlautet, im Auftrage der geologischen Landesanstalt ein hervorragender Geologe, Dr. Schottler aus Mainz, zur näherer Untersuchung dieser Verhältnisse dieser Tage sich hierher begeben. e. Herchenhain, 1. Jan. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich am dritten Feiertagabend dahier. Es ist hier Sitte, daß die Mädchen an diesem Tage in der Spinnstube Kaffee kochen. Ein junger Bursche stach bei dieser Gelegenheit mit einem scharfen Messer nach einem Brödchen, das ein Mädchen herumreichte, traf aber die Hand des Mädchens und schnitt ihm die Sehne durch. Gestern ist die Bedauernswerte nach Gießen in die Klinik verbracht worden, wo eine Operation vorgenommen werden soll. Keneral-Iersammlung des Spar- und LorsWerms Wurf a. Na. Eingetr. Genossensch. mit unbeschr. Haftpflicht Samstag den 11. Januar 1902, vormittags 10 Nhr, im Rathanfe daselbst. Truges-Ordnung: 1. Wahl des Vorstandes. 2. Wahl des 2lufsichtsrates. 3. Verschiedenes. All en darf a. Lda., den 31. Dezember 1901. 39 Wallenfels. Iuschneide-Lchranstatt Grünbergerstraße 14 a (Mittelbau). Maßuchmeu, Musterzeichnen, Zuschneiden und Verarbeite* kann jede Dame gründlich erlernen. Der Kursus beginnt am 6. Januar 1902. 32 Iiina Petri, geprüfte fehttrill. Am 10. Januar 1902 Wiederbeginn eines Xnrsns im Maßnehmen, Zeichnen, Zuschneiden re., Anfertigerr von Kostümen (Akademie Worring)^ im Weißnähen, Weiß- und Buntsticken u. s. w. Auch Damen, die schon anderweitig einen Kursus besucht haben, können monatweise teilnehmen. 1 Louise Leinberger, M. Lehrerin, Goethestraße 54, 2» Stock. Anmeldungen, vom 3. Januar ab erbeten. W Bekanntmachung. Freitag den 3. Januar, nachmittags 3V4 Uhr, wird an Ort und Stelle das Abfaltholz aus den städtischen Anlagen in der Westanlage, am Oswalds Garten, an der Lllarburgerstraße, in den Friedhofs-Anlagen und auf dem Tri^b öffentlich meistbietend versteigert. Die Zusammenkunft ist an der Stadtmädchenschule. Gießen, den 30. Dezember 1901. 6 .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________Mecum._______________ Bekanntmachung. Freitag den 3. Januar 1902, nachmittags 3 Uhr, soll au Ort und Stelle der hinter dem Schlachthaus lagernde Kehrichtdünger öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, am 30. Dezember 1901. , 5 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Hohversteigerung im tzießeuer Stadtwald. Montag den 6. Januar 1902, vormittags 97» Uhr beginnend, ollen in: Gießener Stadtwald, DistriktOber-und Unterhag, versteigert werden: 38 rin Eichen-Scheitholz, 8 _ Buchen-Scheithoh, 78 „ Nadel-Scheitholz, 9 „ Eichen-Kmlppelholz, 2 „ Bucherr-Kuuppelholz, 167 „ Nadel-Knüppelholz, 880 Wellen Eichenreisig, 50 v Buchenreisig, 5110 „ Nadelreisig, 14 rm Güt) en-Slockholz, 2 , Bucheu-Stockholz, 119 „ Nadel-Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße nach dem Schiffenberg an der ersten Schneise. Gießen, 30. Dezember 1901. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 4 Bekanntmachung. In das hiesige Genossenschaftsregister wurde heute be- züglich des Spar- und Vorschuß-Vereins Wieseck, e. G. m. u. H., eingetragen: Direktor Philipp Möser V. ist aus dem Vorstand ausgeschieden und an seine Stelle Ludwig Schmidt II. zu Wieseck in den Vorstand gewählt. Gießen, den 31. Dezember 1901. 59 Großherzogliches Amtsgericht. Holz-Verfteigernng. Freitag den 10. Januar, morgens 10 Uhr, versteigere ich im.Körnberg bei der Hauseönrg nachstehend verzeichnetes Holz unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen: 16 Stuck, 4,5 cbm, Nadel-Stammholz, 569 Stück, 40,87 cbm, Nadel-Derbstangen, für Wagner und Weißbinder besonders geeignet, 81 cbm Nadel-Stockholz, 34,2 rm Buchen-Knüppel, 970 Stück Nadel-Wellen, 18,1 rm Buchen-Stockholz, ea.500 St. Nadel-Bohnenstangen, 1080 Stück Buchen-Wellen. Gießen, den 31. Dezember 1901. 58 H. Adami, Im Enthebung von Nenjahrsbesncheu haben weiter folaende Herren und ^unen ber_ Kleinkind er- Bewahranstatt Gaben gespendet: 119. Kaiffmann Fuhr. 120 Kauf- / mann Ernst Blödrrer und Frau. 12L Kohlenhändler Ed. Klmkel. ; 122. Artikekt Hamann. 123. Lehrer Warner. 124. Bauunternehmer /Scheppelmann und Frau. 125. Jngemeur Oskar Gutmann und , g-rau. 126. Bildhauer Emil Kalbfleisch und Frau. 127. Stadt- -perordneter Haubach. r _ . Auch für deren Gaben sprechen nur unseren herzlichsten Dank ,aus. — Von den 127 Gebern und Geberinnen sind im Ganzen Mk. 350.60 gespendet worden. Gießen, den 2. Januar 1902. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. x Dr. Naumann.87 Ein wirklich natürliches kohlensaures Mineralwasser. Germania-Brunnen Schwalheim in Hessen. 30 Garantiert rein natürliche Quellenfüllung ohne Zusätze und ohne Ausscheidungen. Hervorragendstes Gesundheits- und Tafelwasser. Haupt-Niederlage in Giessen bei Jean Weisel, Sonnenstrasse. Telephon Mr.235. K 93/01. Donnerstag den 30. Jauuar 1902, nachmittags 2 Uhr, werden aus hiesigen Ortsgericht die vor dem Namen des Albert Altvater in Frankfurt a. M. stehenden Grundstücke Flur 23 Nr. 45 — 1600 qm Acker am halben Zehnten, rechts vom SchützgesbrunnerWeg Flur 23 Nr. 46 — 1700 qm Acker daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 16. Dezember 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 62 K 35/92. Donnerstag deu 30. Jauuar 1902, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen der Christian Burkhardt IIL Eheleute stehenden Grundstücke: Flur 1 Nr. 944 — 19 qm Hofraum mit Stall und Miststätte a. d. Asterweg, Flur 1 Nr. 945 — 44 qm Hofraite öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 16. Dezbr. 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 63 Donnerstag deu 16.Januar 1902, nachmittags 2 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die dem Conrad Karl Loth in Gießen Anstehende ideelle Hälfte an a) 1/902 — 94 qm Hofraite in der Brcmdgaffe, b) 1/630 und 632 — 88 qm Hofraite in der Weidegasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Dezbr. 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. 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